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Dokumentenidentifikation DE202004011988U1 12.01.2006
Titel Brustprothese
Anmelder AMOENA Medizin-Orthopädie-Technik GmbH, 83064 Raubling, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202004011988
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 12.01.2006
Registration date 08.12.2005
Application date from patent application 30.07.2004
IPC-Hauptklasse A61F 2/52(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Brustprothese im wesentlichen bestehend aus in Kunststofffolien eingeschweißten, der Brustform nachgebildeten Körpern, vorzugsweise aus einer additionsvernetzenden Zweikomponenten-Silikonkautschuk-Masse.

Beispielsweise aus der DE 27 01 627 A ist ein Verfahren zur Herstellung von Brustprothesen aus in Kunststofffolien eingeschweißten, der Brustform nachgebildeten schalenförmigen Körpern aus einer additionsvernetzenden Zweikomponenten-Silikonkautschuk-Masse bekannt. Die mit diesem Verfahren hergestellten Prothesen sind in ihrem Aussehen und in ihrem Verhalten wegen der elastischen Weichheit, der Beweglichkeit, der Konsistenz sowie des Gewichts des verwendeten Materials der natürlichen Brust in nahezu idealer Weise nachgebildet. Die Brustprothesen werden möglichst unverrutschbar an der Brust der Trägerin befestigt. Hierzu ist es beispielsweise aus der EP 392 930 A bekannt, Brustprothesen der eingangs angegebenen Art innerhalb eines umlaufenden lippenförmigen Randes auf ihrer Rückseite mit einer umlaufenden, durch einen Absatz gebildeten Schulter zu versehen, auf der Haftstreifen oder Haftstücke befestigt sind, die mit den Haftbereichen von an den Körper der Frau durch hautfreundliche Klebemittel befestigte Streifen in der Weise zusammenwirken, dass die Prothese mit den auf der Haut klebenden Haltestreifen verbunden ist und von diesen wieder gelöst werden kann. Als Befestigungmittel ist dabei beispielsweise eine Klettverbindung vorgesehen.

Zur Verbesserung des Tragekomforts der vorgenannten Brustprothesen ist es beispielsweise aus der DE 44 21 516 C1 bekannt geworden, eine Brustprothese mit textiler Rückseite zu schaffen, bei der ein Hohlraum zwischen der textilen Rückseite und der aus Kunststoff bestehenden Prothese mit Watte aufgefüllt werden kann.

Eine weitere Entwicklung ist aus der EP 1 232 733 B bekannt. Hier wird beschrieben, dass der Silikonkautschuk-Masse der Brustprothese ein sogenanntes PCM-Material beigemischt ist. Ein derartiges PCM-Material kann beispielsweise eine Paraffinsubstanz mit einem Schmelzbereich von ca. 33 – 37 ° C bestehen. Die als PCM-Material eingesetzten sogenannten Wärmeparaffine sind speziell für wärmetechnische Anwendungen modifizierte Paraffine. Diese Wärmeparaffine weisen eine spezifische Schmelzwärme bzw. Schmelzenthalpie auf, die mit 130 – 150 kJ/kg für organische Stoffe sehr hoch ist. Steigt die Hautoberflächentemperatur über dieses Temperaturniveau wird das PCM-Material aufgeschmolzen. Zum Aufschmelzen ist eine entsprechend hohe Schmelzenergie notwendig, die als Wärme von der Hauptoberfläche abgeführt wird und dadurch zu einem angenehmen Kühleffekt beiträgt.

Es sind noch weitere Modifikation von gattungsgemäßen Brustprothesen bekannt geworden, die teilweise darin bestehen, die Brustprothese als Mehrschichtprothese auszubilden, wobei der körpernahe Teil der Brustprothese mit einem thixotropen Material gefüllt ist.

Aufgrund der Vielfalt der nunmehr bekannten Brustprothesen muss in den Sanitätshäusern, die diese Brustprothesen vertreiben, eine große und kostenintensive Lagerhaltung betrieben werden.

Darüber hinaus muss die Endverbraucherin bei der Auswahl der Brustprothese immer einen Kompromiss eingehen. Wählt sie beispielsweise eine Prothese mit einem kühlenden Material, so ist dies im Sommer und beim Sport vorteilhaft, nicht aber bei anderen Gelegenheiten.

Aufgabe der Erfindung ist es nunmehr eine möglichst multifunktionale Brustprothese zu schaffen, die unterschiedlichen Anforderungen gerecht wird.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Kombination der Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Der Kern der Erfindung besteht darin, dass die Brustprothese nunmehr modular aufgebaut wird. Dies wird dadurch erreicht, dass auf der Rückseite der Brustprothese eine Vertiefung geschaffen ist, in die eine separate und auswechselbare Einlage einsetzbar ist.

Erfindungsgemäß kann das Material je nach Einsatzgebiet ausgewählt werden.

Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen. Vorteilhaft wird die entsprechende Einlage aus in Kunststoff eingeschweißten Materialien bestehen, die die jeweilig zu erfüllende Funktion übernehmen.

Demnach kann als Material der Einlage beispielsweise ein PCM-Material gewählt sein, das eine Phasenumwandlungstemperatur im Bereich der Körpertemperatur aufweist. Diese Einlage kann also einen entsprechenden kühlenden Effekt bewirken.

Alternativ kann als Material der Einlage in thixotropes oder thixotropiertes Material gewählt sein, das sich besonders vorteilhaft an den Narbenbereich der Endverbraucherin anpassen kann.

Eine weitere Alternative für die Einlage besteht darin, dass sie mit weichem Silikon gefüllt ist.

Vorteilhaft kann die Einlage auch Aushöhlung und Vertiefungen, die an einen Narbenbereich angepasst sind, aufweisen.

Zum einfachen Trennen ist die Einlage über lösbare Verbindungselemente, wie einen Klettverschluss oder eine Klebe-/Haftverbindung mit der Brustprothese verbunden.

Die Einlage kann auf ihrer Oberfläche mehrere Abschweißungen aufweisen, wodurch die Flexibilität der Einlage erhöht wird.

Auf der Rückseite der Brustprothese mit eingelegter Einlage kann eine luftdurchlässige Textilschicht vorgesehen sein. Diese kann ebenfalls lösbar wieder auf der Rückseite der Brustprothese und der in dieser eingelegten Einlage aufgelegt sein. Diese Textilschicht, die aus einem sogenannten dreidimensionalen Mesh besteht, lässt eine Luftzirkulation zu und trägt daher zum Tragekomfort bei.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann die Einlage an ihrer Rückseite eine selbstklebende Schicht aufweisen, die eine Befestigung der gesamten Brustprothese ermöglicht.

Die vorgenannte luftdurchlässige Textilschicht kann auch unmittelbar auf der Rückseite der Einlage angeordnet sein, d. h. mit dieser fest verbunden sein.

Die Einlage kann die übliche im wesentlichen dreieckige Form aufweisen. Sie kann aber auch vorteilhaft im wesentlichen in Form einer symmetrischen Ellipse gestaltet sein.

Die Brustprothese selbst kann als Einschicht- und vorteilhaft auch als Zweischichtprothese gebildet sein, wobei als Materialien für die Füllung der ein oder zwei Schichten sämtliche bekannten Materialien, die üblicherweise bei Brustprothesen eingesetzt werden, einsetzbar sind.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:

1: den Aufbau einer Brustprothese nach einer ersten Ausführungsvariante der Erfindung,

2: den Umriss einer Einlage für die Brustprothese gemäß 1,

3: einen Umriss einer Einlage gemäß 2 in einer modifizierten Ausführungsform,

4: einen Längsschnitt durch eine Einlage gemäß 2,

5: eine modifizierte Form der Einlage gemäß 4,

6: eine modifizierte Einlage ähnlich der Einlage gemäß 4,

7: eine Brustprothese mit entsprechender Ausnehmung zum Einsetzen einer hier nicht dargestellten Einlage und

8: die Draufsicht auf die Brustprothese gemäß 7 von hinten.

Die in 1 dargestellte Brustprothese 10 besteht aus einem schalenförmigen Körper 12 aus einer weich-elastisch eingestellten additionsvernetzenden Zweikomponenten-Kautschuk-Masse, dessen Außenseite durch eine Polyurethanfolie 14 und dessen Innenseite durch eine Polyurethanfolie 16 abgedeckt ist, die längs eines gemeinsamen Umfangsrandes 18 durch eine umlaufende Schweißnaht miteinander verbunden sind.

Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist auf der Rückseite der Brustprothese 10 eine Vertiefung 20 vorgesehen, in die eine separate und auswechselbare Einlage 22 einsetzbar ist.

Die Einlage 22 ist ebenfalls in eine Polyurethanfolie 24 eingehüllt. Sie kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen.

So kann sie beispielsweise aus einem PCM-Material bestehen, das eine Phasenumwandlungstemperatur im Bereich der Körpertemperatur aufweist. Falls sie aus einem derartigen Material besteht, können als Grundausstattung zu einer Prothese mehrere PCM-Einlagen beigelegt werden um beispielsweise an besonders heißen Tagen die Einlagen wechselweise zu verwenden.

Alternativ kann die Einlage auch aus einem thixotropen bzw. thixotropierten Material bestehen. Auch eine Einlage aus weichem Silikon kann gewählt werden.

In der Ausführungsform gemäß 1 ist die Rückseite der Prothese und der in der Vertiefung 20 aufgenommenen Einlage 22 eine Textilschicht 26 angeordnet, die aus einem sogenannten dreidimensionalen Mesh besteht, also aus einem dreidimensionalen Netzgebilde, das luftdurchlässig ist und somit zu einem angenehmen Tragekomfort dient. Diese Textilschicht 26 kann durch eine Haftschicht wieder lösbar mit der Prothese 12 bzw. der Einlage 22 verbunden sein.

Die 2 zeigt die Umrisse einer Einlage 22 für die Ausführung einer symmetrischen Dreiecksprothese.

In 3 ist eine Einlage 22 entsprechend 2 gezeigt, auf deren Polyurethanhülle Abschweißungen 28 vorgesehen sind, die die Flexibilität der Einlage 22 erhöhen.

In 4 ist ein Längsschnitt durch eine typische Einlage 22, die zeigt, dass die Einlage gleich in der in die Vertiefung 20 angepasste Form gebracht ist. Alternativ könnte die Einlage 22 aber auch aus einer symmetrischen Ellipsenform bestehen. Diese symmetrische Ellipsenform würde auch ein Einlegen in die Vertiefung 20 erlauben, da sich das Material an die vorgegebene Wandung anpasst. Hierdurch würde der Herstellungsaufwand reduziert.

In der alternativen Ausführungsvariante gemäß 5 ist auf der Rückseite der Einlage 22 unmittelbar eine Textilschicht 30 fest aufgebracht. Hierdurch wird die Handbarkeit noch weiter erleichtert, da hier weniger Teile von der Trägerin zusammengesetzt werden müssen, bevor die Brustprothese angelegt wird. Auf der konvexen Vorderseite der Einlage 22 ist eine Art Flauschmaterial 32 aufkaschiert, das eine Verbindung mit entsprechenden Klettteilen auf der Rückseite der Brustprothese 12 ermöglicht, falls diese bei einem Klettverschluss vorgesehen sind.

In 6 ist auf der Körperseite der hier dargestellten modifizierten Einlage 22 eine Haftschicht 34 beispielsweise aus Haftsilikon aufgebracht, über die die gesamte Brustprothese 10 auf die Haut der Trägerin haftend aufbringbar ist. Auf der gegenüberliegenden Seite ist auch hier wieder ein Flauschmaterial 32 vorgesehen.

Die 7 zeigt eine Brustprothese 12 mit der entsprechenden Vertiefung 20, in welcher Klettteile 36 vorgesehen sind, die mit dem Flauschmaterial einer Einlage 22, wie sie in den 5 und 6 gezeigt ist, zusammenwirkt.

In 8 ist eine Draufsicht auf die Prothese gemäß 12 von hinten gezeigt, in der die Anordnung der Klettverschlussstreifen im Einzelnen zu sehen ist.


Anspruch[de]
  1. Brustprothese im wesentlichen bestehend aus in Kunststoffolien eingeschweißten, der Brustform nachgebildeten Körpern, vorzugsweise aus einer additionsvernetzenden Zweikomponenten-Siliconkautschuk-Masse, dadurch gekennzeichnet, dass auf ihrer Rückseite eine separate und auswechselbare Einlage ein- oder aufsetzbar ist.
  2. Brustprothese nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Vertiefung aufweist, in die die auswechselbare Einlage einsetzbar ist.
  3. Brustprothese nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage aus in Kunststoffolien eingeschweißten Materialien besteht.
  4. Brustprothese nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Material der Einlage PCM-Material gewählt ist, das eine Phasenumwandlungstemperatur im Bereich der Körpertemperatur aufweist.
  5. Brustprothese nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Material der Einlage ein thixotropes oder thixotropiertes Material gewählt ist.
  6. Brustprothese nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Material der Einlage ein weiches Silikon gewählt ist.
  7. Brustprothese nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage Aushöhlungen und Vertiefungen aufweisen kann.
  8. Brustprothese nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage über lösbare Verbindungselemente, wie einen Klettverschluß oder eine Klebe-/Haftverbindung mit der Brustprothese verbunden ist.
  9. Brustprothese nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlage auf ihrer Oberfläche mehrere Abschweißungen aufweist.
  10. Brustprothese nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückseite der Brustprothese mit einglegter Einlage von einer luftdurchlässigen Textilschicht, vorzugsweise einem dreidimensionalen Mesh, abgedeckt ist.
  11. Brustprothese nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage an ihrer Rückseite eine selbstklebende Schicht aufweist.
  12. Brustprothese nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass unmittelbar auf der Rückseite der Einlage eine luftdurchlässige Textilschicht angeordnet ist.
  13. Brustprothese nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage im wesentlichen in Form einer symmetrischen Ellipse gestaltet ist.
  14. Brustprothese nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Zweischichtprothese ausgebildet ist.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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