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Dokumentenidentifikation DE60108796T2 12.01.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001128397
Titel Feuerbeständige und wasserfeste, halogenfreie Niederspannungskabel
Anmelder Cables Pirelli, Saint Maurice, FR
Erfinder Bisleri, Cesare, 20060 Cassina de Pecchi (MI), IT;
Fondeur, Jean-Hubert, 89100 Sens, FR
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Aktenzeichen 60108796
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 20.02.2001
EP-Aktenzeichen 014004378
EP-Offenlegungsdatum 29.08.2001
EP date of grant 09.02.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse H01B 7/295(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse H01B 7/28(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      H01B 3/44(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft elektrische Kabel, insbesondere elektrische Niederspannungskabel mit verbesserter Feuerbeständigkeit und Wasserbeständigkeit.

Beschreibung des Standes der Technik

Feuerbeständige Kabel, die Polyolefinschichten einschließen, die ein organisches Halogenid oder andere Flammschutzmittel enthalten, sind in der Technik bekannt.

Die Nachteile der Verwendung halogenierter Flammschutzmittel, insbesondere in Verbindung mit der Herstellung der obigen Kabel und ihre mögliche korrosive Wirkung auf Metallteile der Vorrichtung, sind in der Technik bekannt.

PCT WO 99/05688 offenbart Kabel mit guten Feuerbeständigkeitseigenschaften, die eine Schicht von kristallinem Propylen-Homopolymer oder -Copolymer, vermischt mit einem Copolymer von Ethylen mit mindestens einem &agr;-Olefin und gegebenenfalls einem Dien einschließen.

Die obigen Verbindungen enthalten ein natürliches Magnesiumhydroxid in Mengen, welche den Kabeln feuerhemmende Eigenschaften verleihen.

Die obige Anmeldung erwähnt die mögliche Verwendung einer inneren Isolationsschicht, die verglichen mit der Schicht, die das feuerhemmende Mittel enthält, relativ dick ist.

Die europäische Anmeldung EP 0 378 259 offenbart Hochspannungs-Verbindungskabel, die eine Metallader einschließen, die von einer ersten Isolierungsschicht umgeben ist, die 0,3 bis 1,5 mm dick ist und ein Copolymer von Propylen und mindestens einem anderen Alken einschließt, wobei der erste Isolierungsmantel mit einem zweiten Isolierungsmantel abgedeckt ist, der nicht vernetzt ist, 1,0 bis 3 mm dick ist und Polyvinylchlorid oder ein Vinylchlorid-Copolymer enthält. Der zweite Mantel schließt feuerhemmende Additive ein.

Das britische Patent 2 294 801 betrifft ein elektrisches Kabel, das einen Leiter einschließt, der in ein hydrophobes Material eingebettet ist und von einer Schicht von feuerhemmendem Material umgeben ist. Das Kabel wird insbesondere im Gebiet der Telekommunikation verwendet.

Wir haben jedoch gefunden, dass die Verwendung einer Abdeckung, die eine Schicht einschließt, welche den feuerhemmenden Stoff enthält, wie in PCT WO 99/05688 beschrieben, die Wasserbeständigkeit des Kabels unzufriedenstellend macht, und es nicht schafft, die relevanten Anforderungen einzuhalten. Ebenso besitzt das Kabel Feuerbeständigkeitsprobleme, wenn die dicke, zusätzliche Isolierungsschicht verwendet wird.

Wir haben gefunden, dass, wenn das Kabel sich in Gegenwart von Feuchtigkeit befindet, das Wasser dazu neigt, in das Kabel einzudringen und seine Isolation zu verringern, was zum Versagen des Kabels führt.

Die Erfindung betrifft folglich ein elektrisches Niederspannungskabel, vorzugsweise ein Einzelleiterkabel mit verbesserter Feuerbeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen die Flammenausbreitung, das keine Halogenide enthält und die IEC-Standards einhält, wobei das Kabel verbesserte Wasserbeständigkeit besitzt. Die Kombination zielt ebenso darauf ab, die mechanischen Eigenschaften des Kabels und seine Widerstandsfähigkeit gegen Kurzschlüsse zu verbessern.

Das erfindungsgemäße Kabel muss eine Feuerbeständigkeit besitzen, die die folgenden Standards einhält: IEC 332-3c (März 1992), NFEN 50 266-2 Abschnitt 4 vom Februar 1999 und NFC 32070 Abschnitt 2 und 2.2 von März 1991 und die Ergänzungen A1 von Juli 1992 und A2 von November 1993, sowie eine solche Wasserbeständigkeit, dass es Salzwasser (10 g/l NaCl) bei 60°C bei einer Spannung von 220 V Gleichstrom für mindestens zehn Tage widersteht, im Einklang mit NFC-32-201-2, Artikel 2.5 von Oktober 1998 und NFC-32-201-1 Tabelle 3, Abschnitt 5 von Oktober 1998.

Wir haben entdeckt, dass die obigen Probleme gelöst werden können durch Entwicklung eines Kabels, das eine Doppelschicht aufweist, wobei die Schichten solche relativen Dicken haben, dass das Kabel zu ein und derselben Zeit verbesserte Feuerbeständigkeitseigenschaften und verbesserte Wasserbeständigkeitseigenschaften besitzt, in beiden Fällen im Einklang mit den zuvor erwähnten Standards.

Zusammenfassung der Erfindung

Die Erfindung stellt ein feuerbeständiges und wasserbeständiges elektrisches Niederspannungskabel zur Verfügung, das einen Leiter und eine erste innere Schicht, um ihn gegen Wasser zu schützen, auf Basis einer Polymerverbindung, die kein Halogen enthält, vernetzt oder nicht, und eine zweite Schicht einschließt, die aus einer Mischung eines kristallinen Propylen-Homopolymers oder -Copolymers und eines Copolymers von Ethylen und mindestens einem &agr;-Olefin, gegebenenfalls mit einem Dien, und aus einem Mittel mit feuerhemmenden Eigenschaften besteht, wobei das Verhältnis der Dicken der äußeren Schicht und der inneren Schicht 1 bis 7 ist.

Abhängig vom Querschnitt des Leiters hat die innere Schicht vorzugsweise eine Dicke von 0,05 bis 1 mm und die äußere Schicht vorzugsweise eine Dicke von 0,25 bis 2 mm.

In Übereinstimmung mit der Erfindung ist die innere Schicht, welche den Leiter abdeckt, eine Schicht eines Olefinpolymers, das kein Halogenid enthält, vernetzt oder nicht, vorzugsweise ausgewählt aus Polyolefinen und insbesondere Olefin-Homopolymeren oder -Copolymeren, Copolymeren eines Olefins mit ethylenisch ungesättigten Estern, Polyestern, Polyethern, Polyether/Polyester-Copolymeren und Mischungen davon.

Die Polymere können Polyethylen und insbesondere lineares Polyethylen niedriger Dichte (LLDPE), Polypropylen, ein thermoplastisches Propylen-Ethylen-Copolymer, Ethylen-Propylen-Kautschuke (EPR) oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuke (EPDM), natürliche Kautschuke, Butylkautschuke, Ethylen/Vinylacetat (EVA) -Copolymere, Ethylen/Methacrylat (EMA) -Copolymere, Ethylen/Ethylacrylat (EEA) -Copolymere, Ethylen/Butylacrylat (EBA) -Copolymere und Ethylen/&agr;-Olefin-Copolymere einschließen.

Die feuerhemmende äußere Schicht ist vorzugsweise eine Mischung eines kristallinen Propylen-Homopolymers oder -Copolymers und eines Copolymers von Ethylen mit einem &agr;-Olefin, gegebenenfalls mit einem Dien, wobei die Copolymere eine enge Molekulargewichtsverteilung besitzen, gekennzeichnet durch einen Molekulargewichtsverteilungsindex, definiert als Verhältnis des gewichtsmittleren Molekulargewichts Mw zum zahlenmittleren Molekulargewicht Mn von weniger als 5, vorzugsweise von 1,5 bis 3,5, bestimmt mit Gelpermeationschromatographie, und einem feuerhemmenden Mittel.

Die &agr;-Olefine können &agr;-Olefine mit der Formel CH2 = CH-R sein, worin R ein lineares oder verzweigtes Alkylradikal mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen ist.

Insbesondere können sie Propylen, 1-Buten, 1-Penten, 4-Methyl-1-penten, 1-Hexen, 1-Octen, 1-Dodecen usw. sein.

Die &agr;-Olefine sind vorzugsweise die Propylen-, 1-Hexen und 1-Octengruppen.

Wenn das &agr;-Olefin Propylen ist, können die Copolymere gekennzeichnet sein durch eine hohe Domänenregelmäßigkeit in der Sequenz der Monomereinheiten. Insbesondere haben diese Copolymere eine Zahl von CH2-Gruppen in den -(CH2)n-Sequenzen, worin n eine ganze Zahl ist, relativ zur Gesamtzahl von CH2-Gruppen, von weniger als 5 %/mol, vorzugsweise weniger als 1 %/mol. Dies kann mit NMR-Analyse unter Verwendung von Kohlenstoff-13 bestimmt werden. Dies ist in der Technik bekannt.

Wenn das Comonomer ein Dien ist, hat es üblicherweise 4 bis 20 Kohlenstoffatome und ist vorzugsweise ausgewählt aus konjugierten oder unkonjugierten linearen Diolefinen, wie beispielsweise 1,3-Butadien, 1,4-Hexadien oder 1,6-Octadien; monocyclischen oder polycyclischen Dienen, wie beispielsweise 1,4-Cyclohexadien, 5-Ethylidennorbornen, 5-Methylen-2-norbornen, usw.

In Übereinstimmung mit der Erfindung wird die Zusammensetzung der äußeren Schicht erhalten unter Verwendung von Mischungen der zwei Polymere, die 5 bis 60 Gew.-% und vorzugsweise 10 bis 40 Gew.-% eines kristallinen Propylen-Homopolymers oder -Copolymers (a) und 40 bis 95 Gew.-% und vorzugsweise 60 bis 90 Gew.-% des Ethylen/&agr;-Olefin-Copolymers (b) relativ zum Gesamtgewicht der Polymerkomponenten des Gemischt erhalten.

Die Verbindungen enthalten vorzugsweise als feuerhemmende Mittel natürliches oder synthetisches Aluminium- und/oder Magnesiumhydroxid. Das natürliche Magnesiumoxid kann beispielsweise erhalten werden durch Mahlen von Mineralien auf Basis von Magnesiumhydroxid, wie beispielsweise Brucit. Brucit kann üblicherweise vermischt mit anderen Mineralien, wie Calcit, Aragonit, Talk oder Magnesit, oft in Schichtform zwischen Silikatablagerungen, insbesondere in Serpentinasbest, Chloriten oder Schiefern erhalten werden.

In Übereinstimmung mit der Erfindung wird der Brucit unter Verwendung einer im Fachgebiet bekannten Nass- oder Trockentechnik und in Gegenwart von Additiven, wie Polyglykolen, gemahlen.

Die spezifische Oberfläche des gemahlenen Produkts ist üblicherweise 3 bis 20 m2/g und vorzugsweise 6 bis 15 m2/g.

Das gemahlene Produkt kann einem Trennverfahren unterzogen werden, um einen Bereich von Partikelgrößen von 1 bis 15 &mgr;m und insbesonders von 1 bis 5 &mgr;m zu erhalten. Die Partikelverteilung ist so, dass weniger als 10% der Gesamtzahl von Partikeln mit einer Partikelgröße von weniger als 1,5 &mgr;m und weniger als 10% der Gesamtzahl von Partikeln eine Partikelgröße größer als 20 &mgr;m haben.

Wenn das flammhemmende Mittel natürlichen Ursprungs ist, kann es unterschiedliche Verunreinigungen enthalten, die von Oxiden und/oder Hydroxiden von Metallen, wie Eisen, Mangan, Calcium, Silizium, Vanadium usw. stammen.

Magnesiumhydroxid, das mit in der Technik bekannten chemischen Verfahren erhalten wurde, beispielsweise durch basische Fällung aus einer wässrigen Lösung, welche das Mg2+-Ion enthält, kann ebenso verwendet werden.

Das Magnesiumhydroxid kann als solches verwendet werden oder kann mit gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren behandelt werden, die 8 bis 24 Kohlenstoffatome enthalten, oder Metallsalzen davon, beispielsweise mit Ölsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, Isostearinsäure, Laurinsäure, Magnesium- oder Zinkstearat, Magnesium- oder Zinkoleat.

Die Partikel können ebenso mit Haftmitteln (Kopplungsmitteln) oberflächenbehandelt werden, wie beispielsweise organischen Titanaten oder Silanen, wie Vinyltriethoxysilan, Vinyltriacetylsilan, Tetraisopropyltitanat, tetra-n-Butyltitanat usw.

Die Copolymere (b) der äußeren Schicht sind vorzugsweise Copolymere von Ethylen mit mindestens einem C3-C12-&agr;-Olefin, gegebenenfalls einem Dien, wobei diese Copolymere Elastomereigenschaften haben, gekennzeichnet durch:

  • – eine Schmelzenthalpie von weniger als 35 J/g und vorzugsweise weniger als 30 J/g;
  • – eine intrinsische Viskosität (&eegr;) von üblicherweise größer als 100 l/kg (1,0 dl/g) und vorzugsweise größer als 200 l/kg (2,0 dl/g), bestimmt in Tetralin bei 135°C;
  • – eine Mooney ML (1+4) -Viskosität bei 125°C, gemessen nach dem ASTM-Standard D 1646 von üblicherweise größer als 10 und vorzugsweise von 20 bis 90;
  • – eine Löslichkeit in Pentan bei 20°C von üblicherweise größer als 80 Gew.-%; und
  • – eine bleibende Dehnung von weniger als 30%, gemessen eine Minute nach Entfernung der Spannung, welche eine Dehnung bis 200% erlaubte, wie gemäß ASTM-Standard D 412.

Diese Copolymere haben üblicherweise die folgende Zusammensetzung: 35 bis 90 mol% Ethylen, 10 bis 65 mol% &agr;-Olefin, vorzugsweise Propylen, 0,10 mol% eines Diens, vorzugsweise 1,4-Hexadien oder 5-Ethylidennorbornen.

Wenn das &agr;-Olefin Propylen ist, ist die Monomerzusammensetzung vorzugsweise wie folgt: 55 bis 80 Gew.-% und vorzugsweise 65 bis 75 Gew.-% Ethylen, 20 bis 45 Gew.-% und vorzugsweise 25 bis 35 Gew.-% Propylen; 0 bis 10 Gew.-% und vorzugsweise 0 bis 5 Gew.-% eines Diens (vorzugsweise 5-Ethylen-2-norbornen).

Eine zweite Familie von Copolymeren, die in der äußeren Schicht verwendet werden können, sind Copolymere von Ethylen mit mindestens einem C4-C12-&agr;-Olefin, vorzugsweise 1-Octen und gegebenenfalls einem Dien, gekennzeichnet durch:

  • – eine Dichte von 0,86 bis 0,90 g/cm3;
  • – eine Schmelzenthalpie von 30 bis 60 J/g;
  • – einen Schmelzflussindex, gemessen mit ASTM-Standard D 1238 L von 0,1 bis 30 g/10 Minuten, vorzugsweise von 0,5 bis 5 g/10 Minuten.

Diese Copolymere haben vorzugsweise die folgende Zusammensetzung: 75 bis 97 mol% und vorzugsweise 90 bis 95 mol% Ethylen; 3 bis 25 mol% und vorzugsweise 5 bis 10 mol% &agr;-Olefin und 0 bis 5 mol% und vorzugsweise 0,2 mol% eines Diens.

Die kristallinen Propylen-Homopolymere oder – Copolymere haben üblicherweise eine Schmelzenthalpie größer als 75 J/g und vorzugsweise größer als 85 J/g. Sie sind vorzugsweise ausgewählt aus:

  • – isotaktischen Propylen-Homopolymeren mit einem Isotaxieindex größer als 80, vorzugsweise größer als 90 und insbesondere größer als 95;
  • – unter Verwendung von Metallocen-Katalysatoren erhaltenen Propylen-Homopolymeren, mit einer mmmmm-Pentadenkonzentration größer als 90%, bestimmt mittels NMR-Analyse unter Verwendung von Kohlenstoff-13;
  • – Copolymeren von Propylen mit Ethylen oder einem &agr;-Olefin mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen und einer Ethylen- und/oder &agr;-Olefin-Konzentration von weniger als 10 mol%;
  • – Heterophasen-Propylen-Copolymeren, die erhalten werden können durch Blockpolymerisation von Propylen und Mischungen von Propylen mit Ethylen und/oder einem &agr;-Olefin mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen und mindestens 70 Gew.-% Propylen-Homopolymere und kristalline Ethylen/Propylen-Copolymere mit einem Isotaxie-Index größer als 80 enthalten, wobei der Rest aus elastomeren Ethylen/Propylen-Copolymeren mit einem Propylengehalt von 30 bis 70 Gew.-% besteht; und
  • – kristallinen Propylen-Homopolymeren oder -Copolymeren mit einer syndiotaktischen Struktur, die unter Verwendung von Metallocen-Katalysatoren erhalten werden kann.

Die Menge von als feuerhemmendes Mittel verwendetem Magnesiumhydroxid ist letztendlich 10 bis 90 Gew.-% und vorzugsweise 30 bis 80 Gew.-%, relativ zum Gesamtgewicht des Gemischs.

Andere Füllstoffe mit flammhemmenden Eigenschaften können verwendet werden, wie beispielsweise Aluminiumhydroxid oder Aluminiumtrihydrat (Al2O3·3H2O) oder eines oder mehrere Oxide oder anorganische Salze, wie CoO, TiO2, Sb2O3, ZnO, Fe2O3, CaCO3 oder Mischungen davon.

Wie oben angegeben, können zur Verbesserung der Kompatibilität des Magnesiumhydroxids mit der Polymermatrix Haftmittel (Kopplungsmittel) verwendet werden, um die Interaktion zwischen den Hydroxylgruppen des Magnesiumhydroxids und des Polyolefinketten zu verbessern.

Die Haftmittel sind vorzugsweise ausgewählt aus ungesättigten Silanderivaten, vorzugsweise Silanen, die mindestens eine ethylenisch ungesättigte Gruppe enthalten: Epoxiden, die eine ethylenisch ungesättigte Gruppe enthalten, Monocarbonsäuren oder vorzugsweise Dicarbonsäuren mit mindestens einer ethylenisch ungesättigten Gruppe oder Derivaten davon, wie Anhydriden oder Estern.

Die Silane schließen ein: &ggr;-Methacryloxypropyltrimethoxysilan, Methyltriethoxysilan, Tris-(2-methoxyethoxy)methylsilan, Dimethyldiethoxysilan, Tris-(2-methoxyethoxy)vinylsilan, Vinyltrimethoxysilan, Vinyltriethoxysilan, Octyltriethoxysilan, Isobutyltriethoxysilan, Isobutyltrimethoxysilan und Mischungen davon.

Die Epoxide schließen Glycidylacrylat, Glycidylmethacrylat, Monoglycidylester von Itaconsäure, Glycidylester von Maleinsäure, Vinylglycidylether, Allylglycidylether oder Mischungen davon ein.

Die Monocarbonsäuren oder Dicarbonsäuren, die eine ethylenisch ungesättigte Gruppe enthalten, schließen Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure, Citraconsäure, Itaconsäure, Acrylsäure, Methacrylsäure, ihre Ester und Anhydride oder Mischungen davon ein, wobei Maleinsäureanhydrid bevorzugt ist.

Das Haftmittel wird gewöhnlich in Mengen von 0,01 bis 5 Gew.-% und vorzugsweise 0,05 bis 2 Gew.-%, relativ zum Gesamtgewicht der Basispolymermischung verwendet.

Diese Gemische können auch Antioxidationsmittel, Prozesshilfsmittel, Gleitmittel, Pigmente und andere Füllstoffe enthalten.

Die Gemische werden hergestellt durch Vermischen der Polymere und der Additive mit in der Technik bekannten Verfahren.

Die Schichten können beispielsweise durch Extrusion aufgebracht werden oder durch Extrusion in zwei getrennten Stufen, die daraus bestehen, dass in einer ersten Stufe die innere Schicht auf den Leiter extrudiert wird und in einer zweiten Stufe die äußere Schicht auf die innere Schicht.

In einer bevorzugten Ausführungsform werden die zwei Schichten in einer einzigen Stufe aufgebracht unter Verwendung eines sogenannten "Tandem"-Verfahrens, bei dem zwei getrennte Extruder in Serie verwendet werden oder durch Co-Extrusion unter Verwendung eines einzigen Extrusionskopfs.

Erfindungsgemäße Kabel sollen insbesondere in Umgebungen verwendet werden, wo es Feuchtigkeitsprobleme gibt, oder an Plätzen, für welche es spezielle Sicherheitsbedingungen im Falle von Feuer gibt, wie beispielsweise öffentliche Plätze, Lagerungsbereiche, Testbereiche oder Arbeitsbereiche, die wahrscheinlich entflammbare Produkte aufnehmen. Sie haben verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen Kurzschluss.

Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung illustrieren, ohne sie einzuschränken.

Die folgende Zusammensetzung wurde hergestellt:

Tabelle I

Das Kabel hatte einen Querschnitt von 1,5 mm2 und eine nominelle Gesamtdicke der Isolation von 0,7 mm.

Tabelle II

Beispiele A und C sind Vergleichsbeispiele.

Excorene LL 1004 wird als lineares Polyethylen niedriger Dichte klassifiziert. Es ist ein Ethylen/1-Buten-Copolymer, hergestellt von Exxon-Mobil mit einem MFI: 2,8 g/10 min, einer Dichte: 0,918 g/cm3 und einem Schmelzpunkt: 121°C. Sein spezifischer Durchgangswiderstand für Gleichstrom ist mindestens 1 × 1015 Ohm·cm.

Engage 8003 ist ein Ethylen/1-Octen-Copolymer, das durch Metallocenkatalyse erhalten wurde.

Das Gewichtsverhältnis von Ethylen/1-Octen war gleich 82/18 (5,5 mol% 1-Octen, Dichte = 0,885 g/cm3; MFI = 1,0 g/10 Minuten; CDI > 70%; &Dgr;H2m = 55,6 J/g).

Moplen (EP1X35 HF) ist ein kristallines Propylen/Ethylen-Copolymer (d = 0,900 g/cm3; MFI = 9,0 g/10 Minuten; Tm = 154°C; &Dgr;H2m = 90,6 J/g).

Hydrofy G 1.5 S ist ein Magnesiumhydroxid von SIMA, oberflächenbehandelt mit Stearinsäure, und besitzt eine Leitfähigkeit des wässrigen Extrakts (aqueous extract conductivity) von 290 &mgr;S/cm, eine spezifische Oberfläche von 10,4 m2/g; und eine in &mgr;m ausgedrückte Partikelgrößenverteilung von:

Tabelle III

Irganox MD 1024 ist ein Antioxidationsmittel von CIBA mit der Formel:

Irganox 1010 ist ein Antioxidationsmittel von CIBA mit der Formel:

VTMOEO Silan ist Tris-(2-Methoxyethoxy)vinylsilan mit der Formel CH2=CH-Si(OCH2H4OCH3)3 mit einer Reinheit von nicht weniger als 99 Gew.-%.

Peroximon DC ist Dicumylperoxid mit einer Reinheit von nicht weniger als 99 Gew.-% und der folgenden Formel:


Anspruch[de]
  1. Feuerbeständiges und wasserbeständiges elektrisches Niederspannungskabel, das einen Leiter und eine erste innere Schicht, um ihn gegen Wasser zu schützen, auf Basis einer Polymerverbindung, die kein Halogen enthält, vernetzt oder nicht-vernetzt, und eine äussere zweite Schicht einschliesst, die aus einer Mischung eines kristallinen Propylen-Homopolymers oder -Copolymers und eines Copolymers von Ethylen und mindestens einem &agr;-Olefin, gegebenenfalls mit einem Dien, sowie einem Mittel mit feuerhemmenden Eigenschaften besteht, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis der Dicken der äusseren Schicht und der inneren Schicht 1 bis 7 ist.
  2. Kabel wie in Anspruch 1 beansprucht, wobei die Dicke der inneren Schicht von 0,05 bis 1 mm ist.
  3. Kabel wie in Anspruch 1 beansprucht, wobei die Dicke der äusseren Schicht 0,25 bis 2 mm ist.
  4. Kabel wie in Anspruch 1 beansprucht, wobei die innere Schicht ausgewählt ist aus Polyolefinen, Copolymeren eines Olefins mit ethylenisch ungesättigten Estern, Polyestern, Polyethern, Polyether/Polyester-Copolymeren und Mischungen davon.
  5. Kabel wie in Anspruch 4 beansprucht, wobei die Polymere ausgewählt sind aus Polyethylen, Polypropylen, thermoplastischen Propylen/Ethylen-Copolymeren, Ethylen-Propylen- oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuken, natürlichen Kautschuken, Butylkautschuken, Ethylen/Vinylacrylat-, Ethylen/Ethylacrylat-, Ethylen/Butylacrylat-Copolymeren, Ethylen/&agr;-Olefin-Copolymeren und Mischungen davon.
  6. Kabel wie in Anspruch 1 beansprucht, wobei die äussere Schicht als kristalline Propylen-Homopolymere oder -Copolymere Polymere mit einer Schmelzenthalpie grösser als 75 J/g und vorzugsweise grösser als 85 J/g enthält.
  7. Kabel wie in Anspruch 1 beansprucht, wobei das zweite Copolymer in der äusseren Schicht ein Copolymer mit einer engen Molekulargewichtsverteilung ist, das einen Molekulargewichts-Verteilungsindex von weniger als 5, bestimmt mittels Gelpermeationschromatografie, besitzt.
  8. Kabel wie in Anspruch 1 beansprucht, wobei das &agr;-Olefin ausgewählt ist aus Propylen, 1-Buten, 1-Penten, 4-Methyl-1-penten, 1-Hexen, 1-Octen, 1-Dodecen.
  9. Kabel wie in Anspruch 7 beansprucht, wobei das Dien ausgewählt ist aus linearen konjugierten oder unkonjugierten Diolefinen und insbesondere 1,3-Butadien, 1,4-Hexadien, 1,6-Octadien, monocyclischen oder polycyclischen Dienen.
  10. Kabel wie in Anspruch 1 beansprucht, wobei das Mittel mit feuerhemmenden Eigenschaften ein Magnesium- und/oder Aluminiumhydroxid ist.
  11. Kabel wie in Anspruch 10 beansprucht, wobei das Magnesiumhydroxid in der äusseren Schicht in Anteilen von 10 bis 90 Gew.-% vorliegt.
  12. Kabel wie in Anspruch 10 beansprucht, wobei das Magnesiumhydroxid mit Kopplungsmitteln verwendet wird, um die Wechselwirkung zwischen dem Magnesiumhydroxid und den Olefinpolymeren zu verbessern.
  13. Kabel wie in Anspruch 12 beansprucht, wobei die Kopplungsmittel ausgewählt sind aus ungesättigten Silanen, ethylenisch ungesättigten Epoxiden, ethylenisch ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäuren, ihren Anhydriden und Estern.
  14. Verfahren zur Herstellung eines feuerbeständigen und wasserbeständigen elektrischen Niederspannungskabels, welches die folgenden Schritte umfasst: Aufbringen einer ersten inneren Schicht und einer äusseren zweiten Schicht durch Extrusion auf einen Leiter, wobei die erste innere Schicht, die angebracht ist, um den Leiter gegen Wasser zu schützen, auf einer Polymerverbindung basiert, die kein Halogen enthält, vernetzt oder nicht, und die äussere Schicht aus einer Mischung eines kristallinen Propylen-Homopolymers oder -Copolymers und eines Copolymers von Ethylen und mindestens einem &agr;-Olefin, gegebenenfalls mit einem Dien, und einem Mittel mit feuerhemmenden Eigenschaften besteht, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten durch Extrusion mit einem Verhältnis der Dicken der äusseren Schicht und der inneren Schicht von 1 bis 7 aufgebracht werden.
  15. Verfahren wie in Anspruch 14 beansprucht, wobei die Dicke der inneren Schicht 0,05 bis 1 mm ist.
  16. Verfahren wie in Anspruch 14 beansprucht, wobei die Dicke der äusseren Schicht 0,25 bis 2 mm ist.
  17. Verfahren wie in Anspruch 14 beansprucht, wobei die innere Schicht hergestellt wird aus Polyolefinen, Copolymeren eines Olefins mit ethylenisch ungesättigten Estern, Polyestern, Polyethern, Polyether/Polyester-Copolymeren und Mischungen davon.
  18. Verfahren wie in Anspruch 17 beansprucht, wobei die Polymere ausgewählt sind aus Polyethylen, Polypropylen, thermoplastischen Propylen/Ethylen-Copolymeren, Ethylen-Propylen- oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuken, natürlichen Kautschuken, Butylkautschuken, Ethylen/Vinylacrylat-, Ethylen/Ethylacrylat-, Ethylen/Butylacrylat-Copolymeren, Ethylen/&agr;-Olefin-Copolymeren und Mischungen davon.
  19. Verfahren wie in Anspruch 14 beansprucht, wobei die äussere Schicht als kristalline Propylen-Homopolymere oder -Copolymere Polymere mit einer Schmelzenthalpie grösser als 75 J/g und vorzugsweise grösser als 85 J/g enthält.
  20. Verfahren wie in Anspruch 14 beansprucht, wobei das zweite Copolymer in der äusseren Schicht ein Copolymer mit einer engen Molekulargewichtsverteilung ist, das einen Molekulargewichts-Verteilungsindex von weniger als 5, bestimmt mittels Gelpermeationschromatografie, besitzt.
  21. Verfahren wie in Anspruch 14 beansprucht, wobei das &agr;-Olefin ausgewählt ist aus Propylen, 1-Buten, 1-Penten, 4-Methyl-1-penten, 1-Hexen, 1-Octen, 1-Dodecen.
  22. Verfahren wie in Anspruch 20 beansprucht, wobei das Dien ausgewählt ist aus linearen konjugierten oder unkonjugierten Diolefinen und insbesondere 1,3-Butadien, 1,4-Hexadien, 1,6-Octadien, monocyclischen oder polycyclischen Dienen.
  23. Verfahren wie in Anspruch 14 beansprucht, wobei das Mittel mit feuerhemmenden Eigenschaften ein Magnesium- und/oder Aluminiumhydroxid ist.
  24. Verfahren wie in Anspruch 23 beansprucht, wobei das Magnesiumhydroxid in der äusseren Schicht in Anteilen von 10 bis 90 Gew.-% vorliegt.
  25. Verfahren wie in Anspruch 23 beansprucht, wobei das Magnesiumhydroxid mit Kopplungsmitteln verwendet wird, um die Wechselwirkung zwischen dem Magnesiumhydroxid und den Olefinpolymeren zu verbessern.
  26. Verfahren wie in Anspruch 25 beansprucht, wobei die Kopplungsmittel ausgewählt sind aus ungesättigten Silanen, ethylenisch ungesättigten Epoxiden, ethylenisch ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäuren, ihren Anhydriden und Estern.
  27. Verfahren zur Herstellung eines feuerbeständigen und wasserbeständigen elektrischen Niederspannungskabels gemäss Ansprüchen 14 bis 26, wobei die Schichten durch Extrusion in zwei getrennten Stufen aufgebracht werden, die bestehen aus der Extrusion der inneren Schicht auf den Leiter in einer ersten Stufe und der äusseren Schicht auf die innere Schicht in einer zweiten Stufe.
  28. Verfahren zur Herstellung eines feuerbeständigen und wasserbeständigen elektrischen Niederspannungskabels gemäss Ansprüchen 24 bis 26, wobei die Schichten durch Extrusion in einer einzelnen Stufe aufgebracht werden.
  29. Verwendung eines feuerbeständigen und wasserbeständigen elektrischen Niederspannungskabels wie in Ansprüchen 1 bis 13 definiert, in feuchten Umgebungen.
  30. Verwendung eines feuerbeständigen und wasserbeständigen elektrischen Niederspannungskabels wie in Ansprüchen 1 bis 13 definiert, auf Gelände mit speziellen Sicherheitsbedingungen im Fall von Feuer.
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