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Dokumentenidentifikation DE202006000665U1 13.04.2006
Titel Adapter zur Drehmomentübertragung zwischen Mutter und Schraubendreher
Anmelder Böllhoff Verbindungstechnik GmbH, 33649 Bielefeld, DE
Vertreter Patentanwälte Hauck, Graalfs, Wehnert, Döring, Siemons, Schildberg, 80339 München
DE-Aktenzeichen 202006000665
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.04.2006
Registration date 09.03.2006
Application date from patent application 17.01.2006
IPC-Hauptklasse B25B 13/06(2006.01)A, F, I, 20060117, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B25B 23/00(2006.01)A, L, I, 20060117, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung befasst sich mit dem manuellen Betätigen einer Mutter und/oder Schraube einer Schraubverbindung.

Zum manuellen Festziehen und Lösen von Schraubverbindungen werden üblicherweise Schraubenschlüssel, insbesondere Maul- und Steckschlüssel verwendet. In bestimmten Anwendungsfällen ist der vorhandene Platz so gering, dass herkömmliche Maul- oder Steckschlüssel nicht oder nicht ohne weiteres eingesetzt werden können. Eine weitere in der Praxis anzutreffende Schwierigkeit kann darin bestehen, dass beim Aufbringen eines zu großen Drehmoments die Schraubverbindung beschädigt wird. Diese Schwierigkeit lässt sich zwar mit Hilfe von Drehmomentschlüsseln vermeiden; Drehmomentschlüssel sind jedoch teuer und stehen häufig, beispielsweise in Bordwerkzeugen von Fahrzeugen, nicht zur Verfügung.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache Möglichkeit zu schaffen, die Mutter und/oder den Schraubenkopf einer Schraubverbindung auch bei beengten Platzverhältnissen manuell zu betätigen und gleichzeitig das übertragbare Drehmoment auf einen relativ niedrigen Wert zu beschränken.

Diese Aufgabe wird durch den in Anspruch 1 definierten, zwischen Mutter oder Schraubenkopf der Schraubverbindung und einem Schraubendreher-Wechselgriff einsetzbaren Adapter gelöst. Der Adapter besteht aus einem topfförmigen Teil mit einer Umfangswand, deren Innenkontur an die Außenkontur der Mutter oder des Schraubenkopfes angepasst ist, und einem Steckvorsprung, der an einem axialen Ende des topfförmigen Teils einstückig angeformt ist und dessen Außenkontur an die Innenkontur einer Aufnahmeöffnung des Schraubendreher-Wechselgriffes angepasst ist.

Aufgrund des erfindungsgemäß vorgesehenen Adapters kann die Mutter bzw. der Schraubenkopf der Schraubverbindung nur mit dem dazu passenden Schraubendreher-Wechselgriff angezogen und gelöst werden. Ein freier Platz für einen seitlichen Zugang eines Schraubenschlüssels (Maul- oder Steckschlüssels) zur Mutter bzw. zum Schraubenkopf ist daher nicht erforderlich. Außerdem wird durch die Erfindung sichergestellt, dass die Schraubverbindung nicht durch ein zu großes Anzugsmoment beschädigt wird, da über einen Schraubendreher nur ein vergleichsweise niedriges Drehmoment auf die Schraubverbindung ausgeübt werden kann.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass bei Anwendungen beispielsweise im Kraftfahrzeugbereich das Bordwerkzeug keinen Schraubenschlüssel für die spezielle Schraubverbindung enthalten muss. Da in der Kraftfahrzeugindustrie die Tendenz besteht, das Bordwerkzeug immer mehr zu vereinfachen, kann unter Umständen auf Schraubenschlüssel ganz verzichtet werden.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.

Anhand der Zeichnungen wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert. Es zeigt:

1 eine perspektivische Ansicht eines Schraubendreher-Wechselgriffes und eines erfindungsgemäß ausgebildeten Adapters;

2 eine seitliche Ansicht, in Explosionsdarstellung, eines erfindungsgemäß ausgebildeten Adapters sowie einer Mutter und Schraube einer im Übrigen nicht dargestellten Schraubverbindung;

3 eine Schnittansicht des Adapters, der Mutter und der Schraube in 2 vor der Montage der Schraubverbindung;

4 eine teilweise geschnittene Seitenansicht des Schraubendreher-Wechselgriffes, des Adapaters, der Mutter und der Schraube im montierten Zustand. Bei dem in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein plattenförmiges Bauteil 2 (2 bis 4) an einem (nicht dargestellten) weiteren Bauteil über eine Schraubverbindung zu befestigen, von der lediglich eine Schraube 4 und eine Mutter 6 dargestellt sind. Zum Anziehen und Lösen der Mutter 6 dienen ein Adapter 8 und ein Schraubendreher-Wechselgriff 10, wie im Folgenden noch genauer erläutert wird.

Die Schraubverbindung, die beispielsweise zum Befestigen einer Rückleuchte an einem Karosserieblech eines Fahrzeuges dient, ist in dem deutschen Gebrauchsmuster Nr. 20 2004 019 153.9 dargestellt und beschrieben, so dass diesbezüglich auf dieses Dokument verwiesen werden kann. Wie dort beschrieben, besteht die Mutter 6 aus einem als Vielzahnprofil ausgebildeten Mutternkörper 12 und einem Flansch 14, durch welche sich eine durchgehende Gewindebohrung 18 erstreckt (3). Die Schraube 4 besteht aus einem Kopfabschnitt 20 mit einem Außengewinde 22, einem Flansch 24, einem Gewindeabschnitt 26, einem Zwischenabschnitt 28 und einem Dichtungsabschnitt 30 mit umlaufenden Dichtrippen.

Zum Verständnis der vorliegenden Erfindung genügt es, zu wissen, dass die als Kontermutter dienende Mutter 6 mit dem Kopfabschnitt 20 der Schraube 4 verschraubt werden muss, um das Bauteil 2 zwischen den Flanschen 14 und 24 der Mutter 6 und der Schraube 4 einzuspannen. Zu diesem Zweck ist der Kopfabschnitt 12 der Mutter 6 mit einer Außenkontur versehen, die eine formschlüssige Verbindung mit dem Adapter 8 ermöglicht.

Wie bereits erwähnt, ist der Kopfabschnitt 12 der Mutter 6 im konkreten Ausführungsbeispiel als Vielzahnprofil ausgebildet. Es versteht sich jedoch, dass die Außenkontur auch anders gestaltet sein kann, beispielsweise als Vierkant, Sechskant, Außentorx usw.

Der Adapter 8 besteht aus einem topfförmigen Teil 32 und einem Steckvorsprung 34. Der topfförmige Teil 32 wird von einer Umfangswand 36 gebildet, die am einen axialen Ende durch eine Endwand 38 verschlossen ist. Die Umfangswand 36 hat eine Innenkontur, die der Außenkontur des Kopfabschnittes 12 der Mutter 6 entspricht. Im konkreten Ausführungsbeispiel hat daher die Umfangswand 30 des topfförmigen Teils 32 eine Innenkontur in Form eines Vielzahnprofils.

Vorzugsweise ist die Innenkontur der Umfangswand 36 des Adapters 8 sowie die Außenkontur der Mutter 6 abweichend von genormten Werkzeugschlüsselkonturen ausgebildet. Die Mutter 6 lässt sich daher nicht mit genormten Werkzeugschlüsseln festziehen und lösen. Vielmehr kann die Mutter 6 lediglich mittels eines speziellen Adapters betätigt werden, der eine an die Außenkontur der Mutter 6 angepasste Innenkontur hat.

Der Steckvorsprung 34 des Adapters 8 ist massiv ausgebildet und zentral sowie axial verlaufend an der Endwand 38 des topfförmigen Teils 32 des Adapaters 8 einstückig angeformt. Der Steckvorsprung 34 hat an seinem Umfang mehrere axial verlaufende Rippen 40, 42 und dazwischen liegende längs verlaufende Vertiefungen, wie insbesondere in den 1 und 2 zu sehen ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind vier längs verlaufende Rippen 40, 42 vorgesehen, von denen zwei diametral gegenüberliegende Rippen 40 eine relativ große Breite und die beiden anderen, ebenfalls diametral einander gegenüberliegenden Rippen 42 eine relativ schmale Breite haben. Die Rippen 40, 42 sind an ihrem Außenumfang abgerundet ausgebildet. An seinem freien Ende hat der Steckvorsprung 34 eine kegelförmige Spitze 44.

Der Steckvorsprung 34 dient zum Herstellen einer Formschlussverbindung mit dem Schraubendreher-Wechselgriff 10. Dieser besteht aus einem Griffteil 46 und einem Kopfteil 48, der mit einer Aufnahmeöffnung 50 und einem vorgegebenen Außenprofil 52 versehen ist. Die Aufnahmeöffnung 50 hat eine Innenkontur, die mit der Außenkontur des Steckvorsprungs 34 des Adapters 8 entspricht. Demgemäß hat die Aufnahmeöffnung 50 einen zentralen Durchgang mit längs verlaufenden Nuten, in die die längs verlaufenden Rippen 40, 42 des Steckvorsprungs 34 passen. Ferner hat die Aufnahmeöffnung 50 einen kegelförmigen Boden (4), der die kegelförmige Spitze 44 des Steckvorsprungs 34 des Adapters 8 aufnehmen kann.

Der Adapter 8 besteht vorzugsweise aus einem Kunststoff und insbesondere einem faserverstärkten Kunststoff und wird zweckmäßigerweise durch Spritzgießen hergestellt. Grundsätzlich kann er jedoch auch aus einem metallischen Werkstoff bestehen. Der Schraubendreher-Wechselgriff 10 besteht ebenfalls vorzugsweise aus Kunststoff.

Zum Herstellen der Schraubverbindung muss, wie bereits erwähnt, die Mutter 6 mit dem Kopfabschnitt 20 der Schraube 4 verschraubt werden. Zu diesem Zweck wird der topfförmige Teil 32 des Adapters 8 auf den Kopfabschnitt 12 der Mutter 6 gesteckt, so dass die Außenkontur der Mutter 6 und die Innenkontur des topfförmigen Teils 32 formschlüssig ineinander greifen (3). Ferner wird der Schraubendreher-Wechselgriff 10 mit seiner Aufnahmeöffnung 50 auf den Steckvorsprung 34 des Adapters 8 gesetzt, so dass die Außenkontur des Steckvorsprungs 34 und die Innenkontur der Aufnahmeöffnung 50 des Wechselgriffes 10 formschlüssig ineinander greifen (4).

Die Mutter 6 kann nun über den Adapter 8 mit Hilfe des Schraubendreher-Wechselgriffes 10 manuell festgezogen werden. Hierdurch lässt sich ein ausreichender Festsitz der Mutter 6 erreichen. Andererseits kann über den Schraubendreher-Wechselgriff 10 nur ein begrenztes Anzugsmoment ausgeübt werden, so dass die Gefahr einer Beschädigung der Schraubverbindung vermieden wird.

Zum Ansetzen des Schraubendreher-Wechselgriffes 10 und des Adapters 8 an der Mutter 6 ist ein Platzbedarf nur in axialer Verlängerung der Schraubverbindung, nicht jedoch in seitlicher Richtung erforderlich, so dass die Mutter 6 auch bei entsprechend beschränkter Zugänglichkeit angezogen und gelöst werden kann. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäß vorgesehenen Adapters besteht darin, dass im Bordwerkzeug eines zugehörigen Fahrzeuges auf einen entsprechenden Schraubenschlüssel verzichtet werden kann.


Anspruch[de]
  1. Adapter zur Drehmomentübertragung zwischen einer Mutter oder einem Schraubenkopf und einem Schraubendreher-Wechselgriff, der eine Aufnahmeöffnung für eine Steckklinge hat, bestehend aus

    einem topfförmigen Teil (32) mit einer Umfangswand (36), deren Innenkontur an die Außenkontur der Mutter (6) oder des Schraubenkopfes angepasst ist, und

    einem Steckvorsprung (34), der an einem axialen Ende des topfförmigen Teils (32) einstückig angeformt ist und dessen Außenkontur an die Innenkontur der Aufnahmeöffnung (50) des Schraubendreher-Wechselgriffes (10) angepasst ist.
  2. Adapter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckvorsprung (34) an einer Endwand (38) des topfförmigen Teils (32) zentral und axial verlaufend angeformt ist.
  3. Adapter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenkontur der Umfangswand (36) des topfförmigen Teils (32) als Mehrkant, insbesondere Sechskant, ausgebildet ist.
  4. Adapter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenkontur der Umfangswand (36) des topfförmigen Teils (32) abweichend von genormten Werkzeugschlüsselkonturen ausgebildet ist.
  5. Adapter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfangswand (36) des topfförmigen Teils (32) eine zylindrische oder leicht konische äußere Form hat.
  6. Adapter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckvorsprung (34) massiv ausgebildet ist und seine Außenkontur von längs verlaufenden Rippen (40, 42) und längs verlaufenden Vertiefungen gebildet wird.
  7. Adapter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass vier längs verlaufende Rippen (40, 42) vorgesehen sind, von denen zwei Rippen (40) eine relative kleine Breite und die anderen beiden Rippen (42) eine relativ große Breite haben.
  8. Adapter nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die längs verlaufenden Rippen (40, 42) an ihrem Außenumfang abgerundet sind.
  9. Adapter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckvorsprung (34) eine kegelförmige Spitze (44) hat.
  10. Adapter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem Kunststoff, insbesondere einem faserverstärkten Kunststoff, oder einem metallischem Werkstoff besteht.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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