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Dokumentenidentifikation DE202004015498U1 23.03.2006
Titel Filtergewebe
Anmelder Haver & Boecker oHG, 59302 Oelde, DE
Vertreter Loesenbeck und Kollegen, 33602 Bielefeld
DE-Aktenzeichen 202004015498
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 23.03.2006
Registration date 16.02.2006
Application date from patent application 06.10.2004
IPC-Hauptklasse D03D 1/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D21F 1/10(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Filtergewebe, vorzugsweise zur Tiefenfiltration, welches sich kreuzende Kett- und Schussfäden aufweist, die in einer bestimmten Bindungsart miteinander verwebt sind.

Das in Rede stehende Filtergewebe wird für Filter und Filtereinrichtungen in den unterschiedlichsten Bauformen bzw. Ausführungen verwendet. Bevorzugt wird es jedoch eingesetzt, wenn feste Partikel mit einer relativ geringen Oberfläche aus einem Stoff herausgefiltert werden sollen. Dieser Stoff kann beispielsweise Luft oder eine Flüssigkeit in Form einer Emulsion sein. So ist es bekannt, dass Filtergewebe aus feinen Metalldrähten eingesetzt werden, wenn beispielsweise die Größe der auszufilternden Partikel kleiner 5&mgr;m sind. Die Festigkeit dieser entsprechend feinen Metalldrähte ist relativ gering, so dass die Handhabung der Drähte sehr sorgsam erfolgen muss. Darüber hinaus ist ein solches Filtergewebe aufgrund der Verwendung der als sehr fein anzusehenden Metalldrähte kostenintensiv.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Filtergewebe der eingangs näher beschriebenen Art so zu gestalten, dass es kostengünstig und somit wirtschaftlich hergestellt werden kann, wobei die Forderung erfüllt sein muss, dass die auszufilternden Partikel eine Größe haben, die unter 40&mgr;m, vorzugsweise unter 10&mgr;m liegt. Darüber hinaus soll die Stabilität erhalten bleiben.

Die gestellte Aufgabe wird gelöst, indem ein Anteil der Kett- und/oder der Schussfäden des Filtergewebes aus monofilen und/oder multifilen Fäden besteht und dass der restliche Anteil der Kett- und/oder der Schussfäden aus Metall- oder Kunststoffdrähten gebildet ist.

Das in Rede stehende Filtergewebe könnte auch als Misch- oder Hybridgewebe bezeichnet werden, da es aus Fäden mit einem zweifachen Ursprung besteht, das heißt, aus monofilen und/oder multifilen Fäden gebildet ist. Als Fäden werden solche Erzeugnisse gesehen, die „endlos" sind und die einen relativ geringen Durchmesser haben. So wird beispielsweise ein monofiler Faden als ein Einzelfilament angesehen, dessen Durchmesser mindestens 0,1 mm beträgt. Ein multifiler Faden ist ein Filamentbündel, welches aus mehreren Filamenten besteht, wobei als Filamentimmer ein Elementarfaden zu sehen ist.

In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die monofilen und multifilen Kett- und/oder Schussfäden aus nicht metallischen Materialien hergestellt sind. In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die monofilen und/oder multifilen Fäden aus synthetischen oder organischen Stoffen bestehen. Die Auswahl dieser Stoffe richtet sich unter anderem nach dem jeweiligen Verwendungszweck. So ist vorgesehen, dass die multifilen Kett- und/oder Schussfäden aus synthetischen Fasergarnen oder Faserzwirnen bestehen. Diese multifilen Fäden können in bevorzugter Ausführung aus Polyester bestehen. Alternativ ist es jedoch auch möglich, dass die multifilen Fäden texturiert sind. Darüber hinaus könnten sie auch aus einem Kamm- oder Streichgarn hergestellt sein. Es ist ferner vorgesehen, dass die aus Metall bestehenden Kett- und Schussfäden aus einem nicht rostenden Stahl hergestellt sind. Die Durchmesser der Kett- und Schussfäden des Filtergewebes richten sich nach dem Verwendungszweck. Sie können gleich sein, sie können jedoch auch von einander abweichen. Die sich kreuzenden Kett- und Schussfäden aus einem Kunststoff können an den Kreuzungspunkten miteinander fixiert sein, beispielsweise durch eine thermische Behandlung. Dieses gilt auch für die aus den anderen Materialien hergestellten Kett- und Schussfäden. Zur Verbindung bzw. zur Fixierung werden dann geeignete Hilfsstoffe wie Kleber und dergleichen verwendet. Die Durchmesser der Kett- und Schussfäden sollten bei dem erfindungsgemäßen Filtergewebe unter 0,1 mm liegen. Die Reihenfolge der Kett- und Schussfäden aus den verschiedensten Werkstoffen erfolgt nach einem vorgegebenen Schema, beispielsweise könnte in der Kettrichtung der erste Faden aus Metall, der zweite Faden aus einem Multifilament, der dritte ebenfalls aus einem Multifilament und der vierte Faden wiederum aus Metall bestehen, wobei diese Anordnung beispielhaft zu sehen ist.

Anhand der beiliegenden Zeichnungen wird die Erfindung noch näher erläutert. Es zeigen:

1 einen Ausschnitt auf das erfindungsgemäße Filtergewebe in einer Draufsicht;

2 das Filtergewebe gemäß der 1 in einer Schnittdarstellung rechtwinklig zu den Kettfäden, und

3 eine Schnittdarstellung parallel zu den Kettfäden.

Das in den Figuren dargestellte Filtergewebe 10 ist aus Darstellungsgründen in einer stark vergrößerten Ausführung dargestellt. Die Kettfäden 11 verlaufen parallel und im Abstand zueinander. Die Kettfäden 11 werden von den quer dazu verlaufenden Schussfäden 12 gekreuzt. In nicht näher dargestellter Weise können die Kreuzungspunkte miteinander verbunden sein, wobei die Verbindung auch materialabhängig sein kann, beispielsweise werden die sich kreuzenden Kunststofffäden miteinander durch Wärmeeinwirkung verschweißt. Die Kett- und Schussfäden 11, 12 können in den bekannten Bindungsarten miteinander verwebt sein.

Die Durchmesser der Kett- und Schussfäden 11, 12 können gleich oder unterschiedlich sein. In der 1 wird beispielsweise ein Ausschnitt eines Gewebes dargestellt, bei dem die Schussfäden 12 den gleichen Durchmesser besitzen und die Durchmesser der Kettfäden 11 größer als die Durchmesser der Schussfäden 12 sind. Außerdem können die Kett- und Schussfäden 11, 12 in den an sich bekannten Webarten miteinander verbunden sein. Wie bereits erläutert, können die aus den unterschiedlichen Werkstoffen gebildeten Kett- und Schussfäden 11, 12, in Kettrichtung und Schussrichtung gesehen, nach einem bestimmten Schema miteinander kombiniert werden.

In der 1 ist eine mögliche Ausführung des Filtergewebes dargestellt. Bei dieser Ausführung ergibt sich, dass die Abstände zwischen den einzelnen Kettfäden 11 größer sind als die zwischen den einzelnen Schussfäden 12. Bei der gezeigten Ausführung sind sie sogar um ein Vielfaches größer. Ferner zeigt die 1, dass die Durchmesser der Kettfäden 11 größer sind als die der Schussfäden 12. Dies ist vorteilhaft, da die Kettfäden 11 die Stabilität des Filtergewebes zumindest zum größten Teil bestimmen, so dass die Filterwirkung überwiegend durch die Schussfäden 12 hervorgerufen wird. Die Durchmesser aller Kettfäden 11 und aller Schussfäden 12 sind untereinander gleich. Entgegen der Darstellung könnten sowohl die Kettfäden 11 und die Schussfäden 12 jeweils untereinander unterschiedlich sein.

Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Wesentlich ist, dass ein bestimmter Anteil der Kett- und/oder Schussfäden 11, 12 aus monofilen und/oder multifilen Fäden und/oder Garnen und/oder Zwirnen gebildet ist, wobei insbesondere die multifilen Fäden aus synthetischen oder organischen Stoffen bestehen.


Anspruch[de]
  1. Filtergewebe (10), vorzugsweise zur Tiefenfiltration, welches sich kreuzende Kett- und Schussfäden (11, 12) aufweist, die in einer bestimmten Bindungsart miteinander verwebt sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anteil der Kett- und/oder der Schussfäden (11, 12) des Filtergewebes (10) aus monofilen und/oder multifilen Fäden besteht, und dass der restliche Anteil der Kett- und/oder der Schussfäden (11, 12) aus Metall- oder Kunststoffdrähten gebildet ist.
  2. Filtergewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die monofilen und multifilen Fäden aus nicht metallischen Materialien bestehen.
  3. Filtergewebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die monofilen und/oder multifilen Fäden aus synthetischen und/oder organischen Stoffen bestehen.
  4. Filtergewebe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die multifilen Kett- und/oder Schussfäden (11, 12) aus synthetischen Fasergarnen oder Faserzwirnen bestehen.
  5. Filtergewebe nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die multifilen Fäden aus Polyester, aus Kammgarn, Streichgarn oder ähnlichen Materialien bestehen.
  6. Filtergewebe nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die aus Metall bestehenden Kett- und Schussfäden (11, 12) aus einem nicht rostenden Stahl bestehen.
  7. Filtergewebe nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchmesser der Kett- und Schussfäden (11, 12) gleich oder ungleich sind.
  8. Filtergewebe nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die aus einem Kunststoff bestehenden Kett- und Schussfäden (11, 12) in den Kreuzungspunkten miteinander verbunden sind, vorzugsweise durch eine thermische Behandlung.
  9. Filtergewebe nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die aus einem organischen oder synthetischen Stoff bestehenden Kett- und Schussfäden (11, 12) zumindest teilweise in den Kreuzungspunkten miteinander verbunden sind.
  10. Filtergewebe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchmesser der Kettfäden (11) größer sind als die der Schussfäden (12).
  11. Filtergewebe nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstände zwischen den einzelnen Kettfäden (11) größer sind als die zwischen den einzelnen Schussfäden (12).
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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