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Dokumentenidentifikation DE202005015114U1 16.02.2006
Titel Gurtumlenker-Beschlag mit Oberflächenprofilierung
Anmelder KENDRION SKA GmbH & Co. KG, 57439 Attendorn, DE
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Aktenzeichen 202005015114
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 16.02.2006
Registration date 12.01.2006
Application date from patent application 24.09.2005
IPC-Hauptklasse B60R 22/24(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft einen Gurtumlenk-Beschlag nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Derartige Beschläge sind aus der Praxis bekannt. Sie müssen einerseits für den Fall eines Unfalls aus Gründen der Sicherheit höchsten Anforderungen entsprechen und bestehen beispielsweise aus Stahl hoher Festigkeit, andererseits müssen sie entsprechend dem in der Automobilindustrie herrschenden Kostendruck möglichst preisgünstig und in großen Stückzahlen herstellbar sein, und schließlich müssen sie für den Fahrzeugbenutzer einen hohen Bedienungskomfort ermöglichen, beispielsweise das Ausziehen des Gurtes auf die vom Benutzer gewünschte Länge möglichst leichtgängig ermöglichen.

Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Gurtumlenk-Beschlag dahingehend zu verbessern, dass sowohl die Bedienungsfreundlichkeit für den Benutzer als auch die Sicherheit des Gurtumlenk-Beschlages bei möglichst geringem Kostenaufwand verbessert wird.

Diese Aufgabe wird durch einen Beschlag mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Neuerung schlägt mit anderen Worten vor, die Anlagefläche des Sicherheitsgurtes am Gurtumlenk-Beschlag dadurch zu verringern, dass die Kontaktfläche profiliert ist, so dass es höhere, dem Sicherheitsgurt anliegende Flächenbereiche dieser Kontaktfläche gibt und demgegenüber tiefer liegende, mit dem Gurt nicht in Kontakt kommende Flächenbereiche. Dadurch, dass die Kontaktfläche zwischen Gurt und Umlenkbeschlag reduziert wird, wird auch die Reibung zwischen Gurt und Umlenkbeschlag vermindert, so dass für den Benutzer vorteilhaft vermindert, so dass für den Benutzer vorteilhaft ein besonders leichtes Ansprechen des Gurtesaufzug erfolgt und somit der Gurt besonders leichtgängig ausziehbar ist.

Sicherheitstechnisch ist dieses leichte und widerstandsarme Ansprechverhalten des Gurtes ebenfalls vorteilhaft und insbesondere ergibt sich dadurch, dass vom Gurt beabstandete Flächenbereiche vorgesehen sind die Möglichkeit, im Falle eines Unfalls den Gurt zu schonen: Bei Versuchen mit in der Praxis kaum auftretenden Belastungen des Gurtes hat sich herausgestellt, dass die Wärmebelastung durch die Reibung am Gurtumlenk-Beschlag für das Gurtmaterial festigkeitsbeeinträchtigend sein kann, insbesondere aufgrund der Reibungshitze zwischen dem Gurtumlenk-Beschlag und dem Gurt. Die neuerungsgemäß vorgeschlagenen, vom Gurt beabstandeten Flächenanteile der Kontaktfläche bewirken, dass sich in diesen Flächenbereichen der Gurt nicht durch Reibung am Beschlag erwärmen kann.

Vorteilhaft wird die Profilierung dadurch geschaffen, dass in die Kontaktfläche Mulden eingeprägt werden. Im Vergleich zu länglichen Rillen und Rippen als Profilierungsmuster, welche das für den Beschlag zunächst verwendete Blechteil aussteifen und seine weitere Verformung erschweren würden, ermöglichen die Mulden eine nach wie vor problemlose Umformung des Rohmaterials, welches in der Praxis beispielsweise eine flache, aus einem Bandstahl ausgestanzte Stahlplatine sein kann.

Die Mulden können vorzugsweise Kugelsegmentförmig ausgestaltet sein, also ohne Ecken, Spitzen oder sonstige Ausgestaltungen, die durch Kerbwirkung im Belastungsfall eine Schädigung des Bauteils bewirken könnten. Die allseitig sanft verrundete Formgebung einer derartig Kugelsegmentförmigen Mulde kann beispielsweise herstellungstechnisch erzeugt werden, indem ein mit mehreren Kugeln bestückter Stempel auf das bereits erwähnte Flachmaterial, die so genannte „Platine" gepresst wird und so die Mulden in die Oberfläche dieses Flachmaterials eingeprägt werden.

Bei Verwendung geeigneter Stahlsorten für das Flachmaterial kann jedoch vorteilhaft vorgesehen sein, Rippen oder Rillen in die Kontaktfläche einzuarbeiten. Aus der Praxis ist es bekannt, das als sogenannte Platine vorliegende Flachmaterial in einer Umformstation einem mehrstufigen Umformprozess zu unterziehen und zu dem dreidimensional verformten Gurtumlenker umzuformen. Dabei ist grundsätzlich denkbar, die Rippen oder Rillen bereits vorbereitend in das Flachmaterial einzuarbeiten, so dass eine bereits mit Rippen oder Rillen versehene Platine der Umformstation zuzuführen. Vorteilhaft kann allerdings vorgesehen sein, eine Ausformung der Rippen und Rillen in der Umformstation während des ohnehin erfolgenden Umformprozesses vorzunehmen. Hierdurch können negative Auswirkungen auf die Umformbarkeit wie erhöhte Festigkeit oder Sprödigkeit des Materials eher vermieden werden, die ansonsten eventuell nicht auszuschließen sind, wenn die Rippen oder Rillen vor dem eigentlichen Umformvorgang bereits in die flache Platine eingeprägt würden und das derart profilierte Material umgeformt werden müsste.

Besonders vorteilhaft kann der vorschlagsgemäße Gurtumlenk-Beschlag als ein einziges Materialstück ausgestaltet sein, nämlich das bereits erwähnte umgeformte Metallteil, welches aus einem flachen Bandstahl durch Umformung dreidimensional verformt und zu einem Gurtumlenk-Beschlag ausgeformt wird. Im Vergleich zu mehrteiligen Beschlägen, die beispielsweise bewegliche Anteile im Bereich der Kontaktfläche aufweisen, um so eine besonders leichte Beweglichkeit des Gurtes zu ermöglichen, ist die lediglich einteilige Herstellung des Gurtumlenk-Beschlages erheblich wirtschaftlicher, da sowohl auf die Herstellung eines zweiten Bauteils als auch auf die anschließende Montage des zweiten Bauteils an dem Grundbauteil des Gurtumlenk-Beschlages verzichtet werden kann.

Ein Ausführungsbeispiel der Neuerung wird anhand der rein schematischen Darstellung nachfolgend näher erläutert:

Dabei ist mit 1 insgesamt ein Gurtumlenk-Beschlag bezeichnet, der als einteiliges Materialstück aus einem dreidimensional verformten Flachstahl hergestellt ist. Der Gurtumlenk-Beschlag 1 weist eine Grundplatte 2 auf, die beispielsweise an der so genannten B-Säule eines Automobils befestigt werden kann. Von der Grundplatte 2 aus erstrecken sich zwei Halter 3 zu einem Umlenkarm 4, wobei zwischen der Grundplatte 2, den Haltern 3 und dem Umlenkarm 4 ein Schlitz 5 vorgesehen ist, durch den ein Sicherheitsgurt geführt werden kann, wobei dieser Sicherheitsgurt dann um den Umlenkarm 4 herum verläuft und dem Umlenkarm 4 im Bereich einer Kontaktfläche 6 anliegt.

Um die Reibung zwischen der Kontaktfläche 6 und dem Sicherheitsgurt zu verringern, weist die Kontaktfläche 6 eine Vielzahl von Kugelsegment-förmigen Mulden 7 auf. Diese Mulden 7 sind vor der Umformung des Flachstahlmaterials des Gurtumlenk-Beschlages 1 in das Flachmaterial eingeprägt worden und weisen in den Bereichen geringster Umformungsgrade nach wie vor eine kreisförmige Kontur und eine Kugelsegment-förmige Formgebung auf. In den übrigen, stärker umgeformten Bereichen sind die Mulden 7 aufgrund der Umformung zum Teil länglich verformt, weisen also eine etwa ovale Formgebung auf. Durch diese allseitig runde Formgebung der Mulden ohne Kanten, Ecken oder Spitzen wird die Stabilität des Umlenkarms 4 im Vergleich zu einem nicht profilierten Umlenkarm nicht nennenswert beeinträchtigt, insbesondere werden Schwächungen des Materials durch Kerbwirkung vermieden.

Die Anordnung der Mulden 7 ist rein beispielhaft. Durch entsprechend andere Muster der Anordnung kann der Flächenanteil der Mulden 7 an der gesamten Kontaktfläche 6 beeinflusst werden, so dass gegebenenfalls in Anpassung an das verwendete Gurtmaterial das optimale Verhältnis von erhabenen und abgesenkten Flächenanteilen in der Kontaktfläche 6 bestimmt werden kann.


Anspruch[de]
  1. Gurtumlenk-Beschlag zum Führen eines Sicherheitsgurtes, mit einer Grundplatte, die an einem Fahrzeug-Karosseriebauteil festlegbar ist,

    und zwei Haltern, die sich voneinander beabstandet von der Grundplatte aus erstrecken,

    und einem Umlenkarm, der zwischen den Haltern verläuft und von den Haltern gehalten ist,

    wobei der Umlenkarm eine Kontaktfläche aufweist, an welcher der Sicherheitsgurt entlang führbar ist,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktfläche (6) des Umlenkarms (4) eine Profilierung aufweist, derart, dass der mit dem Sicherheitsgurt in Berührung kommende Anteil der Kontaktfläche (6) im Vergleich zu einer gleichartigen, aber unprofilierten Kontaktfläche verringert ist.
  2. Gurtumlenk-Beschlag nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch in die Kontaktfläche (6) eingeprägte Mulden (7).
  3. Gurtumlenk-Beschlag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mulden (7) kugelsegmentförmig sind.
  4. Gurtumlenk-Beschlag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mulden (7) einen ovalen Querschnitt aufweisen.
  5. Gurtumlenk-Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gurtumlenk-Beschlag (1) aus einem einteiligen Materialstück besteht.
  6. Gurtumlenk-Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gurtumlenk-Beschlag (1) aus Metall besteht.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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