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Dokumentenidentifikation DE102004015383B4 13.04.2006
Titel Kombinationsvorrichtung zur Registrierung der Unterkieferbewegungen in Bezug auf den Schädel einerseits und zur schädelgerechten Übertragung von Oberkiefermodellen in einen Artikulator andererseits
Anmelder SAM Präzisionstechnik GmbH, 82131 Gauting, DE
Erfinder Mack, Heinz, 80637 München, DE
Vertreter Steffens, J., Dipl.-Chem.,Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 82166 Gräfelfing
DE-Anmeldedatum 26.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004015383
Offenlegungstag 13.10.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.04.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.04.2006
IPC-Hauptklasse A61C 19/045(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61C 11/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   G08C 23/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kombinationsvorrichtung zur Registrierung der Unterkieferbewegungen in Bezug auf den Schädel mit der Bezugsebene Frankfurter Horizontale bzw. der Achs-Orbital-Ebene einerseits und zur schädelgerechten Übertragung von Oberkiefermodellen in einen Artikulator andererseits und eine Nasensattelabstützung dafür.

In der DE 33 12 245 C2 ist ein Gerät zur Bestimmung der Relativlage des Unterkiefers bei Unterkieferbewegungen mit optischen Sende- und Empfangseinrichtungen beschrieben, wobei jedoch ein exakter definierter und reproduzierbarer anatomischer Bezug nicht möglich ist.

Weitere Schriften zum Stande der Technik sind DE 102 36 333 A1, DE 102 18 435 A1, DE 102 09 025 A1, DE 41 12 080 A1, DE 37 06 473 C1, EP 0 242 522 A1 und US 44 59 109, die der vorliegenden Erfindung nicht näher kommen als die vorstehend abgehandelte DE 33 12 245 C2.

Darüber hinaus bekannt gewordene Vorrichtungen zur Registrierung der Unterkieferbewegungen in Bezug auf den Schädel dienen der exakten Erfassung der Gelenkbewegungen des Unterkiefers für diagnostische Zwecke, d.h. es sollen Aussagen über den pathologischen Zustand der Unterkiefergelenke getroffen werden können. Es geht dabei um die Erkennung von abnormen Bewegungsabläufen der Kiefergelenke durch den Einfluss von Muskulatur und/oder Diskus (Knorpelscheibe), um aus der ermittelten Diagnostik eine Therapieplanung abzuleiten, wobei die Bewegungsabläufe direkt im Gelenkbereich gemessen, aufgezeichnet und mittels Computer in die jeweils gewünschten Werte numerisch und graphisch ausgegeben werden.

Eine derartige Vorrichtung zur Registrierung der Unterkieferbewegungen ist unter der markenrechtlich geschützten Bezeichnung AXIOGRAPH im Handel und in der eigenen deutschen Patentschrift DE 44 41 991 C2 (Mack-12) des Anmelders beschrieben, auf die aus Offenbarungsgründen hier ausdrücklich Bezug genommen wird. Sie besteht im Wesentlichen aus

  • (a) einem an Nasensattel und Schläfenbereich festgelegten, verstellbaren oberen Registrierbogen mit

    – Nasensattel-Abstützung,

    – Mess-/Schreibplatten,

    – oberen Referenzanzeiger,

    – Positionierungseinrichtungen mit daran befindlichen Gehörgang-Stöpseln und Halterungszapfen für die Positionierung des unteren Registrierbogens, wobei die Positionierungseinrichtungen später durch die Mess-/Schreibplatten ausgetauscht werden,

    – einem senkrecht angeordneten Vertikalrahmen mit Trägerstützen, die im oberen Bereich mit einer einstellbaren Querstange, an der die Kopfauflage befestigt ist, verbunden sind und die im unteren Bereich mit seitlich verstell- und arretierbaren Seiten-Abstandshaltern versehen sind,

    – einem zwecks Parallelisierung der Seitenarme auf den vorderen Abstand der Seitenarme einstellbaren und an den Seitenarmen befestigbaren hinteren U-förmigen Hilfsrahmen aus Querprofil und arretierbaren Längsprofilen, und

    – einer in Längsrichtung feinjustierbaren und seitlich auf der vorderen Querstange verschiebbaren Nasensattel-Abstützung, und

    – einem Nackenband einerseits, und
  • (b) einem unteren Registrierbogen andererseits, der über einen Löffel oder eine Klemmeinrichtung mit dem beweglichen Unterkiefer verbunden ist, wobei

    – der untere Registrierbogen an beiden Seitenarmen, die an der Querstange befestigt sind, Einrichtungen aufweist, in die eine Schreib- und Messeinrichtung eingebracht ist, die die kontinuierliche Registrierung der Bewegungen in allen 3 Ebenen gestattet, d.h. die vertikalen und horizontalen Bewegungen aufzuschreiben und gleichzeitig die axialen Verschiebungen der horizontalen Bewegungen mechanisch, elektronisch, akustisch oder optisch zu messen und/oder über ein Zusatzgerät aufzuzeichnen gestattet,

    – der untere Registrierbogen zur Positionierung an den Halterungszapfen der Positionierungseinrichtung des oberen Registrierbogens am hinteren Ende der durch die Befestigungseinrichtungen geführte und mittels der Feststellschrauben arretierte Haltebuchsen aufweist, die auf die Halterungszapfen aufgesteckt werden, und wobei

    – nach dem Befestigen des Löffels oder der Befestigung einer entsprechenden Klemmeinrichtung am Unterkiefer und nach erfolgter Positionierung des oberen Registrierbogens und des unteren Registrierbogens die Positionierungseinrichtungen durch die Mess-/Schreibplatten und am unteren Registrierbogen die Haltebuchsen durch die Schreib- und Messeinrichtungen ersetzt werden.

Als nachteilig wurde bei dieser Vorrichtung die Tatsache empfunden, dass der untere Registrierbogen genau zu dem oberen Registrierbogen positioniert werden muß, wozu, wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, ein relativ großer mechanischer Aufwand nötig ist. Nur durch eine so genaue Positionierung können die Gelenkbewegungen des Unterkiefers direkt im Gelenkbereich mit der erforderlichen Genauigkeit erfasst werden.

Ein üblicher anatomischer Transferbogen ist beispielsweise in der eigenen deutschen Patentschrift DE 30 32 913 C2 (Mack-3) in Verbindung mit der eigenen deutschen Offenlegungsschrift DE 101 42 139 A1 (Mack-18) beschrieben, auf die aus Offenbarungsgründen voll Bezug genommen wird.

Der anatomische Transferbogen dient der Übertragung der Referenzebene (die durch die gedachte lineare Verbindung von drei anatomischen Referenzpunkten an der Schädelbasis des Patienten gebildet ist) vom Patienten in den Artikulator, um auf diese Weise die durch Abformungen hergestellten Kiefermodelle schädelgerecht, d.h. koordinatenrichtig in Bezug auf den Schädel im Artikulator (Simulator) zu positionieren. Nur so ist es möglich, die Funktionen des beweglichen Unterkiefers zum gegenüber dem Unterkiefer fest stehenden Oberkiefer richtig zu simulieren. Die drei anatomischen Referenzpunkte sind durch die beiden äußeren Gehörgänge und den Nasensattel vorgegeben.

Im Artikulator schädelgerecht montierte Modelle sind somit ebenfalls wesentlicher Bestandteil von Diagnostik und Therapie. Zur Einstellung der Okklusionsebene, von Kondylarbahnwinkeln, nach statistischen Mittelwerten und vor allem für die Montage mit Zentrik-Registrat ist die korrekte räumliche Beziehung der Modelle zur Referenzebene Voraussetzung.

Die Referenzpunkte für die Bezugsebene (Frankfurter Horizontalen) sind die höchsten Punkte der beiden äußeren Gehörgänge (Porion) und der tiefste Punkt der knöchernen Umrahmung der Augenhöhle (Orbitale).

Mittels optimierter Drehpunkte der schwenkbaren Seitenarme des anatomischen Transferbogens bleibt der Bißgabelträger in symmetrischer Positionierung. Der Bißgabelträger besteht vorzugsweise aus einer dreidimensional verstellbaren mechanischen Verbindung aus Stangen und Klemmen, insbesondere aus einer kardanischen Verbindung (siehe hierzu DE 195 30 536 A1 (Mack-15) und DE 101 14 798 A1 (Mack-17).

Die Nasensattel-Abstützung, die auf dem als Referenzpunkt dienenden Nasensattel aufliegt, ist der Distanzhalter zur Referenzebene und gewährleistet, dass der anatomische Transferbogen in richtigem Abstand zum Orbitale des Patienten liegt. Mittels der beiden am Transferbogen befindlichen Gehör-Stöpsel (Ohroliven) erfolgt die Orientierung des anatomischen Transferbogens an den Porion-Referenzpunkten (Porion gleich höchster Punkt des äusserer Gehörganges).

Aufgrund des ästhetischen Empfindens wird in der Zahnheilkunde gefordert, dass die Linie der Schneidekanten der Oberkieferzähne parallel zur Verbindungslinie der Pupillenmittelpunkte (Interpupillarlinie) liegt und dass das aus der Abformung des Oberkiefers entstandene Oberkiefermodell in gleicher (koordinatenrichtiger) Position vom Schädel in den Artikulator übertragen wird.

Aus diesem Grunde weist der anatomische Transferbogen vorzugsweise zusätzlich eine Peileinrichtung zu seiner Ausrichtung nach der Interpupillarlinie auf.

Mit dieser zusätzlich am anatomischen Transferbogen angebrachten Peileinrichtung (Nivellierhilfe) ist es möglich, auf einfache Weise den anatomischen Transferbogen, der in die beiden äußeren Gehörgänge eingesetzt ist und auf dem Nasensattel aufliegt, parallel zur Interpupillarlinie nachzunivellieren (Feineinstellung).

Vorzugsweise ist diese Nivelliereinrichtung ein Peilstab, der auf beiden Seiten des Halterungsteils der Nasenstütze parallel zum Mittelteil herausragt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, derartige Vorrichtungen (Axiographen) so zu gestalten, dass ohne einen solchen großen mechanischen Aufwand die gesamten Unterkieferbewegungen erfasst werden können und dass außerdem der obere Registrierbogen die Funktion eines üblichen anatomischen Transferbogens erfüllen kann, und einen üblichen anatomischen Transferbogen so auszurüsten, dass er seinerseits ebenfalls als Vorrichtung zur Registrierung der Unterkieferbewegungen in Bezug auf den Schädel dienen kann, sowie eine Nasensattelabstützung für eine derartige Vorrichtung anzugeben.

Gelöst wird die vorstehendangegebene Aufgabe gemäß der vorliegenden Erfindung durch die Merkmale des Anspruchs 1 und des Anspruchs 4. Weitere Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die Registrierung der gesamten Unterkieferbewegungen erfolgt somit nicht im Gelenkbereich, sondern es werden die dreidimensionalen Bewegungen des gesamten Unterkiefers selbst in Bezug auf den Schädel erfasst. Dies wird gemäß der vorliegenden Erfindung dadurch erreicht, dass die beiden Seitenarme des oberen Registrierbogens (Oberteil) des Axiograph bzw. des Transferbogens jeweils mit einer oberen Sensoren-Trägereinrichtung ausgerüstet werden, die mindestens drei Sende- oder Empfangseinrichtungen zum Senden oder Empfangen von elektronischen, optischen oder akustischen Signalen trägt, und der untere Registrierbogen des AXIOGRAPH® bzw. der Bissgabelträger mit Bissgabel des anatomischen Transferbogens durch ein mit einem Löffel versehenen Unterteil ersetzt wird (mit der das Unterteil am Unterkiefer befestigt wird), an dem eine untere Sensoren-Trägereinrichtung angebracht ist, welche die den Sende- oder Empfangseinrichtungen im Oberteil entsprechenden Empfangs- bzw. Sendeeinrichtungen trägt, die über entsprechende Leitungen oder andere Datenübertragungseinrichtungen, z.B. über Funk, mit der Datenverarbeitungsanlage verbunden sind.

Mit einer solchen Anordnung kann die mechanisch sehr aufwendige Positionierung und Kopplung des unteren Registrierbogens mit dem oberen Registrierbogen entfallen. Man erhält auf diese Weise mit dem die oberen Sensoren tragenden Registrierbogen (Oberteil) und dem Sensoren tragenden Unterteil eine berührungslose elektronische, optische oder akustische Registriereinrichtung, die man auch mit "Sensor-Axiograph" bezeichnen kann. In entsprechender Weise wird der anatomische Transferbogen in ein Oberteil mit entsprechenden Sensorenträgereinrichtungen ergänzt, der dann ebenfalls mit dem vorstehend beschriebenen Unterteil, das die unteren Sensorenträgereinrichtung trägt, als "Sensor-Axiograph" zur dreidimensionalen Erfassung aller Unterkieferbewegungen zum Einsatz kommen kann.

Da am oberen Registrierbogen (Oberteil) des Axiograph nicht nur die Sensoren-Trägereinrichtungen angebracht wurden, sondern im Frontbereich auch eine Einrichtung zur Aufnahme eines Bissgabelträgers mit Bissgabel, kann das Oberteil des neuen "Sensor-Axiograph" durch Anbringung des Bissgabelträgers mit der Bissgabel die Funktion eines anatomischen Transferbogens übernehmen.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit eine Kombinationsvorrichtung zur Registrierung der Unterkieferbewegungen in Bezug auf den Schädel mit der Bezugsebene Frankfurter Horizontale bzw. der Achs-Orbital-Ebene einerseits und zur schädelgerechten Übertragung von Oberkiefermodellen in einen Artikulator andererseits, die im wesentlichen besteht aus

  • (a) einem Oberteil, das am Kopf in Höhe des Nasensattels und der Schläfenbereiche angelegt wird und im wesentlichen aus einem U-förmigen Rahmen mit den beiden Seitenteilen und dem Querteil besteht, der der jeweiligen Kopfform angepasst werden kann und der an seinem Querteil Verstelleinrichtungen, eine Nasensattel-Abstützung, gegebenenfalls mit Nivelliereinrichtung, eine Einrichtung zur Aufnahme eines Bissgabelträgers mit Bissgabel aufweist und der weiterhin in den Endbereichen der beiden Seitenteile mit Einrichtungen für die Gehörgang-Stöpsel, mit Achsstiften, mit einer sich über die Schädeldecke erstreckenden Befestigungseinrichtung, mit einer am Nacken anliegenden Halterungseinrichtung sowie seitlich verstell- und arretierbaren Seiten-Abstandshaltern ausgerüstet ist und der schließlich an den beiden Seitenteilen mit jeweils einer oberen Sensoren-Trägereinrichtung ausgestattet ist, die mindestens drei obere Sende- oder Empfangseinrichtungen zum Senden oder Empfangen von elektronischen, optischen oder akustischen Signalen trägt, die über entsprechende Leitungen oder andere Datenübertragungseinrichtungen mit der Datenverarbeitungsanlage verbunden sind, und
  • (b) einem Unterteil, bestehend aus Bissgabel, Referenzstiften und einer unteren Sensoren-Trägereinrichtung, welche die den oberen Sende- oder Empfangseinrichtungen im Oberteil entsprechenden Empfangs- bzw. Sendeeinrichtungen trägt, die ebenfalls über entsprechende Leitungen oder andere Datenübertragungseinrichtungen mit der Datenverarbeitungsanlage verbunden sind, wobei die Sendeeinrichtungen (17) im Oberteil (1) und die Empfangseinrichtungen (22) im Unterteil (18) angeordnet sind oder umgekehrt, so dass aus den empfangenen Signalen Positionsbestimmungen berechnet werden können.

Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kombinationsvorrichtung, die sich vom oberen Registrierbogen des Axiograph ableitet, ist in den 1 und 2 dargestellt und ist dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Seitenarme des U-förmigen Rahmens des Oberteils parallel zueinander an einer vorderen Querstange verschiebbar angebracht sind, wobei die Enden der Seitenarme zusätzlich zwecks verschiebesicherer Positionierung des Oberteils am Kopf mit einem senkrecht angeordneten Vertikalrahmen verbunden sind, dessen Trägerstützen im oberen Bereich mit einer einstellbaren Querstange, an der die Kopfauflage befestigt ist, verbunden sind und im unteren Bereich mit seitlich verstell- und arretierbaren Seiten-Abstandshaltern versehen sind.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung, die sich vom anatomischen Transferbogen ableitet, ist in den 3 bis 5 dargestellt und zeichnet sich dadurch aus, dass der U-förmige Rahmen des Oberteils der Kombinationsvorrichtung im Wesentlichen aus zwei L-förmigen Seitenarmen besteht, die im Frontbereich über Drehlager mit einer Grundplatte an zwei gegenüberliegenden peripheren Drehpunkten scherenartig spreizbar verbunden und im Überlappungsbereich der Enden der Querschenkel der L-förmigen Seitenarme arretierbar sind, wobei

  • (a) die Drehlager im jeweiligen L-Knick der L-förmigen Seitenarme angeordnet sind, und
  • (b) die Grundplatte in der Mitte zwischen den Drehlagern ein Langloch aufweist, deren Längsränder parallel zur Längsachse des Oberteils verlaufen und durch das die Arretierungsvorrichtung, die die freien Enden der Querschenkel im Überlappungsbereich drehbar aber verschiebesicher durchdringt, hindurchragt.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Nasensattel-Abstützung 5 vorzugsweise so ausgebildet, wie sie in den 1 und 3 dargestellt ist, d.h. anstelle der bisher üblichen Nasion-Rolle hat die Nasensattel-Abstützung 5 die Form von zwei parallel zueinander verlaufenden Auslegern, die an ihren Enden umgebogen und von oben nach unten auseinander driften und auf diese Weise eine auf dem Nasensattel (Nasion) praktisch unverrückbare Auflage bilden. Dadurch ist es zusätzlich möglich, die übliche Profilabtastung von der Stirn über den Nasensattel fortzusetzen, was bei den bisherigen Nasion-Abstützungen nicht möglich ist.

Die Erfindung wird anhand der 1 bis 5, die aus sich heraus verständlich sind, erläutert, ohne sie jedoch darauf einzuschränken. Alle aus den Figuren ersichtlichen Details gehören mit zur Offenbarung, ebenso wie die Ausführungen in den eingangs zitierten Schutzrechten der Anmelderin.

In den 1 bis 5 haben die Bezugszeichen folgende Bedeutung:

1Oberteil 2Seitenteile des U-förmiger Rahmens 3Querteil des U-förmigen Rahmens 4Verstelleinrichtungen 5Nasensattel-Abstützung 6Nivelliereinrichtung 7Einrichtung zur Aufnahme des Bissgabelträgers 8Bissgabelträger 9Bissgabel 10Gehörgang-Stöpsel 10aGehörgang-Stöpsel-Trägereinrichtung 10bBohrung für Gehörgang-Stöpsel 11Achsstift 12sich über die Schädeldecke erstreckende Befestigungseinrichtung 13Träger für die Nasensattel-Abstützung 5 14am Nacken anliegende Halterungseinrichtung 15arretierbare Seiten-Abstandshalter 16obere Sensoren-Trägereinrichtung 17obere Sende- oder Empfangseinrichtung 18Unterteil 19Löffel zur Befestigung am Unterkiefer 20Referenzstifte 21untere Sensoren-Trägereinrichtung 22untere Sende- oder Empfangseinrichtung 23Querstange des U-förmigen Rahmens 24, 25Leitungen zur Datenverarbeitungsanlage 31Trägerstützen des Vertikalrahmens 32Querstange des Vertikalrahmens 33Kopfauflage 50, 51Querschenkel der L-förmigen Seitenteile 2 52, 53Drehlager 54Grundplatte 55Arretiervorrichtung

1 zeigt die erfindungsgemäße Kombinationsvorrichtung, die als Oberteil 1 den oberen Registrierbogen der Vorrichtung zur Erfassung der Unterkieferbewegungen gemäß dem herkömmlichen Axiograph aufweist, in perspektivischer Darstellung mit dem Oberteil 1, dem Unterteil 18 und dem Bissgabelträger 8 mit Bissgabel 9.

Oberteil 1 und Unterteil 18 sind mit den oberen und unteren Sensor-Trägereinrichtungen 16, 21, die die Sende- bzw. Empfangseinrichtungen 17, 22 tragen, ausgerüstet. Nach Anlegen des Oberteils 1 am Kopf wird das Unterteil 18 mittels der Bissgabel 19 am Unterkiefer befestigt.

Sowohl die oberen Sende- bzw. Empfangseinrichtungen 17 als auch die unteren Sende- bzw. Empfangseinrichtungen 22 sind mittels der Leitungen 24 und 25 mit der Datenverarbeitungsanlage verbunden.

Die Sende- bzw. Empfangseinrichtungen 17, 22 sind so gestaltet, dass damit entweder elektronische, optische oder akustische Signale gesendet bzw. empfangen werden können. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung findet ein Ultraschallsystem Anwendung, wobei die Sendeeinrichtungen im Oberteil 1 und die Empfangseinrichtungen im Unterteil 18 angeordnet sind. Genauso gut kann die Anordnung aber umgekehrt sein, so dass sich die Sendeeinrichtungen im Unterteil 18 und die Empfangseinrichtungen im Oberteil 1 befinden. Das Ultraschallsystem arbeitet berührungslos und parallel zur Bezugsebene Porion-Orbitale = Frankfurter Horizontale bzw. Achs-Orbital-Ebene und gewährleistet eine korrekte und koordinatenrichtige Messung von Gelenkbahnen und Frontzahnführungen. Dabei vergleicht die Elektronik die Laufzeitmessungen der Sensoren. Daraus kann, ähnlich wie bei der Satellitennavigation, die Position und der Bahnverlauf der Bewegungen des Unterkiefers mittels der Datenverarbeitungsanlage errechnet werden.

Die Datenverarbeitungsanlage stellt sowohl für Patienten als auch für unterschiedliche Behandler oder Projekte eine klare Zuordnung her. Der Import und Export von Daten aus/in andere Systeme ist möglich.

Soll das Oberteil 1 als anatomischer Transferbogen dienen, so wird der Bissgabelträger 8 mit der Bissgabel 9 an der am Oberteil 1 im Querbereich 3 befindlichen Einrichtung 7 zur Aufnahme des Bissgabelträgers befestigt.

2 zeigt am Kopfe eines Patienten die erfindungsgemäße Vorrichtung in schematischer Darstellung. Man erkennt deutlich das Oberteil 1, das dem oberen Registrierbogen des Axiograph entspricht, mit seinem Seitenteil 2, seinem Vertikalrahmen mit den Trägerstützen 31, der Querstange 32 und der Kopfauflage 33. Außerdem sieht man an der Frontseite des Oberteils 1 die verstellbare Nasensattel-Abstützung 5, die mittels einer Spindel feinjustiert werden kann. Am unteren Ende der Trägerstütze 31 sieht man die daran befestigte, am Nacken zum Anliegen gebrachte Halterungsvorrichtung 14 (z.B. Gummiband), die am Hinterkopf des Patienten zum anderen Seitenteil herumgeführt wird. Hierdurch erhält das Oberteil 1, das auf der Nase mittels der Nasensattel-Abstützung 5 aufliegt, mit den Abstandshaltern 15 und der Kopfauflage 33 einen festen Halt am Kopf. An diesem Oberteil 1 ist deutlich die obere Sensoren-Trägereinrichtung 16 mit den oberen Sende- oder Empfangseinrichtungen 17 ersichtlich.

Ferner erkennt man das mittels Löffel 19 am Unterkiefer befestigte Unterteil 18 mit der unteren Sensoren-Trägereinrichtung, welche die den oberen Sende- bzw. Empfangseinrichtungen 17 entsprechende unteren Sende- bzw. Empfangseinrichtungen 22 trägt.

3 zeigt die erfindungsgemäße Kombinationsvorrichtung gemäß Anspruch 3, bei der sich das Oberteil 1 von dem anatomischen Transferbogen ableitet, bestehend aus dem Oberteil 1, dem Unterteil 18 und dem Bissgabelträger 8 mit Bissgabel 9.

Oberteil 1 und Unterteil 18 sind wie bei der Ausführungsform gemäß 1 mit oberen und unteren Sensor-Trägereinrichtungen 16, 21, die die Sende- bzw. Empfangseinrichtungen 17, 22 tragen, ausgerüstet. Nach Anlegen des Oberteils 1 am Kopf wird das Unterteil 18 mittels des Löffels 19 am Unterkiefer befestigt.

Auch bei dieser Ausführungsform findet vorzugsweise das Ultraschallsystem Anwendung.

Soll das Oberteil 1 als anatomischer Transferbogen dienen, so wird der Bissgabelträger 8 mit der Bissgabel 9 an der am Oberteil 1 im Querbereich 3 befindlichen Einrichtung 7 zur Aufnahme des Bissgabelträgers befestigt.

4 zeigt in schematischer Darstellung eine Seitenansicht auf einen menschlichen Schädel mit angelegter Kombinationsvorrichtung aus Oberteil 1 und Unterteil 18 gemäß 3 mit den entsprechenden Bezugszeichen, deren Bedeutung vorstehend angegeben ist, so dass sich eine nähere Erläuterung der 4 erübrigt.

5 zeigt in schematischer Darstellung eine Frontansicht auf einen menschlichen Schädel mit angelegter Kombinationsvorrichtung aus Oberteil 1 und Unterteil 18 gemäß 3 mit den entsprechenden Bezugszeichen, deren Bedeutung vorstehend angegeben ist, so dass sich eine nähere Erläuterung der 5 erübrigt.


Anspruch[de]
  1. Kombinationsvorrichtung zur Registrierung der Unterkieferbewegungen in Bezug auf den Schädel mit der Bezugsebene Frankfurter Horizontale bzw. der Achs-Orbital-Ebene einerseits und zur schädelgerechten Übertragung von Oberkiefermodellen in einen Artikulator andererseits, bestehend im wesentlichen aus

    (a) einem Oberteil (1), das am Kopf in Höhe des Nasensattels und der Schläfenbereiche angelegt wird und im Wesentlichen aus einem U-förmigen Rahmen mit den beiden Seitenteilen (2) und dem Querteil (3) besteht, der der jeweiligen Kopfform angepasst werden kann und der an seinem Querteil (3) Verstelleinrichtungen (4), eine Nasensattel-Abstützung (5), gegebenenfalls mit Nivelliereinrichtung (6), eine Einrichtung (7) zur Aufnahme eines Bissgabelträgers (8) mit Bissgabel (9) aufweist und der weiterhin in den Endbereichen der beiden Seitenteile (2) mit Einrichtungen (10a, 10b) für die Gehörgang-Stöpsel (10), mit Achsstiften (11), mit einer sich über die Schädeldecke erstreckenden Befestigungseinrichtung (12), mit einer am Nacken anliegenden Halterungseinrichtung (14) sowie seitlich verstell- und arretierbaren Seiten-Abstandshaltern (15) ausgerüstet ist und der schließlich an den beiden Seitenteilen (2) mit jeweils einer oberen Sensoren-Trägereinrichtung (16) ausgestattet ist, die mindestens drei obere Sende- oder Empfangseinrichtungen (17) zum Senden oder Empfangen von elektronischen, optischen oder akustischen Signalen trägt, die über entsprechende Leitungen (24) mit der Datenverarbeitungsanlage verbunden sind, und

    (b) einem Unterteil (18), bestehend aus Bissgabel (19), Referenzstiften (20) und einer unteren Sensoren-Trägereinrichtung (21), welche die den oberen Sende- oder Empfangseinrichtungen (17) im Oberteil (1) entsprechenden Empfangs- bzw. Sendeeinrichtungen (22) trägt, die ebenfalls über entsprechende Leitungen (25) mit der Datenverarbeitungsanlage verbunden sind,

    wobei die Sendeeinrichtungen (17) im Oberteil (1) und die Empfangseinrichtungen (22) im Unterteil (18) angeordnet sind oder umgekehrt, so dass aus den empfangenen Signalen Positionsbestimmungen berechnet werden können.
  2. Kombinationsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Seitenteile (2) des U-förmigen Rahmens des Oberteils (1) parallel zueinander an dem Querteil (3) verschiebbar angebracht sind, wobei die Seitenteile (2) zusätzlich zwecks verschiebesicherer Positionierung des Oberteils (1) am Kopf mit einem senkrecht angeordneten, sich über die Schädeldecke erstreckenden Vertikalrahmen verbunden sind, dessen Trägerstützen (31) im oberen Bereich mit einer einstellbaren Querstange (32), an der die Kopfauflage (33) befestigt ist, verbunden sind und im unteren Bereich mit seitlich verstell- und arretierbaren Seiten-Abstandshaltern (15) versehen sind.
  3. Kombinationsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der U-förmige Rahmen des Oberteils (1) im wesentlichen besteht aus zwei L-förmigen Seitenteilen (2) mit den Querschenkeln (50, 51), die im durch die Querschenkel (50, 51) gebildeten Querteil (3) über Drehlager (52, 53) mit einer Grundplatte (54) an zwei gegenüberliegenden peripheren Drehpunkten scherenartig spreizbar verbunden und im Überlappungsbereich der Enden der Querschenkel (50, 51) der L-förmigen Seitenteile (2) arretierbar sind, wobei

    (a) die Drehlager (52, 53) im jeweiligen L-Knick der L-förmigen Seitenteile (2) angeordnet sind, und

    (b) die Grundplatte (54) in der Mitte zwischen den Drehlagern (52, 53) ein Langloch aufweist, deren Längsränder parallel zur Längsachse des Oberteils (1) verlaufen und durch das die Arretierungsvorrichtung (55), die die freien Enden der Querschenkel (50, 51) im Überlappungsbereich drehbar aber verschiebesicher durchdringt, hindurchragt.
  4. Nasensattel-Abstützung für eine Kombinationvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie anstelle der bisher üblichen Nasion-Rolle die Form von zwei parallel zueinander verlaufenden Auslegern, die an ihren Enden umgebogen und von oben nach unten auseinander driften, aufweist.
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