PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE60022108T2 16.02.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001031715
Titel Lageranordnung in einer Gasturbine
Anmelder Rolls-Royce plc, London, GB
Erfinder Care, Ian Colin Deuchar, Derby, GB;
Newton, Arnold Charles, Derby, GB
Vertreter Patentanwälte Wallach, Koch & Partner, 80339 München
DE-Aktenzeichen 60022108
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 16.02.2000
EP-Aktenzeichen 003011855
EP-Offenlegungsdatum 30.08.2000
EP date of grant 24.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.02.2006
IPC-Hauptklasse F02C 7/06(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse F16C 39/06(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      F01D 25/16(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Gasturbinentriebwerk, und insbesondere befasst sich die Erfindung mit einer Lageranordnung zur Abstützung der Hauptwelle oder der Hauptwellen eines derartigen Triebwerks.

Die Gasturbinentriebwerke weisen im typischen Fall Gaskompressionsabschnitte und Gasexpansionsabschnitte auf, die voneinander durch einen Verbrennungsabschnitt getrennt sind. Gewöhnlich umfasst der Gaskompressionsabschnitt zwei oder mehrere Kompressoren, die antriebsmäßig mit einer entsprechenden Zahl von Turbinen im Gasexpansionsabschnitt verbunden sind. Eine entsprechende Zahl von koaxialen Hohlwellen erstreckt sich entlang der Längsachse des Triebwerks und diese verbinden die Kompressoren mit den Turbinen.

Im Betrieb wird die in den Kompressionsabschnitt eintretende Luft von diesem progressiv komprimiert, bevor eine Vermischung mit Brennstoff erfolgt und bevor die Mischung im Verbrennungsabschnitt verbrannt wird. Die hieraus resultierenden heißen Gase expandieren dann durch die Turbinen des Expansionsabschnittes und treiben diese an.

Üblicherweise wird die Welle oder es werden die Wellen, die die Kompressorabschnitte mit den Turbinenabschnitten verbinden, durch Wälzlager abgestützt, die strategisch über die Länge der Wellen verteilt sind. Die Lager sind so konstruiert, dass sie die radialen und axialen Belastungen tragen, denen sie erwartungsgemäß ausgesetzt sind und sie werden durch ein flüssiges Schmiermittel gewöhnlich durch ein geeignetes Öl geschmiert. Das Schmiermittel strömt zwischen den verschiedenen Triebwerkslagern und Speicherreservoiren über Kanäle, die innerhalb des Triebwerks und um das Triebwerk herum verlaufen. Dies ergibt offensichtlich Schwierigkeiten, wenn das Schmiermittel durch Bereiche des Triebwerks strömen muss (beispielsweise die Turbinenabschnitte), die unter sehr hohen Temperaturen arbeiten. Dabei ist das Schmiermittel anfällig für eine thermische Zersetzung oder sogar für eine Verbrennung. Die thermische Zersetzung kann zur Erzeugung von teilchenförmigem Material innerhalb des Schmiermittels führen. Dies ist natürlich im Hinblick auf eine Filterverstopfung unerwünscht, die dabei auftreten kann und im Hinblick auf die vorhersehbaren Folgen, die dann bei den Lagern auftreten können.

Eine Möglichkeit, das Problem der thermischen Zersetzung eines Schmiermittels zu lösen, könnte darin bestehen, die Schmiermittel-Strömungsgeschwindigkeit zu erhöhen. Dies erfordert jedoch die Benutzung von leistungsfähigeren Pumpen, und der erhöhte Druck des flüssigen Schmiermittels könnte Anlass sein für eine Kaltverbrennung des Schmiermittels, was wiederum eine Kohlenstofferzeugung und Filterblockierung zur Folge haben kann.

Beispielsweise in der EP 0816654 wurde vorgeschlagen, die Welle eines Gasturbinentriebwerks durch elektromagnetische Lager abzustützen. Dies ist natürlich erwünscht im Hinblick darauf, dass auf Schmiermittel verzichtet werden kann. Jedoch kann die Benutzung von elektromagnetischen Lagern zum komplexen Aufbau eines Triebwerks beitragen. Außerdem sind einige Lager eines Gasturbinentriebwerks sehr hohen und veränderlichen Belastungen ausgesetzt. Dies würde in vielen Fällen die Benutzung von elektromagnetischen Lagern voraussetzen, die eine unzweckmäßige Größe und einen unzweckmäßigen Leistungsverbrauch haben. Außerdem würden elektromagnetische Lager bei gewissen Anwendungen in einem Gasturbinentriebwerk infolge der sich ändernden Belastungen und infolge anderer Parameter Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung eines geeigneten Laufspaltes des Triebwerks ergeben.

In der EP 0798454 ist ein Ausführungsbeispiel eines Gasturbinentriebwerks beschrieben, bei dem alle Wellenlager die herkömmlichen Wälzlager aufweisen.

Eine solche Lageranordnung kann jedoch in gewissen Fällen Anlass für die oben erwähnten Probleme hinsichtlich der thermischen Zersetzung des Schmiermittels sein. Es ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Gasturbinentriebwerks beschrieben, bei dem sämtliche Wälzlager durch elektromagnetische Lager ersetzt sind. Dies gewährleistet, dass keine Probleme hinsichtlich der thermischen Zersetzung des Schmiermittels auftreten können. Stattdessen ergeben sich jedoch die Nachteile der elektromagnetischen Lager, wie sie bereits oben in Verbindung mit der EP 0816654 beschrieben wurden.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Gasturbinentriebwerk mit einem Lagersystem zu schaffen, bei dem die vorerwähnten Schwierigkeiten im Wesentlichen vermieden werden.

Gemäß der vorliegenden Erfindung betrifft diese ein Gasturbinentriebwerk, das wenigstens eine Welle mit einer Drehachse aufweist, die eine Antriebsverbindung zwischen dem Kompressorabschnitt und dem Turbinenabschnitt des Triebwerks herstellt, wobei die wenigstens eine Welle während des Normalbetriebs des Triebwerks von dem übrigen Triebwerk hauptsächlich durch wenigstens ein Wälzlager abgestützt wird, das im Kompressorabschnitt angeordnet ist und wenigstens ein elektromagnetisches Lager in dem Turbinenabschnitt angeordnet ist, wobei diese Lager axial im Abstand derart zueinander angeordnet sind, dass das wenigstens eine elektromagnetische Lager oder die elektromagnetischen Lager in einem Abschnitt des Triebwerks angeordnet sind, der betriebsmäßig auf einer höheren Temperatur steht als jener Abschnitt des Triebwerks, in dem das wenigstens eine Wälzlager oder die Wälzlager angeordnet sind.

Vorzugsweise wird das wenigstens eine elektromagnetische Lager aktiv gesteuert.

Vorzugsweise ist das wenigstens eine elektromagnetische Lager oder es sind die elektromagnetischen Lager Radiallager.

Die wenigstens eine Welle kann einen elektrischen Generator antreiben, der die Primärquelle der elektrischen Leistung für das wenigstens eine elektromagnetische Lager bildet.

Das wenigstens eine Wälzlager kann durch ein flüssiges Schmiermittel geschmiert werden.

Das wenigstens eine elektromagnetische Lager kann durch Gas oder Flüssigkeit gekühlt werden.

Das Gasturbinentriebwerk kann ein Fan-Mantelstrom-Gasturbinentriebwerk sein, das wenigstens zwei Wellen besitzt, die beide hauptsächlich von dem übrigen Triebwerk durch wenigstens ein Wälzlager und wenigstens ein elektromagnetisches Lager abgestützt sind, wobei die elektromagnetischen Lager im Turbinenabschnitt des Triebwerks liegen.

Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

1 ist eine schematische Seitenansicht eines Fan-Mantelstrom-Gasturbinentriebwerks gemäß der vorliegenden Erfindung;

2 ist eine teilweise aufgebrochene Ansicht von zwei aktiven elektromagnetischen Lagern des Gasturbinentriebwerks gemäß 1;

3 ist eine schematische Ansicht eines aktiven elektromagnetischen Lagers, das in dem Fan-Mantelstrom-Gasturbinentriebwerk gemäß 1 benutzt wird.

In 1 ist ein Fan-Mantelstrom-Gasturbinentriebwerk herkömmlicher Bauart allgemein mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet. Dieses Triebwerk weist in axialer Strömungsrichtung hintereinander folgende Bauteile auf: einen Vortriebsfan 11, einen Zwischendruckkompressor 12, einen Hochdruckkompressor 13, eine Verbrennungseinrichtung 14, eine Hochdruckturbine 15, eine Zwischendruckturbine 16 und eine Niederdruckturbine 17. Drei konzentrisch angeordnete Wellen 18, 19 und 20 bewirken eine Antriebsverbindung zwischen den verschiedenen Kompressoren und Turbinen. Eine erste Welle 18 verbindet den Fan 11 mit der Niederdruckturbine 17. Eine zweite Welle 19 verbindet den Zwischendruckkompressor 12 mit der Zwischendruckturbine 16 und eine dritte Welle 20 verbindet den Hochdruckkompressor 13 mit der Hochdruckturbine 15.

Das Gasturbinentriebwerk 10 arbeitet in der üblichen Weise, wobei Umgebungsluft durch den Fan 11 beschleunigt und in zwei konzentrische Strömungen aufgeteilt wird. Eine erste radial äußere Strömung fließt durch ein Gehäuse 21, das die Fanschaufeln 11 umschließt und dann über einen ringförmigen Aufbau von Auslassleitschaufeln 22, um von dort in die Atmosphäre auszutreten und einen Vortriebsschub zu erzeugen. Die zweite Strömung wird in den Zwischendruckkompressor 12 und den Hochdruckkompressor 13 eingeführt, die auf die Luft einwirken, um diese progressiv hinsichtlich des Druckes zu erhöhen. Die komprimierte Luft wird dann in der Verbrennungseinrichtung 14 mit Brennstoff gemischt und die Mischung wird verbrannt. Die resultierenden heißen Verbrennungsprodukte expandieren durch die Hochdruckturbine 15, die Zwischendruckturbine 16 und die Niederdruckturbine 17 und treiben diese an, bevor sie in die Atmosphäre über eine Schubdüse 23 ausgestoßen werden, die am stromabwärtigen Ende des Triebwerks 10 angeordnet ist, um einen zusätzlichen Antriebsschub zu erzeugen.

Die erste Welle 18, die den Fan 11 mit der Niederdruckturbine 17 verbindet, wird drehbar von Lagern abgestützt, die in den beiden axialen Endbereichen angeordnet sind. Das Lager 24 am stromaufwärtigen Ende der Welle 18 ist ein übliches Wälzlager und stützt die Welle 18 gegenüber dem festen Triebwerksaufbau 25 ab.

Das stromabwärtige Ende der Welle 18 wird jedoch durch ein erstes aktives elektromagnetisches Lager 26 abgestützt.

In gleicher Weise wird die zweite Welle 19 am stromaufwärtigen Ende von dem festen Triebwerksaufbau 25 durch ein Wälzlager 27 abgestützt. Ihr stromabwärtiges Ende wird von einem zweiten aktiven elektromagnetischen Lager 28 getragen. Eine weitere Lagerabstützung für die zweite Welle 19 wird durch ein Wälzlager 29 bewirkt, das durch einen weiteren festen Triebwerksaufbau 30 getragen wird und halbwegs längs der zweiten Welle 19 angeordnet ist.

Schließlich wird die dritte Welle 20 an ihrem stromaufwärtigen Ende drehbar durch den weiteren festen Triebwerksaufbau 30 durch ein Wälzlager 31 abgestützt. Ihr stromabwärtiges Ende wird von einem dritten aktiven elektromagnetischen Lager 32 getragen.

Alle aktiven elektromagnetischen Lager 26, 28 und 32 sind Radiallager und sie werden vom festen Triebwerksaufbau abgestützt, der der Übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt ist.

Ein Wälzlager 33 für die Zwischenwelle liegt zwischen der ersten Welle 18 und der zweiten Welle 19 radial innerhalb des Lagers 29.

Obgleich in diesem speziellen Fall das Triebwerk 10 ein Dreiwellen-Triebwerk ist, so kann die Erfindung auch für Gasturbinentriebwerke der Zweiwellen-Bauart oder sogar für Triebwerke mit nur einer einzigen Welle Anwendung finden.

Die Wälzlager 24, 27, 29, 31 und 33 sind im Wesentlichen von herkömmlicher Ausbildung und sie sind innerhalb des Triebwerks 10 in der üblichen Weise angeordnet. Infolgedessen erscheint eine weitere detaillierte Beschreibung ihrer Ausbildung und Installation überflüssig, da derartige Informationen dem Fachmann geläufig sind.

Die elektromagnetischen Lager 26, 28 und 32 sind ebenfalls von allgemein herkömmlicher Ausbildung. Das zweite elektromagnetische Lager 28 und das dritte elektromagnetische Lager 32 sind in ihren Einzelheiten unter Bezugnahme auf 2 erkennbar. Im Wesentlichen hat jeder Statorteil der elektromagnetischen Lager 26, 28, 32 die Form eines Ringes 33, der einen ringförmigen Aufbau von elektromagnetischen Spulen 34 an seiner radial inneren Oberfläche trägt. Wenn die Spulen 34 erregt werden, erzeugen sie ein Magnetfeld, das zur Abstützung der Welle dient, die von dem Ring 33 umschlossen ist.

Die Spulen 34 erzeugen bei ihrer Erregung Wärme. Um zu gewährleisten, dass diese Wärme so wirksam als möglich verteilt wird, sind die elektromagnetischen Lager 28 und 32 in einer Kammer 35 untergebracht, der Kühlluft von einer geeigneten Quelle (beispielsweise von einem der Triebwerkskompressoren) zugeführt wird. Die Kühlluft wird der Kammer 35 durch ein Rohr 36 zugeführt und von der Kammer 35 über eine Auslassöffnung 37 abgeführt. Es ist klar, dass auch andere Gaskühlmittel benutzt werden können, wenn dies erforderlich ist, und tatsächlich kann es in gewissen Fällen zweckmäßig sein, eine Flüssigkeitskühlung zu benutzen.

Wie oben erwähnt, werden die elektromagnetischen Lager 26, 28 und 32 aktiv gesteuert. Dies geschieht, um zu gewährleisten, dass die Wellen 18, 19 und 20 so dicht als möglich in koaxialer Beziehung zur Längsachse 10a des Triebwerks 10 gehalten werden. Außerdem werden die elektromagnetischen Lager 26, 28 und 32 in der Weise gesteuert, dass irgendwelche Vibrationen in den Wellen 18, 19 und 20 im Wesentlichen eliminiert werden.

Eine aktive Steuerung der elektromagnetischen Lager 26, 28 und 32 wird durch Überwachung des Abstandes zwischen jeder Welle und ihrem entsprechenden elektromagnetischen Lager erreicht. Um dies zu bewerkstelligen, ist jedes elektromagnetische Lager mit mehreren Sensoren ausgestattet, von denen einer 38 in 2 dargestellt ist, und dieser liefert Ausgangssignale, repräsentativ zum Abstand zwischen jeder Welle und ihrem entsprechenden elektromagnetischen Lager. Wenn jetzt auf 3 Bezug genommen wird, wo das dritte elektromagnetische Lager 32 dargestellt ist, so kann hieraus der aktive Steuermechanismus in seinen Einzelheiten betrachtet werden. Es ist jedoch klar, dass die übrigen ersten und zweiten elektromagnetischen Lager 26 und 28 eine ähnliche Konfiguration haben.

Das elektromagnetische Lager 32 ist von einer Vielzahl von Spulen 34 umschlossen, die, wie oben erwähnt, von dem Ring 33 getragen werden. In 3 sind nur vier Spulen 34 dargestellt. Es ist jedoch klar, dass, wie oben erwähnt, ein ringförmiger Aufbau derartiger Spulen 34 vorgesehen ist. In gleicher Weise sind nur zwei Sensoren 38 dargestellt, aber tatsächlich sind mehr Sensoren als diese vorhanden.

Die Signale von einem Paar diametral gegenüberliegender Sensoren 38 werden einer Einrichtung 40 zugeführt, die die Differenz zwischen den Signalen bestimmt und ein Ausgangssignal 41 liefert, das proportional jener Differenz ist. Das Sensor-Differenzausgangssignal 41 wird mit einem Bezugssignal 42 kombiniert, worauf das kombinierte Signal auf einen Analog-Digital-Wandler 43 einwirkt. Das resultierende digitale Signal wird dann durch eine Steuereinrichtung 44 verarbeitet, die die Natur des Magnetfeldes bestimmt, das notwendig ist, um die Welle 20 koaxial zur Triebwerksachse 10a zu halten. Der Ausgang der Steuereinrichtung 44 wird in zwei Signale 45 und 46 aufgeteilt, die auf zwei Digital-Analog-Wandler 47 und 48 einwirken. Die resultierenden Analogsignale wirken auf zwei Leistungsverstärker 49 und 50 ein, bevor sie die Spulen 34 in der Weise aktivieren, wie dies zur Aufrechterhaltung einer koaxialen Beziehung zwischen der Welle 20 und der Triebwerksachse 10a erforderlich ist. Die Spulen 34 und die Sensoren 38 können in der Weise aktiviert werden, wie dies oben erwähnt wurde, um auch die Vibrationen in der Welle 20 zu vermindern oder im Wesentlichen zu eliminieren.

Nunmehr wird wiederum auf 1 Bezug genommen. Die erste Welle 18, die den Fan mit der Niederdruckturbine 17 verbindet, ist mit einem elektrischen Generator 51 am stromabwärtigen Ende versehen. Der Generator 51, der von irgendeiner zweckmäßigen Bauart sein kann, erzeugt eine elektrischen Leistung bei Drehung der ersten Welle 18. Die erzeugte elektrische Leistung liefert zwei Ausgänge 52 und 53. Der erste Ausgang 52 wird zur Lieferung der für das Flugzeug erforderlichen elektrischen Leistung benutzt, das im Betrieb das Triebwerk 10 trägt.

Der verbleibende elektrische Ausgang 53 des Generators 51 wird der elektronischen Hauptsteuereinheit 57 für das Triebwerk 10 zugeführt und bildet die Spannungsquelle für jene Einheit 57. Die Steuereinheit 57 speist ihrerseits eine erforderliche elektrische Leistung über eine Leitung 58 an die Steuereinheit 59 der elektromagnetischen Lager 26, 28 und 32. Demgemäß umfasst die Steuereinheit 59 die Schaltungen gemäß 3 und weitere ähnliche Schaltungen. Die elektronische Hauptsteuereinheit 57 steuert natürlich im Betrieb auch zahlreiche der verbleibenden variablen Verbraucher des Triebwerks 10.

Der Generator 51 ist die Hauptspannungsquelle für die elektromagnetischen Lager 26, 28 und 32. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass in gewissen Situationen, beispielsweise während des Anlaufs oder während der Wartung, wenn das Triebwerk 10 nicht läuft, eine nur ungenügende Leistung erzeugt wird, die nicht ausreicht, um die Lager zu aktivieren. Unter diesen Umständen ist es notwendig, die elektrische Leistung von einer alternativen Quelle zuzuführen, beispielsweise einer Batterie, einer Hilfsspannungseinheit oder einer anderen geeigneten Spannungsquelle.

Es ist daher ersichtlich, dass die elektromagnetischen Lager 26, 28 und 32 sämtlich innerhalb des heißen Turbinenabschnitts des Triebwerks 10 untergebracht sind. Da diese Lager kein von außen zugeführtes flüssiges Schmiermittel benötigen, um ihre Funktion durchzuführen, werden die Probleme vermieden, die gewöhnlich den Kanälen für das flüssige Schmiermittel innerhalb des heißen Triebwerksbereichs zugeordnet sind. Auf diese Weise werden die Probleme der thermischen Zersetzung von Schmieröl und die daraus resultierenden Probleme der Verkokung und der Lackbildung vermieden, die daraus resultieren können. Außerdem ist es möglich, die Arbeitstemperaturen innerhalb der Turbine zu erhöhen, da die Beschränkungen bezüglich des Systems mit flüssigem Schmiermittel vermieden sind. Dies wiederum schafft die Möglichkeit, den thermischen Wirkungsgrad des Triebwerks 10 zu erhöhen.

Da der Gesamtbedarf an flüssigem Schmiermittel des Triebwerks 10 im Vergleich mit herkömmlichen Triebwerken verringert wird und die Bereiche, die ein flüssiges Schmiermittel erfordern, auf kühlere Bereiche des Triebwerks beschränkt sind, kann das Flüssig-Schmiersystem vereinfacht werden, wodurch sich eine Ersparnis an Kosten und Gewicht ergibt. Da überdies die Wälzlager 24, 27, 29, 31 und 33 dicht benachbart zum luftbetriebenen Starter 60 angeordnet sind, der zum Starten des Triebwerks 10 benutzt wird, könnte ein Flüssig-Schmiersystem benutzt werden, das mit dem Starter 60 verknüpft ist. Der Starter 60 ist mechanisch mit der dritten Welle 20 in herkömmlicher Weise über eine Kegelradanordnung 65 verbunden, um einen Hochlauf des Triebwerks zu ermöglichen.

Die vorliegende Erfindung wurde unter Bezugnahme auf ein Dreiwellen-Fan-Mantelstrom-Gasturbinentriebwerk beschrieben. Es ist jedoch klar, dass die Erfindung auch bei Gasturbinentriebwerken benutzt werden kann, die zwei Wellen oder nur eine besitzen.

Ferner wurde die vorliegende Erfindung unter spezieller Bezugnahme auf ein Gasturbinentriebwerk zum Antrieb eines Flugzeugs beschrieben. Es ist jedoch klar, dass die Erfindung auch für Gasturbinentriebwerke anwendbar ist, die für andere Zwecke benutzt werden. So kann beispielsweise die vorliegende Erfindung für Gasturbinentriebwerke Anwendung finden, die in am Boden stationierten Kraftwerken Verwendung finden oder für Schiffsantriebe benutzt werden.


Anspruch[de]
  1. Gasturbinentriebwerk (10) mit wenigstens einer um eine Achse drehbaren Welle, die eine Antriebsverbindung zwischen dem Kompressorabschnitt (11) und dem Turbinenabschnitt (17) des Triebwerks (10) herstellt, wobei die wenigstens eine Welle (18) während des Normalbetriebs des Triebwerks von dem übrigen Triebwerk (10) durch wenigstens ein Wälzlager (24) abgestützt ist, das in dem Kompressorabschnitt (11) untergebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Welle (18) zusätzlich durch wenigstens ein elektromagnetisches Lager (26) abgestützt ist, das im Turbinenabschnitt (17) angeordnet ist und dass die Lager (24, 26) axial im Abstand zueinander derart angeordnet sind, dass das wenigstens eine elektromagnetische Lager (26) in einem Abschnitt des Triebwerks (10) angeordnet ist, der betriebsmäßig auf einer höheren Temperatur steht als der Abschnitt des Triebwerks (10), in dem das wenigstens eine Wälzlager (24) angeordnet ist.
  2. Gasturbinentriebwerk (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine elektromagnetische Lager (26) aktiv gesteuert ist.
  3. Gasturbinentriebwerk (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein elektromagnetisches Lager (26) ein Radiallager ist.
  4. Gasturbinentriebwerk (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Welle (18) einen elektrischen Generator (51) antreibt und dass der elektrische Generator (51) die primäre elektrische Spannungsquelle für das wenigstens eine elektromagnetische Lager (26) bildet.
  5. Gasturbinentriebwerk (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Wälzlager (24) durch ein flüssiges Schmiermittel geschmiert wird.
  6. Gasturbinentriebwerk (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine elektromagnetische Lager (26) durch Gas oder Flüssigkeit gekühlt ist.
  7. Gasturbinentriebwerk (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gasturbinentriebwerk (10) ein Fan-Mantelstrom-Gasturbinentriebwerk ist, das wenigstens zwei Wellen (18, 19, 20) aufweist und jede der Wellen (18, 19, 20) hauptsächlich durch wenigstens ein Wälzlager (24, 27, 29) und wenigstens ein elektromagnetisches Lager (26, 28, 32) von dem übrigen Triebwerk abgestützt ist, wobei die elektromagnetischen Lager (26, 28, 32) im Turbinenabschnitt (15, 16, 17) des Triebwerks (10) untergebracht sind.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com