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Dokumentenidentifikation DE202006000787U1 13.04.2006
Titel Metalldachschindel mit Profilkante
Anmelder Grimm, Timo, 63500 Seligenstadt, DE
Vertreter Pöhner, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 97070 Würzburg
DE-Aktenzeichen 202006000787
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.04.2006
Registration date 09.03.2006
Application date from patent application 18.01.2006
IPC-Hauptklasse E04D 1/06(2006.01)A, F, I, 20060118, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Metalldachschindel zur Verkleidung von Dächern und Wänden bestehend aus einer Metallplatte mit wenigstens einer Befestigungseinrichtung.

Gebäude zum Aufenthalt von Menschen und Lagerung von Gegenständen erfordern stets einen Wetterschutz. Dieser ist meist getrennt von der Funktion der statischen Unterstützung von Decken und Dächern und auch getrennt von der Funktion der Isolierung. Als Wetterschutz haben sich seit Jahrtausenden Natursteinplatten bewehrt, insbesondere aus solchem Material, das die Abspaltung von flächigem Material begünstigt. Diese Werkstoffe sind erdgeschichtlich in großen Meeren durch das Absinken von Sedimenten auf den Meeresboden entstanden. Unter hohem Druck wurden sie dort zu Schichten zusammengepresst und im Verlauf von Jahrmillionen wieder näher an die Oberfläche bewegt. Dort können sie heute abgebaut und zu dünnen Platten aufgespalten werden.

Besonders geeignet zur Dachdeckung ist Schiefer, weil es Platten mit weniger als einem halben cm Stärke ermöglicht, die einerseits weich genug sind, um das Einbringen von Befestigungslöchern zu ermöglichen und andererseits hart genug, um über viele Jahrzehnte hinweg dem Einfluss von Regen und Schnee zu trotzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Schieferplatten vorzugsweise mit einer Länge von 10 – 20 cm hergestellt werden. Damit ermöglichen sie auch die Bedachung von unebenen Dächern z.B. bei Dachgauben. Gut geeignet ist das Material ebenfalls zur Wandabdeckung. Insbesondere in Regionen mit einem rauen Klima und einem bevorzugt aus einer Richtung einfallenden Regen gehören Wandverkleidungen aus Schieferplatten zum Bild mancher Ortschaften.

Diese Platten werden in der Regel auf horizontal an der Wand oder auf den Dachsparren angenagelten Latten befestigt. Die bisher am weitesten verbreiteten Befestigungsmittel sind Nägel. In jüngerer Zeit kommen dafür auch mehr und mehr Schrauben in Gebrauch.

Zu den Nachteilen der Schieferplatten zählt, dass sie spröde sind und bei der Bearbeitung leicht zerspringen. Es können sich auch Haarrisse bilden, die nicht sofort erkennbar sind, jedoch das Eindringen von Wasser ermöglichen, welches dann in diesen Rissen gefriert und die Schieferplatte sprengt. Ein weiterer Nachteil ist das hohe Gewicht der Platten.

Deshalb gibt es zahlreiche Vorschläge für die Verwendung alternativer Materialien. Üblich sind Schindeln aus gespaltenem Holz, die zwar ein sehr viel geringeres Eigengewicht aufweisen und leichter zu verarbeiten sind, aber unter dem Einfluss der Bewitterung schon nach wenigen Monaten ihre Farbe ändern und bereits nach wenigen Jahren beginnen zu faulen, sodass die Lebensdauer sich auf wenige Jahrzehnte beschränkt.

Andere Alternativen sind Schindeln aus faserverstärkten Zementplatten, die zwar relativ leicht und kostengünstig sind, jedoch durch Korrosion laufend Fasern in die Umgebungsluft freisetzen. Insbesondere die Asbestfasern sind durch die krebsauslösende Wirkung in den menschlichen Lungen berüchtigt.

Sehr kostengünstig sind Dach- und Fassadenplatten aus bituminösen Materialien, zum Teil mit mineralischen Beschichtungen. Sie sind einfach zu verarbeiten und besonders kostengünstig, jedoch in ihrer Lebensdauer beschränkt. Ein prinzipieller Nachteil ist die Entflammbarkeit.

Aus diesen Gründen sind im 20. Jahrhundert vermehrt Fassaden- und Dachbekleidungen aus Metall eingeführt worden. Insbesondere die korrosionsfesten Metalle Kupfer, Zink, Zinn und Aluminium sind als homogenes Material oder als Oberflächenbeschichtung von Stahlblech aktueller Stand der Technik. Ein weiterer Vorteil von Metall ist, dass das spezifische Gewicht im Vergleich zu anderen Dacheindeckungen sehr niedrig ist, also eine vergleichsweise einfache Tragekonstruktion erfordert.

Ein prinzipieller Unterschied ist jedoch die hohe thermische Leitfähigkeit des Materials und die damit verbundene Längenausdehnung bei hohen Temperaturen bzw. Schrumpfung bei sehr niedrigen Temperaturen. Aus diesem Grunde ist es ausgeschlossen, große Flächen mit glatten Blechen zu beplanken. Vielmehr ist die konstruktive Ausbildung von Längenausgleichzonen erforderlich. Eine besonders bei extrem kostengünstig errichteten Bauten weit verbreitete Alternative ist das Wellblech. Es wird in seinen Wellentälern befestigt. Die Welle des Bleches zwischen zwei Befestigungspunkten schiebt sich bei Temperaturerhöhung und der damit verbundenen Längenausdehnung weiter von den Befestigungspunkten weg bzw. zieht sich bei Temperaturerniedrigungen näher an die Befestigungspunkte heran.

Eine andere Alternative ist die schuppenartige Überlappung von einzelnen Dachelementen. Dabei werden Längenausdehnungen dadurch abgefangen, dass sich eine Platte über die benachbarte weiter herüberschiebt. Ein weiterer Vorteil dieser Befestigungsart aus kleinteiligen Elementen ist, dass sich die Dach- oder Wandhaut an Ungleichmäßigkeiten in der zu verkleidenden Fläche angleichen lässt, wie z.B. bei Türmen, Erkern, Dachgauben und verwinkelten Dachlandschaften.

Deshalb sind nach aktuellem Stand der Technik Dachschindeln aus Metall in vielen Varianten bekannt. Diese Varianten konzentrieren sich vor allem auf die Ausbildung von mechanischen Verbindungen zwischen benachbarten und in einer Reihe verlegten Schindeln, wobei als Verbindungstechnik vor allem das Umbiegen der Ränder mit sich ineinander verhakenden Profilen bekannt ist.

DE 1944462 schlägt eine Metallplatte vor, die nur an einer Kante abgewinkelt ist. Der abgewinkelte Teil liegt auf der Seitenfläche einer Dachlatte und ist dort befestigt. Nachteilig ist bei diesem Vorschlag, dass die Dachschindel in Querrichtung der Dachlatte fixiert ist. Wünschenswert wäre jedoch, dass die Dachschindel auf der Dachlatte nicht nur in Längsrichtung, sondern auch in Querrichtung verschiebbar angebracht werden kann. Ebenso sollte sie gegenüber der Dachlatte noch etwas verdreht werden können.

Ein eminenter Nachteil der unter DE 1944462 vorgestellten Dachschindel ist, dass sie in der Fläche nur aus einem Blechabschnitt besteht. Da Blech verformbar ist, werden sich nach dieser Idee schuppenförmig übereinander gelegte Dachschindeln flächig berühren. Dadurch entsteht für vom Rande hier eindringendes Regenwasser ein kapillarer Zwischenraum, der dazu führt, dass Feuchtigkeit von der Außenfläche des Daches in den Zwischenraum zwischen den Schindeln eingesaugt wird und von da in den Innenraum eintritt.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Randzone nur genauso stark ist, wie die restliche Fläche des Bleches. Wünschenswert wäre jedoch eine Verstärkung der Randzone, um die Dachschindel weiter zu versteifen, ohne jedoch dabei das Gesamtgewicht deutlich zu erhöhen. Denn damit wird die Dachschindel wiederstandsfähiger gegen Sogwirkung bei Sturm sowie belastbarer bei Flächenlasten wie Schnee, Hagel oder bei Begehung des Daches.

Die Erfindung hat sich deshalb die Aufgabe gesetzt, eine Dachschindel vorzustellen, die aus Blech einfach herstellbar ist, an den Randzonen verstärkt ist, mit bekannten Befestigungsmitteln direkt am Dachsparren befestigt werden kann, in Vergleich zu anderen Metallschindeln relativ leicht, aber dennoch stabil aufgebaut ist und mit einem einfachen Profil gegen die Befestigungsfläche und/oder andere Metalldachschindeln abdichtbar ist und an den Kanten das optisch befriedigende Bild einer massiven Dachplatte abgibt.

Der Lösungsvorschlag für eine solche Metalldachschindel ist dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens zweiwinklig zueinander angeordneten und vorzugsweise geraden Profilkanten je ein Randstreifen zu einem U-Profil geformt ist, wobei der eine Schenkel des U-Profils in die Fläche der Metallplatte übergeht und der andere, freie Schenkel des U-Profils etwa parallel zur Fläche ausgerichtet ist.

Eine solche Lösung ist durch die U-förmig gebogenen Kanten im Vergleich zu einem einfachen Blechabschnitt dramatisch in ihrer Steifigkeit erhöht. Bei gegebener Blechstärke steigt dadurch die Belastbarkeit der Schindel spektakulär an oder – bei vorgegebener Maximalbelastung – ist die Verwendung von erheblich dünnerem Blechmaterial möglich.

Dabei bevorzugt die Erfindung, dass alle U-Profile bezogen auf die Fläche der Schindel in die gleiche Richtung gefalzt sind. Dadurch entsteht an den profilierten Kanten nach außen hin die Wirkung eines massiven Bauteiles, dessen subjektive Wertigkeit sich dadurch erhöht und der objektiven Belastbarkeit dieser Konstruktion entspricht.

Eine sehr vorteilhafte Ausführungsvariante ist, dass eine rechteckige Metalltafel an allen vier Kanten mit U-förmigen Profilen versehen wird. Dadurch entsteht ein quaderförmiger Hohlkörper, mit fünf geschlossenen Flächen und einer teilweise geöffneten Fläche, wobei letztere sinnvoller Weise als Unterseite der Dachschindel montiert wird.

Ebenso möglich und sinnvoll sind jedoch auch Metalldachschindeln, die nur an zwei Seiten mit einer profilierten Kante versehen sind. Die anderen Kanten sind im einfachsten Fall nur aus der Blechtafel ausgestanzt. Mit den bekannten Methoden der Blechverarbeitung, wie Stanzen, Nibbeln, Sägen oder Lasern können dabei beliebige Formen aus dem Blech herausgeschnitten werden. Dabei können auch rhythmisch wiederholte Schmuckformen erstellt werden, wie z. B. die aneinandergereihten Halbkreise eines sogenannten Bieberschwanzdaches. Die Erfindung nennt als weitere, mögliche Schmuckformen Vierteilkreise mit sich tangential anschließenden Geraden, Rechtecke, Dreiecke, Dreiecke mit S-förmig geschweiften Kanten, Buchstaben oder andere Symbole.

Möglich ist es, dass in einem regelmäßig und schlicht geformten Dachaufbau eine Reihe von Schmuckschindeln mit zusätzlichen, angeformten Schmuckelementen eingefügt wird oder dass Textzeilen durch eine Reihe von Buchstabenschindeln und/oder Zahlenschindeln eingefügt werden. Möglich wäre, dass auf diese Weise z.B. der Name des Erbauers und das Baujahr, Funktionen des Gebäudes oder Werbebotschaften in die Dachfläche eingebracht werden. Durch Kombination von verschiedenen Metallen lassen sich dabei zusätzliche Kontraste und optische Effekte erzeugen.

Eine ähnliche Vielfalt von möglichen Varianten gilt für die Art der Befestigung. Die Erfindung bevorzugt das Einbringen von kreisförmigen Öffnungen, durch welche Schrauben, Stahlstifte, Nägel, Nieten oder andere bekannte Elemente der Befestigungstechnik getrieben werden und dadurch die Dachschindel am Dachstuhl oder an der Fassade befestigen.

Die Erfindung bevorzugt als Unterkonstruktion Holzlatten, also Dachlatten bei Dächern und horizontal an der Wand angebrachte Latten bei Wandverkleidungen, möglich ist jedoch auch die Befestigung an jeder anderen Unterkonstruktion wie z.B. mittels Stahlstiften direkt an massiven Wänden oder auf massiven Dachelementen.

In dieser Montageart kommt ein weiterer, sehr wesentlicher Vorzug der erfindungsgemäßen Metalldachschindeln zur Geltung. Da durch das U-förmige, an wenigstens zwei Kanten angeordnete Profil die Dachschindel nur mit einem sehr begrenzten Bereich auf der benachbarten Schindel, bzw. auf der Unterkonstruktion aufliegt und da das U-förmige Profil durch die Ausbildung einer randseitig umlaufenden Stirnfläche eine Schindel mit einer großen, effektiven „Dicke" erzeugt, bilden sich bei schuppenförmiger Verlegung auf ebenen Flächen zwischen benachbarten Schindeln dreiecksförmige Öffnungen, die eine gute Hinterlüftung ermöglichen.

Ein weiterer markanter Vorzug ist, dass die freien Schenkel des U-Profils nur eine begrenzte Länge haben, sodass das Aufsaugen von Wasser von der Dachaußenfläche durch die Kapillarwirkung in den Dachinnenraum hinein weitestgehend ausgeschlossen ist.

Bei der Verlegung kann die erfindungsgemäße Metalldachschindel frei auf der Unterkonstruktion positioniert werden. Bei der Verlegung auf Dachlatten oder Wandlatten und der Befestigung mittels Öffnungen in der Fläche reicht ein Blick durch die Öffnung hindurch aus, um sicher zustellen, dass hinter der Schindel tatsächlich ein belastbares Material und nicht etwa ein Hohlraum vorhanden ist.

Wenn die Öffnung als zwei sich kreuzende Schlitze ausgebildet ist, werden die dadurch gebildeten, vier, etwa dreiecksförmigen Zungen von einer Schraube oder einem Nagel, der durch diese Öffnung hindurchgetrieben wird, etwas in die Dachlatte hinein getrieben, insbesondere bei der Verwendung von Senkkopfschrauben. Es entsteht dadurch eine teilweise kegelige Formung der Befestigungsöffnung die für eine erhöhte Belastbarkeit der Verbindungsstelle sorgt.

Eine andere Variante ist eine schlüssellochförmige Öffnung. Damit können erfindungsgemäße Schindeln an auf vorher in die Dachlatte hineingetriebene Schraubenköpfe aufgehängt werden. Im ersten Schritt wird der Kopf der Schraube durch den kreisförmigen Teil des Schlüsselloches geführt, dann wird im zweiten Schritt durch Verschieben der Metalldachschindel der Schaft der Schraube in den kleinen Teil der schlüssellochförmigen Öffnung hineingeschoben.

Eine andere Variante zur Befestigung der Metalldachschindel ist die Nutzung des freien Schenkels des U-Profils durch eine darauf aufgeschobene Halteklammer, die wiederum an der Dachlatte befestigt wird. Es ist auch möglich, diese Halteklammer bereits vor dem Einhängen der Metalldachschindel anzubringen. Denkbar sind vorgefertigte Lattenabschnitte, auf denen Halteklammern entsprechend den Abmessungen der zu verwendenden Metalldachschindeln befestigt sind.

Wenn eine Metalldachschindel eine Kante ohne Profil aufweist, dann ist es sinnvoll, die dazu benachbarten Profile an ihren Enden spitz zulaufen zu lassen, damit sich eventuell unter der Dachschindel gesammelte Feuchtigkeit auf diese angespitzten Enden zu bewegen und in ihrem tiefsten Punkt gezielt abtropfen kann. Durch die Konzentration der Feuchtigkeit auf diesen einen Punkt wird Wasser aus der Umgebung gesammelt und rechtzeitig als herunterfallender Wassertropfen abtransportiert.

Da die meisten Dachflächen rechteckig sind, ist es sinnvoll, für die Dachschindeln eine Ausführungsvariante zu bevorzugen, bei der wenigstens zwei Kanten parallel verlaufen. Damit kann entweder eine gleichmäßig breite Überdeckungszone bei überlappender (geschuppter) Montageart erreicht werden oder bei einer Verlegung mit aneinander stoßenden Stirnflächen eine rechteckige Fläche fugenarm abgedeckt werden.

Eine weitere, interessante Variante ist es, die freien Schenkel des U-förmigen Kantenprofils mit einer Dichtung aus J-förmigem Profil zu umschließen, das bis auf die Stirnflächen der Metalldachschindel reicht. Damit ist es möglich, sehr dichte Dachflächen zu erzeugen, die auch gegen Schlagregen sehr gut schützen. Dabei wird die Unterseite der einen Metalldachschindel mit ihren Dichtungen die Oberseite der benachbarten Schindel berühren.

Eine weitere interessante Ergänzung ist es, die Dachlatte mit einer sägezahnartigen Oberfläche zu versehen, wobei der lange Abschnitt des Sägezahnes kleiner ist als der Abstand der beiden parallelen Profilkanten der Dachsteine und der kurze Abschnitt des Sägezahnes der Breite der Stirnfläche zzgl. der in dieser Richtung wirksamen Stärke der Dichtung entspricht. Dadurch wird die Metalldachschindel auch gegen den Sparren hin abgedichtet.

In dieser Variante entsteht also unterhalb des Metalldaches ein oder mehrere Hohlräume, die nach oben hin recht gut gegen Luftströme und zugleich gegen Feuchtigkeit abgedichtet sind und auf verschiedene Arten genutzt werden können. Sinnvoll ist z.B. das Einbringen von Isoliermaterial.

Eine andere interessante Nutzungsvariante ist es, die Hohlräume mit einem Lufteinlass und einem Luftauslass zu versehen. Durch den Hohlraum hindurch gedrückte Luft wird dank der guten thermischen Leitfähigkeit von Metall sehr nahe an die Temperatur herangebracht, die an der Außenseite des Daches herrscht.

Eine Nutzungsmöglichkeit ist z.B. eine Wärmepumpe zur Beheizung des Gebäudes mittels eines Luft/Luft-Wärmetauschers, wobei Luft als Wärmeträger eingesetzt wird. Sie strömt aus dem Hohlraum unter der Metalldachschindelfläche in einen Kompressor, wo die in der Luft gespeicherte Energiemenge durch Druckerhöhung auf ein höheres Temperaturniveau gebracht wird. Die im Kompressor verdichtete Luft wird im Inneren des Gebäudes zu dessen Beheizung benutzt und dabei abgekühlt. Wenn die verdichtete und abgekühlte Luft anschließend wieder entspannt wird, sich also ihr Druck stark erniedrigt, sinkt damit auch die Temperatur weiter ab. Diese (sehr kalte) Luft wird wieder in den Hohlraum unterhalb der Metalldachschindeln eingespeist und dort von der Außenluft über die Metalldachschindeln hinweg erwärmt.

Die Nutzung eines Energiedaches nach diesem Prinzip mit Luft als Wärmeträger ist nach aktuellem Stand der Technik bekannt und wird derzeit vorrangig in Japan und Nordamerika genutzt.

Eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Metalldachschindel weist zwei parallel zueinander verlaufende Profilkanten auf, von denen nur eine die Form eines U hat und die andere ein Z-förmiges Profil aufweist. Der freie Schenkel dieses Z ragt über die Metalldachschindel hinaus und kann unter die benachbarte Metalldachschindel geschoben werden. Diese Ausführungsform ist vor allen Dingen für die flächige und aneinander stoßende Verlegung der Schindeln geeignet.

Eine weitere Verstärkung der Schindelfläche lässt sich durch eingepresste Sicken erreichen. Eine Sicke ist eine längliche, in die Metallfläche eingepresste Vertiefung, die die Stabilität des Schindelkörpers deutlich erhöht. Dabei ist es empfehlenswert, nur denjenigen Bereich der Metalldachschindel mit Sicken zu versehen, der nicht unterhalb benachbarter Schindeln angeordnet werden soll, damit keine zusätzlichen Öffnungen zwischen den Schindeln entstehen.

Als Ergänzung von erfindungsgemäßen Metalldachschindeln bietet es sich an, zwischen zwei parallel verlaufende, U-förmige Kanten eine Platte einzuschieben, die dann nur noch an der Unterseite der fertigen Dachhaut sichtbar wird, nach oben hin jedoch durch die Fläche der Metalldachschindeln geschützt ist. Diese Platte kann als Isolation dienen, wenn sie aus Isoliermaterialien, wie Polystyrolschaum, Glassschaum, Glasbeton, Blähton oder einem anderen isolierenden Material besteht. Alternativ kann auch eine Verstärkung der Metalldachschindel durch diese eingeschobene Platte erreicht werden, wenn als Material Beton, Keramik, Holz, Bambus oder andere, harte Naturwerkstoffe gewählt werden.

In einer weiteren, optionalen Ausführungsform wird auf der Fläche 5 eine Befestigungsvorrichtung für Dachzubehör angeordnet. Als Befestigungsvorrichtung sind gemäß dem aktuellen Stand der Technik zum Beispiel Anschweißmutter, Lasche, Lochband, nasenförmige Ausbeulung, sacklochförmige Einbeulung oder eine Gewindestange geeignet.

Im Folgenden sollen weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindungen anhand von Beispielen näher erläutert werden. Diese sollen die Erfindung jedoch nicht einschränken, sondern nur erläutern. Es zeigt in schematischer Darstellung:

1 Schrägbild einer Metalldachschindel mit vier U-förmigen Profilkanten und drei Sicken

2 Schnitt durch eine Metalldachschindel

3 Schnitt durch die Profilkante einer Metalldachschindel

4 Schnitt durch ein Dach aus Metalldachschindeln

5 Abwicklung der in 1 gezeigten Metalldachschindel

Die Figuren zeigen im Einzelnen:

1 gibt aus der Vogelperspektive den Blick auf eine Metalldachschindel wieder. Sie weist an insgesamt vier Kanten U-förmig umgefalzte Randstreifen auf, die so gefaltet sind, dass je eine Stirnfläche 7 und je ein freier Schenkel 6 entsteht. Die freien Schenkel 6 befinden sich in der dargestellten Position der Metalldachschindel an der Unterseite und sind deshalb gestrichelt eingezeichnet.

Die Metalldachschindel ist in diesem Ausführungsbeispiel mit insgesamt drei Befestigungseinrichtungen 1 versehen, hier in Form je einer kreisförmigen Öffnung.

Zur weiteren Versteifung der Metalldachschindel sind drei Sicken 10 in die Fläche 5 eingepresst.

In 2 ist der Schnitt A-A aus der 1 wiedergegeben. Erkennbar sind an der linken und rechten Seite jeweils die Stirnfläche 7 des U-Profiles 4 und der freie Schenkel 6 sowie in der Mitte die drei Sicken 10.

3 zeigt im Detail den Schnitt durch ein U-Profil 4 mit der Stirnfläche 7 und dem freien Schenkel 6. Als Ausführungsvariante ist um den freien Schenkel 6 ein „J-Profil" als Dichtung herumgelegt. Es weist einen Anhang auf, der bis auf die Stirnfläche 7 ragt.

4 zeigt den Querschnitt durch schuppenförmig verlegte Metalldachschindeln mit je einem abdichtenden „J-Profil" 8 an der Unterkante des U-Profils 4. Gezeigt sind insgesamt drei Stück Metalldachschindeln, die sich gegenseitig überlappen. Die Sägezahnlatte 9 weist eine sägezahnförmige Oberkante auf, wobei die langen Seiten des Sägezahnes kürzer als die Breite der Metalldachschindeln sind und die kurzen Seiten des Sägezahnes der Breite der Stirnfläche 7 zzgl. dem effektiven Abstand des „J-Profils" zur Abdichtung entsprechen.

In 4 ist ersichtlich, dass in dieser Verlegeart eine nahezu luftdichte Montage von erfindungsgemäßen Metalldachschindeln auf einer darauf angepassten Dachlatte möglich ist.

In 5 wird die Abwicklung der in 1 gezeigten Metalldachschindel wiedergegeben. Hier sind insbesondere die Randstreifen 3 gekennzeichnet, aus denen in weiteren Fertigungsschritten das (hier noch nicht erkennbare) U-Profil 4 geformt werden wird. Sichtbar ist in 5 dass der (spätere) freie Schenkel 6 direkt an die (spätere) Stirnfläche 7 grenzt, welche sich an die Fläche 5 anschließt.

1Befestigungseinrichtung, in der Fläche 5 der Metallplatte 2Profilkante, diejenigen Kanten der Metallplatte, die mit einem Profil versehen sind 3Randstreifen, derjenige Teil der Metallplatte, der zu einer Pro filkante 2 geformt ist. 4U-Profil, Beispiel für die Form eine Profilkante 2 5Fläche, flächiger Teil der Metallplatte 6freier Schenkel 6 des U-Profils 4 7Stirnfläche, Bereich zwischen den beiden Schenkeln des U- Profils 4, etwa parallel zur Fläche 5 ausgerichtet 8J-Profil, für Dichtungsprofil, das um den freien Schenkel 6 des U-Profils herum greift 9Sägezahnlatte, Dachlatte mit in Längsrichtung sägezahnför miger Oberfläche 10Sicke, in Fläche 5

Anspruch[de]
  1. Metalldachschindel, zur Verkleidung von Dächern und Wänden, bestehend aus einer Metallplatte mit wenigstens einer Befestigungseinrichtung 1 dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens zwei winklig zueinander angeordneten und vorzugsweise graden Profilkanten 2 je ein Randstreifen 3 zu einem U-Profil 4 geformt ist, wobei der eine Schenkel des U-Profils 4 in die Fläche 5 der Metallplatte übergeht und der andere, freie Schenkel 6 des U-Profils 4 etwa parallel zur Fläche 5 ausgerichtet ist.
  2. Metalldachschindel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Befestigungseinrichtung 1 eine Öffnung in der Fläche 5 eingebracht ist.
  3. Metalldachschindel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung

    – als Kreis oder

    – als Schlüsselloch oder

    – als Kreuzschlitz

    geformt sind.
  4. Metalldachschindel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Befestigungseinrichtung 1 eine Halteklammer oder ein Haken auf den freien Schenkel 6 des U-Profils 4 aufgeschoben ist.
  5. Metalldachschindel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich zwischen den beiden Schenkeln des U-Profils 4 als Stirnfläche 7 ausgebildet ist, die etwa senkrecht zur Fläche 5 ausgerichtet ist.
  6. Metalldachschindel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallplatte vier Ecken aufweist
  7. Metalldachschindel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Metallplatte an drei Profilkanten 2 jeweils aneinander stoßende U-Profile 4 aufweist, von denen zwei U-Profile 4 parallel zueinander ausgerichtet sind.
  8. Metalldachschindel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an den freien Enden der beiden parallel ausgerichteten U-Profile 4 die freien Schenkel 6 entlang der Kante spitz zulaufen.
  9. Metalldachschindel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kante die Form von wenigstens einem oder mehreren in einer Linie aufgereihten

    – Halbkreisen und/oder

    – Viertelkreisen mit einer sich tangential anschließenden Graden und/oder

    – Rechtecken und/oder

    – Dreiecken und/oder

    – Dreiecken mit S-förmig geschweiften Kanten und/oder

    – eines Buchstabens und/oder

    – eines Symbols und/oder

    – eines anderen Schmuckelementes

    aufweist.
  10. Metalldachschindel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallplatte viereckig ist und an vier Profilkanten 2 jeweils aneinander stoßende U-Profile 4 aufweist, von denen zwei U-Profile 4 parallel zueinander ausgerichtet sind.
  11. Metalldachschindel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens drei der vier Profilkanten 2 an ihrem freien Schenkel 6 mit einer Dichtung umgeben sind, die als J-Profil 8 gestaltet ist, wobei das J-Profil um einen auf die Stirnfläche 7 reichenden Anhang erweitert ist.
  12. Metalldachschindel nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie auf einer Sägezahndachlatte 9 montiert ist, deren Oberfläche in Längsrichtung sägezahnartig geformt ist, wobei der längere Abschnitt des Sägezahns kleiner als der Abstand der parallelen Profilkanten 2 ist und der kürzere Abschnitt des Sägezahns der Breite der Stirnfläche 7 zuzüglich der in dieser Richtung wirksamen Stärke der Dichtung entspricht.
  13. Metalldachschindel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Metalldachschindeln in Längsrichtung und in Querrichtung gegenseitig überlappend angeordnet und auf Sägezahndachlatten 9 befestigt sind und unterhalb der Metalldachschindeln wenigstens eine Luftkammer ausgebildet ist, die wenigstens eine Lufteinlassöffnung und wenigstens eine Luftauslassöffnung aufweist.
  14. Metalldachschindel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine der beiden parallel verlaufenden Profilkanten 2 die Form eines Z-Profils aufweist, wovon der eine Schenkel des Z in die Fläche 5 der Dachschindel übergeht und der andere Schenkel des Z etwa parallel zur Fläche 5 ausgerichtet ist.
  15. Metalldachschindel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in die Fläche 5 längliche Sicken 10 eingepresst sind
  16. Metalldachschindel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in wenigstens zwei der U-förmigen Profile 4 eine zusätzliche Platte eingreift, die an der Fläche 5 anliegt.
  17. Metalldachschindel nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Platte aus einem Isolationsmaterial wie Polystorolschaum, Glasschaum, Gasbeton oder Blähton besteht oder aus einem Versteifungsmaterial wie Beton, Keramik, Holz oder Bambus.
  18. Metalldachschindel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Fläche 5 eine Befestigungsvorrichtung für Dachzubehör wie Regenrinnen, Antennen, Trittstufen, Feuerleiter, Blitzableiter, Sonnenschutz, Kabelkanäle, Schneefanggitter, Wasserleitbleche, Solarelemente, Windfahnen, Scheinwerfer, Abgasrohre, Lüftungsrohre und ähnliches angebracht ist.
  19. Metalldachschindel nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass als Befestigungsvorrichtung eine Anschweißmutter, eine Lasche, ein Lochband, eine nasenförmige Ausbeulung, eine sacklochförmige Einbeulung, eine Gewindestange oder ein anderes bekanntes Element aus dem Bereich der Befestigungstechnik angebracht ist.
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