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Dokumentenidentifikation DE102004041898A1 09.03.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Diagnose bei Servicesystemen für technische Anlagen
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Schriek, Uwe, 10625 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 30.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004041898
Offenlegungstag 09.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.03.2006
IPC-Hauptklasse G05B 23/02(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse G01R 31/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61B 19/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      G06F 19/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      G06F 11/22(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung (18) zur automatischen Fehlerdiagnose für ein System, das mehrere Komponenten (K) umfasst. Dabei wird eine Fehlermeldung erfasst. Dieser Fehlermeldung werden ein Ortsstempel und/oder ein Zeitstempel zugeordnet. Die Fehlerdiagnose erfolgt automatisch, indem geprüft wird, ob dieselbe Fehlerdiagnose zutrifft, die für einen Fehler zumindest einer weiteren Komponente (Kn) mit demselben oder einem ähnlichen Ortsstempel und/oder mit demselben oder einem ähnlichen Zeitstempel gilt. Falls ja, kann die Diagnose auf den aktuellen Fall übertragen werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur erweiterten und verbesserten Diagnose, insbesondere zur Fehlerdiagnose, bei Service Systemen für technische Anlagen.

Bei komplexen technischen Anlagen, die aus mehreren Komponenten bestehen und an verschiedenen Standorten positioniert sein können, werden Service Systeme eingesetzt, um ein möglichst fehlerfreies Funktionieren der Anlage gewährleisten zu können.

Eine technische Anlage kann in der Terminologie dieser Erfindung beispielsweise eine Energieversorgungsanlage, z.B. eine Hochspannungsanlage sein, die aus mehreren, teilweise unterschiedlichen Komponenten (Schaltanlagen, Transformatoren, Leitungen etc.) besteht.

Ein anderes Anwendungsgebiet der Erfindung ist der medizinisch-klinische Bereich. Bei der Überwachung, Wartung und/oder dem Service eines medizinischen Systems, das mehrere Komponenten aufweist, wie z.B. bildgebende Geräte (Röntgen, CT, Ultraschall etc.), PCs, Drucker, Leitungen zur Datenübertragung etc., kann das erfindungsgemäße Verfahren ebenfalls zur Fehlerdiagnose einer Komponente angewendet werden.

Weitere Anwendungsgebiete sind in allen komplexen, technischen Anlagen zu sehen, für deren Komponenten eine Analyse, insbesondere eine Fehlerdiagnose oder eine Suche durchgeführt werden muss. Dabei können die einzelnen Komponenten möglicherweise räumlich voneinander entfernt sein oder unterschiedlichen Geräteklassen angehören.

Grundsätzlich sollte im Fehlerfall sichergestellt sein, dass die Fehlerdiagnose möglichst schnell erfolgt, um die Quelle des Fehlers in minimaler Zeit beheben zu können.

Bei bisherigen Service- oder Wartungssystemen aus dem Stand der Technik, werden für diesen Zweck Informationen mitgeführt und vom System verarbeitet, die mit dem konkret fehlerhaften Gerät (und einer möglichen Fehlerquelle) verknüpft sind.

Diese Informationen betreffen jedoch lediglich komponentenspezifische Daten, wie beispielsweise das Auftreten von Fehlern der betreffenden Komponente in der Vergangenheit, die Art der Komponente, typischerweise existierende Fehlerquellen für diese Komponente in der Vergangenheit etc.

Das übliche Vorgehen eines Servicetechnikers bei einem bekannten Servicesystem für z.B. eine Energieverteilungsanlage aus dem Stand der Technik besteht also darin, dass für die Fehlersuche der fehlerhaften Komponente X eine Datenbank abgefragt wird, die gesammelte Fehlermeldungen und zugehörige Diagnosen für die Klasse von Komponenten der Art X enthält. Die dort erhaltenen Diagnosen werden für die aktuelle Fehlermeldung bei der Komponente X auf Gültigkeit analysiert.

Der Servicetechniker hat jedoch bei dem bisherigen Vorgehen keine Möglichkeiten, umgebungsspezifische Informationen zu sammeln. Der Sachverhalt, dass z.B. andersartige Komponenten in der näheren Umgebung gelegentlich ebenfalls Fehlfunktionen zeigen und alle Komponenten, einschließlich der zu diagnostizierenden Komponente, nur durch äußere, regional bedingte Einflüsse, beispielsweise durch Flugfunk, gestört sind, kann mit dem bekannten Verfahren nicht erfasst werden.

Die vorliegende Erfindung hat sich deshalb zur Aufgabe gestellt, einen Weg aufzuzeigen, mit dem die Qualität einer Fehlerdiagnose und/oder -Suche gesteigert werden kann und mit dem auch Fehlerfälle verschiedener Komponenten einer Anlage an verschiedenen Standorten miteinander in Beziehung gesetzt werden können.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren und eine Vorrichtung gemäß den beiliegenden Hauptansprüchen gelöst.

Eine Aufgabenlösung gemäß dem nebengeordneten Verfahrensanspruch sieht ein Verfahren vor, das zur Diagnose, insbesondere zur Fehlerdiagnose, für ein Servicesystem für eine mehrere Komponenten umfassende technische Anlage ausgelegt ist und folgende Schritte umfasst:

  • – Erfassen einer Fehlermeldung einer Komponente der Anlage, Zuordnen eines Zeitstempels zu der erfassten Fehlermeldung und/oder zu dem Fehler, und/oder
  • – Zuordnen eines Ortsstempels zu der erfassten Fehlermeldung und/oder zu der fehlerhaften Komponente,
  • – Fehlerdiagnose für die erfasste Fehlermeldung der fehlerhaften Komponente der Anlage, indem überprüft wird, ob dieselbe Fehlerdiagnose zutrifft, die für einen Fehler einer weiteren Komponente mit übereinstimmendem Ortsstempel und/oder Zeitstempel gilt.

Weiterhin wird die Aufgabe gelöst durch ein Service System für eine mehrere Komponenten umfassende technische Anlage unter Durchführung eines Verfahrens mit den vor- und nachstehend genannten Merkmalen.

Die Erfindung beruht also auf dem Konzept, dass bei einer Fehlersuche für eine als fehlerhaft erkannt Komponente nicht nur gerätespezifische Fehlerquellen gesucht und analysiert werden, sondern auch Fehlerquellen, die unabhängig von der aktuellen Komponente sind. Dies können z.B. Fehler sein, die sich aufgrund der räumlichen Position der Komponente in der Anlage ergeben oder Fehler, die aufgrund des zeitlichen Auftretens eines äußeren Einflusses resultieren, beispielsweise der typischen Entwicklung der Außentemperatur im Laufe eines Tages.

Der Grad der erforderlichen Übereinstimmung zwischen den zu vergleichenden Orts- und/oder Zeitstempeln ist erfindungsgemäß einstellbar. In der bevorzugten Ausführungsform werden die Fehlermeldungen mit zugehörigen Fehlerquellen analysiert, die entweder exakt denselben Stempel oder einen ähnlichen Stempel haben. Der Grad der Ähnlichkeit ist wiederum – abhängig von der Art und Größe der Anlage – konfigurierbar. Werden erfindungsgemäß noch weitere Stempel, etwa für spezifische Parameter des Gerätes, zugeordnet, so ist auch der Grad der Übereinstimmung zwischen diesem Stempel einstellbar.

Üblicherweise handelt es sich bei der erfindungsgemäßen Lösung um ein zweischichtiges Modell: die erste Schicht betrifft die übliche gerätespezifische Fehlerdiagnose, wie bei bekannten Fehlerdiagnosesystemen; die zweite Schicht betrifft Informationen auf einer Meta-Ebene. Hier werden Informationen über die Fehlerdiagnose wiederum zur Fehlerdiagnose herangezogen. Diese Meta-Informationen sind allerdings nicht – wie im Stand der Technik – nur auf die jeweilige fehlerhafte Komponente oder auf gleichartige Komponenten bezogen, sondern betreffen auch weitere andersartige Komponenten der technischen Anlage, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Erfindungsgemäß können die beiden Schichten parallel und/oder sequentiell abgearbeitet werden. Insgesamt ergibt sich eine neue Topologie und Metrik in einem Darstellungsraum für Gerätefehler, die Ort und/oder Zeit des Auftretens von Fehlern berücksichtigt.

Erfindungsgemäß werden auch Geräte oder Komponenten unterschiedlicher Art in Bezug auf die Fehlerdiagnose in Beziehung zueinander gesetzt, die räumlich im näheren Umfeld zur fehlerhaften Komponente liegen.

Das heißt, es wird für jede Fehlermeldung und/oder für jede fehlerhafte Komponente eine Ortsposition erfasst. Diese Ortsposition wird als Meta-Information verwendet. Soll ein Fehler einer Komponente untersucht werden, so wird erfindungsgemäß geprüft, ob nicht dieselbe Fehlerquelle vorliegt, wie bei einer Komponente mit gleicher oder ähnlicher Ortsposition. Damit kann eine regionale Häufung bestimmter Fehler von teilweise unterschiedlichen Komponenten berücksichtigt und zur Diagnose herangezogen werden.

Doch die Ortsposition ist nicht die Einzige Meta-Information, die für die erfindungsgemäße Diagnose herangezogen wird. Darüber hinaus wird vom System zusätzlich oder alternativ das zeitliche Auftretens eines Fehlers und/oder einer Fehlermeldung erfasst. Jeder Fehler und/oder jede Fehlermeldung erhalten einen Zeitstempel. Der Zeitstempel kann zusätzlich als Meta-Information verwendet werden. Soll ein Fehler einer Komponente untersucht werden, so wird erfindungsgemäß geprüft, ob nicht dieselbe Fehlerquelle vorliegt, wie bei einer Komponente mit gleichem oder ähnlichem Zeitstempel, beispielsweise gleiche Tageszeit oder gleicher Wochentag. Damit kann eine zeitliche Häufung bestimmter Fehler von teilweise unterschiedlichen Komponenten berücksichtigt und zur Diagnose herangezogen werden.

Abhängig von der Art des zu überwachenden Systems ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Grad der Übereinstimmung hinsichtlich der Meta-Information, insbesondere hinsichtlich der Ortsposition bzw. des Ortsstempels und/oder hinsichtlich des Zeitstempels voreingestellt werden kann. Damit können spezifische Bedingungen der technischen Anlage berücksichtigt werden. So ist bei einer Hochspannungsanlage der Kreis der Komponenten mit ähnlichem Ortsstempel deutlich größer zu ziehen, als z.B. bei einem aus PC, Drucker und Bildschirm bestehenden Computernetzwerk.

Grundsätzlich werden alle Fehlermeldungen aller Komponenten erfasst und gespeichert. Alternativ ist es jedoch auch möglich, hier einen Selektionsvorgang auszuführen, bei dem nur relevante Fehlermeldungen gespeichert werden, die auch als sinnvolle Information für spätere Fehlermeldungen bzw. Diagnosen verwendet werden können.

Üblicherweise beziehen sich die Meta-Informationen auf bereits diagnostizierte Fehlermeldungen. Damit wird die Fehlerdiagnose durchgeführt, indem überprüft wird, ob ein bereits diagnostizierter Fehler einer weiteren Komponente mit gleichem oder ähnlichem Zeit- und/oder Ortsstempel vorliegt. Falls ja, kann die bereits existierende Diagnose auf den aktuellen Fall übertragen werden.

Bei komplexen großen technischen Anlagen kann es zu relativ vielen Fehlermeldungen pro Zeiteinheit kommen, so dass auch eine Fehlermeldung ungelöst bzw. noch nicht diagnostiziert ist, während bereits weitere Fehlermeldungen eintreffen. In diesem Fall sind die in Bezug gesetzten Fehlermeldungen weiterer Komponenten ebenfalls noch nicht diagnostiziert. Für die Fehlerdiagnose kann aber jetzt zusätzlich nach Kriterien gesucht werden, die alle Komponenten betreffen. Damit wird die Suche nach dem Fehler eingeschränkt und kann beschleunigt werden.

Ein wichtiger Aspekt der vorliegenden Erfindung ist darin zu sehen, dass die Komponenten der Anlage von unterschiedlicher Art, Bauweise und/oder Funktion sein können. Bei einer Hochspannungsschaltanlage können also z.B. Komponenten, die die Energiezufuhr und/oder -abfuhr betreffen in Beziehung gesetzt werden zu Schaltungskomponenten und/oder Transformatoren, obwohl diese Komponenten ein völlig unterschiedliches Geräteprofil haben und sich in Art und Funktion unterscheiden. Bei bisherigen Datenbanken nach dem Stand der Technik konnten komponenten-unabhängige Fehlermeldungen und zugehörige Diagnosen bisher nicht in Relation gesetzt werden. Liegen diese fehlerhaften Komponenten aber räumlich nahe zusammen, so können Fehler schnell und einfach diagnostiziert werden, die sich z.B. durch transiente Überspannungen ergeben, die ihrerseits durch elektromagnetische Störstrahlungen hervorgerufen werden können, die sich durch die Leiter fortsetzen.

In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden neben dem Ortsstempel und dem Zeitstempel noch weitere Meta-Informationen genutzt. So werden insbesondere alle wichtigen oder ausgewählten Parameter, sogenannte spezifische Parameter der jeweiligen Komponente erfasst. Dies erfolgt für alle Komponenten der Anlage. Die Fehlerdiagnose erfolgt dann, indem überprüft wird, ob dieselbe Fehlerdiagnose zutrifft, die für einen Fehler einer weiteren Komponente mit demselben oder einem ähnlichen spezifischen Parameter gilt. Mit diesem Mechanismus werden z.B. Diagnosefälle abgedeckt, die darauf beruhen, dass bei gleichen Geräten häufig ähnliche Fehler auftreten.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass die jeweiligen Klassen von Meta-Informationen untereinander in Beziehung gesetzt werden. Damit erfolgt die Fehlerdiagnose, indem der Zeitstempel, der Ortsstempel und gegebenenfalls weitere spezifische Parameter der Komponente bzw. der Komponenten in Relation zueinander gesetzt werden.

Je nach Größe des Systems kann es sein, dass die erfindungsgemäß untersuchte(n) weitere(n) Komponente(n) mit demselben oder einem ähnlichen Ortsstempel und die weitere(n) Komponente(n) mit demselben oder einem ähnlichen Zeitstempel übereinstimmen oder, dass sie unterschiedliche Komponenten betreffen.

In der bevorzugten Ausführungsform greift das Verfahren auf ein Datenbank- und/oder auf ein Expertensystem zu. Die generierten Diagnosen werden gespeichert.

Üblicherweise ist der Fehler der weiteren Komponente(n) ein bereits diagnostizierter Fehler. Dann wird geprüft, ob die für diese weiteren Komponenten geltende Fehlerquelle möglicherweise auch auf die zu diagnostizierende Komponente zutrifft. Es ist jedoch auch möglich, dass der Fehler der weiteren Komponente ein noch nicht diagnostizierter Fehler ist. Dann wird erfindungsgemäß geprüft, ob der weitere Fehler und der aktuelle, zu diagnostizierende Fehler möglicherweise eine übereinstimmende Fehlerquelle haben.

Vorteilhafterweise bietet die erfindungsgemäße Lösung die Flexibilität, dass für die Fehlerdiagnose eine beliebige Anzahl von Komponenten analysiert werden kann, die vordefinierte Bedingungen erfüllen, z.B. denselben Zeit- und/oder Ortsstempel haben. Es können also alle oder ausgewählte Komponenten untersucht werden, die einen ähnlichen Ortsstempel und alle oder ausgewählte Komponenten untersucht werden, die einen ähnlichen Zeitstempel aufweisen. Weiterhin kann einstellbar sein, wie viele Komponenten maximal analysiert werden sollen, um die Dauer der Diagnose variieren zu können.

Die vorstehend beschriebenen, erfindungsgemäßen Ausführungsformen des Verfahren können auch als Computerprogrammprodukt ausgebildet sein, mit einem von einem Computer lesbaren Medium und mit einem Computerprogramm und zugehörigen Programmcode-Mitteln, wobei der Computer nach Laden des Computerprogramms zur Durchführung des oben beschriebenen, erfindungsgemäßen Verfahrens veranlasst wird.

Eine alternative Aufgabenlösung sieht ein Speichermedium vor, das zur Speicherung des vorstehend beschriebenen, computerimplementierten Verfahrens bestimmt ist und von einem Computer lesbar ist.

Zusätzliche, vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

In der folgenden detaillierten Figurenbeschreibung werden nicht einschränkend zu verstehende Ausführungsbeispiele mit deren Merkmalen und weiteren Vorteilen anhand der Zeichnung besprochen. In dieser zeigen:

1 Ein Ablaufdiagramm gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung,

2 eine übersichtsartige Darstellung von wesentlichen Modulen gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.

Die nachstehende detaillierte Figurenbeschreibung bezieht sich vorwiegend auf die lediglich beispielhafte Anwendung der Erfindung auf das Gebiet der Energieversorgungsanlagen. Es sei jedoch an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass auch alle anderen verteilten, mehrkomponentigen, technischen Anlagen Grundlage für die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens sein können.

In Zusammenhang mit 1 wird im Folgenden ein grundlegender Ablauf gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beschrieben.

Eine komplexe technische Anlage 10 besteht aus mehreren unterschiedlichen Komponenten K1, K2, K3,... Ki, mit i von 1 bis j. Die Komponenten K sind Geräte oder Gerätemodule der Anlage 10 und können teilweise gleichen oder unterschiedlichen Geräteklassen angehören. Die Komponenten K können z.B. Schaltanlagen, Transformatoren oder Leitungsmodule sein und damit andere gerätespezifische Parameter aufweisen.

Erweist sich eine Komponente K als defekt, so wird das dem Servicesystem gemeldet und die zugehörige Meldung wird als Fehlermeldung erfasst. Für diese Fehlermeldung werden ein Zeitstempel und ein Ortsstempel vergeben, wobei der Stempel jeweils den Zeitpunkt des Fehlers bzw. die Position der Komponente K definiert. Dieses Vorgehen erfolgt für alle Komponente K der Anlage 10 und/oder für alle Fehlermeldungen der Anlage 10.

Der Zeitstempel und der Ortsstempel sind Meta-Informationen, die die erfindungsgemäße Lösung zur automatischen Generierung einer Diagnose verwendet.

Ist nun eine Diagnose für eine Komponente K zu erstellen, so wird erfindungsgemäß überprüft, ob Diagnosen für weitere Komponente Kn mit einem ähnlichen Zeit- und/oder Ortsstempel existieren. Hier ist darauf hinzuweisen, dass diese weiteren Komponenten Kn nicht notwendigerweise derselben Geräteklasse angehören müssen. Bejahendenfalls werden die Fehlermeldungen und die zugehörigen Diagnosen analysiert, ob sie auch auf den aktuellen Fall der Komponente K zutreffen könnten. Falls ja, kann die Diagnose sozusagen 1:1 (von der Komponente Kn auf die Komponente K) auf den aktuellen Fall übertragen werden. Andernfalls wird auf alternative Mechanismen zur Diagnose zurückgegriffen.

Vorzugsweise wird die Diagnose automatisch generiert und im Servicesystem abgespeichert, um für spätere Fehlermeldungen anderer Komponente K zur Verfügung zu stehen.

Je nach Größe und Art der Anlage 10 werden die zur Diagnose analysierten weiteren Komponenten Kn sich in ihrer Anzahl unterscheiden. Bei einer engmaschig vernetzten Anlage 10 ist es wahrscheinlich, dass mehrere weitere Komponenten Kn gefunden werden, die den gleichen oder einen ähnlichen Ortsstempel haben. Besteht die Anlage 10 aus sehr vielen, auch zeitgleich aktiven Komponenten K, dann ist es wahrscheinlich, dass auch mehrere, weitere Komponenten Kn gefunden werden, die denselben oder einen ähnlichen Zeitstempel haben, die also nahezu zur selben Zeit defekt geworden sind. All die gefundenen weiteren Komponenten Kn (mit übereinstimmendem Zeit- und/oder Ortsstempel und/oder mit übereinstimmenden sonstigen Parametern) werden zur automatischen Diagnose herangezogen.

Grundsätzlich betrifft das Verfahren eine Diagnose von Fehlern bzw. defekten Komponenten K. Es ist jedoch ebenso auf die Diagnose bzw. Suche nach bestimmten Ereignissen anwendbar. Beispielsweise kann es gewünscht sein, die Ursache eines Ereignisses (z.B. einer wiederholten Meldung) einer Komponente K in einer Anlage 10 zu finden. Dieses Ereignis muss nicht notwendigerweise ein Fehler sein.

Üblicherweise wird der Zeitstempel zu der erfassten Fehlermeldung zugewiesen, da diese nahezu zeitgleich mit dem Auftreten des Fehlers erfolgt. Es ist jedoch auch möglich, dass der Zeitstempel in einem ersten Schritt der Fehlermeldung zugewiesen wird, da zu diesem Zeitpunkt der Fehler noch nicht feststeht. Erst in einem zweiten Schritt wird dann ein zurückgerechneter Zeitstempel für den Fehler zugeordnet.

In der bevorzugten Ausführungsform wird der Ortsstempel der fehlerhaften Komponente K zugeordnet. Falls aber die Komponente K, die den Fehler erfasst und die fehlerhafte Komponente K auseinander fallen, und zu einem anfänglichen Zeitpunkt noch nicht feststeht, wo die eigentlich fehlerhafte Komponente K liegt, dann kann der Ortstempel ebenso in einem ersten Schritt der Fehlermeldung und erst später der fehlerhaften Komponente zugeordnet werden.

Im Folgenden werden unter Verweis auf 2 die wesentlichen Bauteile gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beschrieben.

Eine Vorrichtung 18 umfasst ein Erfassungsmodul 12, ein Zuordnungsmodul 14 und ein Diagnosemodul 16. Alle Module 12, 14, 16 stehen in Datenaustausch. Weiterhin ist jede Komponente K der Anlage 10 datentechnisch mit der Vorrichtung 18 verbunden. Die Vorrichtung 18 kann auf ein Wissensmanagementsystem 20 zugreifen, das insbesondere eine Datenbank und/oder ein Expertensystem sein kann. Erfindungsgemäß erfolgt der Zugriff auf das Datenbank- und/oder Expertensystem 20 nur von der Vorrichtung 18 aus und nicht direkt von den Komponente K der Anlage 10. Im Stand der Technik stand jede Komponente K bzw. die Anlage 10 als solches in direktem Kontakt mit der Datenbank 20. Durch den erfindungsgemäß nur mittelbaren Zugriff der Komponente K auf die Datenbank 20 kann sichergestellt werden, dass auch tatsächlich alle Meta-Informationen und Diagnosen gespeichert werden, da die Vorrichtung 18 ein automatisches Speichern der Diagnosen vorsieht.

In der bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Verfahren sowohl einen Ortsstempel als auch einen Zeitstempel vergibt und diese beiden Stempel für die automatische Diagnose verwendet. In alternativen Ausführungsformen kann auch nur der Zeitstempel oder nur der Ortsstempel zur automatischen Diagnose verwendet werden. Je nach Art der zu prüfenden Anlage 10 ist dies von einem Administrator konfigurierbar.

Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass auch nicht gerätespezifische Größen bei der Diagnose berücksichtigt werden können.

Wird der Orts- und/oder der Zeitstempel verwendet, so kann die Fehlerdiagnose beschleunigt werden. Ist das Anwendungsgebiet des Verfahrens z.B. die technische Wartung einer Energieversorgungsanlage oder eines Gesundheitsverwaltungssystems, so können schnell und einfach Fehler erkannt werden, die Störungen der Anlage 10 betreffen, die aufgrund von Flugfunk verursacht sind. Dies war bisher nicht möglich, da umgebungsspezifische Parameter nicht berücksichtigt werden konnten.

Das System legt einem Ähnlichkeitsvergleich eine Metrik zugrunde, die einen oder mehrerer der Parameter der Meta-Information mit einbezieht.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Diagnose, insbesondere zur Fehlerdiagnose, in einem Servicesystem für eine oder mehrere technische Anlagen (10), die jeweils mehrere Komponenten (K) gleicher oder ähnlicher Art aufweisen, umfassend folgende Schritte:

    – Erfassen einer Fehlermeldung einer Komponente (K) der Anlage (10),

    – Zuordnen eines Zeitstempels zu der erfassten Fehlermeldung und/oder zu dem Fehler, und/oder

    – Zuordnen eines Ortsstempels zu der erfassten Fehlermeldung und/oder zu der fehlerhaften Komponente (K),

    – Fehlerdiagnose für die erfasste Fehlermeldung der Komponente (K) der Anlage (10), indem überprüft wird, ob dieselbe oder eine ähnliche Fehlermeldung für einen Fehler zumindest einer weiteren Komponente (Kn) mit demselben oder einem ähnlichen Ortsstempel und/oder mit demselben oder einem ähnlichen Zeitstempel vorliegt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren folgenden Schritt umfasst:

    – Erfassen von zumindest einem spezifischen Parameter der Komponente (K) in Verbindung mit dem gemeldeten Fehler; und, dass die Fehlerdiagnose erfolgt, indem überprüft wird, ob dieselbe Fehlerdiagnose zutrifft, die für einen Fehler einer weiteren Komponente (Kn) mit demselben oder einem ähnlichen spezifischen Parameter gilt.
  3. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fehlerdiagnose erfolgt, indem der Zeitstempel, der Ortsstempel und gegebenenfalls weitere spezifische Parameter der Komponente in Relation zueinander gesetzt werden.
  4. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Komponente (Kn) mit demselben oder einem ähnlichen Ortsstempel und die weitere Komponente (Kn) mit demselben oder einem ähnlichen Zeitstempel identisch sind oder unterschiedliche Elemente der technischen Anlage (10) betreffen.
  5. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Servicesystem datenbankbasiert und/oder expertensystembasiert ist, und insbesondere in einem Wartungs- und/oder Diagnosesystem integriert ist.
  6. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fehler der weiteren Komponente/n (Kn) ein bereits diagnostizierter Fehler oder ein noch nicht diagnostizierter Fehler ist, für den geprüft wird, ob er auf dieselbe Ursache zurückzuführen ist, wie der erfasste Fehler.
  7. Service System für eine mehrere Komponenten umfassende technische Anlage zur Durchführung eines Verfahrens nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 7.
  8. Vorrichtung zur Diagnose, insbesondere zur Fehlerdiagnose, in einem Servicesystem für eine oder mehrere jeweils mehrere Komponenten (K) umfassende technische Anlage(n) (10), mit:

    – zumindest einem Erfassungsmodul (12), das zum Erfassen einer Fehlermeldung einer Komponente (K) der Anlage (10) bestimmt ist,

    – zumindest einem Zuordnungsmodul (14), das zum Zuordnen eines Zeitstempels zu der erfassten Fehlermeldung und/oder zu dem Fehler bestimmt ist, und/oder das zum Zuordnen eines Ortsstempels zu der erfassten Fehlermeldung und/oder zu der fehlerhaften Komponente (K) bestimmt ist,

    – zumindest einem Diagnosemodul (16), das zur Fehlerdiagnose für die erfasste Fehlermeldung der Komponente (K) der Anlage (10) bestimmt ist, indem überprüft wird, ob dieselbe Fehlerdiagnose zutrifft, die für einen Fehler zumindest einer weiteren Komponente (Kn) mit demselben oder einem ähnlichen Ortsstempel und/oder mit demselben oder einem ähnlichen Zeitstempel gilt.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten (K) der Anlage (10) von unterschiedlicher Art, Bauweise und/oder Funktion sein können.
  10. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung folgendes umfasst:

    – ein erweitertes Erfassungsmodul (12), das zum Erfassen von zumindest einem spezifischen Parameter der Komponente (K) in Zusammenhang mit einer Fehlermeldung bestimmt ist, wobei das Diagnosemodul (16) die Diagnose ausführt, indem überprüft wird, ob dieselbe Fehlerdiagnose zutrifft, die für einen Fehler einer weiteren Komponente (Kn) mit demselben oder einem ähnlichen spezifischen Parameter gilt.
  11. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Fehlerdiagnose erfolgt, indem der Zeitstempel, der Ortsstempel und gegebenenfalls weitere spezifische Parameter der Fehlermeldung oder der Komponente (K) in Relation zu den entsprechenden Angaben in den im System gespeicherten Fehlermeldungen gesetzt werden.
  12. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Komponente (Kn) mit demselben oder einem ähnlichen Ortsstempel und die weitere Komponente (Kn) mit demselben oder einem ähnlichen Zeitstempel identische sind oder unterschiedliche Komponente/n (K) betreffen.
  13. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (18) auf ein Wissensmanagementsystem (20) zugreift, insbesondere auf eine Datenbank und/oder auf ein Expertensystem, und insbesondere in einem Wartungs- und/oder Diagnosesystem integriert ist.
  14. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Fehler der weiteren Komponente/n (Kn) ein bereits diagnostizierter Fehler oder ein noch nicht diagnostizierter Fehler ist, für den geprüft wird, ob er eine ebensolche Quelle hat, wie der erfasste Fehler.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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