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Dokumentenidentifikation DE102005029817A1 16.03.2006
Titel Irisdruck-Farbkasten
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Billmaier, Stefan, 69190 Walldorf, DE;
Wenzel, Bernd, 69234 Dielheim, DE
DE-Anmeldedatum 27.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005029817
Offenlegungstag 16.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.03.2006
IPC-Hauptklasse B41F 31/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 31/18(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Irisdruck-Farbkasten (5) einer Druckmaschine (1) umfasst Farbtrennwände (15) und eine Farbkastenwalze (8), die eine Walzenwelle (9) und darauf aufgesteckte Walzenhülsen (10) umfasst.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Irisdruck-Farbkasten einer Druckmaschine, mit einer Farbkastenwalze und Farbtrennwänden, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

In DE 100 56 749 A1 ist ein solcher Irisdruck-Farbkasten beschrieben. Bei dem Irisdruck-Farbkasten dieses Standes der Technik bestehen die Farbtrennwände jeweils aus einem Halter und einem Dichtelement, das an der Farbkastenwalze anliegt. Die Dichtungswirkung der Farbtrennwände leidet unter deren Abriebverschleiß, welcher durch die von der rotierenden Farbkastenwalze auf die Dichtelemente ausgeübte Scheuerwirkung bedingt ist. Die Standzeit dieses Irisdruck-Farbkastens ist deshalb vergleichsweise gering.

Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Irisdruck-Farbkasten mit vergleichsweise hoher Standzeit zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch einen Irisdruck-Farbkasten mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Der erfindungsgemäße Irisdruck-Farbkasten einer Druckmaschine, mit einer Farbkastenwalze und Farbtrennwänden, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Farbkastenwalze eine Walzenwelle und darauf aufgesteckte Walzenhülsen umfasst.

Die durch die Walzenhülsen gegebene Segmentierung der Farbkastenwalze ermöglicht ein Eingreifen der Farbtrennwände in die Farbkastenwalze, wodurch eine besonders hohe Dichtungswirkung der Farbtrennwände bei gleichzeitiger Reduzierung der zwischen den Farbtrennwänden und der Farbkastenwalze bestehenden Pressung ermöglicht wird. Da bei dem erfindungsgemäßen Irisdruck-Farbkasten die Farbtrennwände mit ihren Stirnseiten weniger straff an der Farbkastenwalze anzuliegen brauchen, sind die Stirnseiten unempfindlicher gegen ihren durch Abrieb bedingten Verschleiß. Die Untergliederung der Farbkastenwalze in die einzelnen Walzenhülsen ermöglicht ein zwischen die Walzenhülsen erfolgendes Eingreifen der Farbtrennwände und eine Vergrößerung von deren mit der Farbkastenwalze, gegebenenfalls über Dichtungsringe, in Kontakt stehender Dichtungsflächen.

Ein Zusatzvorteil des erfindungsgemäßen Irisdruck-Farbkastens ist in dessen hervorragender Eignung zur Ausstattung mit einer fernsteuerbaren Farbdosiereinrichtung jener Art zu sehen, die kein durchgehendes Dosiermesser aufweist, sondern stattdessen voneinander separate und in einer Reihe angeordnete Dosierelemente, wie z. B. Dosierexzenter oder -schieber umfasst.

Konstruktiv und funktionell vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Irisdruck-Farbkastens sind in den Unteransprüchen genannt und ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigt:

1 die Gesamtdarstellung einer Druckmaschine mit einem Irisdruck-Farbkasten und

2 die Detaildarstellung des Irisdruck-Farbkastens in der Draufsicht.

1 zeigt eine Druckmaschine 1 mit einem Offsetdruckwerk 2 zum Bedrucken von Bedruckstoffbögen 3. Das Offsetdruckwerk 2 umfasst ein Heberfarbwerk 4 mit einem Irisdruck-Farbkasten 5. Entsprechend einer in 1 angegebenen Blickrichtung 6 ist der Irisdruck-Farbkasten 5 in 2 detailliert gezeigt.

Der Irisdruck-Farbkasten 5 umfasst einen Farbkastenboden 7 und eine Farbkastenwalze 8. Die Farbkastenwalze 8 umfasst eine Walzenwelle 9 als Walzenkern und Walzenhülsen 10, welche auf die Walzenwelle 9 passgenau aufgesteckt sind und die Druckfarben führen. Eine Passfeder 11 oder Passfeder-Reihe und eine in die Walzenwelle 9 eingebrachte Passfedernut 12 bilden zusammen eine Welle-Nabe-Verbindung 13, über welche die Walzenhülsen 10 drehfest mit der Walzenwelle 9 verbunden sind, so dass die Walzenwelle 9 und Walzenhülsen 10 im Druckbetrieb zusammen rotieren.

Die Walzenhülsen 10 weisen zwecks Bildung eines Baukastensystems voneinander verschiedene Axiallängen A, B auf. Die Axiallänge A ist kleiner als die Axiallänge B. Das Baukastensystem umfasst noch weitere Walzenhülsen mit verschiedenen Axiallängen, die von den Axiallängen A, B verschieden sind. Beim Umrüsten des Irisdruck-Farbkastens 5 auf einen anderen Druckauftrag kann das Bedienpersonal die die kleiner Axiallänge A und/oder die größere Axiallänge B aufweisenden Walzenhülsen 10 durch die weiteren Walzenhülsen wahlweise ersetzen.

Bei dem in 2 gezeigten Rüstzustand bilden die Walzenhülsen 10 eine Hülsenreihe, in welcher die Walzenhülsen 10 an von dem Druckauftrag abhängigen Stellen unter Bildung von ringnutförmigen Lücken 14 voneinander beabstandet sind. In die Lücken 14 greifen Farbtrennwände 15 passgenau ein, indem die Farbtrennwände 15 mit ihren Planflächen über Dichtungsringe 16 an den jeweils benachbarten Walzenhülsen 10 bzw. deren Planflächen straff anliegen. Die Dichtungsringe 16 bestehen aus einem elastomeren Kunststoff, vorzugsweise Polyurethan, und sind auf die Walzenwelle 9 aufgesteckt und weisen eine der Welle-Nabe-Verbindung 13 angepasste Innenkontur auf.

Die Farbtrennwände 15 haben jeweils eine konkave und mit dem Umfang der Walzenwelle 9 komplimentere Stirnseite 17, mit welcher die Farbtrennwände 15 an der Walzenwelle 9 anliegen. Der Krümmungsradius der Stirnseite 17 entspricht im Wesentlichen dem Krümmungsradius des Umfanges der Walzenwelle 9. Mit ihren in 2 nicht sichtbaren Unterseiten liegen die Farbtrennwände 15 dicht am Farbkastenboden 7 an.

Die Farbtrennwände 15 bilden Farbfächer bzw. -kammern 18, die jeweils mit einer anderen Druckfarbe befüllt sind. Die Dichtheit von Farbfach 18 zu Farbfach 18 leidet unter einem durch Abrieb bedingten Verschleiß der Stirnseite 17 nicht und ist unter allen Umständen durch die planseitige Anlage der Farbtrennwände 15 über die Dichtungsringe 16 an den Walzenhülsen 10 gegeben.

Beim vom Druckauftrag zu Druckauftrag erfolgenden Umrüsten des Irisdruck-Farbkastens 5 kann das Bedienpersonal durch eine dementsprechende Auswahl der Anzahl der jeweils eingesetzten Farbtrennwände 15 sowie der Anzahl und/oder der Axiallängen der jeweils eingesetzten Walzenhülsen 10 die Anzahl und die Breite der Farbfächer 18 den Erfordernissen entsprechend variieren.

Damit die Walzenhülsen 10 mit ihren nicht die Lücken 14 bildenden Planseiten Stoß auf Stoß aneinander angepresst werden, ist an den Walzenenden jeweils eine Klemmscheibe 19 vorgesehen. Die Klemmscheiben 19 sitzen, zwar vorzugsweise über eine Welle-Nabe-Verbindung drehfest gesichert, jedoch axial verschiebbar auf der Walzenwelle 9 bzw. deren Wellenzapfen 20. Die Klemmscheiben 19 sind durch in Seitenwände 21 eingeschraubte und durch Kontermuttern 22 gesicherte Klemmschrauben 23 belastet und übertragen die von den Klemmschrauben 23 ausgeübte Klemmkraft auf die nach außen gewandte Planfläche der jeweiligen endseitigen Walzenhülse 10. Die Walzenhülsen 10 sind bezüglich ihrer Axiallängen A, B derart ausgewählt, dass die beiden endseitigen Walzenhülsen 10 jeweils einen Überstand C relativ zur nach außen gewandten Planfläche des Ballens der Walzenwelle 9 aufweisen. Durch die Klemmschrauben 23 und über die Klemmscheiben 19 wird der aus den Klemmscheiben 19, den Walzenhülsen 10, den Dichtungsringen 16 und den Farbtrennwänden 15 gebildete Stapel axial hinreichend fest in sich verspannt.

Damit das Bedienpersonal bei der Umrüstung des Irisdruck-Farbkastens 5 die Walzenhülsen 10 von der Walzenwelle 9 abziehen und durch andere ersetzen kann ist ein zeichnerisch nur schematisch angedeutetes Walzenschloss 24 als Schnellverschluss ausgebildet. Beispielsweise könnte zur Bildung des Walzenschlosses 24 eine der beiden Seitenwände 21, in der die Wellenzapfen 20 drehbar gelagert sind, aus zwei Wandteilen bestehen, die im Bereich des Wellenzapfens 20 eine Trennfuge bilden und derart weit auseinanderfahrbar oder -schwenkbar sind, dass der Wellenzapfen 20 freilegbar und die Farbkastenwalze 8 dadurch zugänglich und umrüstbar ist.

1Druckmaschine 2Offsetdruckwerk 3Bedruckstoffbogen 4Heberfarbwerk 5Irisdruck-Farbkasten 6Blickrichtung 7Farbkastenboden 8Farbkastenwalze 9Walzenwelle 10Walzenhülse 11Passfeder 12Passfedernut 13Welle-Nabe-Verbindung 14Lücke 15Farbtrennwand 16Dichtungsring 17Stirnseite 18Farbfach 19Klemmscheibe 20Wellenzapfen 21Seitenwand 22Kontermutter 23Klemmschraube 24Walzenschloss Akleinere Axiallänge Bgrößere Axiallänge CÜberstand

Anspruch[de]
  1. Irisdruck-Farbkasten (5) einer Druckmaschine (1), mit einer Farbkastenwalze (8) und Farbtrennwänden (15), dadurch gekennzeichnet, dass die Farbkastenwalze (8) eine Walzenwelle (9) und darauf aufgesteckte Walzenhülsen (10) umfasst.
  2. Irisdruck-Farbkasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenhülsen (10) drehfest mit der Walzenwelle (9) verbunden sind.
  3. Irisdruck-Farbkasten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenhülsen (10) voneinander verschiedene Axiallängen (A, B) aufweisen.
  4. Irisdruck-Farbkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenhülsen (10) unter Bildung von Lücken (14) voneinander beabstandet sind.
  5. Irisdruck-Farbkasten nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbtrennwände (15) in die Lücken (14) eingreifen.
  6. Irisdruck-Farbkasten nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbtrennwände (15) über Dichtungsringe (16) an den Walzenhülsen (10) anliegen.
  7. Irisdruck-Farbkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein von den Walzenhülsen (10) und den Farbtrennwänden (15) gebildeter Stapel in sich verspannt ist.
  8. Irisdruck-Farbkasten nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Stapel durch Klemmscheiben (19) verspannt ist, die axial verschiebbar auf der Walzenwelle (9) sitzen.
  9. Irisdruck-Farbkasten nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmscheiben (19) durch Klemmschrauben (23) belastet sind.
  10. Druckmaschine (1), mit einem entsprechend einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildeten Irisdruck-Farbkasten (5).
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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