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Dokumentenidentifikation DE102004026885A1 12.01.2006
Titel Raumspar-Möbelsystem für Akten und Schriftgut
Anmelder Rall, Udomar, 72622 Nürtingen, DE
Erfinder Rall, Udomar, 72622 Nürtingen, DE
DE-Anmeldedatum 27.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004026885
Offenlegungstag 12.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse A47B 63/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A47B 49/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Es wird ein Raumspar-Möbelsystem (Fig. 1) vorgeschlagen, dessen Basiselemente Regaleinheiten (13) sind, die hauptsächlich der Unterbringung von Aktenordnern, Schriftgut, Zeitschriften, Registraturgut und ähnlichem dienen. In geschlossenem Zustand bilden sie meist einen Schrank (Fig. 3, 6, 9). Im Ruhezustand der Regale (Fig. 1) sind die Ordner bzw. das Registraturgut parallel zur Wand (12) angeordnet. Das ermöglicht eine Regaltiefe von beispielsweise nur 20 oder 10 cm Tiefe. Dabei wird das Regal an der Schmalseite (11) beschickt. Verschiedene Mechaniken ermöglichen die Verwendung der Regalelemente in den unterschiedlichsten Raumsituationen (Fig. 3-10). Neben der starren Anbringung an Wände (Fig. 1) sind die Regalelemente auch als Schieberegalschrank (Fig. 5), als Drehregalschrank (Fig. 3+4), als Raumgliederungssystem (Fig. 8) und in weiteren Anwendungsformen einsetzbar. Typische Anwendungsbereiche sind enge Arbeitsplätze und Flure, in denen ein herkömmliches Aktenregal zu tief wäre.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Raumspar-Möbelsystem, dessen Besonderheit ein Raumspar-Effekt speziell in der Raumtiefe ist. Es besteht hauptsächlich aus Regal- bzw. Schrank-Elementen, die vorzugsweise eine herkömmliche Korpusbauweise aus Holz, Kunststoff, Metall oder anderem Material aufweisen.

Bisher bekannte Regale und Schränke für Ordner, Bücher usw. werden so gebaut und verwendet, dass Aktenordner, Schriftgut, Bücher usw. frontal eingeschoben werden und im Lagerzustand von oben gesehen quer zu einer Raumwand angeordnet sind.

Bei der vorliegenden Erfindung sind Aktenordner, Bücher usw. im Ruhezustand von oben gesehen parallel zur Raumwand ausgerichtet. Dadurch sind gegenüber üblichen Regal- und Schranktiefen von 32-60 cm nun Elementtiefen geringsten Maßes möglich, z.B. 20 cm für 2-4 Aktenordner nebeneinander oder 9-12 cm (je nach Korpusmaterial) für 1-2 Aktenordner oder entsprechende Anzahl Bücher, Hefte, Pendelregister, Zeichnungen.

Die Neuheit betrifft nicht die Konstruktionsweise der Elemente und Mechaniken, sondern die Anwendung und Kombination zu einer völlig neuartigen Nutzung. Sie wird dadurch erreicht, dass Regalelemente beliebiger Höhe und Breite (letztere orientiert sich an der Tiefe, die das Einstellen des Ordnungsguts erfordert) lediglich an der Schmalseite seitlich offen sind, während in bisher bekannten Möbeln die Frontseiten zum Beschicken offen sind oder geöffnet werden können.

Im Markt gibt es derartige Systeme bisher nicht. Die vorliegende Erfindung bringt neue Möglichkeiten der Raumgestaltung und -nutzung, vorwiegend an engen Büroarbeitsplätzen und in schmalen Fluren, überall dort, wo es um Restraumnutzung geht mit einer Vielzahl von Möglichkeiten. Sie ist unter anderem vorgesehen für Bereiche, an denen die wichtigsten Arbeitsmittel im Greifbereich der Nutzer trotz Platzknappheit verfügbar sein sollen – und das im Rahmen einer optisch ansprechenden und technisch nützlichen Form.

Alle Elemente sind einfach herzustellen und bringen einen großen Nutzen für den Anwender. Die Höhen sind beliebig variierbar bis zur Raumhöhe. In der Breitengestaltung gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten.

Raumsparschrank, ausschwenkbar

In einer bevorzugten Ausführungsform besteht ein Raumsparschrank aus einer Tragekonstruktion aus Stahl mit zwei Vertikalrohren in der Höhe des Schrankes oder etwas höher, die vorzugsweise über zwei Flachprofile miteinander verbunden sind zu einer stabilen Form, die mittels Fußausleger in der Tiefe des Schrankes auf dem Boden steht und über die Flachprofile sicherheitshalber in der Wand befestigt wird. Die Breite der Tragekonstruktion ist so bemessen, dass sie etwas breiter ist als zwei Regalelemente nebeneinander, deren offene Schmalseiten im geschlossenen Zustand sich so gegenüberliegen, dass sie sich beinahe berühren. Ein Drehmechanismus mit Drehpunkt am Vertikalrohr ermöglicht das Ausschwenken beider Regalelemente unabhängig voneinander, so dass sie weg von der Wand in den Raum schwenken und nun in beliebiger Drehlage frontal beschickt werden können. Anschließend werden sie zurückgeklappt in den Ruhezustand. Der Drehpunkt kann dabei in der Achse der Vertikalrohre oder außerhalb liegen. Vorzugsweise wird ein Band wie bei Zimmertüren verwendet.

Dieselbe Schrankanordnung kann auch über Scharniere direkt an einer Wand befestigt werden ohne Tragekonstruktion. Eine weitere Form ist die Verwendung einer Trägerplatte aus Holz oder anderem Material, auf das die drehbaren Regalelemente mittels Scharnieren drehbar befestigt werden. Die Platte wird dann an die Raumwand geschraubt oder steht mittel Fußausleger frei vor der Raumwand.

Raumsparschiebewand

Eine andere Ausführungsform ist die Anbringung einer Mehr- oder Vielzahl von Regalelementen, die dieselbe Raumsparform aufweisen mit seitlicher Öffnung und geringerer als normaler Tiefe, nebeneinander angeordnet und unter einem horizontalen Profil aus Metall, das als Tragevorrichtung zum seitlichen Verschieben dient. In zusammengeschobenem Zustand ergibt sich eine geschlossene Schrankfront. Durch seitliches Verschieben werden die jeweiligen Seitenöffnungen zum Beschicken frei. Beschickungsrichtung für Akten, Bücher usw. ist in diesem Fall immer parallel zur Raumwand. Auf dem Trageprofil laufende Rollen, an denen über einen Beschlag die Regalelemente hängen, ermöglichen das leichte seitliche Verschieben. Diese Form der Unterbringung ist beispielsweise ideal für bestimmte Flurbreiten, wo eine normale Schrankoder Regaltiefe nicht infrage kommt, die Nutzung einer halben oder viertel üblichen Tiefe sinnnvoll wäre.

Alternativ zum hängenden System ist eine Schiebevorrichtung vorgesehen, die dieselben Merkmale aufweist wie oben, bei der aber die Elemente auf Laufrollen in einer Schiene parallel zur Raumwand stehen und laufen und weiter oben in einer weiteren Schiene lediglich geführt werden.

Alternativ dazu können Raumspar-Regalelemente auch in ein Systemprofil, das horizontal über die Raumwandbreite verläuft, eingehängt und seitlich verschoben werden ohne Rollenmechanismus.

Raumspar-Schrank mit Schiebe-Öffnungsregister

Eine weitere Anwendung der Raumsparschränke bietet sich für eine Mehrzahl von Regalelementen an, die, im Ruhezustand nebeneinander als geschlossene Gesamtfläche für den Betrachter sichtbar, sich bei Bedarf fächerartig öffnen lassen über ein Schieberegister. Dazu sind jeweils die Einzel-Raumsparelemente an einer Ecke um eine vertikale Achse drehend gelagert an einer gemeinsamen Konstruktion oder Paneelwand in gleicher Höhe angebracht. In geschlossenem Zustand (Ruhezustand) liegt das Ordnungsgut parallel zur Raumwand ausgerichtet. Über ein Führungsprofil oder eine -stange über oder unter den Regalen, mittels derer alle Elemente bezüglich ihrer Drehbewegung miteinander verbunden sind, werden alle Elemente zur Beschickung gemeinsam ausgeschwenkt und in den Ruhezustand zurückgebracht.

Raumspar-Paneelwand

Eine weitere Systemmöglichkeit bietet die vorliegende Erfindung im Einsatz in Paneelwänden, wobei die Elemente beispielsweise auch nur eine Ordnerhöhe oder zwei Ordnerhöhen haben können und unter Gesichtspunkten der Gestaltung und der räumlichen Nähe zum Benutzer jeweils umgehängt werden können. Das Prinzip ist wiederum die seitliche Beschickung parallel zur Raumwand.

Raumteilerwand in Raumspartechnik, fest stehend

Die vorliegende Erfindung ermöglicht auch eine flexible Raumteilerwand, die bei geringerer Tiefe als bisher möglich eine Regal- oder Schrankfunktion einschließt (z.B. 9–20 cm Tiefe). Dazu werden die Element von oben gesehen im Zickzackbild angeordnet und verbunden oder in anderweitig abgewinkelter Form.

Raumteilerwand in Raumspartechnik als Schiebewand

Alternativ dazu ist eine Schiebewand vorgesehen, die aus einem oben liegenden Führungsprofil besteht, aus nebeneinander angeordneten Raumspar-Regalelementen mit geringer Tiefe von beispielsweise 10 cm und einer unteren Führungsschiene. Die Elemente weisen oben und unten Laufrollen auf und können seitlich bewegt werden. So kann eine raumteilende Wand geringer Tiefe und guter Aussteifung errichtet werden, die gleichzeitig zum Verstauen von Akten und Büchern verwendet werden kann.

Raumteilerwand in Raumspartechnik als Faltwand

Ebenfalls vorgesehen ist eine Faltwand, wobei die Regalelemente in geschlossenem Zustand eine geschlossene Trennwand bilden. In geöffnetem Zustand stehen die Elemente mit der Breitseite aneinandergereiht und mit den offenen Schmalseiten zu einer Regalfront vereint. Oben werden die Elemente an einer Schiene mittig geführt, unten hängend mit oder ohne Führung.

Raumsparelement mit Doppelgelenk-Mechanik

In diesem Fall ist das Raumsparelement über eine Armkonstruktion sowohl an der Wandseite als auch am Element drehbar befestigt, weist also zwei vertikale Drehachsen auf. Die Armlänge ist so bemessen, dass das Regalelement bei Maximalabstand von der Wand um 360 Grad gedreht werden kann, um das Raumsparelement sowohl in eine andere Beschickungsposition bringen als auch die seitliche(n) Öffnung(en) um 180 Grad zu drehen.

Raumsparelemente mit doppelter Beschickungstiefe

Je nach Anwendung können die verwendeten Raumspar-Schrank-Regal-Elemente nicht nur eine offene Schmalseite haben, sondern zwei, jeweils zur Beschickung von links oder rechts für doppelte Beschickungstiefe, vorzugsweise mit Mittelwand innen oder für einfache Beschickungstiefe zur Beschickung von beiden Seiten.

Systemergänzungen

Systemergänzend zu allen Variationen sind Kleiderschränke und -Regale in der gleichen Bauweise als Raumsparelement vorgesehen.

Die Frontgestaltung (Ansichtsseite im Ruhezustand) ist wegen der seitlichen Beschickungsrichtung vielseitig möglich durch Korpusfarben, Beschichtung usw. aber auch durch ein Wechselrahmensystem, wobei über die Kanten des Raumsparelementes ein Wechselrahmenprofil verläuft, das abnehmbar ist und das Einsetzen beliebiger Schichtstoffe, Bilder, Spiegel, Orgaflächen usw. erlaubt.


Anspruch[de]
  1. Raumspar-Möbelsystem für Akten und Schriftgut, dadurch gekennzeichnet, dass wie in 1 dargestellt die Beschickungsrichtung (11) des Regales/Schrankes (13) nicht in der bisher bekannten Weise frontal erfolgt, sondern seitlich, parallel zur Raumwand (12) verlaufend und gekennzeichnet durch die bisher nicht erreichte Tiefenreduzierung eines Regals oder Schrankes für Aktenordner, Bücher und ähnliches Ordnungsgut, im Gegensatz zur bisher bekannten Art von Aktenregalen und -schränken gemäß2, mit frontaler Beschickungsrichtung (21) und Raumwand (22)
  2. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß 3 und 4 eine Tragekonstruktion aus Metall zwei vorzugsweise über mehrere Flachprofile (41) miteinander verbundene Vertikalrohre (31) aufweist, die zu einer stabilen Form zur Aufnahme von zwei Raumsparregalen (32) ausgebildet ist, mit Fußauslegern (34) in der Tiefe des Schrankes und Regulierfüßen. Ein Drehmechanismus mit Drehpunkt (33) am Vertikalrohr ermöglicht das Ausschwenken beider Regalelemente unabhängig voneinander,
  3. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragekonstruktion aus einer Platte besteht, an die die Scharniere unmittelbar angebracht sind,
  4. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Raumspar-Regal- oder Schrankelemente unmittelbar auf einer tragfähigen Wand mittels Scharnier angebracht sind
  5. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Raumspar-Regal- oder Schrankelemente ohne Drehbeschlag direkt auf die Wand montiert sind.
  6. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß 5 Raumspar-Regalelemente (51) unter oder an einem Trageprofil (52) nebeneinander hängend angebracht sind und mittels Laufrollentechnik (53) seitlich vor einer Raumwand verschoben werden.
  7. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass Raumspar-Regalelemente auf einem Trageprofil nebeneinander stehend angebracht sind und mittels Laufrollentechnik seitlich vor einer Raumwand verschoben werden.
  8. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß 6 mehrere Raumspar-Regalelemente (61) nebeneinander hängen und jedes Element gleichartig an einer Ecke seines Korpusses im seine vertikale Achse (62) drehbar gelagert ist, und dass alle Elemente über ein Linearprofil (63) horizontal so verbunden sind, dass alle Elemente die gleiche Drehbewegung ausführen.
  9. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Raumspar-Regalelemente, insbesondere auch kleinere Einheiten, an einer Paneelwand (72) angebracht sind und ohne Werkzeug in die verschiedensten Positionen umgesetzt werden können.
  10. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass 8 Raumspar-Regalelemente (81) frei im Raum als Raumteiler auf dem Boden stehend über einen Beschlag miteinander verbunden sind und in Winkelform so aufgestellt sind, dass die seitlichen Beschickungsöffnungen frei liegen.
  11. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass Raumspar-Regalelemente unter oder an einem Trageprofil nebeneinander hängend angebracht sind und mittels Laufrollentechnik als Raumteiler verschoben werden.
  12. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß 9 Raumspar-Regalelemente (91) unter oder an einem Trageprofil (92) nebeneinander hängend angebracht, an Gelenken (93) zu einer Raumteiler-Faltwand miteinander verbunden sind und mittels Laufrollentechnik verschoben werden, wobei in geöffnetem Zustand der Raumteilerwand die Elemente von der einen Seite eine Regalfront ergeben (94)
  13. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß 10 ein Raumspar-Regalelement (101) über eine Armkonstruktion (102) sowohl an der Wandseite (103) als auch am Element drehbar befestigt ist, also zwei vertikale Drehachsen (104) aufweist.
  14. Raumspar-Möbelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß 11 das Raumsparregal (111) nicht nur eine offene Schmalseite hat, sondern zwei (112) und dass es eine Mittelwand (113) aufweist und an der Raumwand (114) anliegt.
Es folgen 9 Blatt Zeichnungen






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