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Dokumentenidentifikation DE60108850T2 12.01.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001267617
Titel FUNGIZIDES VERFAHREN
Anmelder Hercules Inc., Wilmington, Del., US
Erfinder CASH, Howard, North Brunswick, US;
CRONAN, M., John, Jacksonville, US
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Aktenzeichen 60108850
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 23.03.2001
EP-Aktenzeichen 019243351
WO-Anmeldetag 23.03.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/US01/09649
WO-Veröffentlichungsnummer 0001077026
WO-Veröffentlichungsdatum 18.10.2001
EP-Offenlegungsdatum 02.01.2003
EP date of grant 09.02.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse A01N 37/50(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A01N 43/54(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A01N 43/40(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A01N 37/38(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A01N 37/36(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C02F 1/50(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      D21H 21/36(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung 1. Gebiet der Erfindung

Diese Erfindung betrifft die Verwendung von Strobilurin-Antipilzmitteln und Antipilzmittel (Antimykotika) zur Verwendung in industriellem Prozeßwasser, wie zum Beispiel in den Zellstoff- und Papierindustrien.

2. Erörterung des Standes der Technik

In vielen Anwendungen, wie zum Beispiel industriellen Anwendungen, die die Papierindustrie einschließen, und in Kühltürmen, ist es wichtig, das Wachstum von Organismen wie Pilzen, Mehltau, Algen, Einzellern und Bakterien in Wasser oder wäßrigen Flüssigkeiten zu verhindern oder zu verlangsamen. Biozide, z.B. Fungizide, werden für diesen Zweck verwendet. Fungizide neigen jedoch dazu, schlecht wasserlöslich zu sein, und erfordern somit spezielle Zusammensetzungen zur Anwendung in einer beabsichtigten Verwendung.

Fungizide sind ebenfalls wichtig in der Industrie auf dem Gebiet der Wet-Lap-Konservierung. Der Begriff "Wet-Lap" (Wickelpappen) bezeichnet Papier oder anderes Celluloseprodukt, das nicht vollständig nach der Herstellung getrocknet wird. Wet-Lap wird erzeugt, wenn für die weitere Verarbeitung bestimmtes Papier in einem feuchten Zustand gehalten werden kann, bis die weitere Verarbeitung beginnen kann. Wenn Wet-Lap für einen ausgedehnten Zeitraum naß gehalten werden soll, z.B. mehrere Tage oder mehr, kann das Wet-Lap Gegenstand eines pilzlichen oder anderen biologischen Angriffs werden. Es ist deshalb wichtig, Wet-Lap z.B. durch Anwendung eines geeigneten Biozids zu konservieren, z.B. durch Anwendung einer Antipilzzusammensetzung.

Organische Lösungsmittel, die für Fungizide z.B. in der Papierherstellung verwendet werden, können giftig, flüchtig, entzündlich und Gegenstand von Regulierungen durch Regierungsbehörden sein. Fungizide wie Amical® 48 (eine Formulierung von Diiodmethylparatolylsulfon) sind zum Beispiel in Benzothiazol oder in schwerem aromatischem Naphtha verfügbar.

Strobilurine bilden eine Klasse von Bioziden, die weithin in der Landwirtschaft als Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Die ersten identifizierten Strobilurine, Strobilurine A und B, wurden aus der Basidomyzete Strobilurus tenacellus und Crepidotus fulvotomentosus isoliert. Diese Antipilzverbindungen, die durch Inhibierung der mitochondrialen Atmung funktionieren, wurden als relativ wirksam als Pflanzenschutzmittel bei der Bekämpfung zahlreicher Arten von Schädigung und pathogenen Pilzen festgestellt, obwohl sie eine geringe Toxizität für Säugetiere aufweisen.

H. Sauter et al., Angewandte Chemie, International Edition, Bd. 38, Nr. 10, 1999, S. 1329–1349, beschreiben die Verwendung von Strobilurinen als Pflanzenschutzmittel.

Weil Strobilurine eine geringe Löslichkeit in Wasser besitzen, sind sie gewerblich verfügbar als Tondispersionen oder mikroteilchenförmige Suspensionen zur Ausbringung auf Anbaupflanzen, Ernten und andere landwirtschaftliche Produkte. Zum Beispiel werden in US-PS 5,021,581 in den Beispielen 17–21 Strobilurinzusammensetzungen offenbart, die Ton oder Talkum umfassen. Die Druckschrift offenbart auch in Beispiel 16 eine Strobilurinzusammensetzung, die Benzylalkohol, Calciumdodecylbenzolsulfonat, Nonylphenolethoxylat und Alkylbenzole umfaßt.

Trotz des breiten Bereichs biozider Aktivität, die von Strobilurinen gezeigt wird, besitzen die Strobilurine jedoch eine beschränkte Verwendung außerhalb des landwirtschaftlichen Gebiets. Es wird angenommen, daß die einzige Verwendung für Strobilurine außerhalb des landwirtschaftlichen Gebiets eine beschränkte Verwendung als menschliches und tierarzneiliches Antimykotikum in einer topischen Formulierung war. Insbesondere wurde ein Strobilurinprodukt in einem humanen und tierarzneilichen Antipilzprodukt unter dem Namen Mucidermin Spofa® verwendet.

Während Strobilurinfungizide zur Verwendung unter landwirtschaftlichen Bedingungen wie oben angegeben als Ton- oder Talkumdispersionen formuliert werden können, wird allgemein angenommen, daß Fungizide zur industriellen Verwendung unter industriellen Bedingungen, z.B. in Prozeßwassersystemen, in Form einer Lösung anstelle einer Dispersion sein sollten. Unter anderem aus diesem Grund würden Personen außerhalb des landwirtschaftlichen Gebiets nicht auf landwirtschaftliche Fungizide zurückgreifen.

Außerdem wird die Gegenwart von Ton oder Talkum in Prozeßwassersystemen, z.B. in Papiermaschinen, wegen der Wirkungen vermieden, die solche Stoffe auf die Maschinenausrüstung und das hergestellte Produkt haben können. Im Falle von Papiermaschinen wird zum Beispiel die Menge und Qualität von hinzugegebenem Ton und/oder Talkum, falls überhaupt, strikt kontrolliert, weil diese Komponenten die Qualität des Papierprodukts beeinträchtigen können. Weiter noch wird bei Kühltürmen und Wärmeaustauschern typischerweise angenommen, daß Ton oder Talkum potenzielle Probleme liefern können, z.B. eine Verstopfung und Abnutzung von Maschinenteilen. Fungizidzusammensetzungen zur Verwendung in einem Prozeßwassersystem, z.B. in einer Papiermaschine oder einem Kühlturm, werden deshalb allgemein wie oben angegeben in organischen Lösungsmitteln anstelle als Dispersionen mit z.B. Ton oder Talkum formuliert.

Wegen der Toxizität, Flüchtigkeit und Umweltbedenken, die mit Fungiziden verbunden sind, die in flüchtigen organischen Verbindungen formuliert werden, besteht ein Bedarf an sichereren Fungiziden und Fungizidformulierungen zur Verwendung in der Industrie, wie zum Beispiel in der Papierherstellung, in Wärmeaustauschern und Kühltürmen.

Es besteht ein Bedarf an bioziden Zusammensetzungen, z.B. Antipilzzusammensetzungen, zur Verwendung in Prozeßwasser und/oder Prozeßwassersystemen, wie zum Beispiel Zellstoff- und Papieranwendungen, und Kühlwassersystemen. Es besteht ebenfalls ein Bedarf an bioziden Verfahren, z.B. Antipilzverfahren, zur Verwendung in solchen Systemen.

Es besteht ein Bedarf an neuen Antipilzverfahren zur Verwendung in industriellen Systemen, wie zum Beispiel in Zellstoff- und Papiersystemen, und in Wärmeaustauschern. Solche Verfahren schließen die Papier- und Wet-Lap-Konservierung, die Antischimmelausrüstung (Schimmelbeständigmachen) und die Kühlturmflüssigkeitskonservierung ein. Außerdem besteht ein Bedarf an Systemen wie die für biozide Zusammensetzungen, z.B. Antipilzzusammensetzungen, die nicht die Verwendung von flüchtigen oder entzündlichen organischen Lösungsmitteln erfordern.

Zusammenfassung der Erfindung

Es wurde jetzt überraschend festgestellt, daß Strobilurine, einschließlich neuer Formulierungen sowie gewerblich verfügbarer Tondispersionen und mikroteilchenförmiger Dispersionen, in industriellen Systemen zur Bekämpfung von Pilzwachstum verwendet werden können.

Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Bekämpfung des Wachstums von Pilzen oder Mehltau bereit, umfassend das Kombinieren eines Fungizids, das ein Strobilurin umfaßt, mit einem wäßrigen System, worin das wäßrige System wenigstens eines aus einer Papiermaschine, Wet-Lap (Wickelpappen) und einem Wärmeaustauschersystem umfaßt.

Die vorliegende Erfindung stellt ebenfalls ein Verfahren zur Konservierung von Wet-Lap bereit, wobei das Verfahren das Kombinieren von Wet-Lap und einem Fungizid umfaßt, das ein Strobilurin umfaßt. Die vorliegende Erfindung stellt ebenfalls ein Verfahren zur Konservierung von Wet-Lap bereit, das das Kombinieren von Wet-Lap und einer wirksamen antimykotischen Menge eines Strobilurins umfaßt.

Die vorliegende Erfindung stellt ebenfalls ein Verfahren zum Schimmelbeständigmachen (Antischimmelausrüsten) oder Mehltaubeständigmachen (Antimehltauausrüsten) eines Celluloseprodukts, wie zum Beispiel eines Papierprodukts, bereit, wobei das Verfahren das Kombinieren einer Zusammensetzung, die ein Strobilurin umfaßt, mit dem Celluloseprodukt umfaßt. Die vorliegende Erfindung stellt ebenfalls ein Verfahren zum Schimmelbeständigmachen oder Mehltaubeständigmachen eines Celluloseprodukts, wie zum Beispiel eines Papierprodukts, bereit, umfassend das Kombinieren einer wirksamen antimykotischen Menge eines Strobilurins mit dem Celluloseprodukt.

Die vorliegende Erfindung stellt ebenfalls ein Papierprodukt bereit, das eine antimykotische Menge eines Strobilurins einschließt.

Strobilurin gemäß der vorliegenden Erfindung kann jedes Strobilurin oder Oudemansin mit antimykotischen (Antipilz-)Eigenschaften sein. Das Strobilurin schließt bevorzugt wenigstens eines aus Kresoxim-methyl, Azoxystrobin, Verbindung 5 (nachfolgend beschrieben), Strobilurin A und Strobilurin B ein.

Wäßrige Systeme für Verfahren und Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung schließen bevorzugt wenigstens eines aus einer Papierherstellungsmaschine und einem Wärmeaustauschersystem ein. Eingeschlossen in der vorliegenden Erfindung sind Verfahren, worin das wäßrige System eine Papierherstellungsmaschine umfaßt, die einen Papierstofftank umfaßt, und worin das Strobilurin mit Faserstoff im Papierstofftank kombiniert wird. Ebenfalls eingeschlossen sind Verfahren, worin das wäßrige System eine Papierherstellungsmaschine umfaßt, die eine Zellstoffmühle umfaßt, und worin das Strobilurin mit Faserstoff in der Zellstoffmühle kombiniert wird. Ebenfalls eingeschlossen sind Verfahren, worin das wäßrige System eine Papierherstellungsmaschine umfaßt, die eine Stoffbütte umfaßt, und worin das Strobilurin mit Faserstoff in der Stoffbütte kombiniert wird. Ebenfalls eingeschlossen sind Verfahren, worin das wäßrige System eine Papierherstellungsmaschine umfaßt, die einen Stoffauflaufkasten umfaßt, und worin das Strobilurin mit Faserstoff im Stoffauflaufkasten kombiniert wird. Ebenfalls eingeschlossen sind Verfahren, worin das wäßrige System Papierstoff umfaßt und das Strobilurin mit dem Papierstoff kombiniert wird. Ebenfalls eingeschlossen sind Verfahren, worin das wäßrige System Wet-Lap umfaßt und das Strobilurin mit dem Wet-Lap kombiniert wird.

Ebenfalls eingeschlossen sind Verfahren, worin das wäßrige System ein Fluidum in einem Wärmeaustauschersystem umfaßt und das Strobilurin mit dem Fluidum kombiniert wird. In einer bevorzugten Ausführungsform umfaßt das Wärmeaustauschersystem einen Kühlturm.

Wenn Strobilurin in Wet-Lap verwendet wird, ist das Strobilurin oder das Fungizid, das Strobilurin umfaßt, bevorzugt im Wet-Lap in einer wirksamen antimykotischen Menge vorhanden. Bevorzugt ist das Strobilurin im Wet-Lap in einer Konzentration von wenigstens circa 1 ppm vorhanden, besonders bevorzugt wenigstens circa 25 ppm, auf Basis von Wet-Lap mit 50 Gew.-% Wassergehalt. Strobilurin ist bevorzugt im Wet-Lap mit einer oberen Konzentration von weniger als circa 5.000 ppm vorhanden, besonders bevorzugt weniger als circa 1.000 ppm, besonders bevorzugt weniger als circa 500 ppm, auf Basis von Wet-Lap mit 50 Gew.-% Wassergehalt.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird Wet-Lap zu einem Masseerzeugnis geformt, und das Strobilurin wird auf das Masseerzeugnis in einer Menge von wenigstens circa 20 mg/m2 aufgetragen, bevorzugt wenigstens circa 30 mg/m2, besonders bevorzugt wenigstens circa 40 mg/m2, auf Basis der Oberfläche des Masseerzeugnisses. Bevorzugt wird Strobilurin auf das Masseerzeugnis in einer Menge von weniger als circa 600 mg/m2 aufgetragen, besonders bevorzugt weniger als circa 300 mg/m2, besonders bevorzugt weniger als circa 150 mg/m2.

Wet-Lap gemäß der vorliegenden Erfindung kann aus einem Faserstoff erhalten werden, der das Fungizid umfaßt.

Wenn Strobilurin auf ein Celluloseprodukt aufgetragen wird, wie zum Beispiel ein Papierprodukt, bevorzugt von Wet-Lap verschieden, ist es bevorzugt, eine wirksame antimykotische Menge des Strobilurins aufzutragen. Ein solches Celluloseprodukt schließt bevorzugt wenigstens circa 50 ppm Strobilurin ein, besonders bevorzugt wenigstens circa 100 ppm Strobilurin, besonders bevorzugt wenigstens circa 150 ppm Strobilurin, auf Basis des Trockengewichts des Papierprodukts. Für ein Papierprodukt, bevorzugt von Wet-Lap verschieden, ist es bevorzugt, circa 1.000 ppm oder weniger Strobilurin einzuschließen, besonders bevorzugt circa 500 ppm oder weniger Strobilurin, besonders bevorzugt circa 250 ppm oder weniger Strobilurin.

Wenn Strobilurin in einer wäßrigen Zusammensetzung verwendet wird, wie zum Beispiel in einem Wärmeaustauschersystem, ist die Strobilurinkonzentration bevorzugt größer als circa 100 ppm, besonders bevorzugt größer als circa 200 ppm, besonders bevorzugt größer als circa 300 ppm, wenn die Konzentrationen auf das Gewicht von Strobilurin pro Gesamtgewicht der wäßrigen Zusammensetzung bezogen sind. Die Konzentration von Strobilurin in einer wäßrigen Zusammensetzung, wie zum Beispiel in einem Wärmeaustauschersystem, ist allgemein circa 5.000 ppm oder weniger, besonders bevorzugt circa 1.000 ppm oder weniger, besonders bevorzugt circa 500 ppm oder weniger.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

Die hier gezeigten Einzelheiten sind exemplarisch und für die Zwecke einer illustrativen Diskussion der verschiedenen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung und werden im Fall der Bereitstellung dessen dargestellt, was als die nützlichste und am leichtesten verständliche Beschreibung der Prinzipien und konzeptuellen Aspekte der Erfindung betrachtet wird. In dieser Hinsicht wird kein Versuch unternommen, Einzelheiten der Erfindung in größerem Detail zu zeigen, als es für ein fundamentales Verständnis der Erfindung notwendig ist, wobei die Beschreibung den Fachleuten ersichtlich macht, wie die Erfindung in der Praxis verkörpert werden kann.

Alle prozentualen Messungen in dieser Anmeldung werden, wenn nichts anderes angegeben ist, gewichtsbezogen gemessen, auf Basis von 100% eines gegebenen Probengewichts. So stellt 30% zum Beispiel 30 Gew.-Teile aus 100 Gew.-Teilen der Probe dar.

Wenn nichts anderes angegeben ist, schließt ein Verweis auf eine Verbindung oder Komponente die Verbindung oder Komponente selbst sowie in Kombination mit anderen Verbindungen oder Komponenten, wie zum Beispiel Mischungen von Verbindungen, ein.

Wenn eine Menge, Konzentration oder ein anderer Wert oder Parameter als eine Liste von oberen bevorzugten Werten und unteren bevorzugten Werten angegeben wird, versteht sich dieses ferner als spezifische Offenbarung aller Bereiche, die aus jedem Paar eines oberen bevorzugten Wertes und eines unteren bevorzugten Wertes gebildet werden, unabhängig davon, ob die Bereiche separat offenbart werden.

Verfahren der vorliegenden Erfindung schließen die Verwendungen von Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung ein, um eine biozide, bevorzugt antimikrobielle, bevorzugt antimykotische und/oder Antimehltau-Aktivität zu erhalten. Erfindungsgemäße Zusammensetzungen können in Zellstoff- und Papiersystemen verwendet werden; in Wärmeaustauschersystemen, wie z.B. Kühltürmen; und in Öl- und Gassystemen, bevorzugt in Zellstoff- und Papiersystemen.

Die Erfindung kann in jedem Zellstoff- und Papiersystem, z.B. in einem Papierherstellungssystem, an jedem Punkt im System, an dem Fungizide eingesetzt werden können, und in jeder weise angewendet werden, in der Fungizide eingesetzt werden können, die in der Papierindustrie verwendet werden. Erfindungsgemäße Zusammensetzungen, z.B. Strobilurinzusammensetzungen, können direkt oder im Gemisch mit einer oder mehreren anderen Komponenten eingesetzt werden. Zum Beispiel kann eine Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung in einer Papierherstellungsanwendung gegebenenfalls ein oder mehrere Papierherstellungsadditive enthalten.

Ebenfalls geeignet ist eine beliebige Kombination der zuvor genannten Orte, stromaufwärts von jedem der zuvor genannten Orte, jeder Punkt zwischen solchen Orten, oder jeder andere geeignete Ort oder eine Kombination von Orten, gleichzeitig oder zu unterschiedlichen Zeiten.

Nicht-beschränkende Beispiele für geeignete Aspekte zur Verwendung in Zellstoff- und Papiersystemen schließen ein:

  • a) gemahlener oder ungemahlener Faserstoff in Papierstofftanks;
  • b) Zellstoffmahlen, durchgeführt in einer Zellstoffmühle;
  • c) gemahlener Zellstoff, gelagert in Stoffbütten;
  • d) Papierherstellungsfaserstoff, abgezogen aus Stoffbütten; und
  • e) der Stoffauflaufkasten, der Punkt, an dem der Papierherstellungsfaserstoff mit einer kontrollierten Geschwindigkeit auf das Fourdriniersieb fließt;
  • f) Wet-Lap-Konservierung;
  • g) Schimmel- und/oder Mehltaubeständigmachen (Antischimmel- und/oder Antimehltauausrüstung);
  • h) Leimpresse;
  • i) Streichpartie.

Die vorliegende Erfindung ist ferner auf die industrielle Verwendung von antimikrobiellen Zusammensetzungen gerichtet, bevorzugt Antipilz- und/oder Antimehltauzusammensetzungen, die ein Strobilurin umfassen, bevorzugt mit wenigstens einem Vertreter aus einem Dispergiermittel, Kuppler und Solubilisator. Die Erfindung ist ebenfalls auf Verfahren zur Herstellung der Zusammensetzungen und Verfahren zu ihrer Verwendung gerichtet.

Wenn nichts anderes angegeben ist, schließen die Begriffe "Strobilurin" und "Strobilurine" jedes Mitglied der Familie von fungiziden Stoffen ein, das für die Durchschnittsfachleute als die Strobilurine bekannt sind, und schließt jetzt bekannte sowie die noch nicht bekannten Strobilurine ein. Ferner sind die Strobilurine, wie in Clough et al. offenbart (J. M. Clough et al., "Strobilurin Analolgues as Inhibitors of Mitochondrial Respiration in Fungi", Anti-infectives: Recent Advances in Chemistry and Structure-Activity Relationships, P. H. Bentley et al., Hrsg., Royal Society of Chemistry, S. 176–179, 1997), strukturell mit den Oudermansinen verwandt, die ebenfalls biozide Aktivität besitzen. Deshalb sollte der Begriff "Strobilurine" hier so verstanden werden, daß er Biozide, z.B. Fungizide, der Oudemansin-Familie einschließt. Der Begriff bezeichnet ebenfalls Mischungen von Strobilurinen, Mischungen von Oudemansinen und Mischungen aus wenigstens einem Strobilurin und wenigstens einem Oudemansin.

Jedes Strobilurin oder jede Mischung von Strobilurinen kann in einem Verfahren oder einer Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung verwendet werden. Strobilurine können natürlich, halbsynthetisch oder synthetisch sein. Einige Strobilurine werden offenbart in J. P. Pachlatko, "Natural Products in Crop Protection: fungicides," heruntergeladen von der Website http://ecsoc2.hcc.ru/posters/d1001/fungicides.html am 31. August 1999.

Natürliche Strobilurine schließen diejenigen ein, die aus einer pilzlichen Quelle erhalten werden, wie zum Beispiel Strobilurus tenacellus und Crepidotus fulvotomentosus, und die ohne weitere chemische Modifikation verwendet werden. Beispiele für natürliche Strobilurine sind Strobilurin A und Strobilurin B, die die folgende Struktur besitzen:

mit X = H, Y = H für Strobilurin A und X = OCH3, Y = Cl für Strobilurin B. Die natürlichen Strobilurine neigen dazu, sehr lichtempfindlich zu sein, was ihre Wirkung verkürzen und/oder verringern kann, falls und wenn sie in die Umwelt abgegeben werden.

Halbsynthetische Strobilurine schließen diejenigen ein, die chemisch modifizierte Derivate eines oder mehrerer natürlicher Strobilurine sind.

Synthetische Strobilurine schließen Verbindungen in der Strobilurin-Familie ein, die nicht natürlich vorkommen. Diese schließen Kresoxim-methyl (Methyl-(E)-2-methoxyimino-2-[2-(o-tolyloxymethyl)phenyl]acetat):

das von BASF erhältlich ist; Azoxystrobin:
das von Zeneca erhältlich ist; und SSF126 ein:

Noch ein anderes Strobilurin ist Methyl-(E)-2-[2-[6-(trifluormethyl)pyrid-2-yloxymethyl]phenyl]-3-methoxyacrylat, das die folgende Formel hat:

Dieses Strobilurin, von dem angenommen wird, daß es von Zeneca hergestellt wird, wird hier als Verbindung 5 bezeichnet werden.

Bevorzugte Strobilurine schließen Kresoxim-methyl, Azoxystrobilurin, Verbindung 5, Strobilurin A, Strobilurin B und Mischungen daraus ein.

Kresoxim-methyl ist von BASF in technischer Qualität mit 94 Gew.-% aktiver Substanz erhältlich. Kresoxim-Formulierungen sind ebenfalls unter den Handelsbezeichnungen CYGNUS (EPA-Dateisymbol 7969-REU) und SOVRAN Fungizid (EPA-Dateisymbol 7969-RLU) erhältlich, wobei von beiden angenommen wird, daß sie den Wirkbestandteil Kresoxim-methyl mit 50,0 Gew.-% enthalten. Es wird angenommen, daß sowohl CYGNUS als auch SOVRAN Dispersionen von Kresoxim-methyl in Ton und Tensid umfassen. Azoxystrobin ist kommerziell erhältlich von Zeneca unter den Handelsbezeichnungen QUADRIS FLOWABLE Fungizid und HERITAGE.

Obwohl Formulierungen von Strobilurinen wie die oben beschriebenen verwendet werden können, sollte angemerkt werden, daß die vorliegende Erfindung nicht auf die obigen Strobilurinzusammensetzungen beschränkt ist. Strobilurinzusammensetzungen zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung können Solubilisator, Dispergiermittel und/oder Kuppler umfassen. Ferner kann jede Kombination aus Solubilisator, Dispergiermittel und Kuppler mit einer Strobilurinzusammensetzung wie oben beschrieben kombiniert werden.

Ein Solubilisator zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung kann jede Substanz sein, die die Löslichkeit eines Strobilurins oder einer Mischung von Strobilurinen in Wasser erhöht. Bevorzugte Solubilisatoren schließen Benzylacetat, N-Methylpyrrolidon, Propylencarbonat, Alkohole, wie Benzylalkohol, Ethanol, Methanol, und Mischungen daraus ein.

Wie oben festgestellt wurde, kann Propylencarbonat als Solubilisator für Strobilurin verwendet werden. Zusammensetzungen aus Propylencarbonat und Strobilurin weisen bevorzugt ausreichend Strobilurin auf, um eine biozide, z.B. fungizide, Wirkung zu erhalten, bevorzugt wenigstens circa 1 Gew.-% Strobilurin in Bezug auf Propylencarbonat. Zusammensetzungen aus Propylencarbonat und Strobilurin weisen bevorzugt bis zu circa 40 Gew.-% Strobilurin in Bezug auf Propylencarbonat auf, besonders bevorzugt bis zu circa 20 Gew.-%, besonders bevorzugt bis zu circa 15 Gew.-%, besonders bevorzugt bis zu circa 10 Gew.-% Strobilurin in Bezug auf Propylencarbonat. Eine besonders Strobilurinzusammensetzung enthält circa 10 Gew.-% Strobilurin. Zum Beispiel enthält eine besonders bevorzugte Zusammensetzung aus Strobilurin und Propylencarbonat circa 9,4 Gew.-% Strobilurin in Bezug auf Propylencarbonat.

Die Wahl des Solubilisators kann durch einen Durchschnittsfachmann für jede besondere Anwendung vorgenommen werden, und unterschiedliche Solubilisatoren können für unterschiedliche Anwendungen bevorzugt sein. Zum Beispiel kann Propylencarbonat, obwohl es ein ausgezeichneter Solubilisator ist, nachteilige Wirkungen auf Papiermaschinenpreßfilze haben und wäre somit weniger bevorzugt in Verfahren, in denen eine Strobilurinzusammensetzung mit einem Papiermaschinenpreßfilz in Kontakt kommt.

Ein Dispergiermittel kann ebenfalls in erfindungsgemäßen Strobilurinzusammensetzungen verwendet werden. Dispergiermittel schließen jedes Mittel ein, das die Dispersion von Strobilurinteilchen in einem fluiden Medium fördert. Einige Dispergiermittel schließen Tenside, Ton und Talkum ein, aber sind nicht darauf beschränkt.

Ferner können Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung auch einen Kuppler umfassen. Der Kuppler dient dazu, als Mittler zwischen Strobilurin und Solubilisierungsmittel einerseits und wäßriger Phase andererseits zu wirken. Das heißt der Kuppler kuppelt mit Strobilurin und Solubilisierungsmittel, um die Wasserdispergierbarkeit des Strobilurins zu erhöhen und das Auskristallisieren von Strobilurin zu verhindern. Jede Substanz oder Mischung von Substanzen, die die Wasserdispergierbarkeit des Strobilurins erhöht, kann als Kuppler in Verfahren und Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung verwendet werden.

Kuppler können ein oder mehrere Polymere mit hydrophilen und hydrophoben Anteilen umfassen, wie z.B. hydrophile Polyalkylenpolyole und hydrophile Cellulosederivate. Einige Beispiele für polymere Kuppler schließen Polyethylenglycol (PEG), Polypropylenglycol (PPG), Hydroxyethylcellulose (HEC), Hydroxypropylcellulose (HPC) und Mischungen daraus ein. Polyalkylenpolyole und Cellulosederivate, die zu Verwendung in dieser Erfindung geeignet sind, sind von einer Vielzahl gewerblicher Quellen erhältlich.

Bei der Herstellung einer Strobilurinzusammensetzung mit Strobilurin in gelöster Form ist es bevorzugt, die Auflösung des Strobilurins durch Rühren und/oder Erwärmen der Zusammensetzung zu beschleunigen. Bei der Erwärmung ist es bevorzugt, die Zusammensetzung auf eine Temperatur zu erwärmen, die unterhalb der Zersetzungstemperaturen eines jeden der Bestandteile ist, und die Zusammensetzung bevorzugt auf eine Temperatur zu erwärmen, die unterhalb der Siedetemperatur der Zusammensetzung ist. Zum Beispiel kann die Zusammensetzung auf eine Temperatur von bevorzugt circa 40–60°C oder höher erwärmt werden. Das Erwärmen und/oder Rühren kann in jeder Weise bewerkstelligt werden.

Wie oben angegeben wurde, können Zusammensetzungen zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung Strobilurin, das in der Zusammensetzung gelöst ist, oder in einer anderen Form, z.B. als Dispersion von Strobilurinteilchen, umfassen. Zusammensetzungen, die Strobilurin in gelöster Form umfassen, z.B. Zusammensetzungen aus Strobilurin und Propylencarbonat, sind bevorzugt gegen Ausfällung stabil. Mit "stabil gegen Ausfällung" ist gemeint, daß keine sichtbare Ausfällung auftritt, wenn die Zusammensetzung für ausgedehnte Zeitraume (z.B. 24 Stunden, bevorzugt 30 Tage oder länger) bei niedrigen Temperaturen (z.B. 5°C) gelagert wird.

Die vorliegende Erfindung schließt sowohl Zusammensetzungen als auch Verwendungen der Zusammensetzungen ein. Wie oben festgestellt wurde, können Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung in industriellen Systemen verwendet werden, wie zum Beispiel Prozeßwassersysteme, einschließlich Kühlsystemen, Öl- und Gassystemen und Zellstoff- und Papiersystemen. Erfindungsgemäße industrielle Systeme schließen Systeme ein, in denen ein Körper aus wäßriger Flüssigkeit in einer solchen Weise aufrechterhalten wird, daß Pilze und/oder Mehltau wachsen können. Solche Systeme schließen zum Beispiel Zellstoff- und Papiersysteme (z.B. Zellstoff oder Wet-Lap), Wärmeaustauschersysteme (z.B. Wassertürme) und andere industrielle Systeme mit ausreichend geschlossenen Systemen ein, so daß Organismen, z.B. Pilze, wachsen können. Das Wachstum von Organismen wie Pilzen wird typischerweise drei bis fünf Tage oder länger nach Herstellung der wäßrigen Flüssigkeit detektierbar.

Bevorzugte Verwendungen für erfindungsgemäße Zusammensetzungen sind in Zellstoff- und Papiersystemen. Einige bevorzugte Verwendungen in Zellstoff- und Papiersystemen schließen Verwendungen in Papierstofftanks, in Zellstoffmühlen, in Stoffbütten, in Papierstoff, in Stoffauflaufkästen, in der Wet-Lap-Konservierung und beim Schimmel- und/oder Mehltaubeständigmachen (Antischimmel- oder Mehltauausrüstung) ein.

Bei der Verwendung zur Wet-Lap-Konservierung kann eine erfindungsgemäße Zusammensetzung in jeder Partie einer Papiermaschine, wie zum Beispiel in der Naßpartie oder in der Trockenpartie, angewendet werden. Bevorzugte Orte schließen eine Pressenpartie, z.B. eine Leimpresse, oder eine Streichpartie ein. Zusammensetzungen können auch in jeder Weise angewendet werden, bevorzugt mit einer Walz- oder Sprührakel, bevorzugt auf geformtes Papier.

Die für die Wet-Lap-Konservierung nützliche Strobilurinmenge kann von einer Anzahl von Faktoren abhängen, die die Natur der Verwendung und die Bedingungen der Verwendung einschließen. Relevante Faktoren schießen z.B. das Auftragungsverfahren, die Natur des Faserstoffs, die Typen und Mengen von verwendeten Additiven, die Wassermenge im Wet-Lap, Mahlbedingungen, den Typ und die Art des Organismus (der Organismen) (z.B. Pilze, Mehltau, Aspergillus niger etc.), der zu behandeln ist, Lagerbedingungen, Lichtmengen und die erwartete Konservierungsdauer des Wet-Lap ein. Der Durchschnittsfachmann kann eine geeignete Strobilurinmenge zur Wet-Lap-Konservierung für eine besondere Anwendung bestimmen, und jede biozide Menge von Strobilurin kann verwendet werden.

Bei der Verwendung für die Wet-Lap-Konservierung können Strobilurine auf Wet-Lap in jeder Weise durch einen Durchschnittsfachmann angewendet werden. Allgemeine wird jedoch Wet-Lap durch eines von zwei bevorzugten Verfahren konserviert. Gemäß einem Verfahren, das hier als interne Wet-Lap-Konservierung bezeichnet wird, wird Strobilurin auf das Wet-Lap aufgetragen, bevor das Wet-Lap zu einem Masseerzeugnis, wie zum Beispiel einer Rolle oder einem Ballen, geformt wird. In diesem Verfahren wird Strobilurin vorzugsweise im wesentlichen gleichförmig durch das Wet-Lap-Masseerzeugnis verteilt. Wenn dieses Verfahren verwendet wird, wird bevorzugt eine wirksame antimykotische und/oder Antimehltau-Menge von Strobilurin zur Wet-Lap-Konservierung eingesetzt, bevorzugt mehr als circa 1 ppm, besonders bevorzugt mehr als circa 25 ppm, wobei sich ppm für Wet-Lap auf das Gewicht von Strobilurin pro Gewicht von Wet-Lap (gemessen mit 50 Gew.-% Wasser), multipliziert mit 1 Millionen, bezieht. Es gibt keine bevorzugte Obergrenze für den Strobiluringehalt, aber aus Kostengründen ist die Strobilurinkonzentration bevorzugt weniger als circa 5.000 ppm, besonders bevorzugt weniger als circa 1.000 ppm, besonders bevorzugt weniger als circa 500 ppm.

In einem anderen bevorzugten Verfahren der Wet-Lap-Konservierung, die hier als externe Wet-Lap-Konservierung bezeichnet wird, wird Wet-Lap zuerst zu einem Masseerzeugnis, z.B. einer Rolle oder einem Ballen, geformt. Dann wird eine Strobilurinzusammensetzung auf die Oberfläche der Rolle oder des Ballens aufgetragen. Dieses Verfahren kann wirtschaftlicher sein, da weniger Strobilurin pro Rolle oder Ballen von Wet-Lap verwendet wird. Es wird angenommen, daß dieses Verfahren noch zufriedenstellend Wet-Lap konserviert, da Strobilurin auf der Oberfläche des Ballens konzentriert ist, wo sich Pilze niederlassen können, z.B. während der Lagerung. Wenn dieses Verfahren verwendet wird, kann Strobilurin in jeder wirksamen antimykotischen und/oder Antimehltau-Menge eingesetzt werden. Allgemein wird die Strobilurinmenge jedoch wenigstens circa 20 mg/m2 sein, bevorzugt wenigstens circa 30 mg/m2, besonders bevorzugt wenigstens circa 40 mg/m2, wobei die Mengen als mg Strobilurin pro m2 der Oberfläche des Wet-Lap-Masseerzeugnisses ausgedrückt werden. Es gibt keine bevorzugte Obergrenze für den Strobiluringehalt, aber aus Kostengründen ist die Strobilurinkonzentration bevorzugt weniger als circa 600 mg/m2, besonders bevorzugt weniger als circa 300 mg/m2, besonders bevorzugt weniger als circa 150 mg/m2.

Natürlich können die internen und externen Verfahren der Wet-Lap-Konservierung kombiniert werden, wobei Antipilz- und/oder Antimehltaumittel sowohl intern als auch extern eingesetzt werden. Wenn sowohl interne als auch externe Wet-Lap-Konservierungsverfahren verwendet werden, setzt bevorzugt wenigstens eines der internen und externen Verfahren ein erfindungsgemäßes Strobilurin ein. Bevorzugt wird Strobilurin sowohl in internen als auch externen Verfahren verwendet, wenn die zwei Verfahren kombiniert werden. Ein Durchschnittsfachmann wird einsehen, daß dann, wenn sowohl interne als auch externe Wet-Lap-Konservierungsverfahren verwendet werden, geringere Mengen der internen und/oder externen Zugabe als oben offenbart eingesetzt werden können.

Bei Anwendung auf andere Papierprodukte als Wet-Lap wird die Strobilurinkonzentration als Teile pro Million (ppm) auf Trockenmassebasis gemessen. Bei Auftragung auf ein anderes Papierprodukt als Wet-Lap kann jede wirksame antimykotische und/oder Antimehltau-Menge von Strobilurin eingesetzt werden. Es ist bevorzugt, wenigstens circa 50 ppm Strobilurin einzusetzen, besonders bevorzugt wenigstens circa 100 ppm Strobilurin, besonders bevorzugt wenigstens circa 150 ppm Strobilurin. Für ein anderes Papierprodukt als Wet-Lap ist es bevorzugt, circa 1.000 ppm oder weniger Strobilurin einzusetzen, besonders bevorzugt circa 500 ppm oder weniger Strobilurin, besonders bevorzugt circa 250 ppm oder weniger Strobilurin.

Bei Kombination mit Wasser, z.B. in einem Kühlturm, oder vor der Auftragung auf Papier ist es bevorzugt, eine ausreichend hohe Konzentration von Strobilurin zu verwenden, um eine antimykotische und/oder Antimehltau-Aktivität zu erhalten. Die erforderliche Strobilurinkonzentration zum Erhalt eines ausreichenden Grades an antimykotischer und/oder Antimehltau-Aktivität kann abhängig vom behandelten System und dem verwendeten Strobilurin variieren. Der Durchschnittsfachmann kann eine geeignete Konzentration von Strobilurin in Wasser, wäßriger Flüssigkeit oder Prozeßwasser für eine besondere Anwendung bestimmen. Allgemein ist jedoch eine wirksame antimykotische und/oder Antipilz-Konzentration von Strobilurin in Wasser, wäßriger Flüssigkeit oder Prozeßwasser größer als circa 100 ppm, besonders bevorzugt größer als circa 200 ppm, besonders bevorzugt größer als circa 300 ppm, wenn die Konzentrationen auf das Gewicht von Strobilurin pro Gesamtgewicht von Zusammensetzung bezogen sind. Die Verwendung von zu viel Strobilurin führt zu verschwendetem Material. Deshalb ist die Konzentration von Strobilurin in Wasser, wäßriger Flüssigkeit oder Prozeßwasser allgemein circa 5.000 ppm oder weniger, besonders bevorzugt circa 1.000 ppm oder weniger, besonders bevorzugt circa 500 ppm oder weniger.

Beispiele

Die vorliegende Erfindung wird ferner durch die folgenden Beispiele veranschaulicht. Diese Beispiele sind nicht beschränkend und beschränken nicht den Erfindungsumfang.

Wenn nichts anderes angegeben ist, sind alle Prozentanteile, Teile etc., die in den Beispielen dargestellt sind, gewichtsbezogen.

Beispiel 1

Eine Zusammensetzung aus den in Tabelle 1 aufgeführten Komponenten wird durch Zugabe von 150 mg Benzylacetat (Janssen Chimica, Geel, Belgien) zu Kresoxim-methyl (100 mg, technische Qualität (94 Gew.-% aktive Stoffe) von BASF AG, Ludwigshafen, Deutschland) hergestellt. Diese Mischung wird in ein Reagensglas gegeben und unter heißes Leitungswasser gehalten, um die Auflösung des Kresoxim-methyls zu unterstützen. Zu dieser Lösung werden 750 mg PEG-400 (Acros Chemical, Fair Lawn, NJ) zur Vervollständigung der Mischung gegeben.

Tabelle 1
Beispiel 2

Eine 100 mg-Probe von Kresoxim-methyl (technische Qualität, BASF AG, Ludwigshafen, Deutschland) wird zu 900 mg Propylencarbonat (Sigma Chemical, Saint Louis, MO) gegeben. Diese Mischung wird in ein Reagensglas gegeben und unter heißes Leitungswasser gehalten, um die Auflösung von Kresoxim-methyl zu unterstützen.

Beispiel 3

Herstellung des Sporen-Inoculums – Zwei sterile Petrischalen, die Kartoffeldextroseagar enthalten, werden mit Aspergillus niger (ATCC 6275) geimpft. Diese Platten werden für wenigstens 48 Stunden bei 35 ± 1°C inkubiert. Am Ende des Inkubationszeitraums werden die Platten auf Pilzgeflechte und Fruchtkörper des Pilzes überprüft. Zur Herstellung der Sporen-Pilzgeflecht-Suspension wird die Agaroberfläche mit einem sterilen Tupfer mit Baumwollspitze abgestrichen. Die Sporen werden aus dem Baumwolltupfer in einem sterilen Reagensglas suspendiert, das eine Lösung aus 0,85%iger Kochsalzlösung und 0,01%igem Tween 80 (V/V) enthält. Die Sporen-Pilzgeflecht-Suspension wird geschüttelt oder verwirbelt, um Sporen- und Pilzgeflecht-Klumpen aufzubrechen. Vor der Zugabe der Sporen-Pilzgeflecht-Suspension in das Reagensglas, das Kochsalzlösung und Tween enthält, wird ein Spektrofotometer auf 650 nm eingestellt und die Extinktionsauslesung auf Null gesetzt. Die optische Dichte (Extinktion) der Sporen-Myzel-Suspension wird im Spektrofotometer gemessen. Falls notwendig, wird die optische Dichte auf 0,29 Extinktionseinheiten durch Zugabe von Verdünnungsmittel oder Sporen eingestellt. Bei einer optischen Dichte von 0,29 Extinktionseinheiten (bei 650 nm) beträgt die Konzentration von Sporen 1 × 109 Sporen/ml. Die Sporen-Pilzgeflecht-Suspension wird 1/1000 verdünnt, um Inoculum zu liefern, das für den Mikrotitertest mit einer Konzentration von 1 × 106 Sporen/ml verwendet wird.

Mikrotitertest – Sechs Multiscreen-Filtrationsplatten (Multiscreen-GV mit 96 Vertiefungen, klare Platten mit 0,22 &mgr;m-Membran; Millipore Corp., Molsheim, Frankreich) werden für ein Dosis-Reaktions-Protokoll mit drei Dosen verwendet. Dieses Protokoll und die sechs Multiscreen-Platten erlauben eine Duplizierung der experimentellen Ergebnisse. Die drei eingesetzten aktiven Substanzen sind BAS49002F (Kresoxim-methyl mit 50 Gew.-%; BASF AG, Ludwigshafen, Deutschland), AF1912 (Diiodmethyl-paratolylsulfon; Angus Chemical Company, Buffalo Grove, Illinois) und MBTC (Methylenbisthiocyanat; Aldrich Chemical Company, Milwaukee, WI). Diese aktiven Stoffe werden individuell mit Wasser auf eine Konzentration von 40 ppm aktive Substanz verdünnt. Unter Verwendung getrennter Verdünnungsblöcke für jeden aktiven Stoff werden die aktiven Stoffe seriell verdünnt, um experimentelle Dosisbereiche von 10 bis 0,156 ppm zu erreichen. Neben den Behandlungen (aktive Stoffe) werden Sabouraud-Dextrosebouillon (Difco Laboratories, Detroit, MI) und Inoculum zu jeder Vertiefung gegeben. Die Mikrotiterplatten werden bei 37°C 24 Stunden inkubiert, und nach diesem Zeitraum werden eine 0,1%ige Lösung von XTT (2,3-Bis[2-methoxy-4-nitro-5-sulfophenyl]-2H-tetrazolium-5-carboxanilid; Sigma Chemical, Saint Louis, MO) und 0,01% PMS (Phenazinmethosulfat; Sigma Chemical, Saint Louis, MO) zu jeder Vertiefung gegeben. Die Platten werden für etwa 3 weitere Stunden inkubiert. Filtration über die Multiscreen-Platten entfernt das Pilzgeflechtwachstum und nicht-gewachsene Sporen von Aspergillus niger. Jede Mikrotitervertiefung wird bei 465 nm auf Reduktion von XTT durch stoffwechselwirksame Zellen ausgelesen (d.h. eine Farbveränderung von den unbehandelten Proben würde atmende Pilzzellen anzeigen). Wachstumsinhibierungsergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt, die die verarbeiteten Extinktionsdaten darstellt, die als prozentuale Inhibierung des Pilzwachstums durch die drei untersuchten aktiven Stoffe umgewandelt wurden (BAS49002F, AF1912 und MBTC). Die gestrichelten Linien in Tabelle 2 zeigen negative Inhibierungswerte an, was zeigt, daß die Zellen lebensfähig waren, aber in wirkungslosen Zellzyklen.

Tabelle 2

Die mit BAS49002F bezeichnete Strobilurinzusammensetzung ist sehr wirksam, wie durch die Ergebnisse des Durchmusterungstests gezeigt wird (Tabelle 2). Es wird angenommen, daß das scheinbar bessere Verhalten von Amical zum Teil auf dem eingesetzten Test zur Auswertung der Leistungen der aktiven Stoffe beruht.

Beispiel 4

Qualitative Experimente werden durchgeführt, in denen zwei Kresoxim-methyl-Zusammensetzungen, die von BASF erhältlich sind (BAS49002F und BAS49011F; BASF AG, Ludwigshafen, Deutschland), in einer Konzentration von 50 und 100 ppm zu Wet-Lap-Bahnen gegeben werden, die mit einer Sporen-Pilzgeflecht-Suspension von Aspergillus niger geimpft worden waren. Der Zellstoff mit 0,5 Gew.-% Konsistenz wird aus 70% gebleichten Laubholz- und 30 gebleichten Nadelholzfasern hergestellt. Zu individuellen Portionen dieses Faserstoffs werden chemische Behandlungen von BAS49002F und BAS49011F in Konzentrationen von 50 und 100 ppm Strobilurin gegeben, bezogen auf das Gewicht der Trockenmassebasis an Faser. Laborblätter (Wassergehalt circa 50 Gew.-%) werden unter Verwendung eines Britt-Jar geformt. Drei Laborblätter werden für jede Konzentration und für jeden aktiven Stoff sowie für die unbehandelte Kontrolle hergestellt. Die Laborblätter werden aseptisch gehandhabt, um die bakterielle Kontaminierung zu minimieren. Ein Quadrat mit 2'' × 2'' wird aseptisch ausgeschnitten und auf Kartoffeldextrose-Agarplatten (Difco Laboratories, Detroit, Michigan) überführt. 1 ml Sporen-Inoculum (siehe Beispiel 3 – Herstellung von Sporen-Inoculum) wird über die Oberseite jedes Wet-Lap-Blattes durch eine Pipette verteilt. Die Platten werden mit Parafilm (American National Can, Menasha, WI) versiegelt und für 7 Tage bei 35°C inkubiert. Beobachtungen werden täglich auf Wachstum und Sporenbildung aufgezeichnet. Beide Zusammensetzungen (BAS49002F und BAS49011F) mit 50 und 100 ppm verhindern das Wachstum von Aspergillus niger auf Kartoffeldextrose-Agarplatten bis zu Tag 4 unter diesen Bedingungen, aber ein Pilzwachstum wird nach diesem Zeitraum beobachtet.

Obwohl die Erfindung in Zusammenhang mit bestimmten bevorzugten Ausführungsformen beschrieben wurde, so daß Aspekte davon vollständiger verstanden und gewürdigt werden können, ist es nicht beabsichtigt, die Erfindung auf diese besonderen Ausführungsformen zu beschränken. Im Gegenteil wird der Umfang der Erfindung durch die anliegenden Patentansprüche definiert.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Bekämpfung des Wachstums von Pilzen oder Mehltau, umfassend das Kombinieren eines Fungizids, das ein Strobilurin umfaßt, mit einem wäßrigen System, worin das wäßrige System wenigstens eines aus einer Papiermaschine, Wet-Lap (Wickelpappen) und einem Wärmeaustauschersystem umfaßt.
  2. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin das wäßrige System eine Papiermaschine umfaßt, die einen Papierstofftank umfaßt, und das Strobilurin mit Faserstoff im Papierstofftank kombiniert wird.
  3. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin das wäßrige System eine Papiermaschine umfaßt, die eine Zellstoffmühle umfaßt, und das Strobilurin mit Faserstoff in der Zellstoffmühle kombiniert wird.
  4. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin das wäßrige System eine Papiermaschine umfaßt, die eine Stoffbütte umfaßt, und das Strobilurin mit Faserstoff in der Stoffbütte kombiniert wird.
  5. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin das wäßrige System eine Papiermaschine umfaßt, die einen Stoffauflaufkasten umfaßt, und das Strobilurin mit Faserstoff im Stoffauflaufkasten kombiniert wird.
  6. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin das wäßrige System Papierstoff umfaßt und das Strobilurin mit dem Papierstoff kombiniert wird.
  7. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin das wäßrige System Wet-Lap umfaßt und das Strobilurin mit dem Wet-Lap kombiniert wird.
  8. Verfahren gemäß Anspruch 7, worin das Strobilurin im Wet-Lap in einer Konzentration von wenigstens 1 ppm auf Basis von Wet-Lap mit 50 Gew.-% Wassergehalt vorhanden ist.
  9. Verfahren gemäß Anspruch 8, worin das Strobilurin im Wet-Lap in einer Konzentration von wenigstens 25 ppm auf Basis von Wet-Lap mit 50 Gew.-% Wassergehalt vorhanden ist.
  10. Verfahren gemäß Anspruch 7, worin das Strobilurin im Wet-Lap in einer Konzentration von 5.000 ppm oder weniger auf Basis von Wet-Lap mit 50 Gew.-% Wassergehalt vorhanden ist.
  11. Verfahren gemäß Anspruch 7, worin der Wet-Lap zu einem Masseerzeugnis geformt wird und das Strobilurin auf das Masseerzeugnis in einer Menge von wenigstens 20 mg/m2 auf Basis der Oberfläche des Masseerzeugnisses aufgetragen wird.
  12. Verfahren gemäß Anspruch 11, worin das Strobilurin auf das Masseerzeugnis in einer Menge von wenigstens 30 mg/m2 auf Basis der Oberfläche des Masseerzeugnisses aufgetragen wird.
  13. Verfahren gemäß Anspruch 12, worin das Strobilurin auf das Masseerzeugnis in einer Menge von 600 mg/m2 oder weniger auf Basis der Oberfläche des Masseerzeugnisses aufgetragen wird.
  14. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin das Strobilurin wenigstens eines aus Kresoxim-methyl, Azoxystrobin, Methyl-(E)-2-[2-[6-(trifluormethyl)pyrid-2-yloxymethyl]-phenyl]-3-methoxyacrylat, Strobilurin A und Strobilurin B einschließt.
  15. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin das wäßrige System ein Fluidum in einem Wärmeaustauschersystem umfaßt und das Strobilurin mit dem Fluidum kombiniert wird.
  16. Verfahren gemäß Anspruch 15, worin das Wärmeaustauschersystem einen Kühlturm umfaßt.
  17. Verfahren gemäß Anspruch 15, worin das Strobilurin eine Konzentration von wenigstens 100 ppm auf Basis der Masse des Fluidums hat.
  18. Verfahren gemäß Anspruch 1, worin der Wet-Lap aus einem Faserstoff erhalten wird, der das Fungizid umfaßt.
  19. Verfahren zum Schimmelbeständigmachen oder Mehltaubeständigmachen eines Erzeugnisses, das ein Papierprodukt umfaßt, wobei das Verfahren das Kombinieren einer Zusammensetzung, die ein Strobilurin umfaßt, mit einem Erzeugnis umfaßt, das ein Papierprodukt umfaßt.
  20. Verfahren gemäß Anspruch 19, worin das Papierprodukt 1.000 ppm oder weniger an Strobilurin auf Trockenmassebasis umfaßt.
  21. Verfahren gemäß Anspruch 19, worin das Strobilurin wenigstens eines aus Kresoxim-methyl, Azoxystrobin, Methyl-(E)-2-[2-[6-(trifluormethyl)pyrid-2-yloxymethyl]-phenyl]-3-methoxyacrylat, Strobilurin A und Strobilurin B einschließt.
  22. Papierprodukt, das eine antimykotische Menge eines Strobilurins einschließt.
  23. Papierprodukt gemäß Anspruch 22, das wenigstens 50 ppm des Strobilurins auf Trockenmassebasis einschließt.
  24. Papierprodukt gemäß Anspruch 23, das 1.000 ppm oder weniger des Strobilurins auf Trockenmassebasis einschließt.
  25. Papierprodukt gemäß Anspruch 22, worin das Strobilurin wenigstens eines aus Kresoxim-methyl, Azoxystrobin, Methyl-(E)-2-[2-[6-(trifluormethyl)pyrid-2-yloxymethyl]-phenyl]-3-methoxyacrylat, Strobilurin A und Strobilurin B einschließt.
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