PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202006000424U1 13.04.2006
Titel Treppenabsatz
Anmelder Lüghausen, Albert, 53721 Siegburg, DE
Vertreter Brandenburg, T., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 53113 Bonn
DE-Aktenzeichen 202006000424
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.04.2006
Registration date 09.03.2006
Application date from patent application 11.01.2006
IPC-Hauptklasse E04F 11/16(2006.01)A, F, I, 20060111, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen mehrteiligen Treppenabsatz zum Anbringen auf einem Treppengrundkörper.

Im Sinne dieser Anmeldung bezieht sich Treppengrundkörper auf eine Treppe bestehend aus Treppenstufen. Jede einzelne Treppenstufe wird dabei als ein in zwei Segmente einteilbarer Grundkörper betrachtet. Diese Segmente bestehen zum Einen aus der horizontal erstreckten Trittstufe mit überragender Trittkante und zum Anderen aus der vertikal erstreckten, unterhalb der Trittstufe und hinter der Trittkante anschließenden Stirnfläche. Zum Schutz des Grundkörpers werden Trittstufe und Stirnfläche verkleidet bzw. verschalt. Die dazu verwendeten Bauteile werden im Folgenden als Trittflächenelemente bezeichnet. Die Gesamtheit aller auf einem Grundkörper aufzubringenden Trittflächenelemente wird dabei als Treppenabsatz bezeichnet.

Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, einen Treppenabsatz anzubieten, der es erlaubt, möglichst einfach, schnell und kostengünstig den Grundkörper einer Treppe vollflächig mit stabilen, langlebigen Trittflächenelementen zu verkleiden.

Bekannte Vorrichtungen zum Verkleiden von Treppengrundkörpern wie sie zum Beispiel im Deutschen Gebrauchsmuster G 93 07 338.0 beschrieben werden, weisen umgreifende Profile auf, welche mit der Trittkante des Grundkörpers verschraubt werden. Hierbei müssen Schraubenart, -länge und Drehmoment auf das Material des Grundkörpers abgestimmt und gleichmäßig angezogen werden. Bei ungleichmäßiger Kraftbeaufschlagung oder asymmetrischer Anordnung der Bohrungen im Grundkörper unterliegt bereits das Profil mit der Montage erheblichen Scher- und Zugkräften mit hohen, lokalen Gradienten. Dies ist besonders nachteilig, da die Profile mit Aussparungen versehen sind, in welche die den Grundkörper abdeckenden Trittflächenelemente eingreifen sollen. Bei einem verspannten Profil kann es dazu kommen, dass alle zusätzlich eingreifenden Trittflächenelemente der zu Beginn erzeugten Verspannung unterliegen. Zusätzlich werden die Trittflächenelemente über weitere Schrauben ebenfalls am Profil befestigt, was weitere Zug- und Scherkräfte bedingen kann. Die Montage der Trittflächenelemente ist kompliziert und fehleranfällig. Dies ist abzulehnen.

Weiterhin nachteilig ist, daß zwischen Stirnflächenelement und verkleideter Trittkante häufig ein nennenswerter Freiraum bleibt, so daß von einer vollflächigen Verkleidung nicht gesprochen werden kann. Darüber hinaus werden bei der beschriebenen Methode sämtliche Elemente über Schrauben im Grundkörper der Treppe befestigt. Dies kann zur Schwächung der mechanischen Stabilität des Grundkörpers und letzten Endes sogar zum Ablösen der befestigten Elemente führen. Darüber hinaus unterliegen die lokalen Befestigungspunkte bei Materialien mit unterschiedlicher Temperatur- und Feuchtigkeitsempfindlichkeit starken Scherkräften mit lokal hohen Gradienten. Vor allem bei der Verwendung von Holz in Kombination mit Werkstoffen mit deutlich abweichendem Quellverhalten werden so über längere Zeiträume hinweg periodisch Scherkräfte erzeugt, die zu einem vollständigen Abreißen der Schrauben und einem Versagen der Stabilität führen können. Daher weisen bei bekannten Vorrichtungen und Befestigungsverfahren einzelne Trittflächenlemente eine deutlich geringere Langzeitstabilität ihrer Befestigung auf. Dies bedingt zunächst die Schwächung der lokalen Haltekraft und kann im Laufe der Zeit zur frühzeitigen, vollständigen Ablösung einzelner Trittflächenelemente führen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es einen Treppenabsatz zur Verkleidung eines Grundkörpers bereitzustellen, der die oben genannten Nachteile vermeidet. Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit Hilfe eines Treppenabsatzes gemäß Anspruch 1. Weitere Vorteile ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung.

Ein erfindungsgemäßer Treppenabsatz besteht aus einem rechtwinkligen Trittkantenprofil, einem Trittstufenelernent und einem Stirnflächenelement. Diese Elemente werden auf den Grundkörper einer Treppenstufe aufgeklebt. Dabei weist das Trittkantenprofil einen horizontal erstreckten, parallel zur Trittstufe unterseitig angebrachten Seitenverbinder auf. Der Seitenverbinder überragt in seiner Längserstreckung das Trittkantenprofil, sodass das Trittstufenelement zumindest teilweise auf ihm zu liegen kommt. Durch das Verkleben der Elemente kommt über den Seitenverbinder eine kraftschlüssige Verbindung von Trittkantenprofil und Trittstufenelement zu stande.

Im Vergleich zu bekannten Methoden bietet der erfindungsgemäße Treppenabsatz den Vorteil einer deutlich einfacheren Montage und kann keinen lokalen Scher- oder Zugkräften durch Fehlpassung von Bohrungen unterliegen. Desweiteren kann der Kleber durch Beaufschlagung mit einem geeigneten Lösungsmittel gelöst werden, sodass auch eine Demontage ohne Beeinträchtigung des Grundkörpers möglich ist. Durch den Seitenverbinder wird eine überraschend gleichmäßige Kraftverteilung auf die Elemente im Gebrauch und eine kontinuierlich erzielbare Langzeitstabilität der belasteten Elemente zugänglich.

Vorteilhafter Weise wird ein flächig aufgetragener Elastomer-Kleber verwendet. Zum Einen kompensiert dieser Kleber über seine elastischen Eigenschaften einen Teil der auftretenden Scherspannungen und zum Anderen werden die Scherspannungen auf die gesamte Kontaktfläche verteilt und hohe, punktuelle Kraftgradienten vermieden.

Das Trittkantenprofil überragt in der Senkrechten die Trittkante, so daß ein C-Profil gebildet wird, bestehend aus Trittkantenprofil, Unterseite der Trittkante und Stirnfläche. In der Waagerechten liegt das Trittkantenprofil auf einer vorderen Teilfläche der Trittstufe auf. Hierbei konnten gute Festigkeiten erzielt werden, wenn die räumliche Tiefe der Auflagefläche größer war als die der Trittkante. Eine sehr gute Stabilität konnte mit einem Überlapp ab 1,5 cm oder 10 % gesamten räumlichen Tiefe der Trittstufe erzielt werden.

Der Seitenverbinder ist fest an der waagerechten Auflagefläche des Trittkantenprofils befestigt, 0,5 mm bis 3 mm dick und überragt das Trittkantenprofil in seiner räumlichen Längserstreckung. Sehr gute, kraftschlüssige Verbindungen mit dem anschließenden Trittstufenelement konnten bei einem Überlapp von mindestens 2 cm bis hin zu 15 % der räumlichen Gesamttiefe der Trittstufe festgestellt werden.

Das Trittstufenelement liegt im vorderen Bereich der Trittstufe auf dem überstehenden Segment des Seitenverbinders auf, bildet mit dem Trittkantenprofil eine ebene Fläche und reicht in seiner räumlichen Längserstreckung bis zum Stirnflächenelement der nächsthöheren Stufe.

Das senkrecht ausgerichtete Stirnflächenelement greift mit seinem oberen Ende in das aus Trittkantenprofil, Unterseite der Trittkante und Stirnfläche gebildete C-Profil ein und schließt an seinem unteren Ende bündig mit dem Trittstufenelement ab.

Vorteilhafterweise ist das Stirnflächenelement rückseitig und an den aufliegenden Seitenflächen kraftschlüssig eingeklebt und stabilisiert zusätzlich die Trittkante des Grundkörpers gegenüber den bei der Benutzung der Treppe auftretenden Kräften.

Auf diese Art und Weise ist eine vollflächige Verkleidung des Grundkörpers einer Treppenstufe gewährleistet. Der überragende Seitenverbinder ermöglicht eine stabile Verbindung von Trittkantenprofil und Trittstufenelement.

Vorzugseise besteht der Seitenverbinder aus einem Material, welches eine Dehngrenze bei 0,2 % plastischer Verformung von mindestens 147 Newton pro m2 sowie eine Mindeststreckgrenze von mindestens 102 Newton pro mm2 aufweist. Mit Seitenverbindern solchen Materials konnten kraftschlüssige Verbindungen der belasteten Treppenabsatzelemente erzielt werden, welche auch über Wochen bei einer periodischen, asymmetrischen Impuls-Belastung im Trittkantenprofilbereich mit 150 kg auf 90 cm2 und 5 Hz stabil waren.

Vorzugsweise beabstandet der Seitenverbinder sowohl Trittkantenprofil als auch Trittstufenelement zur Trittstufe und erleichtert das Erstellen einer flächigen Klebstoffschicht mit kontrolliert eingestellter, gleichmäßiger Dicke.

Vorzugsweise sind Trittstufenelement und Trittkantenprofil mit ineinander greifenden Profilen versehen, wodurch eine präzisere, horizontale Ausrichtung des Trittstufenelementes möglich wird. Der Seitenverbinder stabilisiert so das Trittstufenelement zusätzlich in seiner horizontalen Ausrichtung.

Vorteilhafter Weise ist der Seitenverbinder zusätzlich perforiert, um eine innigere Verklebung von Trittstufe, Seitenverbinder und Trittstufenelement zu ermöglichen. Hier konnten gute bis sehr gute Ergebnisse mit einer gleichmäßig verteilten Lochperforation erzielt werden, wobei die Löcher einen Durchmesser von 0,2 cm bis 0,8 cm bei einer Flächenkonzentration von 5% bis 30 % der Gesamtfläche des Seitenverbinders aufwiesen.

Im Folgenden wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel, welches eine mögliche Ausführungsform darstellt und den Grundgedanken der Erfindung nicht auf die Ausführungsform beschränkt, erläutert.

Wie in 1 veranschaulicht ist der Treppenabsatz 5 über den Kleber 10 mit dem Grundkörper 1 verbunden. Der Grundkörper 1 besteht hierbei aus der Trittstufe 2 mit überragender Trittkante 3 sowie der vertikal erstreckten Stirnfläche 4. Trittkantenprofil 6, Trittstufenelement 7 und Stirnflächenelement 8 des Treppenabsatzes 5 sind aus massivem Hartholz mit einer Stärke von 12 mm gefertigt. Der Seitenverbinder 9 besteht aus 1 mm-starkem S230JR Stahlblech mit einer Mindeststreckgrenze von 230 Newton/mm2. Seine Längserstreckung beträgt 5 cm und seine Auflagefläche weist eine Perforation bestehend aus 5 und 10 mm im Durchmesser betragenden Bohrlöchern auf, welche gleichmäßig über die Auflagefläche verteilt sind und insgesamt auf 5 % der gesamten Auflagefläche eine Durchdringung des Klebers ermöglichen. In Längsrichtung weist der Seitenverbinder 9 einen Überlappungsbereich mit dem aufliegenden Trittkantenprofil 6 von 2,5 cm auf. In diesem Überlappungsbereich sind Seitenverbinder 9 und Trittkantenprofil 6 kraftschlüssig miteinander verbunden. Über einen in diskreter Linienform gleichmäßig auf alle aneinander angrenzenden Flächen aufgetragenen Kleber 10, bestehend aus einem Elastomer-Kleber auf Polyurethanbasis, wird der Treppenabsatz 5 kraftschlüssig auf dem Grundkörper 1 aufgeklebt und mit diesem verbunden. Selbst bei Quererstreckungen von bis zu 180 cm Länge zeigt der erfindungsgemäße Treppenabsatz eine langlebige, kraftschlüssige Verbindung alles Trittstufenelemente sowohl untereinander als auch mit dem Grundkörper.

Vorteilhafterweise werden Unebenheiten, wie sie z.B. bei bereits abgenutzten Grundkörpern häufig auftreten, vor der Montage eines erfindungsgemäßen Treppenabsatzes durch Aufkleben von ebenen Holzplattensegmenten mit Hilfe eines hartelastischen Polyurethanklebers ausgeglichen.


Anspruch[de]
  1. Mehrteiliger Treppenabsatz 5 zum Aufkleben auf einem Grundkörper 1 bestehend aus Trittstufe 2, Trittkante 3 und Stirnfläche 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Treppenabsatz 5 aus dem Trittkantenprofil 6, dem Trittstufenelement 7 und dem Stirnflächenelement 8 besteht, wobei das Trittkantenprofil 6 einen parallel zur Trittstufe 2 unterseitig angebrachten Seitenverbinder aufweist, welcher in seiner Längserstreckung das Trittkantenprofil 6 überragt und eine gemeinsame Auflagefläche mit dem angrenzenden Trittstufenelement 7 ausbildet.
  2. Treppenabsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Trittkantenprofil 6 die Trittkante 3 in seiner vertikalen Erstreckung überragt.
  3. Treppenabsatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontale Auflagefläche des Trittkantenprofils 6 auf der Trittstufe 2 in ihrer Längserstreckung die Längserstreckung der Trittkante um mindestens 1,5 cm überragt.
  4. Treppenabsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Seitenverbinder 9 eine Dicke von 0,5 mm bis 3 mm aufweist.
  5. Treppenabsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Seitenverbinder 9 das Trittkantenprofil 6 in seiner Längserstreckung um mindestens 2 cm überragt und dass das Stirnflächenelement 8 an seinem oberen Ende von der Stirnfläche 4 des Grundkörpers, der Unterseite der nächsthöheren Trittkante 3 und der Rückseite des nächsthöheren, vertikal überstehenden Trittkantenprofils 6 umfasst wird.
  6. Treppenabsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stirnflächenelement 8 über einen gleichmäßig aufgebrachten Kleber kraftschlüssig mit der Stirnfläche 4 und den aufliegenden Seitenflächen der Trittstufe 2 und der nächsthöheren Trittkante 3 elastisch verbunden ist.
  7. Treppenabsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Seitenverbinder aus einem Material besteht, welches eine Dehngrenze bei 0,2 % plastischer Verformung von mindestens 147 Newton/m2 sowie eine Mindeststreckgrenze von mindestens 102 Newton/mm2 aufweist.
  8. Treppenabsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Trittstufenelement 7 und Trittkantenprofil 6 ineinander eingreifende Profile an ihren Seitenflächen aufweisen.
  9. Treppenabsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Seitenverbinder perforiert ist.
  10. Treppenabsatz nach Absatz 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Perforation des Seitenverbinders 5 bis 30 % seiner gesamten Auflagefläche ausmacht.
  11. Treppenabsatz nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Perforation aus gleichmäßig verteilten Löchern mit einem Durchmesser zwischen 0,2 cm und 0,8 cm besteht.
  12. Mehrteiliger Treppenabsatz 5 zum Aufkleben auf einem Grundkörper 1 bestehend aus Trittstufe 2, Trittkante 3 und Stirnfläche 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Treppenabsatz 5 aus dem Trittkantenprofil 6, dem Trittstufenelement 7 und dem Stirnflächenelement 8 besteht, wobei das Trittkantenprofil 6 einen parallel zur Trittstufe 2 unterseitig angebrachten Seitenverbinder aufweist, welcher in seiner Längserstreckung das Trittkantenprofil 6 überragt und eine gemeinsame Auflagefläche mit dem angrenzenden Trittstufenelement 7 ausbildet, dadurch gekennzeichnet, dass das Trittkantenprofil 6, das Trittstufenelement 7 und das Stirnflächenelement 8 aus 12 mm-starkem massivem Hartholz gefertigt sind, dass der Seitenverbinder 9 aus 1 mm-starkem Stahlblech besteht, dass der Seitenverbinder 9 zu 5 % seiner Auflagefläche durch gleichmäßig verteilte Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 5 und 10 mm perforiert ist, dass der Seitenverbinder 9 in seiner Längserstreckung eine Überlappung mit der Auflagefläche des Trittkantenprofils 6 sowie des Trittstufenelementes 7 von jeweils 2,5 cm aufweist und dass sämtliche Trittstufenelemente über einen elastischen Polyurethankleber kraftschlüssig untereinander und mit dem Grundkörper 1 verbunden sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com