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Dokumentenidentifikation DE202005020441U1 13.04.2006
Titel Gerät zum Handhaben eines Rohrbundes
Anmelder Bagela Baumaschinen GmbH & Co., 24568 Kaltenkirchen, DE
Vertreter Müller Schupfner, 21244 Buchholz
DE-Aktenzeichen 202005020441
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.04.2006
Registration date 09.03.2006
Application date from patent application 21.12.2005
IPC-Hauptklasse B65H 49/00(2006.01)A, F, I, 20051221, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 49/38(2006.01)A, L, I, 20051221, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät zum Handhaben eines Rohrbundes auf dem Transportweg zum Einsatzort und am Einsatzort.

Zum Transport von Medien, wie Flüssigkeiten oder Gasen werden heute Kunststoffrohre verwendet, die im Erdboden verlegt werden. Zum Verlegen werden die Rohre, wenn die Durchmesser es zulassen, als Rohrbunde zum Einsatzort gebracht. Zum Transport an den Einsatzort und zum Verlegen am Einsatzort werden spezielle Fahrzeuge verwendet, die das Verlegen schnell und störungsfrei ermöglichen sollen.

Es sind Geräte bekannt, die zum Handhaben von Rohrbunden ein Gerüst aufweisen, das ein Rohrbund zum Transport und zum Verlegen aufnimmt. Das Rohrbund wird dabei innen von Rollen gestützt.

Beim Verlegen von Kunststoffrohren ist es wichtig, die Rohroberfläche zu schonen. Außerdem muss einkalkuliert werden, dass zu Rohrbunden aufgewickelte Kunststoffrohre das Bestreben zum radialen Expandieren haben.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Gerät zum Handhaben eines Rohrbundes zu schaffen, bei dem die Rohroberfläche während der Handhabung geschont wird und bei dem der Kraftaufwand beim Drehen während des Abspulens verringert ist. Auch soll dem Expansionsbestreben auf einfache Weise entgegengewirkt werden.

Die gestellte Aufgabe ist gelöst mittels eines Gerätes zum Handhaben eines Rohrbundes auf dem Transportweg zum Einsatzort und am Einsatzort, insbesondere eines Rohrbundes aus Kunststoff, aufweisend einen Korb, in dem das Rohrbund wie in einem Rollenkäfig einschließbar ist, mittels parallel zur Rohrbundachse angeordneter Käfigrollen, die das eingesetzte Rohrbund umschließen, wobei die Windungen des Rohrbundes mit ihren Außenseiten nach außen gegen die Käfigrollen drücken und wobei das Rohrbund in dem Rollenkäfig drehbar und aus ihm abwickelbar ist.

Durch die äußere Abstützung der Windungen des Rohrbundes im Rollenkäfig wird die Rohroberfläche geschont und der Drehaufwand des Rohrbundes verringert. Das Rohrbund ist am radialen Expandieren gehindert.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das innenbefindliche erste Ende des Rohrbundes festhaltbar ist mit einer Zentralrolle, die etwa im Zentrum des Rohrbundes gelagert ist. Das innere Ende des Rohrbundes kann also nicht entweichen.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das außen befindliche Ende des Rohrbundes zum Abwickeln über wenigstens eine Abwickelrolle geführt ist, die das Rohr auf seiner Innenseite führt. Beim Abwickeln verlässt das Rohr den Rollenkäfig mit der äußeren Führung. Die äußere Führung geht über in eine innere Führung. Das Rohr wird frei, um beispielsweise in einen Graben eingebracht zu werden.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das zum Verlegen abgezogene äußere Ende des Rohres unterhalb des Rohrbundes zwischen zwei seitlich in Verlegerichtung verlaufenden Längsrollen unter dem Rohrbund wegziehbar ist. Die Längsrollen sorgen dafür, dass das abgezogene Rohr unterhalb des Rohrbundes in Richtung auf den Graben geführt ist und nicht seitlich ausweichen kann.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass quer zu den Längsrollen in Wegziehrichtung vor der Fahrzeugachse eine Querrolle angeordnet ist, die beim Ziehen eine Berührung von Rohr und Fahrzeugachse verhindert.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die zwei in Verlegerichtung verlaufenden Längsrollen und die Querrolle am Chassis des Gerätes angeordnet sind, wodurch das Rohrbund unter dem Chassis herausziehbar ist.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass für den Fall, dass das äußere Rohrende bei stehendem Gerät abgespult wird, unterhalb des Chassis eine in Bundachsrichtung verlaufende Schutzrolle vorgesehen ist, die das Rohr vom Boden fernhält. Wenn das Rohr bei fahrendem Gerät abgerollt wird, kann die Schutzrolle wegfallen.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Gerät auf einem Fahrzeug angeordnet ist.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Gerät auf einem Fahrzeuganhänger angeordnet ist und das Chassis zugleich das Chassis des Anhängers ist.

Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

1 ein auf dem Chassis eines Fahrzeuganhängers angeordnetes Gerät mit einem Käfig, der ein zu verlegendes Rohrbund aufnimmt. Mit dem Käfig auf dem Fahrzeuganhänger ist das Rohrbund während des Transportes gesichert zu einem Einsatzort bringbar,

2 das Gerät am Einsatzort vor dem Beginn eines Verlegevorganges,

3 das Gerät bei einem Verlegevorgang, bei dem der Fahrzeuganhänger still steht,

4 eine Darstellung von Längsrollen und einer Querrolle am Chassis des Gerätes, die dem abgewickelten Rohr seine Richtung vorgeben. Außerdem verhindern die Längsrollen und die Querrolle das Schleifen des Rohres an der Deichsel und an den Seitenrahmenteilen,

4a eine Rückansicht des Fahrzeuganhängers, wobei die Längsrollen und die Querrolle durch das Wegnehmen von Achsteilen von der Rückseite her sichtbar gemacht sind,

5 eine Rückansicht des Fahrzeuganhängers in einem Verwendungsaufbau, bei dem das Rohr bei stehendem Fahrzeuganhänger abgewickelt wird, damit es nicht beim Ausziehen auf dem Boden schleift,

6 eine Rückansicht des Fahrzeuganhängers mit einem Verwendungsaufbau, bei dem das Rohr bei fahrendem Fahrzeuganhänger abgewickelt wird.

1 zeigt eine Seitenansicht auf einen Fahrzeuganhänger 1 zum Transportieren und Abspulen von Rohrbunden 4. Der Fahrzeuganhänger 1 hat eine Deichsel 2a und ein Chassis 2. Das Chassis 2 hat Seitenrahmenteile 2e, eine Fahrzeugachse 2b mit Rädern 2c und Radabdeckungen 2d. Auf dem Chassis 2 ist ein Gerät 3 angeordnet, mit dem ein Rohrbund 4 gehandhabt wird. Zur Aufnahme des Rohrbundes 4 dient ein Käfig 5. Der Käfig 5 steht auf dem Chassis 2. Dieses Chassis muss nicht das Chassis 4 eines Anhängers sein, wie es in der Zeichnung dargestellt ist. Es kann sich auch um das Chassis eines Motorfahrzeuges handeln. Die Rohre solcher Rohrbunde werden beispielsweise als Gas-, Abwasser- und Trinkwasserrohre verwendet; sie lassen sich schnell verlegen.

Der Käfig 5 besteht aus einem in der Zeichnung sichtbaren vorderen Käfigteil 15 mit in verschiedenen Höhen angeordneten horizontalen Riegeln 6, 7, 8, von denen der oberste Riegel 8 im Bereich des oberen Rohrbundbereiches 9 angeordnet ist. Die Riegel 6, 7, 8 sind verbunden mittels Streben 10,11,12,13,14. Der hinten befindliche, in 1 nicht sichtbare Käfigteil 16 ist entsprechend ausgebildet. Der sichtbare vordere Käfigteil 15 und der in 1 nicht sichtbare hintere Käfigteil 16 sind mittels aus den 4a, 5 und 6 erkennbaren Stützen 17, 18 stabilisiert. Streben 19, die die Käfigteile 15 und 16 verbinden, sind ebenfalls in den 4a, 5 und 6 angedeutet. Außer den unteren Tragrollen 20 sind weitere, die Käfigteile 15 und 16 verbindende Käfigrollen 21, 22, 23, 24 vorgesehen.

Bei der Darstellung nach 1 wird ein Rohrbund 4 an einem Träger 25 hängend mittels eines Kranes oder Gabelstaplers in den Käfig 5 eingesetzt. Das Rohrbund 4 ist dabei mittels Schnüren 26 zusammengehalten. Die obersten Käfigrollen 22 ggf. auch 23 sind während des Einsetzvorganges noch entfernt. Nach dem Einsetzen des Rohrbundes 4 werden auch die Käfigrollen 22 eingesetzt. Das Rohrbund 4 ist nun in dem Käfig eingespannt. Führungsrollen 27 bilden seitliche Stützen und sind auf dem Riegel 8 verschiebbar, um an alle Rohrbunddurchmesser angepasst werden zu können. Die Käfigrollen 21, 22, 23, 24 sind entsprechend dem Rohrbunddurchmesser in Leisten 28 versetzbar.

Das Rohrbund 4 ist in dem Käfig 5 drehbar. Die äußeren Windungen 29 des Rohbundes 4 liegen mit ihren Außenseiten 30 an den Käfigrollen 21, 22, 23, 24 und den zumindest zwei Tragrollen 20 an.

Das äußere Rohrende 31a des Rohres 31 wird, wie aus 2 zu ersehen ist, nach außen abgezogen. Dabei läuft es mit seiner Innenseite 32 über eine Abzugsrolle 33. Zunächst ist es beim Transport mittels einer Schelle 34 festgelegt.

3 zeigt, wie das äußere Rohrende 31a unterhalb des Rohrbundes 4 und des Chassis 2 nach hinten wegziehbar ist.. Dabei wird es über eine Schutzrolle 35 geführt, um nicht über den Boden 36 zu schleifen. So wird die Rohroberfläche 37 geschont, wenn, wie bei dem Ausführungsbeispiel nach 3, der Käfig 5 von dem Fahrzeuganhänger 1 beim Abrollen nicht bewegt wird.

3 zeigt auch, dass beim Abrollen des äußeren Rohrendes 31a das innere Rohrende 38 an einer in Leisten 28 geführten Zentralrolle 39 mittels Schelle 40 und Kette 41 festgelegt ist, damit es nicht entweichen kann. Die Zentralrolle 39 ist etwa im Zentrum des Rohrbundes gelagert. Die jeweilige Lagerung der Zentralrolle 39 im Zentrum wird durch ein Versetzen der Zentralrolle 39 in (Loch-)Leisten 28 erreicht.

4 zeigt anhand einer Draufsicht auf das Gerät mit weiteren Rollen, die das Rohr 31 beim Abrollen vor Verletzungen seiner Oberfläche schützen. In den Käfig ist noch kein Rohrbund 4 eingesetzt. Zwei Längsrollen 42 leiten zwischen sich das abgewickelte Rohrende 31a unter das Rohrbund 4 und das Chassis 2. Eine Querrolle 42a verhindert das Schleifen des Rohres an der Achse 2b.

5 zeigt eine Rückansicht des Fahrzeuganhängers 1, wobei das Rohrende 31a bei stehendem Fahrzeuganhänger 1 abgewickelt wird. Das Rohrende 31a wird über die Schutzrolle 35 geführt. Die Drehachse des Rohrbundes 4, auch als Bundachse bezeichnet, ist in 5 mit 43 angegeben.

6 zeigt die Rückansicht des Fahrzeuganhängers 1, wobei das Rohrende 31a bei fahrendem Fahrzeuganhänger 1 abgewickelt wird. Das Rohrende 31a wird unter der Schutzrolle 35 geführt.


Anspruch[de]
  1. Gerät zum Handhaben eines Rohrbundes (4) auf dem Transportweg zum Einsatzort und am Einsatzort, insbesondere eines Rohrbundes (4) aus Kunststoff, aufweisen einen Käfig (5), in dem das Rohrbund (4) wie in einem Rollenkäfig einschließbar ist mittels parallel zur Rohrbundachse (43) angeordneter Käfigrollen (20,21,22,23,24) die das eingesetzte Rohrbund (4) umschließen, wobei die Windungen (29) des Rohrbundes (4) mit ihren Außenseiten (30) nach außen gegen die Käfigrollen (20,21,22,23,24) drücken und wobei das Rohrbund (4) in dem Rollenkäfig (5) drehbar und aus ihm abwickelbar ist.
  2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das innenbefindliche Ende (38) des Rohrbundes (4) an einer Zentralrolle (39) festhaltbar ist, die vorzugsweise im Inneren des Rohrbundes (4) und insbesondere parallel zur Rohrbundachse (43) gelagert ist.
  3. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das außen befindliche Ende (31a) des Rohrbundes (4) zum Abwickeln über wenigstens eine Abwickelrolle (33) geführt ist, die das Rohr (31) auf seiner Innenseite (32) führt.
  4. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zum Verlegen abgezogene Ende (31a) des Rohres (31) unterhalb des Rohrbundes (4) zwischen zwei in Verlegerichtung (44) verlaufenden Längsrollen (42) unter dem Rohrbund (4) wegziehbar ist.
  5. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass quer zu den Längsrollen (42) in Wegziehrichtung vor der Fahrzeugachse (2b) eine Querrolle (42a) angeordnet ist, die beim Ziehen eine Berührung von Rohr (31) und Fahrzeugachse (2b) verhindert.
  6. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei in Verlegerichtung verlaufenden Längsrollen (42) und die Querrolle (42a) am Chassis (2) des Gerätes (3) angeordnet sind, wodurch das Rohrbund (4) unter dem Chassis (4) herausziehbar ist.
  7. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere für den Fall, dass das äußere Rohrende (31a) bei stehendem Gerät (3) abgespult wird, unterhalb des Chassis (2) eine in Bundachsrichtung (43) verlaufende Schutzstrolle (35) vorgesehen ist, die das Rohr (31) vom Boden (36) fernhält.
  8. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerät (3) auf einem Fahrzeug angeordnet ist.
  9. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerät (3) auf einem Fahrzeuganhänger (1) angeordnet ist und das Chassis (2) zugleich das Chassis (2) des Fahrzeuganhängers (1) ist.
  10. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei der Käfigrollen (20,21,22,23,24) als untere Tragrollen (20) ausgebildet sind.
  11. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf gegenüberliegenden Seiten des Käfigs (5) zumindest zwei Käfigrollen (21,22,23,24) angeordnet sind, wobei eine jeweils obere Käfigrolle (22, 23) dieser Käfigrollen (21,22,23,24) der Höhe nach über dem Mittelpunkt des Rohrbundes (4) angeordnet ist und eine jeweils untere Käfigrolle (21,24) unter dem Rohrbundmittelpunkt, jedoch über den Tragrollen (20).
  12. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Käfigrollen (20,21,22,23,24) in Leisten 28 verschieblich gehaltert sind, vorzugsweise in Lochleisten oder in Leisten mit in einer Nut verschieblicher und positionierbarer Achslagerung, um Rohrbunde (4) unterschiedlichen Durchmessers aufzunehmen.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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