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Dokumentenidentifikation DE102004046396A1 13.04.2006
Titel Partikelsedimentationsvorrichtung und Verfahren zum Durchführen einer Partikelsedimentation
Anmelder Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, vertreten durch den Minister, 70173 Stuttgart, DE
Erfinder Ducree, Jens, 79112 Freiburg, DE;
Zengerle, Roland, 79183 Waldkirch, DE;
Häberle, Stefan, 89537 Giengen, DE;
Brenner, Thilo, 79108 Freiburg, DE
Vertreter Schoppe, Zimmermann, Stöckeler & Zinkler, 82049 Pullach
DE-Anmeldedatum 24.09.2004
DE-Aktenzeichen 102004046396
Offenlegungstag 13.04.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.04.2006
IPC-Hauptklasse B04B 5/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01N 33/48(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B04B 7/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B04B 11/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B01D 21/26(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Partikelsedimentationsvorrichtung umfasst einen um eine Rotationsachse rotierbaren Rotationskörper, in dem eine Trennkammer, ein mit der Trennkammer fluidisch verbundener Zulaufkanal und ein mit der Trennkammer fluidisch verbundener Ablaufkanal gebildet sind. Ein Zuführen einer Suspension in die Trennkammer durch den Zulaufkanal erfolgt durch Zentrifugalkraft, eine Sedimentation in der Trennkammer erfolgt durch Zentrifugalkraft und ein Ableiten eines sich ergebenden Flüssigkeitsüberstands erfolgt ebenfalls durch Zentrifugalkraft.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Partikelsedimentationsvorrichtung und ein Verfahren zum Durchführen einer Partikelsedimentation unter Ausnutzung der Zentrifugalkraft.

Die Aufbereitung von Proben ist in der Regel der erste Schritt vieler bioanalytischer Protokolle an realen Proben, wie Blut, Lebensmitteln oder Umweltproben. Dabei wird häufig eine spezielle Spezies von Biomolekülen aus einem Gemisch von anderen Molekülen und Teilchenbestandteilen isoliert und in einen neuen Puffer überführt. Die hier beschriebene Erfindung betrifft die zentrifugale Trennung von Partikeln aus einer Suspension, in der Partikel bzw. Teilchen in einer Flüssigkeit suspendiert sind.

Das Trennen von Partikeln aus Suspensionen mittels Zentrifugen stellt ein etabliertes Standardverfahren in Laboranalysen dar. Partikel in Suspension, etwa der zelluläre Anteil des Bluts, Sedimentieren unter Einfluss des zentrifugalen Schwerefelds gemäß ihrer Dichteverteilung. Die Partikelsuspension, beispielsweise das Blut, wird dabei in ein rotierendes Reservoir 10 (1) eingebracht, das um einen Drehmittelpunkt 12 rotierbar ist. Während einer Rotation, beispielsweise mit einer Winkelgeschwindigkeit &ohgr;, bildet sich, wie in 1 gezeigt ist, ein Stapel aus drei Phasen in dem Reservoir 10. Radial innenliegend bildet sich ein partikelfreier Flüssigkeitsüberstand, während sich am radial äußeren Rand eine Phase sedimentierter Partikel 16 aufgrund ihrer gegenüber der Flüssigkeit erhöhten Massedichte bildet. Bei der Sedimentation stellt diese äußere Phase 16 hauptsächlich ein aus Zellen bestehendes Sediment von dichteren, zellulären Blutbestandteilen dar. Zwischen dem partikelfreien Überstand 14 und dem Sediment 16 befindet sich anfänglich noch eine Phase 18, die aus Partikeln in Suspension besteht. Nach einer gewissen Zeit geht die Phase 18 mit ihrem flüssigen Anteil in den partikelfreien Überstand 14 und mit ihrem Teilchenanteil in das Sediment 16 über. Der vollständige Übergang ist nach einer Zeit t1 erreicht, wobei zu diesem Zeitpunkt eine Gleichgewichtszustand dahingehend vorliegt, dass Partikel und Lösung, bis auf einige Flüssigkeitsreste in den Räumen zwischen den Sedimentpartikeln, weitestgehend voneinander getrennt sind. Wie in 1 gezeigt ist, laufen die Grenzflächen zwischen partikelfreiem Überstand 14 und Suspension 18 sowie zwischen Suspension 18 und sedimentierten Partikeln 16 aufeinander zu, bis schließlich zum Zeitpunkt t1 das Gleichgewicht erreicht ist. In 1 ist die Verteilung in dem Reservoir zu einem Zeitpunkt t0 gezeigt.

Nach der Sedimentation wird der partikelfreie Flüssigkeitsüberstand vom Niederschlag abgeschüttet oder mittels einer Pipette aus dem Reservoir entnommen.

Miniaturisierte Analysesysteme auf rotierenden Scheiben bieten aufgrund ihres zentrifugalen Antriebs die einfache Möglichkeit, Partikel aus Suspensionen zu sedimentieren. Jedoch ist für eine weiter integrierte Prozessführung in den meisten Fällen die räumliche Trennung beider Phasen voneinander notwendig. Speziell der abschließende Vorgang des Ausschüttens oder Abpipettierens lässt sich auf diesen integrierten Mikrosystem nur schlecht technologisch darstellen, da das makroskopische Verfahren einer Kippung der Kanalachse gegenüber der Richtung der Zentrifugalkraft entsprechen würde. Diese ließe sich aber aufgrund der weiteren Rotationsachse nur mit einem erheblich erhöhten apparativen Aufwand bewerkstelligen.

Wie angesprochen wurde, ist ein wichtiges Ziel bei medizinischen Diagnosesystemen ist die Integration von vollständigen Prozessketten von der Vorbereitung von Blut bis zu einem analytischen Ergebnis. Verschiedene, sogenannte „Lab-On-A-Chip"-Systeme wurden vorgeschlagen, siehe M. J. Madou und G. J. Kellogg, Proc. Of SPIE, Ausgabe 3259, 1998 S. 80-93; G. Thorsen, G. Ekstrand, U. Selditz, S. R. Wallenborg, und P. Andersson, Proc. Of &mgr;TAS 2003, eds. M. A, Northrup, K. F. Jenson, D. J. Harrison, Kluwer Academic, 2003, S. 457-460.

Verschiedene mikrofluidische Strukturen auf zentrifugalen Plattformen sind bekannt. Diese umfassen unter anderem Probenaufbereitung, Flusskontrolle durch kapillare Ventile und weitere fluidische Netzwerke, siehe WO0079285, WO2004058406, WO03024598. Ferner sind Systeme zur Auftrennung von Blut in Plasma und Zellen in nicht zentrifugal getriebenen Mikrosystemen bekannt, siehe WO2004061413, WO2004074846, WO2004029221.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Partikelsedimentationsvorrichtung und ein Verfahren zum Durchführen einer Partikelsedimentation zu schaffen, die eine vollständige On-Disk-Verarbeitung ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch eine Partikelsedimentationsvorrichtung nach Anspruch 1 und ein Verfahren zum Durchführen einer Sedimentation einer Partikelsuspension nach Anspruch 11 gelöst.

Die vorliegende Erfindung schafft eine Partikelsedimentationsvorrichtung mit folgenden Merkmalen:

einem um eine Rotationsachse rotierbaren Rotationskörper;

einer in dem Rotationskörper gebildeten Trennkammer, die ausgebildet ist, um bei einer Rotation des Rotationskörpers eine Sedimentation einer in der Trennkammer befindlichen Partikelsuspension zu bewirken, bei der sich Partikel in einem radial außenliegenden Bereich der Trennkammer sammeln;

einer in dem Rotationskörper gebildeten Zulaufkanal mit einem Zulaufkanaleinlass und einem Zulaufkanalauslass, wobei der Zulaufkanaleinlass radial weiter innen angeordnet ist als der Zulaufkanalauslass, wobei der Zulaufkanalauslass mit der Trennkammer fluidisch verbunden ist und ausgebildet ist, um bei Rotation des Rotationskörpers eine Partikelsuspension in die Trennkammer einzubringen; und

einem in dem Rotationskörper gebildeten Ablaufkanal mit einem Ablaufkanaleinlass und einem Ablaufkanalauslass, wobei der Ablaufkanaleinlass radial weiter innen angeordnet ist als der Ablaufkanalauslass, wobei der Ablaufkanaleinlass mit der Trennkammer fluidisch verbunden ist, wobei der Ablaufkanal ausgebildet ist, um einen Flüssigkeitsüberstand, der durch eine bei einer Rotation des Rotationskörpers bewirkte Sedimentation gebildet wird, durch Zentrifugalkraft zumindest teilweise aus der Trennkammer abzuleiten.

Die vorliegende Erfindung schafft ferner ein Verfahren zum Durchführen einer Sedimentation einer Partikelsuspension, mit folgenden Schritten:

Zuführen einer Partikelsuspension durch Zentrifugalkraft durch einen Zulaufkanal in eine Trennkammer;

Sedimentieren der Partikelsuspension in der Trennkammer, so dass sich Partikel augrund ihrer verglichen mit einer Flüssigkeit in der Suspension höheren Massedichte in einem radial außenliegenden Bereich der Trennkammer sammeln; und

zumindest teilweises Ableiten eines sich durch die Sedimentation ergebenden Flüssigkeitsüberstands durch Zentrifugalkraft durch einen mit der Trennkammer fluidisch verbundenen Ablaufkanal.

Die vorliegende Erfindung schafft eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren, die, über eine endliche Zeitspanne, eine kontinuierliche zentrifugale Extraktion von Teilchen aus einer Lösung ermöglichen. Vorzugsweise wird ein definiertes Volumen des Überstands dann zentrifugal aus dem Separationsgefäß, d.h. der Trennkammer, entfernt und dabei vorzugsweise gleichzeitig abgemessen.

Anders ausgedrückt, schafft die vorliegende Erfindung bei bevorzugten Ausführungsbeispielen ein um ein Drehzentrum rotierendes, mit Komponenten in der Drehebene senkrecht zur Drehachse liegendes fluidisches Netzwerk, dass eine Trennkammer mit definierter Volumenkapazität, einen Zulaufkanal und einen Ablaufkanal aufweist. Die Trennkammer ist z.B. seitlich oberhalb ihres Bodens mit einem radial nach außen verlaufenden Zulaufkanal verbunden, der über seine Drehfrequenz und seine radiale Steigung sowie seine Länge und seinen Querschnitt die radial nach innen gerichtete Wandergeschwindigkeit der Gesamtfüllstandshöhe in der Trennkammer bestimmt. Der Ablaufkanal ist z.B. auf der dem Zulaufkanal gegenüberliegenden Seite oberhalb ihres Bodens mit der Trennkammer verbunden und fällt hinter einem radialen Minimum desselben radial ab, wobei aus demselben ein definierter Volumenteil des partikelfreien Überstandes abläuft, beispielsweise in nachgeschaltete Strukturen. Vorzugsweise ist die radiale Wandergeschwindigkeit der Gesamtfüllstandshöhe in Bezug auf die radiale Position und die Geometrie des Ablaufkanals so stark gedrosselt, dass zu keinem Zeitpunkt suspendierte Partikel in den Ablaufkanal gelangen.

Bei bevorzugten Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung ist der Einlass des Zulaufkanals mit einer radial weiter innen angeordneten Einrichtung zum Abmessen eines Flüssigkeitsvolumens verbunden, so dass das durch den Ablaufkanal extrahierte partikelfreie Volumen fest durch das Totvolumen der Kanalstruktur (Zulaufkanal, Trennkammer und Ablaufkanal) definiert ist. Beispielsweise kann ein über einen Dispenser definiertes Volumen der Flüssigkeitssuspension dem Zulaufkanaleinlass im Ruhezustand oder während einer Rotation über ein mitrotierendes Zwischenreservoir zugeführt werden. Erfindungsgemäß kann der Rotationskörper vorzugsweise eine Scheibe sein, in der die Fluidstrukturen gebildet sind. Der Rotationskörper kann ferner einen Deckel zum Verschließen der Fluidstrukturen nach oben aufweisen. Ferner können in einer derartigen Scheibe eine Mehrzahl der erfindungsgemäßen Fluidstrukturen gebildet sein, so dass eine azimuthale Parallelisierung stattfindet, dahin gehend, dass die erfindungsgemäße Partikelsedimentationsvorrichtung entsprechend der Rotationssymmetrie azimultal repliziert wird und somit eine sequentielle und insbesondere auch parallele Abarbeitung mehrerer Flüssigkeitssuspensionen möglich ist.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung zur Veranschaulichung des Effekts, der einer zentrifugalen Sedimentation zugrundeliegt;

2 eine schematische Draufsicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Partikelsedimentationsvorrichtung;

3a bis 3c schematische Darstellungen zur Veranschaulichung des Prozessablaufs bei einem Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Sedimentation;

4 und 5 schematische Draufsichten alternativer Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung;

6 eine schematische Draufsicht eines weiteren alternativen Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung;

7a und 7b schematische Draufsichten einer Scheibe als Rotationskörper; und

8 eine schematische Seitenansicht eines Rotationskörpers mit Rotationsantrieb.

2 zeigt eine schematische Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Partikelsedimentationsvorrichtung, anhand dessen nachfolgend das der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Funktionsprinzip erläutert wird.

In 2 ist schematisch ein Rotationskörper 30 gezeigt, der eine Rotationsachse 32 aufweist. Der Rotationskörper ist vorzugsweise rotationssymmetrisch ausgebildet und ist vorzugsweise durch eine Scheibe gebildet. In der Oberfläche des Rotationskörpers 30 sind Fluidikstrukturen in der Form einer Trennkammer 34, eines Zulaufkanals 36 und eines Ablaufkanals 38 gebildet. Der Zulaufkanal 36 besitzt einen Zulaufkanaleinlass 36a und einen Zulaufkanalauslass 36b, der fluidisch mit der Trennkammer 34 verbunden ist. Der Ablaufkanal 38 besitzt einen Ablaufkanaleinlass 38a, der mit der Trennkammer 34 fluidisch verbunden ist, und einen Ablaufkanalauslass 38b. Der Rotationskörper weist vorzugsweise neben der Scheibe, in der die beschriebenen Fluidikstrukturen gebildet sind, (und darüber hinaus weitere Fluidikstrukturen (in 2 nicht gezeigt) gebildet sein können, die mit dem Zulaufkanaleinlass 36a und dem Ablaufkanalauslass 38b verbunden sind) einen Deckel zum Abdecken der Fluidikstrukturen auf. Anders ausgedrückt sind die Kanäle außer an den notwendigen Einlässen und Auslässen im wesentlichen geschlossen.

Wie in 2 gezeigt ist, ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel der Zulaufkanal 36 in einem radial inneren Abschnitt der Trennkammer 34 mit derselben fluidisch verbunden. Ferner ist der Auslasskanal 38 in einem radial inneren Bereich mit der Trennkammer 34 fluidisch verbunden. Ferner ist der Zulaufkanal auf einer ersten Seite 40 mit der Trennkammer verbunden, während der Ablaufkanal 38 auf einer zweiten Seite mit der Trennkammer 34 verbunden ist.

Genauer gesagt ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel die erste Seite 40 die in Drehrichtung hintere Seite, während die zweite Seite 42 die in Drehrichtung vordere Seite ist.

Der Zulaufkanal 36 ist in radialer Richtung ansteigend, d.h. der Zulaufkanaleinlass 36a ist radial weiter innen angeordnet als der Zulaufkanalauslass 36b. Genauer gesagt ist die innere Wandung des Zulaufkanals im Bereich des Einlasses desselben bei einem Radius r1 angeordnet, während die innere Wandung des Zulaufkanals 36 am Auslass desselben bei einem Radius r2 angeordnet ist.

Bei einer Rotation des Rotationskörpers 30 um die Rotationsachse 32 mit beispielsweise einer Rotationsgeschwindigkeit &ohgr; wird Flüssigkeit, beispielsweise eines Volumens V0, mittels Zentrifugalkraft über den in radialer, vom Drehzentrum wegweisender r-Richtung ansteigenden Zulaufkanal 36 mit einer Flussrate &PHgr;in in die Trennkammer 34, die auch als Sedimentationskammer bezeichnet werden kann, geleitet. Die Einflussrate &PHgr;in ändert sich einerseits mit dem Quadrat der Drehfrequenz &ohgr; und mit dem radialen „Gefälle", also in Zylinderkoordinaten ausgedrückt, dem radialen Anstieg &Dgr;r > 0 pro azimuthaler Weglänge &Dgr;s > 0 in Flussrichtung. Veranschaulicht man das Zentrifugalfeld als Schwerefeld der Erde, so entsteht eine Wassersäule mit der Dichte &rgr; mit dem Äquivalentdruck &rgr;g&Dgr;r, wobei die Beschleunigungskonstante bei der Zentrifugation durch &ohgr;2r gegeben ist. Andererseits ändert sich die Einflussrate &PHgr;in mit dem reziproken Flusswiderstand Rin des Einlasskanals, der insbesondere von der Querschnittsfläche und Länge des Einlasskanals abhängt. Somit steigt in der Trennkammer 34 der Flüssigkeitspegel mit einer Geschwindigkeit udec(t) = &Dgr;r (t)/&Dgr;t = –&PHgr;in/A < 0 (d. h. in Richtung zu der Rotationsachse, also dem Rotationsmittelpunkt hin), entsprechend &PHgr;in und der Querschnittsfläche A der Trennkammer 34 an.

Während der Rotation sinkt die Grenzfläche zwischen dem partikelfreien Überstand und dem Sediment bzw. dem Teil des Volumens, das Partikel aufweist, also im Nicht-Gleichgewichtszustand Suspension und Sediment, mit einer entgegenlaufenden Relativgeschwindigkeit udrift. Die Geschwindigkeit udrift bezeichnet hier die Geschwindigkeit, welche bei unterbrochenem Zustrom &PHgr;in = 0 beobachtet werden würde. Diese Relativgeschwindigkeit udrift ist von der absoluten Steiggeschwindigkeit dieser Grenzschicht uabs zu unterscheiden. In uabs geht die Differenz zwischen udec und udrift ein. Auch udrift ist wie &PHgr;in proportional zum Quadrat der Drehfrequenz &ohgr;, so dass bei einer gegebenen Geometrie das Verhältnis von udrift zu &PHgr;in unabhängig von der Drehzahl &ohgr; ist. Die Form der Grenzfläche richtet sich außer nach udrift auf der Einlassseite auch nach dem räumlichen und zeitlichen Verlauf des Zustroms während des Zentrifugationsprozesses.

3a zeigt schematisch, wie in einem ersten Schritt über den Zulaufkanal 36 eine Flüssigkeitssuspension, beispielsweise Blut, 44 zugeführt wird. In der Trennkammer 34 findet eine Sedimentation, wie sie oben Bezug nehmend auf 1 beschrieben wurde, statt, wobei in den 3a bis 3c der Einfachheit halber lediglich der partikelfreie Flüssigkeitsüberstand 46 (beispielsweise das Blutplasma) separat von der anderen gezeigten Phase, welche die partikelbehafteten Phasen der Suspension und des Sediments zusammenfasst, dargestellt. Durch die Zentrifugalkraft wird der Zustrom entlang der dem Ablauf gegenüberliegenden Wand der Trennkammer gezwungen, so dass ein direkter Fluss des noch nicht (vollständig) sedimentierten Einlassstroms in den Auslass verhindert wird.

In 3b ist der Zustand gezeigt, bei dem über den Zulaufkanal 36 noch Suspension in die Trennkammer eingebracht wird, während über den Ablaufkanal 38 partikelfreier Flüssigkeitsüberstand 46 aus der Trennkammer entfernt wird. In der Trennkammer findet dabei weiterhin eine Sedimentation, wie sie oben Bezug nehmend auf 1 beschrieben wurde, statt.

In 3c ist schließlich der Endzustand dargestellt, nachdem ein vorbestimmtes Suspensionsvolumen durch die Sedimentationsvorrichtung sedimentiert wurde. Dabei reißt der durch den Ablaufkanal 38 abgeleitete Fluss des partikelfreien Flüssigkeitsüberstands ab, wenn über den Zulaufkanal 36 keine Suspension mehr zugeführt wird und der Ablaufkanaleinlass in Kommunikation mit einem Umgebungsgas, das beispielsweise über den Zulaufkanal 36 eindringt, (beispielsweise Luft bei Atmosphärendruck) gelangt.

Die Anordnung des Ablaufkanals 38 bezüglich der Trennkammer 34 bestimmt somit auf entscheidende Weise das Totvolumen Vtot der Kanalstruktur, d.h. das Medienvolumen, welches nach der Zentrifugation im System zurückbleibt. Der radial äußere Punkt der Einmündung des Ablaufkanals 38 in die Trennkammer 34, der als rmin bezeichnet werden kann, bestimmt die Füllstandshöhe der Trennkammer 34 nach der Zentrifugation und somit das Totvolumen Vtot derselben.

Bei bekanntem Volumen der Suspension, die über den Zulaufkanal 36 zugeführt wird, und bekanntem Totvolumen kann somit ein definiertes, bekanntes Volumen des partikelfreien Flüssigkeitsüberstands über den Ablaufkanal 38 ausgegeben werden. Der Ablaufkanal steigt vorzugsweise zumindest ab einem bestimmten Punkt, typischerweise aber auf seiner ganzen Strecke radial an, um sich über die Zentrifugation vollständig entleeren zu können.

Zusammenfassend wird bei einem ersten Schritt dem Einlasskanal ein Flüssigkeitsvolumen V0 zugeführt und in Rotation versetzt. Die daraus resultierte Zentrifugalkraft wirkt dabei wie ein künstliches Gravitationsfeld, welches einerseits den Fluss aufgrund des radialen Gradienten &Dgr;r/&Dgr;s ≥ 0 des Zulaufkanals wie an einer schiefen Ebene den Einlasskanal „herunter" (zu ansteigendem r) in die Trennkammer treibt. Während der Rotation unterliegt die eingebrachte Teilchensuspension einer kontinuierlichen zentrifugalen Auftrennung, so dass sich in der Trennkammer eine mit der Zeit radial ansteigende Phasengrenzfläche ausbildet. Durch den entsprechenden Verlauf des Ablaufkanals wird dann der partikelfreie Flüssigkeitsüberstand über den Ablaufkanal 38 abgeleitet.

Alternative Ausführungsbeispiele für eine geometrische Anordnung des Ablaufkanals sind in den 4 und 5 gezeigt. Gemäß 4 ist der Ablaufkanal 38a in einem radial inneren Bereich der Trennkammer 34 mit derselben fluidisch verbunden, jedoch nicht an der radialen Innenseite derselben.

Bei dem in 5 gezeigten Ausführungsbeispiel erstreckt sich ein Ablaufkanal 38b zunächst von einer radial inneren Seite der Trennkammer 34 radial nach innen, bevor derselbe nach einem radialen Minimum 50 sich radial nach außen erstreckt.

Bei den in den 2 und 4 gezeigten Ausführungsbeispielen gibt für den Fall, dass der Ablaufkanaleinlass für ein Umgebungsgas, beispielsweise Luft bei Atmosphärendruck, zugänglich ist, das radiale Minimum der Unterkante des jeweiligen Ablaufkanals 38 bzw. 38a im wesentlichen die Füllstandshöhe nach der Zentrifugation vor.

Bei dem in 5 gezeigten Beispiel saugt der zentrifugal getriebene Fluss am Ablaufkanal 38b so lange an der Trennkammer 34, wie der Füllstand im Ablaufkanal radial weiter außen als der Füllstand der Trennkammer liegt und wie kein Umgebungsgas an den Fluss im Auslassbereich gelangen kann. Dieses Absaugen kann die durch den Ablaufkanal 38b abgeleitete Flüssigkeitsmenge wesentlich beeinflussen. Da jedoch dieses Absaugen reproduzierbar erfolgen kann, kann bei gleichbleibenden Verhältnissen noch ein definiertes Volumen an partikelfreiem Flüssigkeitsüberstand abgeleitet werden.

Alternativ könnte in dem Bereich, in dem der Ablaufkanal 38b in die Trennkammer 34 mündet, ein Zugang zum Umgebungsgas vorgesehen sein, so dass ein Saugen aus der Trennkammer, wie es oben beschrieben ist, nach Beendigung einer Suspensionszuführung nicht stattfindet. Zu diesem Zweck könnte beispielsweise ein hydrophobes Loch im Deckel des Rotationskörpers im Bereich der Einmündung des Ablaufkanals in die Trennkammer vorgesehen sein. Dies ermöglicht es, dass der Fluss aus der Trennkammer einen zeitlich durchgehenden fluidischen Zugang zum Umgebungsgas hat, um einem geometrisch definierten Volumenabriss zu erzielen.

Die vorliegende Erfindung eignet sich bei bevorzugten Ausführungsbeispielen derselben insbesondere zur Implementierung von Sedimentationsvorrichtungen, bei denen sichergestellt werden kann, dass der Flüssigkeitsüberstand im Wesentlichen partikelfrei ist. Für das Funktionsprinzip derartiger Ausführungsbeispiele ist es notwendig, dass das Totvolumen Vtot der Struktur das Volumen des zentrifugierten Sediments Vsed übersteigt. Zum anderen muß bei solchen Ausführungsbeispielen die Wandergeschwindigkeit des Gesamtflüssigkeitspegels udec in der Sedimentationskammer gegenüber der absoluten radialen Wandergeschwindigkeit dieser Grenzschicht uabs (auf der Auslassseite) so gering ausfallen, dass zu keinem Zeitpunkt Teilchen in den Teil des Ablaufkanals außerhalb des Totvolumens gelangen können. Anders ausgedrückt soll, zumindest für den Fall eines Gaszugangs zum Auslaufbereich, zu keinem Zeitpunkt t die Höhe rabs der Grenzfläche (zwischen Flüssigkeitsüberstand und partikelbehafteter Phase) radial weiter innen als rmin liegt. Zu diesem Zweck kann udec beispielsweise über den hydrodynamischen Widerstand Rin des Zulaufkanals, also seine Länge und seine Querschnittsfläche sowie seine Steigung &Dgr;r/&Dgr;s und den Querschnitt A der Trennkammer gedrosselt werden.

Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Sedimentationsvorrichtung, deren Zulaufkanal und Ablaufkanal mit weiteren fluidischen Strukturen verbunden sind, ist in 6 gezeigt. Die in 6 gezeigten Fluidstrukturen sind wiederum in einem Rotationskörper 60 angeordnet. In dem Rotationskörper 60 ist wiederum eine Trennkammer 62, ein Zulaufkanal 64 und ein Ablaufkanal 66 gebildet. Der Auslass des Ablaufkanals 66 ist mit einer Fluidkammer, beispielsweise einer Messkammer 68 fluidisch verbunden. Der Einlass des Zulaufkanals 64 ist mit einer Dosierkammer 70 fluidisch verbunden. Die Dosierkammer weist einen Einlass 72, eine Entlüftung 74 und eine Überlauf 76 auf. Ferner ist der Auslass der Dosierkammer 70 zu dem Zulaufkanal 64 als hydrophobisierter Auslass 78 ausgebildet. Über den Einlass 72 kann eine Suspension, beispielsweise Blut, in die Dosierkammer 70 eingebracht werden. Über die Entlüftung 74, die radial nach innen zeigt, können Luftblasen entweichen. Das Volumen der in die Dosierkammer eingebrachten Suspension ist definiert durch den hydrophobisierten Auslass 78 und die radiale Position und den Verlauf des Überlaufkanals 76. Die Entlüftung 74 ermöglicht eine optimale, d.h. volumendefinierte Befüllung. Blut kann beispielsweise bei einer Drehfrequenz &ohgr; von 10 Hz mit einem Volumen von 5 &mgr;l in die Dosierkammer eingebracht werden.

Nachdem das gewünschte Volumen in die Dosierkammer 70 eingebracht ist, gibt die Dosierkammer 70 nach dem Überschreiten einer geometrisch definierten Drehzahlschwelle das über die Kammergeometrie und die Höhe und dem Verlauf des Überlaufs definierte Volumen V0 in den Zulaufkanal 64 ab. Hierbei kann beispielsweise eine Drehfrequenz von &ohgr; = 40 Hz verwendet werden. Wie in 6 angedeutet ist, ergibt sich dabei bereits in der Kammer 70 eine Sedimentation mit den resultierenden Phasen aus Sediment 80, Suspension 82 und Flüssigkeitsüberstand 84. An dieser Stelle sei jedoch angemerkt, dass diese Phasen allesamt als Suspension über den Zulaufkanal 64 in die Trennkammer 62 zugeführt werden, wobei insbesondere das Sediment 80 nicht derart verdichtet wird, dass es nicht mehr durch den Zulaufkanal 64 zugeführt werden könnte.

Die über den Zulaufkanal 64 zugeführte Suspension gelangt in die Trennkammer 62, wo ein Anstieg des dortigen Flüssigkeitsvolumens erfolgt und im Rahmen der stattfindenden Sedimentation ein partikelfreier Flüssigkeitsüberstand 90 erzeugt wird. Bei weiterem Ansteigen des Flüssigkeitspegels läuft der Flüssigkeitsüberstand, beispielsweise das gereinigte Blutplasma, über den Ablaufkanal 66 in die Messkammer 68, während das Sediment am Boden der Trennkammer 62 zurückgehalten wird.

In 7a ist schematisch ein Rotationskörper eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Partikelsedimentationsvorrichtung als Scheibe 92 dargestellt. Die Scheibe kann nach Art einer herkömmlichen CD aufgebaut sein, mit einer mittleren Öffnung 94, mittels derer sie beispielsweise an einer herkömmlichen Zentrifuge angebracht werden kann. Rein schematisch sind in 7a die Fluidstrukturen einer erfindungsgemäßen Partikelsedimentationsvorrichtung gezeigt, wobei die Fluidstrukturen 96 beispielsweise die in 6 gezeigten umfassen können.

In 7b ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, bei dem eine Mehrzahl von Fluidikstrukturen 96 in einer Rotationsscheibe 92a gebildet sind, um eine Parallelisierung zu erreichen.

Schließlich zeigt 8 ein Ausführungsbeispiel einer Partikelsedimentationsvorrichtung, die einen Rotationskörper aufweist, der eine Scheibe 92 und eine Deckel 98 umfasst. Der Rotationskörper ist über eine Befestigungseinrichtung 100 an einem rotierenden Teil 102 einer Antriebsvorrichtung angebracht, das drehbar an einem stationären Teil 104 der Antriebsvorrichtung gelagert ist. Bei der Antriebsvorrichtung kann es sich beispielsweise um eine herkömmliche Zentrifuge mit einstellbarer Drehgeschwindigkeit handeln.

Statt der oben, Bezug nehmend auf 6 beschriebenen Dosierkammer, können beliebige Dosiervorrichtung bzw. Dispenser verwendet werden, die geeignet sind, um ein definiertes Suspensionsvolumen in den Zulaufkanaleinlass einzubringen. Der Rotationskörper der erfindungsgemäßen Partikelsedimentationsvorrichtung kann aus beliebigem geeignetem Materialien, beispielsweise Kunststoff, Silizium, Metall oder dergleichen bestehen und kann durch beliebige geeignete Herstellungsverfahren erzeugt werden, beispielsweise Mikrostrukturierung oder Spritzgusstechniken.

Die vorliegende Erfindung liefert ein neuartiges auf Zentrifugalkraft basierendes Verfahren für eine kontinuierliche (zeitlich befristete) Extraktion eines partikelfreien Flüssigkeitsüberstands von einem Sediment, das vorteilhaft in einer dreistufigen mikrofluidischen Struktur implementiert werden kann, wobei die kontinuierliche Extraktion mit dem dosierten Partikelfreien Flüssigkeitsüberstand, der ohne weiteres für eine nachfolgende On-Disk-Verarbeitung verfügbar ist, endet. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass die vorliegende Erfindung vorteilhaft einsetzbar ist, um Blutplasma vom Zellsediment zu separieren, wobei beispielsweise 2 &mgr;l Plasma von 5 &mgr;l Blut bei geringen Drehfrequenzen von bis zu 40 Hz in nur 20 Sekunden separiert werden können. Es hat sich gezeigt, dass die Restzellkonzentration in dem gereinigten Plasma weitgehend unabhängig von der Rotationsfrequenz unterhalb eines Prozents gehalten werden kann.

Wie oben ausgeführt wurde, kann das Ableiten eines im Wesentlichen partikelfreien Flüssigkeitsüberstands erreicht werden, wenn das Totvolumen der Trennkammer etwas größer ist als das Volumen der Zellen, d.h. des Sediments. Auf diese Weise fließt nur gereinigtes Plasma über den Ablaufkanal ab, beispielsweise in ein nachfolgendes Reservoir, in dem es für eine weitere Verarbeitung verfügbar ist. Darüber hinaus kann ein im Wesentlichen partikelfreier Flüssigkeitsüberstand dann erhalten werden, wenn der Flusswiderstand des Zulaufkanals und die Geometrie der Trennkammer eingestellt sind, um die Anstiegsgeschwindigkeit des Füllpegels, udec, wesentlich kleiner zu machen als die gegenläufige Geschwindigkeit udrift und so dass, im Falle eines möglichen Gaszugangs zum Einlass des Ablaufkanals, durch die Wandergeschwindigkeit uabs sichergestellt ist, dass die radial äußere Grenze des Flüssigkeitsüberstands radial nicht weiter innen zu liegen kommt als die radial äußere Grenze (rmin) des Ablaufkanaleinlasses. Da sich sowohl udec als auch udrift mit dem Quadrat der Drehfrequenz &ohgr; ändern, hängt die Effizienz der Trennung nicht von der Drehfrequenz ab. Darüber hinaus ist die Trennzeit tsep bei diesem Zentrifugationsschema durch den Flusswiderstand des Zulaufkanals gesteuert.


Anspruch[de]
  1. Partikelsedimentationsvorrichtung mit folgenden Merkmalen:

    einem um eine Rotationsachse rotierbaren Rotationskörper (30; 60; 92, 98; 92a);

    einer in dem Rotationskörper gebildeten Trennkammer (34; 62), die ausgebildet ist, um bei einer Rotation des Rotationskörpers eine Sedimentation einer in der Trennkammer (34; 62) befindlichen Partikelsuspension (44) zu bewirken, bei der sich Partikel in einem radial außenliegenden Bereich der Trennkammer (34; 62) sammeln;

    einem in dem Rotationskörper gebildeten Zulaufkanal (36; 64) mit einem Zulaufkanaleinlass (36a) und einem Zulaufkanalauslass(36b), wobei der Zulaufkanaleinlass (36a) radial weiter innen angeordnet ist als der Zulaufkanalauslass (36b), wobei der Zulaufkanalauslass (36b) mit der Trennkammer (34; 62) fluidisch verbunden ist und ausgebildet ist, um bei Rotation des Rotationskörpers eine Partikelsuspension in die Trennkammer (34; 62) einzubringen; und

    einem in dem Rotationskörper gebildeten Ablaufkanal (38; 66) mit einem Ablaufkanaleinlass (38a) und einem Ablaufkanalauslass (38b), wobei der Ablaufkanaleinlass (38a) radial weiter innen angeordnet ist als der Ablaufkanalauslass (38b), wobei der Ablaufkanaleinlass (38a) mit der Trennkammer (34; 62) fluidisch verbunden ist, wobei der Ablaufkanal (38; 66) ausgebildet ist, um einen Flüssigkeitsüberstand, der durch eine bei einer Rotation des Rotationskörpers bewirkten Sedimentation gebildet wird, durch Zentrifugalkraft zumindest teilweise aus der Trennkammer (34; 62) abzuleiten.
  2. Partikelsedimentationsvorrichtung nach Anspruch 1, bei der der Zulaufkanal (36; 64) eine radiale Steigung, eine Länge und einen Querschnitt aufweist und bei der die Trennkammer (34; 62) ein Volumen und einen Querschnitt aufweist, wobei die radiale Steigung, die Länge und der Querschnitt des Zulaufkanals (36; 64), das Volumen und der Querschnitt der Trennkammer (34; 62) und die fluidische Verbindung des Ablaufkanals (38; 66) mit der Trennkammer (34; 62) ausgebildet sind, um zu bewirken, dass bei einer gegebenen Rotationsfrequenz, einer gegebenen Partikelsuspension und einem gegebenen, in die Trennkammer einzubringenden Partikelsuspensionsvolumen keine Partikel der Partikelsuspension in den Ablaufkanal (38; 66) gelangen.
  3. Partikelsedimentationsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Ablaufkanal (38; 38a; 66) an einer Ablaufkanalmündung in die Trennkammer (34; 62) mündet, wobei der radial äußerste Abschnitt der Mündung ein Totvolumen der Trennkammer definiert, so dass bei gegebenem Volumen einer in die Trennkammer eingebrachten Partikelsuspension ein definiertes Volumen des Flüssigkeitsüberstands durch den Ablaufkanal ableitbar ist.
  4. Partikelsedimentationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, die ferner einen Dispenser aufweist, der ausgebildet ist, um ein gegebenes Volumen einer Partikelsuspension in die Trennkammer einzubringen.
  5. Partikelsedimentationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der Zulaufkanaleinlass mit einer in dem Rotationskörper (60) gebildeten Dosierkammer (70) fluidisch verbunden ist, die ausgebildet ist, um durch den Zulaufkanal (64) ein gegebenes Volumen einer Partikelsuspension in die Trennkammer (62) einzubringen.
  6. Partikelsedimentationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der der Zulaufkanal (36; 64) an einem radial innenliegenden Bereich der Trennkammer (34; 62) mit derselben fluidisch verbunden ist und bei der der Ablaufkanal (38; 66) an einem radial innenliegenden Bereich der Trennkammer (34; 62) mit derselben verbunden ist.
  7. Partikelsedimentationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der der Zulaufkanal (36; 64) und der Ablaufkanal (38; 66) azimuthal voneinander beabstandet mit der Trennkammer (34; 62) fluidisch verbunden sind.
  8. Partikelsedimentationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der der Ablaufkanalauslass mit einer Fluidkammer (68), die in dem Rotationskörper (60) gebildet ist, fluidisch verbunden ist.
  9. Partikelsedimentationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei der der Rotationskörper (30; 60; 92; 92a) eine Scheibe aufweist, in der der Zulaufkanal, die Trennkammer und der Ablaufkanal gebildet sind.
  10. Partikelsedimentationsvorrichtung nach Anspruch 9, bei der die Scheibe eine Mehrzahl von in derselben gebildeten Zulaufkanälen, Trennkammern und Ablaufkanälen aufweist, die ausgebildet sind, um sequentiell oder parallel mehrere Sedimentationen von Partikelsuspensionen zu bewirken.
  11. Partikelsedimentationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, die ferner eine Antriebseinrichtung (100, 102, 104) aufweist, durch die der Rotationskörper steuerbar mit einer Rotation beaufschlagbar ist.
  12. Verfahren zum Durchführen einer Sedimentation einer Partikelsuspension mit folgenden Schritten:

    Zuführen einer Partikelsuspension durch Zentrifugalkraft durch einen Zulaufkanal (36; 64) in eine Trennkammer (34; 62);

    Sedimentieren der Partikelsuspension in der Trennkammer (34; 62), so dass sich Partikel aufgrund ihrer, verglichen mit einer Flüssigkeit in der Suspension höheren Massedichte in einem radial außenliegenden Bereich der Trennkammer (34; 62) sammeln; und

    zumindest teilweises Ableiten eines sich durch die Sedimentation ergebenden Flüssigkeitsüberstands durch Zentrifugalkraft durch einen mit der Trennkammer (34; 62) fluidisch verbundenen Ablaufkanal (38; 66).
  13. Verfahren nach Anspruch 12, bei dem der Zulaufkanal (36; 64), die Trennkammer (34; 62) und der Ablaufkanal (38; 66) in einem Rotationskörper (30; 60; 92; 92a) gebildet sind, wobei das Verfahren das Beaufschlagen des Rotationskörpers mit einer Rotation aufweist.
  14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13, bei dem der Schritt des Zuführens einer Partikelsuspension das Zuführen eines bekannten gegebenen Partikelsuspensionsvolumens aufweist.
  15. Verfahren nach Anspruch 14, das ferner ein Dosieren des bekannten gegebenen Volumens durch eine Dosierkammer aufweist.
  16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, das einen Schritt des Belassens eines Totvolumens in der Trennkammer aufweist, so dass beim Schritt des Ableitens ein definiertes vorbestimmtes Volumen des Flüssigkeitsüberstands abgeleitet wird.
  17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 16, bei dem die Partikelsuspension mit einer solchen Rate durch den Zulaufkanal (36; 64) zugeführt wird, dass der Flüssigkeitspegel in der Trennkammer (34; 62) so langsam steigt, dass keine Partikel in den Ablaufkanal (38; 66) gelangen.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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