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Dokumentenidentifikation DE102004024979B3 12.01.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Reinigen einer beim Widerstandspunktschweißen eingesetzten Elektrode oder Kappe sowie Vorrichtung zum Widerstandspunktschweißen
Anmelder Alexander Binzel Schweisstechnik GmbH & Co. KG, 35418 Buseck, DE
Erfinder Faber, Jörg, 35582 Wetzlar, DE;
Schubert, Emil, Dr., 35469 Allendorf, DE
Vertreter Dr. Müller + Partner Patentanwälte, 65597 Hünfelden
DE-Anmeldedatum 21.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004024979
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse B23K 11/30(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B23K 11/10(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen einer beim Widerstandspunktschweißen eingesetzten Elektrode (1), insbesondere einer auf die Elektrode aufsteckbaren Kappe (2). Es ist vorgesehen, dass die Elektrode (1) und/oder die Kappe (2) mit einem kalten Medium beaufschlagt wird, wobei die Temperaturdifferenz zwischen dem kalten Medium und zu reinigenden Funktionsteilen größer als 80 Kelvin ist und die Temperatur der Funktionsteile über Raumtemperatur liegt.
Die Erfindung betrifft ferner eine Elektrode (1) zum Widerstandspunktschweißen sowie eine Kappe (2) zum Aufstecken auf die Elektrode (1). Es ist vorgesehen, dass die Elektrode (1) und/oder die Kappe (2) eine Zuführeinrichtung zum Zuführen des kalten Mediums aufweist (Figur 2).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen einer beim Widerstandspunktschweißen eingesetzten Elektrode, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1, eine Elektrode zum Widerstandspunktschweißen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 8, eine Kappe zum Aufstecken auf eine Elektrode gemäß Oberbegriff des Anspruchs 9 sowie eine Vorrichtung zum Widerstandspunktschweißen gemäß Anspruch 12.

Derartige, beim Widerstandspunktschweißen eingesetzte Elektroden bzw. Elektrodenkappen sind beispielsweise aus der US 5 387 774 A bekannt.

Beim Schweißvorgang entstehen Schweißspritzer, welche sich in und an Funktionsteilen des Schweißgerätes, die sich bspw. an der Elektrode eines Widerstandspunktschweißgerätes oder an der Gasdüse eines Lichtbogenschweißgerätes absetzen und von Zeit zu Zeit entfernt werden müssen.

Hierfür sind sowohl mechanische als auch berührungslose Verfahren bekannt.

Bei der mechanischen Reinigung wird üblicherweise ein rotierendes Werkzeug, wie beispielsweise ein Kappenfräser eingesetzt, der an die Kontur der Elektrode oder Kappe angepasst ist. Nachteil der mechanischen Bearbeitung ist, dass die zu reinigenden Oberflächen durch das angreifende Werkzeug, wie Fräser, Messer oder Bürsten, beschädigt und aufgeraut werden können, was in der Folge zu einer noch schnelleren und stärkeren Verunreinigung führen kann. Darüber hinaus müssen die Werkzeuge der jeweiligen Geometrie der Elektrode angepasst werden, was mit entsprechendem Aufwand verbunden ist.

Aus der DE 42 18 836 A1 ist es grundsätzlich bekannt, zum Entfernen von Verunreinigungen auf Oberflächen eine Kältebehandlung durch Beaufschlagung mit einem Kryostrahl vorzunehmen, beispielsweise mit Stickstoff und/oder Trockeneis. Aufgrund der Kälteeinwirkung kommt es zu einer Versprödung und nachfolgend zu einem Abplatzen der auf den Oberflächen befindlichen Verunreinigungen.

Aus der WO 02 49794 A1 ist ein berührungsloses Verfahren, allerdings zur Reinigung von Lichtbogenschweiß- oder Schneidbrennern, bekannt, wobei ein kaltes Strahlmittelgemisch aus CO2-Pellets und Druckluft eingesetzt wird. Problematisch hierbei, wie im übrigen auch bei den mechanischen Reinigungsverfahren, ist, dass insbesondere bei automatisch arbeitenden Anlagen, wie beispielsweise bei Roboterbrennern, diese gesondert zu den Reinigungsstationen verfahren werden müssen. Diese Positionsänderung des Brenners zum Reinigen führen zu einer entsprechenden Unterbrechung des Arbeitsablaufes.

Schließlich ist es aus der EP 0 074 106 A1 bekannt, einen Roboterbrenner über seinen Gasanschluss am Brennerkörper mit Druckluft zu beaufschlagen, um dadurch die Gasdüse von innen aus mit Luft auszublasen. Nachteilig bei diesem bekannten Verfahren ist die geringe Reinigungswirkung.

Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, speziell für das Widerstandspunktschweißen ein Verfahren zum Reinigen einer Elektrode, insbesondere einer auf die Elektrode aufsteckbaren Kappe anzugeben, dass eine effektive Reinigung ohne größere Unterbrechung des Arbeitsablaufes des Schweißgerätes ermöglicht. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, eine Kappe zum Aufstecken auf die Elektrode beim Widerstandspunktschweißen anzugeben, mittels denen das Verfahren durchgeführt werden kann.

Zur Lösung der Aufgabe wird ein Verfahren vorgeschlagen, das die in Anspruch 1 genannten Merkmale aufweist. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die Elektrode und/oder die Kappe mit einem kalten Medium beaufschlagt wird, das ohne direkten Kontakt mit der zu reinigenden Oberfläche im Inneren der Elektrode von der Stromzuführungsseite bis zur Elektrode und/oder seitlich dazu zugeführt wird, wobei die Temperaturdifferenz zwischen dem kalten Medium und den zu reinigenden Funktionsteilen größer als 80 Kelvin ist und die Temperatur der Funktionsteile über Raumtemperatur liegt.

Durch das Beaufschlagen der zu reinigenden Funktionsteile mit dem kalten Medium wird ein schnelles Abkühlen (ein sogenanntes Schockgefrieren) bewirkt. Aufgrund der Unterschiede in den Materialeigenschaften zwischen den Funktionsteilen einerseits, wie der Elektrode und der gegebenenfalls vorhandenen Kappe, und den Verunreinigungen andererseits, wie bspw. den Schweißspritzern, kommt es zu unterschiedlich ausgeprägten Schrumpfvorgängen der Funktionsteile gegenüber den Verunreinigungen, so dass es schließlich zum Ablösen der auf den Oberflächen haftenden Verunreinigungen kommt. Die so gelösten Verunreinigungen lassen sich dann in einfacher Weise durch ein Anblasen mit Druckluft entfernen oder fallen einfach von der Elektrode oder der Kappe ab. Da die zu reinigende Elektrode beziehungsweise die auf dieser aufsitzenden Kappe nicht zu einer gesonderten Station gefahren werden muss, ist durch das erfindungsgemäße Verfahren die Reinigungszeit insgesamt wesentlich verkürzt. Ferner braucht eine eigenständige Reinigungseinrichtung nicht vorgehalten zu werden. Auch hat sich überraschender Weise gezeigt, dass es durch das Zuführen von kaltem Medium durch die Elektrode beziehungsweise durch die Kappe nicht zu den gefürchteten Versprödungen dieser Bauteile, wie auch weitere gegebenenfalls beaufschlagter Kunststoffteile oder elektronische Bauteile, kommt.

Für die Zufuhr des kalten Mediums können die vorhandenen Zufuhreinrichtungen für Versorgungsmittel des Schweißgerätes während der Reinigungsphase genutzt werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, gesonderte Zufuhreinrichtungen vorzusehen.

Dabei wird das kalte Medium von der Stromzuführungsseite der Elektrode und/oder seitlich dazu zugeführt. Da eine Zuführung des kalten Mediums von vorne, dass heißt über die Stirnseite der Elektrode beziehungsweise der Kappe vermieden ist, kann die Elektrode zum Reinigen in ihrer Schweißposition ausgerichtet bleiben, so dass sich dadurch gegenüber einer stirnseitigen Zuführung des Mediums ein erheblicher Zeitvorteil ergibt.

Nach einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Temperatur des Mediums weniger als 77 Kelvin beträgt. Mit diesen Temperaturen für das Medium ist eine besonders effektive und schnelle Reinigung der Elektrode bzw. deren Kappe durchführbar.

Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass, insbesondere bei einer Reinigung der Elektrode bzw. deren Kappe von außen, das Medium ein Gemisch ist, dass aus einem Trägermedium und Partikeln in fester oder flüssige Phase besteht. Durch die kinetische Energie der Partikel lässt sich der Reinigungseffekt auf diese Weise positiv beeinflussen.

Vorteilhafterweise wird als Trägermedium Druckluft und/oder Kohlendioxid verwendet, was – insbesondere im Falle von Druckluft – praktisch überall bei automatisierten Anlagen zur Verfügung steht.

Besonders günstig ist es, wenn als Medium beziehungsweise als Partikel des Gemisches Trockeneis, Trockeneis-Pellets und/oder Kohlendioxidschnee verwendet wird. Die Trockeneis-Pellets beziehungsweise der Kohlendioxidschnee erzeugen beim Auftreffen auf die zu reinigende Oberfläche eine mechanische Energie, die den Reinigungseffekt zusätzlich verstärken.

Vorteilhaft ist ferner, wenn das Medium unter Druck stehendes Kohlendioxid in flüssiger Form ist.

Die Elektroden beim Widerstandspunktschweißen weisen eine an sich bekannte Zuführeinrichtung zum Zuführen eines Kühlmittels, insbesondere in dem Bereich der Elektrodenspitze auf. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Zuführeinrichtung für die Zufuhr von kaltem Medium dient. Mittels dem kalten Medium wird eine Reinigung der Elektrode, insbesondere der Elektrodenspitze bewirkt, da die Elektrode und die auf der Elektrode haftenden Verunreinigungen aufgrund ihrer unterschiedlichen Materialeigenschaften durch das schnelle Abkühlen (Schockgefrieren) jeweils eine andere Materialausdehnung erfahren, dass heißt es kommt bei den Verunreinigungen zu einer stärkeren Schrumpfung als bei der Elektrode, wodurch es zu einem Ablösen der Verunreinigungen kommt. Die erfindungsgemäße Elektrode bietet nun den Vorteil, dass in einfacher Weise ohne bauliche Veränderungen an der Elektrode ein Reinigen vorgenommen werden kann. Während des Schweißvorganges führt die Zuführeinrichtung Kühlmedium, beispielsweise Kühlwasser, in die Elektrode beziehungsweise in die Elektrodenspitze. Die gleiche Zuführeinrichtung führt dann während eines Reinigungsvorganges anstelle von Kühlmedium, insbesondere das kalte Medium, in die Elektrode. Grundsätzlich ist es dabei auch möglich, dass mit dem kalten Medium auch die Kühlung der Elektrode während des Schweißvorganges durchgeführt wird, so dass auf das Kühlmedium bzw. -wasser verzichtet werden kann.

Zur Lösung der Aufgabe wird weiterhin eine Kappe zum Aufstecken auf eine beim Widerstandspunktschweißen eingesetzte Elektrode gemäß Anspruch 9 vorgeschlagen. Die Kappe zeichnet sich durch eine Zuführeinrichtung zum Zuführen von kaltem Medium gemäß den Ansprüchen 1 bis 8 in die Kappe aus. Dadurch kommt es aufgrund des vorstehend bereits beschriebenen Schrumpfungseffektes zu einer Reinigung der Kappe, dass heißt zu einer Ablösung der auf der Oberfläche der Kappe anhaftenden Verunreinigungen. Mittels der Zuführung des kalten Mediums in die Kappe ist es selbstverständlich auch möglich, Verunreinigungen auf der nicht von der Kappe abgedeckten Oberfläche der Elektrode – sofern derartige vorhanden sind – von der Elektrodenoberfläche abzulösen. Dies setzt jedoch voraus, dass durch die Zuführung des kalten Mediums in die Kappe auch der zu reinigende Bereich der Elektrode derart abgekühlt wird, dass die Temperaturdifferenz zwischen dem kalten Medium und der zu reinigenden Elektrodenoberfläche größer als 80 Kelvin beträgt und die Temperatur der zu reinigenden Oberfläche über Raumtemperatur liegt.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist es dabei vorgesehen, dass die Zuführeinrichtung durch mindestens einen Zuführkanal gebildet ist. Mittels des Zuführkanals ist eine zielgerichtete Zuführung des kalten Mediums in die Kappe möglich, so dass auf diese Weise eine optimale Versorgung der Kappe mit kaltem Medium gewährleistet werden kann.

Der Zuführkanal kann als Durchgangsbohrung ausgebildet sein. Mittels der Durchgangsbohrung ist ein Durchsetzen der Elektrode beziehungsweise der Kappe mit dem kalten Medium möglich. Der Zuführkanal kann auch als Sackloch ausgebildet sein. Das Sackloch bietet sich insbesondere an, wenn das kalte Medium in Intervallen durch Druckstöße in den Zuführkanal zugeführt wird. Zwischen den Druckstößen liegt das kalte Medium im wesentlichen drucklos an dem Zuführkanal an, so dass es zu einem Rückströmen des zuvor zugeführten kalten Mediums während der Intervallpausen kommt. Sofern das kalte Medium, insbesondere CO2, in flüssiger Phase der Zuführeinrichtung zugeführt wird, kommt es während des Zuführvorganges zu einer Entspannung und damit zu einer Sublimation des Mediums von flüssig über CO2-Schnee auf gasförmig. In den Intervallpausen kommt es dann zu einem Rückströmen des nunmehr gasförmigen Mediums aus der Zuführeinrichtung bzw. den Sacklochbohrungen.

In einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Zuführkanal derart angeordnet ist, dass das kalte Medium seitlich von der Stromzuführungsseite der Elektrode in die Kappe eintritt. Als Stromzuführungsseite ist hier die Seite zu verstehen, die sich über die Mittelachse der Elektrode oder im wesentlichen über die Mittelachse der Elektrode erstreckt. Mittels dieser Art der Zuführung wird das kalte Medium quasi von hinten und nicht von vorne, also nicht über die Stirnseite der Elektrode beziehungsweise Kappe zugeführt. Dadurch ist es möglich, die Elektrode mit ihrer Kappe während der Reinigung in ihrer Schweißposition zu belassen, wodurch Rüstzeiten gespart werden können.

Die erfindungsgemäße Kappe bietet weiterhin den Vorteil, dass sie auch zum Kühlen der Elektrodenspitze während des Schweißvorganges eingesetzt werden kann. Hier kann es vorgesehen sein, dass die Kappe anstelle des kalten Mediums mit Kühlwasser oder einem anderen Kühlmedium während des Schweißvorganges beaufschlagt wird und im Reinigungsfalle das kalte Medium zum Einsatz kommt. Natürlich ist es auch bei der Kappe möglich, dass kalte Medium sowohl zum Reinigen als auch zum Kühlen der Elektrode während des Schweißvorganges zu verwenden.

Weitere Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen.

Es zeigen:

1 eine mögliche Ausführungsform einer für das erfindungsgemäße Reinigungsverfahren ausgebildeten Elektrode zum Widerstandspunktschweißen im Längsschnitt,

2 eine mögliche Ausführungsform einer für das erfindungsgemäße Reinigungsverfahren ausgebildeten Kappe zum Aufsetzen auf eine Elektrode mit Wasserkühlung im Längsschnitt und

3 die Kappe gemäß 2, aufgesetzt auf eine Elektrode ohne Wasserkühlung.

In 1 ist das Ende einer zum Widerstandspunktschweißen eingesetzten Elektrode 1 dargestellt, welche während des Schweißens dem Schweißwerkstück zugewandt ist. Zentrisch auf der Längsachse der Elektrode 1 befindet sich eine Kappe 2, die auf das Ende der Elektrode 1 aufgesetzt ist.

Die Elektrode 1 weist eine Zuführeinrichtung 4 zum Zuführen eines Kühlmittels in Richtung der Pfeile 5 auf. Das Kühlmittel dient hierbei zum Kühlen der Elektrode 1, insbesondere der Elektrodenspitze, während des Schweißvorganges. Als Kühlmittel kommt üblicherweise Kühlwasser zum Einsatz. Die Zuführeinrichtung führt das Kühlmittel über einen Kühlkanal 6 in den Endbereich 7 der Elektrode 1. Dort umspült es diesen Endbereich 7, wird in Richtung gemäß Pfeil 8 umgelenkt und strömt über hier nicht dargestellte Rücklaufkanäle zurück, dass heißt von der Elektrodenspitze beginnend nach hinten.

Die Zuführeinrichtung ist bei dieser Ausführungsform derart ausgebildet, dass zum Reinigen von an der Elektrode anhaftenden Schweißspritzern die Zufuhr eines kalten Mediums möglich ist. Dies geschieht in zeitlich abgestimmter Weise, und zwar in der Art, dass das kalte Medium während der Reinigungsphase und das Kühlmittel während des Schweißbetriebes jeweils zugeführt werden. Das kalte Medium ist hierbei vorzugsweise flüssiges Kohlendioxid bzw. ein Phasengemisch aus Kohlendioxid. Die Kälte des Mediums kommt dadurch zustande, dass sich das Kohlendioxid beim Austritt aus einer Kohlendioxidflasche entspannt, wodurch die dabei auftretende Verdunstungskälte das flüssige Kohlendioxid beziehungsweise Phasengemisch aus Kohlendioxid abkühlt. Je nach dem Ausmaß der Entspannung und der auftretenden Verdunstungskälte können Abkühlungen bis auf unter 210 Kelvin erreicht werden, so dass es zur Bildung von Trockenschnee kommt.

Die Reinigung von Elektrode 1 bzw. Kappe 2 basiert auf dem sogenannten Schockgefrieren, wobei es zu unterschiedlich ausgeprägten Schrumpfvorgängen von Elektrode 1 bzw. Kappe 2 und den anhaftenden Verunreinigungen kommt, so dass letztere abplatzen oder in einfacher Weise mittels Druckluft abgeblasen werden können.

Die in 2 ausgeführte Ausführungsform unterscheidet sich von der Ausführungsform in 1 dadurch, dass hier die auf der Elektrode 1 aufgesteckte Kappe 2 eine Zuführeinrichtung 9 zum Zuführen des kalten Mediums aufweist, wobei die Zuführung in die Kappe 2 erfolgt. Dabei ist Zuführeinrichtung 9 durch mehrere Zuführkanäle 10 gebildet. Die Zuführkanäle 10 sind in einem Winkel &agr; zur Längsachse 3 angeordnet, und zwar derart, dass das kalte Medium seitlich von der Längsachse 3, die gleichzeitig auch die Stromzuführungsseite der Elektrode bildet, eintritt. Der Winkel &agr; kann 10 Grad bis 45 Grad betragen; vorzugsweise ist er 20 Grad.

Die Zuführkanäle 10 sind symmetrisch über den Umfang der Kappe 2 angeordnet. Dargestellt ist in 2 der Eintrittsteil der Zuführkanäle 2. Über diesen Teil gelangt das kalte Medium in die Kappe 2, und zwar in einem in 2 nicht dargestellten weiteren Teil der Zuführkanäle 10, über den das kalte Medium dann wiederum aus der Kappe 2 herausgeführt wird. Die gesamte Versorgung der Kappe 2 mit kaltem Medium erfolgt seitlich von der Kappe 2. Die Stirnseite der Kappe 2 bleibt unverändert. Da der Schweißvorgang über die Kappe 2 durchgeführt wird, braucht zum Reinigen die Kappe 2 nicht von der Elektrode 1 abgezogen werden.

Die Elektrode 1 weist in 2 ebenfalls – wie in 1 – eine Zuführeinrichtung 4 auf, die während des Schweißvorganges die Elektrode 1 mit Kühlmittel versorgt. Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt also die Reinigung beziehungsweise die Zufuhr des kalten Mediums für die Reinigung über die Kappe 2 und die Kühlung der Elektrode während des Schweißvorganges über die Zuführeinrichtung 4 unabhängig von der Zuführeinrichtung 9 der Kappe 2. Alternativ ist es möglich, dass auch die Zuführeinrichtung 4 der Elektrode 1 – wie in 1 beschrieben – zum Zuführen des kalten Mediums ausgebildet ist. In diesem Fall kommt es zu einem Zuführen des kalten Mediums in die Kappe und/oder in die Elektrode 1. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die Elektrode 1 als eine Elektrode ohne Wasserkühlung ausgebildet ist. Auch bei dieser Ausführungsform ist es möglich, die Verunreinigungen zu lösen, in dem das kalte Medium über die Zuführeinrichtung 9 der Kappe 2 zugeführt wird. In jedem Fall brauchen keine separaten, eigenständigen Reinigungseinrichtungen zum Reinigen der Elektrode 1 beziehungsweise der Kappe 2 vorgehalten werden.

1Elektrode 2Kappe 3Längsachse 4Zuführeinrichtung (Elektrode) 5Fließrichtung Kühlmittel 6Kühlkanal 7Endbereich 8Fließrichtung Kühlmittel 9Zuführeinrichtung (Kappe) 10Zuführkanal 11nicht kühlmittelgeführte Elektrode

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Reinigen einer beim Widerstandspunktschweißen eingesetzten Elektrode (1), insbesondere einer auf die Elektrode (1) aufsteckbaren Kappe (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrode (1) und/oder die Kappe (2) mit einem kalten Medium beaufschlagt wird, das ohne direkten Kontakt mit der zu reinigenden Oberfläche im Inneren der Elektrode (1) von der Stromzuführungsseite bis zur Elektrodenspitze (1) und/oder seitlich dazu zugeführt wird, wobei die Temperaturdifferenz zwischen dem kalten Medium und den zu reinigenden Funktionsteilen größer als 80 Kelvin ist und die Temperatur der Funktionsteile über Raumtemperatur liegt.
  2. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des Mediums weniger als 77 Kelvin beträgt.
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Medium ein Gemisch ist, dass aus einem Trägermedium und Partikeln in fester und/oder flüssiger Phase besteht.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermedium Druckluft und/oder Kohlendioxid ist.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Medium beziehungsweise als Partikel des Gemisches Trockeneis, Trockeneis-Pellets und/oder Kohlendioxidschnee verwendet wird.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Medium unter Druck stehendes Kohlendioxid in flüssiger Form ist.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das kalte Medium in Druckstößen zugeführt wird.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführung von kaltem Medium über die Zuführeinrichtung (4) zum Zuführen eines Kühlmittels, insbesondere in den Bereich der Elektrodenspitze, erfolgt.
  9. Kappe zum Aufstecken auf eine beim Widerstandspunktschweißen eingesetzten Elektrode (1), gekennzeichnet durch eine Zuführeinrichtung (9) zum Zuführen von kaltem Medium gemäß den Ansprüchen 1 bis 8 in die Kappe (2).
  10. Kappe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinrichtung (9) durch mindestens einen Zuführkanal (10) gebildet ist.
  11. Kappe nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuführkanal (10) derart angeordnet ist, dass das kalte Medium seitlich von der Stromzuführungsseite der Elektrode (1) in die Kappe (2) eintritt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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