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Dokumentenidentifikation DE10113079B4 12.01.2006
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Deaktivierung von Zylindern einer Brennkraftmaschine
Anmelder Ford Global Technologies, LLC (n.d.Ges.d. Staates Delaware), Dearborn, Mich., US
Erfinder Russ, Stephen George, Canton, Mich., US;
Stein, Robert Albert, Saline, Mich., US;
Stockhausen, William Francis, Northville, Mich., US
Vertreter Bonsmann & Bonsmann Patentanwälte, 41063 Mönchengladbach
DE-Anmeldedatum 17.03.2001
DE-Aktenzeichen 10113079
Offenlegungstag 04.10.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse F02D 13/04(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft Brennkraftmaschinen, insbesondere Brennkraftmaschinen mit Zylinderdeaktivierung.

Die im Kraftfahrzeugbereich eingesetzten Viertakt-Mehrzylinderbrennkraftmaschinen können üblicherweise in einem großen Drehzahl- und Lastbereich eingesetzt werden. Es ist jedoch seit längerem bekannt, dass ein geringerer spezifischer Kraftstoffverbrauch erreicht werden kann, indem die Brennkraftmaschine mit relativ hoher Last betrieben wird. Dies trifft insbesondere für funkengezündete Brennkraftmaschinen zu, da bei diesen die Drosselklappenverluste minimiert werden können, wenn die Brennkraftmaschine mit offener oder nahezu vollständig geöffneter Drosselklappe unter Volllastbedingungen betrieben wird. Bedauerlicherweise werden die Motoren im täglichen Gebrauch meist deutlich unterhalb der Volllast betrieben. Bei einem derartigen Teillastbetrieb ist die Kraftstoffökonomie aufgrund der Pumpverluste ungünstiger. Aus diesem Grund wird angestrebt, einen Betrieb der Brennkraftmaschine im Teillastbetrieb zu vermeiden.

Um einen derartigen Teillastbetrieb zu vermeiden, wurden Motoren konzipiert, bei denen einige der Zylinderbrennkammern deaktivierbar sind, damit die verbleibenden aktiven Zylinder mit höherer Last betrieben werden können. Beispielsweise ist es bekannt, sowohl die Einlass- als auch die Auslassventile eines Zylinders oder mehrerer Zylinder zu deaktivieren, wodurch Luft in den deaktivierten Zylindern eingeschlossen wird. Die eingeschlossene Luft wird entweder komprimiert oder entspannt und wirkt so als pneumatische Feder (vgl. 3). Dieses Verfahren zur Zylinderdeaktivierung ist sehr effizient, wenngleich ein – nicht sehr schwerwiegendes – Problem darin besteht, dass bei geringen Drücken an der unteren Totpunktstellung des Kolbens Öl in den Zylinder gepumpt werden kann. Ein entscheidender Nachteil besteht jedoch darin, dass die beschriebenen bekannten Systeme, bei denen sowohl die Ein- als auch die Auslasstellerventile eines Motorzylinders deaktivierbar ausgebildet sind, teuer in der Herstellung und somit unattraktiv sind, da Fahrzeuge, bei denen die Kraftstoffökonomie im Vordergrund steht, besonders häufig gerade im Niedrigpreissegment angeboten werden.

Aus der US 56 42 703 (Stockhausen et al, übertragen auf Ford Motor Company, USA) ist eine Brennkraftmaschine bekannt, bei der die Betätigung der Einlass- und Auslasstellerventile jeweils um den gleichen Betrag phasenverschoben werden kann, wodurch Ventilbetätigungsvorgänge erzielt werden können, die näherungsweise jeweils symmetrisch bezüglich der unteren bzw. der oberen Totpunktstellung der Kolbenbewegung erfolgen. Die Phasenverzögerung der Einlass- und Auslasstellerventile führt dazu, dass Gas während des Auslasshubs in den Krümmer zurückgedrängt wird, das zu Beginn des Ansaughubs in den Zylinder zurückströmt, und dass Gas in den Zylinder am Ende des Einlasshubs einströmt, das zu Beginn des Kompressionshubs aus dem Zylinder wieder herausgedrückt wird. Bei der in dem o.g. Dokument beschriebene Brennkraftmaschine treten durch die Pumpwirkung gewisse Verluste auf. Weiterhin ist der Übergang zwischen dem aktivierten und dem deaktivierten Zylinderbetrieb zeitweise schwierig zu kontrollieren. Es ist bei der bekannten Vorrichtung weiterhin schwierig, den Punkt zu bestimmen, bei dem kein Nettofluß (net flow) vorliegt. Schließlich ist bei der bekannten Brennkraftmaschine ein vergrößerter Freiraum zwischen Ventil und Kolben erforderlich, es ist beinahe eine Brennkraftmaschine mit Freilaufeinrichtung (free wheeling engine) nötig. Weiterhin ist eine Phasenverzögerungseinrichtung mit einem großen Verzögerungsbereich (90 Grad) und einer schnellen Reaktion erforderlich.

Aus der DE 33 16 446 A1 ist ein Vierzylinder-Verbrennungsmotor bekannt, bei welchem zur Verbesserung der Motoreffizienz im Teillastbetrieb zwei der Zylinder deaktiviert werden. Dabei können insbesondere die Auslassventile dieser Zylinder durchgehend geschlossen bleiben, während die Einlassventile in einem Bereich von ± 30–60° symmetrisch um den unteren Totpunkt herum geöffnet werden, um einen ruhigeren Lauf des Motors zu erreichen.

Die DE 696 00 937 T2 beschreibt eine Brennkraftmaschine mit einer Zylinderdeaktivierung, bei welcher eine Einlassdrossel des Motors geschlossen und die Öffnungsbewegung der Auslassventile gegenüber dem Normalbetrieb phasenverschoben wird.

Vor diesem Hintergrund war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Brennkraftmaschine mit einer Zylinderdeaktivierung bereitzustellen, welche sich kostengünstig realisieren lässt und daher für Fahrzeuge im Niedrigpreissegment geeignet ist.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird eine Viertakt-Brennkraftmaschine mit Deaktivierungsmöglichkeit einzelner Brennkammern vorgeschlagen, die sich durch sehr geringe Pumpverluste auszeichnet. Der deaktivierte Zylinder gemäß der vorliegenden Erfindung weist ein Auslasstellerventil auf, das selektiv außer Betrieb gesetzt werden kann. Das Einlasstellerventil bzw. die Einlasstellerventile werden nicht außer Betrieb gesetzt, sondern werden im Wesentlichen symmetrisch bezüglich einer oberen Totpunktstellung bzw. einer unteren Totpunktstellung des Kolbens geöffnet bzw. geschlossen. Der Übergang vom Normalbetrieb des Einlasstellerventils in den deaktivierten Betriebszustand wird durch einen phasenverstellbaren Nocken erreicht. In vielen Fällen ist ein derartiger phasenverstellbarer Nocken bereits vorgesehen, um die Kraftstoffemissionen zu verringern und die Kraftstoffökonomie zu verbessern. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Öffnungs- und Schließvorgang des Einlassventils um näherungsweise 65 Grad verzögert. Dementsprechend verläuft der Einlassvorgang symmetrisch bezüglich der unteren Totpunktstellung des Kolbens. Dadurch fließen betragsmäßig gleiche Ströme während des Einlasshubs in den deaktivierten Zylinder hinein und während des ersten Teils des Kompressionshubs aus dem deaktivierten Zylinder heraus, so dass die Pumparbeit minimiert ist. Die erfindungsgemäße Brennkraftmaschine ist besonders geeignet, um eine Zylinderreihe einer Brennkraftmaschine mit Reihe-zu-Reihe-Zündung (bank-to-bank firing engine) deaktivierbar auszubilden. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine Phasenverzögerung des Einlassventilnockens erforderlich, die nur wenig größer ist als die Phasenverzögerung, die bei bekannten verstellbaren Nockenwellen mit Doppelnocken mit gleicher Nockenphasenverstellung bei Teillast erforderlich ist. Bei diesen bekannten Nockenwellen erfolgt eine Verzögerung von etwa 50 Grad. Die Brennkraftmaschine gemäß der phasenverzögerten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung benötigt keinen zusätzlichen Freiraum zwischen dem Ventil und dem Kolben. Dadurch wird mit der vorliegenden Erfindung bei Brennkraftmaschinen, die bereits über eine zweifache oder nur eine einlassseitig verstellbare Nockenwelle verfügen, eine Deaktivierung von Zylindern mit erheblich geringerem Kostenaufwand möglich. Bei Brennkraftmaschinen, die über eine zweifache variable Nockensteuerung verfügen, ist eine Deaktivierungseinrichtung nur für die Auslassventile einer Zylinderreihe der Brennkraftmaschine erforderlich. Dagegen sind keinerlei Deaktivierungseinrichtungen für die Einlassventile nötig.

Mit der vorliegenden Erfindung wird eine Viertakt-Brennkraftmaschine mit einer Zylinderdeaktivierung geschaffen, bei der das Auslasstellerventil des zu deaktivierenden Zylinders in der geschlossenen Stellung deaktiviert wird und die Betätigung der Einlassventile phasenverschoben wird, wodurch die Pumpverluste signifikant reduziert werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Ansicht einer einzelnen Zylinderreihe mit deaktivierbaren Zylinderbrennkammern in einem V-10 Verbrennungsmotor, der entsprechend der vorliegenden Erfindung ausgebildet ist und gemäß der vorliegenden Erfindung betrieben wird, wobei jeder Zylinder einen einzigen Auslass und zwei Einlasstellerventile (poppet valves) aufweist;

2A eine schematische Ansicht, in der das Öffnungs- und Schließzeitverhalten der tellerförmigen Einlassventile des Verbrennungsmotors mit deaktivierbaren Brennkammern gemäß 1 illustriert ist, wobei die Öffnungs- und die Schließvorgänge für einen deaktivierten Zylinder jeweils derart verzögert sind, dass diese im Wesentlichen symmetrisch bezüglich der unteren Totpunktstellung des Zylinderkolbens liegen;

2B eine schematische Ansicht, in der das Öffnungs- und Schließzeitverhalten der Einlasstellerventile des Verbrennungsmotors mit deaktivierbaren Brennkammern gemäß 1 dargestellt ist, wobei die Öffnungs- und die Schließvorgänge für einen deaktivierten Zylinder jeweils derart vorverlegt sind, dass diese im Wesentlichen symmetrisch bezüglich der oberen Totpunktstellung des Zylinderkolbens liegen;

3 ein Druck/Volumendiagramm, in dem die Arbeitsweise einer deaktivierten Zylinderbrennkammer dargestellt ist, bei der das tellerfömige Auslassventil deaktiviert und das tellerförmige Einlassventil in einer Normalphase betrieben wird;

4 ein Druck/Volumendiagramm ähnlich 3, in dem die Arbeitsweise eines deaktivierten Zylinders einer Brennkraftmaschine entsprechend der vorliegenden Erfindung dargestellt ist;

5A bis 5H schematische Ansichten, in denen der Betrieb der Einlass- und Auslasstellerventile während des deaktivierten Zustands des Zylinders der erfindungsgemäßen Brennkraftmaschine dargestellt ist; und

6 und 7 ein Beispiel für eine Einrichtung zur Deaktivierung eines tellerförmigen Ventils, welche entsprechend der vorliegenden Erfindung bei einem Auslassventil einer Brennkraftmaschine angewendet werden kann.

Gemäß den 1 bis 7 weist eine Viertaktbrennkraftmaschine 8 gemäß der vorliegenden Erfindung zehn zylindrische Brennkammern 12 auf, die V-förmig angeordnet sind. Eine erste Brennkammerreihe (nicht dargestellt) weist eine übliche Konfiguration auf; eine zweite Reihe 10 mit Brennkammern 12 ist in 1 dargestellt.

In jeder der Brennkammern 12 sind jeweils Kolben 15 vorgesehen, die hin- und herbeweglich in diesen gleitend angeordnet sind. wie allgemein üblich, ist jeder Kolben 15 mit einer Kolbenstange 19 verbunden, die wiederum jeweils an einer (nicht dargestellten) Kurbelwelle angelenkt ist.

Jede Brennkammer 12 weist ein einzelnes Auslasstellerventil 14 und zwei Einlasstellerventile 16 auf. Die Auslasstellerventile 14 werden jeweils von einer phasenverstellbaren Nockenwelle 17 betätigt (vgl. 6 und 7). Die Nockenwelle 17 weist hierzu eine Reihe von Nocken 18 auf, von denen lediglich einer dargestellt ist. Jeder Nocken 18 tritt mit einem Kipphebel 20 in Berührung. Der Kipphebel 20, der einem Auslassventil 14 eines deaktivierbaren Verbrennungsraums zugeordnet ist, ist an einem Angelpunkt 23 einseitig schwenkbar gelagert. Der Angelpunkt 23 wird durch ein Stirnende eines hydraulischen Ventilaushebers 22 gebildet. Das gegenseitige Ende des Kipphebels 20 drückt das obere Ende des Auslassventils 14 in Abwärtsrichtung, wodurch das Auslassventil 14 geöffnet wird, wenn sich der Nocken 18 in der dargestellten Stellung befindet. Wenn der Nocken 18 aus der in den 6 und 7 dargestellten, radial maximal nach unten hervorstehenden Stellung in eine (nicht dargestellte) seitliche Stellung rotiert wird, schließt sich das Auslassventil 14 in üblicher Weise durch Wirkung einer Feder 26. Zur Deaktivierung des Auslassventils 14 wird ein unterhalb des Kolbens 25 befindliches Fluid abgelassen. Dadurch wird das Auslassventil 14 durch Wirkung der vertikal nach oben vorgespannten Feder 26 in die Schließstellung bewegt.

Gemäß den 2A, 4 und 5 gibt eine (nicht dargestellte) Motorsteuerung unter entsprechenden Niedriglastbedingungen ein Signal zur Deaktivierung des Zylinders 12. Bei jedem deaktivierten Zylinder wird der Ventilausheber 22 derart angesteuert, dass der Angelpunkt 23 nach unten bewegt und so das jeweilige Auslassventil 14 deaktiviert wird.

Insbesondere aus den 2A und 5A bis 5H ist ersichtlich, dass die Einlassventile 16 von einem phasenverzögerbaren Nocken angesteuert werden. Üblicherweise kann sich der Nocken auf derselben Nockenwelle 17 befinden, über die auch das Auslassventil 14 angesteuert wird. Die Nockenwelle 17 und die zugehörigen Nocken werden durch eine Ventilsteuerung mit verdrehbarer Nockenwelle (cam phaser) verzögert, z.B. mittels einer Schrägverzahnung (helical spline cam phaser), wie sie bei den 2.0 L Escort Motoren der Ford Motor Company vorgesehen ist. Die Verzögerung beträgt zwischen 60 und 70 Grad, vorzugsweise 65 Grad, und ist bezüglich der unteren Totpunktstellung (BDC) 45 des Kolbens symmetrisch (vgl. 2). Wie in 5A dargestellt, ist das Auslassventil 14 in seiner geschlossenen Stellung deaktiviert. Der Ansaughub des Kolbens 15 beginnt. Bei Normalbetrieb würde das Einlassventil 16 im allerletzten Stadium des Auslasshubs des Kolbens 15 geöffnet. Gemäß der Darstellung in 5B hat sich der Kolben 15 nach unten bewegt. Gemäß 5B bleibt das Einlassventil 16 während des anfänglichen Einlasshubs immer noch geschlossen. Der Beginn der Ventilöffnung (initial valve opening, IVO) 41 des Ventils 16 liegt gemäß 5C sowie gemäß 2 etwa 60 bis 70, vorzugsweise 65 Grad hinter dem IVO im Normalbetrieb 43, der bei 10 bis 15 Grad vor dem oberen Totpunkt (TDC) des Kolbens 15 liegt. Gemäß 4 findet der IVO bei einem Kurbelwellenwinkel von etwa 55 Grad nach dem oberen Totpunkt bei Punkt 41 statt. In der unteren Totpunktstellung des Kolbens 14, dargestellt in den 2 und 5D, ist das Einlassventil 16 immer noch geöffnet. Bei der Stellung des Kolbens 15 gemäß 5E während des Verdichtungshubs bleibt das Ventil 16 immer noch geöffnet und schließt erst bei der in 5E gestrichelt eingezeichneten Stellung bei etwa 55 Grad Kurbelwellenwinkel vor dem oberen Totpunkt. Bei dem in 5E gestrichelt dargestellten und in 4 bei 47 dargestellten Beginn des ventilschließvorganges (initial valve closing, IVC), wird das Ventil 16 geschlossen. Wie in 4 dargestellt, wird das eingeschlossene Gas während des verbleibenden Kompressionshubs verdichtet, bis der Kolben 15 die obere Totpunktstellung gemäß 5F erreicht hat. Im Anschluß an den oberen Totpunkt bewegt sich der Zylinder 15 nach unten. Wie in 5G dargestellt ist, bleiben während des Kompressionshubs sowohl das Einlassventil 16 als auch das Auslassventil 14 geschlossen, wobei das im Zylinder verbleibende Gas expandiert. Wie in 5H dargestellt, wird während des Kompressionshubs die eingeschlossene Luft komprimiert, die als Feder wirkt. Die eingeschlossene Luft wird dann während des Auslasshubs erneut komprimiert. Die mit der vorliegenden Erfindung erzielte Verbesserung ist aus dem Diagramm gemäß 4 im Vergleich zu dem Druck/Volumendiagramm gemäß 3 ersichtlich. Bedingt durch die Verzögerung des Einlassventils 14, wird das in den Zylinder 12 gepumpte Luftvolumen verringert.

In 2B ist eine alternative Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Die Motoranordnung gemäß 2B ist weitgehend identisch zu der vorstehend beschriebenen, jedoch mit folgenden Abweichungen: Bei der alternativen Ausführungsform gemäß 2B sind der IVO 41A und die IVC 47A symmetrisch bezüglich der oberen Totpunktstellung (TDC) des Kolbens. wie bereits vorstehend beschrieben, ist das Auslasstellerventil 14 dabei deaktiviert. Die Motoranordnung bzw. das Verfahren gemäß 2B erfordert einen größeren Freiraum zwischen der oberen Totpunktstellung des Kolbens 15 und dem oberen Teil der Brennkammer 12, da das Einlassventil 15 geöffnet ist, wenn sich der Kolben in seiner oberen Totpunktstellung befindet. Dementsprechend ist für die meisten Anwendungsfälle die Ausführungsform gemäß 2A zu bevorzugen.


Anspruch[de]
  1. Viertakt-Brennkraftmaschinenanordnung mit:

    wenigstens einer ersten Brennkammer mit einem sich in dieser hin- und herbewegenden Kolben, die nockenbetriebene Einlass- und Auslasstellerventile aufweist; und

    wenigstens einer zweiten Brennkammer mit einem sich in dieser hin- und herbewegenden Kolben (15), der eine obere (TDC) und eine untere (BDC) Totpunktstellung durchläuft, wobei die Brennkammer wenigstens ein nockenbetätigtes Auslasstellerventil (14) aufweist, welches selektiv in der geschlossenen Stellung deaktiviert werden kann, um die zweite Brennkammer zu deaktivieren, und

    wobei die zweite Brennkammer wenigstens ein Einlasstellerventil (16) aufweist, das von einem phasenverstellbaren Nocken (18) betätigt wird, um während der Zylinderdeaktivierung selektiv die Öffnungs- und Schließvorgänge des Einlassventils (16) im Wesentlichen symmetrisch zu der oberen Totpunktstellung (TDC) anzusteuern.
  2. Viertakt-Brennkraftmaschinenanordnung mit:

    wenigstens einer ersten Brennkammer mit einem sich in dieser hin- und herbewegenden Kolben, die nockenbetriebene Einlass- und Auslasstellerventile aufweist; und

    wenigstens einer zweiten Brennkammer mit einem sich in dieser hin- und herbewegenden Kolben (15), der eine obere (TDC) und eine untere (BDC) Totpunktstellung durchläuft, wobei die Brennkammer wenigstens ein nockenbetätigtes Auslasstellerventil (14) aufweist, welches selektiv in der geschlossenen Stellung deaktiviert werden kann, um die zweite Brennkammer zu deaktivieren, und wobei die zweite Brennkammer wenigstens ein Einlasstellerventil (16) aufweist, das von einem phasenverstellbaren Nocken (18) betätigt wird, um während der Zylinderdeaktivierung selektiv die Öffnungs- und Schließvorgänge des Einlassventils (16) im Wesentlichen symmetrisch zu der unteren Totpunktstellung (BDC) anzusteuern, wobei der Öffnungsvorgang des Einlassventils (16) in einem Bereich von 45° bis 60° nach der oberen Totpunktstellung (TDC) erfolgt.
  3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungsvorgang des Einlassventils (16) bei ca. 55° nach der oberen Totpunktstellung (TDC) erfolgt.
  4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das genannte Einlassventil (16) während der Zylinderdeaktivierung um ca. 60° bis 70° gegenüber seinem Normalbetrieb verzögert ist.
  5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das genannte Einlassventil (16) während der Zylinderdeaktivierung um ca. 65° gegenüber seinem Normalbetrieb verzögert ist.
  6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Brennkammer in einer ersten Reihe und die zweite Brennkammer in einer zweiten Reihe der Brennkraftmaschine angeordnet ist, und dass die Brennkraftmaschine eine Reihe-zu-Reihe-Zündung aufweist.
  7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Brennkammer ein einziges Auslasstellerventil (14) sowie mehrere Einlasstellerventile (16) aufweist, wobei die Einlasstellerventile von einer gemeinsamen Nockenwelle betätigt werden.
  8. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine gemeinsame Nockenwelle (17) zum Antrieb der Nocken (18) für die Einlass- und die Auslassventile (14, 16) der zweiten Brennkammer vorgesehen ist.
  9. Verfahren zum Betrieb einer Viertakt-Brennkraftmaschine mit einer Mehrzahl von Brennkammern mit sich in diesen hin- und herbewegenden Kolben (15) und mit nockengetriebenen Einlass- und Auslassventilen (16, 14), wobei die Kolben eine obere (TDC) und eine untere (BDC) Totpunktstellung durchlaufen, wobei das Verfahren eine selektive Deaktivierung wenigstens einer der Brennkammern beinhaltet mittels

    einer Deaktivierung des nockenbetriebenen Auslasstellerventils (14) der deaktivierten Brennkammer und

    einer Phasenverstellung des Nockens (18), der das wenigstens eine Einlasstellerventil (16) der deaktivierten Brennkammer betätigt, so dass der Öffnungs- und Schließvorgang im Wesentlichen symmetrisch bezüglich der oberen Totpunktstellung (TDC) des Kolbens erfolgt.
  10. Verfahren zum Betrieb einer Viertakt-Brennkraftmaschine mit einer Mehrzahl von Brennkammern mit sich in diesen hin- und herbewegenden Kolben (15) und mit nockengetriebenen Einlass- und Auslassventilen (16, 14), wobei die Kolben eine obere (TDC) und eine untere (BDC) Totpunktstellung durchlaufen, wobei das Verfahren eine selektive Deaktivierung wenigstens einer der Brennkammern beinhaltet mittels

    einer Deaktivierung des nockenbetriebenen Auslasstellerventils (14) der deaktivierten Brennkammer und

    einer Phasenverstellung des Nockens (18), der das wenigstens eine Einlasstellerventil (16) der deaktivierten Brennkammer betätigt, so dass der Öffnungs- und Schließvorgang im Wesentlichen symmetrisch bezüglich der unteren Totpunktstellung (BDC) des Kolbens erfolgt,

    wobei der Öffnungsvorgang des Einlassventils (16) in einem Bereich von 45° bis 60° nach der oberen Totpunktstellung (TDC) erfolgt.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das genannte Einlassventil (16) während der Deaktivierung der Brennkammer um ca. 60° bis 70° gegenüber seinem Normalbetrieb verzögert ist.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das genannte Einlassventil (16) während der Deaktivierung um ca. 65° gegenüber seinem Normalbetrieb verzögert ist.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass sich die wenigstens eine deaktivierte Brennkammer in einer zweiten Brennkammerreihe befindet, und dass sich die nicht deaktivierten Brennkammern in einer ersten Brennkammerreihe befinden, wobei die Brennkraftmaschine eine Reihe-zu-Reihe-Zündung aufweist.
  14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die deaktivierbare Brennkammer ein Auslasstellerventil (14) sowie mehrere Einlasstellerventile (16) aufweist, wobei die Einlasstellerventile (16) von einer gemeinsamen Nockenwelle betätigt werden.
  15. Viertakt-Brennkraftmaschinenanordnung mit:

    einer ersten Reihe mit einer Mehrzahl von Brennkammern mit sich in diesen hin- und herbewegenden Kolben (15), wobei die erste Brennkammerreihe nockenbetätigte Einlass- und Auslasstellerventile aufweist und geneigt ausgebildet ist; und

    einer zweiten Reihe mit einer Mehrzahl von Brennkammern, wobei jede Kammer ein einzelnes Auslassventil (14) sowie mehrere Einlassventile (16) aufweist, und die Kolben in den zweiten Brennkammern eine obere (TDC) und eine untere (BDC) Totpunktstellung aufweisen, wobei alle Brennkammern der zweiten Reihe jeweils ein selektiv in der geschlossenen Stellung deaktivierbares Auslassventil (14) aufweisen, und wobei die zweiten Brennkammern phasenverstellbare, nockenbetriebene Einlasstellerventile (16) zur Verzögerung des Öffnungs- und Schließvorganges der Einlassventile in einer im Wesentlichen bezüglich der unteren Totpunktstellung (BDC) der sich hin- und herbewegenden Kolben (15) symmetrischen Weise während der Deaktivierung der zweiten Brennkammern aufweisen, wobei der Öffnungsvorgang des Einlassventils (16) in einem Bereich von 45° bis 60° nach der oberen Totpunktstellung (TDC) erfolgt.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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