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Dokumentenidentifikation DE20221519U1 13.04.2006
Titel Schutzvorrichtung eines Zylinders einer Druckmaschine
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
DE-Aktenzeichen 20221519
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.04.2006
Registration date 09.03.2006
Application date from patent application 26.03.2002
File number of patent application claimed EP 02 72 9819.9
IPC-Hauptklasse B41F 13/42(2006.01)A, F, I, 20060116, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 27/12(2006.01)A, L, I, 20060116, B, H, DE   B41F 33/00(2006.01)A, L, I, 20060116, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung eines Zylinders einer Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1 oder 9.

Durch die DE 196 03 666 C2 ist eine Schutzvorrichtung an Formzylindern bekannt, welche durch Verdrehen der Exzenterlagerbuchsen verschwenkbar ausgebildet ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schutzvorrichtung eines Zylinders einer Druckmaschine zu schaffen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1 oder 9 gelöst.

Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere im Schutz vor unbeabsichtigtem Berühren rotierender Zylinderteile beim Druckplattenwechsel. Die Schutzvorrichtung steht nicht mit Exzenterbuchsen in Verbindung, so dass auch kein entsprechendes Getriebe zum Ausgleich unterschiedlicher Schwenkbewegungen benötigt wird.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

1 eine Seitenansicht eines Druckwerkes in Prinzipdarstellung mit zwei ab- und anstellbaren Plattenzylindern, bei welchen sich der erste Plattenzylinder in einer Druck-Ab-Stellung befindet und die dazugehörige Abdeckung geöffnet ist;

2 eine Darstellung analog 1, jedoch befindet sich der erste Plattenzylinder in Druck-An-Stellung bei geschlossener Abdeckung;

3 eine Darstellung analog 1, jedoch befindet sich der zweite Plattenzylinder in einer Druck-Ab-Stellung, wobei die dazugehörige Abdeckung geöffnet ist;

4 einen Schnitt IV-IV des ersten Plattenzylinders nach 3, wobei eine obere Abstandshalterung 22 sowie die dazugehörige Halterolle 17 weggelassen wurde;

5 einen Schnitt V-V nach 2 in einer vergrößerten Teildarstellung.

Ein Druckwerk, z. B. für Flexodruck, besteht aus zwei jeweils mit Druckplatten bestückbaren Zylindern 01; 02, z. B. Druck- oder Formzylindern 01; 02, welche zusammen oder jeweils separat an einen Zylinder 03, z. B. einen Gegendruckzylinder 03 sowie an eine Walze 04, z. B. eine Rasterwalze 04 anstellbar sind. Das vorwiegend separate Anstellen der Formzylinder 01; 02 erfolgt jeweils mittels Exzenterlagerbuchsen 06 (4). Somit ergibt sich jeweils eine Druck-An-Stellung A oder eine Druck-Ab-Stellung B der Formzylinder 01; 02.

Die Rasterwalze 04 ist mit einer nicht dargestellten Farbauftragsvorrichtung verbunden. Alle Zylinder 01; 02; 03 und Walze 04 sind separat, z. B. mittels nicht dargestellter Antriebsmotoren antreibbar.

Eine Schutzvorrichtung 07 für die Formzylinder 01 oder 02 besteht aus einem verdrehbaren Ring 08, an welchem eine mantelförmige oder rinnenförmige Abdeckung 09 befestigt ist. Die Abdeckung 09 umhüllt etwa einen halben Umfang des Formzylinders 01 oder 02.

Der Ring 08 trägt an seinem Innenumfang 11 die mantelförmige Abdeckung 09. Am Außenumfang 12 weist der Ring 08 zwei voneinander beabstandete Ringwülste 13; 14 auf, zwischen denen in Umfangsrichtung des Ringes 08 gesehen, eine Verzahnung 16 oder dergleichen angeordnet ist.

Der Ring 08 wird von mehreren, z. B. vier etwa gleichmäßig am Umfang des Ringes 08 angeordneten Halterollen 17 gehalten. Dabei wirken die Außenkanten der Ringwülste 13; 14 gegen eine nutgrundartige Lauffläche 18 am Umfang der Halterollen 17, wobei Seitenwände 19; 21 den jeweiligen Ring 08 gegen axiale Verschiebung sichern. Die Halterollen 17 sind z. B. am freien Ende jeweils einer Abstandshalterung 22 auf einem Seitengestell 23 gelagert.

Die Peripherie des Formzylinders 01 oder 02 ist in einem abgestellten Zustand, d. h. in Druck-Ab-Stellung B in einem minimalen Abstand c und in einem angestellten Zustand, d. h. in Druck-An-Stellung A in einem maximalen Abstand d zur Abdeckung 09 entfernt (3).

Der Ring 08 kann manuell verdreht werden oder mittels eines in die Verzahnung 16 eingreifenden Ritzels 24, welches mit einem seitengestellfesten Antriebsmotor 26 angetrieben, d. h. verdreht wird.

Jede Abdeckung 09 der Schutzvorrichtung 07 ist in zwei Stellungen verdrehbar: Abdeckung 09 „auf" in Stellung E oder Abdeckung 09 „zu" in Stellung F, jeweils von der Bedienseite her gesehen.

Um die beiden Stellungen E; F der Abdeckungen 09 genau zu fixieren, können z. B. nicht dargestellte seitengestellfeste Endschalter sowie ringfeste Nocken zusammenwirken oder es können ringfeste Marken und seitengestellfeste Sensoren oder dergleichen vorgesehen sein.

Die Funktion der Schutzvorrichtung 07 ist wie folgt:

Entsprechend der Darstellung nach 1 rotieren die Zylinder 02; 03 und die Walze 04, während der erste Formzylinder 01 in Druck-Ab-Stellung B befindlich ist und die Abdeckung 09 in Stellung E „auf" steht. Ein Plattenwechsel kann jetzt vorgenommen werden.

Nach der Darstellung in 2 befinden sich alle Zylinder 01; 02; 03 und die Walze 04 in Rotation. Dabei sind alle Abdeckungen 09 in die Stellung F „zu" verdreht worden.

Nach 3 ist der zweite Formzylinder 02 in Druck-Ab-Stellung B befindlich, wobei die Abdeckung 09 auf Stellung E „auf" steht. Ein Plattenwechsel kann erfolgen usw.

Die Abdeckung 09 kann infolge einer Verriegelung nur in Druck-Ab-Stellung B in Stellung E „auf" verdreht werden.

Es ist auch möglich, andere Antriebe für die Schutzvorrichtung 07 zu verwenden, z. B. Zahnriemen oder dergleichen.

Denkbar ist auch, dass die Abdeckung 09 einen eigenen Stellantrieb aufweist, der unabhängig von einem Stellantrieb zum An- und Abstellen eines Zylinders 01; 02 betätigbar ist. Wahlweise kann die Abdeckung 09 in einen Spalt zwischen zwei Zylinder 01, 03; 02, 03 oder in einen Spalt zwischen einem Zylinder und einer Walze 01, 04; 02; 04 gebracht werden.

Nach einer anderen, nicht gezeichneten Ausführungsvariante können bei einem 10-Zylinder-Satellitendruckwerk jeweils zwei Gummizylinder nach dem Imprinterprinzip gegen einen Gegendruckzylinder arbeiten, wobei zu jedem Gummizylinder ein an- und abschwenkbarer Formzylinder gehört.

Soll nun einer von beiden Formzylindern 01; 02 außer Betrieb genommen werden, z. B. für einen fliegenden Plattenwechsel, so wird der jeweilige Formzylinder 01; 02 vom Gummizylinder sowie Gegendruckzylinder z. B. mittels Exzenterbuchsen weggeschwenkt. Dabei weist jeder Gummizylinder eine analoge Schutzvorrichtung 07 auf. Diese kann so verdreht werden, dass bei stillstehendem Formzylinder 01; 02 und drehenden Gummizylinder jeder Gummizylinder im Handlingbereich abgedeckt ist.

Zweckmäßigerweise wird jede Abdeckung 09 beidendig, d. h. von beiden Seitengestellen her, mit jeweils einem Ring 08 und den dazugehörigen seitengestellfest gelagerten Halterollen 17 gestützt.

01Zylinder, Formzylinder, erster 02Zylinder, Formzylinder, zweiter 03Zylinder, Gegendruckzylinder 04Walze, Rasterwalze 05- 06Exzenterlagerbuchse 07Schutzvorrichtung 08Ring (07) 09Abdeckung (08) 10- 11Innenumfang (08) 12Außenumfang (08) 13Ringwulst (08) 14Ringwulst (08) 15- 16Verzahnung (08; 12) 17Halterolle (08) 18Lauffläche (17) 19Seitenwand (18) 20- 21Seitenwand (18) 22Abstandshalterung (17) 23Seitengestell 24Ritzel (26) 25- 26Antriebsmotor (23) ADruck-An-Stellung (01; 02) BDruck-Ab-Stellung (01; 02) EStellung Abdeckung, auf (09) FStellung Abdeckung, zu (09) cAbstand, minimal (09) dAbstand, maximal (09)

Anspruch[de]
  1. Schutzvorrichtung eines Zylinders einer Druckmaschine zur wahlweisen Abdeckung rotierender Zylinderteile, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzvorrichtung (07) einen verdrehbaren Ring (08) aufweist, an welchen eine mantelförmige Abdeckung (09) zum teilweisen, beabstandeten Abdecken des Zylinders (01; 02) angeordnet ist.
  2. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (09) rinnenförmig ausgebildet ist.
  3. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring (08) mittels eines Antriebsmotors (26) antreibbar ist.
  4. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring (08) seitengestellfest gelagert ist.
  5. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (09) am Ring (08) befestigt ist.
  6. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (09) mit einer Stellungsanzeigevorrichtung in Verbindung steht.
  7. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (01 oder 02) jeweils als Gummizylinder ausgebildet ist.
  8. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (09) zumindest von einem ersten Seitengestell (23) mit einem Ring (08) und dazugehörigen Halterollen (17) gestützt ist.
  9. Schutzvorrichtung eines Zylinders einer Druckmaschine zur wahlweisen Abdeckung rotierender Zylinderteile, wobei eine Abdeckung (09) zum teilweise Abdecken des Zylinders (01; 02) vorgesehen ist, und wobei die Abdeckung (09) wahlweise in einen Spalt zwischen zwei Zylinder (01, 03; 02, 03) oder in einen Spalt zwischen einem Zylinder und einer Walze (01, 04; 02, 04) bringbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Abdeckung (09) ein eigener Stellantrieb (26) zugeordnet ist.
  10. Schutzvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellantrieb (26) unabhängig von einem Stellantrieb zum An- und Abstellen eines Zylinders (01; 02) betätigbar ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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