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Dokumentenidentifikation DE202006000555U1 13.04.2006
Titel Vorrichtung zum Inspizieren, Warten und/oder Abnehmen der Rotorblätter einer Windenergieanlage
Anmelder Lutz, Otto, 97494 Bundorf, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 24105 Kiel
DE-Aktenzeichen 202006000555
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.04.2006
Registration date 09.03.2006
Application date from patent application 14.01.2006
IPC-Hauptklasse F03D 11/04(2006.01)A, F, I, 20060114, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Inspizieren, Warten und/oder Abnehmen der über eine Nabe von der Gondel einer Windenergieanlage getragenen Rotorblätter.

Eine derartige als Hubarbeitsbühne ausgebildete Vorrichtung ist aus der DE 199 09 698 C2 bekannt.

Bei der bekannten Hubarbeitsbühne ist die Arbeitsbühne an dem freien Ende des ausfahrbaren Arms befestigt. Bei dieser Ausgestaltung stellt sich das Problem, dass der Arm an seinem freien Ende die Last der Arbeitsbühne tragen muss, was voraussetzt, dass der ausfahrbare Arm entsprechend stabil ausgebildet ist. Bei modernen Windenergieanlagen, bei denen die Nabenhöhe 100 m erreichen kann, sind Fahrzeug und Arm so stabil auszulegen, dass die entsprechenden Hubarbeitsbühne sehr schwer und unbeweglich wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die leichter und weniger stabil ausgebildet werden kann.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Geschirr das zum Auflegen auf die Gondel, die Nabe oder die Wurzel zweier schräg nach oben weisender Rotorblätter ausgebildet und mit Mitteln zum Führen von die Arbeitsbühne tragenden Seilen ausgebildet ist.

Dabei kann das Fahrzeug als LKW, als – bei Offshore-Anlagen – als Wasserfahrzeug oder aber auch als Fesselballon ausgebildet sein.

Bei einer Ausbildung als Hubfahrzeug mit einem ausfahrbaren Arm trägt dieser an seinem freien Ende das Geschirr, das mit Mitteln zu seiner Verankerung im Bereich der Nabe des Rotors die Windenergieanlage und mit von dem Geschirr herabhängenden Seilen versehen ist, und die Arbeitsbühne zur Befestigung an den Seilen des Geschirrs eingerichtet ist.

Die Arbeitsbühne ist dabei vorzugsweise mit einem Antrieb zum Auffahren und Ablassen der Arbeitsbühne an den von dem Geschirr herabhängenden Seilen versehen. Bei einer alternativen Ausführungsform ist das Geschirr mit die Seile führenden Umlenkrollen versehen, wobei ein gesonderter, auf dem Boden stehender Antrieb zum Auffahren und Ablassen die Umlenkrollen geführten Seile vorgesehen ist. Der Antrieb für die Seile kann aber auch an dem Geschirr vorgesehen sein.

Bei einem besonderen Ausführungsbeispiel kann die Arbeitsbühne ausgetauscht werden durch einen an den Seilen zu befestigenden, zur Aufnahme eines Rotorblatts geeigneten Strumpf oder aber durch einen Inspektionsroboter, der das Rotorballtt mit Ultraschall oder mit Röntgenstrahlen untersucht.

Weiter kann vorgesehen sein, dass das Geschirr austauschbar ist, also der jeweils zu wartenden Windenergieanlage entsprechend ausgewählt werden kann.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform besteht die Hubarbeitsbühne besteht – in bekannter Weise – aus einem Fahrzeug und einem auf dem Fahrzeug gelagerten, hydraulisch oder elektromechanisch ausfahrbaren Arm. Der Arm trägt an seinem freien Ende ein Geschirr 16, das mit Mitteln zu seinem Auf- oder Anlegen auf bzw. an die Wurzel der schräg nach oben weisenden Rotoren der Windenergieanlage (WEA) und mit von dem Geschirr herabhängen den Seilen versehen ist. Die Arbeitsbühne ist an den von dem Geschirr herabhängen den Seilen des Geschirrs befestigt.

Diese Ausbildung hat den Vorteil, dass die Last der Arbeitsbühne nicht von dem Arm der Hubarbeitsbühne getragen wird, sondern von der Nabe der Windenergieanlage, die ausreichend stabil ausgebildet ist. Der ausfahrbare Arm der Hubarbeitsbühne kann damit deutlich leichter und weniger stabil ausgebildet werden als bei dem Stand der Technik.

Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Arbeitsbühne mit einem mitfahrenden Antrieb versehen, der das Auffahren und Ablassen der Arbeitsbühne an den von dem Geschirr herabhängenden Seilen dient. Alternativ kann das Geschirr auch mit die Seile führenden Umlenkrollen versehen sein, ein gesonderter, auf dem Boden stehender Antrieb bewirkt dann das Auffahren und Abfahren des fest an den die Umlenkrollen geführten Seile befestigten Arbeitskorb.

Es kann ein Strumpf vorgesehen sein, der von unten über ein abzunehmendes Rotorblatt gestülpt ist. Dieser Strumpf ist – unter Ersatz der Arbeitsbühne – an den Seilen befestigt, die Seile werden angezogen und werden nach Lösen der Bolzenverbindungen, mit der das Rotorblatt an der Nabe befestigt ist, von dem Strumpf getragen, bei Ablassen der Seile wird das Rotorblatt entsprechend abgelassen.

Das Geschirr ist an dem freien Ende des ausfahrbaren Arms austauschbar, so dass ein an die jeweilige Windenergieanlage angepasstes Geschirr gewählt werden kann.

Nach der Wartung eines Rotorblatts wird die Windenergieanlage (bei einer 3-flügligen Windenergieanlage) um 120° gedreht, nachdem der Arm mit dem Geschirr von der Windenergieanlage abgeschwenkt worden ist, sodann wird das Geschirr wieder angelegt.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Inspizieren, Warten und/oder Abnehmen der über eine Nabe von der Gondel einer Windenergieanlage getragenen Rotorblätter, mit einem Fahrzeug und einer Arbeitsbühne, gekennzeichnet durch ein Geschirr, das zum Auflegen auf die Gondel, die Nabe oder die Wurzeln zweier schräg nach oben weisenden Rotorblätter ausgebildet und mit Mitteln zum Führen von die Arbeitsbühne tragenden Seilen ausgerüstet ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug ein Fesselballon ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug ein einen ausfahrbaren Hubarm tragender LKW ist, wobei der Hubarm an seinem freien Ende das Geschirr trägt.
  4. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsbühne (14) mit einem Antrieb zum Auffahren und Ablassen der Arbeitsbühne (14) an den von dem Geschirr (16) herabhängenden Seilen (20) versehen ist.
  5. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Geschirr (16) mit die Seile (20) führenden Umlenkrollen versehen, wobei ein gesonderter, auf dem Boden stehender Antrieb zum Auffahren und Ablassen der um Umlenkrollen geführten Seile (20) vorgesehen ist.
  6. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Geschirr mit einem Antrieb zum Aufziehen der die Arbeitsbühne tragenden Seile versehen ist.
  7. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet durch einen anstelle der Arbeitsbühne oder dgl. an den Seilen zu befestigen, zur Aufnahme eines Rotorblattes geeigneten Strumpf (22).
  8. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet durch einen anstelle der Arbeitsbühne oder dgl. an den Seilen zu befestigen Inspektionsroboter.
  9. Hubarbeitsbühne nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Geschirr (16) austauschbar ist.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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