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Dokumentenidentifikation DE102004031414B4 09.03.2006
Titel Verfahren zur Herstellung eines Innenausstattungssystems
Anmelder Lear Corp., Southfield, Mich., US
Erfinder Wyerman, Barry R., Novi, Mich., US
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Anmeldedatum 29.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004031414
Offenlegungstag 03.02.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.03.2006
IPC-Hauptklasse B29C 44/14(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B29C 44/32(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B60N 3/04(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      B60R 13/02(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Ein Verfahren zur Herstellung eines Innenausstattungssystems für Fahrzeuge umfasst die Bereitstellung einer Innenausstattungsanordnung, die eine Deckschicht und eine an dieser angebrachte Grundschicht aufweist, wobei die Grundschicht ein Polymermaterial und ein Treibmittel aufweist. Das Verfahren umfasst weiter, das Treibmittel zu aktivieren, damit Fluidzellen in der Grundschicht entstehen, die sich expandieren und platzieren, so dass die Grundschicht nach dem Aktivierungsschritt eine luftdurchlässige Schicht ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Innenausstattungssystems zur Verwendung in Kraftfahrzeugen.

Ein bekanntes Verfahren zur Herstellung eines Innenausstattungssystems, beispielsweise eines Bodenbelagsystems, umfasst das Aufbringen einer luftundurchlässigen Grundschicht aus Polyethylen auf eine Teppichschicht, die getuftete Fasern aufweist, die in eine Spunbond-Polyesterverstärkung eingewebt sind. Die Polyethylen-Grundschicht verbindet die Fasern mit der Polyethylen-Verstärkung, wodurch die Lebensdauer des Bodenbelagsystems verbessert wird.

Ein bekanntes Verfahren zur Herstellung eines luftdurchlässigen Bodenbelagsystems umfasst das Aufbringen einer Latexbeschichtung auf einen rückwärtige Oberfläche einer Teppichschicht. Die Latexbeschichtung kriecht in die rückwärtige Oberfläche der Teppichschicht hinein, wodurch eine luftdurchlässige Beschichtung auf der Teppichschicht erzeugt wird. Ein Nachteil dieses Verfahrens besteht allerdings darin, dass die Material- und Gerätekosten signifikant sind.

Aus dem Dokument DE 199 35 354 A1 ist ein Verkleidungsteil für Kraftfahrzeuge bekannt, wobei die in das Fahrzeuginnere gerichtete Deckschicht aus einem Textilmaterial besteht, das mit einer Grundschicht aus Schaumstoff verbunden ist. Ein formgebendes Strukturteil wird als Spritzschaumkörper ausgebildet und durch Hinterspritzen mit dem Schaumstoff verbunden. Dadurch soll eine einfache Herstellbarkeit erreicht und eine Verletzung der Deckschicht vermieden werden.

Ein Herstellungsverfahren für ein Innenausstattungssystem ist aus der EP 1 157 798 A2 bekannt. Hier wird einem Recyclingmaterial ein entsprechend abgestimmter Schaumstoffbildner zugefügt, der den gewünschten Grad der Ausdehnung des Kunststoffes bestimmt. Der Kunststoff wird extrudiert und einem Formgebungsverfahren in einer Matrize unterzogen, so dass unterschiedliche Dickenbereiche an einem Werkstück herstellbar sind. Das Bauteil hat in den Bereichen mit größerer Dicke (Rippen) Ausdehnungsporen mit größeren Ausmaßen als die Poren in den dünneren Bereichen und eine entsprechend geringere Dichte. Ziel des Treibmittels ist es, die Verschlammung, den Verschluss des Materials in der Matrize sowie den Verschleiß während des Herstellungsverfahrens zu reduzieren.

Das Dokument DE-L 9872 X/39a-26.1.1956 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung zellulärer Materialien. Hier befindet sich eine fließende Masse in einem Leitungssystem. Durch Zuführung von Gas und einem Schaumbildner erfolgt die Schaumbildung beim Ausstoßen aus dem Leitungssystem, so dass beim Austritt die Masse schon so gefestigt ist, dass sie auf Flächen aufgetragen werden kann, auf denen sie dann als zellige, schäumige oder porige Schicht haften bleibt. Das Material kann aus dem Leitungssystem durch Düsen austreten und zur Füllung von Hohlräumen z.B. für Isolierungen gegen Wärme oder Schall eingesetzt werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines Innenausstattungssystem für Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen, das gegenüber dem Stand der Technik zunächst die Herstellung eines Rohmaterials ermöglicht und die spätere Ausformung des gewünschten Produktes erlaubt.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe gelöst, indem auf eine Deckschicht eine Grundschicht aufgebracht wird, die aus einem Polymermaterial und einem Treibmittel besteht. Dieses Treibmittel kann in einem späteren Verfahrensschritt aktiviert werden und dadurch Fluidzellen in der Grundschicht bilden, die dann expandieren und platzen, so dass eine luftdurchlässige Schicht entsteht.

Die Erfindung umfasst ein Verfahren zur Herstellung eines Innenausstattungssystems für Fahrzeuge, wobei eine Innenausstattungsanordnung bereit gestellt wird, die eine Deckschicht und eine an dieser angebrachte Grundschicht aufweist, wobei die Grundschicht ein Polymermaterial und ein Treibmittel enthält; und nachfolgendes Aktivieren des Treibmittels zur Ausbildung von Fluidzellen in der Grundschicht, die expandieren und platzen, so dass die Grundschicht nach dem Aktivierungsschritt eine luftdurchlässige Schicht ist. Mit einem derartigen Verfahren kann die Grundschicht zuerst als luftundurchlässige Schicht ausgebildet werden, die ohne Einsatz mechanischer Mittel in eine luftdurchlässige Schicht umgewandelt wird.

Weiterhin umfasst die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Deckschichtanordnung für Fahrzeuge das Aufbringen einer Grundschicht auf eine Deckschicht, wobei die Grundschicht ein Polymermaterial und ein aktivierbares Treibmittel aufweist. Durch das Aktivieren wird das Treibmittel so ausgebildet, dass Fluidzellen in der Grundschicht erzeugt werden, die expandieren und platzen, so dass die Grundschicht nach der Aktivierung des Treibmittels luftdurchlässig ist.

Weiterhin weist gemäß der Erfindung ein Innenausstattungssystem für Fahrzeuge eine Deckschicht und eine luftdurchlässige Grundschicht auf, die an der Deckschicht angebracht ist. Die Grundschicht weist ein Polymermaterial auf, und ist mit mehreren Poren versehen, die sich durch sie erstrecken, wobei die Poren durch Aktivierung eines Treibmittels der Grundschicht erzeugt werden.

Weiterhin weist gemäß der Erfindung eine Deckschichtanordnung zur Verwendung bei der Herstellung eines Innenausstattungssystems für Fahrzeuge eine luftdurchlässige Deckschicht auf, und eine an der Deckschicht angebrachte Grundschicht. Die Grundschicht weist ein Polymermaterial und ein aktivierbares Treibmittel auf. Beim Aktivieren wird das Treibmittel so ausgebildet, dass Fluidzellen in der Grundschicht erzeugt werden, die sich expandieren und platzen, so dass die Grundschicht nach dem Aktivieren des Treibmittels luftdurchlässig ist.

Zwar werden beispielhafte Erzeugnisse und Beispiele für das Verfahren zur Herstellung der Erzeugnisse gemäß der vorliegenden Erfindung erläutert und beschrieben, jedoch soll hierdurch der Umfang der Erfindung nicht eingeschränkt werden.

Die Erfindung wird nachstehend anhand zeichnerisch dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert, aus welchen weitere Vorteile und Merkmale hervorgehen. Es zeigt:

1 eine schematische Querschnittsansicht eines Innenausstattungssystems gemäß der Erfindung, wobei das System eine Deckschicht aufweist, eine luftdurchlässige Grundschicht, die an der Deckschicht angebracht ist, und eine Vorschicht, die an der Grundschicht angebracht ist;

2 eine schematische Ansicht einer Anordnung zur Herstellung des Innenausstattungssystems gemäß der Erfindung; und

3 eine schematische Querschnittsansicht der Deckschicht und der Grundschicht, die ein Treibmittel enthält, wobei die Grundschicht als luftundurchlässige Schicht vor dem Aktivieren des Treibmittels dargestellt ist.

1 zeigt ein Innenausstattungssystem 10, beispielsweise ein Bodenbelagsystem oder Teppichsystem, das an einem Fahrzeugteil 11 angeordnet werden kann, beispielsweise der Bodenwanne, eines Kraftfahrzeugs. Als zusätzliche Beispiele kann das Innenausstattungssystem 10 ein Dachhimmel sein, ein Aufbewahrungsfach, ein Aufbewahrungsfachdeckel, ein Türfeld, eine Türfeldabdeckung, oder ein anderes Abdeckungs- oder Verkleidungssystem zum Einsatz bei Fahrzeugen.

Das Innenausstattungssystem 10 weist eine Deckschicht 12 und eine luftdurchlässige Grundschicht 14 auf, die an der Deckschicht 12 angebracht ist. Bei der in 1 dargestellten Ausführungsform weist das Innenausstattungssystem 10 weiterhin eine luftdurchlässige Füllschicht 16 auf, die an der Grundschicht 14 angebracht ist.

Zwar kann die Deckschicht 12 aus jeder geeigneten Schicht oder aus jeglichen geeigneten Schichten bestehen, jedoch weist sie bei der in 1 gezeigten Ausführungsform eine luftdurchlässige Teppichschicht 18 auf, die eine Sichtoberfläche 20 aufweist, die dem Fahrzeuginnenraum zugewandt ist, sowie eine verdeckte, rückwärtige Oberfläche 22. Bei der in 1 gezeigten Ausführungsform weist die Teppichschicht 18 Natur- und/oder Kunstfasern 24 auf, beispielsweise getuftete Nylonfasern, die in eine Verstärkung 26 hineingewebt oder auf andere Art und Weise mit dieser verbunden sein können, beispielsweise eine Verstärkung aus porösem, Spunbond-Polyester. Als weiteres Beispiel kann die Teppichschicht 18 Nonwoven-Fasern aufweisen, die eine Verstärkung aufweisen, oder auch nicht.

Die Grundschicht 14 weist ein polymeres Material auf, das als luftdurchlässige Schicht ausgebildet wird, wie dies nachstehend genauer erläutert wird. So besteht beispielsweise bei der in 1 gezeigten Ausführungsform die Grundschicht 14 aus Polyethylen und enthält mehrere Hohlräume oder Poren 27, die sich durch die gesamte Dicke der Grundschicht 14 erstrecken. Zwar kann die Grundschicht 14 jede geeignete Dicke aufweisen, jedoch weist bei einer Ausführungsform der Erfindung die Grundschicht 14 eine Dicke im Bereich von ein bis drei Millimeter auf.

Die in 1 gezeigten Poren 27 weisen unterschiedliche Abmessungen und Formen auf, und sind in unterschiedlichen Abständen voneinander angeordnet. Alternativ können die Poren 27 ähnliche Größen und Formen aufweisen, und können im wesentlichen gleichmäßig voneinander beabstandet angeordnet sein.

Die Füllschicht 16 kann an der Grundschicht 14 auf jede geeignete Art und Weise befestigt sein, beispielsweise durch einen Kleber. Weiterhin kann die Füllschicht 16 jedes geeignete Material enthalten, beispielsweise Schaum und/oder Fasern, so zum Beispiel Natur- und/oder Kunstfasern. Bei der in 1 gezeigten Ausführungsform ist die Füllschicht 16 eine leichte, poröse Schicht, die Kunstfasern aufweist, beispielsweise Polyethylenterephthalatfasern und/oder Baumwollfasern, die mit Bindemittelfasern gemischt sind.

Nunmehr wird unter Bezugnahme auf 2 ein Verfahren gemäß der Erfindung zur Herstellung des Innenausstattungssystems 10 beschrieben. Zwar kann das Innenausstattungssystem 10 unter Verwendung jedes geeigneten Systems hergestellt werden, jedoch zeigt 2 ein Beispiel für ein System für eine Anordnung, beispielsweise eine Fertigungsstraßenanordnung 28, zur Herstellung des Innenausstattungssystems 10. Die Fertigungsstraßenanordnung 28 weist eine Aufbringungsstation 30 für eine Grundschicht auf, eine Schneidstation 32, eine Aktivierungsstation 34, und eine Ausformstation 36. Die Stationen 30 bis 36 können alle am selben Ort angeordnet sein, oder an unterschiedlichen Orten. So kann beispielsweise die Aufbringungsstation 30 an einem ersten Ort angeordnet sein, und können die übrigen Stationen 32 bis 36 an einem zweiten Ort angeordnet sein. Weiterhin kann die Fertigungsstraßenanordnung 28 ein oder mehrere Fördersysteme 37 für den Transport von Bestandteilen in den Stationen 32 bis 36 und/oder zwischen diesen aufweisen.

An der Aufbringungsstation 30 für die Grundschicht wird die Grundschicht 14 auf die Deckschicht 12 aufgebracht, um eine Innenausstattungs- oder Deckschichtanordnung 38 auszubilden, beispielsweise eine Teppichanordnung. Bei der in 2 gezeigten Ausführungsform werden Polymerteilchen, beispielsweise Polyethylen-Pellets 40, mit einem aktivierbaren Treibmittel 42 in einem Extruder 44 gemischt und erwärmt, um eine erwärmte Mischung auszubilden. Die erwärmte Mischung wird dann von dem Extruder 44 zur Ausbildung eines Films 46 extrudiert, der auf die rückwärtige Oberfläche 22 der Deckschicht 12 aufgebracht wird. Bei der in 2 gezeigten Ausführungsform werden der Film 46 und die Deckschicht 12 zwischen Rollen oder Walzen 47 druckbeaufschlagt, so dass der Film 46 die Grundschicht 14 als luftundurchlässige Schicht ausbildet.

Wie nachstehend genauer erläutert wird, ist das Treibmittel 42 so ausgebildet, dass es bei Aktivierung ausgast, um hierdurch Fluidzellen, beispielsweise Luftzellen, in der Grundschicht 14 auszubilden, die sich expandieren und platzen. Beispiele für geeignete Treibmittel umfassen bei mittlerer Temperatur endotherme Treibmittel, beispielsweise HYDROCEROLTM, das von Clariant in Winchester, Virginia bezogen werden kann. Weiterhin kann das Treibmittel 42 jede geeignete Form aufweisen, beispielsweise in Form von Teilchen oder Körnern vorliegen.

Die Deckschichtanordnung 38 kann dann zu einer Rolle aufgerollt werden, die zur Schneidstation 32 transportiert wird. An der Schneidstation 32 kann die Deckschichtanordnung 38 in eine gewünschte Form und gewünschte Abmessungen für einen bestimmten Einsatzzweck oder zur weiteren Verarbeitung geschnitten werden. So kann beispielsweise die Schneidstation 32 ein oder mehrere Schneideinrichtungen 48 aufweisen, beispielsweise eine Schneidklinge oder einen Wasserdüsenstrahl, zum Schneiden der Deckschichtanordnung 38. Alternativ kann der Schneidschritt weggelassen werden, falls er nicht erforderlich ist.

Dann wird, gemäß 1 bis 3, die Deckschichtanordnung 38 zur Aktivierungssstation 34 transportiert, die in 2 gezeigt ist, in welcher das Treibmittel 42 durch eine oder mehrere Aktivierungsvorrichtungen 50 aktiviert werden kann, damit Poren 27 in der Grundschicht 14 ausgebildet werden, wie in 1 gezeigt, um hierdurch die Grundschicht 14 in eine luftdurchlässige Schicht umzuwandeln. Wenn beispielsweise das Treibmittel 42 durch Wärme aktiviert werden kann, kann eine Aktivierungsvorrichtung, oder können mehrere Aktivierungsvorrichtungen 50 als Heizvorrichtungen ausgebildet sein, beispielsweise als mit Heißluft, elektrischem Strom, oder elektromagnetischen Wellen arbeitende Heizvorrichtungen, einschließlich Heizvorrichtungen mit Mikrowellen, Infrarot, und/oder auswählbaren Wellenlängen, die so ausgebildet sind, dass die Grundschicht 14 auf eine Aktivierungstemperatur oder darüber hinaus erwärmt wird, die vorzugsweise oberhalb der Extrusionstemperatur am Extruder 44 liegt. Zwar kann die Aktivierungstemperatur jede geeignete Temperatur sein, jedoch liegt bei einer Ausführungsform der Erfindung die Aktivierungstemperatur im Bereich von 170 bis 185 °C, und spezieller bei etwa 175 °C. Bei der Aktivierungstemperatur oder darüber können Treibmittelteilchen, beispielsweise die in 3 gezeigten Treibmittelkörnchen 51, ausgasen und Fluidzellen bilden, beispielsweise Luftzellen, in der Grundschicht 14, die sich expandieren und platzen, um die in 1 gezeigten Poren 27 zu erzeugen. Bei einer Ausführungsform der Erfindung weisen die Körnchen 51 unterschiedliche Größen und Formen auf, und bildet beim Aktivieren jedes Körnchen 51 eine Pore 27 aus, die sich durch die Gesamtdicke der Grundschicht 14 erstreckt. Bei einer anderen Ausführungsform können die Körnchen 51 ähnliche Größen und Formen aufweisen, und im wesentlichen gleichmäßig beabstandet voneinander angeordnet sein.

Alternativ kann eine Aktivierungsvorrichtung 50, oder können mehrere Aktivierungsvorrichtungen 50, als Ofen zur Erwärmung der Grundschicht 14 zum Aktivieren des Treibmittels 42 ausgebildet sein. Als weiteres Beispiel, wenn das Treibmittel 42 durch Licht aktiviert werden kann, kann eine der Aktivierungsvorrichtungen, oder können mehrere Aktivierungsvorrichtungen 50, als Ultraviolettlichtquellen ausgebildet sein, beispielsweise Lampen, welche die Grundschicht 14 Ultraviolettlicht aussetzen, um das Treibmittel 42 zu aktivieren. Weiterhin kann eine Aktivierungsvorrichtung, oder können mehrere Aktivierungsvorrichtungen 50, als Laserlichtquelle zum Aktivieren des Treibmittels 42 ausgebildet sein. Als weiteres Beispiel, kann eine der Aktivierungsvorrichtungen 50, oder können mehrere Aktivierungsvorrichtungen 50, so ausgebildet sein, dass ein Aktivierungsmittel, beispielsweise ein Katalysator oder ein Reaktionsmittel, auf die Grundschicht 14 aufgebracht wird, um das Treibmittel 42 zu aktivieren, oder die Aktivierung durch andere Einrichtungen zu beschleunigen oder zu erleichtern. So kann beispielsweise eine Aktivierungsvorrichtung, oder können mehrere Aktivierungsvorrichtungen 50, ein Material wie beispielsweise Kohlenstoffruß auf die Grundschicht 14 aufbringen, so dass die Grundschicht 14 stärker elektromagnetische Strahlung absorbiert, die von einer oder mehreren Aktivierungsvorrichtungen 50 zugeführt wird.

Sobald es auf die jeweilige Art und Weise aktiviert wurde, kann das Treibmittel 42 so ausgebildet werden, dass es Fluidzellen bildet, die sich expandieren und platzen, um Poren 27 auszubilden. Nach dem Aktivierungsschritt kann jedoch ein gewisser Anteil oder eine gewisse Menge des Treibmittels 42 unaktiviert bleiben.

Dann kann, wie in 2 gezeigt, die Deckschichtanordnung 38 mit der luftdurchlässigen Grundschicht 14 zur Formgebungsstation 36 transportiert werden, in welcher die Deckschichtanordnung 38 zu einer gewünschten Form ausgeformt werden kann, um die Innenausstattungsanordnung 10 auszubilden. Bei der in 2 gezeigten Ausführungsform weist die Formgebungsstation 36 eine Form 52 mit einem ersten und zweiten Formabschnitt 54 bzw. 56 auf, die jeweils eine nicht-ebene Formoberfläche aufweist. Die Form 52 kann zwischen einer in 2 gezeigten, offenen Position und einer (nicht gezeigten) geschlossenen Position bewegt werden, um die Deckschichtanordnung 38 zu einer dreidimensional ausgeformten Form zusammenzudrücken und in Form zu bringen. Alternativ kann zumindest einer der Formabschnitte 54 und 56 eine ebene Formoberfläche aufweisen.

Ein oder mehrere zusätzliche Schichten, beispielsweise eine Füllschicht 16, können ebenfalls zwischen den Formabschnitten 54 und 56 angeordnet werden, so dass die zusätzlichen Schichten mit der Deckschichtanordnung 48 zusammen ausgeformt und an dieser angebracht werden. So kann beispielsweise die Füllschicht 16, und/oder andere Schichten, an der Deckschichtanordnung 38 während des Formgebungsvorgangs angebracht werden, beispielsweise mit einem Kleber. Alternativ können die Füllschicht 16 und/oder andere, zusätzliche Schichten an der Deckschichtanordnung 38 vor dem Anordnen der Deckschichtanordnung 38 zwischen den Formabschnitten 54 und 56 angebracht werden.

Bei der in 2 gezeigten Ausführungsform weist die Füllschicht 16 eine ebene Form auf, wenn sie ursprünglich zwischen den Formabschnitten 54 und 56 angeordnet wird. Alternativ kann die Füllschicht 16 und/oder andere, zusätzliche Schichten in einem getrennten Formgebungsvorgang ausgeformt werden, so dass jede der zusätzlichen Schichten eine dreidimensional ausgeformte Form aufweist, beispielsweise eine Form entsprechend den Formoberflächen der Formabschnitte 54 und 56, vor dem Anordnen einer derartigen Schicht oder derartiger Schichten zwischen den Formabschnitten 54 und 56.

Wenn zusätzliche Erwärmung vor dem Ausformen der Deckschichtanordnung 38 und irgendwelcher zusätzlicher Schichten erforderlich ist, beispielsweise der Füllschicht 16, in der Form 52, kann eine Vorwärmung in einem Ofen, oder durch irgendeine andere geeignete Vorrichtung, der Deckschichtanordnung 38 und/oder irgendwelcher zusätzlicher Schichten vorgenommen werden. Weiterhin kann zumindest einer der Formabschnitte 54 und 56 gekühlt werden, um das Ausformen der Deckschichtanordnung 38 und irgendwelcher zusätzlicher Schichten zu erleichtern.

Zwar sind in 2 die Aktivierungsstation 34 und die Formgebungsstation 36 als getrennte Stationen dargestellt, jedoch kann die Formgebungsstation 36 auch so ausgebildet sein, dass sie das Treibmittel 42 aktiviert, zusätzlich dazu, dass sie die Deckschichtanordnung 38 ausformt. Wenn beispielsweise das Treibmittel 42 durch Licht aktiviert werden kann, kann zumindest einer der Formabschnitte 54 und 56 eine oder mehrere Ultraviolettlichtquellen aufweisen, welche die Grundschicht 14 mit Ultraviolettlicht bestrahlen, um das Treibmittel 42 zu aktivieren. Als weiteres Beispiel kann die Form 52 so ausgebildet sein, dass sie ein Aktivierungsmittel auf die Grundschicht 14 zum Aktivieren des Treibmittels 42 aufsprüht oder auf andere Art und Weise aufbringt.

Als weitere Alternative kann das Treibmittel 42 zum selben Zeitpunkt aktiviert werden, an welchem die Grundschicht 14 auf die Deckschicht 12 aufgebracht wird. So können beispielsweise eine oder mehrere Aktivierungsvorrichtungen 50 an der Aufbringungsstation 30 für die Grundschicht angeordnet sein, so dass das Treibmittel 42 erwärmt oder auf andere Art und Weise aktiviert werden kann, während die Grundschicht 14 auf die Deckschicht 12 aufgebracht wird, oder unmittelbar nach dem Aufbringen der Grundschicht 14. Als weiteres Beispiel kann, wenn das Treibmittel 42 durch Wärme aktiviert werden kann, der Film 46 bei einer Extrusionstemperatur extrudiert werden, die oberhalb der Aktivierungstemperatur des Treibmittels 42 liegt, so dass die Grundschicht 14 als luftdurchlässige Schicht auf der Deckschicht 12 ausgebildet wird. So kann beispielsweise der Film 46 bei einer Temperatur im Bereich von 200 bis 225 °C extrudiert werden.

Gemäß der Erfindung kann das gesamte Innenausstattungssystem 10 als luftdurchlässiges System ausgebildet sein. So kann beispielsweise das Innenausstattungssystem 10 als luftdurchlässiges Bodenbelagssystem oder Teppichsystem ausgebildet sein, das so ausgebildet ist, das die Schallschluckeigenschaften maximiert werden. Während jede Schicht des Innenausstattungssystems 10 eine geeignete Luftdurchlässigkeit aufweisen kann, weist bei einer Ausführungsform der Erfindung die Deckschicht 12 einen Luftflusswiderstand im Bereich von 0 bis 500 mks Rayls auf, die Grundschicht 14 einen Luftwiderstand im Bereich von 2500 bis 100000 mks Rayls, die Füllschicht 16 einen Luftflusswiderstand im Bereich von 0 bis 500 mks Rayls, und das gesamte Innenausstattungssystem einen Luftflusswiderstand im Bereich von 2500 bis 10000 mks Rayls. Alternativ kann das Innenausstattungssystem 10 eine oder mehrere luftundurchlässige Schichten aufweisen, die an der luftdurchlässigen Grundschicht 14 oder einem anderen Bestandteil des Innenausstattungssystems 10 angebracht sind. Bei jeder der voranstehend geschilderten Ausbildungen kann die Grundschicht 14 zunächst als luftundurchlässige Schicht hergestellt werden, die in eine luftdurchlässige Schicht durch das voranstehend im einzelnen beschriebene Verfahren umgewandelt wird.

Weiterhin kann die Luftdurchlässigkeit der Grundschicht 14 dadurch gesteuert werden, dass die Menge an Treibmittel gesteuert wird, die der Grundschicht 14 hinzugefügt wird, und/oder das Ausmaß der Aktivierung des Treibmittels. Dies führt dazu, dass die Grundschicht 14 so hergestellt werden kann, dass sie jeden geeigneten Luftflusswiderstand aufweist.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung eines Innenausstattungssystems (10) für Fahrzeuge mit folgenden Schritten:

    Bereitstellung einer Innenausstattungsanordnung (10), die eine Deckschicht (12) und eine an der Deckschicht (12) angebrachte Grundschicht (14) aufweist, wobei die Grundschicht (14) ein Polymermaterial (40) und ein Treibmittel (42) aufweist und vor einem Aktivierungsschritt eine luftundurchlässige Schicht ist; und

    nachfolgendes Aktivieren des Treibmittels (42) zur Ausbildung von Fluidzellen in der Grundschicht (14), die expandieren und platzen, so dass nach dem Aktivierungsschritt die Grundschicht (14) eine luftdurchlässige Schicht ist.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymermaterial (40) Polyethylen enthält.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktivierungsschritt die Erwärmung der Grundschicht (14) umfasst.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktivierungsschritt das Einbringen eines Reaktionsmittels in die Grundschicht umfasst.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine poröse Füllschicht (16) an der Grundschicht angebracht wird.
  6. Verfahren zur Herstellung einer Deckschichtanordnung (38) für Fahrzeuge mit folgenden Schritten:

    Aufbringen einer Grundschicht (14) auf eine Deckschicht (12), wobei die Grundschicht (14) ein Polymermaterial (40) und ein aktivierbares Treibmittel (42) aufweist, wobei ein Aktivierungsschritt nach dem Aufbringungsschritt durchgeführt wird, wobei durch die Aktivierung das Treibmittel (42) so aktiviert wird, dass es Fluidzellen in der Grundschicht (14) erzeugt, die expandieren und platzen, so dass die Grundschicht (14) nach dem Aktivieren des Treibmittels (42) luftdurchlässig ist.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymermaterial (40) Polyethylen enthält.
  8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (12) Fasern (24) enthält.
  9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufbringungsschritt umfasst, eine Mischung aus Polyethylen-Pellets (40) und dem Treibmittel (42) zu erwärmen, um eine erwärmte Mischung zu erzeugen, die Mischung zur Ausbildung eines Films (46) zu extrudieren, und den Film (46) auf eine rückwärtige Oberfläche (22) der Deckschicht (12) aufzubringen, wobei der Film (46) die Grundschicht (14) ausbildet.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Treibmittel (42) aktiviert werden kann, wenn es auf oberhalb einer Aktivierungstemperatur erwärmt wird, und der Schritt der Erwärmung einer Mischung aus Polyethylen-Pellets (40) und des Treibmittels (42) so durchgeführt wird, dass die erwärmte Mischung auf eine Temperatur oberhalb der Aktivierungstemperatur erwärmt wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Treibmittel (42) so aktiviert wird, dass die Grundschicht (14) nach dem Aktivierungsschritt luftdurchlässig ist.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufbringungsschritt so durchgeführt wird, dass die Grundschicht (14) vor dem Aktivierungsschritt eine luftundurchlässige Schicht ist.
  13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktivierungsschritt und der Aufbringungsschritt gleichzeitig durchgeführt werden.
  14. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktivierungsschritt die Erwärmung der Grundschicht (14) umfasst.
  15. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktivierungsschritt das Einbringen eines Aktivierungsmittels (42) auf die Grundschicht (14) umfasst.
  16. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktivierungsschritt umfasst, die Grundschicht (14) Ultraviolettlicht auszusetzen.
  17. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine poröse Füllschicht (16) an der Grundschicht (14) angebracht wird.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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