PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004036591A1 09.02.2006
Titel Furnierhalbzeug
Anmelder Technische Universität Dresden, 01069 Dresden, DE
Erfinder Wagenführ, André, Prof. Dr., 01109 Dresden, DE;
Buchelt, Beate, 01796 Pirna, DE
Vertreter Kailuweit & Uhlemann, Patentanwälte, 01187 Dresden
DE-Anmeldedatum 22.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004036591
Offenlegungstag 09.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.02.2006
IPC-Hauptklasse B27D 1/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein dreidimensional verformbares Furnierhalbzeug aus vorwiegend Holz zur Oberflächenbeschichtung oder zur Herstellung von Erzeugnissen. Das erfindungsgemäße Furnierhalbzeug besteht aus wenigstens zwei Lagen von höchstens 0,3 mm dicken Furnieren, die mit einem thermoplastischen bzw. thermisch nachhärtbaren Klebstoff miteinander verbunden sind. Das Halbzeug ist durch die dünnen Lagen und dadurch, dass der Klebstoff zumindest bis zum endgültigen Aushärten ausreichend viskos bzw. aufschmelzbar ist, sehr flexibel und unter Druck und Wärme stark verformbar. Es eignet sich sehr gut zum Laminieren von Möbeln, Autoteilen etc., darunter insbesondere von dreidimensional geformten Oberflächen. Darüber hinaus können aus dem Halbzeug auch Fertigerzeugnisse, wie z. B. Schalen oder Gehäuse, hergestellt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein dreidimensional verformbares Furnierhalbzeug aus vorwiegend Holz zur Oberflächenbeschichtung oder zur Herstellung von Erzeugnissen.

Furnierhalbzeuge sind bekannt.

Weit verbreitet sind Schichtwerkstoffe, insbesondere Sperrholz, aus mehreren miteinander verklebten Furnieren. Vorwiegend wird ebenflächiges Sperrholz hergestellt und verarbeitet. Bekannt ist aber auch die Herstellung dreidimensional verformter Schichtholzerzeugnisse bzw. verformbarer Furnierhalbzeuge.

Im einfachsten Fall werden einzelne mit einer Klebstoff-Folie beschichtete Furnierblätter für die Beschichtung von dreidimensional geformten Oberflächen, z. B. von Möbeln oder Autoteilen hergestellt. Die Klebstoff-Folie ist vorwiegend aus einem thermoplastischen Werkstoff. Beim Pressen des Furniers auf die Oberfläche wird der Klebstoff aufgeschmolzen und das Furnier verformt. Das einzelne Furnierblatt ist gut verformbar, aber es reißt leider sehr leicht ein und scheidet hierdurch für die Beschichtung stärker gekrümmter Oberflächen aus.

Nach DD 268 667 wird ein Schichtmaterial unter Verwendung von Polypropylen-Folien und zusätzlichem Haftklebstoff auf Basis Polyisobuthylen zwischen den Furnieren beschrieben, bei dessen Herstellung eine zähe Viskosität des Klebstoffs eingestellt wird. Dieses Schichtmaterial ist bei Raumtemperatur einerseits bearbeitbar und andererseits schubverformungsfähig. Die Furniere, angegeben werden 0,7 mm starke Buchenholzfurniere, können sich beim Kaltbiegen gegeneinander verschieben. In Streifen geschnitten erfolgt ein Anpressen auf vorgeleimte Schmalflächen. Zusätzlich wird die Haftung infolge Klebfugenalterung durch Abdunsten der Restanteile des Lösungsmittels verfestigt.

In DE 299 08 123 U1 werden mehrere Furnierlagen mit dazwischen liegenden Polyäthylenfolien zunächst zu einem ebenflächigen Laminat bei vorzugsweise 65°C bis 70°C verpresst. Beim anschließenden Formpressen mit erhöhter Temperatur zwischen 100°C und 150°C vernetzt dieser Klebstoff und härtet aus. Verwendet wird ein thermoaktiver nachvernetzender Kleber.

Gemäß DD 206 102 werden reversibel festwerdende Klebstoffe (Thermoplastfolien, insbesondere Polyäthylenfolien) bzw. irreversibel aushärtende Klebstoffe (Harnstoffharz oder Klebstoffdispersionen, insbesondere PVac) eingesetzt und ebenfalls in zwei Stufen gepresst.

In WO 2003103909 wird die Lösung über die Auswahl spezieller Hölzer gesucht. Insbesondere soll das mittlere von 3 Furnieren ein 0,7 mm dickes Furnier einer Frühpappel sein. Klebstoff ist PVac.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine weitere Möglichkeit zur Herstellung von sehr flexiblen dreidimensional gut verformbaren Furnierhalbzeugen vorzuschlagen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Furnierhalbzeug aus wenigstens zwei Lagen von höchstens 0,3 mm dicken Furnieren, die mit einem thermoplastischen bzw. thermisch nachhärtbaren Klebstoff miteinander verbunden sind, gelöst.

Vorzugsweise besteht das Halbzeug aus drei über Kreuz gelegten bzw. gleichgerichteten Furnieren.

Das Halbzeug ist durch die dünnen Lagen und dadurch, dass der Klebstoff zumindest bis zum endgültigen Aushärten ausreichend viskos bzw. aufschmelzbar ist, sehr flexibel und unter Druck und Wärme stark dreidimensional verformbar. Der übliche nachfedernde Widerstand der Furniere gegen die Verformung ist gering. Zumindest die äußeren Lagen kühlen rasch ab und halten die Form. Zugleich ist das Halbzeug gut handhabbar, weil es auch bei zwei Lagen bereits einen festen, angemessen strapazierfähigen Verbund ergibt.

Das Furnierhalbzeug eignet sich sehr gut zum Laminieren von Möbeln, Autoteilen etc., darunter insbesondere von dreidimensional geformten Oberflächen. Es können sehr teure Hölzer verarbeitet werden, da der Materialeinsatz gering ist.

Darüber hinaus können aus dem Halbzeug auch Fertigerzeugnisse, wie z. B. Schalen oder Gehäuse, hergestellt werden.

Vorzugsweise werden thermoplastische Klebefolien auf der Basis von Polyurethanen oder Polyethylen-Vinylacetat eingesetzt.

Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen

1 einen Schnitt durch ein erfindungsgemäß ausgebildetes Furnierhalbzeug,

2 eine Seitenansicht einer aus dem Furnierhalbzeug gemäß 1 hergestellten Schale,

3 die Draufsicht auf 2.

Das Furnierhalbzeug gemäß 1 besteht aus drei 0,2 mm dicken Furnieren 1, die mit einer thermoplastischen Klebefolie 2 miteinander verbunden sind.

Im Ausführungsbeispiel wurde ein thermoplastischer Klebefilm auf der Basis von Polyurethanen verwendet. Der Druck betrug 1 MPa, die Klebefugentemperatur 90°C und die Presszeit 3 min.

In den 2 und 3 ist ein Erzeugnis dargestellt, das aus dem Halbzeug gemäß 1 geformt wurde. Die in 1 erkennbaren drei Furnierschichten 1 und zwei Klebefolien 2 wurden zur besseren Anschaulichkeit in einer Linie zusammengefasst. Das Erzeugnis, eine Schale von 8 cm, wurde bei 100°C geformt und in der Form auf ca. 70°C abgekühlt. Der Übergangsradius R zwischen dem Schalenboden und -rand betrug 3 mm. Die Bodenfläche und der Krümmungsbereich sind vollkommen glatt. Erst der Rand weist (nicht dargestellte) Faltungen aus dem überschüssigen Material auf.


Anspruch[de]
  1. Furnierhalbzeug, bestehend aus wenigstens zwei Lagen von höchstens 0,3 mm dicken Furnieren (1), die mit einem thermoplastischen bzw. thermisch nachhärtbaren Klebstoff (2) miteinander verbunden sind.
  2. Furnierhalbzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass das Halbzeug aus drei Furnieren (1) besteht.
  3. Furnierhalbzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Furniere (1) mit thermoplastischen Klebefolien (2) auf der Basis von Polyurethanen verbunden sind.
  4. Furnierhalbzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Furniere (1) mit thermoplastischen Klebefolien (2) auf der Basis von Polyethylen-Vinylacetat verbunden sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com