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Dokumentenidentifikation DE102004025807A1 12.01.2006
Titel Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug
Anmelder ZF FRIEDRICHSHAFEN AG, 88046 Friedrichshafen, DE
Erfinder Ersoy, Metin, Prof. Dr., 65396 Walluf, DE;
Westphal, Oliver, 49448 Brockum, DE;
Haeusler, Felix, 49074 Osnabrück, DE;
Hammelmeier, Ullrich, 49448 Lemförde, DE
DE-Anmeldedatum 24.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004025807
Offenlegungstag 12.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse B60G 21/10(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
Zusammenfassung Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug mit einem an dem Fahrzeugaufbau angebundenen Stabilisator (1), welcher auf jeder Fahrzeugseite mit jeweils einer Kolben-Zylinder-Einheit (4; 4') mit einem federnden Radträgerteil verbunden ist, wobei die Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4') jeweils zumindest aus einem in einem Zylinder (7, 7') beweglich angeordneten Kolben (8, 8') bestehen und jeweils einenends an einem Ende des Stabilisators (1) und anderenends an einem federnden Radträgerteil gelenkig angebunden sind. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4') mit einer Hydraulikpumpe (20) verbunden sind und den Zylindern (7, 7') jeweils ein Anschlag (13, 13') zugeordnet ist, gegen den der jeweilige Kolben (8, 8') bewegbar ist. Mittels einer Anordnung von Ventilen wird es ermöglicht, die Kolben (8, 8') aus jeder Stellung heraus gezielt gegen den Anschlag (13, 13') zu bewegen und dort in einer defineriten Lage zu halten, um aus jeder Lage des Fahrzeuges heraus die Stabilisatorwirkung gezielt und wirkungsvoll wiederherzustellen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug, wobei an den Enden des Stabilisators jeweils eine verstellbare Kolben-Zylinder-Einheit angeordnet ist, die gelenkig mit einem federnden Radträgerteil verbunden ist.

Für einen hohen Fahrkomfort werden in modernen Kraftfahrzeugen weiche Aufbaufedern eingesetzt. In Kombination mit entsprechend ausgelegten Dämpfern wird so ein verbesserter Bodenkontakt bei Fahrbahnunebenheiten gewährleistet. Die dabei auftretende nachteilige Erhöhung des Wankwinkels in Kurven wird durch den Einsatz von Stabilisatoren kompensiert, wobei die Stabilisatoren am Fahrzeugaufbau festgelegt sind und an den Enden über jeweils eine Pendelstütze an einem federnden Radträgerteil, z.B. einem Querlenker oder einer Starrachse, gelenkig angebunden sind. Durch den Einsatz von Stabilisatoren verringert sich allerdings die mögliche Achsverschränkung, da sie ein gegensinniges Einfedern der Räder einer Achse einschränken. Daher ist es insbesondere für geländegängige Fahrzeuge, sogenannte SUV's wünschenswert, eine Möglichkeit zu schaffen, die Stabilisatorfunktion während der Geländefahrt zu beeinflussen. Durch den Einsatz von schaltbaren Komponenten kann dies gewährleistet werden, so dass die Räder einer Achse unabhängig voneinander einfedern können. Auf diese Weise halten alle Räder des Fahrzeuges Bodenkontakt und können Vortriebskräfte übertragen.

Eine Möglichkeit schaltbare Komponenten einzusetzen besteht in der Verwendung von hydraulisch längenveränderlichen Stellelementen, wie beispielsweise Kolben-Zylinder-Einheiten, an Stelle der festen Pendelstützen, wie dies beispielsweise in der US 4,206,935 offenbart ist. Die zwischen Stabilisator und Kraftfahrzeugaufbau angeordneten längenveränderlichen Kolben-Zylinder-Einheiten sind untereinander mit Hydraulikleitungen verbunden, wobei die jeweils dem Stabilsiator zugewandten und die dem Stabilisator abgewandten Zylinderkammern über jeweils eine Hydraulikleitung miteinander verbunden sind. In diese Hydraulikleitungen ist ein Ventil eingesetzt, welches beide Hydraulikleitungen gleichzeitig sperren oder freischalten kann. Wenn die Hydraulikleitungen gesperrt sind, sind die Kolben der Kolben-Zylinder-Einheiten blockiert, so dass der Stabilsisator Wankbewegungen des Fahrzeuges auf die andere Fahrzeugseite übertragen kann. Wird von dem Ventil dagegen die Hydraulikleitung freigegben, können sich die Kolben in den Zylindern bei Wankbewegungen des Fahrzeuges frei bewegen, so dass die Wankbewegungen durch den Stabilisator nicht abgefangen werden können. Es strömt dabei Hydraulikflüssigkeit von einer Kolben-Zylinder-Einheit in die andere.

Nachteilig an dieser Anordnung ist, dass beim Sperren der Hydraulikleitungen, sich die Kolben in den Zylinden in keiner definierten und bestimmbaren Lage befinden. Der Stabilisator kann sich daher außerhalb der Konstruktions- oder Einbaulage befinden, so dass die Fahreigenschaften negativ beeinflußt werden.

Eine weitere Anordnung für schaltbare Pendelstützen findet in dem geländegängigen Fahrzeug Nissan Patrol Anwendung. Bei diesem System einer Kolben-Zylinder-Einheit wirkt eine Kupplung, bestehend aus einem federbelasteten Bolzen auf einen Kolben, wobei der Bolzen in eine Bohrung des Kolbens eingreift und so den Kolben blockiert. Wird die Kupplung gelöst, kann sich der Kolben im Zylinder frei bewegen. Nachteilig an dieser Ausführung ist, dass der Bolzen in die Bohrung erst eingreift, wenn Bolzen und Bohrung miteinander fluchten. Der Bediener hat hierauf keinen Einfluß. Im ungünstigsten Fall fährt das Fahrzeug trotz betätigter Kupplung ohne Stabilisatorwirkung. Der Fahrer erhält bei diesem System keine Rückmeldung, inwieweit der Kolben blockiert ist

Aufgabe der Erfindung ist daher, eine Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug mit schaltbaren Kolben-Zylinder-Einheiten zu schaffen, die es erlaubt, den Stabilisator von einer wirkungslosen Zustand in einen Wirkzustand zu überführen, wobei die Kolben-Zylinder-Einheiten und der Stabilisator eine definierte Lage für einen sicheren Fahrzustand einnehmen.

Die Aufgabe wird durch eine Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug mit einem Stabilisator mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst. Vorteilhafte Aus- bzw. Weiterbildungen sind durch die Unteransprüche gegeben.

Eine Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug weist einen am Fahrzeugaufbau angebundenen Stabilisator auf, der auf jeder Fahrzeugseite mittels einer Kolben-Zylinder-Einheit mit einem federnden Radträgerteil verbunden ist. Die Kolben-Zylinder-Einheiten bestehen dabei zumindest aus einem in einem Zylinder beweglich angeordneten Kolben und sind einenends an einem Ende des Stabilisator und anderenends an dem federnden Radträgerteil gelenkig angebunden. Erfindungsgemäß sind die Kolben-Zylinder-Einheiten zum einen mit einer Hydraulikpumpe verbunden und zum anderen mit einem Anschlag versehen, gegen den der Kolben bewegbar ist. Ferner ist die jeweilige auf der dem Anschlag abgewandten Seite des Kolbens angeordnete erste Zylinderkammer über eine Hydraulikleitung mit der Hydraulikpumpe verbindbar, wobei zwischen der jeweiligen ersten Zylinderkammer und der Hydraulikpumpe jeweils ein erstes Ventil vorgesehen ist. Auf der der Kolben-Zylinder-Einheit abgewandten Seite des jeweiligen ersten Ventils ist zumindest ein zweites Ventil angeordnet und über Hydraulikleitungen mit dem jeweiligen ersten Ventil verbindbar. Das jeweilige erste Ventil sperrt in einer ersten Schaltstellung den Durchfluß von der jeweiligen ersten Zylinderkammer in Richtung der Hydraulikpumpe, wohingegen in einer zweiten Schaltstellung der Durchfluß durch das Ventil in Richtung zur jeweiligen ersten Zylinderkammer und umgekehrt ermöglicht wird. Das zumindest eine zweite Ventil verhindert in einer ersten Schaltstellung den Durchfluß von der jeweiligen ersten Zylinderkammer der Kolben-Zylinder-Einheiten in Richtung der jeweiligen auf der dem Anschlag zugewandeten Seite des Kolbens angeordneten zweiten Zylinderkammer, wohingegen in der zweiten Schaltstellung des zumindest einen zweiten Ventils eine Verbindung zwischen der jeweiligen ersten Zylinderkammer mit der jeweiligen zweiten Zylinderkammer herstellbar ist.

Gemäß einer vorteilhaften Ausbildung ist das jeweilige erste Ventil als ein elektromagnisch betägtigbares 2/2-Wegeventil ausgebildet, welches in seiner ersten Schaltstellung die Funktion einens Rückschlagventils übernimmt.

Diese Anordnung erlaubt es, dass sich die Kolben in der Kolben-Zylinder-Einheit für eine Geländefahrt frei bewegen können, da ein Austausch der Hydraulikflüssigkeit zwischen der jeweils ersten und der jeweils zweiten Zylinderkammer ermöglicht ist. Das jeweils erste Ventil und das zumindest eine zweite Ventil befinden sich hierzu in ihrer jeweils ersten Schaltstellung. Der Stabilisator entfaltet bei dieser Schaltung keinerlei Wirkung. Für die Wiederherstellung der Stabilisatorwirkung werden die Ventile derart geschaltet, dass die Hydraulikpumpe Hydraulikflüssigkeit in die jeweils erste Zylinderkammer fördern kann. Die Kolben bewegen sich dabei gegen einen eine definierte Endposition bildenden Anschlag. Die jeweils ersten Ventile und das zumindest eine zweite Ventil befinden sich dabei vorteilhafterweise in ihrer jeweils zweiten Schaltstellung. Durch die bevorzugte Ausgestaltung der ersten Schaltstellung des jeweils ersten Ventils als ein Rückschlagventil, welches eine Rückfluss aus der jeweils ersten Zylinderkammer in Richtung der Hydraulikpumpe sperrt, wird der Kolben der Kolben-Zylinder-Einheit in der am Anschlag anliegenden Position gehalten. Somit ist der Stabilisator in einer fixierten Lage gehalten, in der der Stabilisator seine Wirkung beispielsweise für eine normale Strassenfahrt, entfalten kann und Kräfte bzw. Wankbewegungen, von einer Fahrzeugseite auf die andere übertragen kann. Der Stabilisator bzw. die Kolben-Zylinder-Einheiten sind somit sicher von einer freibeweglichen Lage in eine definierte und dort gehaltenen Position überführbar, in der ein sicheres Fahrverhalten für den Straßenbetrieb gewährleistet werden kann. Das Bewegen der Kolben gegen den Anschlag und die damit verbundene Wiederherstellung der Stabilisatorfunktion ist mit dieser Anordnung in nahezu jeder Lage des Fahrzeugs ermöglicht, also auch wenn das Fahrzeug eine Schrägstellung einnimmt.

Vorteilhafterweise wird lediglich ein zweites Ventil verwendet, welches gemeinsam auf beide jeweils ersten Ventile wirkt und über eine sich verzweigende Hydraulikleitung mit diesen verbunden ist. Der Aufwand der Stabilsatoranordnung wird somit wirksam reduziert.

In einer weiteren bevorzugten Ausbildung ist das zweite Ventil als ein 3/2-Wegeventil ausgebildet, welches in der zweiten Schaltstellung den Durchfluß von der Hydraulikpumpe in Richtung der Kolben-Zylinder-Einheiten sperrt. In der zweiten Schaltstellung stellt es dagegen in Verbindung mit der zweiten Schaltstellung des jeweils ersten Ventiles eine in beiden Richtungen durchstömbare Verbindung zwischen der jeweils ersten Zylinderkammer und der jeweiligen zweiten Zylinderkammer her. Zwischen dem zweiten Ventil und der jeweiligen zweiten Zylinderkammer ist dabei vorteilhafterweise ein Tank angeordnet, welcher auch gleichzeitig der Pumpe als Reservoir dient.

Als Hydraulikpumpe kann in einer bevorzugten Ausbildung die Servo-Lenkungspumpe des Kraftfahrzeuges verwendet werden, womit wesentlicher Bauraum gespart wird. Die Servo-Lenkungspumpe läuft während des gesamten Betriebes des Fahrzeuges, wodurch zusätzlicher Schaltungsaufwand für eine separate Hydraulikpumpe vermieden wird. Vorteilhafterweise ist dabei ein Druckbegrenzungsventil einzusetzen.

Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels nochmals näher erläutert werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:

1: eine schematische Darstellung einer Stabilisatoranordnung mit Kolben-Zylinder-Einheiten für ein Kraftfahrzeug,

2: eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemäß verwendeten Kolben-Zylinder-Einheit,

3: einen hydraulischen Schaltplan für eine erfindungsgemäße Stabilisatoranordnung mit einer Schaltstellung für den Straßenbetrieb,

4: einen hydraulischen Schaltplan für eine erfindungsgemäße Stabilisatoranordnung mit einer Schaltstellung für den Geländeeinsatz und

5: einen hydraulischen Schaltplan für eine erfindungsgemäße Stabilisatoranordnung mit einer Schaltstellung für eine Rückfallebene.

Eine beispielhafte schematische Stabilisatoranordnung ist in 1 dargestellt, wobei ein Stabilisator 1 in Lagerstellen 2 schwenkbeweglich an einem Fahrzeugaufbau gehalten ist. An seinen Enden ist der Stabilisator jeweils gelenkig mit einer Kolben-Zylinder-Einheit 4, 4' verbunden. An ihrem dem Stabilisator 1 abgewandten Ende ist die Kolben-Zylinder-Einheit 4, 4' jeweils gelenkig mit einem federnden Radträgerteil, beispielsweise mit einen an einem Fahrzeugrad 5 angebundenen Stoßdämpferteil 6 verbunden.

Die Kolben-Zylinder-Einheiten 4, 4' ersetzen hierbei feste Pendelstützen und sind in diesem Ausführungsbeispiel vorteilhaft als Gleichlaufzylinder ausgebildet (vergl. 2). Ein in einem Zylinder 7 angeordneter Kolben 8 besitzt dabei eine zweiseitige Kolbenstange 9, wobei die erste Kolbenstangenseite 9a aus dem Zylinder 7 heraustritt und an ihrem Ende mit einer Aufnahme 10 zur gelenkigen Anbindung an den Stabilisator 1 versehen ist. Die zweite Kolbenstangenseite 9b verläuft mit genügend Freiraum in einer im Zylinder 7 angeordenten Hülse 11, wobei die Hülse 11 in den Zylinder 7 in vorteilhafter Weise eingeschraubt ist. An dem dem Stoßdämpfer 6 zugewandten Ende ist die Hülse 11 mit einer weiteren Aufnahme 12 zur gelenkigen Verbindung mit dem Stoßdämpfer 6 versehen. Innerhalb des Zylinders 7 ist ein Anschlag 13 angeordnet, gegen den der Kolben 8 bewegt werden kann, wie dies in der 2 dargestellt ist, wobei der Anschlag 13 auf vielfältige und an sich bekannte Weise in den Zylindern festgesetzt werden kann. In dem Zylinder 7 sind Anschlußbohrungen 14, 15 angeordnet, an denen Hydraulikleitungen zur Beaufschlagung des Kolbens 8 mit einem Druck angeschlossen werden können. Über die Anschlußbohrung 14 wird dabei eine erste Zylinderkammer 16 mit Hydraulikflüssigkeit versorgt, wohingegen über die Anschlußbohrung 15 eine zweite auf der anderen Seite des Kolbens 8 liegende zweite Zylinderkammer 17 mit Hydraulikflüssigkeit versorgt wird, so dass der Kolben 8 dabei von beiden Seiten mit einem Druck beaufschlagt werden kann. Die erste Zylinderkammer 16 ist dabei auf der dem Anschlag 13 abgewandten Seite des Kolbens 8 und die zweite Zylinderkammer 17 auf der dem Anschlag 13 zugewandten Seite des Kolbens 8 angeordnet.

Gemäß der in 3 gezeigten hydraulischen Schaltplandarstellung werden die Kolben-Zylinder-Einheiten 4, 4' mit Hydraulikflüssigkeit versorgt. Die ersten Zylinderkammern 16, 16' sind über die Anschlußbohrungen 14, 14' mittels einer Hydraulikleitung jeweils mit einem ersten elektomechanisch betätigbaren 2/2-Wegeventil 18, 18' verbunden. Auf der von der Kolben-Zylinder-Einheit 4, 4' abgewandten Seite sind die 2/2-Wegeventile 18, 18' mit einem zweiten 3/2-Wegeventil 19 verbunden, wobei die jeweils von den 2/2-Wegeventilen 18, 18' abgehenden Hydraulikleitungen zusammengeführt werden. Das 3/2-Wegeventil 19 ist seinerseits auf der der Kolben-Zylinder-Einheit 4, 4' abgewandten Seite zum einen mit einer Hydraulikpumpe 20 und zum anderen mit einem Tank 21 verbunden. Als Hydraulikpumpe 20 kann dabei vorteilhafterweise die ständig mitlaufende Servo-Lenkungspumpe des Kraftfahrzeuges verwendet werden, wodurch der Aufwand und Platzbedarf im Fahrzeug wesentlich reduziert wird.

Die auf der dem Anschlag 13, 13 zugewandten Seite angeordneten zweiten Zylinderkammern 17, 17' sind über die Anschlußbohrungen 15, 15' mittels Hydraulikleitungen direkt mit dem Tank 21 verbunden. Die an den Anschlußbohrungen 14, 14' 15, 15' von den Zylindern 7, 7' abgehenden Hydraulikleitungen sind zum Ausgleich von Bewegungen der Zylinder 7, 7' in einem Abschnitt 22, 22' flexibel ausgebildet. In dem Hydraulikkreislauf ist des Weiteren ein Druckbegrenzungsventil 23 eingesetzt.

In der in 3 gezeigten Darstellung sind sämtliche Ventile 18, 18' und 19 stromlos, d.h. in ihrer Ausgangsstellung und nicht geschaltet, dabei erlaubt das 3/2-Wegeventil 19 in dieser seiner ersten Schaltstellung einen Durchfluß von der Hydraulikpumpe 20 in Richtung der Kolben-Zylinder-Einheiten 4, 4'. Die Hydraulikflüssigkeit kann weiter durch die sich in der ebenfalls ersten Schaltstellung befindlichen 2/2-Wegeventile 18, 18' in die ersten Zylinderkammern 16, 16' gelangen. Da die 2/2-Wegebventile 18, 18' in dieser ersten Schaltstellung die Funktion eines Rückschlagventiles besitzen, kann allerdings keine Hydraulikflüssigkeit von den ersten Zylinderkammern 16, 16' in umgekehrter Richtung in Richtung der Hydraulikpumpe 20 oder des Tankes 21 gelangen. Damit können sich die Kolben 8, 8', welche in der 3 in ihrer Ausgangsposition am Anschlag 13, 13' anliegen, nicht vom jeweiligen Anschlag 13, 13' weg in die jeweils ersten Zylinderkammern 16, 16' hinein bewegen. Damit sind die Kolben-Zylinder-Einheiten 4, 4' insgesamt starr, wodurch der Stabilsator 1 von einer Fahrzeugseite auf die andere Fahrzeugseite Kräfte bzw. Drehmomente übertragen kann. In dieser für den Straßenbetrieb vorgesehenen Schaltstellung kann damit ein sicheres Fahrverhalten gewährleistet werden. Die Wankbewegungen können durch die eingeschaltete Wirkung des Stabilisators 1 minimiert werden. Überdrücke, wie sie durch die in diesem Ausführungsbeispiel ständig mitlaufende Hydraulikpumpe 20 auftreten können, werden durch das Druckbegrenzungsventil 23 abgefangen.

Für einen Geländeeinsatz ist nun eine vergrößerte Achsverschränkung notwendig, damit sämtliche Räder ständig Bodenkontakt haben und so ein Vortrieb sichergestellt werden kann. Hierzu werden die 2/2-Wegeventile 18, 18' als auch das 3/2-Wegeventil 19 bestromt, d.h. geschaltet und so in ihre jeweilige zweite Schaltstellung gebracht. Dies wird vorzugsweise durch eine manuelle Schaltbetätigung aus dem Fahrzeuginnenraum vom Fahrer vorgenommen. In dieser in der 4 dargestellten Schaltstellung der Wegeventile 18, 18' und 19 können sowohl das erste 2/2-Wegeventil 18, 18' als auch das zweite 3/2-Wegeventil 19 von der Hydraulikflüssigkiet in beiden Richtungen durchstömt werden. Das 3/2-Wegeventil 19 stellt dabei eine Verbindung der jeweiligen ersten Zylinderkammern 16, 16' mit dem Tank 21 her. Da auch die jeweiligen zweiten Zylinderkammern 17, 17' mit dem Tank verbunden sind, kann nun Hydraulikflüssigkeit zwischen den ersten Zylinderkammern 16, 16' und den zweiten Zylinderkammern 17, 17' in beide Richtungen ausgetauscht werden. Die Kolben 8, 8' sind somit in den jeweiligen Zylindern 7, 7' frei beweglich, wodurch die Stabilisatorwirkung aufgehoben und eine vergrößerte Achsverschränkung ermöglicht ist.

Soll nun die Stabilisatorwirkung wiederhergestellt werden, werden sämtliche Wegeventile 18, 18' und 19 wieder stromlos geschaltet und in die jeweils erste Schaltstellung nach 3 überführt. Die in diesem Ausführungsbeispiel ständig mitlaufende Hydraulikpumpe 20 fördert nun Hydraulikflüssigkeit in die jeweils ersten Zylinderkammern 16, 16'. Die Kolben 8, 8' bewegen sich in den Zylinder 7, 7' in Richtung der Anschläge 13, 13' bis sie an diesen anliegen und auf Grund des Hydraulikdrucks und der, auf Grund der Rückschlagventilfunktion der 2/2-Wegeventile 18, 18' in der ersten Schaltstellung, nicht zurückfließenden Hydraulikflüssigkeit, dort gehalten werden. Dadurch sind die Kolben-Zylinder-Einheiten 4, 4' in einer durch die Anschäge 13, 13' definierte Endstellung festgesetzt, welche die Ausgangsposition für den oben erläuterten Straßenbetrieb mit einer eingeschalteten Stabilisatorwirkung darstellt (vergl. 3). Diese Überführung der Stabilisatoranordnung vom Geländebetrieb in den Straßenbetreib ist in nahezu jeder Fahrzeuglage möglich, also auch dann, wenn sich das Fahrzeug in einer Schräglage befindet.

Wenn sich die Stabilisatoranordnung in der Schaltstellung für den Geländebetrieb befindet und die Hydraulikpumpe 20 ausgefallen ist, kann die Stabilisatoranordnung über eine sogenannte Rückfallebene gemäß der Darstellung in 5 wieder in den Straßenbetrieb mit einer wirksamen Stabilisatorwirkung zurückgeführt werden. Hierzu wird lediglich das 3/2-Wegeventil 19 manuell vom Fahrer geschaltet. Auf diese Weise kann Hydraulikflüssiglkeit von den jeweiligen zweiten Zylinderkammern 17, 17' in die jeweiligen ersten Zylinderkammern 16, 16' gelangen, aber nicht umgekehrt, da dies von der Rückschlagventilfunktion des 2/2-Wegeventils 18, 18' verhindert wird. Durch die Bewegungen während der Fahrt können sich also auch die Kolben 8, 8' in Richtung der jeweiligen Anschläge 13, 13' bewegen, aber nicht weg von ihnen. So können sich durch die Wankbewegungen des Fahrzeuges die Kolben 8, 8' gegen die jeweiligen Anschläge 13, 13" „schaukeln", bis die Kolben 8, 8' an den Anschlägen 13, 13' anliegen und die Kolben-Zylinder-Einheiten 4, 4' dann festgesetzt sind und eine Stabilisatorwirkung vorhandenen ist. Die Stabilisatoranordnung ist damit in der Lage, sich selbsttätig von einer willkürlichen Geländestellung der Kolben-Zylinder-Einheiten 4, 4' in die Ausgangslage (Straßenbetrieb), in der sich Kolben 8, 8' in einer definierten Lage am Anschlag 13, 13' im Zylinder 7, 7' befinden, zu überführen. Die Rückfallebene besschreibt somit eine eingeschränkte Funktion des Systems bei ausgefallener Hydraulikpumpe 20.

Die Kolben-Zylinder-Einheiten 4, 4' sind in dieser Ausführung auch als schaltbare Pendelstützen beschreibbar, da sie anstelle fester Pendelstützen eingesetzt werden und in ihre Funktion ein- und ausgeschaltet werden können. Wenn der Kolben 8, 8' in der Kolben-Zylinder-Einheit 4, 4' gegen den Anschlag 13, 13' festgesetzt ist, haben die Kolben, Zylinder-Einheiten 4, 4' die gleiche Funktion wie feste Pendelstützen.

Selbstverständlich ist die Erfindung nicht nur auf dieses Ausführungsbeispiel begrenzt und kann auch auf andere Art und Weise ausgeführt werden. So kann beispielsweise auch eine separate Hydraulikpumpe anstelle der ständig mitlaufenden Servo-Lenkungspumpe verwendet werden. Dies erlaubt dann eine eigenständige Schaltung der Pumpe, da sie nicht ständig mitlaufen muß. Allerdings wird dadurch auch der Schaltungsaufwand erhöht und in nachteiliger Weise zusätzlicher Bauraum benötigt.

1Stabilisator 2Lagerstellen 3Fahrzeugaufbau 4, 4'Kolben-Zylinder-Einheit 5Fahrzeugrad 6Stoßdämpferteil 7, 7'Zylinder 8, 8'Kolben 9Kolbenstange 9aerste Kolbenstangenseite 9bzweite Kolbenstangenseite 10Aufnahme 11Hülse 12Aufnahme 13, 13'Anschlag 14Anschlußbohrung 15Anschlußbohrung 16, 16'erste Zylinderkammer 17, 17'zweite Zylinderkammer 18, 18'2/2-Wegeventil, erste Ventile 193/2-Wegeventil, zweites Ventil 20Hydraulikpumpe 21Tank 22Flexible Hydraulikleitung 23Druckbegrenzungsventil

Anspruch[de]
  1. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug mit

    – einem an dem Fahrzeugaufbau angebundenen Stabilisator (1), welcher

    – auf jeder Fahrzeugseite mit jeweils einer Kolben-Zylinder-Einheit (4; 4') mit einem federnden Radträgerteil verbunden ist, wobei die Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4')

    – jeweils zumindest aus einem in einem Zylinder (7, 7') beweglich angeordneten Kolben (8, 8') bestehen, und

    – jeweils einenends an einem Ende des Stabilisators (1) und anderenends an einem federnden Radträgerteil gelenkig angebunden sind,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    – die Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4') mit einer Hydraulikpumpe (20) verbunden sind, und

    – den Kolben (8, 8') jeweils ein Anschlag (13, 13') zugeordnet ist, gegen den der jeweilige Kolben (8, 8') bewegbar ist, und

    – eine jeweilige auf der dem Anschlag (13, 13') abgewandten Seite des Kolbens (8, 8') angeordnete erste Zylinderkammer (16, 16') über eine Hydraulikleitung mit der Hydraulikpumpe (20) verbindbar ist und

    – jeweils ein erstes Ventil (18, 18') zwischen der jeweiligen ersten Zylinderkammer (16, 16') und der Hydraulikpumpe (20) angeordnet ist, welches

    – in einer ersten Schaltstellung den Durchfluß von der jeweiligen ersten Zylinderkammer (16, 16') in Richtung der Hydraulikpumpe (20) sperrt und in einer zweiten Schaltstellung einen Durchfluß von der Hydraulikpumpe (20) in Richtung zur jeweiligen ersten Zylinderkammer (16) und umgekehrt ermöglicht und

    – auf der der Kolben-Zylinder-Einheit (4, 4') abgewandten Seite des jeweils ersten Ventils (18, 18') zumindest ein zweites Ventil (19) angeordnet ist,

    – welches in einer ersten Schaltstellung den Durchfluß von der jeweils ersten Zylinderkammer (16, 16') der Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4') in Richtung einer auf der dem Anschlag (13, 13') zugewandten Seite des jeweiligen Kolbens (8, 8') angeordenten zweiten Zylinderkammmer (17, 17') verhindert, und

    – in einer zweiten Schaltstellung eine Verbindung zwischen der jeweiligen ersten Zylinderkammer (16, 16') und der jeweiligen zweiten Zylinderkammer (17, 17') ermöglicht.
  2. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweils erste Ventil (18, 18') als ein elektromagnetisch betätigbares 2/2-Wegeventil ausgebildet ist, welches in der ersten Schaltstellung die Funktion eines Rückschlagventiles darstellt.
  3. Stabilisatoranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine zweite Ventil (19) zwischen dem jeweiligen ersten Ventil (18, 18') und der Hydraulikpumpe (20) angeordnet ist, wobei in der ersten Schaltstellung ein Durchfluß von der Hydraulikpumpe (20) in Richtung der Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4') ermöglicht ist.
  4. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine zweite Ventil (19) über eine sich verzweigende Hydraulikleitung mit beiden ersten Ventilen (18, 18') verbunden ist.
  5. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine zweite Ventil (19) als ein elektromagnetisch betätigbares 3/2-Wegeventil ausgebildet ist, welches in einer zweiten Schaltstellung den Durchfluß von der Hydraulikpumpe (20) in Richtung der Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4') sperrt sowie den Durchfluß von den Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4') zu einem Tank (21) und umgekehrt ermöglicht.
  6. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das als Hydraulikpumpe (20) die Servo-Lenkungspumpe des Kraftfahrzeuges verwendbar ist.
  7. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anliegen der jeweils ersten Schaltstellung der ersten (18, 18') und des zumindest einen zweiten Ventiles (19) die jeweiligen Kolben (8, 8') der Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4') gegen den zugeordneten Anschlag (13, 13') gleichzeitig bewegbar sind.
  8. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anliegen der jeweils zweiten Schaltstellung des jeweiligen ersten Ventils (18, 18') und des zumindest einen zweiten Ventils (19) die jeweiligen auf der dem Anschlag (13, 13') abgewandten Seite des Kolbens (8, 8') angeordneten ersten Zylinderkammern (16, 16') mit einer jeweiligen auf der dem Anschlag (13, 13') zugewandten Seite des Kolbens (8, 8') angeordneten zweiten Zylinderkammer (17, 17') über die Hydraulikleitungen und dem Tank (21) verbindbar sind.
  9. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Hydraulikkreislauf ein Druckbegrenzungsventil (23) vorgesehen ist.
  10. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden ersten Ventile (18, 18') zusammen, aber getrennt von dem zumindest einen zweiten Ventil (19) betätigbar sind.
  11. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventile (18, 18', 19) manuell betätigbar sind.
  12. Stabilisatoranordnung für ein Kraftfahrzeug nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolben-Zylinder-Einheiten (4, 4') als Gleichgangzylinder ausgebildet sind.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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