PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004026738A1 12.01.2006
Titel Vorrichtung zum Öffnen von Falz-Türen
Anmelder Volk, Karl-Heinz, 88074 Meckenbeuren, DE
Erfinder Volk, Karl-Heinz, 88074 Meckenbeuren, DE
Vertreter Patentanwälte Eisele, Dr. Otten, Dr. Roth & Dr. Dobler, 88212 Ravensburg
DE-Anmeldedatum 28.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004026738
Offenlegungstag 12.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse E05B 19/20(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse E05B 63/08(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung (1) zum Öffnen von Falz-Türen durch Zurückdrücken einer in ein Türschloss eingeschnappten Schlossfalle (19), aufweisend einen Einsteckabschnitt (2), der zum Einführen in den abgewinkelten Bereich eines Falzes zwischen einer Türzarge (15) und einem Türblatt (14) ausgelegt ist. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der Einsteckabschnitt (2) aus einem dünnen und flächigen Material ausgestaltet ist und an einem Ende durch vorhandene Abwinklungen bzw. vorbereitete scharnierartige Stellen Abwinklungen (3, 4; 5, 6) ausgebildet bzw. ausbildbar sind, die sich in ihrer Form während eines Einsteckvorgangs verändern lassen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Öffnen von Falz-Türen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 2.

Solche Vorrichtungen oder Werkzeuge sind zum legalen Öffnen von unbeabsichtigt ins „Schloss gefallenen" Türen mit Mehrfach-Falz vorgesehen. Sie sind dann erforderlich, wenn kurzfristig kein Schlüssel zum benutzungsgemäßen Öffnen vorhanden ist, oder der Schließmechanismus gegebenenfalls aus einem anderen Grund nicht geöffnet werden kann. Zum Öffnen abgesperrter Türen sind solche Werkzeuge nicht geeignet.

Ein Werkzeug in der Form einer Drahtwendel zum Öffnen von Doppelfalz-Türen ist bereits aus der DE 100 26 577 A1 bekannt. Bei diesem Werkzeug besteht der Nachteil, dass auf Grund unsymmetrisch aufgebauten Falzgeometrien ein gutes Fingerspitzengefühl bei seiner Anwendung erforderlich ist. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass wegen seiner notwendigen Stabilität zum Öffnen der Tür gelegentlich Beschädigungen in der Form von Kratzer am Türstock unvermeidbar sind.

Aus der DE G 84 09 216 ist Türfallenheber zum Öffnen von Türen mit einem einzelnen Falz bekannt, der aus einem etwa ein Millimeter flachen Blech oder einem harten Kunststoff hergestellt ist und eine "Z"-Form aufweist. Er eignet sich jedoch nicht zum Öffnen von solchen Türen die mehrere Falze aufweisen. Bei Türen mit zwei oder mehr Falzen verringert sich nämlich der Spielraum zum Einführen eines geeigneten Werkzeuges in den Zwischenraum zwischen Türblatt und Zarge gegenüber einer Einfalz-Tür drastisch. Je höher die Anzahl der Falze ist, desto schwieriger wird das Einführen und vor allem auch das Bewegen des Werkzeugs im Zwischenraum.

Ein weiteres Problem mit engem, sehr schlecht zugänglichen Zwischenraum betrifft formstabile Einfachfalz-Türen, wie z.B. Haustüren aus Metall und dergleichen. Auch bei solchen Türen sind die bisher bekannten Öffnungswerkzeuge oft nur sehr schwer einsetzbar und hinterlassen vielfach Beschädigungen an der Tür und/oder dem Türstock.

Aufgabe und Vorteile der Erfindung

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zum möglichst einfachen und beschädigungsfreien Öffnen von Falz-Türen zur Verfügung zu stellen.

Diese Aufgabe wird ausgehend von einer Vorrichtung zum Öffnen von Falz-Türen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass ein Einsteckabschnitt der Vorrichtung aus einem dünnen und flächigen Material ausgestaltet ist, und an einem Ende durch vorhandene Abwinklungen bzw. vorbereitete scharnierartige Stellen wenigstens vier Abwinklungen ausgebildet bzw. ausbildbar sind, die sich in ihrer Form während eines Einsteckvorgangs verändern lassen.

Durch die Ausbildung von vier Abwinklungen ist es möglich, eine Doppelfalz-Tür erfindungsgemäß dadurch zu öffnen, dass die Vorrichtung mit dem die Abwinklungen aufweisenden Ende in einen vergrößerten Zwischenraum zwischen Türblatt und Zarge eingeschoben und anschließend in diesem in Richtung der eingeschnappten Schlossfalle bewegt wird, bis die Tür aufspringt. Die Blattstärke des flächigen Materials beträgt vorzugsweise etwa 0,5 Millimeter, kann aber auch dünner sein, z.B. 0,35 Millimeter oder etwas dicker z. B. 1 Millimeter.

Diese Abwinklungen zwischen benachbarten Flächenbereichen des Einsteckabschnitts können durch einen Formeffekt mit bleibender Wirkung am Material realisiert sein, beispielsweise durch Verbiegen. In diesem Fall ist die Vorrichtung vorgeformt. Es ist jedoch auch möglich, dass der Einsteckabschnitt im Bereich der Abwinklungen flach und beweglich ausgebildet ist, und erst beim Einschieben in den Falz-Bereich die entsprechende Form annimmt, also abgewinkelt wird. Auch denkbar ist eine Kombination zwischen vorgefertigten Abwinklungen und scharnierartig ausgebildeten Abschnitten, um beispielsweise eine noch größere Flexibilität zu erzielen.

Die Erfindung ist aber nicht auf eine Vorrichtung mit vier Abwinklungen eingeschränkt. Es können vielmehr auch mehr oder weniger Abwinklungen ausgebildet sein, wobei ihre Gesamtanzahl vorzugsweise der Falzanzahl einer zu öffnenden Mehrfach-Falztür entspricht. Diese Vorrichtung kann somit selbstverständlich auch zum Öffnen von Einfachfalz-Türen verwendet werden.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung sieht eine Vorrichtung zum Öffnen von Falz-Türen mit einem Einsteckabschnitt aus einem flächigen, dünnen Material vor, an welchem Einsteckabschnitt ein Zugmittel derart angeordnet ist, dass durch Ausübung eines Zuges auf das Zugmittel ein Teil des Einsteckabschnitts, insbesondere sein vorderer Bereich, so gegen die Schlossfalle gedrückt wird, dass sich diese öffnet.

Der Einsteckabschnitt kann dabei gegebenenfalls auch ohne daran vorgeformte Abwinkelungen oder vorbereitete scharnierartige Stellen ausgebildet sein. Vorteilhafterweise ist er jedoch mit solchen versehen.

Durch das Zugmittel ist je nach Situation im Türspalt eine direkte oder indirekte Einwirkung auf die Schlossfalle möglich. So kann entweder das Zugmittel selbst oder ein durch das Zugmittel beeinflussbarer Abschnitt des Einsteckabschnitts, vorzugsweise ist dies der Bereich vor der ersten Abwinklung, so auf die Schlossfalle wirken, dass diese so weit zurückgedrängt wird, bis sich das Türschloss öffnet. Das Zugmittel ist dazu vorzugsweise im vorderen Bereich des Einsteckabschnittes mit diesem verbindbar bzw. an diesem angeordnet, z.B. eingehängt, damit verknotet oder in einer entsprechend anderen Weise daran befestigt. Durch die Verwendung eines Zugmittels kann die Vorrichtung mit einem sehr flexiblen und dünnen Material im Einsteckbereich ausgebildet werden, deren Materialstärke gegebenenfalls auch noch deutlich unter den oben angeführten Werten liegen kann.

Zur besseren Handhabung der Vorrichtung bzw. des Zugmittels kann im Weiteren ein Griffmittel vorgesehen sein. Damit ist eine gute Dosierbarkeit der Zugwirkung zum Öffnen der Tür möglich. Als Materialien für das Zugmittel eignen sich beispielsweise Drähte, Schnüre, Bänder und dergleichen mehr.

Die Verwendung eines zusätzlichen Zugmittels ist selbstverständlich nicht auf eine zweifach abgewinkelte bzw. abwinkelbare Ausführungsform beschränkt, sondern ist vielmehr auf alle möglichen Formen solcher Vorrichtungen übertragbar, insbesondere auf eine mit vier Abwinklungen.

Die Vergrößerung des Zwischenraums zwischen Türblatt und Zarge wird vorzugsweise an deren unteren Enden im Bodenbereich durchgeführt. Diese Stelle ist leicht zugänglich, und über die Hebelwirkung durch den Abstand bis zur eingeschnappten Schlossfalle kann hier am einfachsten eingegriffen werden, ohne die Tür zu beschädigen.

Aufgrund der elastischen Eigenschaften der Vorrichtung bzw. des für die Herstellung der Vorrichtung verwendeten Materials können die Abwinklungen wenigstens zum Teil so verformt werden, dass eine Erleichterung beim Einschieben der Vorrichtung in den vergrößerten Zwischenraum bewirkt wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Einsteckabschnitt wenigstens teilweise ein elastisches Material mit Rückstellkräften auf, die der zum Einführen der Vorrichtung erforderlichen Verformung der Abwinklungen entgegenwirken und diese wenigstens teilweise wieder in ihre abgekantete Form zurückstellt. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass der die Abwinklungen aufweisende Einführabschnitt möglichst die gleiche Form aufweist wie der freie Zwischenraum zwischen Türblatt und Zarge. Daraus resultiert eine möglichst geringe Widerstandswirkung bei der Verschiebung der Vorrichtung in dem Zwischenraum in die Richtung der eingeschnappten Schlossfalle. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, da mit zunehmender Anzahl von Falzen an Tür und Zarge der zu überwindende Widerstand beim Verschieben der Vorrichtung drastisch ansteigt. Diese Nachteile können durch die im elastischen Material vorhandenen Rückstellkräfte minimiert und im Idealfall sogar eliminiert werden.

In einer besonderen Ausführungsform können die Abwinklungen sogar vorübergehend flachgedrückt werden, so dass ein schmaler Zwischenraum zwischen Türblatt und Zarge bereits ausreicht, um die erfindungsgemäße Vorrichtung in passender Weise einzuführen. Die Rückstellkräfte sind so groß, dass sie diese vorübergehende Verformung wenigstens teilweise wieder aufheben.

Weiters wird bevorzugt, dass der Einsteckabschnitt so ausgestaltet ist, dass er gute Gleiteigenschaften aufweist. Vorteilhafterweise hat das Material eine glatte Oberfläche, ggf. mit Schmiereigenschaft. Damit wird der Reibungswiderstand beim Hochschieben im Zwischenraum zwischen Türblatt und Zarge reduziert. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn zusätzlich Türdichtungen in diesem Zwischenraum angeordnet sind.

Zur weiteren Verbesserung der Gleiteigenschaften ist es vorteilhaft ein zusätzliches Gleitmittel auf die entsprechenden Flächen der Vorrichtung aufzubringen. Dazu kann beispielsweise ein Silikonspray verwendet werden, da dieser sehr gute Gleiteigenschaften aufweist, farblos ist und zusätzlich noch positive Einwirkungen auf Dichtmaterialien ausübt.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Geometrie der wenigstens vier Abwinklungen der Falzgeometrie einer Mehrfachfalz-Tür angepasst ist. Für eine Vielzahl von Anwendungen ist dies relativ einfach möglich, da es Standardmaße für Falztüren gibt. Für Falztüren, die von diesen Standardmaßen abweichen, können die Geometrien der Abwinklungen entsprechend abgeändert werden, so dass die Vorrichtung wiederum möglichst gut in den gegebenen Zwischenraum eingepasst ist. Idealerweise sind die Abwinklungen entsprechend der Kanten in den Falzen parallel zueinander ausgerichtet.

Werkzeuge oder Vorrichtungen, die in den Abwinklungen großzügige Rundungen aufweisen, erfordern naturgemäß einen größeren Spielraum im Zwischenraum zwischen Türblatt und Zarge und neigen daher mit zunehmender Abrundung der Kanten zum Festklemmen. Immer wieder wurde auch festgestellt, dass solche Vorrichtungen oder Werkzeuge sich sogar in das Material der Tür oder den Türstock, in der Regel in Holz, wie ein Messer einschiebt und dieses damit massiv beschädigt. Diese Nachteile werden durch eine winkelige Ausbildung der Abwinklungen reduziert.

Als Hilfestellung beim Zurückdrücken der eingeschnappten Schlossfalle weist ein Bereich des Einsteckabschnitts, der im eingesteckten Zustand an die Schlossfalle gelangen kann, wenigstens eine Schräge auf, deren Kante beim Hochschieben der Vorrichtung an der Unterkante der abgeschrägten Rückseite der eingeschnappten Schlossfalle entlangrutscht und diese dadurch rückwärts in Richtung Schloss drängt und so die Schließfunktion aufhebt.

Vorteilhafterweise wird zum Öffnen die Verklemmung des Schließmechanismus auf Grund der Verspannung der Tür im Türstock gelockert. Dies kann durch Ziehen oder Drücken am Türdrücker geschehen.

Da es gelegentlich vorkommt, dass beim Versuch, die Tür zu öffnen, die Vorrichtung beim Hochziehen über die Position der eingeschnappten Schlossfalle hinwegrutscht, ist eine weitere, zur ersten Schräge vorzugsweise gespiegelt ausgebildete zweite Schräge an der Vorrichtung ausgebildet, so dass das Werkzeug von einer Position oberhalb der eingeschnappten Schlossfalle auch nach unten bewegt werden kann, wobei ebenfalls die eben beschriebene Funktion zum Öffnen der Tür bewirkt wird.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist zusätzlich zu der eben beschriebenen ersten und/oder zweiten Schräge eine weitere Schräge angeordnet, die sich vorzugsweise an die erste oder zweite Schräge anschließt und einen flacheren Winkel in Bezug zur Längsachse der Vorrichtung aufweist. Durch diese weitere Schräge ist die Vorrichtung universaler einsetzbar. Einerseits kann damit der Löseeffekt beim Öffnen der eingeschnappten Schlossfalle unterstützt werden, andererseits können damit auch unterschiedlich positionierte Schlossfallen leichter erreicht und damit geöffnet werden.

Zur einfacheren Handhabung der Vorrichtung weist diese einen Griff auf, der vorzugsweise parallel zum Verlauf der Abwinklungen angeordnet ist. Damit kann diese gut ergriffen und gehalten werden, was insbesondere bei einem flachen, dünnen Material deutliche Vorteile bei der Handhabung bewirkt. Diese Ausrichtung des Griffs kommt der Handhabung des Werkzeugs entgegen, so dass dadurch einerseits mit mehr Gefühl und andererseits auch mit größerem, gezielt einsetzbarem Kraftaufwand und somit besserer Kraftübertragung auf die eingeschnappte Schlossfalle gearbeitet werden kann.

Zeichnungen

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird unter Bezugnahme darauf nachfolgend näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine schräge, perspektivische Ansicht auf eine Vorrichtung zum Öffnen von Mehrfachfalz-Türen;

2 eine schematische Darstellung der Handhabung der Vorrichtung nach 1 beim Einführen in einen Türspalt;

3 ebenfalls eine schematische Darstellung der Handhabung der Vorrichtung nach den 1 und 2 beim Öffnen einer eingeschnappten Schlossfalle;

4 eine Schnittdarstellung durch eine Tür, eine Zarge und die erfindungsgemäße Vorrichtung in Höhe einer eingeschnappten Schlossfalle;

5 und 6 eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung mit einem zusätzlich angeordneten Zugmittel in Draufsicht und Seitenansicht.

Die 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Öffnen von Mehrfachfalz-Türen. Sie weist einen Einsteckabschnitt 2 auf, in dem vier Abwinklungen 3 bis 6 ausgebildet sind. An diesen Einsteckabschnitt 2 schließt sich ein weiterer Abschnitt 7 an, an dessen dem Einsteckabschnitt 2 gegenüberliegenden Ende ein Griff 8 ausgebildet ist.

An dem Ende der Vorrichtung, an dem die vier Abwinklungen 3 bis 6 ausgebildet sind, sind stirnseitig zwei Schrägen 9, 10 ausgebildet. Sie werden zum Öffnen einer eingeschnappten Schlossfalle gegen deren untere oder obere schräge Kante geschoben, bis die Schlossfalle zurückgedrückt ist und die Tür aufspringt.

Zur universelleren Ausgestaltung der Vorrichtung sind zusätzlich zu den beiden Schrägen 9, 10 noch zwei weitere Schrägen 11, 12 an dem der Schlossfalle zugewandten Bereich ausgebildet, die die beiden äußeren Kanten in Richtung zur zweiten Abwinklung 4 hin begrenzen. Dadurch wird die Wirkung der Vorrichtung beim Öffnen der Schlossfalle noch weiter verbessert. Durch diese Formgebung kann die Vorrichtung in einem bestimmten Maße im Zwischenraum zwischen Türblatt und Zarge um einen in ihrer Fläche liegenden Drehpunkt herum gedreht werden, so dass das Öffnen der eingeschnappten Schlossfalle dadurch unterstützt wird.

Als Bezugslinie für die in Draufsicht etwa rechteckförmig ausgebildete Vorrichtung ist eine Längsachse 13 eingezeichnet. Die Stirnseite ist etwa im rechten Winkel zu dieser Längsachse ausgebildet und weist die oben beschriebenen Schrägen 9 bis 12 auf. Dementsprechend weichen in diesen Bereichen die ausgebildeten Winkel gegenüber der Längsachse 13 von den ursprünglichen 90 Grad ab.

Die 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Handhabung der Vorrichtung nach der 1 beim Einführen in einen vergrößerten Türspalt 16 zwischen Tür 14 und Zarge 15 in deren Fußbereich. Der Pfeil 17 zeigt die Einführrichtung der Vorrichtung 1 in den Türspalt 16.

Die 3 zeigt wiederum die Vorrichtung 1, angeordnet im Bereich des Türschlosses zwischen Tür 14 und Zarge 15. Durch Verschieben der Vorrichtung 1 in einer der beiden Richtungen des Pfeiles 18 kann die eingeschnappte Schlossfalle erfindungsgemäß geöffnet werden. Der Pfeil 18 weist deshalb zwei Pfeilrichtungen auf, da es gelegentlich vorkommt, dass die Vorrichtung 1 über den Schließmechanismus der eingeschnappten Schlossfalle hinwegrutscht und die Tür noch geschlossen bleibt. Dann ist es erforderlich, die Vorrichtung 1 wieder in die entgegengesetzte Richtung, also nach unten hin zurückzuziehen oder -schieben, wobei ebenfalls die Entriegelung der eingeschnappten Schlossfalle möglich ist.

Die 4 zeigt eine Schnittdarstellung durch eine Tür 14, eine Zarge 15 und die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 in Höhe der eingeschnappten Schlossfalle 19. Der Einsteckabschnitt 2 mit den Abwinklung 3 bis 6 ist im Türspalt 16 zwischen Tür 14 und Zarge 15 eingefügt. Vom Türspalt abgewandt ist der Abschnitt 7 mit dem daran angebrachten Griff 8 dargestellt. Im vorderen Bereich der Vorrichtung, also an dem Ende, an welchem die Abwinklung 3 ausgebildet ist, ist die im Schließblech 20 der Zarge 15 eingeschnappte Schlossfalle 19 dargestellt. In dieser Position der Vorrichtung 1 im Türspalt 16 liegen die Schräge 9 der Vorrichtung 1 und die schräge Kante 21 der Schlossfalle 19 aneinander an. Durch Bewegen der Vorrichtung 1 gegen die Schlossfalle 19 laufen zwei schräge Kanten aneinander entlang, wodurch die Schlossfalle in Richtung des Pfeiles 22 zurückgedrückt wird, bis die Tür 14 entriegelt ist.

Mit den Positionen 23 und 24 sind noch zusätzlich die beiden Dichtungen der Doppelzargen-Tür dargestellt, die als weiteres Erschwernis beim Öffnen einer ungewollt eingeschnappten Schlossfalle einem einfachen Öffnen entgegenstehen.

Die 5 und 6 zeigen eine weitere Ausführungsform einer Vorrichtung zum Öffnen von Falz-Türen in Draufsicht (5) und in Seitenansicht (6). Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Merkmalen ist hier ein Zugmittel 25 gezeigt, welches etwa in der Mitte in Längsrichtung entlang der Vorrichtung angeordnet ist.

Dieses Zugmittel 25 ist im Bereich vor der ersten Abwinklung 3 mit dem flächigen Material so verbunden, dass unter Einwirkung eines Zuges auf das Zugmittel dieser Bereich gegen den Griff 8 gezogen wird. Dabei knickt der vordere Bereich in der Abwinklung 3 ab bzw. wird der zwischen Tür und Zarge eingefügte, bereits abgewinkelte Bereich durch die Einwirkung des Zugs in seiner Abwinklung unterstützt. Zusätzlich kann sich dieser Bereich gegebenenfalls auch parallel zur Abwinklung 3 in Richtung Schossfalle 19 verbiegen, wie dies anhand des gestrichelt dargestellten Einführabschnittes ersichtlich ist.

Sinngemäß ist diese Wirkung in der 6 erkennbar. Darin ist das Zugmittel in loser Anordnung durch die Führungen 28 entlang der in 5 dargestellten Linie zum Griff hin hindurch geführt, und weiter durch diesen mittels der darin angeordneten Führung 27. Das an dieser Stelle befindliche Ende des Zugmittels 25 ist derart mit dem Griffmittel 26 verbunden, dass durch Ziehen an dem Griffmittel 26 der gewünschte Zugeffekt auf die Vorrichtung übertragen werden kann. Die Führungen 27 und 28 sind zwar hilfreich, sie sind jedoch nicht zwingend erforderlich um die unterstützende Wirkung beim Öffnen der Tür zu bewirken.

Die Einwirkung auf die Schlossfalle 19 kann damit sowohl über den vorderen Abschnitt des Einsteckbereiches 2 erfolgen, der sich vor der Abwinklung 3 befindet, als auch gegebenenfalls direkt durch das Zugmittel 25, wenn sich dieses günstig an der Schlossfalle 19 anordnen lässt oder sich gegebenenfalls beim Verschieben der Vorrichtung daran verfängt.

Die Erfindung ist hier zwar beispielhaft anhand einer Doppelzargen-Tür dargestellt, sie ist jedoch nicht auf die Lösung einer solchen Problemstellung beschränkt. Es können vielmehr auch eine größere Anzahl von Falzen in einer Tür angeordnet sein, welche durch die erfindungsgemäße Vorrichtung geöffnet werden kann. Dementsprechend weist die erfindungsgemäße Vorrichtung entsprechend mehr Abwinklungen auf.

1Vorrichtung 2Einsteckabschnitt 3Abwinklung 4Abwinklung 5Abwinklung 6Abwinklung 7Abschnitt 8Griff 9Schräge 10Schräge 11Schräge 12Schräge 13Längsachse 14Tür 15Zarge 16Türspalt 17Pfeil 18Pfeil 19Schlossfalle 20Schließblech 21Schräge Kante 22Pfeil 23Dichtung 24Dichtung 25Zugmittel 26Griffmittel 27Führung 28Führung 29Fixierung

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung (1) zum Öffnen von Mehrfachfalz-Türen durch Zurückdrücken einer in ein Türschloss eingeschnappten Schlossfalle (19), aufweisend einen Einsteckabschnitt (2) der zum Einführen in den die Falze ausbildenden, abgewinkelten Zwischenraum zwischen einer Türzarge (15) und einem Türblatt (14) ausgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsteckabschnitt (2) aus einem dünnen und flächigen Material ausgestaltet ist, und an einem Ende durch vorhandene Abwinklungen bzw. vorbereitete scharnierartige Stellen wenigstens vier Abwinklungen (3, 4, 5, 6) ausgebildet bzw. ausbildbar sind, die sich in ihrer Form während eines Einsteckvorgangs verändern lassen.
  2. Vorrichtung (1) zum Öffnen von Falz-Türen durch Zurückdrücken einer in ein Türschloss eingeschnappten Schlossfalle (19), aufweisend einen Einsteckabschnitt (2) der zum Einführen in den abgewinkelten Zwischenraum zwischen einer Türzarge (15) und einem Türblatt (14) ausgelegt ist, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsteckabschnitt (2) aus einem dünnen und flächigen Material ausgestaltet ist, und ein Zugmittel (25) aufweist, mit welchem auf einen Abschnitt des Einsteckbereichs (2) im eingesteckten Zustand so eingewirkt werden kann, dass sich dieser zur Schlossfalle hin bewegt.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Einsteckabschnitt (2) an einem Ende durch vorhandene Abwinklungen bzw. vorbereitete scharnierartige Stellen wenigstens zwei Abwinklungen (3, 4) ausgebildet bzw. ausbildbar sind, die sich in ihrer Form während eines Einsteckvorgangs verändern lassen.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsteckabschnitt (2) wenigstens abschnittsweise aus einem elastischen Material ausgebildet ist, das Rückstellkräfte aufweist, die nach einer Verformung einer Abwinklung diese wenigstens teilweise wieder in ihre abgewinkelte Form zurückstellen.
  5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsteckabschnitt (2) so ausgestaltet ist, dass dieser gute Gleiteigenschaften aufweist.
  6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Geometrie der wenigstens zwei Abwinklungen, bei einer Mehrfachfalztür für wenigstens vier Abwinklungen (3, 4, 5, 6), der Falzgeometrie einer Falztür angepasst ist.
  7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abwinklungen (3, 4; 5, 6) im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
  8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Abwinklungen (3, 4; 5, 6) weitestgehend kantig ausgebildet sind.
  9. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Flächenbereich des Einsteckabschnitts (2), der im eingesteckten Zustand an die Schlossfalle (19) gelangen kann wenigstens eine in dessen Fläche verlaufende Schräge (9, 10) aufweist.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Flächenbereich des Einsteckabschnitts (2), der im eingesteckten Zustand an die Schlossfalle (19) gelangen kann, zwei in dessen Fläche verlaufende Schrägen (11, 12) aufweist.
  11. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am dem Einsteckabschnitt (2) gegenüberliegenden Ende der Vorrichtung ein Griff (8) vorzugsweise im Wesentlichen parallel zum Verlauf der Abwinkelungen (3, 4; 5, 6) angeordnet ist.
  12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugmittel (25) auf einen vorderen Bereich des Einsteckabschnitts (2) wirkt.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugmittel (25) ein Griffmittel (26) aufweist.
  14. Vorrichtung nach einem der der Ansprüche 2 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugmittel (25) als Draht, Schnur oder dergleichen ausgebildet ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com