PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202006000203U1 13.04.2006
Titel Kunststoffbauteil
Anmelder Reineke, Friedrich-Wilhelm, 32805 Horn-Bad Meinberg, DE;
Sabokat, Klaus, 32805 Horn-Bad Meinberg, DE
Vertreter Eikel & Partner GbR, 32760 Detmold
DE-Aktenzeichen 202006000203
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.04.2006
Registration date 09.03.2006
Application date from patent application 06.01.2006
IPC-Hauptklasse E03F 3/04(2006.01)A, F, I, 20060106, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E03F 3/06(2006.01)A, L, I, 20060106, B, H, DE   B32B 27/12(2006.01)A, L, I, 20060106, B, H, DE   B29C 70/00(2006.01)A, L, I, 20060106, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein glasfaserverstärktes Kunststoffbauteil, insbesondere ein wenigstens einachsig gekrümmtes für einen Schacht- oder Rohrbau bzw. deren Sanierung.

Es ist bekannt, dass sich eine Vielzahl von Kanalnetzen, insbesondere Abwasserkanäle, durch den jahrzehntelangen Betrieb und die hohen mechanischen und chemischen Belastungen in einem kritischen Zustand befinden. Dies gilt nicht nur hinsichtlich der statischen Belastbarkeit, sondern auch für einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb. So ist beispielsweise eine umweltgefährdende Exfiltration zu vermeiden, während andererseits in bspw. Abwasserkanäle eindringendes Fremdwasser die Betriebskosten erhöht. Ablagerungen und Verstopfungen erhöhen darüber hinaus den Wartungsaufwand und entsprechend die Betriebskosten des Kanalnetzes. Damit einhergehend ist die Gefährdung des Betriebspersonals durch unsichere Anlagen.

Neben der Sanierung defekter Rohrleitungen, Kanalnetze und dergleichen steht auch die Sanierung von Schächten und weiteren Abwasserbauwerken an. Trotz unterschiedlichster Verfahren für eine Sanierung, bei der auch unterschiedlichste Kunststoffbauteile zur Anwendung gelangen, sind der Aufwand und die damit verbundenen Kosten erheblich.

Vor diesem technischen Hintergrund macht die Erfindung es sich zur Aufgabe, glasfaserverstärkte Kunststoffbauteile zur Verfügung zu stellen, die insbesondere wenigstens einachsig gekrümmt in einer einfachen Weise und kostengünstig einen Schacht- und/oder Rohrbau oder eine Sanierung vorhandener Abwasserbauwerke erlauben.

Gelöst wird diese technische Problematik durch ein glasfaserverstärktes Kunststoffbauteil, das eine mittlere Schicht aus einem glasfaserverstärkten Harz aufweist zwischen einer insbesondere wasserführenden Gelcoat-Schicht und einem auflaminierten, offene Poren und Noppen aufweisenden Gewirke.

Durch vorgefertigte, glasfaserverstärkte Kunststoffbauteile nach der Erfindung sind gegenüber konventionellen Techniken wie das Ausmauern bei der Erstellung und insbesondere auch bei der Sanierung von Rohr- und/oder Kanalnetzen eine Vielzahl von Vorteilen gegeben. So kann zum einen eine gleich bleibende Qualität gewährleistet werden, unabhängig von handwerklichen Fähigkeiten. Insbesondere kann auch die Anzahl von vorhandenen Fugen deutlich reduziert werden. Baufehler können so durch Systemlösungen minimiert werden.

Die glasfaserverstärkten Kunststoffbauteile nach der Erfindung weisen einen dreischichtigen Aufbau auf. Tragend ist im wesentlichen die mittlere Schicht des glasfaserverstärkten Harzes mit dem auflaminierten, offene Poren und Noppen aufweisenden Gewirke. Dabei kann das Gewirke unmittelbar mit dem aushärtenden Harz verbunden werden, so dass diese beiden Schichten eine Einheit ausbilden. Dabei ist daran gedacht, dass das Glasflächengewicht größer als 450g/m2 und der Glasgehalt massenbezogen größer als 30% ist. Infolge dieser Maßnahmen liegt die Barcolhärte über 35% und das Verformungsmodul nach einer Stunde über 5500 N/mm2.

Die insbesondere wasserführende und damit die hydraulischen Abflussbedingungen optimierende Gelcoat-Schicht ist harzreich ausgeführt, wobei ein ungesättigtes Polyesterharz auf Isophthalsäurebasis bevorzugt verwendet wird.

Die Dicke der Gelcoat-Schicht sollte zwischen 0,1 mm und 1,5 mm liegen, insbesondere zwischen 0,2 mm und 0,5 mm.

Die Dicke der mittleren Schicht, bevorzugt aus einem Epoxy- und/oder einem Polyester-Harz sollte zwischen 3 mm und 5 mm liegen, insbesondere bei 4 mm.

Diese Maßnahmen erhöhen die Dauerhaftigkeit des glasfaserverstärkten Kunststoffbauteils derart, dass es gegenüber den Abwässern üblicher Haushalte wie auch gegenüber industriellen Abwässern chemisch weitestgehend beständig ist. Darüber hinaus ist eine dauerhafte Temperaturbeständigkeit bis zu 80°C gewährleistet, kurzzeitig gar bis 150°C.

Das Gewirke, bevorzugt aus einer Polyamidfaser, weist offene Poren und Noppen auf. Es wird so eine optimale Verankerung des glasfaserverstärkten Kunststoffbauteils nach der Erfindung in Beton, beispielsweise in dem Bermenbeton eines Schachts, in Mörteln oder Klebern erreicht.

Das Gewirke weist unter Einbeziehung der Noppen eine Materialstärke zwischen 6 mm und 12 mm auf, bevorzugt 9 mm, wodurch die Noppen vergleichsweise tief in Beton, Mörtel oder Kleber verankern. Mit einem Gewicht von ca. 290 g/m2 bietet das Gewirke bereits in sich auch eine große Festigkeit.

Die glasfaserverstärkten Kunststoffbauteile nach der Erfindung sind in mannigfaltiger Form ausführbar.

Insbesondere können durch diese auch offene Gerinne ausgebildet werden, insbesondere auch zweiachsig gekrümmte. Derartige Schachtgerinne können ferner einstückig ausgebildet und speziellen Vorgaben exakt angepasst sein. Regelmäßig nötige Zulaufanschlüsse sind dabei unproblematisch vorhersehbar. Mittels eines zwei Komponenten aufweisenden Epoxy-Mörtels, zum einen auch zum Einbau der Elemente geeignet, können zum anderen Schnitt- und Ansatzfugen unproblematisch geschlossen werden.

Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist das Gerinne in einem Querschnitt U-förmig ausgebildet und sind die freien Schenkelenden eine Auflage ausbildend abgewinkelt, so dass ein einfacher Einbau gewährleistet ist.

Alternativ zu derartigen Schachtgerinnen kann auch eine Sohlschale für einen Schacht ausgebildet werden.

Die Ausbildung von Rohren oder rohrartigen Schachteinbauteilen ist gleichfalls möglich, mit deren Hilfe die Sanierung vorhandener Rohre bzw. Schachtanlagen möglich ist oder auch ein Neubau.

Ein Beispiel eines glasfaserverstärkten Kunststoffbauteils wird in der Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:

1: eine isometrische Darstellung eines Schachtgerinnes und

2: eine vergrößerte, schematische Darstellung des Querschnitts des glasfaserverstärkten Kunststoffbauteils nach der Erfindung.

In 1 ist ein offenes Schachtgerinne 1 für die Sanierung und den Neubau von Schachtunterteilen dargestellt. Derartige Schachtgerinne 1 können in allen Norm-Nennweiten für einen üblichen Anschluss hergestellt werden.

Das Schachtgerinne 1 ist um eine erste Achse U-förmig gebogen ausgebildet. Die freien Schenkelenden 2,3 sind jeweils mit einer eine Auflage 4,5 ausbildenden Abwinklung versehen. Außenseitig, für eine sichere Einbettung in einem Mörtel, einem Beton oder einem Kleber ist das Schachtgerinne 1 mit einem auflaminierten, offene Poren 6 und Noppen 7aufweisenden Gewirke 8 versehen, das aus einer Polyamidfaser gefertigt ist.

Das Gewirke 8 weist eine Stärke zwischen 6 mm und 12 mm, bevorzugt von 9 mm, auf und ist fest mit einer mittleren Harz-Schicht 9 der eingangs erläuterten Art verbunden, die ihrerseits eine Dicke zwischen 3 mm und 5 mm, insbesondere von 4 mm aufweist.

Innenseitig und damit wasserführend trägt die Harz-Schicht 9 eine Gelcoat-Schicht 10 eine Stärke zwischen 0,1 mm und 1,5 mm, bevorzugt zwischen 0,2 mm und 0,5 mm.

Diese Gelcoat-Schicht 10 ist harzreich durch ein ungesättigtes Polyesterharz auf Isophthalsäurebasis ausgebildet. von hoher Glätte verbessert diese Gelcoat-Schicht die hydraulischen Abflussbedingungen erheblich.

Auch Abwinklungen um eine zweite, vertikale Achse können, wie das Schachtgerinne 1 in 1 zeigt, in üblichen Abmessungen vorgenommen sein. Entsprechende Gegenwinkel können bei einem Gerinne durch Drehen und Ansetzen weiterer Schachtgerinne hergestellt werden, die untereinander dicht verklebt werden.

1Schachtgerinne 2Schenkelende 3Schenkelende 4Auflage 5Auflage 6Pore 7Noppe 8Gewirke 9Harz-Schicht 10Gelcoat-Schicht

Anspruch[de]
  1. Glasfaserverstärktes Kunststoffbauteil, insbesondere wenigstens einachsig gekrümmt für einen Schacht- und/oder Rohrbau oder eine Sanierung, aufweisend eine mittlere Schicht (9) aus einem glasfaserverstärkten Harz zwischen einer insbesondere wasserführende Gelcoat-Schicht (10) und einem auflaminierten, offene Poren (6) und Noppen (7) aufweisenden Gewirke (8).
  2. Kunststoffbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelcoat-Schicht (10) durch ein ungesättigtes Polyesterharz auf Isophthalsäurebasis ausgebildet wird.
  3. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Gelcoat-Schicht (10) zwischen 0,1 mm und 1,5 mm liegt.
  4. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Harz der mittleren Schicht (9) ein Epoxy- und/oder ein Polyester-Harz ist.
  5. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der mittleren Schicht (9) zwischen 3 mm und 5 mm liegt.
  6. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewirke (8) aus einer Polyamidfaser ist.
  7. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewirke (8) eine Materialstärke zwischen 6 mm und 12 mm aufweist.
  8. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein offenes Gerinne (1) ausgebildet wird.
  9. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerinne (1) zweiachsig gekrümmt ausgebildet ist.
  10. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerinne (1) in einem Querschnitt U-förmig ausgebildet ist und dass die freien Schenkelenden eine Auflage (4,5) ausbildend abgewinkelt sind.
  11. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sohlschale ausgebildet wird.
  12. Kunststoffbauteil nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rohr oder rohrartiges Schachtbauteil ausgebildet wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com