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Dokumentenidentifikation DE102004038747A1 23.02.2006
Titel Kraftfahrzeug
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Ruth, Ulrich, 71034 Böblingen, DE
DE-Anmeldedatum 10.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004038747
Offenlegungstag 23.02.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.2006
IPC-Hauptklasse B60K 26/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B60R 16/02(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      F02D 41/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug (1) mit einem Fahrpedal (4) mit einer dem Fahrpedal (4) zugeordneten Vorrichtung (6, 8) zur Ermittlung des Fahrerwunsches aus der Stellung des Fahrpedals (4), wobei das Kraftfahrzeug (1) mit einem Kraftfahrzeuganhänger (2) betreibbar ist und ein Verfahren zur Ermittlung des Fahrerwunsches eines mit einem Kraftfahrzeuganhänger (2) betreibbaren Kraftfahrzeugs (1) mit einem Fahrpedal (4), wobei dem Fahrpedal (4) eine Fahrpedalkennlinie einer Vorrichtung (6, 8) zur Ermittlung des Fahrerwunsches aus der Stellung des Fahrpedals (4) zugeordnet wird. Aufgabe der Erfindung ist es, den Fahrkomfort und die Bedienfreundlichkeit eines Kraftfahrzeugs bei höherer Belastung zu verbessern.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass der einer Fahrpedalstellung von der Vorrichtung (6, 8) zugeordnete Fahrerwunsch abhängig von einem von einer Erkennungsvorrichtung (9, 10) erkannten Zustand des Kraftfahrzeugs (1) ist. Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, dass dem Fahrpedal von der Vorrichtung (6, 8) eine andere Fahrpedalkennlinie zugeordnet wird, wenn das Kraftfahrzeug (1) mit ienem Kraftfahrzeuganhänger (2) betrieben wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 1 und ein Verfahren nach Anspruch 5.

Aus der DE 197 30 906 A1 ist ein Verfahren zur Einstellung einer Drosselklappe und/oder Einspritzmenge einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges an die Vorgabe eines Fahrzeugführers bekannt. Dabei erfolgt eine Anpassung an den Fahrstil des Fahrzeugführers. Die Kennlinie der Winkelstellung der Drosselklappe bzw. Einspritzmenge über der Winkelstellung des Fahrpedals weist bei einer als ruhig erkannten Fahrweise einen progressiven Verlauf auf und weist bei einer als sportlich erkannten Fahrweise einen degressiven Verlauf auf.

Aufgabe der Erfindung ist es, den Fahrkomfort und die Bedienfreundlichkeit eines Kraftfahrzeugs bei höherer Belastung zu verbessern.

Diese Aufgabe wird durch ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 5 gelöst.

Erfindungsgemäß ist der einer Fahrpedalstellung von der Vorrichtung zur Ermittlung des Fahrerwunsches zugeordnete Fahrerwunsch abhängig von einem von einer Erkennungsvorrichtung erkannten Zustand des Kraftfahrzeugs. Damit beeinflusst der erkannte Zustand des Kraftfahrzeugs, welcher Fahrerwunsch weitergegeben wird. Der erkannte Zustand kann beispielsweise das Fahren mit Kraftfahrzeuganhänger (Gespannbetrieb) sein. Im Gespannbetrieb ist die Belastung des Kraftfahrzeugs gegenüber dem fahren ohne Kraftfahrzeuganhänger erhöht. Damit ist mehr Motorleistung nötig, um ein Fahrverhalten zu erzeugen, dass dem Fahren ohne Anhänger vergleichbar ist. Dies bedeutet bei einem nicht erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug, dass der Fahrer das Fahrpedal stärker durchtreten muss.

Fahrerwunsch kann z.B. ein bestimmtes Drehmoment des Motors oder der Antriebsräder, eine Motorleistung, eine Fahrgeschwindigkeit oder eine Beschleunigung des Fahrzeugs sein. Die Zuordnung von Fahrpedalstellung zu Fahrerwunsch erfolgt typischerweise über Kennlinien. Die Vorrichtung zur Ermittlung des Fahrerwunsches ist typischerweise ein elektronisches Bauteil in dem verschiedene Kennlinien hinterlegt sind. Die Erkennungsvorrichtung kann in die Motorsteuerung integriert sein oder separat angeordnet sein. Die separat angeordnete Erkennungsvorrichtung wird im Folgenden als Kennlinienfeld bezeichnet. Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung ist es möglich, die Wirkungen eines vom normalen Zustand des Fahrzeugs abweichenden Zustandes zu verringern bzw. zu kompensieren. Damit kann erreicht werden, dass die Wirkung des Fahrpedals auf das Fahrverhalten des Fahrzeugs unabhängig vom erkannten Zustand ist. Damit muss das Fahrpedal im Gespannbetrieb oder einem anderen erkannten Zustand nicht stärker durchgetreten werden, als im Normalbetrieb.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Ermittlung des Fahrerwunsches sieht vor, dass dem Fahrpedal von der Vorrichtung zur Ermittlung des Fahrerwunsches eine andere Fahrpedalkennlinie zugeordnet wird, wenn das Kraftfahrzeug mit einem Kraftfahrzeuganhänger betrieben wird.

Beim Fahren eines Kraftfahrzeugs mit Kraftfahrzeuganhänger (Gespannbetrieb) wird wegen der höheren Belastung und dem größeren Fahrwiderstand mehr Leistung benötigt. Dazu muss der Fahrer das Fahrpedal wesentlich stärker durchtreten, als beim Fahren ohne Anhänger. Dies ist für den Fahrer ermüdend.

Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung ist, dass die Fahrpedalkennlinie im Anhängerbetrieb so verändert werden kann, dass das Fahrpedal leichter zu betätigen ist und/oder bei gleichem Fahrpedalweg mehr Motorleistung zur Verfügung steht. Damit lässt sich erreichen, dass trotz höherer Belastung des Kraftfahrzeuges im Gespannbetrieb, die Wirkung des Fahrpedals der ohne Gespannbetrieb entspricht. Damit wird der Fahrerfuß entlastet und einer vorzeitigen Ermüdung des Fahrers vorgebeugt.

Die erfindungsgemäße Lösung bietet eine einfache Möglichkeit nur durch Erfassung des Gespannbetriebs, ohne weitere Sensoren, auf die stark veränderte Wirkung des Fahrpedals, welche durch den Gespannbetrieb verursacht wird, zu reagieren.

In einer Ausführungsform ist die Erkennungsvorrichtung als Schalter ausgebildet. Dabei wird bei Betätigung des Schalters dem Fahrpedal eine andere Fahrpedalkennlinie des Kennlinienfeldes zugeordnet. Ein derartiger Schalter bietet dem Fahrer die Möglichkeit den Gespannbetriebsmodus bewusst ein- oder auszuschalten.

In einer weiteren Ausführungsform ist die Erkennungsvorrichtung ist als Steckdose einer Anhängerkupplung ausgebildet. Dabei dient die Steckdose der Anhängerkupplung als Schalter zum Umschalten der Fahrpedalkennlinie des Kennlinienfeldes. Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass das Umschalten auf die Gespannkennlinie automatisch durch das Ankoppeln des Anhängers erfolgt. Das Umschalten kann also nicht vergessen werden.

In einer weiteren Ausführungsform sind die Vorrichtung und/oder die Erkennungsvorrichtung mit Sensoren zur Erfassung des Belastungszustandes des Kraftfahrzeuges verbunden. Damit ist eine genauere Ermittlung des Belastung des Kraftfahrzeugs möglich. Damit kann eine bessere und genauere Zuordnung von Fahrpedalstellung zu Fahrerwunsch erfolgen.

In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird die Fahrpedalkennlinie des Kennlinienfeldes abhängig vom Belastungszustand des Kraftfahrzeuges und/oder des Kraftfahrzeuganhängers zugeordnet. Damit ist es möglich die Fahrpedalkennlinie auf den Belastungszustand des Kraftfahrzeugs bzw. des Gespanns abzustimmen. Diese Ausführungsform kann auch bei einem Kraftfahrzeug ohne Kraftfahrzeuganhänger sinnvoll eingesetzt werden. Beispielsweise kann einem vollbesetzten Kraftfahrzeug eine andere Fahrpedalkennlinie zugeordnet werden, als einem nur mit dem Fahrer besetzten Kraftfahrzeug. Dabei kann in einer Ausführungsform auch auf einen Schalter zur Gespannerkennung verzichtet werden.

In einer alternativen Ausführungsform kann der Schalter zur Gespannerkennung auch als Schalter zur Belastungserfassung genutzt werden. Dabei wird durch Betätigen des Schalters die Belastungserfassung ausgelöst.

Weitere Merkmale und Merkmalskombinationen ergeben sich aus der Beschreibung sowie der Zeichnung. Im Folgenden wird anhand der Zeichnung die Erfindung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Dabei zeigt:

1 Eine schematische Darstellung eines Kraftfahrzeugs mit Kraftfahrzeuganhänger und erfindungsgemäß veränderbarer Fahrpedalkennlinie.

In der einzigen 1 ist ein Kraftfahrzeug 1 dargestellt, dass zusammen mit einem Kraftfahrzeuganhänger 2 ein Gespann bildet. Das Kraftfahrzeug 1 und der Kraftfahrzeuganhänger 2 sind über eine Anhängerkupplung 3 mechanisch miteinander verbunden.

An dem Kraftfahrzeug 1 ist ein Fahrpedal 4 vorgesehen. Das Fahrpedal 4 weist eine Verbindung 5 zu einer Motorsteuerung 6 auf. Die Verbindung 5 kann als mechanische oder als elektrische Verbindung oder als Kombination von Beidem ausgeführt sein. Beispielsweise kann eine mechanische Verbindung 5 als ein Gasgestänge oder als Bowdenzug ausgeführt sein. Eine elektrische Verbindung 5 kann über Regler mit Stellmotor dargestellt werden.

Die Motorsteuerung 6 steuert den Motor 7 des Kraftfahrzeugs 1. Wird das Fahrpedal 4 betätigt, so wird die Information über die Stellung des Fahrpedals 4 über die Verbindung 5 an die Motorsteuerung 6 weitergegeben. Die Motorsteuerung 6 steuert den Motor 7 nach Maßgabe der in der Motorsteuerung 6 eingehenden Informationen.

Weiterhin ist in 1 ein Schalter 9 vorgesehen. Bei Betätigung von Schalter 9 wird ein Signal für den Gespannbetrieb erzeugt und an die Motorsteuerung 6 weitergegeben.

Zur elektrischen Verbindung von Kraftfahrzeug 1 und Kraftfahrzeuganhänger 2 ist eine Steckdose 10 vorgesehen. Die Steckdose 10 ist der elektrische Anschluss für den Kraftfahrzeuganhänger 2 am Kraftfahrzeug 1.

In 1 ist die Steckdose 10 mit der Motorsteuerung 6 verbunden. Damit kann die Steckdose 10 als Schalter zur Gespannerkennung eingesetzt werden. Dabei schaltet die Motorsteuerung 6 auf Gespannbetrieb um, wenn die Steckdose 10 mit ihrem anhängerseitigen Gegenstück 11 zusammengesteckt wird.

In der in 1 dargestellten Ausführungsform ist sowohl der Schalter 9, als auch die Steckdose 10 als Umschalter für den Gespannbetrieb vorgesehen.

Alternativ kann auch Schalter 9 oder Steckdose 10 oder ein sonstiges Erfassungsmittel allein als Umschalter für den Gespannbetrieb vorgesehen sein.

Es ist ein Kennlinienfeld 8 vorgesehen, dass mit der Motorsteuerung 6 in Verbindung steht bzw. auf die Motorsteuerung 6 wirkt. Das Kennlinienfeld 8 kann in die Motorsteuerung 6 integriert sein oder ist wie in 1 dargestellt in einem separaten Speicherbauteil abgelegt. Abhängig von den in die Motorsteuerung 6 eingehenden Daten gibt das Kennlinienfeld 8 eine Fahrpedalkennlinie an die Motorsteuerung 6.

Erhält die Motorsteuerung 6 ein Signal für Gespannbetrieb, gibt das Kennlinienfeld 8 eine Fahrpedalkennlinie für Gespannbetrieb an die Motorsteuerung 6. Die Motorsteuerung 6 steuert dann den Motor 7 nach Maßgabe dieser neu gewählten Fahrpedalkennlinie des Kennlinienfeldes 8 und der aktuellen Informationen über die Stellung des Fahrpedals 4. Durch die Änderung der Fahrpedalkennlinie wird erreicht, dass trotz verändertem Belastungszustand des Kraftfahrzeuges/Gespanns dieselbe Fahrpedalposition zu einer vergleichbaren Reaktion des Kraftfahrzeuges führt.


Anspruch[de]
  1. Kraftfahrzeug (1) mit einem Fahrpedal (4) mit einer dem Fahrpedal (4) zugeordneten Vorrichtung (6, 8) zur Ermittlung des Fahrerwunsches aus der Stellung des Fahrpedals (4), wobei das Kraftfahrzeug (1) mit einem Kraftfahrzeuganhänger (2) betreibbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der einer Fahrpedalstellung von der Vorrichtung (6, 8) zur Ermittlung des Fahrerwunsches zugeordnete Fahrerwunsch abhängig von einem von einer Erkennungsvorrichtung (9, 10) erkannten Zustand des Kraftfahrzeugs (1) ist.
  2. Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erkennungsvorrichtung (9, 10) als Schalter (9) ausgebildet ist.
  3. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erkennungsvorrichtung (9, 10) als Steckdose (10) einer Anhängerkupplung (3) ausgebildet ist.
  4. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (6, 8) zur Ermittlung des Fahrerwunsches und/oder die Erkennungsvorrichtung (9, 10) mit Sensoren zur Erfassung des Belastungszustandes des Kraftfahrzeuges (1) verbunden ist.
  5. Verfahren zur Ermittlung des Fahrerwunsches bei einem mit einem Kraftfahrzeuganhänger (2) betreibbaren Kraftfahrzeug (1) mit einem Fahrpedal (4), wobei dem Fahrpedal (4) eine Fahrpedalkennlinie einer Vorrichtung (6, 8) zur Ermittlung des Fahrerwunsches aus der Stellung des Fahrpedals (4) zugeordnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass dem Fahrpedal (4) von der Vorrichtung (6, 8) zur Ermittlung des Fahrerwunsches eine andere Fahrpedalkennlinie zugeordnet wird, wenn das Kraftfahrzeug (1) mit einem Kraftfahrzeuganhänger (2) betrieben wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass dem Fahrpedal (4) von der Vorrichtung (6, 8) eine andere Fahrpedalkennlinie zugeordnet wird, wenn der Schalter (9) betätigt wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass dem Fahrpedal (4) von der Vorrichtung (6, 8) zur Ermittlung des Fahrerwunsches eine andere Fahrpedalkennlinie zugeordnet wird, wenn die Steckdose (10) der Anhängerkupplung (3) mit ihrem Gegenstück (11) verbunden wird.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrpedalkennlinie von der Vorrichtung (6, 8) zur Ermittlung des Fahrerwunsches abhängig vom Belastungszustand des Kraftfahrzeuges (1) und/oder des Kraftfahrzeuganhängers(2) zugeordnet wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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