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Dokumentenidentifikation DE102004045904A1 30.03.2006
Titel Vorrichtung zum Aufbringen von Frostschutzmittel auf einen Fahrdraht, Verwendung einer Sprüheinrichtung und Schienenfahrzeug
Anmelder REBS Zentralschmiertechnik GmbH, 40885 Ratingen, DE
Erfinder Rebs, Alexander sen., 40885 Ratingen, DE
Vertreter COHAUSZ & FLORACK, 40211 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 20.09.2004
DE-Aktenzeichen 102004045904
Offenlegungstag 30.03.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.2006
IPC-Hauptklasse B05B 1/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B05B 17/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B60L 5/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B61K 13/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbringen von Frostschutzmittel auf einen Fahrdraht (4), von dem ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug mittels eines Stromabnehmers (2, 3) elektrische Energie annimmt. Darüber hinaus betrifft die Erfindung die Verwendung einer Sprüheinrichtung und ein mit einer Vorrichtung der voranstehend genannten Art ausgestattetes Schienenfahrzeug. Schließlich betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zum Ausbringen von Frostschutzmittel auf einen Fahrdraht. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht es, bei geringem, zielgerichtetem Verbrauch an Frostschutzmitteln und dementsprechend minimierter Belastung der Umwelt die Vereisung eines Fahrdrahts zu verhindern bzw. bestehende Eisbildungen zu beseitigen. Dies wird durch eine Sprüheinrichtung (S) gelöst, die das Frostschutzmittel entsprechend der Lage des Fahrdrahts (4) auf diesen sprüht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbringen von Frostschutzmittel auf einen Fahrdraht, von dem ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug mittels eines Stromabnehmers elektrische Energie abnimmt. Darüber hinaus betrifft die Erfindung die Verwendung einer Sprüheinrichtung und ein mit einer Vorrichtung der voranstehend genannten Art ausgestattetes Schienenfahrzeug. Schließlich betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zum Ausbringen von Frostschutzmittel auf einen Fahrdraht.

Fahrdrähte werden allgemein eingesetzt, um beispielsweise Schienenfahrzeuge oder andere elektrisch angetriebene Fahrzeuge, wie Oberleitungsbusse, mit der benötigten elektrischen Energie zu versorgen. Die Übertragung der elektrischen Energie auf das jeweilige Fahrzeug erfolgt dabei üblicherweise durch Stromabnehmer, die während der Fahrt entlang des Fahrdrahts schleifen oder an ihm abrollen.

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, also insbesondere in den Wintermonaten, besteht die Gefahr, dass der Fahrdraht vereist mit der Folge, dass kein einwandfreier Kontakt mehr zwischen dem Fahrdraht und dem Stromabnehmer besteht. Die dadurch verursachten Unterbrechungen bzw. Schwankungen der Energieversorgung können zu Beschädigungen insbesondere der Steuerung des Schienenfahrzeugs führen. So sind insbesondere elektronische Bauelemente, die in modernen, computergesteuerten Steuerungseinrichtungen eingesetzt werden, anfällig gegen Störungen der Stromversorgung.

Es ist versucht worden, die Vereisung eines Fahrdrahts durch Aufbringen von Frostschutzmitteln auf den Draht zu verhindern. Eine zu diesem Zweck in der Praxis eingesetzte Vorrichtung weist eine Filzrolle auf, die während der Fahrt auf dem Fahrdraht abrollt und gleichzeitig laufend mit Frostschutzmittel getränkt wird. Im praktischen Betrieb einer solchen Vorrichtung erweist es sich als besonders problematisch, dass große Mengen von Frostschutzmittel unkontrolliert von der Rolle tropfen und erhebliche Verschmutzungen am jeweiligen Fahrzeug sowie der Umgebung verursachen. Hinzukommt, dass der Fahrdraht aufgrund von Schwankungen des jeweiligen Fahrzeugs oder unpräziser Ausrichtung der zum Halten des Fahrdrahts eingesetzten Träger sowie bei Kurvenfahrt laufend seine Position in Bezug zu dem jeweiligen Stromabnehmer ändert. Diese Bewegungen erschweren das Nachführen der Rolle am Fahrdraht zusätzlich.

Ausgehend von dem voranstehend erläuterten Stand der Technik bestand die Aufgabe der Erfindung darin, eine Möglichkeit zu schaffen, bei geringerem, zielgerichteterem Verbrauch an Frostschutzmitteln und dementsprechend minimierter Belastung der Umwelt die Vereisung eines Fahrdrahts zu verhindern bzw. bestehende Eisbildungen zu beseitigen.

Diese Aufgabe ist zum einen durch eine Vorrichtung zum Aufbringen von Frostschutzmittel auf einen Fahrdraht, von dem ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug mittels eines Stromabnehmers elektrische Energie abnimmt, gelöst worden, bei der erfindungsgemäß eine Sprüheinrichtung vorgesehen ist, die das Frostschutzmittel entsprechend der jeweiligen Lage des Fahrdrahts auf diesen sprüht.

In entsprechender Weise ist die voranstehend genannte Aufgabe auch durch ein Verfahren zum Aufbringen von Frostschutzmittel auf einen stromführenden Fahrdraht, von dem ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug mittels eines Stromabnehmers elektrische Energie abnimmt, gelöst worden, bei dem erfindungsgemäß die Lage des Fahrdrahtes erfasst wird und bei dem abhängig von der jeweils erfassten Lage des Fahrdrahtes aus einer oder mehreren Düsen einer Sprüheinrichtung das Frostschutzmittel auf den Fahrdraht gesprüht wird.

Gemäß der Erfindung wird das Frostschutzmittel gezielt und unter minimalem Verbrauch auf den Fahrdraht aufgebracht, indem die jeweilige Lage des Fahrdrahts erkannt und die jeweils eingesetzte Sprüheinrichtung so angesteuert wird, dass das Frostschutzmittel in jeder Fahrsituation den Fahrdraht mit hoher Genauigkeit trifft. Die Genauigkeit der Ausbringung des Frostschutzmittels ist dabei so hoch, dass einerseits eine ausreichende Benetzung des Fahrdrahts mit Frostschutzmittel stets gewährleistet und andererseits die Ausbreitung von Frostschutzmittel in der Umgebung auf ein Minimum reduziert ist. So ist es auf besonders wirtschaftliche und resourcenschonende Weise möglich, auch bei unter dem Gefrierpunkt liegenden Temperaturen den sicheren Betrieb von elektrisch angetriebenen, über Stromabnehmer an einen Fahrdraht angeschlossenen Fahrzeugen zu gewährleisten. Gleichzeitig ist die Belastung der Umwelt durch das jeweils ausgebrachte Frostschutzmittel und die Gefahr von Verschmutzungen auf ein Minimum reduziert.

Besonders sparsam lässt sich das Frostschutzmittel dadurch auftragen, dass die Sprüheinrichtung das Frostschutzmittel mittels eines Gasstroms ausbringt. Als Gas wird dabei bevorzugt Luft eingesetzt.

Dementsprechend ist die oben angegebene Aufgabe auch dadurch gelöst worden, dass für das Aufbringen des Frostschutzmittels eine Sprüheinrichtung verwendet wird, die an einen Vorrat anschließbar ist, in dem ein fließfähiger Stoff bevorratet ist, und die mindestens einen Verteiler, der an den Vorrat angeschlossen ist und den fließfähigen Stoff mit einem Luftstrom auf mehr als eine Sprühdüse verteilt, sowie eine an eine Luftversorgung anschließbare Lufteinspeisung aufweist, die den Luftstrom derart in eine zu dem Verteiler führenden Versorgungsleitung leitet, dass er in einer turbulenten Strömung bis zu den Sprühdüsen strömt, dabei den fließfähigen Stoff zu den Sprühdüsen treibt und ihn beim Austritt in feiner Verteilung mitnimmt.

Sprüheinrichtungen der erfindungsgemäß verwendeten Art sind bisher nur zum Aufbringen von Schmierstoffen beispielsweise auf die Spurkränze von Schienenrädern oder auf Wälzlager von Walzgerüsten eingesetzt worden (DE 196 22 379 A1). Bei diesen Sprüheinrichtungen wird ein turbulent strömender Luftstrom durch die Versorgungsleitungen und Verteiler geleitet. Dieser Luftstrom treibt aufgrund der sich zwischen Luftstrom und Schmierstoff ausbildenden laminaren Grenzschichtströmung den zähflüssigen Schmierstoff entlang der Innenwände der Leitungen und der in den Verteilern ausgebildeten Kanälen voran. Der Vorteil einer derartigen Vorgehensweise beim Ausbringen und Verteilen von Schmierstoff besteht darin, dass den einzelnen Schmierstellen der dort jeweils benötigte Schmierstoff hochgenau zugeteilt werden kann. Überraschend hat sich nun herausgestellt, dass sich eine derartige Einrichtung auch zum Ausbringen auf einen Fahrdraht nutzen lässt, der seine Lage in Bezug auf die Sprüheinrichtung während des Fahrbetriebs laufend ändert.

Bevorzugt sind die Düsen der erfindungsgemäß eingesetzten Sprüheinrichtung so ausgebildet, dass das Frostschutzmittel als nebelartig fein verteilte Tröpfchen aus ihnen austritt. Auf diese Weise wird ein besonders sparsamer, gleichmäßiger Auftrag des Frostschutzmittels auf den Fahrdraht ermöglicht.

Das bezogen auf die Position des Fahrdrahts lagerichtige Ausbringen des Frostschutzmittels lässt sich dadurch bewerkstelligen, dass die Sprüheinrichtung mehr als eine Sprühdüse zum Ausbringen des Frostschutzmittels mit dem Gasstroms umfasst und die Sprühdüsen über einen sich quer zur Längserstreckung des Fahrdrahts erstreckenden Bereich verteilt angeordnet sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Sprühdüsen in gleichmäßigen Abständen montiert sind. Steuerungs- und montagetechnisch besonders einfach lässt sich der präzise Auftrag des Frostschutzmittels auf den Fahrdraht dabei dadurch ermöglichen, dass die Sprühdüsen in einer Linie angeordnet sind.

Wenn die Sprühdüsen einzeln oder gruppenweise mit dem Frostschutzmittel beaufschlagbar sind, lässt sich auch mit einer relativ geringen Anzahl von Sprühdüsen ein stets ausreichender Auftrag des Frostschutzmittels gewährleisten. So bringt beispielsweise dann, wenn der Fahrdraht unmittelbar über oder unter einer bestimmten Sprühdüse verläuft, nur diese Düse Frostschutzmittel aus. Verläuft der Fahrdraht dagegen in der Lücke zwischen zwei mit Abstand zueinander angeordneten Düsen, dann werden diejenigen Sprühdüsen, die die Lücke begrenzen, mit Frostschutzmittel beaufschlagt, um den Fahrdraht von beiden Seiten aus mit Frostschutzmittel zu überstreichen.

Die Erkennung der jeweiligen Lage des Fahrdrahts lässt sich gemäß einer weiteren praxisgerechten Ausgestaltung der Erfindung dadurch bewerkstelligen, dass eine Detektionseinrichtung zum Detektieren der Lage des Fahrdrahts und eine Steuereinrichtung vorgesehen sind, die in Abhängigkeit von der von der Detektionseinrichtung jeweils festgestellten Lage des Fahrdrahts Signale zum Beaufschlagen einer oder mehr als einer Sprühdüse abgibt.

Die Detektionseinrichtung umfasst dabei vorteilhafter Weise mindestens einen Sensor, der bei einer Annäherung des Fahrdrahts ein Signal an die Steuereinrichtung abgibt. Als Sensoren kommen grundsätzlich alle Detektoren in Frage, die bei Annäherung eines aus leitfähigem Material hergestellten Fahrdrahts ein Signal abgeben. So lassen sich beispielsweise auf dem Prinzip der kapazitiven Abtastung beruhende oder induktiv arbeitende oder magnetische Annäherungsschalter einsetzen.

Bei praktischen Versuchen mit erfindungsgemäßen Vorrichtungen als besonders geeignet herausgestellt haben sich Sensoren, die als induktive Näherungsschalter ausgebildet sind. Um bei einer eng benachbarten Anordnung, wie sie für eine zuverlässige Erkennung der Lage des Fahrdrahtes häufig erforderlich ist, gegenseitige Störungen solcher induktiven Näherungssensoren zu vermeiden, können benachbarte Sensoren unterschiedliche Resonanzfrequenzen aufweisen. Zweckmäßigerweise ist dabei jeder Sprühdüse ein Sensor zugeordnet. Die Sicherheit, mit der der Fahrdraht mit Frostschutzmittel benetzt wird, kann bei einer beabstandeten Anordnung der Sprühdüsen zusätzlich dadurch erhöht werden, dass jeder Lücke zwischen den Sprühdüsen jeweils ein Sensor zugeordnet ist. Dies ermöglicht es auf einfache Weise, immer dann, wenn der Fahrdraht im Bereich der Lücke zwischen zwei Düsen verläuft, diese beiden Sprühdüsen zu beaufschlagen, so dass der Fahrdraht von zwei Seiten aus mit Frostschutz überstrichen wird.

Um einen Überschlag der vom Fahrdraht geführten elektrischen Energie auf die in der Nähe des Fahrdrahts montierten Bauelemente einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zu verhindern, sollten die jeweils vorgesehenen Sensoren in einem Gehäuse angeordnet sein, das aus einem nicht leitenden Material hergestellt ist und die Sensoren elektrisch gegenüber der Umgebung isoliert.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung lässt sich in besonders wirksamer Weise an Schienenfahrzeugen einsetzen, die mit einem Stromabnehmer zum Abnehmen von elektrischer Energie von einem stromführenden Fahrdraht ausgestattet sind.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen jeweils schematisch:

1 einen Stromabnehmer eines Schienenfahrzeugs in einer Ansicht von Oben;

2 ein Schaltbild einer in Verbindung mit dem in 1 dargestellten Stromabnehmer eingesetzten Vorrichtung zum Aufbringen von Frostschutzmittel.

Der in 1 dargestellte, in an sich bekannter Weise ausgebildete Stromabnehmer 1 eines weiter nicht dargestellten Schienenfahrzeugs, beispielsweise einer Straßenbahn, umfasst zwei Stromschienen 2, 3, die mit Abstand zueinander quer zur Längserstreckung eines stromführenden Fahrdrahts 4 von einem Gestell 4a getragen werden. Mittig zwischen den Stromschienen 2, 3 ist ein Gehäuse 5 an dem Gestell 4a befestigt, das den Detektions- und Steuerteil der in 2 im Ganzen dargestellten Vorrichtung V zum Aufbringen von Frostschutzmittel auf den Fahrdraht 4 aufnimmt.

Das Gehäuse 5 ist aus Kunststoffmaterial gefertigt, so dass insbesondere zwischen dem Fahrdraht 4 und den im Gehäuse 5 angeordneten Bauelementen eine hohe elektrische Isolierung gewährleistet ist. Diese verhindert, dass der durch den Fahrdraht 4 mit hoher Spannung fließende Strom auf die im Gehäuse 5 enthaltenen Bauteile überspringt.

In Fahrtrichtung F vor dem Stromabnehmer 1 sind in einer sich quer zum Fahrdraht 4 ausgerichteten Reihe in gleichmäßigen Abständen A acht Sprühdüsen 613 angeordnet, deren Düsenöffnungen nach oben ausgerichtet sind. Die Sprühdüsen 613 bilden gemeinsam eine Sprüheinrichtung S, über die das jeweils benötigte Frostschutzmittel von unten gegen den Fahrdraht 4 gespritzt wird.

Die Sprühdüsen 613 sind über jeweils eine Versorgungsleitung 14 paarweise an jeweils einen Unterverteiler 15 angeschlossen. In jede der Versorgungsleitungen 14 ist ein Magnetventil 16 geschaltet, das die jeweilige Versorgungsleitung 14 in Abhängigkeit von einem Steuersignal verschließt oder öffnet.

Die betreffenden Steuersignale werden von einer Steuereinrichtung 17 abgesendet. Die Steuereinrichtung 17 empfängt Signale von Sensoren 18, 18a, 18b, 19, 19a, die im Gehäuse 5 angeordnet sind und gemeinsam eine Detektionseinrichtung zum Erfassen der jeweiligen Lage des Fahrdrahts 4 bilden. Acht Sensoren 1818b sind dabei in einer ersten quer zum Fahrdraht 4 ausgerichteten Reihe im selben Abstand A positioniert wie die Sprühdüsen 613. Gleichzeitig sind sie so ausgerichtet, dass in Förderrichtung F hinter jeder Sprühdüse 613 ein Sensor 18, 18a, 18b positioniert ist.

Eine zweite Reihe von Sensoren 19, 19a ist versetzt zu den Sensoren 18 der ersten Reihe dicht an den Sensoren 1818b anliegend so befestigt, dass sie die Lücken zwischen den Sensoren 1818b der ersten Reihe überdecken. Verbindet man die Mittelpunkte der Sensoren 1819a miteinander, so ergibt sich eine zickzackförmige Linie.

Die Sensoren 1819a sind als induktive Näherungsschalter ausgebildet. Um eine gegenseitige Störung der Sensoren 1819a zu vermeiden, weisen zumindest die unmittelbar benachbart zueinander positionierten Sensoren 1819a jeweils unterschiedliche Resonanzfrequenzen auf.

Gleichzeitig sind die Sensoren 1819a so beschaffen, dass sie bei Annäherung des Fahrdrahts 4 jeweils dasselbe Ereignis auslösen, das in der Absendung eines entsprechenden Detektionssignals an die Steuereinrichtung 17 besteht.

Die Detektionsbereiche der Sensoren 1819a überlappen einander derart, dass die gesamte Breite B lückenlos detektiert werden kann, über die der Fahrdraht 4 sich im Fahrbetrieb in Bezug auf die Sprühdüsen 613 und die Sensoren 18, 19 über die Stromschienen 2, 3 verschiebt.

Das Ausbringen des Frostschutzmittels aus den Sprühdüsen 613 erfolgt mit Hilfe eines Luftstroms, der turbulent durch die Versorgungsleitungen 14, 23, 25 und die Verteiler 15, 24 der Vorrichtung V strömt. Zu diesem Zweck weist die Vorrichtung V einen als Tank ausgebildeten, vom nicht gezeigten Schienenfahrzeug mitgeführten Vorrat 20 auf, in dem das Frostschutzmittel bevorratet wird. An die Abströmöffnung des Vorrats 20 ist ein Luftmischer 21 angeschlossen, in dem ein von einer Luftversorgung 22 zur Verfügung gestellter, unter einem Druck von ca. 8 bar stehender Luftstrom in eine Hauptversorgungsleitung 23 so eingespeist wird, dass er turbulent durch die Hauptversorgungsleitung 23 strömt.

Der in den Luftmischer 23 einströmende Luftstrom treibt aus dem Vorrat 20 ebenfalls in den Luftmischer 23 eintretendes Frostschutzmittel an den Innenflächen der Hauptversorgungsleitung 23 in Richtung eines Hauptverteilers 24. Der Hauptverteiler 24 verteilt den weiterhin turbulent strömende Luftstrom und das von ihm vorangetriebene Frostschutzmittel auf Versorgungsleitungen 25 auf, die wiederum zu den Unterverteilern 15 führen. Diese teilen den Frostschutzmittel-/Luftstrom wiederum gleichmäßig auf die von ihnen jeweils abgehenden Versorgungsleitungen 14 auf.

Im Fahrbetrieb schleifen die Stromschienen 2, 3 von unten am stillstehenden Fahrdraht 4 entlang. Dabei detektieren die Sensoren 18 und 19 laufend die Lage des Fahrdrahts 4 in Bezug auf die Position der Sprühdüsen 613. Sinken die Umgebungstemperaturen auf einen für die Eisbildung kritischen Bereich, so gibt die Steuereinrichtung 17 ein Signal zum Öffnen des- bzw. derjenigen Magnetventile 16 ab, die derjenigen bzw. denjenigen der Sprühdüsen 613 zugeordnet sind, die sich im vom Fahrdraht 4 jeweils aktuell überstrichenen Bereich befinden. Stellen die Sensoren 613 beispielsweise fest, dass sich der Fahrdraht exakt über einem der Sensoren 18 der ersten Reihe befindet, so wird durch Öffnung des zugehörigen Magnetventils 16 nur diejenige der Sprühdüsen 613 geöffnet, die in Fahrtrichtung F unmittelbar in gerader Linie vor demjenigen Sensor 18 angeordnet ist, über dem der Fahrdraht 4 sich gerade befindet. Stellen die Sensoren 18, 19 (hier die Sensoren 18a, 18b und 19a) jedoch fest, dass, wie in 1 dargestellt, der Fahrdraht 4 gerade über den Bereich der Lücke zwischen zwei Sprühdüsen (hier die Sprühdüsen 9, 10) verläuft, so gibt die Steuereinrichtung 17 Signale zum Beaufschlagen der beiden diese Lücke begrenzenden Sprühdüsen 9, 10 mit dem Frostschutzmittel-/Luftstrom. Der Fahrdraht 4 wird dann von beiden Seiten von dem von den jeweiligen Sprühdüsen 9, 10 ausgebrachten, von dem Luftstrom transportierten fein verteilten Frostschutzmittelnebel benetzt. Auf diese Weise ist unabhängig davon, wo sich der Fahrdraht jeweils in Bezug auf die Sprühdüsen 613 befindet, sichergestellt, dass stets nur soviel Frostschutzmittel ausgebracht wird, wie tatsächlich zum Enteisen bzw. Eisfreihalten des Fahrdrahts 4 benötigt wird.

1Stromabnehmer 2, 3Stromschienen 4Fahrdraht 4aGestell 5Gehäuse 6–13Sprühdüsen 14Versorgungsleitung 15Unterverteiler 16Magnetventil 17Steuereinrichtung 18–19aSensoren 20Vorrat 21Luftmischer 22Luftversorgung 23Hauptversorgungsleitung 24Hauptverteiler 25Versorgungsleitungen AAbstände zwischen den Sprühdüsen 613 FFörderrichtung VVorrichtung zum Aufbringen von Frostschutzmittel

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Aufbringen von Frostschutzmittel auf einen Fahrdraht (4), von dem ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug mittels eines Stromabnehmers (2, 3) elektrische Energie abnimmt, gekennzeichnet, durch eine Sprüheinrichtung (S), die das Frostschutzmittel entsprechend der Lage des Fahrdrahts (4) auf diesen sprüht.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprüheinrichtung (S) das Frostschutzmittel mittels eines Gasstroms gegen den Fahrdraht (4) sprüht.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprüheinrichtung (S) das Frostschutzmittel als nebelartig fein verteilte Tröpfchen ausbringt.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasstrom ein Luftstrom ist.
  5. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprüheinrichtung (S) mehr als eine Sprühdüse (613) zum Ausbringen des Frostschutzmittels mit dem Gasstrom umfasst und dass die Sprühdüsen (613) über einen sich quer zur Längserstreckung des Fahrdrahts (4) erstreckenden Bereich verteilt angeordnet sind.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprühdüsen (613) in gleichmäßigen Abständen (A) angeordnet sind.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprühdüsen (613) in einer Linie angeordnet sind.
  8. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprühdüsen (613) einzeln oder gruppenweise mit dem Frostschutzmittel beaufschlagbar sind.
  9. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Detektionseinrichtung zum Detektieren der Lage des Fahrdrahts (4) und eine Steuereinrichtung (17) vorgesehen sind, die in Abhängigkeit von der von der Detektionseinrichtung jeweils detektierten Lage des Fahrdrahts (4) Signale zum Beaufschlagen einer oder mehr als einer Sprühdüsen (613) abgibt.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionseinrichtung mindestens einen Sensor (1819a) umfasst, der bei einer Annäherung des Fahrdrahts (4) ein Signal an die Steuereinrichtung (17) abgibt.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1819) als induktiver Näherungsschalter ausgebildet ist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als ein Sensor (1819) vorhanden ist und benachbarte Sensoren (1819) unterschiedliche Resonanzfrequenzen aufweisen.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12 und einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Sprühdüse (613) ein Sensor (18) zugeordnet ist.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13 und einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Lücke zwischen den Sprühdüsen (613) jeweils ein Sensor (19) zugeordnet ist.
  15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren (1819) in einem Gehäuse (5) angeordnet sind, das aus einem nicht leitenden Material hergestellt ist, das mindestens die Sensoren (1819) elektrisch gegenüber der Umgebung isoliert.
  16. Verwendung einer Sprüheinrichtung (S), die an einen Vorrat (20) anschließbar ist, in dem ein fließfähiger Stoff bevorratet ist, und die mindestens einen Verteiler (15, 24), der an den Vorrat (20) angeschlossen ist und den fließfähigen Stoff mit einem Luftstrom auf mehr als eine Sprühdüse (613) verteilt, sowie eine an eine Luftversorgung (22) anschließbare Lufteinspeisung (21) aufweist, die den Luftstrom derart in eine zu dem Verteiler (15, 24) führende Versorgungsleitung (23) leitet, dass er in einer turbulenten Strömung bis zu den Sprühdüsen (613) strömt, dabei den fließfähigen Stoff zu den Sprühdüsen (613) treibt und ihn beim Austritt in feiner Verteilung mitnimmt, zum Ausbringen von Frostschutzmittel.
  17. Schienenfahrzeug, das mit einem Stromabnehmer (2, 3) zum Abnehmen von elektrischer Energie von einem stromführenden Fahrdraht (4) und einer gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14 ausgebildeten Vorrichtung ausgestattet ist.
  18. Verfahren zum Aufbringen von Frostschutzmittel auf einen stromführenden Fahrdraht (4), von dem ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug mittels eines Stromabnehmers (2, 3) elektrische Energie abnimmt, bei dem die Lage des Fahrdrahtes (4) erfasst wird und bei dem abhängig von der jeweils erfassten Lage des Fahrdrahtes (4) aus einer oder mehreren Düsen (613) einer Sprüheinrichtung (S) das Frostschutzmittel auf den Fahrdraht (4) gesprüht wird.
  19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprüheinrichtung (S) das Frostschutzmittel mittels eines Gasstroms ausbringt.
  20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasstrom ein Luftstrom ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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