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Dokumentenidentifikation DE102004036876A1 23.03.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Voreinstellung von Registerstelleinrichtungen
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Jentzsch, Arndt, 01640 Coswig, DE;
Nerger, Reinhard, 01445 Radebeul, DE;
Weber, Steffen, 01139 Dresden, DE
DE-Anmeldedatum 29.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004036876
Offenlegungstag 23.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.2006
IPC-Hauptklasse B41F 33/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 27/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Voreinstellung von Registerstelleinrichtungen an Plattenzylindern von Bogenoffsetdruckmaschinen.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe, bekannte Verfahren und Vorrichtungen zur Voreinstellung von Registerstelleinrichtungen zu vereinfachen und den Zeitbedarf für die Einrichtung der Druckmaschine zu senken, wird durch die Erfassung der Ist-Lagen der Registermarken relativ zu den Registerstanzungen während der Verweilzeit der Druckplatten in der Plattenstanze durch ein Registermarken-Messsystem mit stationären Sensoren im Bereich der Registermarken gelöst.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Voreinstellung von Registerstelleinrichtungen an Plattenzylindern von Bogenoffsetdruckmaschinen gemäß dem Oberbegriff des ersten Anspruchs.

Bei Bogenoffsetdruckmaschinen werden zur Herstellung mehrfarbiger Druckbilder Druckplatten für die einzelnen Farbauszüge hergestellt und auf Plattenzylinder aufgespannt. Während des Bogendurchlaufes durch die Druckwerke werden die Teilbilder nacheinander von den Druckplatten über Gummizylinder auf die Bogen übertragen. Für die Qualität der gedruckten mehrfarbigen Erzeugnisse ist dabei die Genauigkeit des Übereinanderdrucks der einzelnen Teilbilder entscheidend, weshalb mit jedem Teilbild eine oder mehrere Registermarken außerhalb des eigentlichen Druckbildes zu Kontrollzwecken mitgedruckt werden.

Ungenauigkeiten im Übereinanderdruck, die durch Lageabweichungen der Teilbilder auf den Druckplatten und durch Lageabweichungen der Druckplatten auf den Plattenzylindern verursacht werden, können durch den Versatz der Registermarken der einzelnen Teilbilder zueinander erfasst und mit Registerstelleinrichtungen an den Plattenzylindern, die die Lage der Druckplatten auf den Plattenzylindern bzw. die Lage der Plattenzylinder in Seiten-, Umfangs- und Diagonalrichtung verändern, während des Einrichtens der Druckmaschine korrigiert werden. Das registergerechte Ausrichten der Teilbilder ist zeitlich aufwendig und mit Makulaturanfall verbunden. Deshalb werden vielfältige Wege beschritten, um den Einrichtungsaufwand zu reduzieren.

Um Lagefehler der Druckplatten bereits beim Aufziehen der Druckplatten auf die Plattenzylinder zu vermeiden, ist es bekannt, an den dem Druckanfang zugeordneten Vorderkanten der Druckplatten exakt ausgerichtete Aussparungen, beispielsweise U-förmige Registerstanzungen, sogenannte Registerstanzungen, anzubringen. Die Registerstanzungen korrespondieren mit entsprechend ausgebildeten Registerstiften an den Spannschienen der Plattenzylinder, so dass durch formschlüssiges Anlegen der Registerstanzungen an die Registerstifte die Druckplatten beim Aufziehen lagegenau ausgerichtet werden können.

Zufällige Ungenauigkeiten bei der Ausrichtung der Druckplatten auf dem Stanzentisch beeinträchtigen die Exaktheit der Registerstanzungen und damit die lagegenaue Ausrichtung der Druckplatten auf den Plattenzylindern.

Durch Messung der Ist-Lage des Teilbildes (der Registermarken) relativ zu den Registerstanzungen an jeder einzelnen Druckplatte und durch Vergleich mit den Soll-Lagewerten der Registermarken, die in der Druckvorstufe bei der Layout-Erstellung der Druckplatten ermittelt werden, kann die zu erwartende Summe des Lagefehlers des Teilbildes auf der Druckplatte und des Lagefehlers der Druckplatte nach dem Aufspannen auf den Plattenzylinder im Voraus ermittelt und mit den Registerstelleinrichtungen kompensiert werden. Da nach geltenden Festlegungen am Druckanfang die höchste Genauigkeit des Übereinanderdruckes der einzelnen Farbauszüge einzuhalten ist, werden die Registermarken stets in unmittelbarer Nähe zu den Registerstanzungen im unbedruckten Vorderkantenbereich der Bogen angeordnet, wobei sich die Registermarken auf einer Linie parallel zur Plattenvorderkante in festgelegten Abständen, die den Abständen der Registerstanzungen entsprechen, befinden. In Abhängigkeit vom Druckplattenformat variieren die Abstände der Registermarken und der Registerstanzungen in mehreren Abstufungen.

Aus der DE 42 21 482 C2 ist ein Verfahren zur Lagekontrolle eines Druckbildes bekannt, bei dem die bebilderten und gestanzten Druckplatten auf einem Messtisch von einer Matrixkamera gescannt und dabei die Ist-Lage der Registerstanzungen und die Ist-Positionen der Registermarken erfasst werden. Aus den Messwerten wird die Relativlage der Registermarken zu den Registerstanzungen ermittelt und geprüft, ob zulässige Toleranzen zur Soll-Lage nicht überschritten werden. Die ermittelten Relativlagen werden für die Ausgabe von Korrekturwerten zur Druckregistervoreinstellung in den einzelnen Druckwerken verwendet. Zur Identifizierung der Druckplatten und richtigen Adressierung der Voreinstellwerte können die Registermarken formcodiert sein, d.h. jedem Teilbild einer Druckfarbe ist eine bestimmte geometrische Registermarkenform zugeordnet.

Nachteilig an dieser Lösungen ist, dass zur Ermittlung der Lage der Registermarken und der Registerstanzungen ein zusätzlicher zeitaufwendiger sequentieller Scannprozess und ein kostenintensiver Plattenscanner erforderlich ist.

Aus der DE 42 39 089 A1 ist es bekannt, die Abstände zwischen den Registermarken und einem Registerstift durch Scannen der Druckplatten auf den Plattenzylindern, auf einem Scanntisch, der mit Registerstiften ausgestattet ist, oder auf dem Anlegtisch mittels bekannter Messeinrichtungen zu ermitteln, zu speichern und die Registerstelleinrichtungen oder Plattenspanneinrichtungen danach in ihrer Lage zu korrigieren. Nachteilig am Scannen der Druckplatten direkt auf dem Plattenzylinder ist, dass für jedes Druckwerk ein Plattenscanner benötigt wird. Beim Scannen der Druckplatten auf dem Anlegtisch gestaltet sich die Plattenzuführung zu den einzelnen Druckwerken aufwändig. Paralleles Plattenwechseln in allen Druckwerken ist nicht möglich.

Die DE 42 07 546 A1 beschreibt ein Verfahren zum Ausrichten von Druckplatten, bei dem Lageabweichungen beim Erzeugen des Teilbildes auf der Druckplatte (Bebilderung) durch entsprechende Lagekorrekturen der Registerstanzungen kompensiert werden. Die Registerstanzung erfolgt dazu nach der Ist-Lagebestimmung der Registermarken oder dazu dienenden Motivdetails auf der Druckplatte.

Nachteilig sind der hohe Aufwand für das X-Y-Wegmesssystem zur Bestimmung der Ist-Lagen, der hohe Zeitbedarf für das sequentielle Ausmessen der einzelnen Registermarken und die aufwändige Ausrichteinheit für die Druckplatten an der Stanzvorrichtung.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Verfahren und Vorrichtungen zur Voreinstellung von Registerstelleinrichtungen zu vereinfachen und den Zeitbedarf für die Einrichtung der Druckmaschine zu senken.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des ersten oder eine Vorrichtung mit den Merkmalen des vierten Anspruchs gelöst.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass durch die Anordnung von stationären Sensoren im Bereich der Registermarken kein zeitaufwendiges sequentielles Scannen der einzelnen Registermarkenpositionen erforderlich ist. Die Lagemessung der Registermarken erfolgt parallel bei geringem Zeitbedarf. Dadurch wird die gleichzeitige Durchführung des Mess- und Stanzprozesses ermöglicht, so dass die Druckplatten nicht in einer zusätzlichen Einrichtung vor oder nach dem Stanzen ausgemessen werden müssen. Weiterhin bietet die verwendungssteife Bauweise einer Plattenstanze beste Vorraussetzungen für genaue Registermarken-Lagemessungen.

Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Die dazugehörigen Zeichnungen haben folgende Bedeutung:

1 schematische Darstellung einer Plattenstanze mit integriertem Registermarken-Messsystem,

2 schematische Darstellung eines Ausschnittes einer Plattenstanze mit integrierten Sensoren,

1 zeigt schematisch eine an sich bekannte Plattenstanze mit einem verwindungssteifen Stanzentisch 1 zur ebenen Auflage der Druckplatte 2 und einer Anschlagschiene 3 für die Plattenvorderkante 4 zur definierten Positionierung der Druckplatte 2 und mit einer mechanischen oder pneumatischen Stanzvorrichtung zur Einbringung der Registerstanzungen, wobei die Anzahl, Form und Abstände der Stanzwerkzeuge (Stanzpins) 5 vom Registersystem und vom Druckplattenformat abhängig variieren können. Die Mittelpunkte der Stanzpins 5 liegen auf einer parallelen Verbindungslinie 6 zur Anschlagschiene 3. Im Ausführungsbeispiel handelt es sich um ein Registersystem mit zwei Registerstanzungen und dementsprechend zwei Stanzpins 5. Für klein-, mittel- und großformatige Druckplatten werden drei verschiedene Stanzabstände verwendet, d.h. zur Registerstanzung aller Druckformate werden dementsprechend drei verschiedene Plattenstanzen oder eine Universalstanze mit abstandverstellbaren Stanzwerkzeugen benötigt.

Auf der Druckplatte 2 werden zunächst in einem vorangehenden Bebilderungsvorgang zusammen mit dem Teilbild 7 Registermarken 8 außerhalb des Teilbildes 7 aufgebracht, die sich beispielsweise mit ihren Bezugspunkten jeweils in Höhe der Mittelpunkte der einzubringenden Registerstanzungen 5 und in einem festgelegten Abstand a davon befinden.

Registermarken 8 können Passerkreuze, Formcodes oder Matrixcodes mit definierten Bezugspunkten oder -kanten sein. Formcodierte Registermarken weisen in Abhängigkeit von der Druckfarbe, die mit der jeweiligen Druckplatte gedruckt werden soll, verschiedene geometrische Formen auf. Matrixcodes sind rechteckige Registermarken mit beispielsweise 1,5 mm Kantenlänge, wobei die Flächen definierte Bezugsseiten aufweisen und barcodeähnlich mosaikartig angeordnete helle und dunkle Teilflächen enthalten, die z.B. Job-Nummer, Druckmaschine, Gesamtplattenzahl, Druckwerk-Nummer usw. codieren. Oberhalb des Stanzentisches 1 sind an einem stationären Träger 9 optische Sensoren 10 angeordnet, die ein mit bekannten optischen Mitteln einstellbares Messfeld 16 unterhalb der Sensoren 10 optisch erfassen. Die Sensoren 10 sind entweder ortsfest entsprechend der Registermarkenposition des verwendeten Druckplattenformates am Träger 9 befestigt oder werden mit Hilfe von bekannten (nicht dargestellten) Positioniermitteln am Träger 9 durch Verschieben parallel zum Stanzentisch 1 in eine Position relativ zu den Stanzwerkzeugen 5 gebracht, die der gewünschten Soll-Lage der Registermarken 8 relativ zu den einzubringenden Registerstanzungen 5 entspricht. Positioniermittel sind nicht erforderlich, wenn ein Wechsel des Druckplattenformates und damit der Registermarkenpositionen nicht vorgesehen ist und wenn sich die Registermarken 8 im sonst unbedruckten Randbereich 11 des Bogens befinden und somit unabhängig vom konkreten Layout der Druckplatte 2 positionierbar sind. Für den Fall, dass Motivdetails des Druckbildes als Registermarken 5 benutzt werden, sind Positioniermittel für die Sensoren 10 erforderlich, da die Lage der Motivdetails druckbildabhängig ist. Bei der Verarbeitung unterschiedlicher Plattenformate ändern sich auch die Abstände der Registermarkenpositionen, so dass entweder formatgesteuerte, verschiebbare Sensoren 10 oder mehrere Sensoren 10 in unterschiedlichen Abständen benötigt werden.

Die Sensoren 10 sind bekannte optische Matrixsensoren, wie sie auch für die Bogeninspektion Verwendung finden, z.B. CCD-Matrixchips mit variabler Optik, um den erforderlichen Erfassungsbereich und die Auflösung des Sensors an die verwendeten Registermarken 8 anpassen zu können. Die Erfassungsbereiche der Sensoren 10 sind bevorzugt größer als die Abmessungen der Registermarken 8, um Lageabweichungen der Registermarken 8 von der vorgesehenen Soll-Lage mit erfassen zu können.

Die Mittelpunkte der Stanzwerkzeuge 5 definieren ein ortsfestes orthogonales x,y-Koordinatensystem, wobei die x-Achse durch die Verbindungslinie 6 zwischen den Mittelpunkten der Stanzwerkzeuge 5 gebildet wird und die y-Achse die x-Achse in einem Stanzwerkzeug-Mittelpunkt (Koordinatenursprung) orthogonal schneidet. Eine andere Lage des Koordinatensystems, basierend auf anderen Bezugspunkten der Stanzwerkzeuge 5, ist ebenso möglich. Die Anschlagschiene 3 für die Druckplatten 2 ist exakt parallel zur x-Achse ausgerichtet.

Da sich aus den gemessenen (x,y)-Koordinaten von zwei Registermarken 8, die auf einer parallel zu einer Koordinatenachse im Abstand a verlaufenden Verbindungslinie 12 liegen sollen, bereits die Ist-Lage des Druckbildes in x- und y-Richtung sowie die Schieflage des Druck-(Teil-)bildes 7 relativ zu den Koordinatenachsen x, y ermitteln lässt, genügen zwei Registermarken 8 im Bereich der Druckplattenvorderkante 4 zur Lagekontrolle und dementsprechend zwei Sensoren 10 an der Plattenstanze in den meisten Fällen. Für hohe Anforderungen an die Registergenauigkeit auch im hinteren Druckbildbereich, wie z.B. bei großformatigen Druckbildern mit von der Entfernung zur Plattenvorderkante 4 abhängigen Lageabweichungen der Bildpunkte, ist die Anordnung von beispielsweise zwei zusätzlichen Registermarken 8 und Sensoren 10 im Hinterkantenbereich der Druckplatten 2 möglich.

Die Sensoren 10 sind mit einer Bildauswerteeinrichtung 15 verbunden, die aus den Bildsignalen der Sensoren 10 die Ist-Lagen der Registermarken 8 ermittelt, mit den Soll-Lagedaten aus der Druckvorstufe vergleicht und die Lageabweichungen der Registermarken 8 berechnet und an ein übergeordnetes Daten-Managementsystem der Druckerei oder direkt an die Maschinensteuerung der Druckmaschine überträgt.

Sensoren 10 und Bildauswerteeinrichtung 15 bilden das Registermarken-Messsystem 10,15.

Aus den Lageabweichungsdaten der Teilbilder 7 auf den einzelnen Druckplatten 2 werden vom Registermarken-Messsystem 10,15 Korrekturwerte für die Registerstelleinrichtungen berechnet und über eine JDF-Schnittstelle an das übergeordnete Managementsystem im kompatiblen JDF-Format übergeben.

Aufgrund der Verschiedenartigkeit der in den Druckbetrieben realisierten Workflows und eingesetzten Management-Software für die Auftragsplanung und Produktionsüberwachung ist es zweckmäßig, Auftrags- und Steuerdaten nach JDF-Spezifikation auszutauschen, da der JDF-Standard eine weitgehende Kompatibilität mit den verschiedenen Druckmaschinensteuerungen und Managementsystemen gewährleistet. Die JDF-Schnittstelle gewährleistet daher auch optimale Voraussetzungen für die Organisation eines automatisierten Workflows zur Druckwerkvoreinstellung.

Zum erfindungsgemäßen Verfahren:

Nachdem auf der Druckplatte 2 in einem Platesetter (Plattenbelichter) das Teilbild 7 des jeweiligen Farbauszuges und dabei auch die mindestens zwei Registermarken 8 in einem druckbildfreien Randbereich 11 an der Plattenvorderkante 4 erzeugt wurden, wird die Druckplatte 2 zur Plattenstanze transportiert und mit Hilfe der Anschlagschiene 3 für die Plattenvorderkante 4 und eines Seitenanschlages 13 parallel zu den Stanzwerkzeugen 5 ausgerichtet. Danach werden mit einem Stanzhub die Registerstanzungen 5 in die Druckplatte 2 eingebracht, wobei die Stanzpins 5 die Aussparungen an der Druckplattenvorderkante 4 ausstanzen, die die spätere lagegenaue Ausrichtung der Druckplatte 2 auf dem Plattenzylinder erleichtern. Sobald die Stanzpins 5 die Druckplatte 2 durchstoßen haben und der Stanzhub beendet ist, fixieren die Stanzpins 5 analog zu den Registerstiften auf dem Plattenzylinder die Druckplatte 2, so dass jetzt die Lage der Druckplatte 2 auf dem Stanzentisch 1 der späteren Lage der Druckplatte 2 auf dem Plattenzylinder exakt entspricht. In der kurzen Wartephase nach dem Stanzhub befindet sich die Druckplatte 2 im Ruhezustand und ein zufälliges seitliches Verrücken der Druckplatte 2 ist ebenfalls ausgeschlossen, so dass die Registermarkenpositionen nicht verfälscht werden. In dieser Phase und vor dem Zurückbewegen der Stanzwerkzeuge in die Ausgangsstellung erfolgt deshalb erfindungsgemäß die Lagemessung der Registermarken 8. Das Risiko zusätzlicher Messfehler bei der nachträglichen Bestimmung der Ist-Lage der Registermarken 8 durch zusätzliches Plattenhandling und separate Messprozesse entfällt dadurch.

Zur Lagemessung werden die Sensoren 10 von der Bildauswerteeinrichtung 15 aktiviert und übertragen eine Abbildung der mindestens zwei Druckplattenbereiche, in denen sich die Registermarken 8 befinden, an die Bildauswerteeinrichtung 15. Da kein sequentielles Scannen der einzelnen Registermarkenbereiche erforderlich ist, sondern die Bilddaten gleichzeitig und jeweils vom gesamten Messfeld 16 gewonnen werden, benötigt die Bilderfassung nur geringe Zeit und kann deshalb synchron zum Stanzprozess in der kurzen Wartezeit zwischen Stanzhub und Rückhub durchgeführt werden. Es ist aber auch möglich, die Bilddaten unmittelbar nach dem Stanzprozess zu erfassen, wenn ein Verrücken der Druckplatte 2 zwischen dem Stanzen und anschließenden Messen durch eine sorgfältige Fixierung der Druckplatte 2 ausgeschlossen werden kann.

Die Bilddaten der Sensoren 10 werden über bekannte analoge oder digitale Bilddatenleitungen an die Bildauswerteeinrichtung 15 übertragen, dort im Falle von analogen Bilddaten digitalisiert und mit bekannten Softwaremitteln analysiert, um die Ist-Lage der Registermarken 8, d.h. die Ist-Koordinaten der relevanten Registermarkenbezugspunkte in den Registermarken 8, innerhalb der Messfelder 16 zu ermitteln.

Falls in den Registermarken 8 geometrisch codierte Informationen über die Druckfarbe bzw. das Druckwerk, in dem die Farbe gedruckt werden soll, über die Druckmaschine, mit der der Druckauftrag abgearbeitet werden soll, oder über die Auftragsnummer enthalten sind, werden diese Informationen gleichzeitig mit der Bildanalyse decodiert und in der JDF-Datei den Lageinformationen zugeordnet.

Zur Messung der Ist-Lage der Registermarken 8 müssen jeweils die Abstände in x- und y-Richtung zu den zugeordneten Registerstanzungen 5 ermittelt werden. Wenn der Erfassungsbereich 16 der Sensoren 10 für die Registermarken 8 an der Plattenvorderkante 4 ausreichend bemessen ist, um neben der Registermarke 8 auch die zugeordnete Registerstanzung 5 abzubilden, kann die Relativlage der Registermarke 8 zur Registerstanzung 5 direkt aus den Abstandskoordinaten im Messfeld 16 berechnet werden. Da sich die Registermarken 8 standardmäßig in einem Abstand a von 3–5mm von den Registerstanzungen 5 befinden, also etwa in der Größenordnung der Registermarken 8 selbst, wird die direkte Abstandsmessung in der überwiegenden Zahl der Anwendungsfälle möglich sein. Ist die Entfernung der Registermarken 8 von den Registerstanzungen 5 größer als die Ausdehnung des Messfeldes 16, muss die Position der Messfelder 16 relativ zu den Stanzwerkzeugen 5 bekannt sein. Innerhalb der beiden Messfelder 16 sind dazu Bezugspunkte als Messfeld-Koordinatenursprung definiert, deren Positionen gegenüber dem als Koordinatenursprung fungierenden Stanzpinmittelpunkt M vor den Registermessungen ermittelt wird. Die Abstände in x- und y-Richtung können bei stationären Sensoren 10 einmalig gemessen oder bei ortsveränderlichen Sensoren 10 durch Wegmesssysteme an den Positioniermitteln für die Sensoren 10 ermittelt werden. Dann kann durch Addition der x- und y-Abstände des jeweiligen Messfeldbezugspunktes vom Koordinatenursprung und der Messfeldkoordinaten der Registermarkenbezugspunkte die Ist-Lage der Registermarken 8 relativ zum Koordinatenursprung und damit relativ zu den Registerstanzungen 8 berechnet werden.

Die zugeordneten Soll-Lagen der Registermarken 8 gegenüber den Registerstanzungen 5 werden in der Druckvorstufe bereits beim Layout der Druckplatte 2 festgelegt.

Aus den Differenzen zwischen Ist- und Soll-Lagen der Registermarken 8 ergeben sich die Stellwege für die Registerstelleinrichtungen in Umfangs-, Seiten- und Diagonalrichtung. Sind beispielsweise im Layout der Druckplatte 2 zwei Registermarken 8 auf einer Linie 12 parallel zur Vorderkante 4 der Druckplatte 2 (y = konst) vorgesehen und unterscheiden sich die y-Koordinaten der beiden Registermarken 8 nach der Registermessung, liegt eine Verdrehung des Teilbildes 7 gegenüber der Druckplatte 2 vor, die über eine entgegengesetzte Verstellung des Diagonal-(Schräg-) Registers kompensiert werden kann. Falls zusätzliche Registermarken 8 im Hinterkantenbereich der Druckplatte 2 in die Lagekorrektur einbezogen werden, gestaltet sich die Berechnung der Korrekturwerte aufwändiger und eine Lagekorrektur der Druckplatte 2 führt möglicherweise nicht zur vollständigen Kompensation des Lagefehlers, sondern nur zu einem Lagefehler-Minimum.

Von der Bildauswerteeinrichtung 15 werden die vom Registermarken-Messsystem ermittelten Lageabweichungen der Registermarken 8 als druckplattenspezifische Korrekturwerte im JDF-Format an das übergeordnete Daten-Managementsystem übergeben und dort bis zur Abarbeitung des Druckauftrages gespeichert. Sobald die Druckmaschine für den Druckauftrag eingerichtet wird und die dazugehörigen Druckplatten 2 auf die Plattenzylinder aufgezogen werden, übergibt das Managementsystem zusammen mit allen anderen relevanten Auftrags- und Druckmaschinenvoreinstelldaten auch die Korrekturwerte als Registervoreinstellwerte an die Registerstelleinrichtungen des der Druckplatte 2 zugeordneten Plattenzylinders zur automatisierten Registervoreinstellung. Bei sofortiger Auftragsabarbeitung werden die Voreinstellwerte direkt an die betreffende Druckmaschinensteuerung übermittelt.

Die Voreinstellwerte für die Registerstelleinrichtungen werden dann von der Maschinensteuerung in entsprechende Stellsignale an die Registerstelleinrichtungen des jeweiligen Druckwerkes umgesetzt. Die druckwerkspezifische Adressierung der Voreinstellwerte kann auf der Grundlage von in den Registermarken 8 codierten Informationen auf einfache Weise erfolgen.

Die während des Plattenstanzens ermittelten Lageabweichungen des Druckbildes 7 gegenüber den Registerstanzungen 5 werden somit bereits vor Druckbeginn automatisch kompensiert, so dass der Aufwand zur registergenauen Positionierung der Druckplatten 2 wesentlich reduziert werden kann und nur noch die zufälligen Ungenauigkeiten beim Aufziehen der Druckplatten 2 korrigiert werden müssen.

Die fixe Position der Messfelder 16 gegenüber den Stanzwerkzeugen 5, die der Soll-Lage der Registermarken 8 entspricht, hat den Vorteil, dass Lagefehler der Druckplatte 2 beim Stanzen neben den Lagefehlern der Registermarken 8 durch ungenaue Bebilderung auf dem Plattenzylinder mitkorrigiert werden, ohne dass sie separat bestimmt zu werden brauchen.

1Stanzentisch 2Druckplatte 3Anschlagschiene 4Vorderkante der Druckplatte 5Stanzwerkzeug, Stanzpin, Registerstanzung 6Verbindungslinie der Stanzwerkzeuge 7Teilbild, Farbauszug 8Registermarke 9Träger für optische Sensoren 10Sensoren 11unbedruckter Randbereich der Druckplatte 12Verbindungslinie zwischen den Registermarken 13Seitenanschlag 14 15Bildauswerteeinrichtung 16Messfeld (Erfassungsbereich) der Sensoren aAbstand zwischen Registerstanzungen und Registermarken MStanzpinmittelpunkt

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Voreinstellung von Registerstelleinrichtungen an Plattenzylindern von Bogenoffsetdruckmaschinen, wobei

    – Druckplatten (2) außerhalb der Druckmaschine bebildert werden und mit dem Teilbild (7) aufgebrachte Registermarken (8) zur Lagekontrolle des Teilbildes (7) aufweisen,

    – mit einer Plattenstanze Registerstanzungen (5) in den Bereich der Vorderkante (4) der Druckplatten (2) eingebracht werden,

    – Ist-Lagen der Registermarken (8) relativ zu den Registerstanzungen (5) mit Hilfe eines Registermarken-Messsystems (10, 15) ermittelt werden,

    – die Druckplatten (2) vor dem Befestigen auf den Plattenzylindern in formschlüssige Anlage mit korrespondierend zu den Registerstanzungen (5) angeordneten Registerstiften gebracht werden,

    – die Ist-Lagen der Registermarken (8) mit gespeicherten Soll-Lagen verglichen und daraus die Abweichungen zwischen Ist- und Soll-Lagen kompensierende Korrekturwerte für die Registerstelleinrichtungen ermittelt und an die Registerstelleinrichtungen übertragen werden und

    – die Lage der Druckplatten (2) mit den Registerstelleinrichtungen korrigiert wird,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    die Ist-Lagen der Registermarken (8) relativ zu den Registerstanzungen (5) während der Verweilzeit der Druckplatten (2) in der Plattenstanze durch ein Registermarken-Messsystem (10, 15) mit stationären Sensoren (10) im Bereich der Registermarken (8) erfasst werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vom Registermarken-Messsystem (10, 15) auch Form- oder Flächencodes in den Registermarken (8) gelesen werden, die Informationen über den Druckauftrag, die den Druckauftrag abarbeitende Druckmaschine und/oder die Druckfarbe/das Druckwerk geometrisch codieren zum Zwecke der Druckplattenidentifikation und der druckwerkbezogenen Adressierung der Korrekturwerte.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Registermarken-Messsystem (10, 15) ermittelten Lageabweichungen der Registermarken (8) als Korrekturwerte nach dem JDF-Standard an ein übergeordnetes Daten-Managementsystem übergeben werden und die Korrekturwerte bei der Auftragsabarbeitung vom Managementsystem als Registervoreinstellwerte an die Registerstelleinrichtungen des der Druckplatte (2) zugeordneten Plattenzylinders zur automatisierten Registervoreinstellung übertragen werden.
  4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Integration eines Registermarken-Messsystems (10, 15) mit stationären Sensoren (10) in die Plattenstanze, wobei die Sensoren (10) die Druckplatte (2) selektiv im Bereich von mindestens zwei Registermarken (8) erfassen.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine JDF-Schnittstelle des Registermarken-Messsystems (10, 15) für die Übertragung der Korrekturwerte an das übergeordnete Daten-Managementsystem.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (10) als optische Matrixsensoren ausgebildet sind.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (10) ortsfest über dem Stanzentisch (1) angeordnet sind.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (10) an Positioniermitteln auf verschiedene Registermarkenpositionen verschiebbar gelagert sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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