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Dokumentenidentifikation DE202006000671U1 13.04.2006
Titel Niederhaltevorrichtung
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
DE-Aktenzeichen 202006000671
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.04.2006
Registration date 09.03.2006
Application date from patent application 18.01.2006
IPC-Hauptklasse B65H 5/24(2006.01)A, F, I, 20060118, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Niederhaltevorrichtung zur Abstimmung des Bogenzulaufes im Anlagebereich einer Bogendruckmaschine, insbesondere in einem den Vordermarken vorgelagerten Bogenbahnbereich bei geschuppter Bogenzufuhr.

Zur Zufuhr von Bogen in bogenverarbeitenden Maschinen, insbesondere Druckmaschinen, wird der Bedruckstoff üblicherweise von einem Stapel vereinzelt und in der Regel in unterschuppter Form der Verarbeitungsmaschine zugeführt. Bei der Übergabe aus der Bogenschuppe an die Transporteinrichtungen der jeweiligen Verarbeitungsmaschine kann es dazu kommen, dass der abzuziehende und hierbei beschleunigte Bogen die zurückbleibenden und neu auszurichtenden Bogen beeinflusst. Beispielsweise kann der darunter liegende Bogen als Nachfolgebogen vom voraneilenden Bogen mitgerissen werden und somit über die „Deckmarken" schießen. Weiterhin kann der Bogen insbesondere mit der Bogenhinterkante hochschlagen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Lösungen anzugeben die es ermöglichen, den Bogenzulauf im Bereich des Anlegers einer Bogendruckmaschine besonders vorteilhaft auf die mechanischen Eigenschaften des jeweils zu verarbeitenden Bedruckstoffs abzustimmen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Niederhaltevorrichtung zur Abstimmung des Bogenlaufes in einem den Vordermarken vorgelagerten Anlagebereich einer Bogendruckmaschine, insbesondere bei geschuppter Bogenzufuhr, mit einem Trägersystem, das sich zwischen der A- und B-Seite des Anlagebereiches erstreckt, wobei das Trägersystem ein die Bogenbreite überbrückendes Tragelement umfasst und über das Tragelement Aufnahmesysteme für verschiedene Niederhalteelemente bereitgestellt sind, wobei das Tragelement positionsveränderbar angeordnet ist.

Dadurch wird es auf vorteilhafte Weise möglich, unmittelbar in einem den Vordermarken vorgelagerten Bereich der Bogendruckmaschine den Bogenzulauf zu beeinflussen und das Beeinflussungskonzept jobspezifisch auch auf die erst im Rahmen des Maschinenanlaufs erkannten Eigenarten des Bedruckstoffs abzustimmen. Insbesondere wird es durch die erfindungsgemäße Niederhaltevorrichtung auch möglich, großen Unterschieden hinsichtlich Grammatur und Biegesteifigkeit des Bedruckstoffs jeweils individuell Rechnung zu tragen.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Niederhaltevorrichtung derart ausgebildet, dass die Position des Tragelementes in Bogenlaufrichtung veränderbar ist. Der Stellbereich beträgt vorzugsweise wenigstens 30 mm. Es ist möglich, den Verstellmechanismus so auszubilden, dass eine grobe Positionierung des Tragelementes bei Maschinenstillstand innerhalb eines relativ großen Stellbereiches möglich ist, wobei eine Nachpositionierung innerhalb eines kleineren Stellbereiches, beispielsweise den vorgenannten 30 mm, auch während des Betriebs der Bogendruckmaschine vorgenommen werden kann.

Vorzugsweise zusätzlich zu der vorgenannten Verstelloption ist die Niederhaltevorrichtung weiterhin derart ausgebildet, dass die Position des Tragelementes auch in vertikaler Richtung veränderbar ist. Hierdurch wird es beispielsweise möglich, durch Änderung der Position des Tragelementes den Anpressdruck der einzelnen Niederhalteelemente auf den Bedruckstoff, oder anderweitig den Abstand der Niederhalte- oder Führungselemente gegenüber dem Bedruckstoff über die gesamte Formatbreite hinweg zu verändern.

Es ist möglich, die Niederhaltevorrichtung so auszubilden, dass das Tragelement letztlich über eine Schwenklagereinrichtung in die Druckmaschine eingebunden ist. Die Schwenklagereinrichtung ist vorzugsweise so ausgebildet, dass das Trägersystems in eine für die jobspezifische Applikation und Einstellung der Niederhaltesysteme vorteilhafte Montageposition verlagerbar ist.

Es ist möglich, die Niederhaltevorrichtung derart auszubilden, dass diese grundsätzlich eine Basiskonfiguration bietet, in welcher beispielsweise Standard-Niederhalteelemente bereits angebunden sind, wobei diese Basiskonfiguration vorzugsweise lediglich durch Ergänzung, nur äußerst hilfsweise auch durch Austausch mit weiteren Niederhalteelementen verändert wird.

Als Niederhalteelemente kommen insbesondere Bügel- und Stangenelemente, insbesondere formatbreit ausgeführte Stangenelemente, sowie Saugleistensysteme, Bürsten, Bänder, Laufrädchen, Blasdüsen- und Blasrohreinrichtungen oder anderweitige Bogenführungsorgane in Betracht.

Das Trägersystem ist, wie bereits vorangehend angesprochen, vorzugsweise so ausgebildet, dass die für die Applikation und Einstellung der Niederhalteelemente relevanten Strukturen in eine unter ergonomischen Gesichtspunkten vorteilhaft zugängliche Bestückungsposition verlagerbar sind. In dieser Position können die Aufnahmesysteme an dem Tragelement, oder die Niederhalteelemente an den Aufnahmesystemen montiert werden.

Die Niederhaltevorrichtung kann derart ausgebildet s ein, dass letztlich sichergestellt ist, dass eine Bestückung der Aufnahmesysteme mit den Niederhalteelementen, oder auch grundsätzlich die Befestigung der Aufnahmesysteme an dem Tragelement nur in der Bestückungsposition möglich ist. Sobald das Tragelement in die Arbeitsstellung verlagert ist, werden vorzugsweise die Niederhaltesysteme und die Niederhalteelemente selbsttätig gesichert.

Es ist möglich, die Niederhaltevorrichtung so auszubilden, dass an dem Tragelement oder insgesamt an dem Trägersystem Bogenstoppeinrichtungen vorgesehen sind. Diese Bogenstoppeinrichtungen können so ausgebildet sein, dass diese synchron zum Bogenlauf aktivierbar sind. Hierzu können die Bogenstoppeinrichtungen mit eigenen lokalen Antriebseinrichtungen, beispielsweise Pneumatikzylindern oder elektromechanischen Antrieben versehen sein. Es ist auch möglich, den Antrieb der Bogenstoppeinrichtung über Gelenkmechanismen zu bewerkstelligen, die als solche Teil der Niederhaltevorrichtung bilden. Insbesondere ist es möglich, in das Tragelement oder in das Tragsystem Antriebsstrukturen einzubinden zur Verlagerung der Aufnahmesysteme und/oder zur Ansteuerung der daran angebrachten Niederhalteelemente. Weiterhin sind vorzugsweise Verstellmittel vorgesehen zur Justierung des Niederhalteelements, wobei diese Verstellmittel vorzugsweise so ausgebildet sind, dass eine Systemverstellung von einer Maschinenseite, insbesondere der Bedienerseite aus durchführbar ist. Diese Verstellmittel können so ausgeführt sein, dass diese hinreichend leichtgängig bewegbar sind, jedoch an sich selbsthemmend sind.

Es ist möglich, die vorgenannten Verstellmittel so auszubilden, dass eine Verstellung zumindest in einem eingeschränkten Bereich bei laufender Maschine möglich ist.

Das Tragelement kann als Hohlprofil ausgeführt sein. Insbesondere ist es möglich, das Tragelement als Rohrprofil, als Strangpressprofil oder auch anderweitige prismatische Struktur auszuführen. Es ist auch möglich, das Tragelement als gebauten Körper, d.h. als aus mehreren Profilelementen zusammengesetzten Körper auszuführen. In das Tragelement können verschiedenste Stellmittel eingesetzt sein. Insbesondere ist es möglich, in das Tragelement ein als Stange ausgeführtes Stellmittel einzusetzen, das in dem Hohlprofil bewegbar ist. An der genannten Stange können Funktionsflächen ausgebildet sein, über welche im Rahmen einer Verlagerung der Stange Gegenstrukturen bewegt, und damit eine Ansteuerung der Niederhalteelemente, oder Positionsänderung des Tragelementes ermöglicht wird. Die vorgenannten Funktionsflächen können als Schrägflächen ausgeführt sein, die sich beispielsweise in Axialrichtung der Stange erstrecken und hierbei variierende Abstände zur Längsachse der Stange haben. Es ist auch möglich, diese Funktionsflächen so auszubilden, dass diese in Umfangsrichtung der Stange variierende Radialabstände zur Längsachse der Stange definieren. Es ist möglich, die Stange so auszubilden, dass diese verschiedenste Arten von Funktionsflächen bietet, die optional zur Betätigung, insbesondere maschinensynchronen Aktivierung der verschiedenen Niederhaltesysteme verwendet werden können.

Es ist auch möglich, die in das Drahtelement eingebundene Stange mit Mitnehmerstrukturen, z.B. einer Längsnut- oder anderweitigen Axialprofilierung zu versehen, sodass über die Stange ein Antrieb der in die Niederhaltevorrichtung eingebundenen Niederhaltesysteme erfolgen kann.

Es ist auch möglich, das Tragelement an sich auf der Stange kippbar zu lagern. Die Stange kann dabei im Bereich ihrer Axialenden gestellseitig fixiert sein.

Es ist möglich, die Axialverlagerung der Stange über einen Gewindetrieb vorzunehmen. Dieser Gewindetrieb kann über einen Zahnradmechanismus, insbesondere ein Schneckenrad angetrieben werden. Über diesen Gewindetrieb kann eine relativ feinfühlige Axialverschiebung der Stange erreicht werden. Im Zuge der Axialverschiebung der Stange kann eine Veränderung der Längsposition der Niederhaltevorrichtung erreicht werden, insbesondere wenn die Stange im Bereich ihrer Axialenden über Schrägflächensysteme gestellseitig abgestützt ist.

Vorzugsweise ist weiterhin ein Stellschraubenmechanismus vorgesehen, um das Tragelement in eine definierte Schwenkposition zu kippen. Der Stellschraubenmechanismus kann so ausgebildet sein, dass über eine Federeinrichtung das Tragelement in eine bestimmte Schwenkposition gedrängt wird, wobei diese Schwenkposition unter Verwendung der Stellschraube einstellbar veränderbar ist.

Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung. Es zeigt:

1 eine vereinfachte Axialschnittansicht zur Veranschaulichung des Innenaufbaus einer erfindungsgemäßen Niederhaltevorrichtung,

2 eine weitere, teilweise geschnittene Axialansicht zur Veranschaulichung weiterer bevorzugter Konstruktionsmerkmale der erfindungsgemäßen Niederhaltevorrichtung,

3 eine Radialschnittansicht zur Veranschaulichung eines bevorzugten Innenaufbaus der erfindungsgemäßen Niederhaltevorrichtung im Bereich der Axialenden des Tragelementes,

4 eine perspektivische Darstellung des Axialendbereichs einer erfindungsgemäßen Niederhaltevorrichtung mit einem als Bürstenleiste ausgeführten Niederhalteelement;

5 eine perspektivische Darstellung des Axialendbereichs einer erfindungsgemäßen Niederhaltevorrichtung mit einer Saugleisteneinrichtung;

6 eine perspektivische Darstellung des Axialendbereichs einer erfindungsgemäßen Niederhaltevorrichtung mit einer Niederhaltestange.

1 zeigt eine erfindungsgemäße Niederhaltevorrichtung die als solche dazu dient, den Bogenzulauf in einem den Vordermarken vorgelagerten Anlagebereich einer Bogendruckmaschine, insbesondere bei geschuppter Bogenzufuhr abzustimmen. Die Niederhaltevorrichtung umfasst ein Trägersystem, das sich zwischen der A- und B-Seite des Anlagebereiches erstreckt. Das Trägersystem umfasst hierbei ein die Bogenbreite überbrückendes Tragelement 1, an welches Aufnahmesysteme für verschiedene Niederhalteelemente angebunden sind, wobei das Tragelement 1 insgesamt positionsveränderbar angeordnet ist.

Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Position des Tragelementes 1 insbesondere in Bogenlaufrichtung veränderbar. Das Tragelement 1 ist als Hohlprofil, insbesondere als Rohr ausgeführt. In das Tragelement 1 ist eine Stange 2 eingesetzt, die als solche innerhalb des Tragelements bzw. relativ zu dem Tragelement 1 bewegbar ist. Die Stange 2 bildet mehrere, hier nicht näher erkennbare Funktionsflächen, über welche eine Positionsveränderung des Tragelementes 1 sowie auch eine Ansteuerung der an dem Tragelement angeordneten, hier nicht näher dargestellten Niederhaltesysteme ermöglicht ist. Das Tragelement 1 ist über die Stange 2 sowie über gestellseitig angebundene Flanscheinrichtungen 3, 4 insgesamt positionsveränderbar angeordnet. Die Flanscheinrichtungen 3, 4 sind so ausgebildet, dass über diese eine einfache Montage bzw. Demontage der gesamten Niederhaltevorrichtung bewerkstelligbar ist. Die Flanscheinrichtungen 3, 4 bilden eine Langlochführung, in welcher die äußersten Axialenden der Stange 2 derart verschiebbar aufgenommen sind, dass neben einer Axialverschiebung der Stange 2 auch eine Radialverschiebung der Stange 2 möglich ist. Da das Tragelement 1 auf der Stange 2 sitzt, wird durch eine Radialverlagerung der Stange 2 auch die Position des Tragelementes 1 in Bogenlaufrichtung verändert. Die Veränderung der Axialposition der Stange 2 gegenüber den Seitenflanschen 3, 4 erfolgt bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel über einen Gewindetrieb. Dieser Gewindetrieb umfasst eine mit einem Innengewinde versehene Buchse 5, die auf einem hier nicht näher dargestellten Außengewindeabschnitt der Stange 2 stitzt. Diese Innengewindebuchse 5 ist über eine Federeinrichtung 6 an einer Stirnfläche des Tragelementes 1 abgestützt. Durch Drehung der Innengewindebuchse 5 verlagert sich die Stange 2 in axialer Richtung innerhalb des Tragelementes 1. Im Bereich der Axialenden der Stange 2 ist ein Schrägflächensystem ausgebildet, das skizzenartig in der Skizze S1 angedeutet ist. Wie aus dieser Skizze S1 ersichtlich ist, führt eine Axialverlagerung der Stange 2 zu einer Radialverlagerung des Tragelementes 1. Die Position des Tragelementes 1 ist in Umfangsrichtung durch einen in 3 dargestellten Stellmechanismus veränderbar. Auf diesen Stellmechanismus wird in Verbindung mit 3 noch näher eingegangen werden.

Wie aus 2 ersichtlich, ist an das Tragelement 1 ein als Trägersystem fungierendes Profilelement 7 angesetzt. Dieses Profilelement ist in dieser Darstellung nur im Bereich seiner Axialenden sichtbar. Der übrige Bereich dieses Profilelementes 7 ist von einer Abdeckung 8 abgedeckt. Auf diesem Profilelement 7 sind verschiedenste, zur Beeinflussung des Bogenlaufes vorgesehene, an sich bekannte Niederhalteelemente bedarfsgerecht positionierbar. Die Axialposition dieser Niederhalteelemente entlang des Tragelementes 1 ist stufenlos auf den jeweiligen Anwendungsfall abstimmbar. Durch Positionierung des Tragelementes 1 werden auch die über dieses geführten Niederhalteelemente entsprechend positioniert.

Zur Positionierung der kann insbesondere das Tragelement 1 um die Stange 2 (siehe 1) über den in 3 dargestellten Schwenkmechanismus geschwenkt werden. Weiterhin kann die Position des Tragelementes 1 durch Verschiebung der Stange 2 über die Gewindebuchse 5 sowie den Schrägflächenmechanismus der Stange 2 verändert werden. Diese Positionierung kann während des Laufs der Bogendruckmaschine, insbesondere zur Feinabstimmung des Betriebsverhaltens der Niederhaltevorrichtung verwendet werden. Weiterhin ist es möglich, die Gesamtpositionierung der erfindungsgemäßen Niederhaltevorrichtung durch hier nicht näher dargestellte Mechanismen zu ermöglichen. Diese Haltemechanismen sind vorzugsweise so ausgebildet, dass über diese das Tragelement in eine Position verlagerbar ist, in welcher die für den jeweiligen Druckjob erforderlichen Niederhalteelemente (nicht dargestellt) vorteilhaft an dem Tragelement, insbesondere dem Längsprofil 7 befestigt werden können.

Wie aus der Darstellung gemäß 3 ersichtlich, ist es möglich, das Tragelement 1 über einen federbelasteten Gewindetrieb 9 feinfühlig zu schwenken. Der Gewindetrieb 9 ist bei diesem Ausführungsbeispiel so ausgebildet, dass dieser das durch eine Federeinrichtung 9a belastete Flanschelement 9b abstützt. Das Flanschelement 9b und insbesondere die Koppelung desselben mit dem Tragelement 1 ist aus den 5 und 6 näher ersichtlich.

In 4 ist in Form einer perspektivischen Skizze der Aufbau der vorangehend beschriebenen Niederhaltevorrichtung im Bereich des der A-Seite benachbarten Flansches 3 dargestellt. Die Niederhaltevorrichtung ist hier mit einem als Bürstenleiste 20 ausgeführten Niederhalteelement versehen. Die Aufhängung der Niederhaltevorrichtung erfolgt über die Flanschplatte 3a des Flansches 3. In dieser Flanschplatte 3a befindet sich eine hier nicht näher dargestellte Langlochausnehmung, in welcher die in Verbindung mit 1 beschriebene Stange 2, wie durch das Pfeilsymbol P1 angedeutet, verschiebbar ist. An der Flanschplatte 3a stützt sich die Innengewindebuchse 5 drehbar ab. Diese Innengewindebuchse 5 stützt sich einerseits an der Flanschplatte 3a, andererseits an der Feder 6 ab. Diese Feder 6 wiederum wirkt auf die Stirnfläche des hier als Rohr ausgeführten Tragelementes 1. An das Tragelement 1 ist das Profilelement 7 angesetzt. Das Profilelement 7 ist zumindest teilweise von der Abdeckung 8 abgedeckt. Die Positionierung der Niederhaltevorrichtung innerhalb der Druckmaschine erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel durch Positioniernuten 10, die als solche in der Flanschplatte 3a ausgebildet sind. Diese Positioniernuten 10 nehmen in enger Passung Positionierstifte 11 auf.

In 5 ist in Form einer perspektivischen Skizze der Aufbau der vorangehend beschriebenen Niederhaltevorrichtung im Bereich des der B-Seite benachbarten Flansches 4 dargestellt. Das Niederhalteelement ist hier als Saugleisteneinrichtung 21 ausgeführt. Das Tragelement 1 ist in einem Klemmaufnahmeabschnitt 23 geklemmt. Über diesen Klemmaufnahmeabschnitt 23 ist eine Grobpositionierung des Tragelementes 1 in Umfangsrichtung möglich. Über den in 3 dargestellten Stellmechanismus ist eine Feinpositionierung des Klemmaufnahmeabschnitts 23 in Umfangsrichtung des Tragelementes 1, möglich. Die Stange 2 (siehe 1) wird hierbei nicht geschwenkt, sondern fungiert als Achse des Tragelementes 1.

In 6 ist in Form einer perspektivischen Skizze ebenfalls der Aufbau der vorangehend beschriebenen Niederhaltevorrichtung im Bereich des der B-Seite benachbarten Flansches 4 dargestellt. Die Niederhaltevorrichtung ist hier mit einem als Stange 7 ausgeführten Niederhalteelement versehen.

Erfindungsgemäß wird letztlich ein Trägersystem geschaffen, das sich von der A- zur B-Seite erstreckt und das ein die Bogenbreite überbrückendes Tragelement derart aufnimmt, dass dieses in Laufrichtung und/oder vorzugsweise auch senkrecht zur Laufrichtung, d.h. in vertikaler Richtung verstellbar, insbesondere um einen Drehpunkt schwenkbar ist. Dieses Trägersystem ist mit Aufnahmesystemen versehen, die eine Einbindung verschiedenster Niederhalteelemente ermöglichen. Die Aufnahmesysteme können so angeordnet sein, dass die standardmäßig erforderlichen Niederhalteelemente im Rahmen einer Basiskonfiguration grundsätzlich montiert sind. Andere Niederhalteelemente können vom Bediener so montiert werden wie es der jeweilige Druckjob erfordert. Es ist möglich, das Trägersystem so auszubilden, dass dieses in eine Sonderposition bringbar ist, in welcher z.B. die Standard-Niederhalteelemente nicht mehr wirksam sind und nur die zusätzlich montierten Niederhalteelemente mit den jeweils geförderten Druckbogen zusammenwirken. Die Aufnahmesysteme können also so angeordnet sein, dass z.B. nur ein Niederhalteelement montiert ist, wobei vor Montage einer weiteren Variante die anderen Varianten erst demontiert werden.

Das Trägersystem kann so gestaltet sein, dass zumindest das Tragelement zur vereinfachten Montage der Niederhalteelemente weit über den eigentlichen Verstellbereich bzw. Wirkbereich hinausgeschwenkt werden kann. Vorzugsweise wird das Trägersystem hierbei in eine Position verschwenkt, in welcher eine Montage der Niederhalteelemente in einer unter ergonomischen Gesichtspunkten vorteilhaften Weise möglich ist. Das Aufnahmesystem ist vorzugsweise so gestaltet, dass nur in hochgeschwenkter Stellung des Tragelementes die Niederhalteelemente gewechselt werden können, und bei Zurückschwenken in den Wirkbereich eine Verriegelung gegen selbständige Montage erreicht wird. Die Anbindung der Niederhalteelemente kann beispielsweise über Bajonettverschlusseinrichtungen erfolgen, wobei die Erreichung der Entriegelungsstellung in der Wirkposition des Niederhalteelementes verhindert ist.

Die Niederhalteelemente können insbesondere als Stange, Saugleisten, Bürsten, Anschläge oder Stopper ausgeführt sein.

An dem Tragelement und/oder dem Trägersystem können auch Bogenstoppeinrichtungen und/oder Antriebselemente (z.B. Luftzylinder) für das Anheben der Bürsten beim Durchlauf des ersten Bogens oder auch für die Aktivierung der Bogenstoppeinrichtungen angebracht sein. Das erfindungsgemäße Trägersystem umfasst Verstelleinrichtungen zur Justierung des Tragelementes, wobei diese Verstelleinrichtung so ausgebildet ist, dass eine Gesamteinstellung des Systems von einer Seite der Druckmaschine, vorzugsweise die Bedienseite ermöglicht wird. Die Verstelleinrichtungen sind vorzugsweise so ausgebildet, dass diese relativ leichtgängig betätigbar, an sich jedoch selbsthemmend sind. Es ist möglich, die Verstelleinrichtungen so auszubilden, dass zumindest innerhalb eines kleinen Feinjustierungsbereichs eine Verstellung der Position der Niederhalteelemente bei laufender Maschine und geschlossener Schutzeinrichtung möglich ist.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Tragelement als Rohr gestaltet, in dem, wie vorangehend bereits beschrieben, eine Stange längsverschiebbar und vorzugsweise auch drehbar geführt ist. An der Stange können schiefe Ebenen ausgebildet sein, die eine Längsbewegung der Stange auf beiden Seiten in Querbewegungen der Stange (und damit Bewegung des Tragsystems in Laufrichtung) umwandeln.

Vorzugsweise wird eine Höheneinstellung der Niederhalteelemente durch Verdrehen des Tragelementes bzw. Rohres auf der Stange ermöglicht. In der genannten Ausführung kann ein Antrieb zur Längsbewegung der Stange als Getriebemechanismus, beispielsweise einem Schneckenelement ausgeführt sein, das auf einer verzahnten Gewindemuffe abwälzt. Die Gewindesteigung ist vorzugsweise so gewählt, dass durch das auf das Gewindesystem wirkende Drehmoment noch keine Kippung der Stange an sich verursacht wird. Es ist möglich, für die Einstellung der Umfangsposition des Tragelementes einen Gewindemechanismus vorzusehen, durch welchen der Schwenkwinkel des Tragelementes unabhängig von der Position der Stange einstellbar ist. Es ist möglich, mehrere, z.B. durch einen Indexstift reproduzierbare Schwenkstellungen für das Tragelement vorzusehen die nicht durch Verstellung, sondern durch Lösen/Festziehen einer anderen Verbindung herbeigeführt werden. Durch letztere Maßnahme wird der Einsatz der einzelnen Niederhalteelemente bei verschiedenen definierten Grundeinstellungen möglich. Zusätzlich zu dieser über Indexmittel festgelegten Grundeinstellung wird vorzugsweise über einen stufenlosen Stelltrieb der Verstellbereich insgesamt erweitert. Die Einbindung der erfindungsgemäßen Niederhalteeinrichtung erfolgt vorzugsweise über ein Aufnahmesystem, das als selbstzentrierende Struktur ausgeführt ist. Es ist möglich, hier Kraftspeichereinrichtungen (z.B. Federeinrichtungen) vorzusehen, durch welche das Eigengewicht des Trägersystems weitgehend ausgeglichen wird, um eine leichtgängige Montage/Demontage des Trägersystems zu ermöglichen.

Das erfindungsgemäße Trägersystem zeichnet sich gegenüber herkömmlichen Konzepten durch einen relativ geringen Umrüstaufwand bei verschiedenen Anforderungen an die Niederhaltung des Bedruckstoffs aus. In vorteilhafter Weise können besonders feinfühlige Korrekturen von erst während des Druckbetriebs erkennbaren Bogenlaufeffekten erfolgen. Das erfindungsgemäße Trägersystem kann relativ stabil ausgeführt werden und eignet sich damit auch bei breiten Maschinen und zur Verarbeitung schwerer Grammaturen. Durch das erfindungsgemäße Trägersystem wird es insbesondere möglich, auch Bogenstopper so anzuordnen, dass diese nur auf den zu stoppenden Bogen und nicht auf die Schuppe wirken. Insgesamt kann durch das Trägersystem ein für verschiedenste Druckaufträge geeignetes Bogenführungssystem kostengünstig realisiert werden.

Es ist möglich, die Anbindung der Niederhalteelemente über Schlittenelemente vorzunehmen die an dem Tragelement verschiebbar geführt sind. Diese Schlittenelemente können mit einer Anschlussgeometrie versehen sein, an welche verschiedenste Niederhalteelemente eines Sortiments angedockt werden können. Die Schlittenelemente können so ausgebildet sein, dass diese werkzeuglos, selektiv an das Tragelement ansetzbar, oder von diesem abnehmbar sind.

Es ist möglich, an diesen Schlittenelementen, oder an den Niederhalteelementen Einstelleinrichtungen vorzusehen, durch welche eine Vorjustierung der Niederhalteelemente ermöglicht wird.


Anspruch[de]
  1. Niederhaltevorrichtung zur Abstimmung des Bogenlaufes in einem den Vordermarken vorgelagerten Anlagebereich einer Bogendruckmaschine, insbesondere bei geschuppter Bogenzufuhr, mit:

    einem Trägersystem, das sich zwischen der A- und B-Seite des Anlagebereiches erstreckt, wobei das Trägersystem ein die Bogenbreite überbrückendes Tragelement (1) umfasst und über das Tragelement (1) Aufnahmesysteme für verschiedene Niederhalteelemente bereitgestellt sind, wobei das Tragelement (1) positionsveränderbar angeordnet ist.
  2. Niederhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Tragelementes (1) in Bogenlaufrichtung veränderbar ist.
  3. Niederhaltevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Tragelementes (1) in vertikaler Richtung veränderbar ist.
  4. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (1) an eine Schwenklagereinrichtung angebunden ist.
  5. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an das Trägerelement (1) ein Aufnahmesystem angebunden ist, welches ein Standardniederhalteelement trägt.
  6. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (1) derart ausgebildet ist, dass dieses mehrere Aufnahmesysteme trägt, an welche optional weitere Niederhalteelemente (1) anbindbar sind.
  7. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Niederhalteelemente eine durchgehende Stange und/oder eine Saugleiste, und/oder eine Bürste vorgesehen ist.
  8. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägersystem in eine Bestückungsposition verlagerbar ist, in welcher dieses für die Montage oder Positionierung der Aufnahmesysteme erleichtert zugänglich ist.
  9. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass Vorkehrungen getroffen sind, die eine Bestückung der Aufnahmesysteme nur in der Bestückungsposition zulassen.
  10. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass Vorkehrungen getroffen sind, die in der Arbeitsposition des Tragelementes eine Sicherung der montierten Aufnahmesysteme und/oder der Niederhalteelemente bewirken.
  11. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Tragelement (1) oder insgesamt in dem Trägersystem Bogenstoppeinrichtungen vorgesehen sind.
  12. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass in das Tragelement (1) oder Trägersystem Antriebsstrukturen eingebunden sind, zur Verlagerung des Aufnahmesystems, und/oder zur Ansteuerung der daran angebrachten Niederhalteelemente.
  13. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass Verstellmittel vorgesehen sind, zur Justierung des Tragelementes, wobei diese Verstellmittel vorzugsweise so ausgebildet sind, dass eine Systemverstellung von einer Maschinenseite, insbesondere der Bedienseite aus durchführbar ist.
  14. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellmittel selbsthemmend ausgeführt sind.
  15. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellmittel derart ausgebildet sind, dass eine Verstellung zumindest in einem eingeschränkten Bereich bei laufender Maschine durchführbar ist.
  16. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (1) als Hohlprofil ausgeführt ist.
  17. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (1) als Rohr, insbesondere als Strangpressprofil oder prismatische Struktur ausgeführt ist.
  18. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (1) als gebauter Körper ausgeführt ist.
  19. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass in das Tragelement (1) Stellmittel eingesetzt sind.
  20. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellmittel als Stange (7) ausgeführt ist, die bewegbar in das Hohlprofil eingesetzt ist.
  21. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass an der Stange (7) Funktionsflächen ausgebildet sind, die mit einer Gegenstruktur zusammenwirken.
  22. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsflächen als Schrägflächen ausgeführt sind, die in Axialrichtung der Stange variierende Abstützungen der Längsachse der Stange definieren.
  23. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsflächen in Umfangsrichtung der Stange (7) variierende Radialabstände zur Längsachse der Stange definieren.
  24. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Stange mit Mitnehmerstrukturen, z.B. einer Längsnut versehen ist.
  25. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (1) auf der Stange kippbar gelagert ist.
  26. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gewindetrieb vorgesehen ist, zur Bewerkstelligung einer Axialverschiebung der Stange.
  27. Niederhaltevorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stellschraubenmechanismus (9) vorgesehen ist zum Schwenken des Tragelementes (1).
  28. Niederhaltevorrichtung zur Abstimmung des Bogenlaufes in einem den Vordermarken vorgelagerten Anlagebereich einer Bogendruckmaschine, insbesondere bei geschuppter Bogenzufuhr, mit:

    einem Trägersystem, das sich zwischen der A- und B-Seite des Anlagebereiches erstreckt, wobei das Trägersystem ein die Bogenbreite überbrückendes Tragelement (1) umfasst und über das Tragelement (1) eine Anbindungsstruktur für verschiedene Niederhalteelemente bereitgestellt ist, wobei das Tragelement (1) positionsveränderbar angeordnet ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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