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Dokumentenidentifikation DE102004036864A1 16.02.2006
Titel Wagen mit Räderkopplung
Anmelder Krampe, Josef, 59387 Ascheberg, DE
Erfinder Krampe, Josef, 59387 Ascheberg, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 29.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004036864
Offenlegungstag 16.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.02.2006
IPC-Hauptklasse B62B 3/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B62B 5/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B60B 33/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61H 3/04(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Wagen zum Schieben von Hand, insbesondere Gehhilfewagen, mit vier drehbar in Radgabeln gelagerten Rädern, von denen die Vorderräder (2, 3) und/oder die Hinterräder (4, 5) mit ihren Radgabeln (21, 31) je um eine vertikale Drehachse (23, 33) am Wagengestell (1) verdrehbar gelagert sind, wobei die Radgabeln (21, 31) der Vorderräder (2, 3) und oder die Radgabeln der Hinterräder (4, 5) reibgekuppelt miteinander verbunden sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Wagen zum Schieben von Hand, insbesondere Gehhilfewagen, mit vier drehbar in Radgabeln gelagerten Rädern, von denen die Vorderräder und/oder die Hinterräder mit ihren Radgabeln je um eine vertikale Drehachse am Wagengestell verdrehbar gelagert sind.

Um solche Wagen leicht lenken zu können, besitzen diese mindestens zwei in Radgabeln drehbare Räder. Durch das Schieben stellen sich die Räder in Bewegungsrichtung. Dies wird durch den Versatz der Räder gegenüber der Drehachse mittels gekröpfter Radgabeln erreicht. Wenn eines der drehbaren Räder den Bodenkontakt verliert, stellt es sich leicht quer, entsprechend seines Gewichtes und der momentanen Neigung der Drehachse. Wenn nun der Wagen weiter geschoben wird und das Rad wieder Bodenkontakt besitzt, hindert das quergestellte Rad das leichte Vorschieben und es muss eine größere Kraft aufgewendet werden, um das Rad wieder in Bewegungsrichtung zu stellen. Dies ist besonders bei Gehhilfewagen eine hinderliche Eigenschaft des Wagens.

Es ist Aufgabe der Erfindung, die um eine vertikale Achse drehbaren Räder eines geschobenen Wagens so zu koppeln, dass sie sich bei Verlust des Bodenkontaktes nicht querstellen.

Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, dass die Radgabeln der Vorderräder und oder die Radgabeln der Hinterräder reibgekuppelt miteinander verbunden sind.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist in den Unteransprüchen angegeben.

Wenn die um eine vertikale Achse drehbaren Räder eines Wagens den Bodenkontakt verlieren, stellen sie sich in eine Richtung, die durch die momentane Neigung der Drehachse bestimmt ist. Wenn das Rad mit dem parallelen Rad gekoppelt ist, behält es den momentanen Winkel zum parallelen Rad und stellt sich nicht quer. Dabei genügt eine relativ kleine Kraft, um die Kraftkomponente aus dem Gewicht des Rades und der Neigung der Drehachse zu kompensieren. Diese Kraft wird vorteilhafterweise als Reibkraft, abhängig von dem parallelen drehbaren Rad, aufgebracht. Die Räder dürfen nicht starr gekoppelt werden, da sich der Winkel der Räder zueinander beim Kurvenfahren ändert, und diese Winkeländerung nicht behindert werden soll.

Eine einfache Art, eine Reibkraft vom parallelen Rad zu übertragen, besteht in der Kopplung über einen umlaufenden Zahnriemen, der über Zahnscheiben, die mit der Drehachse der Radgabel reibschlüssig verbunden sind, geführt ist. Dabei genügt es, dass nur eine Zahnscheibe reibschlüssig mit der Radgabel verbunden ist. Die Kraft wird in jedem Fall von dem geführten Rad auf das freie Rad übertragen.

Normalerweise sind die Drehachsen der Radgabeln in gestellseitigen Buchsen gelagert. Hier ergibt sich eine einfache reibschlüssige Kopplung von der Zahnscheibe mit der Drehachse, indem die Zahnscheibe um die Drehachse gelegt ist und sich mit dieser reibt.

In einer anderen Ausführungsform sind sie Radgabeln mit einer Buchse versehen, die sich um eine gestellseitige Achse drehen. Hier ergibt sich eine einfache reibschlüssige Kopplung von der Zahnscheibe mit der Buchse, indem die Zahnscheibe um die Drehachse gelegt ist und sich auf der Buchse liegend mit dieser reibt.

Eine andere Kopplung der Räder wird über einen umlaufenden glatten Riemen erreicht, der auf Riemenscheiben um die Drehachsen der Radgabeln läuft. Dabei wird die Reibkraft auf die gleiche An übertragen, wie bei der Ausführung mit dem Zahnriemen. Vorteilhafterweise werden solche glatten Riemen aus Leder hergestellt. Es ist für das Entstehen der Reibkraft allerdings erforderlich, dass der Riemen eine Spannung besitzt. Diese Spannung wird durch eine federbelastete Rolle aufgebracht, die auf den Riemen drückt.

In einer weiteren Ausführung ist der umlaufende Riemen als eine gewendelte Metallfeder ausgebildet. Er läuft über die Riemenscheiben, wie in der Ausführung mit dem glatten Riemen. Die der gewendelten Feder innewohnende Kraft baut die notwendige Reibkraft auf.

Wenn für die Kopplung der Drehachsen eine Bowdenwelle genutzt wird, liegen keine beweglichen Teile der Kopplungsmechanik offen, die beim Gebrauch des Wagens gestört oder beschädigt werden könnten. Die Seele der Bowdenwelle ist dabei auf der einen Seite mit der Drehachse der Radgabel fest verbunden und auf der anderen Seite an die Drehachse der Radgabel reibschlüssig gekoppelt. Dabei erfolgt die Reibkopplung mit einer Drehrichtungsumkehr, damit die Räder nicht auseinander laufen. Die Reibkopplung mit Drehrichtungsumkehr wird sehr einfach durch ein, an der Seele der Bowdenwelle befestigtes Reibrad erzeugt, dass sich mit der Drehachse der Radgabel reibt. Der Mantel der Bowdenwelle ist fest mit dem Gestell des Wagens verbunden und kann so verlegt werden, dass die Bowdenwelle beim gebrauch des Wagens nicht stört.

Die Seele einer Bowdenwelle ist typischerweise aus feinen Metalldrähten hergestellt. Wenn diese Drähte nicht nur gedreht, sondern auch miteinander verflochten sind, ergibt sich eine besondere Torsionsfestigkeit der Seele und sie ist sehr verschleißfest.

Eine Ausführungsform der Erfindung ist beispielhaft in den Figuren beschrieben.

1 zeigt einen Gehwagen in perspektivischer Ansicht

2 zeigt den Kupplungsmechanismus mit Zahnriemen

3 zeigt den Kupplungsmechanismus mit Bowdenwelle

In 1 ist ein Gehwagen 1 in perspektivischer Ansicht gezeigt. Die Räder 2 und 3 sind mit Radgabeln 21 und 31 drehbar in den Buchsen 22 und 32 geführt. Die Räder 4 und 5 sind fest in Radgabeln am Wagengestell befestigt. Die Kopplung der Räder 2 und 3 erfolgt über den umlaufenden Zahnriemen 6, der in den Zahnscheiben 7 und 8 geführt ist. Dabei ist die Zahnscheibe 8 fest mit der Drehachse 33 verbunden, während die Zahnscheibe 7 reibschlüssig mit der Drehachse 23 gekoppelt ist. Die Räder 2 und 3 sind hier in einer Stellung gezeigt, wo sich der Wagen um das Rad 4 dreht. Dabei ist deutlich die Winkelstellung zwischen den Rädern 2 und 3 zu sehen, die durch die Reibkupplung zugelassen wird.

In 2 ist die Kopplung der Räder 2 und 3 über einen Zahnriemen 6 im Detail dargestellt. Die Räder 2 und 3 laufen in den Radgabeln 21 und 31, die wiederum drehbar in den Buchsen 22 und 32 gehalten sind. Die Buchsen 22 und 32 sind mit den Halterungen 11 und 12 am Wagen 1 befestigt. Die Kopplung erfolgt über den umlaufenden Riemen 6 der in den Zahnscheiben 7 und 8 geführt ist. Dabei ist die Zahnscheibe 8 fest mit der Drehachse 33 verbunden, während die Zahnscheibe 7 reibschlüssig mit der Drehachse 23 gekoppelt ist. Somit wird einerseits eine Koppelkraft zwischen den Rädern übertragen, andererseits wird eine Winkelstellung zwischen den Rädern 2 und 3 ermöglicht.

In 3 ist eine andere Ausführung der Kopplung dargestellt. Die Seele der Bowdenwelle 9 ist mit der Drehachse 33 des Rades 3 fest verbunden. An der anderen Seite befindet sich an der Seele der Bowdenwelle 9 das Reibrad 10, welches sich mit der Drehachse 23 des Rades 2 reibt. Die beiden Drehachsen 23 und 33 sind in den Buchsen 22 und 32 geführt. Durch die Anordnung des Reibrades 10 an der Achse 23 ergibt sich auch die Drehrichtungsumkehr. Dabei besitzen das Reibrad 10 und die Achse 23 die gleichen Durchmesser, um eine 1:1-Übersetzung zu erhalten. Der Mantel der Bowdenwelle 9 ist an dem Wagen 1 mittels Spannbändern 13 befestigt. Wenn die Anschlüsse der Bowdenwelle 9 an den Drehachsen 23 und 33 gekapselt sind, sind keine beweglichen Teile der Kopplungsmechanik offen zugänglich.

1Wagen 2Erstes drehbares Rad 3Zweites drehbares Rad 4Feststehendes Rad 5Feststehendes Rad 6Kupplungsriemen 7Zahnscheibe mit Reibkupplung 8Zahnscheibe fest 9Bowdenwelle 10Reibrad 11Erste Halterung 12Zweite Halterung 13Spannband 21, 31Radgabeln 22, 32Buchsen 23, 33Drehachsen

Anspruch[de]
  1. Wagen zum Schieben von Hand, insbesondere Gehhilfewagen, mit vier drehbar in Radgabeln gelagerten Rädern, von denen die Vorderräder (2, 3) und/oder die Hinterräder (4, 5) mit ihren Radgabeln (21, 31) je um eine vertikale Drehachse (23, 33) am Wagengestell (1) verdrehbar gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Radgabeln (21, 31) der Vorderräder (2, 3) und oder die Radgabeln der Hinterräder (4, 5) reibgekuppelt miteinander verbunden sind.
  2. Wagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die reibgekuppelten Radgabeln (21, 31) jeweils eine Zahnscheibe (7, 8) tragen, die mit einem umlaufenden Zahnriemen (6) miteinander gekoppelt sind, und dass mindestens eine der Zahnscheiben (7, 8) über eine Reibkupplung mit der Radgabel (21, 31) verbunden ist.
  3. Wagen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die drehbaren Radgabeln (21, 31) mit einer Achse (23, 33) in einer gestellseitigen Buchse (22, 32) gelagert sind und die Zahnscheibe(n) (7, 8) reibschlüssig auf der Achse (23, 33) gelagert ist/sind.
  4. Wagen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die drehbaren Radgabeln (21, 31) mit einer Buchse (22, 32) auf einer gestellseitigen Achse gelagert sind und die Zahnscheibe(n) (7, 8) reibschlüssig auf der Buchse (22, 32) gelagert ist/sind.
  5. Wagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die reibgekuppelten Radgabeln (21, 31) jeweils eine Riemenscheibe tragen, die mit einem umlaufenden glatten Riemen miteinander gekoppelt sind, und dass mindestens eine der Riemenscheiben über eine Reibkupplung mit der Radgabel (21, 31) verbunden ist.
  6. Wagen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Riemen ein Lederriemen ist.
  7. Wagen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Riemen über eine federbelastete Rolle vorgespannt ist.
  8. Wagen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Riemen eine gewendelte Metallfeder ist.
  9. Wagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die reibgekuppelten Radgabeln (21, 31) über eine Bowdenwelle (9) miteinander gekoppelt sind, deren Seele auf einer Seite mit der Achse (33) der Radgabel (31) fest verbunden ist und auf der anderen Seite über eine Reibkupplung mit Drehrichtungsumkehr an die Achse (23) der Radgabel (21) angreift.
  10. Wagen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibkupplung mit Drehrichtungsumkehr als ein Reibrad (10) an der Achse (23) der Radgabel (21) ausgeführt ist.
  11. Wagen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Mantel der Bowdenwelle (9) fest mit dem Wagengestell (1) verbunden ist.
  12. Wagen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Seele der Bowdenwelle (9) als torsionsfestes Geflecht ausgeführt ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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