PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004024594B3 12.01.2006
Titel Vorrichtung zum Ausbau einer Zylinder-Kolben-Einheit
Anmelder MTU Friedrichshafen GmbH, 88045 Friedrichshafen, DE
Erfinder Matthies, Jörg, Dipl.-Ing., 88718 Daisendorf, DE
DE-Anmeldedatum 18.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004024594
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse B23P 6/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
Zusammenfassung Vorgeschlagen wird eine Vorrichtung (1) zum Ausbau einer Zylinder-Kolben-Einheit (2) einer A-Seite (3) eines Kurbelgehäuses (4) einer Brennkraftmaschine in V-Anordnung mit einem Tragarm (5) zur Lastaufnahme der Zylinder-Kolben-Einheit (2) beim Ausbau und mit einer Laufkatze (6), welche am Tragarm (5) verschieblich angeordnet ist, wobei die Vorrichtung (1) an einem ersten (7) und zweiten Abstützungspunkt (8) gelagert ist. Die Erfindung sieht vor, dass die Vorrichtung (1) am Zylinderkopf (9) einer B-Seite (10) des Kurbelgehäuses (4) als zweitem Abstützungspunkt (8) gelagert ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausbau einer Zylinder-Kolben-Einheit nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Bei Wartungsarbeiten an den Laufbüchsen einer Brennkraftmaschine werden diese zusammen mit den Kolben als Einheit ausgebaut. Hierzu wird eine entsprechende Ausbau-Vorrichtung verwendet, wie diese beispielsweise aus der DE 646 136 A oder der DE 38 03 890 C1 bekannt sind. In der Praxis wird danach diese Zylinder-Kolben-Einheit durch einen Kran vollständig aus dem Kurbelgehäuse herausgezogen. Üblicherweise besteht ein derartiger Kran aus zwei parallelen Schienen und einer quer dazu angeordneten Traverse mit einer Laufkatze. Bei einer Brennkraftmaschine in Reihenzylinder-Anordnung kann die Zylinder-Kolben-Einheit in einfacher Weise in vertikaler Richtung durch den Kranen herausgezogen werden. Bei einer Brennkraftmaschine in V-Anordnung wird die Zylinder-Kolben-Einheit zuerst ein kleines Wegstück in vertikaler Richtung und danach ein kleines Wegstück in horizontaler Richtung gezogen. Problematisch hierbei ist die Möglichkeit, dass die Zylinder-Kolben-Einheit sich im Kurbelgehäuse verkantet.

Aus der DE 101 51 322 A1 ist eine Vorrichtung zum Ausbau einer Zylinder-Kolben-Einheit aus einem Kurbelgehäuse einer Brennkraftmaschine in V-Anordnung bekannt. Die Vorrichtung besteht aus einem horizontal verlaufenden Tragarm (Traverse) und einer darauf verschieblichen Laufkatze mit Rolle. Der Tragarm ist über einen ersten Abstützungspunkt an der Decke eines Maschinenraums und über einen zweiten Abstützungspunkt am Schiffsrumpf gelagert. Die Zylinder-Kolben-Einheit wird unter einem Ausbauwinkel aus dem Kurbelgehäuse herausgezogen. Der Ausbauwinkel ergibt sich aus der Addition des horizontalen Wegs der Laufkatze und eines vertikalen Wegs, welcher über die Drehung der Rolle eingestellt wird. Sowohl die Bewegung der Laufkatze als auch die Drehung der darauf angeordneten Rolle wird über Seile bewirkt. Problematisch bei dieser Vorrichtung ist der mechanische Aufwand und eine fehlende Rückstelleinrichtung für die Laufkatze beim Fahren ohne Last.

Aufgabe der Erfindung ist es eine einfachere Vorrichtung zu entwerfen, welche ein verbessertes Betriebsverhalten aufweist.

Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die Ausgestaltungen hierzu sind in den Unteransprüchen dargestellt.

Die Vorrichtung zum Ausbau einer Zylinder-Kolben-Einheit einer A-Seite eines Kurbelgehäuses einer Brennkraftmaschine in V-Anordnung umfasst einen Tragarm zur Lastaufnahme der Zylinder-Kolben-Einheit beim Ausbau und eine Laufkatze, welche am Tragarm verschieblich angeordnet ist. Die Vorrichtung ist an einem ersten und zweiten Abstützungspunkt gelagert. Gemäß der Erfindung ist die Vorrichtung am Zylinderkopf einer B-Seite des Kurbelgehäuses als zweitem Abstützungspunkt gelagert. Mit anderen Worten: Beim Ausbau der Zylinder-Kolben-Einheit stützt sich die Vorrichtung am Zylinderkopf der gegenüberliegenden Seite ab. Hierzu umfasst die Vorrichtung zusätzlich ein Basislager und ein Gelenk, wobei das Basislager über das Gelenk gegenüber dem Tragarm verschwenkbar ist. Über entsprechende Sicherungselemente wird das Basislager am Zylinderkopf der B-Seite festgesetzt.

In einer Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass der Tragarm eine Öse zum Aufhängen der Vorrichtung an einer Decke als erstem Abstützungspunkt aufweist. Alternativ hierzu besitzt der Tragarm ein u-förmiges Joch zum Abstützen der Vorrichtung auf der A-Seite des Kurbelgehäuses als erstem Abstützungspunkt.

Der Tragarm ist aus zwei Hohlprofilen mit Verbindungsstücken hergestellt, wobei die Laufkatze innerhalb des Tragarms angeordnet ist. Als Antrieb für die Laufkatze ist eine Spindel vorgesehen.

Durch die einfache Ausführungsform der Erfindung kann diese auch bei beengten Platzverhältnissen, z. B. auf Schiffen, verwendet werden. Über die Spindel wird der Vorteil erzielt, dass die Vorrichtung auch ohne Last, d. h. ohne angehängter Zylinder-Kolben-Einheit, verschiebbar ist. Gegenüber dem Stand der Technik ist die Vorrichtung leichter.

In den Zeichnungen sind die bevorzugten Ausführungsbeispiele der Vorrichtung dargestellt. Es zeigen:

1 die Vorrichtung in einer ersten Ausführungsform;

2 die Vorrichtung in einer zweiten Ausführungsform;

3 einen Aufriss des Tragarms.

In 1 ist die Vorrichtung 1 zum Ausbau einer Zylinder-Kolben-Einheit 2 in einer ersten Ausführungsform dargestellt.

Im Sinne der Erfindung ist unter Zylinder-Kolben-Einheit eine Einheit bestehend aus Zylinderkopf, Kolben, Pleuel und Laufbüchse zu verstehen (Power-Unit). Ein Kurbelgehäuse 4 einer Brennkraftmaschine in V-Anordnung besitzt eine A-Seite 3 und eine B-Seite 10. In der 1 ist auf der A-Seite 3 die Zylinder-Kolben-Einheit 2 in einer ersten Position POS1 und einer zweiten Position POS2 dargestellt. Die erste Position POS1 entspricht dem eingebauten Zustand. Die zweite Position POS2 entspricht dem ausgebauten Zustand. Auf der B-Seite 10 ist in 1 ebenfalls eine Zylinder-Kolben-Einheit 2 dargestellt. Die Zylinder-Kolben-Einheit der A-Seite 3 und B-Seite 10 sind unter einem Winkel gegenüber der Vertikalen angeordnet. Im Schnittpunkt befindet sich eine Kurbelwelle 20.

Die Vorrichtung 1 besteht aus einem Tragarm 5 und einem Basislager 11. Über ein Gelenk 12 ist der Tragarm 5 und das Basislager 11 gegeneinander verschwenkbar. Bei der Darstellung in der 1 ist die Vorrichtung 1 an einem ersten Abstützungspunkt 7 über eine Aufhängeöse 13 gelagert. Über die Länge der Aufhängung wird der Neigungswinkel der Vorrichtung 1 gegenüber der Horizontalen definiert. Die Vorrichtung 1 ist über einen zweiten Abstützungspunkt 8 am Zylinderkopf 9 der B-Seite 10 gelagert. Über Sicherungselemente 19, z. B. Schrauben, ist die Vorrichtung 1 am Zylinderkopf 9 festgesetzt. Beim Ausbau einer Zylinder-Kolben-Einheit 2 der B-Seite 10 stützt sich dann die Vorrichtung 1 entsprechend auf der A-Seite 3 ab. Innerhalb des Tragarms 5 ist eine Laufkatze 6 verschieblich angeordnet. Mit der Laufkatze 6 verbunden ist eine Kette 22 und eine daran befestigte Aufhängung 21.

Die Anordnung besitzt folgende Funktionalität:

Zu Beginn des Ausbaus wird die Vorrichtung 1 am ersten Abstützungspunkt 7 fixiert und der Neigungswinkel eingestellt. Danach wird die Vorrichtung 1 über das Basislager 11 und Sicherungselemente 19 am Zylinderkopf 9 festgesetzt. Die Aufhängung 21 wird an der Zylinder-Kolben-Einheit 2 in der Position POS1 befestigt. Über die Bewegung der Laufkatze 6 im Tragarm 5 wird danach die Zylinder-Kolben-Einheit 2 unter einem entsprechenden Ausbauwinkel in Richtung der Position POS2 aus dem Kurbelgehäuse 4 herausgezogen.

In 2 ist die Vorrichtung 1 in einer zweiten Ausführungsform dargestellt. Diese Ausführungsform unterschiedet sich von der Ausführungsform gemäß der 1 darin, dass hier die Vorrichtung 1 über ein u-förmiges Joch 14 auf der A-Seite 3 als erstem Abstützungspunkt 7 gelagert ist. Für die Funktionalität gilt die Beschreibung der 1.

In 3 ist der Tragarm 5 im Aufriss dargestellt. Dieser besteht aus zwei einstückigen Hohlprofilen 15 mit Verbindungsstücken 16. Innerhalb des Tragarms 5 ist die Laufkatze 6 angeordnet. Auf der Laufkatze 6 sitzt eine Umlenkrolle 18 für die Kette 22. Angetrieben wird die Laufkatze 6 über eine trapezförmige Spindel 17, welche wiederum von einem Elektromotor oder von Hand angetrieben wird.

Aus der Beschreibung ergeben sich für die Vorrichtung nach der Erfindung folgende Vorteile:

  • – diese ist leicht und besteht aus wenigen Bauelementen;
  • – ist bei beengten Platzverhältnissen, z. B. Schiffen, einsetzbar;
  • – gestattet ein problemloses Fahren ohne angehängte Last;
  • – kann auch manuell angetrieben werden.

1Ausbau-Vorrichtung 2Zylinder-Kolben-Einheit 3A-Seite 4Kurbelgehäuse 5Tragarm 6Laufkatze 7erster Abstützungspunkt 8zweiter Abstützungspunkt 9Zylinderkopf 10B-Seite 11Basislager 12Gelenk 13Aufhängeöse 14Joch 15Hohlprofil 16Verbindungsstück 17Spindel 18Umlenkrolle 19Sicherungselement 20Kurbelwelle 21Aufhängung 22Kette

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung (1) zum Ausbau einer Zylinder-Kolben-Einheit (2) einer A-Seite (3) oder einer B-Seite (10) eines Kurbelgehäuses (4) einer Brennkraftmaschine in V-Anordnung, mit einem Tragarm (5) zur Lastaufnahme der Zylinder-Kolben-Einheit (2) beim Ausbau und mit einer Laufkatze (6), welche am Tragarm (5) verschieblich angeordnet ist, wobei die Vorrichtung (1) an einem ersten Abstützungspunkt (7) und an einem zweiten Abstützungspunkt (8) gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) beim Ausbau der Zylinder-Kolben-Einheit (2) am Zylinderkopf (9) der B-Seite (10) oder der A-Seite (3) des Kurbelgehäuses (4) als zweitem Abstützungspunkt (8) gelagert ist.
  2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) zusätzlich ein Basislager (11) und ein Gelenk (12) umfasst und das Basislager (11) über das Gelenk (12) gegenüber dem Tragarm (5) verschwenkbar ist.
  3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Basislager (11) über Sicherungselemente (19) am Zylinderkopf (9) der B-Seite (10) festgesetzt ist.
  4. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragarm (5) eine Aufhängeöse (13) zum Fixieren der Vorrichtung (1) an einer Decke als erstem Abstützungspunkt (7) aufweist.
  5. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Tragarm (5) ein u-förmiges Joch (14) zum Abstützen der Vorrichtung (1) auf der A-Seite (3) des Kurbelgehäuses (4) als erstem Abstützungspunkt (7) aufweist.
  6. Vorrichtung (1) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragarm (5) aus zwei Hohlprofilen (15) mit Verbindungsstücken (16) besteht.
  7. Vorrichtung (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufkatze (6) innerhalb des Tragarms (5) zwischen den Hohlprofilen (15) angeordnet ist.
  8. Vorrichtung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des Tragarms (5) eine Spindel (17) zum Antrieb der Laufkatze (6) angeordnet ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com