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Dokumentenidentifikation DE102004047327A1 06.04.2006
Titel Verfahren und System zum automatischen Bearbeiten eines Jobtickets für einen Druckprozess
Anmelder Océ Printing Systems GmbH, 85586 Poing, DE
Erfinder Bodart, Jean-Marc, Louvain-la-Neuve, BE;
Lefebvre, Didier, Limal, BE
Vertreter Schaumburg, Thoenes, Thurn, Landskron, 81679 München
DE-Anmeldedatum 29.09.2004
DE-Aktenzeichen 102004047327
Offenlegungstag 06.04.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.04.2006
IPC-Hauptklasse G06F 3/12(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und System zum automatischen Bearbeiten eines Jobtickets für einen Druckprozess.
Das Jobticket entspricht dem JDF-Format, das heißt, dass es Intent-Anweisungen enthält, die im Laufe des Druckprozesses konkretisiert werden. Das Konkretisieren wird als Auflösen bezeichnet.
Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Auflösen mittels Templates erfolgt, die automatisch anhand ihres Namens und der im Jobticket aufgeführten Ressourcen ausgewählt werden. Die Templates werden dann im Jobticket dem Knoten, der die aufzulösende Intent-Anweisung enthält, untergeordnet. Die Templates können hierbei einen Abschnitt einer Baumstruktur umfassen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zum automatischen Bearbeiten eines Jobtickets für einen Druckprozess.

In das Druckerbuch, Technik und Technologien der OPS-Hochleistungsdrucker, Ausgabe 5a, Oktober 2000 (ISBN 3-00-001019-X) ist im Kapitel 14 ein Order Distribution System (ODS) beschrieben, das auch als Workflow Manager bezeichnet wird. Mit diesem Order Distribution System kann der gesamte digitale Druckprozess gesteuert werden, der eine Druckvorstufe, einen Hochleistungsdrucker und eine Endbearbeitung umfasst. In der Druckvorstufe werden Bild- und Textdateien aus unterschiedlichen Quellen, wie Scanner, Digitalkamera, Datenträger oder ein Computernetzwerk zusammengeführt und an einer Layoutstation in ihre endgültige Form gebracht. Anschließend wandelt ein Druckertreiber die auf verschiedenen Plattformen erstellten Daten zum Beispiel in Postscript-Dateien um. Diese Dateien können dann zum Druck an einen Printserver weitergegeben werden. Printserver konvertieren die Daten in komprimierte Bitmaps, die voll automatisch ausgeschossen werden und an das Drucksystem weitergleitet werden. Der Printserver steuert den Druckvorgang. Die Endbearbeitung des Druckproduktes umfasst zum Beispiel das Binden oder Einfügen von Trennblättern.

Das Order Distribution System ist außerdem für die zentrale Verwaltung der Produktionsvarianten zuständig. Dazu gehört auch der Druckservice für Intranet- und Internetbenutzer. Das Order Distribution System informiert Anwender über freigegebene Produktionsvarianten, nimmt Druckaufträge samt digitaler Auftragstasche an, veranlasst die automatische Abarbeitung bis zum Druck. Das Order Distribution System überwacht auch die korrekte Ausführung der ausgewählten Druck- und Nachverarbeitungsoptionen.

Das Order Distribution System arbeitet hier sogenannte Jobtickets ab. Ein Jobticket ist eine Datei, die vom Anwender beim Erstellen des Druckauftrages erstellt wird, in der alle Angaben enthalten sind, die beim Druckvorgang auszuführen sind. Herkömmliche Jobtickets weisen eindeutige Anweisungen auf, die entsprechend umzusetzen sind.

Der Druckprozess wird zunehmend umfangreicher, da immer mehr Geräte in einen Druckprozess integriert werden, wodurch die Funktionsvielfalt zunimmt. Zudem werden durch das Internet und Intranet Druckprozesse zunehmend regional verteilt ausgeführt oder einem Pool von Druckern zugeordnet, die regional verteilt sein können. Außerdem müssen zunehmend Geräte unterschiedlicher Hersteller in einem Prozess zusammen arbeiten. Um diesen gestiegenen Anforderungen gewachsen zu sein, wurde eine einheitliche Spezifikation zum Austausch von Datenformaten im Druckprozess vereinbart, die als Jobdefinitionformat (JDF) bezeichnet wird. Hierzu gibt es ein korrespondierendes Jobnachrichtenformat (Job Messaging Formate bzw. JMF), das entsprechend spezifiziert ist. Die Spezifikation von JDF kann von der Internetseite www.cip4.org heruntergeladen werden, die zur Zeit aktuelle Spezifikation ist JDF Specification Release 1.2.

JDF ist ein XML-basiertes Format, bei dem die Anweisungen für den Druckprozess in einer Baumstruktur angeordnet sind. Jeder Knoten (node) der Baumstruktur umfasst eine Anweisung oder einen Satz von Anweisungen. Der oberste Knoten wird als Wurzel bw. Root bezeichnet. Die Endknoten an Verzweigungen werden als Blattknoten (leaf nodes) bezeichnet.

Die Besonderheit von JDF liegt darin, dass es sogenannte Intent-Knoten geben kann, die eine sehr allgemeine Anweisung für einen Druckprozess enthalten, die präzisiert werden muss, um an einem Gerät ausgeführt werden zu können. Diese Präzisierung, die auch als Auflösung (Resolution) bezeichnet wird, wird im Laufe des Druckprozesses von einem entsprechenden Controller ausgeführt, indem dem Intent-Knoten ein oder mehrere weitere Knoten untergeordnet werden, die die Anweisung des Intent-Knotens näher präzisieren. Diese Auflösung kann schrittweise erfolgen, d.h., dass einem Intent-Knoten schrittweise eine Kaskade von weiteren Knoten untergeordnet werden, wobei im letzten Knoten, dem Blattknoten, die exakten Anweisungen für das Gerät, insbesondere den Drucker, enthalten sind.

Die Auflösung der Intent-Anweisungen in präzisere Anweisungen bis zu den in den Blattknoten enthaltenen Befehlen erfolgt mittels Programmen, die ähnlich zu Gerätetreibern ausgebildet sind und die allgemeine Intent-Anweisungen in konkretere Intent-Anweisungen bzw. in konkrete Befehle für einen Drucker oder ein Gerät umsetzen. Bei dieser Umsetzung werden auch Angaben über Ressourcen berücksichtigt, die in den jeweiligen Knoten enthalten sind. Nach der JDF-Spezifikation sind alle Ressourcen alle Dinge, die verbraucht oder produziert werden. Sie umfassen physikalische Gegenstände, wie zum Beispiele Papier, Tinte, oder Daten in Form von Dateien oder Parametern. Eine Ressource hat eine XML ID, mit der sie im gesamten Jobticket identifiziert wird.

Diese Programme zum Verknüpfen der Intent-Anweisungen mit den Ressourcen zur Auflösung der Intent-Anweisungen erfordern viel Know-how sowohl über den Druckprozess an sich als auch erhebliche Softwarekenntnisse. Diese Umsetzungsprogramme sind ausschlaggebend dafür, ob ein Druckprozess nach der JDF-Spezifikation erfolgreich ausgeführt werden kann oder ob es bei der Implementierung der JDF-Spezifikation in einen Druckprozess Probleme gibt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein System zum automatischen Bearbeiten eines Jobtickets für einen Druckprozess zu schaffen, mit denen eine einfache Implentation der JDF-Spezifikation in den Druckprozess möglich ist.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein System mit den Merkmalen des Anspruchs 16 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum automatischen Bearbeiten eines Jobtickets für einen Druckprozess umfasst folgende Schritte:

  • – Einlesen eines Jobtickets mit einer Baumstruktur, in dem zumindest ein Intent-Knoten enthalten ist, in dem zumindest ein Template-Name und eine Ressource aufgeführt ist,
  • – Ermitteln von dem im Intent-Knoten angegebenen Template Namen und den im Intent-Knoten aufgeführten Ressourcen,
  • – Auswählen eines Templates, das den Template-Namen aufweist und das die Fähigkeiten besitzt, die im Intent-Knoten angegebenen Ressourcen zu be- bzw. verarbeiten,
  • – Einfügen des ausgewählten Templates in die Baumstruktur des Jobtickets, wobei es dem jeweiligen Intent-Knoten untergeordnet wird.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Auflösung bzw. Resolution von Jobtickets im JDF-Format mittels Templates ausgeführt. Den Templates sind Namen zugeordnet, wobei ein Name auch für mehrere Templates verwendet werden kann, sofern sich die Templates mit gleichem Namen bezüglich der Ressourcen unterscheiden. Templates sind Dateien, die Abschnitte eines Jobtickets enthalten, wobei in den Abschnitten Variablen anstelle von Werten eingesetzt werden können. Beim Einfügen eines Templates werden in die Variablen Werte eingesetzt, die aus einer für das Jobticket bestimmten Liste stammen oder allgemeine Vorgabewerte (default values) sind, die unabhängig vom Jobticket sind.

Durch die Verwendung von Templates zur Auflösung von JDF-Jobtickets ist es nicht mehr notwendig, spezielle Programme zu schreiben, die Intent-Anweisungen in Befehle für die Geräte umsetzen. Derartige Templates können von jemanden erstellt werden, der Erfahrung bezüglich des Druckprozesses besitzt, besondere Softwareerfahrung benötigt er hingegen nicht, da das XML-Format, in dem die Templates bzw. die Jobticket erstellt werden, einfach und schnell erlernbar ist.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine bestimmte Aufgabe im Druckprozess in Abhängigkeit von den Ressourcen durch unterschiedliche Anweisungen im Jobticket zu bearbeiten ist. Deshalb werden die entsprechenden Templates für eine bestimmte Aufgabe mit dem gleichen Namen versehen, die dann automatisch in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Ressourcen ausgewählt werden. Das Problem der Zuordnung präziser Anweisungen wird somit auf eine Auswahl in Abhängigkeit der Aufgabe, die durch den Namen des Templates definiert ist, und in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Ressourcen reduziert. Dieses Schema ist sehr einfach und kann ohne besondere Softwarekenntnisse umgesetzt werden.

Somit erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren eine einfache Implementation der JDF-Spezifikation in einen Druckprozess.

Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft näher anhand der Zeichnungen erläutert. Die Zeichnungen zeigen schematisch in:

1 ein System zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens in einem Blockschaltbild,

2 das Verfahren zum Auflösen von Intent-Anweisungen in einem Jobticket mittels Templates, und

3 den Ablauf des Verfahrens zum Auswählen eines geeigneten Gerätes, insbesondere Druckers für einen Druckprozess.

Das erfindungsgemäße Verfahren und System beruht auf der Anwendung des JDF-Formats, wie es Eingangs erläutert worden ist. Das JDF-Format, wie es aus JDF Specification Release 1.2 bekannt ist sowie der hierbei verwendete XML-Code werden bei der nachfolgenden Erläuterung der Erfindung als bekannt vorausgesetzt und nicht nochmals beschrieben. Die JDF Specification Release 1.2 wird vollinhaltlich inkorporiert.

Ein System 1 zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens weist ein Netzwerk 2 mit Datenleitungen zum Austausch von Daten auf. Dieses Netzwerk kann als Internet, ein Intranet oder ein lokales (LAN) oder ein überregionales (WAN) Netzwerk sein. Es kann selbstverständlich auch eine Kombination unterschiedlicher Netzwerktypen sein. Über dieses Netzwerk 2 sind ein oder mehrere Clients 3, ein oder mehrere Server bzw. Controller 4 verbunden. An den Servern bzw. Controllern 4 sind Geräte 5 zum Ausführen bestimmter Aufgaben des Druckprozesses angeschlossen. Diese Geräte 5 sind vor allem Drucker 5/1 bis 5/6 und Geräte 5/7, 5/8 zum Nachverarbeiten der bedruckten Medien 6, wie zum Beispiel ein Gerät zum Stanzen von Löchern 5/7 bzw. ein Gerät zum Binden der bedruckten Bögen.

Das zu bedruckende Medium 6 ist in der Regel Papier. Es kann jedoch auch aus einem anderen Material, wie zum Beispiel Folien, bestehen.

Das erfindungsgemäße System und das erfindungsgemäße Verfahren sind vor allem für mit digitalen elektrofotografischen Hochleistungsdruckern ausgeführte Druckprozesse vorgesehen. Derartige Verfahren sind zum einen im Vergleich zum Off-Set-Druckverfahren wesentlich flexibler, so dass sie auch für kleine Stückzahlen geeignet sind, andererseits sind sie mittlerweile derart leistungsfähig, dass sie auch zum Ausführen aufwändiger Druckprozesse, wie z. B. zum Erzeugen von Büchern in kleiner Auflage u.dgl. geeignet sind.

Die Clients 3 sind ans Netzwerk 2 angeschlossene Computer, auf welchen Anwendungsprogramme gespeichert sind und zur Ausführung gebracht werden, mit welchen zu druckende Dateien erzeugt werden. Diese Anwendungsprogramme können Textverarbeitungsprogramme sein, professionelle Layout-Programme, mit welchen Texte und Grafiken kombiniert werden und in einer zu druckenden Datei gespeichert werden. Bei der Verwendung des JDF-Formats wird in der Regel das Jobticket und eine weitere Datei, die die zu druckenden Daten enthält, erzeugt. Die Daten dieser beiden Dateien können auch in einer einzigen Datei gespeichert sein. Mit dem Jobticket nach dem JDF-Format wird zunächst das Ergebnis des Druckprozesses definiert. Bei der weiteren Bearbeitung des Druckauftrages wird das Jobticket derart präzisiert, dass es den Ablauf des Druckprozesses beschreibt, der auch als Workflow bezeichnet wird. Bei Verwendung des JDF-Formates wird am Client 3 das Ergebnis des Druckprozesses im Jobticket mit Intent-Anweisungen definiert. Solche Intent-Anweisungen beinhalten zum Beispiel lediglich die Angabe, dass ein Buch oder eine Zeitung gedruckt werden soll. Das Jobticket kann selbstverständlich auch weitergehende Angaben enthalten, falls sie vom Benutzer am Client 3 festgelegt worden sind.

Über das Datennetzwerk 2 werden das Jobticket und die zu druckenden Daten zu einem ersten Server 4/1 weitergeleitet. Dieser Server verteilt die Druckaufträge auf bestimmte Druckzentren 7, die jeweils eine oder mehrere Drucker 5 und einen entsprechenden Controller bzw. Server 4 umfassen. Ein Server für Druckprozesse, der auch als Druckserver bezeichnet wird, ist ein Computer, der geeignet ist, Druckaufträge auf einen von mehreren Druckern weiter zu leiten. Unter Controller versteht man hingegen eine digitale Steuereinrichtung, die einem bestimmten Gerät 5 bzw. einem bestimmten Drucker 5 zugeordnet ist. Sowohl ein Druckserver als auch ein Controller sind zur Verarbeitung von Daten mit einer CPU und Datenspeicher ausgerüstet und können das JDF-Jobticket auflösen. Deshalb sind für die Erfindung Controller und Server gleichwertig. Im folgenden werden sie deshalb ausschließlich als Server 4 bezeichnet.

In einem ersten Server 4/1, der die Druckaufträge zwischen zwei Druckzentren 7/1 und 7/2 verteilt, kann das Jobticket in einer ersten Stufe aufgelöst werden, indem zum Beispiel bestimmte Prozessschritte definiert werden. Umfasst ein Druckzentrum zum Beispiel nur Schwarz-Weiß-Drucker, so kann der erste Server 4/1 das Jobticket dahingehend weiter auflösen, dass der Druckauftrag in schwarz-weiß auszuführen ist.

Das Druckzentrum 7/1 umfasst einen Server 4/2 und drei Drucker 5/1 bis 5/3.

Das Druckzentrum 7/2 umfasst hingegen zwei Server 4/3 und 4/4, wobei der Server 4/3 zum Ansteuern dreier Drucker 5/4, 5/5 und 5/6 und der Server 4/4 zum Ansteuern zweier Nachbearbeitungsgeräte 5/7 und 5/8 zum Stanzen bzw. zum Binden der bedruckten Produkte aufweist.

Der Druckprozess umfasst alle Schritte, wie sie in 1 im Druckzentrum 7/2 dargestellt sind, beginnend mit dem Bedrucken eines Mediums 6 an einem der Drucker 5/4 bis 5/6 und einer Nachbearbeitung an zumindest einem der Nachbearbeitungsgeräte 5/7 bzw. 5/8.

Nachfolgend wird das Auflösen eines Jobtickets mit einer Intent-Anweisung beispielhaft anhand dem in 2 gezeigten Schema erläutert.

In 2 ist ein Jobticket 8 schematisch dargestellt, das einen Wurzelknoten (root node) aufweist. In diesem Wurzelknoten ist definiert, dass die zu druckenden Daten als „Report" gedruckt werden sollen und es ist angegeben, in welcher Datei (c:\temp\data.pdf) sich die Daten befinden und welche Art von Dateityp (PDF) diese Datei ist. In 2 sind lediglich die wesentlichen Ausschnitte der Definition eines solchen Wurzelknotens dargestellt. Hierbei wird zur Vereinfachung der Darstellung das XML-Format nicht eingehalten.

Der Begriff „Report" stellt einen Namen von einem Template dar. Im Jobticket 8 ist nicht definiert, wie ein solcher Report gedruckt wird.

Erreicht das Jobticket 8 einen der Server, in dem sich eine Resolution-Tabelle 9 befindet, die eine Reihe von Templates umfasst und ist ein geeignetes Template enthalten, so wird dieses Template ausgelesen und dem Wurzelknoten untergeordnet. Dieser Schritt wird als Intent-Auflösung 10 bzw. Intent-Resolution 10 bezeichnet.

Die Auswahl des Templates erfolgt zum einen in Abhängigkeit des in der Intent-Anweisung angegebenen Namens des Templates, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel „Report" lautet. Ein weiteres Kriterium zur Auswahl des Templates sind die Ressourcen, die im Jobticket 8 angegeben sind. Die Tabelle 9 enthält zum Beispiel zwei Templates mit der Bezeichnung „Report", die sich in ihren Fähigkeiten (capabilities) unterscheiden. Die Fähigkeiten sind ein Charakteristikum der Templates, die zu den Ressourcen der Jobtickets korrespondieren. Die Resolution-Tabelle 9 enthält ein Template „Report" mit der Fähigkeit, PDF-Dateien zu verarbeiten und ein weiteres Template mit der Bezeichnung „Report" mit der Fähigkeit Postscript-Dateien zu verarbeiten. Das Jobticket 8 enthält als Ressource den Datentyp PDF, weshalb aus der Tabelle 9 das Template „Report" für den Datentyp PDF ausgewählt wird. Die Definition dieses Templates wird ausgelesen und in das Jobticket eingefügt, wobei die Definition des Templates dem Wurzelknoten der Baumstruktur untergeordnet wird. Somit ergibt sich ein weiter aufgelöstes Jobticket 11.

Beim Einfügen der Definition eines Templates in einem Jobticket werden im Template enthaltene Variablen 12 durch entsprechende Werte 13 ersetzt. Diese Werte können zum einen den im Jobticket 8 angegebenen Ressourcen entnommen werden, zum anderen in einer für ein bestimmtes Jobticket erstellten Liste enthalten sein oder durch vorbestimmte Vorgabewerte (default values), die unabhängig vom Jobticket am Server 4, der die Auflösung ausführt, gespeichert sind, ersetzt werden. Hierdurch werden zumindest ein Teil der Anweisungen der Templates ausführbar gemacht.

Dem Wurzelknoten werden mit diesem Ausführungsbeispiel zwei Knoten Drucken bzw. Binden unmittelbar untergeordnet. Dem Knoten Drucken sind zwei weitere Knoten, nämlich PDF2PS und PS-Drucken untergeordnet. Der Knoten PDF2PS bedeutet, dass eine PDF-Datei in eine Postscript (PS)-Datei umgewandelt wird. Die entsprechenden Eingabe- und Ausgabedateien sind angegeben. Im Jobticket 11 stellen die Knoten PDF2PS und PS-Drucken Blattknoten der Baumstruktur dar, da sie unmittelbar an einem Server (PDF2PDS) bzw. an einem Controller eines Druckers (PS-Drucken) ausgeführt werden können.

Anhand dieses Beispiels wird die Einfügung eines einzelnen Templates in ein Jobticket gezeigt. Üblicherweise wird in ein Jobticket nicht lediglich ein Template sondern werden mehrere Templates eingefügt. D.h., dass eine allgemeine Intent-Anweisung durch Hinzufügen weiterer Knoten zunehmend konkretisiert wird. Ein Template kann, wie es im vorliegenden Beispiel auch der Fall ist, selbst mehrere Knoten umfassen. Die Auflösung der Intent-Anweisungen in konkrete Befehle zur

Ansteuerung eines Druckers kann auch schrittweise über mehrere Server verteilt erfolgen.

Für die Erfindung ist wesentlich, dass die Auflösung von Intent-Anweisungen durch Einfügen von Templates erfolgt, die aufgrund ihres Namens und ihrer Fähigkeiten ausgewählt werden. Mit diesem Schema lassen sich alle Teilprozesse eines Druckprozesses erfassen, da die einzelnen Teilprozesse jeweils zur Bewältigung einer bestimmten Aufgabe vorgesehen sind und von den zu Verfügung stehenden Ressourcen abhängen. Diese Ressourcen können hierbei Dateien, Eigenschaften von Dateien aber auch Gegenstände oder Eigenschaften von Gegenständen, wie zum Beispiel Papier oder das Format vom Papier sein.

Ändert sich die Ressource, so ist ein anderes Template auszuwählen. Würde zum Beispiel das Jobticket 8 in 2 als Dateityp PS für das Postscript-Format enthalten, so müsste das weitere Template mit der Bezeichnung „Report" ausgewählt werden, bei dem die Daten unmittelbar gedruckt werden, da sie bereits im Postscript-Format vorliegen und nicht mehr von einem PDF-Format in ein Postscript-Format umgesetzt werden müssen.

Dieses Schema der Templates ist sehr einfach nachvollziehbar ohne besondere Softwarekenntnisse. Ein Anwender kann somit, sofern er Grundkenntnisse im XML-Format besitzt, seine eigenen Templates definieren. Hochleistungsdrucksysteme werden üblicherweise von Personal betreut, das derartige Grundkenntnisse besitzt. Deshalb wird vorzugsweise auch ein Editor zum Editieren der Templates zur Verfügung gestellt.

Nachfolgend wird die Zuordnung eines bestimmten Druckauftrages zu einem Gerät, insbesondere einem Drucker, beispielhaft anhand dem in 3 gezeigten Schema erläutert.

Ein Druckauftrag wird am Client 3 erzeugt und umfasst in der Regel, wie es oben anhand von 1 erläutert ist, ein Jobticket und eine weitere Datei, die die zu druckenden Daten enthält. Das Jobticket entspricht dem JDF-Format.

Am Server 4 werden die Druckaufträge jeweils einem von mehreren Geräten zugeordnet. In 3 ist schematisch ein Druckerpool mit vier Druckern 5/9 bis 5/12 dargestellt.

Bei der Erfindung werden die Druckaufträge vom Server 4 nach zwei Kriterien, den Fähigkeiten (capabilities) und den Affinitäten (affinities) verteilt.

Das Kriterium der Fähigkeiten entspricht dem JDF-Format. Hierbei werden Merkmale/???/des Druckauftrages mit Fähigkeiten der einzelnen Drucker verglichen. Diese Fähigkeiten sind am Server in Form von den jeweiligen Druckern zugeordneten Listen gespeichert. Typische Fähigkeit, die bei diesem Vergleich berücksichtigt werden, sind:

Auto-routing enabled

Am Drucker muss die Fähigkeit „auto-routing" aktiv sein, sonst kann der Drucker kein automatisch vom Server weitergeleiteten Druckauftrag entgegen nehmen.

Color

Der Drucker ist in der Regel entweder für einfarbigen Druck (monochrom) oder mehrfarbigen Druck (CMYK) ausgebildet.

Duplexing

Der Drucker kann für einen oder mehrere Duplex-Mode eingestellt sein. Hierunter fallen z. B. einseitiger Druck, zweiseitiger Druck. Hiervon gibt es eine Reihe von Abwandlungen, bei welchen die Kanten, die Anordnung des Druckbildes auf dem Papier und dergleichen unterschiedlich verarbeitet werden.

Side switching enabled

Mit Side switching wird die Druckreihenfolge derart geändert, dass die Rückseite zuerst gedruckt wird. Dies ist bei einigen Anwendungen, wie z.B. dem Duplex-Druck, zweckmäßig.

Allowed user

An dem Gerät muss die Fähigkeit eingestellt sein, dass ein Benutzer dieses Gerät benutzen kann, damit ein Druckauftrag von diesem Benutzer an diesem Gerät bearbeitet werden kann,

Page threshold

An manche Geräten wird ein Seitenschwellwert vorgegeben, der den Bereich der zu druckenden Seiten eines einzelnen Druckauftrages festlegt. Bei dem Vergleich der Fähigkeiten wird am Druckserver 4 die Anzahl der Seiten des zu druckenden Dokumentes mit der Anzahl der Exemplare des zu druckenden Dokumentes multipliziert und das sich hieraus ergebende Produkt muss in dem vorgegebenen Bereich liegen.

Media

Das mit dem Druckauftrag angeforderte Druckmedium muss von dem Gerät unterstützt und an diesem Gerät vorhanden bzw. zuführbar sein.

Advanced paper handling (APH) enabled

Falls zum Beispiel eine Änderung des Druckmedium oder ein Bedrucken eines Einbandes im Druckauftrag gefordert ist, dann ist es notwendig, dass die Fähigkeit „advanced paper handling (APH)" aktiv ist.

Mailbox

Bei manchen Druckaufträgen ist es notwendig, dass eine Mailbox aktiviert ist, so dass zum Beispiel der Druckauftrag am Drucker erst durch Eingeben eines bestimmten Passwortes ausgelöst werden kann.

Falls am Server 4 festgestellt wird, dass keines der Geräte die durch den Druckauftrag geforderten Fähigkeiten erfüllt, so muss der Druckauftrag vom Server 4 als nicht ausführbar zurück gewiesen werden.

Falls nur ein einziges Gerät all die vom Druckauftrag geforderten Fähigkeiten erfüllt, wird diesem Gerät vom Server 4 der Druckauftrag zugewiesen. Hierbei werden die entsprechenden Dateien am Server 4 in eine bit-map-Datei umgesetzt und zum Drucker übertragen, der dann entsprechend der bit-map-Datei den Druckvorgang ausführt, oder der Druckauftrag wird in Form des Jobtickets und der korrespondierenden Datendatei zum Drucker übertragen, an dem mittels eines Controllers aus diesen Daten die bit-map-Datei zum Ansteuern des Druckvorganges erzeugt wird. Wird das Jobticket vom Server 4 zum Drucker 5 übertragen, so wird es am Server 4 weiter aufgelöst, in dem im Jobticket ein Knoten zum Ausführen des Druckauftrages auf diesem Drucker eingetragen wird.

Falls jedoch mehrere Geräte, die notwendigen Fähigkeiten erfüllen, dann wird mit der vorliegenden Erfindung das Kriterium der Affinitäten berücksichtigt.

Bei dem in 3 schematisch dargestellten Beispiel erfüllen die Drucker 5/9 und 5/10 die geforderten Fähigkeiten nicht. Für die weitere Auswahl stehen die Drucker 5/11 und 5/12 zur Verfügung.

Die Auswahl nach Affinitäten unterscheidet sich grundsätzlich von der Auswahl nach Fähigkeiten. Bei der Auswahl nach dem Kriterium der Fähigkeiten muss eine strenge Übereinstimmung zwischen den geforderten Fähigkeiten und den Fähigkeiten eines ausgewählten Druckers bestehen. Bei der Auswahl nach den Affinitäten hingegen, wird versucht, den geeignetsten Drucker bzw. das geeignetste Geräte aus einer Menge von geeigneten Geräten herauszufinden. Hierbei werden vom Druckauftrag gewünschte Affinitäten mit von den jeweiligen Druckern angebotenen Affinitäten verglichen.

Die Auswahl kann zum Beispiel dadurch erfolgen, dass das Gerät ausgewählt wird, das die meisten gewünschten Affinitäten erfüllt. Die einzelnen Affinitäten können jedoch auch mit einem Gewichtungsfaktor gewichtet sein, der umso größer ist, je bedeutender die jeweilige Affinität für die Auswahl des Gerätes ist. Hierbei wird das Gerät ausgewählt, das die vom Druckauftrag geforderten Affinitäten mit in der Summe dem größten Gewichtungsfaktor aufweisen.

Der Vergleich der Affinitäten kann auch erfolgen, indem die Affinitäten in einer bestimmten Reihenfolge geprüft werden, wobei bei einer Prüfung einer jeweiligen Affinität alle geeigneten Geräte berücksichtigt werden. Ergibt sich bei einer Affinität ein Vorteil für ein Gerät gegenüber allen anderen geeigneten Geräten, so wird dieses Gerät ausgewählt und die Prüfung der weiteren Affinitäten nicht mehr ausgeführt. Bei diesem Verfahren ist die Reihenfolge der Affinitäten von Bedeutung.Die wichtigen Affinitäten werden zuerst und die weniger wichtigen Affinitäten werden zum Schluss geprüft.

Nachfolgend sind einige Beispiele für Affinitäten aufgeführt:

APH inserts/unprinted covers

Es wird die Anzahl der Trennblätter und unbedruckten Umschläge, die das Gerät erzeugen kann, berechnet. Das Gerät mit der größten Anzahl wird bei Bedarf bevorzugt.

Finishing

Es gibt eine Vielzahl von Bearbeitungsschritten, die das Gerät ausführen kann. Das Gerät, das die größte Anzahl der vom Druckauftrag gewünschten Bearbeitungsschritte ausführen kann, wird bevorzugt. Beispiele für solche. Bearbeitungsschritte sind:

  • – Stapeln der bedruckten Bögen: es gibt mehrere Varianten, wie die bedruckten Bögen gestapelt werden können.
  • – Binden: Es gibt mehrere Varianten, wie ein Druckwerk gebunden werden kann (Drahtbindung, Klebebindung)
  • – Collating: Es wird geprüft, ob das Gerät das Collatinieren erlaubt.
  • – Stanzen: Hier wird geprüft, ob das Gerät Löcher stanzen kann.
  • – Falten: Hier wird geprüft, ob das Gerät eine gewünschte Faltung vornehmen kann.
Preferred device

In einem Druckauftrag kann ein bestimmtes Gerät als bevorzugtes Gerät angegeben sein. Dies wird mit dieser Affinität überprüft. Liegt eine Gewichtung von Affinitäten vor, so ist diese Affinität sehr hoch zu gewichten, da sie dem ausdrücklichen Wunsch des Erzeugers des Druckauftrages entspricht.

Mit der Affinität der Geräteverfügbarkeit wird geprüft, ob das Gerät sich im „Leerlauf" (idle) befindet ist, oder ob es „in Betrieb" (running) ist. Ein im Leerlauf befindliches Gerät wird bevorzugt.

Speed

Das Gerät mit der größten Verarbeitungsgeschwindigkeit wird bevorzugt.

Least recently used

Das am längsten nicht benutzte Gerät wird bevorzugt. Hierdurch wird beim Vorhandensein mehrerer gleichwertiger Geräte eine gleichmäßige Verteilung der Druckaufträge auf die Geräte bewirkt.

Wird ein bestimmtes Gerät ausgewählt, so wird im Jobticket ein weiterer Knoten erzeugt, der ein Blattknoten ist, da heißt, dass er unmittelbar am Gerät ausführbar ist.

Es gibt keine bestimmte Zuordnung dahingehend, dass ein bestimmtes Merkmal als Fähigkeit oder als Affinität zu prüfen ist. Vielmehr ist es auch möglich, bestimmte Merkmale, die bei der Prüfung der Fähigkeiten berücksichtigt werden auch bei der Prüfung der Affinitäten zu berücksichtigen. Merkmale, die bei der Prüfung der Fähigkeiten berücksichtigt werden, müssen gemäß dem JDF-Format mit den im Jobticket angegebenen Ressourcen verglichen werden. Die Affinitäten sind hingegen Merkmale einer jeden beliebigen Eigenschaft des Jobtickets und müssen nicht auf Merkmale der Ressourcen beschränkt sein.

Die Auswahl eines Gerätes nach Affinitäten, wie sie oben beschrieben ist, erlaubt in einem komplexen Druckprozess die Bestimmung des geeignetsten Gerätes, wobei die Bestimmung erst an einem Druckserver erfolgen muss, der in der Prozesskette den Druckern unmittelbar vorgeschaltet sein kann.

Bei herkömmlichen Verfahren wird das Gerät entweder vom Erzeuger des Druckauftrages ausgewählt oder manuell von einem Operator eines Druckservers.

Mit der Erfindung erfolgt die Auswahl des geeignetsten Gerätes zum eine automatisch und zum anderen wesentlich schneller, wobei auch mehrere Auswahlparameter, das heißt mehrere Affinitäten berücksichtigt werden können. Dies stellt eine wesentliche Steigerung der Qualität des Ablaufes des Druckprozesses dar.

Dies gilt insbesondere in Verbindung mit Druckaufträgen nach dem JDF-Format, bei welchem im Jobticket Intent-Anweisungen enthalten sind. Da diese Intent-Anweisungen sehr unspezifisch sind, kann zunächst auch völlig offen gelassen sein, welches Gerät zum Ausführen des Druckauftrages am geeignetsten ist. Erst im Laufe der Auflösung des Jobtickets werden die notwendigen Fähigkeiten näher definiert. Eine Auswahl alleine nach den Fähigkeiten ist jedoch im Hinblick auf Kosten, Geschwindigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität des Druckproduktes nicht immer optimal. Mit der zusätzlichen Auswahl nach Affinitäten kann der Druckprozess automatisch bezüglich Kosten, Geschwindigkeit, Wirtschaftlichket und Qualität des Druckprozesses optimiert werden, so dass mit einem solchen JDF-Druckprozess es möglich ist, den Druckauftrag zu Beginn der Erzeugung desselben möglichst unspezifisch zu halten und dennoch mit einer optimierten Geräteauswahl auszuführen, die zunächst nicht festgelegt ist.

Nachfolgend wird ein bevorzugtes Verfahren zum Aktualisieren der in einem Server gespeicherten Liste der Merkmale (z.B. Fähigkeiten, Affinitäten) eines Gerätes erläutert.

Nach dem JDF-Format werden auf eine bestimmte Anfrage („KnownDevices") eines Servers an ein Gerät, die aktuellen Merkmale des Gerätes übermittelt, wobei immer eine vollständige Liste aller Merkmale übertragen wird.

Bei dem erfindungsgemäß bevorzugten Verfahren kann ein Server die Anfrage dahingehend abwandeln, dass lediglich Änderungen der Merkmale des Gerätes (delta messages) übertragen werden. Auf eine solche Anfrage wird zunächst einmal die vollständige Liste der Merkmale vom Gerät zum Server übertragen und danach werden bei Änderungen lediglich nur die geänderten Merkmale der beschreibenden Daten übertragen.

Es kann auch eine gemischte Übertragung der Daten angefordert werden, wobei jede N-te Nachricht die vollständige Liste der Merkmale enthält und alle weiteren Nachrichten lediglich bloß die geänderten Merkmale des Gerätes enthalten. Diese gemischte Übertragung wird dann bevorzugt, wenn in regelmäßigen Abständen der Server mit den verbundenen Geräten synchronisiert werden soll. Für die automatische Auswahl eines Gerätes nach den Kriterien der Fähigkeiten bzw. der Affinitäten ist es notwendig, dass die entsprechenden Listen der Merkmale der Geräte aktuell sind. Mit den Verfahren der Übertragung von Nachrichten, die lediglich Daten der geänderten Merkmale enthalten (delta messages) kann das zu übertragende Datenvolumen begrenzt werden. Das ist bei einem großen verzweigten Drucksystem, bei dem grundsätzlich ein intensiver Austausch an Daten besteht, sehr von Vorteil.

Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausgestaltung der Server 4 (1) erläutert, gemäß der auf einem der Server 4 ein einem Client zugeordneter Speicherbereich 14 eingerichtet ist. Dieser Speicherbereich wird im folgenden als Client-Speicherbereich 14 bezeichnet.

Die Druckserver 4 weisen mächtige Funktionen zum Bearbeiten von zu druckenden Dokumenten auf. So können sie manchmal aus beliebigen Druckdatenströmen (z.B. AFT, PCL, PPDS, AFPDS, IPDS) in grafische Dateien anderer Formate, wie zum Beispiel dem PDF-Format, konvertieren. Diese Konvertier-Funktionen sind vorgesehen, um die mit dem Druckdatenstrom erhaltenen Daten in ein für den jeweiligen Drucker geeignetes Format umzusetzen. Manche dieser Druckformate sind sehr druckerspezifisch. Es gibt jedoch auch Formate, die nicht nur zum Drucken am Drucker eingesetzt werden, sondern auch anderweitig verwendet werden können. Am Client 3 wird dem Anwender ein Interface bereit gestellt, mit welchem der Anwender auf den Client-Speicherraum 14 an einen der Server 4 und damit auf die Druckdaten in den konvertierten Formaten zugreifen kann.

Dem Client-Speicherraum 14 ist am jeweiligen Server 4 ein Programmpaket zugeordnet, in welchem folgende Funktionen ausgeführt werden können:

View

Mit der Funktion view kann das im Client-Speicherbereich 14 abgelegte Dokument betrachtet werden. Mit dieser Funktion kann der Druckauftrag kontrolliert werden, bevor er zum Ausdruck gebracht wird. Dies ist in Verbindung mit der Verwendung des JDF-Formats sehr vorteilhaft, da hiermit kontrolliert werden kann, wie das ursprünglich nicht sehr genau definierte JDF-Jobticket aufgelöst und die Druckdaten dementsprechend umgesetzt worden sind.

E-Mail

Mit der Funktion e-Mail kann das Dokument versendet werden.

Send to Archiving

Die Funktion send to archiving erlaubt es, das Dokument an ein Archiviersystem zu übermitteln.

Follow-me

Die Funktion follow-me erlaubt es, einen Druckauftrag im Client-Speicherbereich 14 zu speichern, wobei der Druckauftrag an einem der Clients 3 abgegeben worden ist. Der Anwender kann dann zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt diesen Druckauftrag von einem weiteren Client, einem Server oder auch dem Drucker selbst, falls dieser entsprechende Eingabemittel aufweist, abgerufen und an einem vom Anwender ausgewählten Drucker zum Ausdruck gebracht werden. Die Auswahl des Druckers erfolgt hierbei erst mit dem Abruf des Druckauftrages aus dem Client-Speicherbereich 14. Diese Funktion bietet für den Anwender den Vorteil, dass er nicht bei der Erstellung des Druckauftrages den Ort, an dem die Druckdatei ausgedruckt wird, festzulegen hat, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, wenn er sich zum Beispiel an einem anderen Ort befindet, dort vor Ort den Druckauftrag aufrufen und ausdrucken lassen kann.

Das am Client 3 vorgesehene Interface zum Kommunizieren mit dem Server dient bei dieser Ausführungsform zum Aufgeben von Druckaufträgen, Überwachen der Druckaufträge und zum Organisieren des Client-Speicherbereichs 14.

Nachfolgend wird ein Verfahren zum automatischen Übermitteln von Druckaufträgen von einem Client zu einem Server erläutert.

Bei diesem Verfahren werden lokale Dateiverzeichnisse (folder) am Client oder einer beliebigen Stelle im Netzwerk als zu überwachende Dateiverzeichnisse (hot folder) konfiguriert. Auf diese zu überwachende Dateiverzeichnisse kann einer der Server 4 direkt zugreifen. Der Server 4 wird derart konfiguriert, dass er diese zu überwachenden Dateiverzeichnisse regelmäßig dahingehend überwacht, ob sie einen vollständigen Druckauftrag enthalten. Ein Druckauftrag umfasst eine Datei, die in einem zu druckenden Format (Postscript, PCL, TIFF oder PDF) vorliegt und ein JDF-Jobticket umfasst. Wird ein solcher vollständiger Druckauftrag in einem zu überwachenden Dateiverzeichnis abgespeichert, so liest einer der Server 4 diesen Druckauftrag aus und führt ihn der Weiterverarbeitung zu.

Bei einer Abwandlung dieser Überwachungsfunktion muss nicht ein vollständiger Druckauftrag eines zu überwachenden Verzeichnisses, sondern lediglich eine Datei in einem druckfähigen Format vorliegen. Diese Datei wird dann von einem der Server 4 gelesen und zusammen mit einem Vorgabe-JDF-Jobticket (default jobticket) weiter verarbeitet.

Die Erfindung kann folgendermaßen kurz zusammengefasst werden:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und System zum automatischen Bearbeiten eines Jobtickets für einen Druckprozess.

Das Jobticket entspricht dem JDF-Format, das heißt, dass es Intent-Anweisungen enthält, die im Laufe des Druckprozesses konkretisiert werden. Das Konkretisieren wird als Auflösen bezeichnet.

Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Auflösen mittels Templates erfolgt, die automatisch anhand ihres Namens und der im Jobticket aufgeführten Ressourcen ausgewählt werden. Die Templates werden dann im Jobticket dem Knoten, der die aufzulösende Intent-Anweisung enthält, untergeordnet. Die Templates können hierbei einen Abschnitt einer Baumstruktur umfassen.

1System 2Netzwerk 3Client 4Server/Controller 5Gerät 6Medium 7Druckzentrum 8Jobticket 9Resolution-Tabelle 10Intent-Resolution 11Jobticket 12Variable 13Wert 14Client-Speicherbereich

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum automatischen Bearbeiten eines Jobtickets für einen Druckprozess umfassend folgende Schritte:

    – Einlesen eines Jobtickets (8, 11) mit einer Baumstruktur, in dem zumindest ein Intent-Knoten enthalten ist, in dem zumindest ein Template-Name und eine Ressource aufgeführt ist,

    – Ermitteln von dem im Intent-Knoten angegebenen Template-Namen und den im Intent-Knoten aufgeführten Ressourcen,

    – Auswählen eines Templates, das den Template-Namen aufweist und das die Fähigkeiten besitzt, die im Intent-Knoten angegebenen Ressourcen zu be- bzw. verarbeiten,

    – Einfügen des ausgewählten Templates in die Baumstruktur des Jobtickets (8, 11), wobei es dem jeweiligen Intent-Knoten untergeordnet wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Template eine oder mehrere Variablen (12) enthält, die beim Einfügen des Templates in ein Jobticket (8, 11) automatisch durch einen Wert (13) ersetzt werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert einer der im Jobticket (8, 11) angegebenen Ressourcen entnommen wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert einer vorbestimmten Liste von Werten, die vorab für dieses Jobticket (8, 11) erstellt worden ist, entnommen wird oder als Wert ein vorbestimmter Vorgabewert verwendet wird, der unabhängig vom Jobticket (8, 11) gespeichert ist.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 – 4, dadurch gekennzeichnet, dass Druckaufträge von einem Server (4) in Abhängigkeit von zwei Kriterien, nämlich den Fähigkeiten (capabilities) und den Affinitäten (affinities) auf Geräte verteilt werden, an welchen die Druckaufträge ausgeführt werden.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Kriterium der Fähigkeiten dahingehend geprüft wird, ob die auswählbaren Geräte alle Fähigkeiten besitzen, um einen bestimmten Druckauftrag ausführen zu können.
  7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass Affinitäten der auswählbaren Geräte und der Druckaufträge verglichen werden, wobei Affinitäten zum einen Eigenschaften der Geräte und korrespondierende Merkmale der Druckaufträge sind, wobei ein Gerät ausgewählt wird, das bezüglich der Affinitäten einen Vorteil gegenüber allen anderen geeigneten Geräten aufweist.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Affinitäten in einer bestimmten Reihenfolge geprüft werden, wobei bei einer Prüfung einer jeweiligen Affinität alle geeigneten Geräte berücksichtigt werden, und ergibt sich bei der Prüfung einer bestimmten Affinität ein Vorteil für ein Gerät gegenüber allen anderen geeigneten Geräten, so wird dieses Gerät ausgewählt und die Prüfung der weiteren Affinitäten nicht mehr ausgeführt.
  9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerät ausgewählt wird, das die meisten vom Druckauftrag gewünschten Affinitäten erfüllt.
  10. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Affinitäten entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet sind und dass das Gerät ausgewählt wird, das die vom Druckauftrag geforderten Affinitäten mit in der Summe den größten Gewichtungsfaktor aufweist.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 – 10, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Server (4) Listen der Merkmale von Geräten gespeichert sind, die mit dem Server in Verbindung stehen, wobei die Listen regelmäßig aktualisiert werden, indem lediglich Änderungen der Merkmale des jeweiligen Gerätes übertragen werden.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in regelmäßigen Abständen vollständige Listen der Merkmale vom jeweiligen Gerät zum Server (4) übertragen werden und dazwischen lediglich Änderungen der Merkmale des jeweiligen Gerätes von dem Gerät (5) zum Server (4)übertragen werden.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 – 12, dadurch gekennzeichnet, dass lokale Dateiverzeichnisse an einem Client (3) oder einer beliebigen Stelle im Netzwerk (2) als zu überwachende Dateiverzeichnisse konfiguriert werden und einer der Server (4) diese Dateiverzeichnisse dahingehend überwacht, ob ein Druckauftrag vorliegt, und wenn dies der Fall ist, diesen Druckauftrag ausliest und der weiteren Verarbeitung automatisch überführt.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein Druckauftrag nur ausgelesen wird, wenn sowohl eine die zu druckenden Daten enthaltende Datei als auch ein korrespondierendes Jobticket umfasst.
  15. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine jede Datei in einem druckbaren Format ausgelesen wird und mit einem Vorab-Jobticket der weiteren Verarbeitung zugeführt wird.
  16. System zum automatischen Bearbeiten eines Jobtickets nach einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15, umfassend ein Netzwerk (2), über das zumindest ein Client (3), ein Server bzw. Controller (4) und ein Gerät (5) zum Ausführen eines Druckprozesses verbunden sind, wobei der Server bzw. Controller (4) zum Ausführen eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 15 ausgebildet ist.
  17. System nach dem Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Geräte (5) zumindest einen elektrophotographischen Drucker umfassen.
  18. System nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass am Server bzw. Controller (4) eine Software zum Ausführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 15 gespeichert ist.
  19. System nach einem der Ansprüche 16 – 18, dadurch gekennzeichnet, dass am Server bzw. Controller (4) ein Client-Speicherbereich (14) eingerichtet ist, der zur Ablage von in einem Druckformat konvertierten Druckdokumente dient und auf den mittels eines Interfaces von einem Client (3) zugegriffen werden kann.
  20. System nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass dem Client-Speicherbereich (14) einige Funktion, wie zum Beispiel Dokument betrachten, Dokument per e-Mail versenden, Dokument an ein Archivierungssystem übersenden und/oder Dokument für einen späteren Ausdruck zwischenspeichern, zugeordnet.
  21. System nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, ' dass die Funktion zum Zwischespeichern eines Druckauftrages derart ausgebildet ist, dass der Druckauftrag von einer beliebigen Stelle im Netzwerk aufgerufen werden kann und hierbei der Drucker, an dem er auszudrucken ist, ausgewählt werden kann.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
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B Arbeitsverfahren; Transportieren
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