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Dokumentenidentifikation DE202005010294U1 02.02.2006
Titel Kameraeinheit mit Sender und Empfänger
Anmelder Meyer, Karl-Otto, 06556 Artern, DE
Vertreter Seckel, U., Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anw., 06556 Artern
DE-Aktenzeichen 202005010294
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 02.02.2006
Registration date 29.12.2005
Application date from patent application 30.06.2005
IPC-Hauptklasse H04N 7/18(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse H04N 5/33(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      H04N 5/225(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kameraeinheit mit Sender und Empfänger zur nahezu synchronen Bildübertragung aus einem Gefahren- oder Katastrophenbereich an eine zentrale Einsatzleitung und/oder mehrere Empfangsstationen zur Auswertung der Situation im Einsatzbereich und Ableitung von Rettungs-, Bekämpfungs-, Sicherheits- und ähnlichen Maßnahmen sowie zur Videoaufzeichnung der vor Ort vorherrschenden Situation.

Mobile Kameraeinheiten, die zur nahezu synchronen Bild- und Videoaufzeichnung von Ereignissen im Gefahrenbereich genutzt werden, bestehen nach dem allgemeinen bekannten Stand der Technik aus einer Realbildkamera und einer Wärmebildkamera und sind als tragbare Kameras oder, wie aus der DE 201 05 784.0 bekannt, als kombinierte Helmkamera ausgelegt und kommen unter anderem bei zentralen Einsatzleitsystemen zur Anwendung, wie es in der DE 199 29 434 A1 beschrieben ist.

Die Handhabung dieser tragbaren Kameraeinheiten oder auch der kombinierten Helmkamera verlangt jedoch von der Einsatzkraft ein gewisses Maß an Erfahrung beim parallelen Einsatz und Führen der verschiedenen Geräte, damit aussagekräfte Wärme- und Realbilder aus dem Einsatzgebiet an den Einsatzstab übermittelt bzw. aufgezeichnet werden können.

Darüber hinaus ist die Einsatzkraft durch die Mitnahme der von Hand geführten Kameraeinheiten und der sich im Gefahrenbereich ständig veränderten Situationen erheblich beeinträchtigt und nicht immer in der Lage, genau die Wärmebildaufnahmen und die Realbilder an den Einsatzstab zu übertragen, die für den Einsatzstab entscheidungserheblich sind. Folglich kann nicht ausreichend gesichert werden, daß bei der Einsatzleitung trotz der in der DE 199 29 434 A1 vorgeschlagenen Audioverbindung mit der Einsatzkraft immer das Bild aus dem Gefahrenbereich oder das zu überwachende Terrain so eindeutig und für die Zeitdauer anliegt, damit alle entscheidungsrelevanten Situationen durch die Einsatzleitung erkannt werden können, um die effektivste Entscheidung zu treffen.

Aus der DE 199 29 434 A1 ist unter anderem aber auch bekannt, eine Wärmebildkamera oder eine Realbildkamera über einen Schwenk-/Neigekopf auf einer technischen Einheit, beispielsweise auf einer Feuerwehrleiter, zu befestigen. Damit kann eine Kamera, bei der beispielsweise die aufgenommenen Bilder per Funk übertragen werden und die Steuerung derselben sowie des Schwenk-/Neigekopfs per Rückkanal erfolgt, zwar durch die Einsatzleitung direkt und damit unabhängig von Emotionen der Einsatzkraft auf Schwerpunktsituationen im Gefahrenbereich und bei der Großraumüberwachung sowie bei der Suche nach Brandnestern usw. zielgerichtet gesteuert werden, eine im Bedarfsfall notwendig werdende unmittelbare Umschaltung von der Realbildkamera auf eine Wärmebildkamera, um den eingestellten Bereich zusätzlich mit einer Wärmebildkamera zu analysieren, ist jedoch nicht möglich, selbst, wenn auf der technischen Einheit eine zusätzliche Wärmebildkamera mit einem Schwenk-/Neigekopf vorgesehen ist.

Eine zusätzlich vorgesehene Wärmebildkamera, die auf einem Schwenk-/Neigekopf montiert ist, führt auch wesentlich zur Kostenerhöhung des Gesamtsystems und würde den flexiblen Einsatz der nicht. in jedem Fall der Großraumüberwachung benötigten Wärmebildkamera beeinträchtigen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Kameraeinheit für ein zentrales Einsatzleitsystem zu schaffen, die zu jeder Zeit der Einsatzleitung die Möglichkeit gibt, mit einer unveränderten Einstellung der Kameraeinheit den Bereich anhand einem Realbild und einem Wärmebild zu analysieren und die mit einem geringen technischen Aufwand wirtschaftlich betrieben werden kann und bei der die Wärmebildkamera problemlos für weitere Einsatzzwecke nutzbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kameraeinheit aus einer Anlog- oder Digitalkamera und einer Wärmebildkamera besteht, die gemeinsam an nur einem Schwenk-/Neigekopf festgelegt sind und bei der für die Bildübertragung und die Steuerung der Analog- oder Digitalkamera und der Wärmebildkamera ein gemeinsamer Empfänger und Sender vorgesehen ist und die Analog- oder Digitalkamera oder die Wärmebildkamera wahlweise auf den Sender und Empfänger aufschaltbar ist.

Durch die Kombination der Analog- oder Digitalkamera mit der Wärmebildkammera auf nur einem Schwenk-/Neigekopf ist gewährleistet, daß mit der Kameraeinheit bei jeder Einstellung des Schwenk-/Neigekopfs aus einem bestimmten Bereich punktgenau durch Umschalten von der Analog- oder Digitalkamera auf die Wärmebildkamera ein Realbild und ein Wärmebild übertragen werden kann. Folglich wird die Einsatzleitung in die Lage versetzt, bei jeder Stellung des Schwenk-/Neigekopfs die Gefahrenstelle eindeutig durch focusieren, zoomen und irisieren der jeweils aufgeschalteten Kamera und auch durch ständig wechselseitiges Umschalten von der Analog- oder Digitalkamera auf die Wärmebildkamera den Gefahrenbereich oder das zu überwachende Terrain intensiv zu analysieren. Damit kann folglich ohne Zeitverzug insbesondere die Personensuche und Suche nach Tieren, möglichen oder entstehenden Brandnester sowohl in Gefahrenbereichen als auch in Katastrophenbereichen unabhängig von einer Rauchentwicklung oder Wettertrübung oder dem vorherrschenden Gelände wesentlich intensiver durchgeführt und damit die notwendige Entscheidung zur Einleitung von entsprechenden Maßnahmen auf einer fundierten Grundlage getroffen werden.

Aber auch bei der Überwachung von Deponien oder anderen Großraumüberwachungen sowie bei Naturkatastrophen ermöglicht diese Kameraeinheit eine wirtschaftliche und dauerhafte intensive zentrale Überwachung rund um die Uhr.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Analog- oder Digitalkamera, die Wärmebildkamera und der Schwenk-/Neigekopf von einer zentralen Spannungquelle versorgt. Auf diese Weise ist das gesamte System beim Einschalten und damit auch die Wärmebildkamera stets betriebsbereit und die Bilder sowohl von der Analog- oder Digitalkamera sind nach dem Umschalten sofort und ohne Zeitverzögerung sichtbar, wie es bei Akku betriebenen Wärmebildkameras sonst nicht der Fall ist. Desweiteren entfällt ein Wechsel der Akku's für die Wärmebildkameras bei längeren Einsätzen. Folglich kann die mobile Kameraeinheit annähernd servicefrei betrieben werden.

Vorteilhafterweise erfolgt die Übertragung und Steuerung der Kameraeinheit und die Steuerung des Schwenk-/Neigekopfes per Funk mit Rückkanal. Damit ist gewährleistet, daß die Bildübertragung zu und die Steuerung des gesamten Systems von einer zentralen stationären ständigen Überwachungsbehörde oder von zentral stationären oder mobilen Rettungs-, Katastrophenleitstellen erfolgen kann. Selbstverständlich kann die Bildübertragung und die Steuerung des gesamten Systems auch über Kabelverbindungen erfolgen, diese Variante kann vorteilhaft sein, wenn das zu überwachende Terrain oder der Gefahrenbereich in so genannten Funklöchern liegt oder in Bereichen, wo keine stabile Funkübertragung möglich ist.

Vorteilhafterweise ist die Wärmebildkamera an einer lösbaren Befestigungseinrichtung einer Aufnahme festgelegt, die mit dem Schwenk-/Neigekopf in Verbindung steht. Bevorzugt ist die Befestigungseinrichtung eine arretierbare Befestigungseinrichtung. Damit ist die kostenintensive Wärmebildkamera auch flexibel für weitere Einsatzmöglichkeiten nutzbar und es ist gesichert, daß die Wärmebildkamera nach dem Festlegen am Schwenk-/Neigekopf wieder eindeutig zur Analog- oder Digitalkamera fixiert ist.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Videoaufzeichnung und die Wiedergabe der Signale der Analog- oder Digitalkamera und der Wärmebildkamera in eine einheitliche Videonorm gewandelt. Damit kann gewährleistet werden, daß bei Vorliegen unterschiedlicher Videonormen, wie beispielsweise PAL, NRSC, der Empfänger alle Signale in UMST-Norm weiterleitet, so daß die Verbindung beim Übertragen der Signale beim Umschalten von der Analog- oder Digitalkamera auf die Wärmebildkamera und umgekehrt nicht unterbrochen wird.

Die Kameraeinheit kann auf eine stationäre technische Einheit für die ständige vorbeugende Überwachung eines bestimmten gefährdeten Terrains aber auch auf mobile technische Einheiten befestigt werden, wie beispielsweise eine Drehleiter zum großflächigen Überwachen eines Gefahrenbereichs oder Katastrophengebietes oder einer fahrbaren technischen Einheit, wie eine Robotereinheit, die unmittelbar bis an einen Gefahrenherd herangeführt werden kann.

Die erfindungsgemäß ausgebildete Kameraeinheit macht folglich eine sehr flexible und behinderungsfreie Anwendungsweise und eine ständige Beobachtung des Gefahrenbereiches oder Überwachungsbereichs möglich und gibt der Einsatzleitung oder dem Überwachungspersonal die Möglichkeit aus real erhaltenem Bildmaterial vor Ort und völlig emotionslos notwendige Entscheidungen einzuleiten.

Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich für eine bevorzugte Ausführungsvariante aus der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung und der beigefügten Zeichnung, in der eine Kameraeinheit nach der Erfindung gezeigt ist.

Die Kameraeinheit 1 besteht im wesentlichen aus einer Analog- oder Digitalkamera 2, einer Wärmebildkamera 3, einem Schwenk-/Neigekopf 4 sowie dem Empfänger 5 und Sender 7.

Der Sender 7 und der Empfänger 5 sind bei der gezeigten Ausführungsform ein funkbetriebener Sender 7 und funkbetriebener Empfänger 5, die jeweils mit einem nicht weiter dargestellten Rückkanal versehen sind.

Der Sender 7 mit der Sendeantenne 8 und der Empfänger 5 mit der Empfangsantenne 6 sind in einem gemeinsamen Gehäuse 13 angeordnet, auf dem in diesem speziellen Fall die Analog- oder Digitalkamera 2 festgelegt ist.

Am Schwenk-/Neigekopf 4 ist, wie bekannt, an der Aufnahme 9 die Analog- oder Digitalkamera 2, die auch Farbkameras sein können, arretiert festgelegt. Wie bei dieser speziellen Ausführungsform in der Zeichnung gezeigt, ist an der Aufnahme 9 der Analog- oder Digitalkamera 2 eine weiter Aufnahme 11 vorgesehen, die mit der Aufnahme 9 und damit mit dem Schwenk-/Neigekopf 4 starr verbunden ist. Am freien Ende der Aufanhme 11 befindet sich eine arretierbare und lösbare Befestigungseinrichtung 12 an der die Wärmebildkamera 3 arretiert aber lösbar eingesetzt ist. Folglich folgt die Wärmebildkamera 3 synchron der Analog- oder Digitalkamera 2, wenn die Stellung des Schwenk-/Neigekopfs 4 verändert wird.

Die Wärmebildkamera 3 und die Analog- oder Digitalkamera 2 sind über einen nicht weiter gezeigten Anschluß mit dem Empfänger 5 und dem Sender 7 gemeinsam verbunden, die beide mit einem Rückkanal ausbildet sind. Über diese Rückkanäle erfolgt die entsprechende Aufschaltung der Analog- oder Digitalkamera 2 und der Wärmebildkamera 3 sowie deren Steuerung hinsichtlich zoomen, focusieren oder irissieren und generell die Steuerung des Schwenk-/Neigekopfs 4.

Die elektrische Versorgung des Gesamtsystems erfolgt über die Stromversorgung 10 aus einer zentralen Spannungsquelle. Mit der gemeinsamen Stromversorgung ist sowohl die Analog- oder Digitalkamera 2 als auch die Wärmebildkamera 3 ständig betriebsbereit. Damit ist sichergestellt, daß die aufgenommenen Bilder der Wärmebildkamera 3 nach dem Aufschalten derselben sofort und damit ohne Zeitverzögerung sichtbar sind.

1Kameraeinheit 2Analog- oder Digitalkamera 3Wärmebildkamera 4Schwenk-/Neigekopf 5Empfänger 6Empfangsantenne 7Sender 8Sendeantenne 9Aufnahme für Anlaog- oder Digitalkamera 10Stromversorgung 11Aufnahme 12Befestigungseinrichtung 13Gehäuse

Anspruch[de]
  1. Kameraeinheit mit Sender und Empfänger zur nahezu synchronen Bildübertragung aus einem Gefahren- oder Katastrophenbereich an eine zentrale Einsatzleitung und/oder mehrere dezentralen Empfangsstationen zur Auswertung der Situation im Einsatzbereich und Ableitung von Rettungs-, Bekämpfungs-, Sicherheits- und ähnlichen Maßnahmen sowie zur Videoaufzeichnung der vor Ort vorherrschenden Situation, dadurch gekennzeichnet, daß die Kameraeinheit (1) aus einer Analog- oder Digitalkamera (2) und einer Wärmebildkamera (3) besteht, die gemeinsam an nur einem Schwenk-/Neigekopf (4) festgelegt sind und bei der für die Bildübertragung und die Steuerung der Analog- oder Digitalkamera (2) und der Wärmebildkamera (3) ein gemeinsamer Empfänger (5) und Sender (7) vorgesehen ist und die Analog- oder Digitalkamera (2) oder die Wärmebildkamera (3) wahlweise auf den Sender (7) und Empfänger (5) aufschaltbar ist.
  2. Kameraeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Analog- oder Digitalkamera (2), die Wärmebildkamera (3) und der Schwenk-/Neigekopf (4) von einer gemeinsamen Spannungsquelle zentral versorgt ist.
  3. Kameraeinheit nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung und Steuerung der Kameraeinheit (1) und die Steuerung des Schwenk-/Neigekopfes (4) per Funk mit Rückkanal erfolgt.
  4. Kameraeinheit nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung und Steuerung der Kameraeinheit (1) und die Steuerung des Schenk-/Neigekopfes (4) über eine Kabelverbindung erfolgt.
  5. Kameraeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebildkamera (3) an einer lösbaren Befestigungseinrichtung (12) einer Aufnamne (11) festgelegt ist, die mit dem Schwenk-/Neigekopf (4) in Verbindung steht.
  6. Kameraeinheit nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Befestigungseinrichtung (12) eine arretierbare Befestigungseinrichtung ist.
  7. Kameraeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Videoaufzeichnung und Wiedergabe der Signale der Analog- oder Digitalkamera (2) und der Wärmebildkamera (3) in eine einheitliche Videonorm gewandelt wird.
  8. Kameraeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Kameraeinheit (1) auf eine stationäre oder eine mobile technische Einheit befestigt ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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