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Dokumentenidentifikation DE202005013083U1 12.01.2006
Titel Vorrichtung zum Stapeln von Formteilen in gegenseitigem Abstand zu Lager- und/oder Transportzwecken
Anmelder BLS-Buchmann + Leitner Spezialtransportsysteme GmbH, 66996 Fischbach, DE
Vertreter Patentanwälte Möll und Bitterich, 76829 Landau
DE-Aktenzeichen 202005013083
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 12.01.2006
Registration date 08.12.2005
Application date from patent application 19.08.2005
IPC-Hauptklasse B65G 1/20(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Stapeln von Formteilen, insbesondere Karosserieteilen in der Automobilindustrie, in gegenseitigem Abstand vornehmlich zu Lager- und/oder Transportzwecken gemäß dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.

In der herstellenden Industrie, insbesondere in der Automobilindustrie, ist es seit langer Zeit üblich, die ein Produkt ergebenden Einzelteile von Zulieferern zu beziehen, die dann beim Hersteller nur noch zu einer Einheit zusammengebaut werden. Gerade in der Automobilindustrie geht diese Entwicklung teilweise so weit, dass die Fertigungszeit nur noch 25 % beträgt, d. h. dass 75 % der Fertigung außer Haus bei den Zulieferfirmen geschieht. Der gerade in jüngster Zeit anhaltende Kostendruck hat zu einer Globalisierung der Märkte geführt, was bedeutet, dass die Hersteller weltweit nach den günstigsten Zulieferern und den günstigsten Produktionsbedingungen für den Zusammenbau der zugelieferten Teile suchen. Da nicht selten der Sitz der Zulieferer und die Produktionsstätten weit auseinander liegen, müssen die zugelieferten Teile für den Zusammenbau oft über weite Strecken transportiert werden.

In diesem Zusammenhang sind Vorrichtungen bekannt geworden, in denen Formteile, insbesondere Karosserieteile, gestapelt werden können, um sie entweder zu lagern oder an die Verwendungsstelle zu transportieren. Besonderes Augenmerk ist hier darauf zu richten, dass die einzelnen Formteile in die Vorrichtungen auf einfache Weise, möglichst durch Montageroboter, eingelegt und an der Verwendungsstelle auch wieder daraus entnommen werden können.

Bekannte Vorrichtungen dieser Art bestehen aus einem rahmenartigen Gestell mit meist rechteckigem Grundriss, bei dem aus einem Grundrahmen zwei oder mehr Stapelsäulen aufragen, die an den den Formteilen zugewandten Seiten ausklappbare Klinken zur Auflagerung der Formteile besitzen. Die Klinken sind in den Stapelsäulen so gelagert, dass sie im unbeladenen Zustand nach oben gegen die Stapelsäule eingeklappt sind, so dass die Formteile ohne Behinderung von oben her eingelegt werden können. Dabei sind die Klinken federnd so gelagert und so miteinander verbunden, dass mit der Beladung einer jeweils unteren Klinke diese in die horizontale Lagerposition ausschwenkt, während die jeweils darüber liegende Klinke in eine schräge Bereitschaftsstellung schwenkt, in der sie federnd gehalten wird, bis sie durch Beladung ihrerseits abklappt und die jeweils nächst folgende Klinke in Bereitschaft bringt.

Diese Funktion ermöglicht das Beladen der Klinken jeder Lage mit jeweils einem Formteil. Oft ist es aber so, dass die Formteile verhältnismäßig flach sind, wie zum Beispiel Karosserieteile, so dass auf ein Klinkenpaar mehrere Teile aufgelegt werden könnten. Wenn auch beim Beladen mehrere Formteile gemeinsam übereinander liegend auf ein Klinkenpaar aufgelegt werden können, so ist doch eine einzelne Entnahme der Teile nicht oder nur unter Schwierigkeiten möglich, weil durch die Beladung des betreffenden Klinkenpaares die jeweils oberhalb desselben liegenden Klinken in Bereitschaftsstellung gelangt sind und so das Entnehmen einzelner Formteile behindern.

Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu finden, um die Stapelsäulen in jeder Lage auch mit mehreren Formteilen beladen zu können und so in einer Vorrichtung mehr Teile stapeln und transportieren zu können als bisher.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Schutzanspruchs 1 gelöst.

Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, die einzelnen Klinken zweiteilig auszubilden und jeweils den vorderen, der Beladung dienenden Teil an dem rückwärtigen, der funktionsgerechten Halterung dienenden Teil gelenkig nach oben ausschwenkbar zu befestigen. Dadurch ist es möglich, jeweils an der Halterung einer Lage von Formteilen beteiligte Klinkenpaare jeweils mit mehreren Formteilen zu beladen und so die Stapelhöhe besser auszunützen als bei Beladung mit nur einem Formteil. Dabei wird aber zugleich die Möglichkeit geschaffen, die Formteile einzeln entnehmen zu können, weil der jeweils vordere Teil der oberhalb der zuletzt beladenen Klinke in Bereitschaft geschalteten Klinke beim Entnehmen jeweils eines Formteils nach oben wegschwenken kann, danach jedoch durch die Schwerkraft wieder in die Bereitschaftsstellung zurückkehrt.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt

1 eine Schrägansicht einer Stapel- und Transportvorrichtung nach der Erfindung,

2 einen Vertikalschnitt durch eine Stapelsäule und

3 eine vergrößerte Darstellung des unteren Bereichs der Stapelsäule.

Wie 1 erkennen lässt, besteht die erfindungsgemäße Stapel- und Transportvorrichtung für Formteile 1 aus einem rahmenartigen Gestell 2 aus einem im wesentlichen rechteckigen Grundrahmen 3 und vier Eckstützen 4, die an den oberen Enden durch Längsträger 5 und Querträger 6 miteinander verbunden sind. Der Grundrahmen 3 ist durch eine Aussteifung 7 aus Längs- und Querrippen versteift.

Der Aufnahme der zu stapelnden bzw. zu transportierenden Formteile dienen zwei Stapelsäulen 8, 9, die an den Stirnseiten des rahmenartigen Gestells 2 einander gegenüberliegend angeordnet sind. Während die Stapelsäulen 8 und 9 mit ausklappbaren Klinken versehen sind, wie weiter unten noch zu erläutern sein wird, die der Auflagerung der Formteile dienen, sind sie seitlich von Richtsäulen 10, 11 begleitet, die der Ausrichtung der Formteile dienen.

2 zeigt einen Vertikalschnitt durch die Stapelsäule 8. Die Stapelsäule 8 besteht aus einem Profilstahl 12 mit U-förmigem Querschnitt, der am unteren Ende mit einer Grundplatte 13 zur Anbringung auf dem Grundrahmen 3 versehen ist. An der Stapelsäule 8 ist eine Anzahl von Klinken 14 gelagert, von denen nur die untersten und obersten dargestellt sind. Während die Ausgestaltung der Klinken 14 im einzelnen anhand 3 zu erläutern sein wird, die eine vergrößerte Darstellung des unteren Bereichs der Stapelsäule 8 zeigt, ist hier so viel festzuhalten, dass die drei untersten Klinken 14a, b und c jeweils mit Formteilen 15 belegt sind; die Klinke 14d befindet sich in Bereitschaftsstellung, um mit Formteilen beladen zu werden, während sich die Klinken 14e bis g im Ruhezustand befinden, also das Einlegen von Formteilen von oben her durch einfaches Absenken nicht behindern. Die einzelnen Klinken 14 sind in an sich bekannter Weise so gelagert und so miteinander verbunden, dass – wie im Beispiel gezeigt – durch Beladung der Klinke 14c die Klinke 14d in die Bereitschaftsstellung gebracht wird, in der sie federnd bis zur Beladung gehalten wird, wodurch dann die nächstfolgende Klinke 14e in Bereitschaftsstellung gerät. Nach vollständigem Entladen der Klinke 14c gelangt diese in Bereitschaftsstellung, während die zuvor in Bereitschaftsstellung befindliche Klinke 14d in Ruhestellung gelangt, wie zum Beispiel die Klinken 14e bis g.

3 zeigt eine vergrößerte Darstellung des unteren Bereiches der Stapelsäule aus 2. Hier ist erkennbar, dass die Klinken 14 jeweils über eine Gelenklasche 16 mit zwei Gelenken, nämlich einem ortsfesten Gelenk 17 und einem bewegbaren Gelenk 18 an dem Rahmen 12 der Stapelsäule 8 gelagert sind. Die ortsfesten Gelenke 17 sind durch Bolzen gebildet, die in Bohrungen 19 drehbar sind; die bewegbaren Gelenke 18 sind in bogenförmigen Kulissen 20 zwischen einer unteren Stellung 20a und einer oberen Stellung 20b bewegbar. Durch diese an sich bekannte Lagerung der Klinken 14 wird erreicht, dass durch Beladung jeweils einer Klinke diese aus der schrägen Bereitschaftsstellung in die horizontale Lage bewegt und zugleich die darüber liegende Klinke aus der anliegenden Ruhestellung in die schräge Bereitschaftsstellung bewegt wird.

Erfindungsgemäß sind, wie in 3 dargestellt ist, die Klinken 14 zweiteilig ausgebildet; sie bestehen aus einem rückwärtigen Teil 21, der in der beschriebenen Weise über eine Gelenklasche 16 und die Gelenke 17 und 18 an der Stapelsäule 8 gelagert ist, und einem vorderen Teil 22, der über ein weiteres Gelenk 23 mit dem rückwärtigen Teil 21 verbunden ist. Dabei ist der vordere Bereich des rückwärtigen Teils 21, der das Lager für das Gelenk 23 trägt, etwas nach oben hin abgewinkelt.

Durch die erfindungsgemäße zweiteilige Ausbildung der Klinken 14 und die Verbindung der beiden Teile durch ein Gelenk 23 wird gewährleistet, dass beim Entladen der Vorrichtung 1, was in 3 dadurch angedeutet ist, dass das obere Formteil 15 in abgehobenem Zustand mit einem in Entladerichtung zeigenden Pfeil 24 gezeigt ist, beim Anheben den vorderen Teil 22 der darüber liegenden, in Bereitschaftsstellung stehenden Klinke 14d mitnimmt, wobei dieser nach Auslenkung wieder in den Bereitschaftszustand zurückkehrt. Die Rückkehr in den Bereitschaftszustand wird durch das der Schwerkraft unterliegende Eigengewicht dieses Teils bewirkt, wobei dieses vordere Teil 22 über das Gelenk 23 hinaus einen geringen Überstand 25 aufweist, der an der Unterseite des abgekröpften Bereichs des rückwärtigen Teils 21 der Klinken 14 einen Anschlag findet. Auf diese Weise ist durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Klinken 14 auch bei Beladung der einzelnen Klinken 14 mit mehreren Formteilen 15, wie in 3 dargestellt, eine problemlose Entnahme einzelner Formteile möglich.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Stapeln von Formteilen, insbesondere Karosserieteilen in der Automobilindustrie, in gegenseitigem Abstand vornehmlich zu Lager- und/oder Transportzwecken, bestehend aus einem rahmenartigen Gestell (2) mit mindestens zwei aus einem Grundrahmen (3) aufragenden Stapelsäulen (8, 9), die an den den Formteilen zugewandten Seiten in Lagerposition ausklappbare Klinken (14) zur Auflagerung der Formteile besitzen, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinken (14) zweiteilig ausgebildet sind, wobei der in der Lagerposition der Auflagerung der Formteile (15) dienende vordere Teil (22) der Klinken (14) um ein Gelenk (23) nach oben ausschwenkbar an dem in der Stapelsäule (8, 9) gelagerten rückwärtigen Teil (21) befestigt ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse des Gelenkes (23) am vorderen Ende des rückwärtigen Teils (21) der Klinken (14) gelagert ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das vordere Ende des rückwärtigen Teils (21) der Klinken (14) gegenüber diesem um einen stumpfen Winkel abgeknickt ist.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das rückwärtige Ende (25) des vorderen Teils (22) der Klinken (14) über das Gelenk (23) hinaus verlängert ist und als Anschlag unter das vordere Ende des rückwärtigen Teils (21) der Klinken (14) greift.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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