PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004043290A1 09.03.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Möbelplatten
Anmelder Vietmeyer, Adolf, 32108 Bad Salzuflen, DE
Erfinder Vietmeyer, Adolf, 32108 Bad Salzuflen, DE
Vertreter Loesenbeck und Kollegen, 33602 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 08.09.2004
DE-Aktenzeichen 102004043290
Offenlegungstag 09.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.03.2006
IPC-Hauptklasse B27D 1/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A47B 96/20(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Herstellung von Möbelplatten wird zunächst Leim auf eine Trägerplatte (1) aufgebracht und die beleimte Trägerplatte (1) mit mehreren Furnierzuschnitten (2) belegt. Dabei wird ein Unterdruck an der den Furnierzuschnitten (2) gegenüberliegenden Seite zum Ansaugen und Fixieren der Furnierzuschnitte (2) erzeugt und anschließend die Trägerplatte (1) mit den Furnierzuschnitten (2) zur Herstellung der Möbelplatte verpresst. Eine entsprechende Vorrichtung weist einen Tisch als Beschichtungsstation auf, der an der Oberseite (3) eine Vielzahl von Öffnungen (4) zur Erzeugung eines Unterdruckes für die darauf angeordnete Trägerplatte (1) aufweist. Dadurch lassen sich auf einfache Weise eine Vielzahl von Furnierzuschnitten (2) mit einer Trägerplatte (1) verbinden und es wird eine hohe Oberflächenqualität erreicht.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Möbelplatten, insbesondere für Küchen- oder Schrankmöbel.

Es ist bekannt, Furniere miteinander zu verbinden, um ein Furnierbild zu erhalten, das dann auf einer Trägerplatte verleimt werden kann. Das Verbinden der Furnierzuschnitte ist jedoch äußerst aufwendig. Zunächst werden die einzelnen Furnierzuschnitte aneinandergelegt und dann an der Fuge miteinander verleimt. Dies ist arbeitsaufwendig und führt bei einer Vielzahl von Furnierzuschnitten zu Maßungenauigkeiten, da beim Verbinden eine unterschiedliche Längenausdehnung stattfinden kann. Der manuelle Aufwand zur Herstellung qualitativ hochwertiger Oberflächen ist vergleichsweise aufwendig.

Zudem ist es natürlich möglich, die einzelnen Furnierzuschnitte lose auf eine beleimte Trägerplatte aufzulegen. Dann besteht jedoch das Problem, dass durch die Feuchtigkeit des Leimes die Furnierzuschnitte sich wellen und gerade im Fugenbereich nach oben abstehen können. Durch die Feuchtigkeit dehnen sich die Furnierzuschnitte aus und beim anschließenden Verpressen kann es passieren, dass die Furnierzuschnitte nicht bündig aneinander sondern übereinander liegen. Dies führt zu einer verminderten Oberflächenqualität und kann beim anschließenden Schleifen zu Oberflächenfehlern führen.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Möbelplatten zu schaffen, die eine Verarbeitung von mehreren Furnierzuschnitten auf einer Trägerplatte auf einfach Weise ermöglichen und eine hohe Oberflächenqualität gewährleisten.

Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 1 sowie einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 9 gelöst.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zunächst Leim auf eine Trägerplatte aufgebracht und anschließend werden die Furnierzuschnitte auf die beleimte Trägerplatte aufgelegt. Vor und beim oder nach dem Auflegen wird Unterdruck an der den Furnierzuschnitten gegenüberliegenden Seite zum Ansaugen und Fixieren der Furnierzuschnitte erzeugt, wobei dann nach dem Belegen der Trägerplatte diese zusammen mit den Furnierzuschnitten verpresst wird. Durch den Unterdruck werden die Furnierzuschnitte auf der Trägerplatte fixiert und selbst einer gewissen Neigung der meist aus Holzwerkstoffen bestehenden Furnierzuschnitten sich aufzuwellen durch die Feuchtigkeit des Leimes wird entgegengewirkt, indem die Furnierzuschnitte an die Trägerplatte angesaugt wird. Zwar neigt die Furnierzuschnitte immer noch zum Ausdehnen, dies sorgt jedoch dafür, dass die bestehende Fuge zwischen zwei Furnierzuschnitten durch die Expansion zusammengedrückt wird. Im Ergebnis lassen sich somit die Fugen kaum noch erkennen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die überraschende Erkenntnis genutzt, dass zum Halten der Furnierzuschnitte an der Trägerplatte ein gewisser Unterdruck reicht, der sich durch die Trägerplatte hindurch auf die Furnierzuschnitte übertragen kann, um diese zu fixieren. Zudem wird der Leim in die Trägerplatte eingesaugt, so dass es nicht zu unerwünschtem Leimdurchschlag an der Oberfläche der Furnierzuschnitte kommt.

Vorzugsweise wird die beleimte Trägerplatte auf einen Tisch gelegt, an dessen Oberseite eine Vielzahl von Öffnungen zur Erzeugung des Unterdruckes vorgesehen sind. Dadurch lässt sich über die gesamte Fläche der Trägerplatte ein Unterdruck erzeugen, der dann an die Seite mit den Furnierzuschnitte weitgeleitet wird. Durch den Tisch lässt sich ein weitgehend gleichmäßiger Unterdruck an der Trägerplatte erzeugen.

Die Furnierzuschnitte werden bei dem Verfahren mit ihren Kanten bündig aneinander auf die beleimte Oberfläche der Trägerplatte gelegt, so dass durch das anschließende Verpressen eine Oberfläche ohne offene Fugen zwischen den Furnierzuschnitten gebildet wird.

Als Trägerplatten werden vorzugsweise mitteldichte Faserplatten (MDF-Platten) oder Spanplatten verwendet. Die Trägerplatten weisen zumindest eine geringfügige Luftdurchlässigkeit auf und können eine Dicke zwischen 3 bis 25 mm, vorzugsweise 5 bis 20 mm, aufweisen, so dass ein Unterdruck an einer Seite noch spürbar an der gegenüberliegenden Seite vorhanden ist.

Für die Herstellung von Möbelplatten kann sowohl nur eine Seite beschichtet werden als auch eine beidseitige Beschichtung vorzusehen. Meist wird die Rückseite von Möbelplatten mit einem flächigen Furnier belegt, während eine dekorative Vorderseite mit mehreren Furnierzuschnitten beschichtet wird, wobei das erfindungsgemäße Verfahren besonders für die dekorative Vorderseite eingesetzt wird. Dabei können auch streifenförmige Furnierzuschnitte verarbeitet werden, deren Breite kleiner als 50 mm ist, was bei herkömmlichen Verfahren kaum möglich ist.

Erfindungsgemäß wird auch eine Vorrichtung zur Herstellung von Möbelplatten bereitgestellt, die eine Beleimungsstation umfasst, in der Trägerplatten zumindest an einer Seite mit einer Leimschicht überzogen werden. Ferner ist eine Beschichtungsstation mit einem Tisch vorgesehen, an dessen Oberseite eine Vielzahl von Öffnungen zur Erzeugung eines Unterdruckes vorhanden sind. Durch den Tisch kann dann an aufgelegten Furnierzuschnitten ein Unterdruck erzeugt werden, der auf die Oberseite mit aufgelegten Furnierzuschnitten übertragen wird. Ferner umfasst die Vorrichtung noch eine Presse zum dauerhaften Verbinden der Trägerplatte mit den Furnierzuschnitten. Die einzelnen Stationen können als Einheit oder getrennt voneinander aufgestellt sein. Dadurch lassen sich auf effektive Weise Möbelplatten herstellen, die zumindest an einer Seite mit mehreren Furnierzuschnitten beschichtet sind.

Für eine einfache Ausbildung des Tischen weist dieser eine Hohlkammer auf, die in Verbindung mit den Öffnungen steht, wobei die Hohlkammer mit mindestens einem Sauganschluss versehen ist, um einen entsprechenden Unterdruck in der Hohlkammer zu erzeugen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine geschnittene Seitenansicht durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von Möbelplatten, und

2A bis 2D verschiedene Ausführungsbeispiele von beschichteten Möbelplatten.

Eine Trägerplatte 1 ist aus einer MDF-Platte oder einer Spanplatte gebildet und weist eine Dicke auf, die zumindest eine gewisse Luftdurchlässigkeit ermöglicht. Die Trägerplatte 1 ist in Draufsicht rechteckförmig ausgebildet, wobei auch andere Geometrien verarbeitet werden können. Auf der Trägerplatte 1 ist eine Schicht aus Furnierzuschnitten 2 auf eine beleimte Oberfläche der Trägerplatte 1 aufgelegt.

Die Trägerplatte 1 liegt auf der den Furnierzuschnitten 2 gegenüberliegenden Seite auf einer Oberfläche 3 eines Tisches auf, wobei in der Oberfläche 3 Öffnungen 4 in regelmäßigen Abständen ausgespart sind, die mit einer Hohlkammer 6 in Verbindung stehen. Der Tisch umfasst eine obere Platte 3 mit den Öffnungen 4, eine untere Platte 5 und umschließende Seitenwände 7, die die Hohlkammer 6 umgeben. Zur Erzeugung eines Unterdruckes in der Hohlkammer 6 sind ein oder mehrere Anschlüsse 8 vorgesehen, die mit Leitungen 9 zu einer Vakuumpumpe verbunden sind. Durch Erzeugen eines Unterdruckes in der Hohlkammer 6 wird über die Öffnungen 4 die Trägerplatte 1 angesaugt, durch die der Unterdruck an die aufgelegten Furnierzuschnitten 2 weitergegeben werden, die sich nun nicht mehr nach oben wellen und sich von der beleimten Oberfläche ablösen. Nachdem die vollständige Fläche der Trägerplatte 1 belegt wurde, kann diese von dem Tisch entfernt werden und in einer Presse können die Furnierzuschnitten 2 dauerhaft mit der Trägerplatte 1 verbunden werden. Es ist natürlich auch möglich, die Trägerplatte 1 auf dem Tisch direkt zu verpressen.

In den 2A bis 2D sind verschiedene Ausführungsbeispiele von Möbelplatten gezeigt, die nach dem Stand der Technik nur mit hohem manuellen Aufwand herstellbar wären.

In 2A ist ein rechteckiges Furnierblatt (Furnierzuschnitt) 10 von auf Gehrung geschnittenen Streifen 11 und 13 umgeben, die zwischen sich eine Gehrungsfuge 12 ausbilden. Um diese Streifen 11 und 13 sind weitere Furnierzuschnitte 14 und 15 gelegt, die ebenfalls eine Gehrungsfuge 16 zwischen sich ausbilden. Diese Furnierzuschnitte 10 bis 15 können auf dem Tisch auf einer Trägerplatte 1 aufgelegt werden und anschließend verpresst werden, ohne dass es zu einer Wellenbildung mit unsauberen Fugen 12 und 16 kommt.

In 2B sind schräg geschnittene Furnierzuschnitte 20 gezeigt, die zwischen sich gegenüber der Trägerplatte 1 geneigt verlaufende Fugen 21 ausbilden.

In 2C ist ein mittiges Furnierblatt (Furnierzuschnitt) 10' durch rahmenförmig umgebene Furnierstreifen 14' und 15' umgeben, die eine Gehrungsfuge 16' ausbilden.

Bei dem in 2D gezeigten Beispiel einer Möbelplatte sind schmale Streifen 31 zwischen breiten Streifen 30 vorgesehen, die Fugen 32 ausbilden. Die Verarbeitung schmaler Streifen 31 ist nach dem Stand der Technik ebenfalls äußerst mühsam.

Die gezeigten furnierten Platten können aus Holzwerkstoffen oder anderen Naturmaterialien, Fasern oder anderen Werkstoffen bestehen, die mit einer Trägerplatte 1 verleimt werden können.

Als Trägerplatte 1 wird eine Platte aus Holzwerkstoffen meist verwendet, wobei auch andere Platten mit einer gewissen Luftdurchlässigkeit eingesetzt werden können. Statt der rechteckigen Form können auch gekrümmte Formen eingesetzt werden, wobei dann der Tisch ebenfalls eine entsprechende Krümmung für ein formschlüssiges Aufliegen der Trägerplatte 1 ausbilden kann. Die Trägerplatte kann auch so dünn bemessen sein, dass diese bei einem anschließenden Verfahren zur Herstellung einer gewölbten Möbelplatte gemäß dem Patent EP 1 123 672 eingesetzt werden kann. Dadurch kann die hierin als Trägerplatte bezeichnete Platte anschließend mit weiteren Platten verbunden werden, um einen Stapel einzelner Platten auszubilden, der dann entsprechend geformt wird.

Ferner lässt sich die beschichtete Möbelplatte auch bei einer Möbelfrontplatte einsetzen, wie sie in der Patentanmeldung DE 103 55 361 beschrieben ist. Dadurch kann die Möbelfrontplatte mit ansprechendem Dekor auch in Leichtbauweise hergestellt werden.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung von Möbelplatten mit den folgenden Schritten:

    – Auf bringen von Leim an einer Trägerplatte (1);

    – Auflegen von Furnierzuschnitten (2) auf die beleimte Trägerplatte (1);

    – Erzeugen eines Unterdruckes an der den Furnierzuschnitten (2) gegenüberliegenden Seite zum Ansaugen und Fixieren der Furnierzuschnitte (2), und

    – Verpressen der Trägerplatte (1) mit den Furnierzuschnitten (2).
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beleimte Trägerplatte (1) auf einen Tisch gelegt wird, an dessen Oberseite (3) eine Vielzahl von Öffnungen (4) zur Erzeugung des Unterdruckes vorgesehen sind.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Furnierzuschnitte (2) mit ihren Kanten bündig aneinander auf die beleimte Oberfläche der Trägerplatte (1) gelegt werden.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Trägerplatte (1) eine MDF-Platte oder eine Spanplatte verwendet wird.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (1) luftdurchlässig ist und eine Dicke zwischen 3 bis 25 mm, vorzugsweise 5 bis 20 mm, aufweist.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (1) beidseitig beleimt und mit Furnierzuschnitten (2) beschichtet wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass streifenförmige Furnierzuschnitte (11, 31) aufgelegt werden, deren Breite kleiner als 50 mm, vorzugsweise kleiner als 40 mm, ist.
  8. Möbelplatte mit einer Trägerplatte (1) und mindestens an einer Seite aufgebrachten Furnierzuschnitten (2), die nach einem Verfahren der vorhergehenden Ansprüche hergestellt ist.
  9. Vorrichtung zur Herstellung von Möbelplatten mit einer Beleimungsstation, in der Trägerplatten (1) zumindest an einer Seite mit einer Leimschicht überzogen werden, einem Tisch als Beschichtungsstation, der an der Oberseite (3) eine Vielzahl von Öffnungen (4) zur Erzeugung eines Unterdruckes in der darauf angeordneten Trägerplatte (1) zum Ansaugen von aufgelegten Furnierzuschnitten (2) aufweist, und einer Presse zum dauerhaften Verbinden der Trägerplatte (1) mit den Furnierzuschnitten (2).
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Tisch eine Hohlkammer (6) aufweist, die mit den Öffnungen (4) in Verbindung steht und mindestens ein Sauganschluss (8) an der Hohlkammer (6) angeschlossen ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com