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Dokumentenidentifikation DE102004034270A1 09.02.2006
Titel Anlage zum Austragen fließfähiger Fluide, insbesondere Farbspritzanlage
Anmelder Kurt Schmidt Farbspritzanlagen, 71563 Affalterbach, DE
Erfinder Schmidt, Wolfgang, Dipl.-Ing., 73635 Rudersberg, DE
Vertreter Patentanwalts-Partnerschaft Rotermund + Pfusch + Bernhard, 70372 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 15.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004034270
Offenlegungstag 09.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.02.2006
IPC-Hauptklasse B05B 7/04(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
Zusammenfassung Bei einer Farbspritzanlage mit Farbwechselsystem, welches einer Spritz- bzw. Austragsvorrichtung zumindest ein aus einer Vielzahl bereitgehaltener Farb-, Lack- und/oder Härterfluide beliebig auswählbares Fluid zuzuführen gestattet, ist vorgesehen, dass praktisch alle Leitungen, die zur Sedimentierung neigende Fluide führen, ständig von dem jeweiligen Fluid durchströmt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Austrag fließfähiger Fluide mit Fluidwechselsystem, insbesondere eine Farbspritzanlage mit Farbwechselsystem, wobei das Wechselsystem einer Spritz- bzw. Austragsvorrichtung zumindest ein aus einer Vielzahl bereit gehaltener Fluide, insbesondere Farb-, Lack- und/oder Härterfluide, beliebig auswählbares Fluid sowie zwischen einem Wechsel dieser Fluide ein Reinigungsfluid bzw. eine Reinverdünnung zuzuführen gestattet.

Derartige Farbspritzanlagen, die z.B. in der DE 101 21 950 A1 beschrieben werden, sind auf dem Markt erhältlich und bieten den Vorteil, dass kurzfristig hintereinander unterschiedliche Farben bzw. Läcke verspritzt oder ausgetragen werden können.

Allerdings besteht ein gewisses Problem darin, dass verschiedene für den Austrag vorgesehene Fluide, insbesondere Farbfluide, zur Sedimentierung neigen. Dementsprechend besteht grundsätzlich die Gefahr, dass Leitungen, die für längere Zeit ungenutzt gebliebenen Fluiden zugeordnet sind und für längere Zeit nicht durchströmt wurden, durch Sedimentierung des jeweiligen Fluides verschlammen oder verstopfen.

Aufgabe der Erfindung ist es nun, bei einer Anlage der eingangs angegebenen Art eine Sedimentierung von Fluiden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu verhindern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass mehrere aus separaten Reservoirs durch Pumpen gespeiste Leitungen für die Fluide, insbesondere die Farb-, Lack- und/oder Härterfluide, sowie eine Ventilanordnung vorgesehen sind, über die die parallelen Leitungen jeweils separat mit der Austragsvorrichtung verbindbar sind, wobei zumindest solche Leitungen, die für ein zur Sedimentierung neigendes Fluid vorgesehen sind, von der Ventilanordnung separat entweder mit der Austragsvorrichtung oder separaten Rückführleitungen verbunden werden, die zu dem die jeweilige Leitung speisenden Reservoir führen. In besonders zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist desweiteren vorgesehen, dass zur Sedimentierung neigende Fluide jeweils in einer über das zugeordnete Reservoir führenden Ringleitung strömen, die durch einen Druckregler in eine Vorlaufleitung und eine Rücklaufleitung unterteilt ist, wobei an die Vorlaufleitung eine oder mehrere, jeweils mit einer Austragsvorrichtung verbindbare Abzweigleitungen und an die Rücklaufleitung entsprechend viele, den Abzweigleitungen zugeordnete Rückläufe angeschlossen sind.

Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, zumindest für den Weg vom Reservoir zur Austragsvorrichtung zur Sedimentierung neigenden Fluiden ausschließlich ständig durchströmte Leitungen vorzusehen, so dass jegliche Sedimentierung aufgrund der ständigen Strömung vermieden wird. Jede ein derartiges Fluid zur Austragsvorrichtung führende Leitung wird dauernd durchströmt, weil das jeweilige Fluid entweder über diese Leitung der Austragsvorrichtung oder dem zugeordneten Rücklauf zugeführt wird.

Die in der vorzugsweise vorgesehenen Ringleitung angeordnete Druckregelung dient einerseits dazu, innerhalb der Ringleitung in Strömungsrichtung vor der Druckregelung, d.h. in der Vorlaufleitung, einen hinreichend hohen Druck aufrecht zu erhalten, so dass das jeweilige Fluid auch in die Abzweigleitung bzw. Abzweigleitungen strömt. Andererseits wird durch die Druckregelung in der Ringleitung ein Druckgefälle zwischen der Vorlaufleitung und dem in Strömungsrichtung hinter der Druckregelung angeordneten Leitungsteil der Ringleitung, d.h. der Rücklaufleitung, gewährleistet, so dass in die Abzweigleitung bzw. Abzweigleitungen einströmendes Fluid bei Abtrennung dieser Abzweigleitung bzw. Abzweigleitungen von der jeweils zugeordneten Austragsvorrichtung in den jeweiligen Rücklauf und damit in die Rücklaufleitung einströmen und zum Reservoir zurückströmen kann.

In vorteilhafter Weise ist die mit der Strömung in der Ringleitung verbundene Durchströmung des der Ringleitung zugeordneten Reservoirs derart stark, dass auch eine Sedimentierung des Fluides im Reservoir vermieden wird. Die erfindungsgemäß vorgesehenen Maßnahmen zur Vermeidung von Sedimentbildungen in den Leitungen dienen also gleichzeitig dazu, eine Entmischung der Fluide im jeweiligen Reservoir zu verhindern.

Die zur Austragsvorrichtung bzw. zu den Rückläufen führenden parallelen Leitungen für die verschiedenen Fluide sind jeweils in einen in Strömungsrichtung vorderen zuführenden Abschnitt und einen in Strömungsrichtung hinteren weiterführenden Abschnitt unterteilt, wobei mittels der Ventilanordnung zwischen die Abschnitte jeweils einer beliebigen vorgenannten Leitung eine Messzelle geschaltet werden kann, während die Abschnitte der übrigen Leitungen, zumindest bei Leitungen für zu Sedimentierung neigende Fluide, miteinander verbunden bleiben. Auf diese Weise kann eine einzige Messzelle für unterschiedliche Fluide, die separat voneinander ausgetragen werden sollen, eingesetzt werden.

Im übrigen ist zweckmäßig vorgesehen, dass die Ventilanordnung jeden weiterführenden Abschnitt einerseits eingangsseitig mit der Messzelle und ausgangsseitig mit der Austragsvorrichtung und andererseits eingangsseitig mit dem zugeordneten zuführenden Abschnitt und ausgangsseitig mit dem zugeordneten Rücklauf verbinden kann.

Außerdem kann eine der Messzelle zugeordnete Leitung über ein Absperrventil mit einer Quelle für Reinigungsfluid bzw. Reinverdünnung und eine weitere der Messzelle zugeordnete Leitung über ein Absperrventil mit einer Aufnahme für Schmutzverdünnung verbunden werden. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, die Messzelle bei einem Fluidwechsel zu reinigen.

Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, das jeweils nächstfolgende Fluid zunächst zur Reinigung der Messzelle einzusetzen, wobei allerdings dafür gesorgt werden muss, dass das zur Reinigung herangezogene Fluid nicht für den Farb- oder Lackauftrag eines Werkstückes herangezogen wird.

Auch die Austragsvorrichtung kann bei einem Farb- bzw. Lackwechsel zunächst mit einer Quelle für Reinigungsfluid bzw. Reinverdünnung verbunden werden.

Im übrigen wird hinsichtlich bevorzugter Merkmale der Erfindung auf die Ansprüche sowie die nachfolgende Erläuterung einer bevorzugten Ausführungsform anhand der Zeichnung verwiesen.

Schutz wird nicht nur für ausdrücklich angegebene oder dargestellte Merkmalskombinationen sondern prinzipiell für beliebige Unterkombinationen beansprucht.

In der Zeichnung zeigt

1 eine schaltplanartige Darstellung einer erfindungsgemäßen Farbspritzanlage beim Lackierbetrieb,

2 eine der 1 entsprechende Darstellung bei der Reinigung der Messzellen sowie der Austragsvorrichtung der Farbspritzanlage und

3 eine den vorangehenden Fig. entsprechende Darstellung der Farbspritzanlage in einer Betriebsphase, in der eine neue Lack-Härterkombination (bzw. Farb-Härter-Kombination) vorgelegt wird.

In den 1 bis 3 sind Leitungen 1 bis 5 über nicht dargestellte Pumpen an ebenfalls nicht dargestellte Reservoirs für Farb- bzw. Lackfluide angeschlossen. In grundsätzlich gleicher Weise sind Leitungen 6 bis 8 über nicht dargestellte Pumpen mit nicht dargestellten separaten Reservoirs für unterschiedliche Härterfluide verbunden.

Bei den Farb- bzw. Lackfluiden handelt es sich in der Regel um Dispersionen, die zu Sedimentierungen oder sonstigen Entmischungsvorgängen neigen. Deshalb ist in weiter unten näher beschriebener Weise vorgesehen, dass alle für Farb- bzw.

Lackfluide vorgesehenen Leitungen, zumindest die vom jeweiligen Reservoir zur Austragsvorrichtung führenden Leitungen, ständig durchströmt werden, um Sedimentsbildungen oder Entmischungen zu vermeiden.

Die Härterfluide stellen dagegen regelmäßig stabile Flüssigkeiten bzw. Lösungen dar, so dass die Gefahr von Sedimentierungen oder Entmischungen nicht besteht. Deshalb kann bei den für Härterfluide vorgesehenen Leitungen auf eine ständige Aufrechterhaltung einer Fluidströmung verzichtet werden.

Die Leitungen 1 bis 5 sind als Ringleitung ausgebildet, die jeweils einen vom zugeordneten Reservoir zu einer Druckregelung 9 führenden Vorlauf sowie einen von der Druckregelung 9 zurück zum Reservoir führenden Rücklauf aufweisen. Die Druckregelung ist im wesentlichen als steuer- bzw. einstellbares Druckminderventil ausgebildet, welches in Abhängigkeit vom Druck im Rücklauf der jeweiligen Leitung 1 bis 5 öffnet bzw. schließt, derart, dass im Rücklauf jeder Leitung 1 bis 5 ein deutlich geringerer Druck vorliegt als im zugeordneten Vorlauf.

Die Vorläufe der Leitungen 1 bis 5 sind mit Abzweigleitungen 11 bis 15 und die Leitungen 6 bis 8 mit Abzweigleitungen 16 bis 18 verbunden.

Die Abzweigleitungen 11 bis 18 sind jeweils über Rückschlagventile 20, Filter 21 sowie Druckregler 22 mit Umschaltventilen 31 bis 38 verbunden.

Über die Umschaltventile 31 bis 35 können die Abzweigleitungen 11 bis 15 einerseits jeweils mit anschließenden Leitungen 11a bis 15a oder mit einer Messzellenleitung 23 verbunden werden. Die Abzweigleitungen 16 bis 18 sind über die Umschaltventile 36 bis 38 entweder mit anschließenden Leitungen 16a bis 18a oder mit einer weiteren Messzellenleitung 24 verbindbar.

Weitere Umschaltventile 41 bis 45 bieten die Möglichkeit, die vorgenannten anschließenden Leitungen 11a bis 15a mit weiterführenden Leitungen 11b bis 15b zu verbinden bzw. die anschließenden Leitungen 11b bis 15b abzusperren und statt dessen eine Verbindung zwischen der Messzellenleitung 23 und den weiterführenden Leitungen 11b bis 15b herzustellen.

In ähnlicher Weise können die anschließenden Leitungen 16a bis 18a über Umschaltventile 46 bis 48 mit weiterführenden Leitungen 16b bis 18b verbunden werden. Außerdem lassen sich die anschließenden Leitungen 16a bis 18a über die Umschaltventile 46 bis 48 absperren, wobei gleichzeitig die Messzellenleitung 24 mit der dem jeweiligen Umschaltventil 46 bis 48 zugeordneten weiterführenden Leitung 16b bis 18b verbunden wird.

In der Messzellenleitung 23 ist zwischen dem den Umschaltventilen 31 bis 35 zugeordneten Leitungszweig und dem den Umschaltventilen 41 ist 45 zugeordneten Leitungszweig eine Messzelle 25 angeordnet. In der Messzellenleitung 24 ist eine Messzelle 26 in entsprechender Weise zwischen den den Umschaltventilen 36 bis 38 zugeordneten Leitungszweig und dem den Umschaltventilen 46 bis 48 zugeordneten Leitungszweig vorgesehen.

Im übrigen kann die Messzellenleitung 23 über Absperrventile 27 und 28 mit einer Quelle für Reinigungsfluid bzw. Reinverdünnung R und einer Aufnahme für Schmutzfluid S verbunden werden. In gleicher Weise lässt sich die Messzellenleitung 24 über Absperrventile 29 und 30 mit der Quelle für Reinigungsfluid bzw. Reinverdünnung R und der Aufnahme für Schmutzfluid S verbinden.

Die weiterführenden Leitungen 11b bis 15b können über Umschaltventile 51 bis 55 entweder mit Rückläufen 11c bis 15c oder mit einer Eingangsleitung 60 einer Austragsvorrichtung 61 verbunden werden.

Die weiterführenden Leitungen 16b bis 18b können über Absperrventile 56 bis 58 entweder mit einer weiteren Eingangsleitung 62 der Austragsvorrichtung 61 verbunden oder von der Eingangsleitung 62 abgetrennt werden.

Die Eingangsleitungen 60 und 62 der Austragsvorrichtung 61 lassen sich im übrigen über Absperrventile 63 und 64 mit der Quelle für Reinigungsfluid bzw. Reinverdünnung R verbinden.

Die dargestellte Anlage arbeitet wie folgt:

Die 1 zeigt beispielhaft eine Betriebsphase, bei der Farb- bzw. Lackfluid aus der Leitung 1 sowie Härterfluid aus der Leitung 7 der Austragsvorrichtung 61 zugeführt wird. Zu diesem Zweck sind die Umschaltventile 31 und 41 so geschaltet, dass die Messleitung 23 eingangsseitig der Messzelle 25 mit der Abzweigleitung 11 und ausgangsseitig der Messzelle 25 mit der weiterführenden Leitung 11b verbunden ist, die dann ihrerseits über das Umschaltventil 51 an die Eingangsleitung 60 der Austragsvorrichtung 61 angeschlossen ist.

In entsprechender Weise ist die Abzweigleitung 17 über das Umschaltventil 37 mit der Messleitung 24 eingangsseitig der Messzelle 26 verbunden, und die weiterführende Leitung 17b ist über das Umschaltventil 47 mit der Messleitung 24 ausgangsseitig der Messzelle 26 verbunden sowie über das Absperrventil 57 an die Eingangsleitung 62 der Austragsvorrichtung 61 angeschlossen.

Durch entsprechende Steuerung der Messzellen 25 und 26 und/oder durch entsprechende Steuerung der Druckregler 22 der abzweigenden Leitungen 11 und 17 und/oder durch Steuerung einer servogesteuerten Drossel 65 in Abhängigkeit von den Messsignalen der Messzellen 25 und 26 wird gewährleistet, dass die Austragsvorrichtung 61 gleichbleibende Mengenverhältnisse des Lack- bzw. Farbfluides sowie des Härterfluides erhält. Die Drossel 65 ist vorzugsweise der Leitung 24, d.h. einem für nicht sedimentierende Flüssigkeiten vorgesehenen Teil der Anlage zugeordnet. Grundsätzlich kann eine solche Drossel 65 auch alternativ oder zusätzlich in der Leitung 23 angeordnet sein.

Gemäß 1 werden sämtliche Leitungen 1 bis 5 ständig vom jeweiligen Farb- bzw. Lackfluid durchströmt, und zwar unabhängig davon, ob die jeweils zugeordnete Abzweigleitung 11 bis 15 Lack- bzw. Farbfluid zur Austragsvorrichtung 61 weiterleitet oder nicht. Desweiteren werden unabhängig davon, an welche der abzweigenden Leitungen 11 bis 15 die Austragsvorrichtung 61 angeschlossen ist, alle Abzweigleitungen 11 bis 15 ständig durchströmt, wobei im Falle der Leitungen 12 bis 15 auch die anschließenden und weiterführenden Leitungsteile 12a bis 15a und 12b bis 15b durchströmt werden. Im Falle der mit der Austragsvorrichtung 61 verbundenen Abzweigleitung 11 wird zwar nur der weiterführende Leitungsteil 11b durchströmt, während der anschließende Leitungsteil 11a sowie der Rücklauf 11c nicht durchströmt werden. Jedoch haben die Leitungsteile 11a und 11c für einen Lack- bzw. Farbaustrag keinerlei Bedeutung. Vielmehr dienen sie ausschließlich dazu, eine Durchströmung der abzweigenden Leitung 11 sowie des weiterführenden Leitungsteiles 11b auch dann zu ermöglichen, wenn die Austragsvorrichtung 61 nicht mehr mit der abzweigenden Leitung 11 bzw. der Leitung 1 verbunden sein soll. Im übrigen können die Leitungsteile 11a und 11c ebenso wie die entsprechenden Leitungsteile 12a bis 15a und 12c bis 15c extrem kurz ausgebildet sein, wenn die Umschaltventile 31 bis 35 nahe benachbart zu den Umschaltventilen 41 bis 45 angeordnet und die Rücklaufzweige der Leitungen 1 bis 5 jeweils unmittelbar benachbart zu den Umschaltventilen 51 bis 55 angeordnet sind. Auf diese Weise kann ohne weiteres gewährleistet werden, dass sich in den Leitungsteilen 11a und 11c, die in der in 1 dargestellten Betriebsphase nicht durchströmt werden, nur ganz geringe Sedimentmengen bilden können, die in einer nachfolgenden Phase mit Durchströmung der Leitungszweige 11a und 11c ohne weiteres in das der Leitung 1 zugeordnete Reservoir zurückgeschwemmt werden.

Grundsätzlich gleiches gilt für die Leitungsteile 12a bis 15a und 12c bis 15c, falls einer der Abzweige 12 bis 15 zunächst mit der Austragsvorrichtung 61 verbunden und erst nachfolgend wieder durchströmt wird.

Von den abzweigenden Leitungen 16 bis 18 wird im Beispiel der 1 lediglich die abzweigende Leitung 17 durchströmt, da diese mit der Austragsvorrichtung 61 verbunden ist. Da die Leitungen 6 bis 8 jedoch stabile Fluide, d.h. Härter führen, braucht auch dann keine Entmischung oder Sedimentierung befürchtet zu werden, wenn keine Strömung vorliegt.

Die 2 zeigt eine Betriebsphase zur Vorbereitung eines Farb- bzw. Lackwechsels.

In dieser Betriebsphase sind die Abzweigleitungen 11 bis 15 mit den nachfolgenden Leitungsteilen 11a bis 15a und 11b bis 15b sowie 11c und 15c verbunden, so dass alle abzweigenden Leitungen und die nachfolgenden Leitungsteile vom jeweiligen Farb- bzw. Lackfluid durchströmt werden.

Die Absperrventile 27 bis 30 sind geöffnet, so dass die Messzellenleitungen 23 und 24 sowie die zugeordneten Messzellen 25 und 26 von Reinigungsfluid bzw. Reinverdünnung R durchströmt und gereinigt werden, wobei das die Messzellenleitungen 23 und 24 durchströmende Reinigungsfluid bzw. die diese Messzellenleitungen durchsetzende Reinverdünnung an den Absperrventilen 28 und 30 als Schmutzverdünnung bzw. als verschmutztes Reinigungsfluid austritt.

Auch der Austragsvorrichtung 61 wird über die nunmehr geöffneten Absperrventile 63 und 64 Reinigungsfluid bzw. Reinverdünnung zugeführt, so dass die Austragsvorrichtung 61 sowie deren Eingangsleitungen 60 und 62 gereinigt werden. Das verschmutzte Reinigungsfluid bzw. die verschmutzte Reinverdünnung wird mit der Austragsvorrichtung 61 in eine nicht dargestellte Aufnahme für verschmutztes Reinigungsfluid bzw. die verschmutzte Reinverdünnung eingeführt.

3 zeigt, wie eine neue Farb- bzw. Lack-Härter-Kombination vorgelegt wird.

Im Beispiel der 3 wird das Lack- bzw. Farbfluid der Leitung 2 mit dem Härter-Fluid der Leitung 8 kombiniert. Zu diesem Zweck wird die abzweigende Leitung 12 über das Umschaltventil 32 mit der Messzellenleitung 23 verbunden, die über das zunächst geöffnet bleibende Absperrventil 28 mit einer Aufnahme für Schmutzverdünnung verbunden bleibt. Damit kann das aus der Leitung 12 kommende und über das Ventil 32 in die Messzellenleitung 23 eintretende Lack- bzw. Farbfluid das noch in der Messzellenleitung vorhandene Reinigungsfluid in die vorgenannte Aufnahme ausschieben. Sobald die Messzellenleitung mit dem Lack- bzw. Farbfluid befüllt worden ist, wird das Absperrventil 28 geschlossen. Gleichzeitig wird die Messzellenleitung 23 über das Umschaltventil 42 an die weiterführende Leitung 12b angeschlossen, welche nunmehr über das Umschaltventil 52 mit der Eingangsleitung 62 der Austragsvorrichtung 61 kommuniziert. In entsprechender Weise wird die abzweigende Leitung 18 über das Umschaltventil 38 mit der Messzellenleitung 24 verbunden, die über das zunächst geöffnet bleibende Absperrventil 30 mit einer Aufnahme für verschmutztes Reinigungsfluid verbunden bleibt. Damit kann das aus der Leitung 18 kommende und über das Ventil 38 in die Messzellenleitung 24 eintretende Härterfluid od.dgl. das noch in der Messzellenleitung vorhandene Reinigungsfluid durch das Ventil 30 ausschieben. Sobald die Messzellenleitung mit dem Härterfluid od.dgl. befüllt worden ist, wird das Absperrventil 30 geschlossen. Gleichzeitig wird die Messzellenleitung 24 über das Umschaltventil 48 an die weiterführende Leitung 18b angeschlossen, welche ihrerseits über das nunmehr geöffnete Absperrventil 58 mit der Eingangsleitung 62 der Austragsvorrichtung 61 kommuniziert.

Bei anfänglicher Betätigung der Austragsvorrichtung 61 wird zunächst die geringe Menge des Reinigungsfluides bzw. der Reinverdünnung ausgetragen, die zuvor in die Eingangsleitungen 60 und 62 eingeleitet wurde.

Abweichend von der zeichnerisch dargestellten Ausführungsform können die anschließenden Leitungen 16a bis 18a gegebenenfalls vollständig entfallen, wobei dann gleichzeitig die Umschaltventile 36 bis 38 und 46 bis 48 durch einfache Absperrventile ersetzt werden, um die Messzellenleitung 24 jeweils mit einer der abzweigenden Leitungen 16 bis 18 bzw. einer der weiterführenden Leitungen 16b bis 18b verbinden zu können. Da die Härterfluide stabil sind, braucht eine Sedimentierung nicht befürchtet zu werden.

Gegebenenfalls können über die Leitungen 1 bis 8 mehrere Austragsvorrichtungen 61 versorgt werden. Dazu müssen die in den 1 bis 3 dargestellten Systeme zur Versorgung der Austragsvorrichtung entsprechend mehrfach angeordnet sein.

Bei allen Ausführungsformen sollten die Leitungsabschnitte 11a bis 15a und 11c bis 15c möglichst kurz ausgebildet sein. Dies ist ohne weiteres dadurch möglich, dass die Umschaltventile 31 bis 35 und 41 bis 45 unmittelbar benachbart zueinander angeordnet werden und die mit den Rückläufen 11c bis 15c verbundenen Leitungsteile der Leitungen 1 bis 5 unmittelbar benachbart zu den Absperrventilen 51 bis 55 angeordnet werden.

Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Leitungen 11b bis 18b ohne weiteres sehr lang sein dürfen, so dass die Messzellenleitungen 23 und 24 mit den Messzellen 25 und 26 weit entfernt von der Austragsvorrichtung 61 angeordnet sein können.

Die Erfindung ist nicht auf Farbspritzanlagen, wie sie anhand der Zeichnung beispielhaft beschrieben wurden, beschränkt. Vielmehr eignet sich die Erfindung zum Austrag und/oder zur Dosierung prinzipiell beliebiger fließfähiger Fluide unabhängig davon, ob die Fluide Ein- oder Mehrkomponenten-Systeme bilden.

Alle Ventile der Anlage sind vorzugsweise totraumfrei ausgebildet. Auch die Messzellen sind vorzugsweise totraumfrei bzw. mit totraumfreiem Messrohr ausgerüstet. Dies erleichtert und beschleunigt die Reinigung der Ventile sowie Messzellen.


Anspruch[de]
  1. Anlage zum Austrag fließfähiger Fluide mit Fluidwechselsystem, insbesondere Farbspritzanlage mit Farbwechselsystem, wobei das Wechselsystem einer Spritz- bzw. Austragsvorrichtung (61) zumindest ein aus einer Vielzahl bereit gehaltener Fluide, insbesondere Farb-, Lack- und/oder Härterfluide, beliebig auswählbares Fluid, sowie zwischen einem Wechsel dieser Fluide ein Reinigungsfluid bzw. eine Reinverdünnung zuzuführen gestattet,

    gekennzeichnet durch,

    – mehrere aus separaten Reservoirs durch Pumpen gespeiste parallele Leitungen (1 bis 8) für die Fluide, insbesondere die Farb-, Lack- und/oder Härterfluide, sowie

    – eine Ventilanordnung (31 bis 38, 41 bis 48, 51 bis 58), über die die parallelen Leitungen jeweils separat mit der Austragsvorrichtung verbindbar sind, wobei zumindest solche Leitungen (11 bis 15), die für ein zur Sedimentierung neigendes Fluid vorgesehen sind, von der Ventilanordnung separat entweder mit der Austragsvorrichtung oder separaten Rückläufen (11c bis 15c) verbunden werden, die zu dem die jeweilige Leitung speisenden Reservoir führen.
  2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Austragsvorrichtung (61) über die Ventilanordnung (63,64) mit einem Anschluss für Reinigungsfluid bzw. Reinverdünnung verbindbar ist.
  3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die parallelen Leitungen (11 bis 15) jeweils in einen in Strömungsrichtung vorderen zuführenden Abschnitt und einen in Strömungsrichtung hinteren weiterführenden Abschnitt unterteilt sind, und dass mittels der Ventilanordnung zwischen die Abschnitte jeweils einer beliebigen vorgenannten Leitung eine Messzelle (25) schaltbar ist, während die Abschnitte der übrigen Leitungen, zumindest bei Leitungen für zu Sedimentierung neigende Fluide, miteinander verbunden bleiben.
  4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilanordnung jeden weiterführenden Abschnitt (11b bis 15b) entweder eingangsseitig mit der Messzelle und ausgangsseitig mit der Austragsvorrichtung (61) oder eingangsseitig mit dem zugeordneten zuführenden Abschnitt (11 bis 15, 11a bis 15a) und ausgangsseitig mit dem zugeordneten Rücklauf (11c bis 15c) verbindet.
  5. Anlage nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Messzelle (25, 26) zugeordnete Eingangsleitung über ein Absperrventil (27, 29) mit einer Quelle für Reinigungsfluid bzw. Reinverdünnung und eine der Messzelle zugeordnete Ausgangsleitung über ein Absperrventil (28, 30) mit einer Aufnahme für Schmutzverdünnung bzw. -fluid verbindbar sind.
  6. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingangsleitung über die Ventilanordnung mit einem der zuführenden Abschnitte (11 bis 18) und die Ausgangsleitung über die Ventilanordnung mit einem der weiterführenden Abschnitte (11b bis 18b) verbindbar sind.
  7. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Sedimentierung neigende Fluide jeweils in einer über das zugeordnete Reservoir führenden Ringleitung (1 bis 5) strömen, die durch einen Druckregler (9) in eine Vorlaufleitung und eine Rücklaufleitung unterteilt ist, wobei an die Vorlaufleitung eine oder mehrere jeweils mit einer Austragsvorrichtung (61) verbindbare Abzweigleitungen (11 bis 15) und an die Rücklaufleitung entsprechend viele, den Abzweigleitungen zugeordnete Rückläufe (11c bis 15c) angeschlossen sind.
  8. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in jeder zur Austragsvorrichtung (61) führenden bzw. abzweigenden Leitung ein Druckregler (22) angeordnet ist.
  9. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der Strömung in der Ringleitung (1 bis 5) verbundene Durchströmung des Reservoirs ein Maß aufweist, bei dem eine Sedimentierung des Fluides im Reservoir verhindert wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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