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Dokumentenidentifikation DE202005014931U1 12.01.2006
Titel Übungsgerät für Muskeldehnungen
Anmelder Sport-Thieme GmbH, 38368 Grasleben, DE
DE-Aktenzeichen 202005014931
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 12.01.2006
Registration date 08.12.2005
Application date from patent application 22.09.2005
IPC-Hauptklasse A63B 21/002(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A63B 21/068(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Übungsgerät für Muskeldehnungen, bestehend aus einem rahmenartigen Grundkörper mit einem ersten, in Gebrauchslage horizontalen Abschnitt und einem zweiten, in Gebrauchslage senkrechten Abschnitt, wobei am horizontalen Abschnitt ein Sitzelement und am senkrechten Abschnitt ein Handgriff abgestützt ist.

Für verschiedenartige sportliche Aktivitäten sind gezielte Muskeldehnungen sinnvoll, um das Verletzungsrisiko zu vermindern. Solche üblicherweise als „Stretching" bezeichneten Übungen werden vor dem Training durchgeführt, sofern kurzzeitig hohe oder maximale Belastungen zu erwarten sind, wie beispielsweise beim Sprint. Weiterhin ist Stretching nach einem Training oder Wettkampf für zahlreiche Sportarten zu empfehlen, weil durch eine Dehnung des erwärmten und gut durchbluteten Muskels die Muskelspannung in sanfter und für den Körper entspannender Weise wieder herabgesetzt wird. Neben dem objektiven körperlichen Effekt wird auch ein psychologischer Effekt erzielt, indem sich der Sportler nach dem Stretching entspannter und voller Energie fühlt.

Obwohl diese positiven Effekte von Stretching weitgehend bekannt sind, ergeben sich bei der praktischen Handhabung Probleme, sofern keine geeigneten Objekte verfügbar sind, an denen sich der Trainierende abstützen kann. Oftmals werden Geländer, Zäune, Baumstämme, Treppenstufen und dergleichen als Abstützung für die Hände oder Füße beim Stretching genutzt. Derartige Kompromisse sind zumindest für ein kurzzeitiges Stretching akzeptabel. Allerdings wird Stretching nicht nur als Vor- oder Nachbereitung sportlicher Aktivitäten durchgeführt, sondern auch als eigenständiges Übungsprogramm, um die Beweglichkeit und die Körperhaltung des Trainierenden zu verbessern. Hierfür ist eine Anwendung speziell konstruierter Geräte sinnvoll, um ausgewählte Muskelgruppen gezielt dehnen zu können.

Aus DE 20 2004 003 556 U1 ist ein tragbares Trainingsgerät bekannt, bei dem auf einer gemeinsamen Welle zwei mit einer Federkraft beaufschlagte Ausleger schwenkbar gelagert sind. Bei einer bevorzugten Anwendung dieser Vorrichtung für Stretching stützt sich der Trainierende mittels Hand oder Fuß auf einem Ausleger ab und drückt gegen den jeweils anderen Ausleger, so dass eine Muskeldehnung bewirkt wird. Nachteilig sind jedoch die instabile Lage der Vorrichtung und die geringe Anzahl möglicher Übungen, so dass eine mit dem Stretching an sich angestrebte Muskelentspannung nur teilweise erreicht wird.

In DE 199 34 778 A1 wird ein Übungsgerät zur Dehnung der Wadenmuskulatur und der Unterschenkelbänder beschrieben. Das Gerät weist eine Plattform auf, die mit einem Scharnier schwenkbar an einer Grundplatte abgestützt und mit Distanzstücken oder Gewindebolzen in verschiedenen Steigungswinkeln arretierbar ist. Der Trainierende stellt sich mit seinen Füßen auf die Plattform, so dass in Abhängigkeit des jeweils konkreten Steigungswinkels die Muskulatur unterschiedlich stark gedehnt wird.

Bei den beiden o.g. technischen Lösungen stützt sich der Trainierende mit seinen Händen oder Füßen an einer Vorrichtung ab. Dadurch wird das Stretching – ungeachtet einzelner etwas gekrümmter Körperabschnitte – in einer stehenden Körperhaltung durchgeführt, so dass das Körpergewicht weitgehend auf die Beine wirkt.

Alternativ hierzu wurde bereits vorgeschlagen, das Stretching in sitzender Körperhaltung durchzuführen, wobei sich der Trainierende gleichzeitig mit seinen Händen an einem lagefixierten Gegenstand festhält. Somit wird das eigene Körpergewicht genutzt, um eine effektive Dehnung zu erreichen. Eine diesbezügliche Konstruktion wird von der Firma Precor Incorporated/USA unter der Handelsbezeichnung „Stretchtrainer C 240" angeboten. Dieses Übungsgerät weist einen rahmenartigen Grundkörper auf, an dem ein Sitz für den Trainierenden abgestützt ist. Der Grundkörper geht von einem in Gebrauchslage horizontalen Abschnitt in einen annähernd senkrechten Abschnitt über, an dem Handgriffe angeordnet sind. Neben mehreren Vorteilen gegenüber den vorher bekannten Konstruktionen weist diese Vorrichtung jedoch auch Nachteile auf, beispielsweise eine problematische Anpassung an Personen mit unterschiedlichen Körpermaßen und eine lediglich begrenzte Anzahl möglicher Dehnungsübungen.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Übungsgerät für Muskeldehnungen zu schaffen, mit dem die Relativstellung des Sitzes gegenüber dem Handgriff zwischen einer Vielzahl von Positionen verändert werden kann, um sowohl eine problemlose Anpassung an Personen mit unterschiedlichen Körpermaßen als auch eine große Anzahl von Dehnungsübungen realisieren zu können.

Diese Aufgabe wird gelöst, indem der horizontale Abschnitt des Übungsgerätes einen Längsträger und zwei Querträger aufweist, wobei das Sitzelement am Längsträger horizontal und vertikal verlagerbar sowie um eine rechtwinklig zur Längsachse des Längsträgers verlaufende Achse schwenkbar angeordnet ist und wobei einem Querträger mindestens ein nach oben verlaufender Vertikalträger zur Aufnahme einer Baugruppe für die Handabstützung zugeordnet ist. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche, deren technische Merkmale im Ausführungsbeispiel näher beschrieben werden.

Mit dem erfindungsgemäßen Übungsgerät wird das Stretching in sitzender Körperhaltung durchgeführt, wobei zahlreiche Relativstellungen zwischen dem Sitzelement und der Handabstützung realisierbar sind. Somit kann das Übungsgerät problemlos von Personen mit unterschiedlichen Körpermaßen benutzt werden. Gleichzeitig sind verschiedenartige Dehnungsübungen und folglich ein sehr effektives Stretching möglich.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigen:

1 ein erfindungsgemäßes Übungsgerät in perspektivischer Darstellung

2 das Übungsgerät gemäß 1 in Seitenansicht

3 das Übungsgerät gemäß 1 in Vorderansicht

4 das Übungsgerät gemäß 1 in Draufsicht

Das in der Zeichnung dargestellte Übungsgerät ist für Muskeldehnungen geeignet, die üblicherweise als „Stretching" bezeichnet werden. Dieses Übungsgerät besteht aus einem rahmenartigen Grundkörper, der drei horizontale Abschnitte 1, 2 und 3 aufweist. Dabei ist der erste Abschnitt als Querträger 1, der zweite Abschnitt als Längsträger 2 und der dritte Abschnitt als Querträger 3 ausgestaltet. Die beiden Querträger 1 und 3 sind jeweils an den Stirnseiten des Längsträgers 2 angeordnet und verlaufen rechtwinklig zu diesem.

Am Längsträger 2 ist ein horizontal und vertikal verlagerbares Sitzelement 4 angeordnet, das gleichzeitig um eine rechtwinklig zur Längsachse des Längsträgers 2 verlaufende Achse schwenkbar ist. Diese Bewegungen des Sitzelementes 4 werden unter Verwendung einer separaten Baugruppe 5 realisiert. Für die konkrete Ausgestaltung der Baugruppe 5 sind zahlreiche Varianten möglich, wobei in der Zeichnung lediglich eine beispielhafte Ausführung dargestellt ist. Unabhängig von der jeweils konkreten Ausgestaltung weist die Baugruppe 5 einen ersten (unteren) Abschnitt mit einer Innenkontur auf, die kongruent ist zur Querschnittskontur des Längsträgers 2. Somit kann die Baugruppe 5 und folglich das Sitzelement 4 in horizontaler Richtung auf dem Längsträger 2 verschoben werden. Weiterhin ist an der Oberseite des unteren Abschnittes der Baugruppe 5 eine Schwenklagerung für eine das Sitzelement 4 tragende teleskopartige Baugruppe 6 ausgestaltet. Somit kann die teleskopartige Baugruppe 6 und folglich das Sitzelement 4 kreisbogenförmig verschwenkt werden. Dabei ist vorgesehen, dass die beiden Seitenflächen des unteren Abschnittes der Baugruppe 5 nach oben jeweils in einen zweiten (oberen) Abschnitt übergehen, der mit der teleskopartigen Baugruppe 6 in Wirkverbindung gebracht werden kann.

In weiterer Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die separate Baugruppe 5 zur Abstützung vom Sitzelement 4 in zumindest einer der beiden Seitenflächen des unteren Abschnittes Öffnungen aufweist, die mit Ausnehmungen in Wirkverbindung bringbar sind, welche im Längsträger 2 rechtwinklig zu dessen Längsachse ausgestaltet sind. Dabei haben die Öffnungen in den Seitenflächen und die Ausnehmungen im Längsträger 2 vorzugsweise eine kongruente Kontur, so dass sie in einfacher Weise beispielsweise mit einem stiftförmigen Verbindungselement zueinander lagefixierbar sind, wobei eine solche Verbindung in der Zeichnung allerdings nicht näher dargestellt ist.

Weiterhin ist vorgesehen, dass die separate Baugruppe 5 zur Abstützung vom Sitzelement 4 in zumindest einer der beiden Seitenflächen des oberen Abschnittes Öffnungen aufweist, die mit Ausnehmungen in Wirkverbindung bringbar sind, welche in der teleskopartigen Baugruppe 6 rechtwinklig zu deren Längsachse ausgestaltet sind. Dabei haben die Öffnungen in den Seitenflächen und die Ausnehmungen in der teleskopartigen Baugruppe 6 vorzugsweise eine kongruente Kontur, so dass sie in einfacher Weise beispielsweise mit einem stiftförmigen Verbindungselement zueinander lagefixierbar sind, wobei eine solche Verbindung in der Zeichnung allerdings nicht näher dargestellt ist.

In weiterer Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die ineinander geführten Segmente der teleskopartigen Baugruppe 6 ebenfalls Öffnungen aufweisen, die kongruent ausgestaltet und mit einem stiftförmigen Verbindungselement zueinander lagefixierbar sind.

In einer bevorzugten Ausführung weist das Sitzelement 4 eine zylinderförmige Kontur auf, wobei die Zylinderlängsachse rechtwinklig zur Längsachse des Längsträgers 2 angeordnet ist.

Dem Querträger 3 ist mindestens ein nach oben verlaufender Vertikalträger 7 zur Aufnahme einer Baugruppe 8 für die Handabstützung zugeordnet. Vorzugsweise sind dem Querträger 3 zwei diesbezügliche Vertikalträger 7 zugeordnet, die zueinander parallel verlaufen und im oberen Bereich jeweils mit der Baugruppe 8 für die Handabstützung verbunden sind. Die Baugruppe 8 ist in einer Position schräg zur Längsachse der Vertikalträger 7 ausgerichtet und besteht aus rohrförmigen Bauteilen, die in der Umfangskontur annähernd rechteckig und mit jeweils abgerundeten Eckabschnitten verlaufen und die innerhalb dieser Umfangskontur in Form einer gitterähnlichen Struktur mit großen Freiflächen angeordnet sind.

Bei Benutzung des beschriebenen Übungsgerätes wird der Trainierende zunächst eine für ihn optimale Sitzhöhe einstellen, indem er das Sitzelement 4 durch Betätigung der teleskopartigen Baugruppe 6 in eine entsprechende Position vertikal nach oben oder unten verlagert. Danach wird der Trainierende die Baugruppe 5 auf dem Längsträger 2 horizontal in eine solche Position verschieben, dass er beim Sitzen auf dem bereits höhenmäßig eingestellten Sitzelement 4 mit seinen Händen die rohrförmigen Bauteile der Baugruppe 8 für die Handabstützung ergreifen kann. Nachfolgend wird das Sitzelement 4 wiederum durch Betätigung der teleskopartigen Baugruppe 6 in eine solche Schwenkposition verlagert, die dem jeweils angestrebten Dehnungsgrad entspricht. Nachdem nunmehr eine für den Trainierenden günstige Position eingestellt ist, wird das Sitzelement 4 mittels der beschriebenen Öffnungen, Ausnehmungen und stiftförmigen Verbindungselemente noch lagefixiert, bevor das Stretching durchgeführt werden kann.


Anspruch[de]
  1. Übungsgerät für Muskeldehnungen, bestehend aus einem rahmenartigen Grundkörper mit einem ersten, in Gebrauchslage horizontalen Abschnitt und einem zweiten, in Gebrauchslage senkrechten Abschnitt, wobei am horizontalen Abschnitt ein Sitzelement und am senkrechten Abschnitt ein Handgriff abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der horizontale Abschnitt einen Längsträger (2) und zwei Querträger (1; 3) aufweist, wobei das Sitzelement (4) am Längsträger (2) horizontal und vertikal verlagerbar sowie um eine rechtwinklig zur Längsachse des Längsträgers (2) verlaufende Achse schwenkbar angeordnet ist und wobei einem Querträger (3) mindestens ein nach oben verlaufender Vertikalträger (7) zur Aufnahme einer Baugruppe für die Handabstützung (8) zugeordnet ist.
  2. Übungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzelement (4) in einer separaten Baugruppe (5) abgestützt ist, die einen ersten Abschnitt mit einer Innenkontur aufweist, die kongruent ist zur Querschnittskontur des Längsträgers (2), wobei an der Oberseite des ersten Abschnittes eine Schwenklagerung für eine das Sitzelement (4) tragende teleskopartige Baugruppe (6) ausgestaltet ist und wobei die beiden Seitenflächen des ersten Abschnittes nach oben jeweils in einen zweiten Abschnitt übergehen, der mit der teleskopartigen Baugruppe (6) in Wirkverbindung bringbar ist.
  3. Übungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die separate Baugruppe (5) zur Abstützung vom Sitzelement (4) in zumindest einer der beiden Seitenflächen des ersten unteren Abschnittes Öffnungen aufweist, die mit Ausnehmungen in Wirkverbindung bringbar sind, welche im Längsträger (2) rechtwinklig zu dessen Längsachse ausgestaltet sind.
  4. Übungsgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen in den Seitenflächen des ersten unteren Abschnittes und die Ausnehmungen im Längsträger (2) mit einer kongruenten Kontur ausgestaltet und mit einem stiftförmigen Verbindungselement zueinander lagefixierbar sind.
  5. Übungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die separate Baugruppe (5) zur Abstützung vom Sitzelement (4) in zumindest einer der beiden Seitenflächen des zweiten oberen Abschnittes Öffnungen aufweist, die mit Ausnehmungen in Wirkverbindung bringbar sind, welche in der teleskopartigen Baugruppe (6) rechtwinklig zu deren Längsachse ausgestaltet sind.
  6. Übungsgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen in den Seitenflächen des zweiten oberen Abschnittes und die Ausnehmungen in der teleskopartigen Baugruppe (6) mit einer kongruenten Kontur ausgestaltet und mit einem stiftförmigen Verbindungselement zueinander lagefixierbar sind.
  7. Übungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die ineinander geführten Segmente der teleskopartigen Baugruppe (6) jeweils Öffnungen aufweisen, die mit einer kongruenten Kontur ausgestaltet und mit einem stiftförmigen Verbindungselement zueinander lagefixierbar sind.
  8. Übungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzelement (4) eine zylinderförmige Kontur aufweist, wobei die Zylinderlängsachse rechtwinklig zur Längsachse des Längsträgers (2) angeordnet ist.
  9. Übungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass einem Querträger (3) zwei Vertikalträger (7) zugeordnet sind, die zueinander parallel verlaufen und an denen die Baugruppe für die Handabstützung (8) in einer schräg zur Längsachse der Vertikalträger (7) ausgerichteten Position befestigt ist.
  10. Übungsgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Baugruppe für die Handabstützung (8) aus rohrförmigen Bauteilen besteht, die in der Umfangskontur annähernd rechteckig und mit jeweils abgerundeten Eckabschnitten verlaufen und die innerhalb dieser Umfangskontur in Form einer gitterähnlichen Struktur mit großen Freiflächen angeordnet sind.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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