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Dokumentenidentifikation DE102004011012B4 09.03.2006
Titel Chirurgisches Krallenschneidwerkzeug
Anmelder Kabella, Klaus, 16775 Zernikow, DE
Erfinder Kabella, Klaus, 16775 Zernikow, DE
DE-Anmeldedatum 02.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004011012
Offenlegungstag 22.09.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.03.2006
IPC-Hauptklasse A61D 1/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A01K 13/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein chirurgisches Krallenschneidwerkzeug, wie Krallenzange oder Krallenschere für ein möglichst schmerzfreies Beschneiden von Krallen.

Das Schneiden von Krallen, insbesondere bei Hunden, gehört zur unabdingbaren Pflege der Tiere. Erfolgt dies nicht, kommt es zu Missbildungen und damit verbundenen Schmerzen.

Wird nun beim Beschneiden zu viel von der Kralle abgeschnitten, werden die sich im Kralleninneren befindlichen Blutgefäße verletzt. Das Tier erleidet Schmerzen und Blutungen.

Die Ursache für die unsachgemäßen Schnitte liegt meist darin begründet, dass der Verlauf der Blutgefäße, insbesondere bei dunklen Krallen, visuell nicht erkannt wird.

Aus der WO 02/051242 A1 ist eine Sicherheits-Krallenzange für Haustiere bekannt, die in der Lage sein soll, eine Kralle so abzuschneiden, dass eine Verletzung der Blutgefäße in der Kralle ausgeschlossen ist. Die Krallenzange besitzt dazu eine Einstecköffnung, deren Tiefe durch einen Stellbolzen verändert wird und somit die Länge des abzuschneidenden Krallenstückes begrenzt ist.

Der Nachteil dieser Erfindung besteht darin, dass das Einstellen des abzuschneidenden Krallenstückes nach Gefühl erfolgt und, will man keine Blutgefäße treffen, eher zu wenig als zu viel abgeschnitten wird. Ein Abschneiden ohne Verletzung ist, da der Verlauf der Blutäderchen sehr unterschiedlich sein kann, nicht ausgeschlossen.

Des weiteren ist in der Patentschrift US 2 112 790 ein Krallenabschneider für einen sauberen und schmerzfreien Schnitt beschrieben.

Um beim Schneiden der Krallen keine Blutgefäße zu treffen, wird in der Beschreibung vorgeschlagen, den gesamten Krallenabschneider mit der Kralle gegen ein Licht zu halten, damit die Blutgefäße durchscheinen und diese beim Schneiden nicht verletzt werden.

Diese Methode ist sehr umständlich. Um das Licht der Lampe optimal auf die Schnittstelle zu richten, sind mehrere Hände erforderlich und ein unbeabsichtigtes Verletzen der Gefäße ist dennoch nicht ausgeschlossen.

[Aufgabe der Erfindung]

Aufgabe der Erfindung ist es, ein chirurgisches Krallenschneidwerkzeug zu schaffen, das eine visuelle Erkennung des Blutgefäßverlaufes unmittelbar vor dem Schnitt ermöglicht, so dass der exakte Schnittpunkt außerhalb von lebendem Zellgewebe bestimmt werden kann und der Schnitt somit schmerzfrei erfolgt.

Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des 1. Patentanspruchs gelöst. Vorteilhafte Weiterentwicklungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Das chirurgische Krallenschneidwerkzeug besteht aus zwei, mittels zwei Griffen scheren- oder zangenförmig gegeneinander bewegbaren Schermessern, die eine runde oder gewölbte Schneidöffnung freigeben. Unterhalb der Schneidöffnung ist, fest verbunden mit einem Bauteil des Krallenschneidwerkzeuges, eine Durchleuchtungsvorrichtung mit Leuchtmitteln, vorzugsweise lichtstarke Leuchtdioden angeordnet.

Die Durchleuchtungsvorrichtung sendet dabei ein Licht aus, welches eine Kralle so durchleuchten kann, dass die darin befindlichen Blutgefäße deutlich visuell erkennbar sind.

Für unterschiedlich pigmentierte Krallen können Leuchtmittel unterschiedlicher Lichtstärken und/oder Wellenlängen eingesetzt werden.

Das Krallenschneidwerkzeug kann in unterschiedlichen Ausführungen und Formgestaltungen als Krallenzange oder Krallenschere ausgeführt sein. Die Durchleuchtungsvorrichtung ist dabei so an dem Werkzeugkörper anzuordnen und zu befestigen, dass die Leucht- oder Strahlenrichtung auf die Schneidöffnung oder möglichst nahe auf diese gerichtet ist. Sie kann dabei unterhalb der Schneidöffnung an dem unteren Schermesser oder einer besonderen Halteeinrichtung, die mit dem Zangenkörper verbunden ist, angeordnet sein.

Auch ein Heranführen des Lichtes an die Schneidöffnung mittels Lichtleiter ist denkbar.

Ferner ist es von Vorteil, der Durchleuchtungsvorrichtung einen Sensor zuzuordnen, der in der Lage ist, bestimmte spektrale Wellenlängen, z. B. die des roten Blutfarbstoffes, zu erfassen. Der Sensor ist dabei auf den Lichtkegel der Durchleuchtungsvorrichtung und gleichzeitig in den Bereich der Schneidöffnung gerichtet. Bei Erfassung des roten Blutfarbstoffes löst der Sensor ein akustisches und/oder optisches Signal aus und/oder die Schermesser werden blockiert.

Für einen äußerst exakten Schnitt und im Hinblick auf eine ortsfeste Durchleuchtung ist es zweckmäßig, die Schermesser oder die Schenkel, die die Schermesser halten, nicht auf einer Kreisbahn, sondern parallel zu führen. In diesem Fall sind auch der Lichtsender (Durchleuchtungsvorrichtung) und der Lichtempfänger (Sensor) exakt aufeinander gerichtet. Da sowohl Sender als auch Empfänger einen gewissen Streukegel aufweisen ist dies nicht zwingend notwendig.

In einer weiteren Ausgestaltung ist an dem Krallenschneidwerkzeug eine Festhalte- oder Klemmeinrichtung angeordnet, die die zu beschneidende Kralle kurz vor dem Schneidvorgang durch einen leichten Druck auf die Griffe festhält. Durch einen nachfolgenden kräftigeren Druck, gibt die elastisch oder federnd ausgeführte Festhalteeinrichtung nach und die Schermesser schneiden die Kralle ab. Die Festhalteeinrichtung ist dazu, je nach Ausführung und Aufbau des Krallenschneidwerkzeuges, vor oder hinter den Schermessern angeordnet.

Die geometrische Ausführung des Krallenschneidwerkzeuges, ob zum Beispiel als Zange oder Schere, kann zusammen mit der Durchleuchtungsvorrichtung unter Beibehaltung der Funktionalität in unterschiedlichen Varianten und Formen variieren.

An Hand von Zeichnungen wird das chirurgische Krallenschneidwerkzeug in einer bevorzugten Ausführung näher erläutert.

Es zeigen:

1 das Krallenschneidwerkzeug im geöffneten Zustand mit einer möglichen Anordnung von Durchleuchtungsvorrichtung und Sensor,

2 eine Darstellung der Schneidöffnung bei geöffnetem Werkzeug nach 1,

3 eine Darstellung des unteren Schenkels mit einer Krallenauswurföffnung,

4 aufeinanderfolgende Darstellungen a, b, e und d, die das Abschneiden einer Kralle mit dem Krallenschneidwerkzeug erläutern.

In 1 ist ein Krallenschneidwerkzeug in Form einer Krallenzange mit offenen Schermessern 5, 6 und somit offener Schneidöffnung 15 (siehe auch 2) dargestellt. Durch Zusammendrücken der Griffe 1, 2 werden die Schermesser 5, 6 über zwei Schenkel 3, 4 gegeneinander bewegt und die Schneidöffnung 15 geschlossen. Eine Feder 7 sorgt dafür, dass bei nachlassendem Druck auf die Griffe 1, 2 die Schneidöffnung 15 sich wieder selbsttätig öffnet.

Am unteren Schermesser 6 oder auch an einer besonderen Halteeinrichtung ist unterhalb der Schneidöffnung 15 eine Durchleuchtungsvorrichtung 8 angeordnet. Der Grundkörper der Durchleuchtvorrichtung 8 ist fest am unteren Schermesser 6 oder an dem unteren Schenkel 4 befestigt; zum Auswechseln der Durchleuchtvorrichtung 8 kann die Befestigung vorzugsweise gelöst werden.

Die Stromversorgung für die Durchleuchtungsvorrichtung 8 erfolgt über eine Stromleitung 14 von einer im Inneren eines Griffes 2 befindlichen Batterie 10 und über einen Ein/Aus- Schalter 11. Die Stromleitung 14 kann natürlich auch verdeckt verlegt sein.

Die Durchleuchtungsvorrichtung 8 ist unterhalb der Schneidöffnung 15 derart angeordnet, dass sie den Schneidvorgang nicht behindert, aber das Licht 19, 20 in die Nähe der Schneidöffnung 15 bringt und/oder der Lichtstrahl 19, 20 der Durchleuchtungsvorrichtung 8 ist in einem Winkel auf die Schneidöffnung 15 gerichtet.

Die Form der Schermesser 5, 6, die Schneidöffnung 15 und die Kraftübertragung von den Griffen 1, 2 auf die Schermesser 5, 6 ist vorzugsweise so gewählt, dass eine zu beschneidende Kralle 17 (dargestellt in 4) durch einen leichten manuellen Andruck der Griffe 1, 2 vor dem Schneiden fixiert wird, um den genauen Schnittpunkt sicher kontrollieren zu können.

Vorzugsweise ist, wie in den 1 und 4 dargestellt, zur Fixierung der Kralle 17 hinter den Schermessern 5, 6 eine Festhalteeinrichtung 13 in Form flexibler Körper angeordnet. Die flexiblen Körper der Festhalteeinrichtung 13 sind in dieser Ausführung sowohl oben am oberen Schenkel 3 als auch unten am unteren Schenkel 4 derart befestigt und dimensioniert, dass die Kralle 17 bei einem leichten Druck auf die Griffe 1, 2 noch nicht von den Schermessern 5, 6 erfasst, aber bereits sicher festgehalten wird. Durch einen stärkeren Druck auf die Griffe 1, 2 geben die flexiblen Körper 13 nach und die Schermesser 5, 6 greifen in die Kralle 17 (siehe auch 4).

Ferner ist in 1 am oberen Schermesser 5 ein Sensor 9 gegenüber der Durchleuchtungsvorrichtung 8 befestigt, der die spektrale Wellenlänge der roten Blutkörperchen 18 erfasst. Das Signal des Sensors 9 wird in geeigneter Weise, hier über einen Lautsprecher 12, ausgegeben. Es könnte aber auch, wenn sich eine Blutader 18 im Bereich des Sensors 9 befindet, das Schneidwerkzeug blockiert werden.

Die Darstellung 2 zeigt das Krallenschneidwerkzeug nach 1 mit geöffneten Schermessern 5, 6 und einführbereiter Schneidöffnung 15 von vorn. Am unteren Schermesser 6 ist die Durchleuchtungsvorrichtung 8 angeordnet und der Sensor 9 befindet sich in Opposition zu dieser.

3 zeigt den unteren Schenkel 4 des Krallenschneidwerkzeuges mit dem unteren Schermesser 6 und der Durchleuchtungsvorrichtung 8 von unten betrachtet. Der untere Schenkel 4 besitzt ferner eine Ausnehmung, die als Krallenauswurföffnung 16 dient.

Die a, b, c und d der 4 erläutern die Wirkungsweise des Krallenschneidwerkzeuges während des Abschneidens einer Kralle 17. In 4a wurde die Kralle 17 zu weit in die Schneidöffnung 15 eingeführt. Der Sensor 9 erkennt, beispielsweise durch die höhere Absorption des ausgesendeten Lichtes 19, 20, hier dargestellt als geminderter Lichtstrahl 19, oder durch eine spektrale Veränderung des Lichtes 19, 20 der Durchleuchtungsvorrichtung 8, dass ein Blutgefäß 18 erfasst wurde. Der Lautsprecher 12 gibt in diesem Fall ein Signal ab.

Die an den Schenkeln 3, 4 angebrachten flexiblen Körper 13, die als Festhalteeinrichtung für die Kralle 17 dienen, fixieren die Kralle 17 und mindern gleichzeitig die Gefahr eines unbeabsichtigten vorzeitigen Abschneidens.

Das Schneidwerkzeug wird nun, wie in 4b dargestellt, soweit zurückgezogen, bis das Licht 19, 20 ungemindert (ungeminderter Lichtstrahl 20) die Kralle 17 durchdringt. Die Kralle 17 befindet sich jetzt in der richtigen Position. Die Festhalteeinrichtung 13 sorgt weiterhin dafür, dass die Kralle 17 in dieser Lage bleibt und nicht verrutscht. Auch rein visuell lässt sich bei eingeschalteter Durchleuchtungsvorrichtung 8 verfolgen, ob sich ein Blutgefäß 18 im Strahlengang und somit in der Schneidöffnung 15 befindet.

Der Krallenschnitt kann nun, wie in 4c dargestellt, an der richtigen Stelle, ohne die Blutgefäße 18 zu verletzen, durchgeführt werden. Beim Schnitt werden die flexiblen Körper der Festhalteeinrichtung 13, die vorzugsweise aus Gummi bestehen, gestaucht, so dass dabei ein leichter Widerstand zu überwinden ist.

4d zeigt schließlich die abgeschnittene Kralle 17 mit dem abgeschnittenen Krallenende 21, das mittels des flexiblen Körpers 13 durch die Aussparung 16 im unteren Schenkel 4 ausgestoßen wurde.

1oberer Griff 2unterer Griff 3oberer Schenkel 4unterer Schenkel 5oberes Schermesser 6unteres Schermesser 7Druckfeder 8Durchleuchtungsvorrichtung 9optoelektronischer Sensor 10Batteriefach mit Elektronikteil 11Ein/Aus-Schalter 12Lautsprecher 13Flexible Körper, Festhalteeinrichtung 14Stromleitung 15Schneidöffnung 16Krallenauswurfeinrichtung 17Kralle 18Blutgefäß 19geminderter Lichtstrahl 20ungeminderter Lichtstrahl 21abgeschnittenes Krallenende

Anspruch[de]
  1. Chirurgisches Krallenschneidwerkzeug mit zwei mittels zwei Griffen (1, 2) scheren- oder zangenförmig gegeneinander bewegbaren Schermessern (5, 6), die eine runde oder gewölbte Schneidöffnung (15) freigeben, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb der Schneidöffnung (15), fest verbunden mit einem Bauteil des Krallenschneidwerkzeuges, eine Durchleuchtungsvorrichtung (8) mit Leuchtmitteln derart angeordnet ist, dass der Lichtkegel (19, 20) der Leuchtmittel der Durchleuchtungsvorrichtung (8) auf die Schneidöffnung (15) gerichtet ist.
  2. Krallenschneidwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchleuchtungsvorrichtung (8) aus einem transparenten Werkstoff besteht, in den die Leuchtmittel eingebettet sind.
  3. Krallenschneidwerkzeug nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leuchtmittel Leuchtdioden sind.
  4. Krallenschneidwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Leuchtmittel Lichtleiter sind.
  5. Krallenschneidwerkzeug nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Leuchtmittel mittels einer Stromleitung (14) über einen Ein/Aus-Schalter (11) mit einem Batteriefach (10) verbunden sind, das vorzugsweise in einem Griff (1 oder 2) des Krallenschneidwerkzeuges angeordnet ist.
  6. Krallenschneidwerkzeug nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass für die Leuchtmittel unterschiedliche Beleuchtungsstärken einstellbar sind.
  7. Krallenschneidwerkzeug nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchleuchtungsvorrichtung (8) ein Sensor (9) zugeordnet ist, der die spektrale Wellenlänge der roten Blutkörperchen (18) erfasst.
  8. Krallenschneidwerkzeug nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Krallenschneidwerkzeug vorzugsweise im Bereich der Schermesser (5, 6) eine Festhalteeinrichtung (13) angeordnet ist, die die Kralle (17) vor dem Schneidvorgang fixiert.
  9. Krallenschneidwerkzeug nach den vorangegangenen Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass im unteren Schenkel (4) des Krallenschneidwerkzeuges eine Krallenauswurföffnung (16) angeordnet ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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