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Dokumentenidentifikation DE102004034988A1 02.02.2006
Titel Lichtrastermikroskop und Verwendung
Anmelder Carl Zeiss Jena GmbH, 07745 Jena, DE
Erfinder Hecht, Frank, 99425 Weimar, DE
DE-Anmeldedatum 16.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004034988
Offenlegungstag 02.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.02.2006
IPC-Hauptklasse G02B 21/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
Zusammenfassung Lichtrastermikroskop mit einer zumindest eindimensionalen Lichtverteilung zur rasterförmigen Beleuchtung einer Probe in einem örtlich begrenzten Rasterfeld und Detektormitteln zur Erfassung von Probenlicht sowie einem mindestens in einer Richtung beweglichen Probentisch,
wobei in einem ersten Verfahrensschritt eine Beleuchtung der Probe, Detektion von Probenlicht und Datenaufzeichnung der Detektion während einer Bewegung des Probentisches in mindestens einer ersten Richtung über die Abmessungen des Rasterfeldes hinaus erfolgt und die Aufzeichnung der jeweiligen Tischposition der Datenaufzeichnung zugeordnet wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung beschreibt ein Verfahren und ein Gerät, mit denen eine schnellere Abtastung von großen Proben ermöglicht wird. Das Verfahren ist besonders für Fälle geeignet, in denen die Aufnahmeregion größer als das maximale Bildfeld des Mikroskops ist.

Bei der Aufnahme von großen Proben werden derzeit mehrere Bilder oder Stapel aufgenommen wobei die Probe zwischen den Aufnahmen der Bilder oder Stapel mit einem motorisierten Probentisch verschoben werden. Die aufgenommenen Bilder oder Stapel werden anschließend in ein Gesamtbild entsprechend der Tischposition kopiert. Die Entwicklungen bzgl. der Erhöhung der Aufnahmegeschwindigkeit von Bildern und Stapeln mit konfokalen Mikrosokopen hat zu der Situation geführt, dass die Tischpositionierung zu einen wesentlich Beitrag zur Gesamtaufnahmezeit leistet.

Neue vorgeschlagene Lösung

Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beispielhalber noch näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung eines Laserscanningmikroskops mit Strahlungsquellenmodul, Scanmodul sowie Detektormodul,

2 eine schematische Darstellung eines Scanfeldes zur Veranschaulichung möglicher Zoom-Wirkungen,

3 eine schematische Darstellung eines Laser-Scanningmikroskops mit einer Nipkow-Scheibe,

4 eine schematische Darstellung eines Laser-Scanningmikroskops mit paralleler Mehrpunktbeleuchtung und -abtastung.

1 zeigt schematisch ein Laserscanningmikroskop 1, das im wesentlichen aus fünf Komponenten aufgebaut ist: einem Strahlungsquellenmodul 2, das Anregungsstrahlung für die Laserscanningmikroskopie erzeugt, einem Scanmodul 3, das die Anregungsstrahlung konditioniert und zum Scannen über eine Probe geeignet ablenkt, einem zur Vereinfachung nur schematisch gezeigten Mikroskopmodul 4, das die vom Scanmodul bereitgestellte scannende Strahlung in einem mikroskopischen Strahlengang auf eine Probe richtet, sowie einem Detektormodul 5, das optische Strahlung von der Probe erhält und detektiert. Das Detektormodul 5 kann dabei, wie es in 1 dargestellt ist, spektral mehrkanalig ausgeführt sein.

Zur allgemeinen Beschreibung eines punktweise abtastenden Laser Scanning Mikroskopes wird auf DE 19702753 A1 verwiesen, die somit Bestandteil der hier vorliegenden Beschreibung ist.

Das Strahlungsquellenmodul 2 erzeugt Beleuchtungsstrahlung, die für die Laserscanningmikroskopie geeignet ist, also insbesondere Strahlung, die Fluoreszenz auslösen kann. Je nach Applikation weist das Strahlungsquellenmodul dazu mehrere Strahlungsquellen auf. In einer dargestellten Ausführungsform werden zwei Laser 6 und 7 im Strahlungsquellenmodul 2 vorgesehen, denen jeweils ein Lichtventil 8 sowie ein Abschwächer 9 nachgeschaltet sind und die ihre Strahlung über ein Koppelstelle 10 in eine Lichtleitfaser 11 einkoppeln. Das Lichtventil 8 wirkt als Strahlablenker, mit dem eine Strahlabschaltung bewirkt werden kann, ohne den Betrieb der Laser in der Lasereinheit 6 bzw. 7 selbst abschalten zu müssen. Das Lichtventil 8 ist beispielsweise als AOTF ausgebildet, das zur Strahlabschaltung den Laserstrahl vor der Einkopplung in die Lichtleitfaser 11 in Richtung einer nicht dargestellten Lichtfalle ablenkt.

In der beispielhaften Darstellung der 1 weist die Lasereinheit 6 drei Laser B, C, D auf, wohingegen die Lasereinheit 7 nur einen Laser A beinhaltet. Die Darstellung ist also beispielhaft für eine Kombination aus Einzel- und Multiwellenlängenlaser, die einzeln oder auch gemeinsam an eine oder mehrere Fasern angekoppelt sind. Auch kann die Ankopplung über mehrere Fasern gleichzeitig erfolgen, deren Strahlung später nach Durchlaufen einer Anpaßoptik durch Farbvereiniger gemischt wird. Es ist somit möglich, verschiedenste Wellenlängen oder -bereiche für die Anregungsstrahlung zu verwenden.

Die in die Lichtleitfaser 11 eingekoppelte Strahlung wird mittels verschieblichen Kollimationsoptiken 12 und 13 über Strahlvereinigungsspiegel 14, 15 zusammengeführt und in einer Strahlformungseinheit hinsichtlich des Strahlprofils verändert.

Die Kollimatoren 12, 13 sorgen dafür, daß die vom Strahlungsquellenmodul 2 an das Scanmodul 3 zugeführte Strahlung in einen Unendlichstrahlengang kollimiert wird. Dies erfolgt jeweils vorteilhaft mit einer einzelnen Linse, die durch Verschiebung entlang der optischen Achse unter Steuerung (einer nicht dargestellten) zentralen Ansteuereinheit eine Fokussierungsfunktion hat, indem der Abstand zwischen Kollimator 12, 13 und dem jeweiligen Ende der Lichtleitfaser veränderbar ist.

Die Strahlformungseinheit, welche später noch eingehend erläutert wird, erzeugt aus dem rotationssymmetrischen, gaußförmig profilierten Laserstrahl, wie er nach den Strahlvereinigungsspiegeln 14, 15 vorliegt, einen zeilenförmigen Strahl, der nicht mehr rotationssymmetrisch ist, sondern im Querschnitt zur Erzeugung eines rechteckig beleuchteten Feldes geeignet ist.

Dieser auch als zeilenförmig bezeichnete Beleuchtungsstrahl dient als Anregungsstrahlung und wird über einen Hauptfarbteiler 17 und eine noch zu beschreibende Zoomoptik zu einem Scanner 18 geleitet. Auf den Hauptfarbteiler wird später ebenfalls noch eingegangen, hier sei lediglich erwähnt, daß er die Funktion hat, vom Mikroskopmodul 4 zurückkehrende Probenstrahlung von der Anregungsstrahlung zu trennen.

Der Scanner 18 lenkt den zeilenförmigen Strahl ein- oder zweiachsig ab, wonach er durch ein Scanobjektiv 19 sowie eine Tubuslinse und ein Objektiv des Mikroskopmoduls 4 in einen Fokus 22 gebündelt wird, der in einem Präparat bzw. in einer Probe liegt. Die optische Abbildung erfolgt dabei so, daß die Probe in einer Brennlinie mit Anregungsstrahlung beleuchtet wird.

Derart im linienförmigen Fokus angeregte Fluoreszenz-Strahlung gelangt über Objektiv und Tubuslinse des Mikroskopmoduls 4 und das Scanobjektiv 19 zurück zum Scanner 18, so daß in Rückrichtung nach dem Scanner 18 wieder ein ruhender Strahl vorliegt. Man spricht deshalb auch davon, daß der Scanner 18 die Fluoreszenz-Strahlung descannt.

Der Hauptfarbteiler 17 läßt die in anderen Wellenlängenbereichen als die Anregungsstrahlung liegende Fluoreszenz-Strahlung passieren, so daß sie über einen Umlenkspiegel 24 im Detektormodul 5 umgelenkt und dann analysiert werden kann. Das Detektormodul 5 weist in der Ausführunsform der 1 mehrere spektrale Kanäle auf, d.h. die vom Umlenkspiegel 24 kommende Fluoreszenz-Strahlung wird in einem Nebenfarbteiler 25 in zwei spektrale Kanäle aufgeteilt.

Jeder spektrale Kanal verfügt über eine Schlitzblende 26, die eine konfokale oder teil-konfokale Abbildung bezüglich der Probe 23 realisiert und deren Größe die Tiefenschärfe, mit der die Fluoreszenz-Strahlung detektiert werden kann, festlegt. Die Geometrie der Schlitzblende 26 bestimmt somit die Schnittebene innerhalb des (dicken) Präparates, aus der Fluoreszenz-Strahlung detektiert wird.

Der Schlitzblende 26 ist noch ein Blockfilter 27 nachgeordnet, das unerwünschte, in das Detektormodul 5 gelangte Anregungsstrahlung abblockt. Die derart abseparierte, aus einem bestimmten Tiefenabschnitt stammende, zeilenförmig aufgefächerte Strahlung wird dann von einem geeigneten Detektor 28 analysiert. Analog zum geschilderten Farbkanal ist auch der zweite spektrale Detektionskanal aufgebaut, der ebenfalls eine Schlitzblende 26a, ein Blockfilter 27a sowie einen Detektor 28a umfaßt.

Die Verwendung einer konfokalen Schlitz-Apertur im Detektormodul 5 ist nur beispielhaft. Natürlich kann auch ein Einzelpunktscanner realisiert sein. Die Schlitzblenden 26, 26a sind dann durch Lochblenden ersetzt und die Strahlformungseinheit kann entfallen. Im übrigen sind für eine solche Bauweise alle Optiken rotationssymmetrisch ausgeführt. Dann können natürlich statt einer Einzelpunktabtastung und -detektion auch prinzipiell beliebige Mehrpunktanordnungen, wie Punktwolken oder Nipkow-Scheibenkonzepte, verwendet werden, wie sie später noch anhand 3 und 4 erläutert werden. Wesentlich ist dann allerdings, daß der Detektor 28 ortsauflösend ist, da eine parallele Erfassung mehrerer Probenpunkte beim Durchlauf des Scanners erfolgt.

In 1 ist zu sehen, daß die nach den beweglichen, d.h. verschieblichen Kollimatoren 12 und 13 vorliegenden Gauß'schen Strahlenbündel über eine Spiegeltreppe in Form der Strahlvereinigungsspiegel 14, 16 vereinigt und bei der gezeigten Bauweise mit konfokaler Schlitzblende anschließend in ein Strahlbündel mit rechteckigem Strahlquerschnitt konvertiert werden. In der Ausführungsform der 1 wird in der Strahlformungseinheit ein Zylinderteleskop 37 verwendet, dem eine Asphäreneinheit 38 nachgeordnet ist, auf das eine Zylinderoptik 39 folgt.

Nach der Umformung liegt ein Strahl vor, der in einer Profilebene im wesentlichen ein rechteckiges Feld ausleuchtet, wobei die Intensitätsverteilung entlang der Feldlängsachse nicht gaußförmig, sondern kastenförmig ist.

Die Beleuchtungsanordnung mit der Asphäreneinheit 38 kann zur gleichmäßigen Füllung einer Pupille zwischen einer Tubuslinse und einem Objektiv dienen. Damit kann die optische Auflösung des Objektivs voll ausgeschöpft werden. Diese Variante ist somit auch zweckmäßig in einem Einzelpunkt oder Multipunkt scannenden Mikroskopsystem, z. B. in einem linien-scannenden System (bei letzterem zusätzlich zu der Achse, in der auf bzw. in die Probe fokussiert wird).

Die z. B. linienförmig konditionierte Anregungsstrahlung wird auf den Hauptfarbteiler 17 gelenkt. Dieser ist in einer bevorzugten Ausführungsform als spektral-neutraler Teilerspiegel gemäß der DE 10257237 A1 ausgeführt, deren Offenbarungsgehalt hier vollumfänglich einbezogen ist. Der Begriff „Farbteiler" umfaßt also auch nichtspektral wirkende Teilersysteme. Anstelle des beschriebenen spektral unabhängigen Farbteilers kann auch ein homogener Neutralteiler (z.B. 50/50, 70/30, 80/20 o.ä.) oder ein dichroitischer Teiler Verwendung finden. Damit applikationsabhängig eine Auswahl möglich ist, ist der Hauptfarbteiler vorzugsweise mit einer Mechanik versehen, die einen einfachen Wechsel ermöglicht, beispielsweise durch ein entsprechendes Tellerrad, das einzelne, austauschbare Teiler enthält.

Ein dichroitischer Hauptfarbteiler ist besonders dann vorteilhaft, wenn kohärente, d. h. gerichtete Strahlung detektiert werden soll, wie z.B. Reflexion, Stokes'sche bzw. anti-Stokes'sche Raman-Spektroskopie, kohärente Raman-Prozesse höherer Ordnung, allgemein parametrische nicht-lineare optische Prozesse, wie Second Harmonic Generation, Third Harmonic Generation, Sum Frequency Generation, Zwei- und Mehrfotonenabsorption bzw. Fluoreszenz. Mehrere dieser Verfahren der nicht-linearen optischen Spektroskopie erfordern den Einsatz zweier oder mehrer Laserstrahlen, die kollinear überlagert werden. Hierbei erweist sich die dargestellte Strahlvereinigung der Strahlung mehrerer Laser als besonders vorteilhaft. Grundsätzlich können die in der Fluoreszenzmikroskopie weitverbreiteten dichroitischen Strahlteiler verwendet werden. Auch ist es für Raman-Mikroskopie vorteilhaft vor den Detektoren holografische Notch-Teiler oder -Filter zu Unterdrückung des Rayleigh-Streuanteils zu verwenden.

In der Ausführungsform der 1 wird die Anregungsstrahlung bzw. Beleuchtungsstrahlung dem Scanner 18 über eine motorisch steuerbare Zoom-Optik 41 zugeführt. Damit kann der Zoom-Faktor angepaßt werden und das abgetastete Sehfeld ist in einem bestimmten Verstellbereich kontinuierlich variierbar. Besonders vorteilhaft ist eine Zoom-Optik, bei der während Anpassung der Fokuslage und des Abbildungsmaßstabes die Pupillenlage im kontinuierlichen Durchstimmvorgang erhalten bleibt. Die in 1 dargestellten, durch Pfeile symbolisierten, drei motorischen Freitheitsgrade der Zoom-Optik 41 entsprechen genau der Zahl der Freitheitsgrade, die zur Anpassung der drei Parameter, Abbildungsmaßstab, Fokus-, Pupillenlage, vorgesehen sind. Besonders bevorzugt ist eine Zoom-Optik 41, an deren ausgangsseitigen Pupille eine feste Blende 42 angeordnet ist. In einer praktischen einfachen Realisierung kann die Blende 42 auch durch die Begrenzung der Spiegelfläche des Scanners 18 vorgegeben sein. Die ausgangsseitige Blende 42 mit der Zoom-Optik 41 erreicht, daß unabhängig vom Verstellen der Zoomvergrößerung immer ein festgelegter Pupillendurchmesser auf das Scanobjektiv 19 abgebildet wird. Somit bleibt die Objektivpupille auch bei beliebiger Verstellung der Zoomoptik 41 vollständig ausgeleuchtet. Die Verwendung einer eigenständigen Blende 42 verhindert vorteilhaft das Auftreten ungewollter Streustrahlung im Bereich des Scanners 18.

Mit der Zoom-Optik 41 wirkt das Zylinderteleskop 37 zusammen, das ebenfalls motorisch betätigbar ist und der Asphäreneinheit 38 vorgeordnet ist. Dies ist in der Ausführungsform der 2 aus Gründen eines kompakten Aufbaus gewählt, muß aber nicht so sein.

Wird ein Zoom-Faktor kleiner 1,0 gewünscht, wird das Zylinderteleskop 37 automatisch in den optischen Strahlengang eingeschwenkt. Es verhindert, daß die Aperturblende 42 unvollständig ausgeleuchtet ist, wenn das Zoomobjektiv 41 verkleinert ist. Das einschwenkbare Zylinderteleskop 37 gewährleistet somit, daß auch bei Zoom-Faktoren kleiner 1, d. h. unabhängig von der Verstellung der Zoomoptik 41 am Ort der Objektivpupille stets eine Beleuchtungslinie konstanter Länge vorliegt. Im Vergleich zu einem einfachen Sehfeld-Zoom sind somit Laserleistungsverluste in dem Beleuchtungsstrahl vermieden.

Da beim Einschwenken des Zylinderteleskops 37 ein Bildhelligkeitssprung in der Beleuchtungslinie unvermeidlich ist, ist in der (nicht dargestellten) Steuereinheit vorgesehen, daß die Vorschubgeschwindigkeit des Scanners 18 oder ein Verstärkungsfaktor der Detektoren im Detektormodul 5 bei aktiviertem Zylinderteleskop 37 entsprechend angepaßt ist, um die Bildhelligkeit konstant zu halten.

Neben der motorisch angetriebenen Zoomoptik 41 sowie dem motorisch aktivierbaren Zylinderteleskop 37 sind auch im Detektormodul 5 des Laserscanningmikroskops der 1 fernsteuerbare Justierelemente vorgesehen. Zur Kompensation von Farblängsfehlern sind beispielsweise vor der Schlitzblende eine Rundoptik 44 sowie eine Zylinderoptik 39 und unmittelbar vor dem Detektor 28 eine Zylinderoptik 39 vorgesehen, die jeweils in axialer Richtung motorisch verschiebbar sind.

Zusätzlich ist zur Kompensation eine Korrektureinheit 40 vorgesehen, die nachfolgend kurz beschrieben wird.

Die Schlitzblende 26 bildet zusammen mit einer vorgeordneten Rundoptik 44 sowie der ebenfalls vorgeordneten ersten Zylinderoptik 39 sowie der nachgeordneten zweiten Zylinderoptik ein Pinhole-Objektiv der Detektoranordnung 5, wobei das Pinhole hier durch die Schlitzblende 26 realisiert ist. Um eine unerwünschte Detektion von im System reflektierter Anregungsstrahlung zu vermeiden, ist der zweiten Zylinderlinse 39 noch das Blockfilter 27 vorgeschaltet, das über geeignete spektrale Eigenschaften verfügt, um lediglich gewünschte Fluoreszenzstrahlung zum Detektor 28, 28a gelangen zu lassen.

Ein Wechsel des Farbteilers 25 oder des Blockfilters 27 bringt unvermeidlich einen gewissen Kipp- oder Keilfehler bei Einschwenken mit sich. Der Farbteiler kann einen Fehler zwischen Probenbereich und Schlitzblende 26, das Blockfilter 27 einen Fehler zwischen Schlitzblende 26 und Detektor 28 nach sich ziehen. Um zu verhindern, daß dann eine Neujustierung der Lage der Schlitzblende 26 bzw. des Detektors 28 erforderlich ist, ist zwischen der Rundoptik 44 und der Schlitzblende 26, d.h. im Abbildungsstrahlengang zwischen Probe und Detektor 28 eine planparallele Platte 40 angeordnet, die unter Steuerung eines Controllers in verschiedene Kippstellungen gebracht werden kann. Die planparallele Platte 40 ist dazu in einer geeigneten Halterung verstellbar angebracht.

2 zeigt, wie mit Hilfe der Zoom-Optik 41 innerhalb des zur Verfügung stehenden maximalen Scanfeldes SF ein Bereich (region of interest) ROI ausgewählt werden kann. Beläßt man die Ansteuerung des Scanners 18 so, daß die Amplitude sich nicht verändert, wie dies beispielsweise bei Resonanz-Scanner zwingend erforderlich ist, bewirkt eine an der Zoom-Optik eingestellte Vergrößerung größer 1,0 eine Einengung des ausgewählten Bereiches ROI zentriert um die optische Achse des Scanfeldes SF.

Resonanzscanner sind beispielsweise in Pawley, Handbook of Biological Confocal Microscopy, Plenum Press 1994, Seite 461ff beschrieben.

Steuert man den Scanner so an, daß er ein Feld asymmetrisch zur optischen Achse, d. h. zur Ruhelage der Scannerspiegel abtastet, so erhält man im Zusammenhang mit einer Zoomwirkung eine Offsetverschiebung OF des ausgewählten Bereiches ROI. Durch die bereits erwähnte Wirkung des Scanners 18, zu descannen, und durch den nochmaligen Durchlauf durch die Zoom-Optik 41, wird die Auswahl des interessierenden Bereiches ROI im Detektionsstrahlengang wieder in Richtung auf den Detektor hin aufgehoben. Somit kann man eine beliebige innerhalb des Scanbildes SF liegende Auswahl für den Bereich ROI treffen. Zusätzlich kann man für verschiedene Auswahlen des Bereiches ROI Bilder gewinnen und diese dann zu einem hochauflösenden Bild zusammensetzen.

Möchte man den ausgewählten Bereich ROI nicht nur um einen Offset OF gegenüber der optischen Achse verschieben, sondern auch zusätzlich drehen, ist eine Ausführungsform zweckmäßig, die in einer Pupille des Strahlenganges zwischen Hauptfarbteiler 17 und Probe 23 ein Abbe-König-Prisma vorsieht, das bekanntermaßen eine Bildfelddrehung zur Folge hat. Auch diese wird in Richtung auf den Detektor hin wieder aufgehoben. Nun kann man Bilder mit verschiedenen Offsetverschiebungen OF und verschiedenen Drehwinkeln messen und anschließend zu einem hochauflösenden Bild verrechnen, beispielsweise gemäß einem Algorithmus, wie er in der Veröffentlichung, Gustafsson, M., „Doubling the lateral resolution of wide-field fluorescence microscopy using structured illumination", in „Three-dimensional and multidimensional microscopy: Image acquisition processing VII", Proceedings of SPIE, Vol. 3919 (2000), p 141-150, beschrieben ist.

3 zeigt eine weitere mögliche Bauweise für ein Laserscanningmikroskop 1, bei dem ein Nipkowscheiben-Ansatz zur Verwirklichung kommt. Das Lichtquellenmodul 2, das in 3 stark vereinfacht dargestellt ist, beleuchtet über ein Minilinsenarray 65 durch den Hauptfarbteiler 17 hindurch eine Nipkow-Scheibe 64, wie sie beispielsweise in US 6.028.306, WO 88 07695 oder DE 2360197 A1 beschrieben ist. Die über das Minilinsenarray 65 beleuchteten Pinholes der Nipkow-Scheibe werden in die im Mikroskopmodul 4 befindliche Probe abgebildet. Um auch hier die probenseitige Bildgröße variieren zu können, ist wiederum die Zoom-Optik 41 vorgesehen.

In Abwandlung zur Bauweise der 1 ist beim Nipkow-Scanner die Beleuchtung im Durchgang durch den Hauptfarbteiler 17 vorgenommen und die zu detektierende Strahlung wird ausgespiegelt. Darüber hinaus ist in Abwandlung zu 2 der Detektor 28 nun ortsauflösend ausgeführt, damit die mit der Nipkow-Scheibe 64 erreichte Multipunktbeleuchtung auch entsprechend parallel abgetastet wird. Ferner ist zwischen der Nipkow-Scheibe 64 und der Zoom-Optik 41 eine geeignete feststehende Optik 63 mit positiver Brechkraft angeordnet, welche die durch die Pinholes der Nipkow-Scheibe 64 divergent austretende Strahlung in geeignete Bündeldurchmesser umwandelt. Der Hauptfarbteiler 17 ist für den Nipkow-Aufbau der 3 ein klassischer dichroitischer Strahlteiler, d. h. nicht der zuvor erwähnte Strahlteiler mit schlitzförmig oder punktförmig reflektierendem Bereich.

Die Zoom-Optik 41 entspricht der zuvor erläuterten Bauweise, wobei natürlich der Scanner 18 durch die Nipkow-Scheibe 64 überflüssig wird. Er kann dennoch vorgesehen werden, wenn man die anhand 2 erläuterte Auswahl eines Bereiches ROI vornehmen möchten. Gleiches gilt für das Abbe-König-Prisma.

Einen alternativen Ansatz mit Multipunktabtastung zeigt in schematischer Darstellung 4, bei der mehrere Lichtquellen schräg in die Scannerpupille einstrahlen. Auch hier läßt sich durch Nutzung der Zoom-Optik 41 zur Abbildung zwischen Hauptfarbteiler 17 und Scanner 18 eine Zoomfunktion wie in 2 dargestellt realisieren. Durch gleichzeitiges Einstrahlen von Lichtbündeln unter verschiedenen Winkeln in einer zur Pupille konjugierten Ebene, werden Lichtpunkte in einer zur Objektebene konjugierten Ebene erzeugt, die vom Scanner 18 gleichzeitig über einen Teilbereich des gesamten Objektfeldes geführt werden. Die Bildinformation entsteht durch Auswertung sämtlicher Teilbilder auf einem ortsauflösenden Matrixdetektor 28.

Als weitere Ausführungsform kommt eine Multipunkt-Abtastung, wie in US 6.028.306 beschrieben, in Frage, deren Offenbarung vollumfänglich diesbezüglich hier einbezogen wird. Auch hier ist ein ortsauflösender Detektor 28 vorzusehen. Die Probe wird dann durch eine Multipunktlichtquelle beleuchtet, die durch einen Strahlexpander mit nachgeordneten Mikrolinsenarray realisiert wird, das eine Multiaperturenplatte so beleuchtet, daß dadurch eine Multipunktlichtquelle realisiert ist.

5 zeigt eine Abtastung einer großen Probe mit einem (X/Y) Punktscanner, einer Punktlichtquelle und einem Punktdetektor über eine Fokussiervorrichhtung. Die Bildaufnahme/Beleuchtungsregion BM der zeilenweise erfolgenden Punktabtastung wird in X Richtung wird von den Scannerparametern und der verwendeten Optik bestimmt. In Y Richtung geht sie über das normale Scanfeld eines Punktscanners hinaus, sdas durch einen entsprechenden Y Scanner begrenzt wäre und hier von dem kontinuierlichen Y Antrieb des Tisches ersetzt wird.

In 6 wird eine zeilenförmige Lichtquelle gemäß 1 auf die Probe abgebildet und der Tisch wiederum in Y Richtung verschoben.

Ein 3-dimensionales Koordinatensysten sei so festgelegt, dass die z-Achse in Richtung der optischen Achse des Mikroskops verläuft. Die x- und y-Achsen verlaufen orthogonal zur z-Achse. Ihre genaue Richtung ist für die Beschreibung des Verfahrens nicht relevant.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden zur Aufnahme der Gesamtregion Daten entlang einer Zeile in x-Richtung aufgenommen. Der Mikroskoptisch wird in Richtung der y-Achse mit konstanter Geschwindigkeit verfahren. Die aufgenommenen Daten der Einzelzeilen werden in der Reihenfolge, in der sie aufgenommen wurden, in benachbarte Zeilen eines Bildspeichers kopiert.

Durch Wiederholung dieses Vorgangs an unterschiedlichen y-Positionen in der Probe kann ein Bild erzeugt werden, dass sowohl in x- als auch in y-Richtung größer ist als das maximale Bildfeld des Mikroskops.

Für eine Aufnahme großer Stapel wird die Aufnahmezeile zusätzlich periodisch in x-Richtung verschoben.

Die Kurve, die ein der Laserspot in der Probe bei einem Punktscanner abfährt ist in 7 dargestellt.

Dies ist sinngemäß auf einen Linienscanner übertragber.

Im folgenden sei unter einem Bildstreifen der Bildausschnitt gemeint, für den Bilddaten bei gleicher x-Position des Tischs aufgenommen werden. Die X Position für der linken aufgenommenen Streifen würde beispielsweise jeweils an der Position des Startpunktes liegen. jDie Abbildung zeigt drei Bildstreifen in unterschiedlichen X-Start) Positionen.

Die Abspeicherung kann entweder direkt in einem Ergebnisbildspeicher oder aber in Zwischenspeichern für die einzelnen Bildstreifen erfolgen. Im letzteren Fall werden die Bildstreifen dann in den Ergebnisbildspeicher an die Stelle, die der Aufnahmeposition entspricht, gespeichert.

Bei Ungenauigkeiten der Tischbewegung in x- und y-Richtung kann es zu sichtbaren Verfälschungen an den Stoßstellen der Bildstreifen kommen. Um dies zu Vermeiden, kann die Aufnahme der Bildstreifen überlappend erfolgen. Anschließend werden aus den Bildinformationen im Überlappungsbereich anhand von charakteristischen Bildmerkmalen durch einen Bildvergleich oder Korrelation die realen relativen Tischpositionen der Bildstreifen bestimmt und die Bildstreifen entsprechend verschoben in den Ergebnisspeicher kopiert. In diesem Fall werden Zwischenspeicher für Bildstreifen benötigt. Im Minimum kommt man mit einem Zwischenspeicher für einen Bildstreifen aus. Die Bestimmung der realen relativen Tischpositionen kann über Kreuzkorrelation erfolgen.

Eine mögliche Abfolge der Aufnahme bei Korrektur bezüglich der realen Tischposition ist:

  • 1. Aufnahme des ersten Bildtreifen mit Abspeichern im Zwischenspeicher.
  • 2. Kopieren des Bildstreifen aus dem Zwischenspeicher im den Ergebnisbildspeicher
  • 3. Bewegung des Tischs in x-Richtung
  • 4. Aufnahme des nächsten Bildstreifen
  • 5. Bestimmung der realen relativen Tischposition aus den Bilddaten des Überlappungsbereichs aus Zwischenspeicher und Ergebnisbildspeicher
  • 6. Kopieren des Bildstreifen aus dem Zwischenspeicher im den Ergebnisbildspeicher an die Position, die der bestimmten Tischposition entspricht
  • 7. Wenn alle Bildstreifen aufgenommen wurden, wird die Aufnahme beendet, sonst wird die Aufnahme bei Schritt 3 fortgesetzt.


Anspruch[de]
  1. Lichtrastermikroskop mit einer zumindest eindimensionalen Lichtverteilung zur rasterförmigen Beleuchtung einer Probe in einem örtlich begrenzten Rasterfeld, und Detektormitteln zur Erfassung von Probenlicht sowie einem mindestens in einer Richtung beweglichen Probentisch, wobei in einem ersten Verfahrensschritt eine Beleuchtung der Probe, Detektion von Probenlicht und Datenaufzeichnung der Detektion während einer Bewegung des Probentisches in mindestens einer ersten Richtung über die Abmessungen des Rasterfeldes hinaus erfolgt und die Aufzeichnung der jeweiligen Tischposition der Datenaufzeichnung zugeordnet wird.
  2. Lichtrastermikroskop nach Anspruch 1, wobei Sa Rasterfeld durch Bewegung der Lichtverteilung in mindestens einer Richtung erzeugt wird.
  3. Lichtrastermikroskop nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei in einem zweiten Verfahrensschritt eine eine Verschiebung des Probentisches senkrecht zur ersten Richtung erfolgt, die Verschiebeposition abgespeichert wird und zur Bildung von mehreren Abtastregionen der erste Verfahrensschritt wiederholt wird.
  4. Lichtrastermikroskop nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei mehrere Abtastregionen einander benachbart sind und aus den abgespeicherten Abtastregionen ein Bild zusammengesetzt wird.
  5. Lichtrastermikroskop nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei sich die Abtastregionen überlappen und anhand von Bildvergleichen eine Korrektur der abgespeicherten Tischposition für mindestens eine Probenregion erfolgt.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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