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Dokumentenidentifikation DE202005015006U1 12.01.2006
Titel Temperatur-Überwachungsvorrichtung für Radsatzlager
Anmelder Neuroth, Bernd, 56422 Wirges, DE
Vertreter Kutzenberger & Wolff, 56244 Helferskirchen
DE-Aktenzeichen 202005015006
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 12.01.2006
Registration date 08.12.2005
Application date from patent application 23.09.2005
IPC-Hauptklasse G01M 17/08(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse G01J 1/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      G01K 13/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Überwachung der Temperatur der Radsatzlager von vorbeifahrenden Schienenfahrzeugen, bestehend aus mindestens einer unterhalb des Schienenstranges angeordneten und durch Schienenkontakte sowohl aktivierbaren als auch deaktivierbaren IR-Empfangseinheit sowie aus einem die eigentliche Messstrecke durch ein sogenanntes Messtor bestimmenden Schalter.

Es ist bekannt, die Temperatur von Radsatzlagern an Schienenfahrzeugen, insbesondere an Eisenbahnfahrzeugen zu überwachen, um sogenannte Heißläufer-Entgleisungen zu vermeiden. Dazu werden von den Bahnverwaltungen IR-Messsysteme mit mindestens einer IR-Empfangseinheit eingesetzt, die unterhalb des Schienenstranges angeordnet und meist in einer gesonderten Messschwelle oder einer Hohlschwelle untergebracht ist. Meistens sind jedoch in einer solchen Schwelle vier IR-Empfangseinheiten vorgesehen, über die die Temperatur der Radsatzlager einerseits an beiden Rädern und andererseits sowohl innen als auch außen erfasst werden können. Die dabei ermittelten Werte werden normalerweise mit in einem Rechner abgespeicherten Infrarotsignalmustern verglichen. Bei unzulässigen Abweichungen wird ein Alarmsignal abgegeben. Diese IR-Empfangseinheiten sind jedoch nicht ständig in Betreib und damit empfangsbereit. Sie werden immer nur über einen Schienenkontakt, der sich – in Fahrtrichtung eines Zuges – mit Abstand vor den IR-Empfangseinheiten befindet, aktiviert und über einen weiteren Schienenkontakt, der – ebenfalls in Fahrtrichtung des Zuges – mit Abstand hinter den IR-Empfangseinheiten angeordnet ist, deaktiviert.

Um bei einer solchen Temperaturüberwachung keine unnötigen Signale an den Rechner zu liefern, ist den IR-Empfangseinheiten ein am Schienenstrang befestigter, magnetischer oder elektromagnetischer Schalter zugeordnet, der durch die Räder des Schienenfahrzeuges über einen unterschiedlichen Zeitraum geschlossen wird, wobei dieser Zeitraum vom Durchmesser der Räder abhängig ist. Während dieses Zeitraumes, also über eine vom Raddurchmesser abhängige Messstrecke, erfolgt über ein sogenanntes Messtor eine Signalauswertungsfreigabe. Dieses Messtor kann, muss allerdings nicht äquivalent zur Größe der Radsatzlager sein. In der Praxis führt dies nun dazu, dass bei Radsatzlagern, die im Verhältnis zum Raddurchmesser sehr groß sind, zumindest ein Teil des Radsatzlagers nicht gemessen wird. Damit kann ein sogenannter Heißläufer übersehen werden. Andererseits besteht bei Radsatzlagern, die im Verhältnis zum Raddurchmesser klein sind, die Gefahr, dass die IR-Empfangseinheiten am Radsatzlager vorbeischauen und beispielsweise durch Sonneneinstrahlung eine höhere Temperatur ermittelt wird, die zu einem Fehlalarm und damit zu einem unnötigen Stillstand des Zuges führen kann.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Überwachung der Temperatur der Radsatzlager von vorbeifahrenden Schienenfahrzeugen so weiter zu bilden, dass das Messtor, also die wirksame Messtrecke der IR-Empfangseinheiten, genau der Größe des Radsatzlagers entspricht und somit Fehlmessungen ausgeschlossen sind.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung bei einer Vorrichtung der eingangs beschriebenen Gattung vorgeschlagen, dass der das Messtor öffnende Schalter durch einen die genaue Breite bzw. Fläche des Radsatzlagers abtastenden Sensor gebildet ist. Durch einen solchen Sensor ist sichergestellt, dass – unabhängig vom Durchmesser des Rades – eine Signalauswertungsfreigabe exakt genau über die breite bzw. Fläche des Radsatzlagers erfolgt. Damit sind Fehlmeldungen durch falsche Messergebnisse ausgeschlossen.

Der Sensor ist dabei in vorteilhafter Weise als optischer Sensor oder als Lasersensor ausgebildet.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in einer Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.

In dieser Zeichnung ist von einem Schienenfahrzeug, beispielsweise einem Waggon, nur ein Rad 1 mit einer Achse 2 und einem Radsatzlager 3 dargestellt. Das Rad 1 läuft in Drehrichtung des Pfeiles 4 auf einer Schiene 5, die ihrerseits von einer Vielzahl von Schwellen 6 getragen wird. Es wird darauf hingewiesen, dass sich an der Rückseite des Rades 1 ein weiteres Radsatzlager 3 befindet und dass dem Rad 1 mit Abstand ein zweites Rad 1 mit zugeordnet ist, welches sich auf gleicher oder getrennter Achse 2 befindet und ebenfalls von Radsatzlagern 3 aufgenommen wird.

Mittels der erfindungsgemäß ausgestalteten Vorrichtung soll die Temperatur aller Radsatzlager 3 sicher überwacht und eine zu hohe Temperatur durch ein Alarmsignal angezeigt werden. Dazu ist jedem Radsatzlager 3 eine IR-Empfangseinheit 7 zugeordnet, die allesamt über eine sogenannte Schienenelektronik an eine nicht dargestellte Auswerteinheit bzw. einen Rechner angeschlossen sind. Bedarfsweise können auch noch weitere IR-Empfangseinheiten vorgesehen sein, die entweder andere Teile des Waggons überwachen und/oder zur Bildung eines Referenzsignales dienen und die normale Temperatur an der Unterseite des Waggons überprüfen. Die IR-Empfangseinheiten 7 sind dabei alle in einer hohl ausgebildeten Schwelle 6a oder in einer besonderen Messschwelle untergebracht, die mittels Signal- und Versorgungskabeln mit der Schienenelektronik verbunden sind.

Die IR-Empfangseinheiten 7 werden durch Schienenkontakte 8, 9 aktiviert bzw. deaktiviert, die, in Fahrtrichtung eines Zuges, mit Abstand vor bzw. hinter der Schwelle 6a mit den IR-Empfangseinheiten an oder auf anderen Schwellen 6 angeordnet sind. Die Aktivierung hat zur Folge, dass die IR-Emfangseinheiten 7 Temperatursignale empfangen, die allerdings noch nicht an die Schienenelektronik weitergeleitet werden.

Jeder IR-Empfangseinheit 7 ist nun ein Sensor 10 zugeordnet, der als optischer bzw. Lasersensor ausgebildet ist. Dieser Sensor 10 ist so angeordnet, dass er über einen angedeuteten Strahl 11 die Breite bzw. die Fläche des Radlagersatzes 3 exakt abtastet und somit ein sogenanntes Messtor öffnet, aus dessen Bereich lediglich die ermittelten Signale an die Schienenelektronik und bedarfsweise an die Auswerteinheit bzw. den Rechner weiterleitet. Sobald der Radlagersatz den Strahl 11 verlassen hat wird das Messtor wieder geschlossen und die Übertragung von Signalen ist beendet. Durch diesen Sensor 10 ist sichergestellt, dass keine Fehlsignale an die Schienenelektronik und damit an die Auswerteinheit bzw. den Rechner gelangen. Über den Schienenkontakt 9 werden anschließend die IR-Empfangseinheiten 7 wieder deaktiviert.

Durch die Verwendung des Sensors 10 kann der bisher übliche und für die Öffnung des Messtores benutzte Magnetschalter, der von seiner Ausgestaltung eigentlich, nur für das Zählen von Rädern bzw. Radachsen gedacht ist, entfallen oder ausschließlich für diesen Zweck beibehalten werden.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Überwachung der Temperatur der Radsatzlager von vorbeifahrenden Schienenfahrzeugen, bestehend aus mindestens einer unterhalb des Schienenstranges angeordneten und durch Schienenkontakte sowohl aktivierbaren als auch deaktivierbaren IR-Empfangseinheit sowie aus einem die eigentliche Messstrecke durch ein sogenanntes Messtor bestimmenden Schalter, dadurch gekennzeichnet, dass der das Messtor öffnende Schalter durch einen die genaue Breite bzw. Fläche des Radsatzlagers (3) abtastenden Sensor (10) gebildet ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (10) als optischer Sensor ausgebildet ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (10) als Lasersensor ausgebildet ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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