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Dokumentenidentifikation DE102004027579A1 12.01.2006
Titel Akustische Führhilfe für Tiere
Anmelder Huber, Bernhard, 82398 Polling, DE;
Noujeim, Charbel, 76133 Karlsruhe, DE
Erfinder Huber, Bernhard, 82398 Polling, DE;
Noujeim, Charbel, 76133 Karlsruhe, DE
DE-Anmeldedatum 05.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004027579
Offenlegungstag 12.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse A01K 15/02(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse G01S 13/06(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      G08C 23/02(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf das Führen von Tieren ohne eine physikalische Hilfe, sprich Leine. Sie soll als elektronische Sende- und Empfangseinrichtung das Führen von Haus- und Nutztieren, beispielsweise Hunden, erleichtern. Unter Berücksichtigung von besonderen Merkmalen wie der ständigen Messung des Abstandes zum Tier und der Möglichkeit des Einschreitens bei Erreichen von Vorgaben in etwa mit einem elektrischen Reiz und der Kommando-Gabe im hochfrequenten, für den Menschen nicht hörbaren Bereich wird mit dieser Erfindung die Möglichkeit gegeben, Tiere leinenlos zu führen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine akustische Führhilfe für Haus- und Nutztiere, beispielsweise Hunde.

Bekanntlich ist zur Führung von Tieren eine Leine erforderlich. Dies kann sehr anstrengend sein, insbesondere beim Wandern oder Fahrradfahren. Des Weiteren ist das Tier in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Gerät zu entwickeln, das dem Halter eines Haus- oder Nutztieres die Führung seines Tieres mit Hilfe einer elektronischen Sende- und Empfangseinrichtung erleichtert, die den Abstand des Tiers zu seinem Halter berücksichtigt und gegebenenfalls ein für den Menschen unhörbares akustisches Signal ausgibt.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs angegebene Merkmale gelöst.

Die mit dieser Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass keine Leine mehr erforderlich ist, dass man ungestört laufen oder wandern kann, dass sich das Tier frei bewegen kann und dass die Menschen nicht mehr durch die bei der Führung des Tieres gegebenen Kommandos belästigt werden, da die dabei zur Anwendung kommenden Frequenzen unhörbar sind.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Patentanspruch 4 angegeben. Eine Weiterentwicklung nach Patentanspruch 4 ermöglicht es, dass sich die Entfernung zum Tier selbst angeben lässt.

Eine weitere Ausgestaltung des Verfahrens nach Patentanspruch 16 gestattet den Verzicht auf Gatter, beispielsweise bei Pferden.

Es ist bekannt, dass manche Tiere, insbesondere Hunde, trainierbar sind.

Es ist auch bekannt, dass manche Tiere Frequenzen hören können, die oberhalb des Hörbereiches von Menschen liegen. Während Menschen akustische Geräusche bis zu einer

maximalen Frequenz von circa 23000 Hertz aufnehmen können, reicht der Hörbereich beispielsweise bei Hunden bis circa 45000 Hertz, bei Katzen bis circa 64000 Hz, Kühe hören bis circa 35000 Hertz, Pferde bis circa 33500 Hertz sowie Schafe bis circa 30000 Hertz.

Das der Erfindung zu Grunde liegende Gerät besteht aus zwei Bestandteilen. Das erste Teil (1) wird vom Tier getragen, zum Beispiel bei Hunden am Halsband. Das zweite Teil (2) könnte vom Halter getragen werden.

Das erste Teil besteht prinzipiell aus einem Empfänger, einem Sender sowie eventuell einem Schallwandler zur Erzeugung der hochfrequenten Kommandos und/oder auch weitere elektronische Einrichtungen.

Der zweite Teil besteht im Wesentlichen aus einem Sender, einem Empfänger sowie einem Schallwandler zur Erzeugung der hochfrequenten Kommandos und eventuell einer Steuereinrichtung unter anderem zur Vorgabe des gewünschten maximalen Abstandes zum zu führenden Tier und weiteren Kommandos und/oder auch weitere elektronische Einrichtungen.

Die Bestimmung des Abstands erfolgt über die Laufzeitmessung von elektromagnetischen Wellen, die von einem am Gerät nach 2 angebrachten Sender emittiert, vom Empfänger an Gerät nach 1 detektiert und über den Sender an demselben reflektiert werden. Der Empfänger an Gerät nach 2 wiederum empfängt diese elektromagnetischen Wellen und misst die seit ihrer Aussendung verstrichene Zeitspanne.

Diese Laufzeit wird über die bekannte Ausbreitungsgeschwindigkeit von elektromagnetischen Wellen in eine Entfernung von Halter und geführtem Tier umgerechnet. (V = S/t

t = T1 – T0

s = V·(T1 – T0)

V = c

S = D

D = c(T1 – T0))

Überschreitet nun das Tier einen bestimmten Abstand zu seinem Halter, so sendet das Gerät nach 2 ein für das Tier hörbares akustisches Signal, das dieses zur Umkehr bewegt. Dieses akustische Signal muss vor Gebrauch der hier behandelten Vorrichtung mit dem Tier trainiert werden. Für den Menschen ist das Signal nicht hörbar.

Der maximale Abstand des Tieres zu seinem Halter kann entweder bei Auslieferung des Systems voreingestellt sein oder über ein am Gerät nach 2 angebrachtes analoges (z.B. Potentiometer) oder digitales (z.B. LCD-Display/Tastatur) Eingabeelement eingestellt werden.

Eine Variante des Verfahrens nach Patentanspruch 2 besagt, dass 1 unter anderem auch aus einem Schallwandler besteht; das Gerät nach 2 ohne Schallwandler sendet ein Kommando dem Gerät nach 1, das dieses in ein für das Tier hörbares akustisches Signal verwandelt sobald es den vorgegebenen Maximalabstand überschreitet und damit das Tier zur Umkehr bewegt.

Eine weitere Variante des Verfahrens nach Patentanspruch 2 besagt, dass sowohl das Gerät nach 1 als auch das nach 2 einen Schallwandler beinhaltet; sobald das Tier den Maximalabstand überschreitet sendet das Gerät nach 2 ein Kommando dem Gerät nach 1, das dieses in ein für das Tier hörbares akustisches Signal verwandelt, gleichzeitig sendet das Gerät nach 2 selbst ein für das Tier hörbares akustisches Signal. Diese Signale bewegen das Tier zur Umkehr.

Eine zusätzliche Variante des Verfahrens nach Patentanspruch 3 besagt, dass sobald das Tier den Maximalabstand überschreitet sendet das Gerät nach 2 ein Kommando dem Gerät nach 1, wodurch dieses vibriert, gleichzeitig sendet das Gerät nach 2 selbst ein für das Tier hörbares akustisches Signal. Dieses Signal und die Vibration bewegen das Tier zur Umkehr.

Es wurde eine neue Idee präsentiert, die aus einem bidirektionalen System mit Kontrolleinheiten besteht, welche die Tiere führen. Dadurch kann die üblich Hundeleine durch eine schnurlose „Leine" ersetzt werden.

Auch wenn die Erfindung mit Hinweisen auf diverse Anwendungsformen beschrieben und veranschaulicht wurde, ist zu beachten, dass die Anwendungsformen Modifizierungen und Variationen erfahren können, allerdings ohne von dem hier erklärtem Konzept abzuweichen.

Zum Beispiel kann man den Abstand von Gerät nach 1 zum Gerät nach 2 auch auf eine andere Art und Weise messen.

Folglich haben alle Modifizierungen und Variationen die Absicht in Sinn und Ziel dieses Patents und seinen Ansprüchen verankert zu sein.


Anspruch[de]
  1. Eine akustische Führhilfe basierend auf Funktechnik für Haus- und Nutztiere dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand von Halter und geführtem Tier laufend messbar ist und in Abhängigkeit des Abstands automatisch akustische Signale ausgegeben werden, die oberhalb des Hörbereiches von Menschen liegen.
  2. Akustische Fürhilfe für Haus- und Nutztiere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das vom Tier getragene Gerät einen Schallwandler besitzt, um hochfrequente Kommandos zu erzeugen.
  3. Akustische Führhilfe für Haus- und Nutztiere nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das vom Tier getragene Gerät vibriert.
  4. Akustische Führhilfe für Haus- und Nutztiere nach Anspruch 1 oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der maximale Abstand programmierbar ist und die Daten/Signalübertragung bidirektional ist.
  5. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Kanäle zur Verfügung stehen um auch mehrere Tiere führen zu können.
  6. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass ein Alarm am vom Halter des Tieres getragenen Geräts bei Überschreiten des maximalen Abstandes ausgelöst wird.
  7. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Intensität der ausgegebenen Signale mit zunehmenden Abstand des Tieres automatisch erhöht wird.
  8. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Intensität der akustischen Signale mit zunehmender Zeit, die sich das Tier außerhalb des voreingestellten Abstand befindet, erhöht wird
  9. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach einer bestimmten Zeit außerhalb des Maximalabstandes ein elektrischer Reiz beim Geführten auslöst wird.
  10. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überschreiten eines vorgegebenen Abstandes des Tieres zu seinem Halter ein elektrischer Reiz ausgelöst wird.
  11. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach einer bestimmten Zeit die Aussendung akustischer Signale beendet wird.
  12. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Entfernung zum Tier über ein Display beim Führenden ausgegeben wird.
  13. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ausgesendeten akustischen Signale in ihrer Frequenz variiert werden können.
  14. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Führende das akustische Signal zur Führung des Tieres per Knopfdruck an seinem Handgerät auslösen kann.
  15. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung der Entfernung nicht in dem vom Führenden getragenen Gerät erfolgt, sondern in dem vom Tier getragenen Gerät.
  16. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die verwendeten Geräte stationär angewendet werden, um Tiere beispielsweise auf einer Weide ohne Gatter halten zu können.
  17. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass auch beim Tier ein für den Menschen hörbares Signal erzeugt wird, falls es in Not geraten und außer Sichtweite ist.
  18. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Halter jederzeit sein Tier orten kann.
  19. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass ein Alarm beim Halter ausgelöst wird falls das Tier den Maximalabstand über einen längeren Zeitraum überschreitet.
  20. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass ein Alarm beim Halter ausgelöst wird falls das Tier den Maximalabstand überschreitet und die Entfernung immer größer wird.
  21. Verfahren nach einem oder mehr der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Intensität der ausgegebenen Signale einen Sättigungsgrad besitzt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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