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Dokumentenidentifikation DE102004005626A1 12.01.2006
Titel Verfahren zur Reinigung von Faulgas und Anordnung zur Reinigung und Verbrennung von Faulgas
Anmelder Doczyck, Wolfgang, Dipl.-Ing., 46047 Oberhausen, DE
Erfinder Doczyck, Wolfgang, Dipl.-Ing., 46047 Oberhausen, DE
Vertreter Patentanwälte Gesthuysen, von Rohr & Eggert, 45128 Essen
DE-Anmeldedatum 04.02.2004
DE-Aktenzeichen 102004005626
Offenlegungstag 12.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse B01D 53/04(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B01D 53/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B01D 53/75(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B01D 53/46(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Es werden ein Verfahren zur Reinigung von Faulgas und eine Anordnung zur Reinigung und Verbrennung von Faulgas vorgeschlagen. Eine effiziente Reinigung und Abscheidung von Siloxanen bei geringer Menge an Adsorbens, insbesondere Aktivkohle, wird dadurch ermöglicht, daß ein Teilstrom des Faulgases durch Filter geleitet und danach mit einem Reststrom des nicht gefilterten Faulgases wieder gemischt und unmittelbar einem Gasmotor zugeführt wird. Weiter ist vorgesehen, daß adsorbierte Verunreinigungen von der Aktivkohle eines Vorfilters durch Unterdruck zumindest teilweise wieder desorbiert werden.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Faulgas gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 5 sowie eine Anordnung zur Reinigung und Verbrennung von Faulgas gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 10.

Faulgase im Sinne der vorliegenden Erfindung entstehen beispielsweise in Kläranlagen, Biogasanlagen und Deponien durch anaerobe Umsetzung organischer Abfallstoffe. Sie enthalten neben Methan, Stickstoff und Kohlendioxid als Hauptbestandteile meist auch nennenswerte Anteile an halogenierten und nicht halogenierten Kohlenwasserstoffverbindungen sowie verschiedene Siliziumverbindungen unterschiedlicher Kettenlängen, insbesondere höher- und niedermolekulare Siloxane. Faulgase aus Kläranlagen enthalten hierbei überwiegend höhermolekulare, unpolare Siliziumverbindungen, während Deponiegas auch niedermolekulare Abbauprodukte, unter anderem Dimethylsilandiol und Tremethylsilanol, aufweist, die eher apolaren Charakter besitzen. Faulgase sind außerdem üblicherweise mit Wasserdampf gesättigt.

Seit langem wird Faulgas zum Betrieb von Gasmotoren, insbesondere in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, eingesetzt. Diese Nutzung von Faulgas bereitet jedoch mit dem in den letzen Jahren zunehmenden Anteil an Siloxanen im Faulgas Probleme, da diese Siliziumverbindungen starken Verschleiß, hohen Aufwand sowie Schäden an den Gasmotoren verursachen. Die Siloxane führen im Verbrennungsprozeß zur Bildung von mineralischen Siliziumverbindungen. Diese können als Stäube im Zylinderraum sowie im Schmieröl wie ein Schleifmittel wirken und sich im Verbrennungsraum als glasartige Schichten anlagern, die gelegentlich abplatzen und große Schäden im Motor verursachen können. Die Reinigung von Faulgas zur Entfernung von Siliziumverbindungen, insbesondere Siloxanen, spielt daher für die Nutzung von Faulgas eine wesentliche Rolle.

Aus der DE 101 58 804 C1, die den Ausgangspunkt der vorliegenden Erfindung bildet, ist es bekannt, höhermolekulare Siliziumverbindungen katalytisch in niedermolekulare Siliziumverbindungen umzuwandeln und das Faulgas einer Gaswäsche zu unterziehen. Anschließend wird das Faulgas in einem Wärmetauscher erwärmt, um die relative Feuchte zu vermindern, und dann einem ggf. mehrstufigen Aktivkohlefilter zugeführt.

In der Praxis hat sich gezeigt, daß die Menge an erforderlicher Aktivkohle zur Abscheidung bzw. Adsorption von Verunreinigungen aus dem Faulgas oftmals beträchtlich ist. Dementsprechend sind mit der Bereitstellung der Aktivkohle, dem Austausch der Aktivkohle und der Entsorgung der beladenen Aktivkohle verhältnismäßig hohe Kosten verbunden.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Reinigung von Faulgas und eine Anordnung zur Reinigung und Verbrennung von Faulgas anzugeben, wobei eine besonders wirtschaftliche Reinigung, insbesondere eine Minimierung der erforderlichen bzw. auszutauschenden Menge an Adsorbentien, wie Aktivkohle, auf einfache Weise ermöglicht wird.

Die obige Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 5 oder eine Anordnung gemäß Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Eine grundlegende Idee der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß insbesondere bedarfsweise nur ein Teilstrom des Faulgases durch Filter mit einem Adsorbens, wie Aktivkohle, geleitet und anschließend mit dem Reststrom des Faulgases wieder zu einem Mischstrom gemischt wird, um den Verunreinigungsgrad des Mischstroms in ausreichender Weise reduzieren zu können, insbesondere um Grenzwerte für Verunreinigungen, insbesondere von Siliziumverbindungen, wie Siloxanen, für einen nachgeordneten Gasmotor einhalten zu können. Dies ermöglicht je nach Verunreinigungsgrad des ungereinigten Faulgases bzw. der eingesetzten Reinigungsstufen eine deutliche Verringerung der Menge an zu adsorbierenden Verunreinigungen und damit der erforderlichen bzw. auszutauschenden Menge an Adsorbentien. So werden eine verlängerte Standzeit der Adsorbentien, insbesondere der Aktivkohle, ein weniger häufiger Wechsel der Adsorbentien und eine geringere Menge an auszutauschenden und zu entsorgenden Adsorbentien mit dementsprechend geringeren Kosten ermöglicht.

Vorzugsweise wird das Verhältnis von Teilstrom zu Reststrom in Abhängigkeit vom Grad der Verunreinigung, insbesondere mit Siloxanen bzw. sonstigen Siliziumverbindungen, eingestellt bzw. variiert.

Besonders bevorzugt verläuft fortlaufend eine Messung von relevanten Verunreinigungen, wie Siliziumverbindungen, insbesondere Siloxanen, im Mischstrom, um einen entsprechenden Grenzwert für Verunreinigungen einhalten und dadurch einen nachgeordneten Gasmotor störungsfrei betreiben zu können, wobei gleichzeitig eine Reinigung nur insoweit wie erforderlich erfolgen kann.

Eine weitere, ggf. auch unabhängig realisierbare Idee der vorliegenden Erfindung liegt darin, adsorbierte Verunreinigungen mittels Unterdruck vom Adsorbens eines Filters, insbesondere eines Vorfilters, zumindest teilweise zu desorbieren. Insbesondere ist dem durch Unterdruck desorbierbaren Vorfilter ein Hauptfilter nachgeordnet. So kann wiederum eine wesentlich kostengünstigere Reinigung von Faulgas erreicht werden, da die Menge an erforderlichem bzw. auszutauschendem Adsorbens verringert werden kann.

Durch Adsorption lassen sind prinzipiell Siloxane aus dem Faulgas entfernen. Jedoch wird in der Praxis nur ein Bruchteil der theoretisch erzielbaren Beladungskapazität der Adsorbentien erreicht. Ursache hierfür sind die weiteren konkurrierenden Gasbestandteile des Faulgases, wie Wasserdampf und Kohlenwasserstoffe, die die Adsorbierbarkeit der Siloxane in den Adsorbentien drastisch einschränken. Bei voller Beladung des Vorfilters haben die konkurrierenden Gasbestandteile die Siloxane praktisch verdrängt. Die Siloxane bzw. sonstigen siliziumhaltigen Verbindungen werden dann im nachgeordneten Hauptfilter abgeschieden.

Die konkurrierenden Gasbestandteile können nun – im Gegensatz zu Siloxanen – mit verhältnismäßig hoher Desorptionsrate durch Unterdruck wieder desorbiert werden. Dementsprechend führt die zumindest teilweise Desorption von Verunreinigungen des Vorfilters durch Unterdruck zu einer einfachen, schnellen und kostengünstigen Vorreinigung, wobei der nachgeordnete Hauptfilter zumindest weitgehend von den genannten konkurrierenden Gasbestandteilen verschont bleibt und dadurch zumindest im wesentlichen lediglich zur Adsorption von Siloxanen und sonstigen Siliziumverbindungen mit hoher Beladungskapazität benutzt werden kann. Entsprechend ist das Adsorbens bzw. die Aktivkohle des Hauptfilters seltener als beim Stand der Technik auszutauschen, wodurch sich die Kosten und Wartungsintervalle reduzieren.

Weitere Vorteile, Merkmale, Eigenschaften und Aspekte der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform anhand der Zeichnung. Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung einer vorschlagsgemäßen Anordnung zur Reinigung und Verbrennung von Faulgas.

Die vorschlagsgemäße Anordnung 1 zur Reinigung und Verbrennung von Faulgas 2 umfaßt Filter 3, 4, die beim Darstellungsbeispiel ein Adsorbens, ggf. auch unterschiedliche Adsorbentien, vorzugsweise Aktivkohle, zur Reinigung des Faulgases 2 enthalten.

Beim Darstellungsbeispiel sind zwei Filter 3 vorgesehen, die parallel geschaltet sind und Vorfilter bilden. Den Filtern 3 ist mindestens ein Filter 4 als Hauptfilter nachgeordnet. Beim Darstellungsbeispiel sind zwei Filter 4 vorgesehen, die in Reihe geschaltet sind und so verschiedene Filterstufen bilden.

Die vorschlagsgemäße Anordnung 1 weist weiter einen Gasmotor 5 auf, dem gereinigtes Faulgas 2 zur Verbrennung zuführbar ist. Bei dem Gasmotor 5 handelt es sich vorzugsweise um einen herkömmlichen bzw. angepaßten Innenverbrennungsmotor. Jedoch kann es sich hierbei in einem weiteren Sinne auch um eine Gasturbine, ein gasbetriebenes Heizkraftwerk, insbesondere ein Blockheizkraftwerk, eine sonstige Heizeinrichtung oder dgl. handeln.

Den beiden Vorfiltern 3 ist eine Unterdruckpumpe 6 zugeordnet. Durch entsprechende Umschaltventile 7 und Sperrventile 8 kann jeder Vorfilter 3 abwechselnd abgeschottet und mittels der Unterdruckpumpe 6 unter Unterdruck gesetzt werden, um adsorbierte Verunreinigungen, insbesondere Wasserdampf und Kohlenwasserstoffe, zumindest teilweise wieder von der Aktivkohle zu desorbieren, während zu reinigendes Faulgas 1 durch den jeweils anderen Vorfilter 3 geleitet wird. So wird eine kontinuierliche Vorreinigung ermöglicht.

Insbesondere bei entsprechender Abstimmung der Desorptionshäufigkeit, des Beladungsvolumens und der Abscheidungsleistung aufeinander ist es möglich, die Anordnung 1 derart zu betreiben, daß die Vorfilter 3 im wesentlichen nur mit zu Siloxanen konkurrierenden Gasbestandteilen beladen werden, die verhältnismäßig leicht bzw. effizient durch Unterdruck wieder desorbierbar sind, während die Hauptfilter 4 im wesentlichen nur mit Siloxanen und ggf. sonstigen Siliziumverbindungen beladen werden. Dies ermöglicht eine wesentlich bessere Ausnutzung der Beladungskapazität des Adsorbens bzw. der Aktivkohle mit Siliziumverbindungen in den Hauptfiltern 4 als beim Stand der Technik.

Vorzugsweise ist das Adsorbensvolumen der Hauptfilter 4 gegenüber den Vorfiltern 3 wesentlich größer, insbesondere mindestens um den Faktor 2, vorzugsweise 5 und ganz bevorzugt mindestens 10. Dies ermöglicht einen sehr effizienten Einsatz des Adsorbens bzw. der Aktivkohle, so daß bei verhältnismäßig geringen Kosten eine sehr gute Reinigungsleistung, insbesondere eine sehr effektive Abscheidung von Siloxanen und sonstigen Siliziumverbindungen, ermöglicht wird.

Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung weist die vorschlagsgemäße Anordnung 1 eine Bypassleitung 9 und ein zugeordnetes Ventil 10 oder ein sonstiges Stellglied auf, um die die Filter 3, 4 umfassende Filterstufe bzw. die adsorbierende Reinigung bedarfsweise umgehen zu können. So wird ein Teilstrom 11 des Faulgases 2 durch die genannte Filterstufe bzw. die Filter 3, 4 geleitet und ein Reststrom 12 durch die Bypassleitung 9 um die Filterstufe bzw. die Filter 3, 4 herum geleitet. Die Ströme 11, 12 werden insbesondere mit dem Ventil 10 zu einem Mischstrom 13 zusammengeführt und dann dem Gasmotor 5 als gereinigtes Faulgas zugeleitet. Der Verunreinigungsgrad des Mischstroms 13 wird also in Abhängigkeit vom Verhältnis des Teilstroms 11 zum Reststrom 12 reduziert.

Das Ventil 10 ist beim Darstellungsbeispiel als Dreiwegeventil ausgebildet und insbesondere mittels einer zugeordneten Steuereinrichtung 14 derart einstellbar, daß das Verhältnis von Teilstrom 11 zu Reststrom 12 variierbar ist, insbesondere stufenlos oder in Stufen zwischen 0 und 1.

Bedarfsweise kann durch entsprechende Auslegung der Leitungen, Drosseln und/oder des Ventils 10 auch ein festes Verhältnis von Teilstrom 11 zu Reststrom 12 von beispielsweise 0,5 eingestellt bzw. festgelegt sein.

Zusätzlich oder alternativ zum angedeuteten Ventil 10 sind jedoch auch sonstige konstruktive Lösungen möglich. Insbesondere können ggf. einstellbare Druckminderer, Drosseln, Volumenstrommesser oder dgl. zur Steuerung bzw. Regelung des Verhältnisses von Teilstrom 11 zu Reststrom 12 eingesetzt werden.

Vorzugsweise wird der Verunreinigungsgrad, insbesondere der Anteil an Siloxanen und/oder sonstigen Siliziumverbindungen, im zu reinigenden Faulgas 2, im Teilstrom 11, im Reststrom 12 und/oder ganz besonders bevorzugt im Mischstrom 13 gemessen. Insbesondere weist die Anordnung 1 hierzu eine entsprechende Meßeinrichtung 15 auf. Vorzugsweise erfolgt eine fortlaufende Messung bzw. Überwachung des Verunreinigungsgrads, insbesondere in der Zuleitung zum Gasmotor 5, wie dargestellt.

Gemäß einer besonders bevorzugten Variante ist die Meßeinrichtung 15 an die Steuereinrichtung 14 angeschlossen, so daß eine automatisierte Steuerung bzw. Regelung des Verhältnisses von Teilstrom 11 zu Reststrom 12 bzw. ein Öffnen bzw. Abschalten der Bypassleitung 9 erfolgen kann, beispielsweise in Abhängigkeit von Meßwerten und/oder bei Erreichen eines Grenzwerts.

Zusätzlich kann die Meßeinrichtung 15 zur Steuerung und/oder Anzeige eines Wechsels der Adsorbentien der Filter 3 bzw. 4 genutzt werden.

Beim Darstellungsbeispiel weist die vorschlagsgemäße Anordnung 1 zusätzlich eine Gaswäsche 16 auf. Die Gaswäsche 16 arbeitet vorzugsweise mit einem polaren Lösungsmittel, insbesondere Wasser. Ganz besonders bevorzugt ist Deponiesickerwasser 17 einsetzbar, das ohnehin bereits schadstoffbelastet ist und einer Nachbehandlung bedarf.

Weiter weist die Anordnung 1 eine der Gaswäsche 16 nachgeordnete Einrichtung zur Verringerung der relativen Feuchte des Faulgases 2, insbesondere einen Wärmetauscher 18, auf.

Das gewaschene und anschließend in seiner relativen Feuchte verminderte Faulgas 2 wird dann der genannten adsorbierenden Reinigung bzw. der Bypassleitung 9 zur direkten Weiterleitung an den Gasmotor 5 zugeführt.

Mit der vorschlagsgemäßen Anordnung 1 kann beispielsweise ausgehend von Faulgas 2 mit einem Gehalt an Siloxanen von 30 mg/m3 durch die Gaswäsche 16 zunächst eine Verringerung des Siloxangehalts auf etwa 15 mg/m3 erreicht werden. Wenn anschließend die Hälfte dieses Gasstroms als Teilstrom 11 durch die Filter 3, 4 geleitet wird, erfolgt aufgrund der quasi vollständigen Abscheidung der Siloxane im Teilstrom 11 eine weitere Halbierung des Siloxangehalts im Mischstrom 13 auf etwa 7,5 mg/m3. Damit kann der übliche Grenzwert von 10 mg/m3 an Siloxanen bzw. Siliziumverbindungen, die dem Gasmotor 5 zuführbar sind, ausreichend und mit einem vertretbaren gegenüber dem Stand der Technik wesentlich verringerten Aufwand an Adsorbens bzw. Aktivkohle unterschritten werden.

Die vorschlagsgemäße Anordnung 1 und das vorschlagsgemäße Verfahren gestatten also eine an den jeweiligen Einzelfall angepaßte optimale Reinigung im Hinblick auf die Einhaltung eines Grenzwerts für die Verunreinigung mit Siliziumverbindungen, insbesondere Siloxanen, für den Gasmotor 5, wobei eine optimale Ausnutzung der Beladungskapazität des Adsorbens, insbesondere der Aktivkohle, mit Siliziumverbindungen bzw. eine Minimierung der erforderlichen Menge an Adsorbens, insbesondere Aktivkohle, bezogen auf den Gesamtstrom an Faulgas 2 ermöglicht wird bzw. werden.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Reinigung von Faulgas (2) mittels mindestens eines Filters (3, 4), insbesondere mit einem Adsorbens, vorzugsweise Aktivkohle, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teilstrom (11) des Faulgases (2) durch den bzw. die Filter (3, 4) geleitet und danach mit dem Reststrom (12) des nicht durch den bzw. die Filter (3, 4) geleiteten Faulgases (2) wieder zu einem Mischstrom (13) gemischt wird, um den Verunreinigungsgrad des Mischstroms (13) in Abhängigkeit vom Verhältnis von Teilstrom (11) zu Reststrom (12) zu reduzieren.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Grad der Verunreinigung des ungereinigten Faulgases (2), des Teilstroms (11), des Reststroms (12) und/oder des Mischstroms (13), insbesondere mit Siliziumverbindungen, vorzugsweise fortlaufend gemessen wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Teilstrom (11) zu Reststrom (12) fest eingestellt oder vorzugsweise in Abhängigkeit vom Grad der Verunreinigung, vorzugsweise des Mischstroms (13), insbesondere mit Siliziumverbindungen, variiert wird.
  4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Teilstrom (11) zu Reststrom (12) zwischen 0 und 1 stufenlos oder in Stufen variierbar ist.
  5. Verfahren zur Reinigung von Faulgas (2) mittels eines Vorfilters (3) mit einem Adsorbens, vorzugsweise Aktivkohle, und eines nachgeschalteten Hauptfilters (4), insbesondere nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß adsorbierte Verunreinigungen mittels Unterdruck vom Adsorbens zumindest teilweise desorbiert werden.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Vorfilter (3) abwechselnd, vorzugsweise mittels der selben Unterdruckpumpe (6), unter Unterdruck gesetzt werden, während das Faulgas (2) durch den jeweils anderen Vorfilter (3) geleitet wird.
  7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Faulgas (2) vor der adsorbierenden Reinigung einer Gaswäsche (16), insbesondere mit einem polaren Lösungsmittel, vorzugsweise Wasser, ganz bevorzugt Deponiesickerwasser (18), unterzogen wird.
  8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zumindest die relative Feuchte des Faulgases (2) vor der adsorbierenden Reinigung und insbesondere nach einer Gaswäsche (16) reduziert wird, vorzugsweise durch Erwärmen, insbesondere mittels eines Wärmetauschers (18).
  9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Mischstrom (13) einen verringerten Grad an Verunreinigungen mit Siliziumverbindungen aufweist und einem Gasmotor (5) zur Verbrennung zugeführt wird.
  10. Anordnung (1) zur Reinigung und Verbrennung von Faulgas (2), wobei die Anordnung (1) mindestens einen Filter (3, 4) mit einem Adsorbens, vorzugsweise Aktivkohle, und einen nachgeordneten Gasmotor (5) zur Verbrennung des gereinigten Faulgases (1) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung (1) eine Unterdruckpumpe (6) zur zumindest teilweisen Desorption von Verunreinigungen vom Adsorbens mindestens eines Filters (3) und/oder eine Bypassleitung (9) und ein zugeordnetes Ventil (10) aufweist, so daß ein Teilstrom (11) des Faulgases (2) durch den bzw. die Filter (3, 4) leitbar und danach mit dem Reststrom (12) des nicht durch den bzw. die Filter (3, 4) geleiteten Faulgases (2) wieder zu einem Mischstrom (13) mischbar ist, um den Verunreinigungsgrad des Mischstroms (13) in Abhängigkeit vom Verhältnis von Teilstrom (11) zu Reststrom (12) zu reduzieren.
  11. Anordnung nach Anspruch 10, daß die Anordnung eine Meßeinrichtung (15) aufweist, um den der Grad der Verunreinigung des ungereinigten Faulgases (2), des Teilstroms (11), des Reststroms (12) und/oder des Mischstroms (13), insbesondere mit Siliziumverbindungen, vorzugsweise fortlaufend zu messen.
  12. Anordnung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Teilstrom (11) zu Reststrom (12) fest eingestellt oder vorzugsweise in Abhängigkeit vom Grad der Verunreinigung, vorzugsweise des Mischstroms (13), insbesondere mit Siliziumverbindungen, variierbar ist.
  13. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Teilstrom (11) zu Reststrom (12) zwischen 0 und 1 stufenlos oder in Stufen variierbar ist.
  14. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung (1) zwei Vorfilter (3) aufweist, die abwechselnd mittels der Unterdruckpumpe (6) unter Unterdruck setzbar sind, während das Faulgas (2) durch den jeweils anderen Vorfilter (3) leitbar ist.
  15. Anordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß den Vorfiltern (3) mindestens ein Hauptfilter (4) nachgeordnet ist.
  16. Anordnung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Adsorbensvolumen des Hauptfilters (4) größer als das Adsorbensvolumen jedes Vorfilters (3) ist, insbesondere mindestens um den Faktor 2, vorzugsweise 5, insbesondere 10.
  17. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung (1) eine insbesondere mit Wasser, vorzugsweise Deponiesickerwasser (17), arbeitende Gaswäsche (16) aufweist.
  18. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung (1) eine Einrichtung, insbesondere einen Wärmetauscher (18), zur Reduzierung der relativen Feuchte des Faulgases (2) vor der adsorbierenden Reinigung und insbesondere nach einer Gaswäsche (16) aufweist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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