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Dokumentenidentifikation DE202005018324U1 30.03.2006
Titel Wand- oder Flächenbekleidung
Anmelder Vitrulan Textilglas GmbH, 95509 Marktschorgast, DE
Vertreter Lindner Blaumeier & Kollegen Patent- und Rechtsanwälte, 90402 Nürnberg
DE-Aktenzeichen 202005018324
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.03.2006
Registration date 23.02.2006
Application date from patent application 22.11.2005
IPC-Hauptklasse D06N 7/00(2006.01)A, F, I, 20051122, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Wand- oder Flächenbekleidung mit einer armierenden, ein Gewebe und/oder ein Faservlies aufweisenden Trägerschicht.

Zur optisch ansprechenden Gestaltung von Innenwänden wird häufig ein Gewebe oder Vlies auf die Wand aufgebracht, welches zur Erhöhung der Strapazierfähigkeit mit einer Farbbeschichtung versehen werden kann. Diese dekorativen Wandbekleidungen sind meistens aus Glasfasergewebe bzw. Faservlies gefertigt. Sie werden häufig in Fluren, Treppenhäusern oder anderen Orten mit stark beanspruchter Wand, wie Räumen für Schulungszwecke, angebracht, da sie besonders widerstandsfähig sind und eine lange Haltbarkeit aufweisen.

In Büros, Planungs- und Besprechungsräumen, Schulen, Tagungsräumen usw. werden häufig Pinnwände verwendet, die aus einem paramagnetischen Material bestehen, an dem Permanentmagnete haften, unter denen dann beispielsweise Notizen festgeklemmt werden können.

Wird seitens des Kunden eine individuelle Ausgestaltung der Wände bzw. Flächen gefordert, so ist diese Forderung mit einer Standard-Pinnwand meist nicht realisierbar, da diese in den entsprechenden Farben und Oberflächenstrukturen nicht verfügbar sind. Daher wurde bereits vorgeschlagen, auf der Wand Metallplatten zu montieren und diese anschließend mit der Wandbekleidung zu überkleben. Nachteilig ist dabei jedoch, dass zwei Arbeitsgänge zur Verkleidung der Wand erforderlich sind, sowie dass es zu Haftungsproblemen auf den Metallplatten kommen kann. Durch die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten beider Materialien kann der meist verwendete Dispersionskleber keinen ausreichenden Verbund zur Oberfläche herstellen, wodurch es zur Blasenbildung kommen kann.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Wandbekleidung so auszugestalten, dass sie die geforderten magnetischen Eigenschaften aufweist und trotzdem eine einfache Verarbeitung ermöglicht.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einer Wand- oder Flächenbekleidung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass auf der Trägerschicht eine aus einer Mischung aus einem paramagnetischen Material und einem Haftmittel bestehende Beschichtung aufgebracht ist.

Die dekorative Trägerschicht ist entweder ein Dekogewebe oder ein Dekovlies, vorzugsweise besteht die Trägerschicht aus armierenden und hoch strapazierfähigen Glasfasern.

Damit ist es gelungen, die magnetisch wirksame Komponente einer solchen als Arbeits- oder Spielfläche nutzbaren Wandbekleidung unmittelbar mit einem dekorativen Gewebe oder Faservlies zu verbinden. Anschließend kann die erfindungsgemäße Wandbekleidung an der Wand aufgebracht werden. Das umständliche Befestigen von Metallplatten, auf denen es zu Haftungsproblemen kommen kann, entfällt vorteilhafterweise.

Die Beschichtung ist so ausgestaltet, dass handelsübliche Büro- und Organisationsmagnete ausreichend haften können. Hierbei ist es auch möglich, die Wandbekleidung durch Aufbringen von Farbe auf die Sichtseite optisch beliebig zu gestalten. Die vorliegende Erfindung stellt also eine vorteilhafte Verbindung einer dekorativen, vielseitigen und strapazierfähigen Wandbekleidung mit einer paramagnetischen Schicht zur Verfügung, die wie eine Pinnwand genutzt werden kann.

In besonders vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann das Haftmittel ein Haftkleber auf Kunststoffbasis sein. Als ideale Haftkleber haben sich Polymere mit einem Schmelzpunkt zwischen 60 °C und 130 °C, insbesondere 70 °C bis 90 °C, herausgestellt. Dies erleichtert den Auftrag der Magnetschicht beispielsweise in einem Pulverstreuverfahren. Da ein Haftmittel auf Kunststoffbasis verwendet wird, sind Partikel des paramagnetischen Materials in eine weiche Kunststoffmasse eingebettet. Die Wandbekleidung bleibt somit auch bei einer sehr hohen Konzentration des paramagnetischen Materials in der Mischung hinreichend flexibel und biegsam. Vorteilhafterweise ist die Wandbekleidung somit leicht zu verarbeiten.

Die bislang verwendeten Metallfolien oder Metallplatten weisen diesen Vorteil nicht auf.

Der Anteil des Haftmittels an der Mischung kann zwischen 5 und 40 Gewichtsprozent betragen. In diesem Bereich ist sowohl gesichert, dass eine gute Haftung an der Trägerschicht vorliegt, als auch dass eine hinreichende magnetische Wirkung erzielt wird.

Die Flächendichte des paramagnetischen Materials kann 500 bis 1.500 g/m2 betragen. Damit ist eine ausreichende Haftung handelsüblicher Büro- und Organisationsmagnete sichergestellt.

Als besonders geeignetes und in Pulverform einfach zu verarbeitendes paramagnetisches Material kann ein vorzugsweise pulverförmiges Metalloxid verwendet werden.

In einer Weiterbildung des Erfindungsgedankens kann vorgesehen sein, dass auf der Beschichtung ein der Trägerschicht gegenüberliegendes Vlies aufgebracht ist. Diese dünne Vliesschicht, die im Einbauzustand wandseitig anliegt, verhindert, dass sich beim Zuschneiden bzw. bei der Verlegung einzelne Metallpartikel aus dem Verbund herauslösen können. Zusätzlich verbessert die mikroporöse Struktur des Vlieses die Haftung auf dem Untergrund. Dabei kann die Flächendichte des Vlieses 10 bis 50 g/m2 betragen.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnung.

Die Figur zeigt einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Wandbekleidung.

Die Figur zeigt einen schematischen, nicht maßstabsgetreuen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Wandbekleidung 1. Im Einbauzustand nach außen hin, also sichtseitig, ist dabei ein dekoratives Glasfasergewebe 2 vorgesehen. Bei anderen Ausführungen kann alternativ ein Faservlies verwendet werden. Wandseitig folgt diesem eine mit dem Glasfasergewebe 2 durch ein Haftmittel, einen Kleber auf Kunststoffbasis, fest verbundene Beschichtung 3. Die Beschichtung 3 besteht aus einer Mischung aus einem paramagnetischen Material, im Ausführungsbeispiel einem Metalloxid, und dem Haftmittel auf Kunststoffbasis. Der Anteil des Haftmittels an der Mischung beträgt 20 Gewichtsprozent. Wandseitig wird die Wandbekleidung durch ein dünnes Glasvlies 4 abgeschlossen, das das Herauslösen von Partikeln aus der Mischung verhindert und die Haftung an der Wand oder Unterlage, die mit Hilfe von Dispersionskleber erreicht werden kann, begünstigt.

Eine Möglichkeit zur Herstellung der erfindungsgemäßen Wandbekleidung ist die folgende. Ein Faservlies oder Gewebe wird als Trägerschicht über ein Band einer Pulverstreueinrichtung zugeführt, in der die vorgefertigte Mischung in Pulverform enthalten ist. Die Mischungspartikel werden dabei in einem Pulverstreuverfahren auf das Gewebe oder Vlies aufgebracht. Danach werden die beiden Schichten, gegebenenfalls unter Erhitzen, verpresst. Da das verwendete Haftmittel auf Kunststoffbasis einen niedrigen Schmelzpunkt besitzt, schmilzt es während dieses Vorganges, sodass die Verbindung zwischen dem Gewebe oder Vlies und der Mischung gebildet wird und gleichzeitig die Partikel des paramagnetischen Materials in die Kunststoffmasse eingebettet werden. Abschließend kann bei Bedarf ein Vlies auf die Beschichtung aufgebracht werden.

Die Montage der Wandbekleidung erfolgt wie nachstehend beschrieben. Die Wandbekleidung wird mit einem Dispersionskleber permanent auf der Wand bzw. einem anderen Untergrund verklebt. Der Dispersionskleber haftet dabei an der Beschichtung bzw. dem dünnen Vlies sehr gut. Die Kanten der einzelnen Bahnen der Wandbekleidung werden dabei bündig auf Stoß gesetzt, sodass sich eine homogene Gesamtfläche ergibt. Nach dem Abtrocknen des Dispersionsklebers wird die Wandbekleidung noch zusätzlich mit einer hochwertigen Dispersions- oder Latexfarbe beschichtet.


Anspruch[de]
  1. Wand- oder Flächenbekleidung mit einer armierenden, ein Gewebe und/oder ein Faservlies aufweisenden Trägerschicht, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Trägerschicht eine aus einer Mischung aus einem paramagnetischen Material und einem Haftmittel bestehende Beschichtung (3) aufgebracht ist.
  2. Wand- oder Flächenbekleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Dekogewebe oder Dekovlies ausgebildet ist.
  3. Wand- oder Flächenbekleidung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Haftmittel ein Haftkleber auf Kunststoffbasis ist.
  4. Wand- oder Flächenbekleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Haftmittel ein Polymer mit einem Schmelzpunkt zwischen 60°C und 130°C, insbesondere zwischen 70°C und 90°C, ist.
  5. Wand- oder Flächenbekleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Haftmittels an der Mischung zwischen 5 und 40 Gewichtsprozent beträgt.
  6. Wand- oder Flächenbekleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flächendichte des paramagnetischen Materials 500 bis 1.500 g/m2 beträgt.
  7. Wand- oder Flächenbekleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das paramagnetische Material ein vorzugsweise pulverförmiges Metalloxid ist.
  8. Wand- oder Flächenbekleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Beschichtung (3) ein der Trägerschicht gegenüberliegendes Vlies (4) aufgebracht ist.
  9. Wand- oder Flächenbekleidung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies (4) eine Flächendichte von 10 bis 50 g/m2 aufweist.
  10. Wand- oder Flächenbekleidung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe und/oder das Faservlies aus Glasfasern besteht.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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