PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE60018753T2 13.04.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001199923
Titel VERFAHREN ZUR ABÄNDERUNG DES WURZELNWACHSTUMS
Anmelder E.I. du Pont de Nemours and Co., Wilmington, Del., US;
Design Technology and Irrigation Ltd., Croydon, Surrey, GB
Erfinder TONKIN, Mark Christopher, Ripe Village, Sussex BN8 6AP, GB;
YOUNG, Mark Andrew, Hemel Hempstead, Herdfordshire HP1 1SZ, GB;
KIRCHNER, Norbert, Olaf, Satigny, CH;
CAHILL, William, Charles, Newark, US
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 60018753
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 03.08.2000
EP-Aktenzeichen 009524315
WO-Anmeldetag 03.08.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/US00/21145
WO-Veröffentlichungsnummer 0001010193
WO-Veröffentlichungsdatum 15.02.2001
EP-Offenlegungsdatum 02.05.2002
EP date of grant 16.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.04.2006
IPC-Hauptklasse A01G 31/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich allgemein gesehen auf Verfahren zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln, spezifischer gesehen bezieht sie sich auf Verfahren zur Verbesserung der Erntefähigkeit oder der Zugänglichkeit von Pflanzenurzeln durch ein Wachstum in der Nähe einer hydrophilen, nicht porösen Membran.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Viel Zeit und große Anstrengungen sind zum Abändern des Wachstums von vielen Pflanzenarten investiert worden, dies zur Erhöhung der Leichtigkeit des Erntens von oder der Zugänglichkeit zu wirtschaftlich wertvollen Produkten (wie Früchten, Samen, Blumen, Blättern usw.), aber es sind weniger Anstrengungen unternommen worden und es ist sogar weniger Erfolg erzielt worden hinsichtlich der Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln. Tatsächlich kann die Struktur von Pflanzenwurzeln von einem großen wirtschaftlichen Interesse sein; zum Beispiel, weil die Wurzeln selbst ein wirtschaftliches Produkt sind (oder eine Quelle ein solches) oder weil ihre Struktur in einem starken Maße die Leichtigkeit des Erntens einer Pflanze beeinflusst sowie auch die Leichtigkeit und die Erfolgschancen eine Pflanze mit den Wurzeln herausnehmen und sie dann erfolgreich wieder einpflanzen zu können.

Beispiele von wirtschaftlich wertvollen Wurzeln erstrecken sich auf Ernteerzeugnisse von landwirtschaftlichen Massenprodukten, etwa auf Karotten oder auf rote Rüben usw. und auch auf Wurzeln, die wegen ihrer pharmazeutischen oder homöopathischen Eigenschaften angebaut werden. Das Verfahren, das nach der Extraktion von wirtschaftlich wertvollen Wurzeln erforderlich ist, wird in einem großen Maße von dem beabsichtigten Einsatz abhängig sein; zum Beispiel ein einfaches Entfernen von der größten Menge des anhaftenden Wachstumsmediums bei Karotten; oder ein intensives Säubern, Zerkleinern bzw. Zerhacken, Wärmebehandeln und chemisches Extrahieren bei pharmazeutisch wertvollen Wurzeln. Bei all diesen Fällen liegt die Wichtigkeit jedoch darauf, wie leicht es ist die größtmögliche Menge des Wurzelsystems aus dem Erdboden zu entfernen und dann das Wurzelsystem von dem Wachstumsmedium zu trennen, beides betrachtet sowohl im Hinblick auf das Volumen der Wiedergewinnung der Wurzeln als auch im Hinblick auf die späteren Verfahrenskosten bei der Extraktion.

Wenn die Pflanzen in Massen gezüchtet werden, bevor sie umgepflanzt werden, zum Beispiel als Sämlinge in einer Pflanzen- und Baumschule, dann ist es wiederum wichtig, dass man in der Lage ist, einen möglichst hohen Anteil des sich entwickelnden Wurzelsystems ohne Beschädigung von dem Wachstumsmedium entfernen kann, so dass die umgepflanzte Pflanze die beste Chance haben wird, wieder anzuwachsen, während dabei die Krankheiten vermieden werden, welche durch einen mikrobiellen Angriff auf gebrochene Wurzeln verursacht werden.

Eine weitere Kategorie von Wurzeln, welche wirtschaftlich wertvoll sind, sind diejenigen, welche wirtschaftlich wertvolle Stoffe in das Wachstumsmedium hinein freisetzen; zum Beispiel ist es jetzt bekannt, dass die meisten Wurzelsysteme von Pflanzen spezifische Stoffe (z.B. antimikrobielle Stoffe, das Wachstum regulierende Stoffe, einschließlich von natürlichen Herbiziden, usw.) freisetzen, wenn auch oft in sehr kleinen Mengen. Mittel zur Verbesserung des Wachstums solcher Wurzelsysteme und insbesondere Mittel zur Verbesserung des Einsammelns von solchen ausgeschiedenen Stoffen würden von einem großen Nutzen sein.

Es sind zahlreiche Stoffe bekannt, welche den Durchtritt von Wasser erlauben, während sie den Durchlass von suspendierten oder sogar von aufgelösten Stoffen beschränken. Eine erst jüngst identifizierte Gruppe von Stoffen besteht aus hydrophilen Polymeren. Membranen aus diesen Materialien sind dafür bekannt, dass sie gegenüber flüssigem Wasser undurchlässig sind, dass sie dem Wasserdampf aber einen Durchlass erlauben (ein Verfahren, welches als Pervaporation bekannt ist). Wenn ein Dampfdruck quer über einer hydrophilen Membranen vorhanden ist, dann wird von der Seite mit dem höheren Dampfdruck Wasser in der Form von Wasserdampf absorbiert werden, und es wird quer über die Membran transportiert werden und als Wasserdampf auf der Seite mit dem geringeren Dampfdruck freigesetzt; der freigesetzte Wasserdampf kann direkt genutzt werden oder er kann zurück zu flüssigem Wasser kondensiert werden. In beiden Fälle kann es jedoch rein sein (in beiderlei Hinsicht, sowohl chemisch als auch mikrobiell gesehen), weil irgendwelche Verunreinigungen entweder auf der anderen Seite der Membran oder (in einigen Fällen) in der Membran selbst zurückgehalten werden.

Das Patent US 4 926 585 offenbart den Gebrauch von hydrophilen, porösen Membranen für die Bereitstellung einer Nährstofflösung, welche durch die Kapillarwirkung durch diese Membranen zu den Wurzeln fließt. Im Gegensatz dazu können keine Nährstoffe freigesetzt werden, aber es kann Wasser aus den betreffenden Membranen zu den Pflanzenwurzeln gelangen.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Man hat jetzt herausgefunden, dass, wenn Pflanzenwurzeln in der Nähe von bestimmten Membranen (d.h. von hydrophilen, nicht porösen Membranen) gezüchtet werden, aus denen Wasser freigesetzt wird, die Struktur der Wurzeln dann abgeändert wird, so dass sie leichter geerntet und/oder im Anschluss an das Ernten leichter von dem Wachstumsmedium getrennt werden können. Man hat auch herausgefunden, dass Pflanzenwurzeln, welche in der Nähe solcher Membranen aufwachsen, aus denen Wasser freigesetzt wird, ein Wachstum in einem stärker eingeengten Volumen tolerieren als dies üblich ist und dass es wird daher weniger wahrscheinlich sein, dass dieselben an einen Blumentopf gebunden sein werden.

Es wird daher ein Verfahren geliefert zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln, indem man die Wurzeln in der Nähe einer Membran aufwachsen lässt, aus welcher während des Wachstums der Wurzeln Wasser freigesetzt wird, wobei die Membran aus einer hydrophilen, nicht porösen Membran besteht.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Die 1 und 4 sind diagrammatische Darstellungen von Verfahren zum Anbau von Pflanzen, welche nicht zu einer Wurzelabänderung führen (für vergleichende Zwecke).

Die 2 und 3 sind diagrammatische Darstellungen von Verfahren zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln der vorliegenden Erfindung.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

Unter Abänderung des Wurzelwachstums ist gemeint, dass die Größe, die Form, die Morphologie und die Verteilung der Wurzeln derart beeinflusst werden, dass sie im Wesentlichen nur in der engen Nähe zu der ausgewählten Membran wachsen, welche als die größere oder als die einzige Quelle von Wasser für die Pflanze dient, eher als dass sie einer zufälligen Ausbreitung unterliegen, um ein großes Volumen innerhalb des Wachstumsmediums zu füllen, wie dies geschieht, wenn Pflanzen auf die herkömmliche Art und Weise berieselt und bewässert werden. Eine Wurzelabänderung kann daher erreicht werden durch die Verwendung einer Membran, welche die Hauptquelle von Wasser für die Wurzeln darstellt, während gleichzeitig unerwünschte Verunreinigungen (wenn vorhanden) in der Wasserquelle zurückgehalten werden und daran gehindert werden, in das die Pflanze umgebende Wachstumsmedium einzutreten.

Die von dem beanspruchten Verfahren erzeugten Wurzeln werden oft eine gewebeähnliche Erscheinung aufweisen. Wurzeln, deren Wachstum nach der Art und Weise der vorliegenden Erfindung abgeändert worden ist, bilden daher leichter sichtbare (und daher einsammelbare) Strukturen, welche der Form der Membran folgen, welche der Pflanze das meiste oder alles Bewässerungswasser liefert. Dadurch dass das Züchten auf diese Weise erfolgt, wird es auch leichter gemacht, die Wurzelsysteme ohne Beschädigung derselben auszugraben, da der von den Wurzelsystemen ausgefüllte Raum vermindert wird. Zum Beispiel, wenn die für die Bewässerung unter der Bodenoberfläche verwendete Membran an den Wurzeln in der Form einer flachen Folie oder eines flachen Rohres vorhanden ist, dann kann die Form der auf diese Weise gewachsenen Wurzeln beschrieben werden als eine dichte, flache bzw. zylindrische Matte.

Pflanzen, welche in der Praxis der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, schließen alle Sorten mit ein, für welche eine Abänderung des Wurzelwachstums vorteilhaft sein kann. Beispiele von solchen Vorteilen schließen mit ein:

  • (1) Die Fähigkeit, die Biomasse der Wurzeln zu steigern, im Vergleich mit der Biomasse der Pflanze über der Erde, dies für den Fall von Pflanzen, von denen Wurzeln geerntet werden;
  • (2) Die Fähigkeit, die Form der Wurzeln zu steuern, so dass gleichmäßigere, kommerzielle Ernten erzielt werden können;
  • (3) Die Fähigkeit, die Art und Weise zu steuern, entsprechend welcher eine Pflanze in dem Erdboden verankert wird;
  • (4) Die Fähigkeit, auf die Richtung des Wurzelwachstums abzuzielen, was seinerseits Vorteile bietet, einschließlich auf

    (a) die Fähigkeit, auf die möglichst wirkungsvollste Art und Weise Nahrungsmittel, Mineralien, landwirtschaftliche Chemikalien und dergleichen zu verwenden, welche in spezifischen Schichten des Wachstumsmediums vorhanden sind, oder welche in spezifische Zonen des Wachstumsmediums hineingebracht werden können,

    (b) die Fähigkeit, belastete oder vergiftete oder anderweitig unerwünschte Bereiche des Wachstumsmediums zu vermeiden,

    (c) umgekehrt zu dem obigen Punkt (b), auf die Fähigkeit, vergiftete oder anderweitig unerwünschte Bereiche des Wachstumsmediums zu sanieren und zu verbessern, indem man Pflanzenwurzeln auf diesen belasteten oder anderweitig unerwünschten Bodenbereichen des Wachstumsmediums ansiedelt, so dass jene unerwünschten Stoffe in die Pflanze eingebunden werden und anschließend diese unerwünschten Stoffe zusammen mit der Pflanze entsorgt werden,

    (d) die Fähigkeit, das Wachstum von Unkraut zu verhindern, und

    (e) die Fähigkeit, das Wurzelsystem der benachbarten Pflanzen zu vermeiden;
  • (5) Ein leichteres Herausnehmen der Wurzeln beim Auspflanzen und ein leichteres erneutes Wiedereinpflanzen, z.B. bei Sämlingen, die in einer Pflanzenschule bzw. Baumschule aufgezogen werden, weil die Wurzeln nicht an dem Bewässerungssystem anhaften oder in dieses nicht eindringen, und weil die Wurzeln dazu veranlasst werden können, in spezifische Gebiete zu wachsen, was ein gegenseitiges Verheddern zwischen den Wurzeln benachbarter Pflanzen verhindert, und
  • (6) Die Fähigkeit, das Ernten und das Verarbeiten von Wurzeln zu verbessern, indem man die Menge des Wachstumsmediums vermindert, welches von den Wurzeln gereinigt werden muss.
  • (7) Die Fähigkeit, Pflanzen in einer Umgebung mit einer kontrollierten Feuchtigkeit so aufwachsen zu lassen, dass schädliche, pathogene Stoffe aus dem Ernteprodukt ausgeschlossen werden können, weil sich jene schädlichen, pathogenen Stoffe nur entwickeln können, wenn die Wurzelbereiche der Pflanzen zu feucht sind.

Beim Umsetzen der vorliegenden Erfindung zieht man es vor, dass die sich entwickelnde Pflanze in einem Wachstumsmedium gehalten wird, in welchem die Pflanzenwurzeln wachsen können; bevorzugte Wachstumsmedien schließen irgendein herkömmliches Material mit ein, in welchem Pflanzen normalerweise wachsen, z.B. natürlich auftretende Böden, künstliche oder künstlich verbesserte Böden; Sand (welcher wahlweise hinzugefügte Pflanzennährstoffe enthält); ein im Handel erhältliches Wachstumsmedium wie es etwa in "Wachstumstaschen" ("growbags") verwendet wird, oder Vermiculit; Torfmoor; geschredderte Baumrinde (Rindenmulch) und geschreddertes Farnkraut; zerkleinerte oder geschredderte Baumrinde oder geschredderte Kokosnusshülsen.

Die für den Gebrauch bei der vorliegenden Erfindung geeigneten Membranen schließen hydrophile, nicht poröse Membranen mit ein.

Geeignete hydrophile, nicht poröse Membranen für den Gebrauch bei der vorliegenden Erfindung sind nicht poröse, hydrophile Membranen, welche Wasser absorbieren und welche es dem Wasser ermöglichen, nur über den Weg der Pervaporation hindurch durch die Membran zu treten. Wenn ein Gradient des Dampfdruckes quer über die hydrophile Membran hinweg besteht, dann diffundiert das absorbierte Wasser durch die Dicke der Membran hindurch und wird von der gegenüberliegenden Membranseite emittiert. Hydrophile, nicht poröse Membranen oder Beschichtungen zeichnen sich durch das Merkmal ausreichend hoher Durchlassgeschwindigkeiten für den Wasserdampf aus, so wie dies unten definiert ist, so dass Wasser, welches hindurch durch diese Membranen getreten ist, direkt bei der Bewässerung von Pflanzen verwendet werden kann. Solche Membranen können eine oder mehrere Schichten umfassen, welche aus Materialien hergestellt sind, welche dieselben oder verschiedene hydrophile Polymere mit einschließen, aber nicht auf diese beschränkt sind. So lange wie die Durchlassgeschwindigkeit der Membran für den Wasserdampf insgesamt hoch genug ist, kann dieses Wasser mit einer Geschwindigkeit geliefert werden, welche konsistent mit dem Verbrauch bei seiner vorgegebenen praktischen Anwendung ist, so wie dies beschrieben ist. Die nicht poröse Natur der Membranen dient dazu, irgendwelche partikulären Verunreinigungen von dem Durchtritt durch solch eine Membran auszuschließen, einschließlich von Mikroben, etwa von Bakterien und Viren, und sie verhindert auch das Durchdringung durch die wachsenden Wurzeln.

Die Geschwindigkeit, mit welcher das Wasser durch die hydrophile, nicht poröse Membran hindurch pervaporiert, welche aus dem hydrophilen Polymer hergestellt ist, hängt unter anderen Faktoren von dem Feuchtigkeitsgehalt auf der Nichtwasserseite ab. Daher sind die Bewässerungssysteme gemäß der vorliegenden Erfindung selbstregulierend und sie können von Natur aus "passiv" sein, wobei sie die Pflanzen unter trockenen Bedingungen mit mehr Wasser versorgen und unter feuchten Bedingungen mit weniger Wasser.

Der Standardtest zum Messen der Geschwindigkeit, mit welcher eine gegebene Membran Wasser überträgt und durchlässt, ist das ASTM E-96-95 – Verfahren BW, ehemals bekannt und bezeichnet als ASTM E-96-66 – Verfahren BW, welches verwendet wird, um die Durchlassgeschwindigkeit des Wasserdampfes (Water Vapor Transmission Rate = WVTR) einer Membran zu bestimmen.

Eine bevorzugte Membran für die Zwecke des Verfahrens zur Wurzelabänderung gemäß der vorliegenden Erfindung umfasst eine oder mehrere Schichten hydrophiler, nicht poröser Membranen.

Unter dem Begriff "hydrophile Polymere" sind Polymere gemeint, welche Wasser absorbieren, wenn sie bei Raumtemperatur in Kontakt mit flüssigem Wasser treten, dies entsprechend der Spezifikation der Internationalen Standards Organisation ISO 62 (äquivalent zu der Spezifikation der American Society for Testing and Materials Specification ASTM D 570).

Das hydrophile Polymer, welches für die Herstellung der hydrophilen, nicht porösen Membranen zum Einsatz bei der vorliegenden Erfindung geeignet ist, kann ein Polymer sein oder eine Mischung von mehreren Polymeren, zum Beispiel kann das hydrophile Polymer ein Copolyetheresterelastomer oder eine Mischung von zwei oder von mehr Copolyetheresterelastomeren sein, so wie dies unten beschrieben ist, wie etwa Polymere, welche von E. I. du Pont de Nemours and Company unter dem Handelsnamen Hyrtel® erhältlich sind; oder ein Polyetherblockpolyamid oder eine Mischung von zwei oder von mehr Polyetherblockpolyamiden, wie etwa Polymere, welche von der Elf-Atochem Company aus Paris, Frankreich, unter dem Handelsnamen PEBAX erhältlich sind; oder ein Polyetherurethan oder eine Mischung von Polyetherwethanen; oder Homopolymere oder Copolymere von Polyvinylalkohol oder eine Mischung von Homopolymeren oder Copolymeren von Polyvinylalkohol.

Ein besonders bevorzugtes Polymer für die Durchlässigkeit von Wasserdampf gemäß dieser Erfindung ist ein Copolyetheresterelastomer oder eine Mischung von zwei oder von mehr Copolyetheresterelastomeren, die eine Mehrzahl von wiederkehrenden, langkettigen Estereinheiten und kurzkettigen Estereinheiten umfassen, welche Kopf-an-Fuß durch Esterverbindungen miteinander verbunden sind, wobei jene langkettigen Estereinheiten dargestellt sind durch die Formel:

und jene kurzkettigen Estereinheiten dargestellt sind durch die Formel:
in denen:
  • a) G ein zweiwertiges Radikal ist, welches übrig bleibt nach dem Entfernen der Hydroxylendgruppen aus einem Polyalkylenoxidglycol mit einem zahlenmäßigen Durchschnittsmolekulargewicht von etwa 400–4000;
  • b) R ein zweiwertiges Radikal ist, welches übrig bleibt nach der Entfernung von Carboxylgruppen aus einer Dicarboxylsäure mit einem Molekulargewicht von weniger als 300;
  • c) D ein zweiwertiges Radikal ist, welches übrig bleibt nach der Entfernung von Hydroxylgruppen aus einem Diol mit einem Molekulargewicht von weniger als 250; wahlweise
  • d) das Copolyetherester 0–68 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Copolyetheresters, an Ethylenoxidgruppen enthält, welche in die langkettigen Estereinheiten des Copolyetheresters eingebunden sind; und
  • e) das Copolyetherester etwa 25–80 Gew.-% an kurzkettigen Estereinheiten enthält.

Dieses bevorzugte Polymer ist geeignet zum Einbau in dünne, aber feste Membranen, Filme und Beschichtungen. Das bevorzugte Polymer, das Copolyetheresterelastomer und die Verfahren zu dessen Herstellung, sind nach dem Stand der Technik bekannt, so wie sie etwa in dem US Patent No 4725481 für ein Copolyetheresterelastomer mit einer WVTR von mindestens 3500 g/m2/24hr offenbart sind oder in dem US Patent No 4769273 bezüglich eines Copolyetheresterelastomers mit einer WVTR von 400–2500 g/m2/24hr.

Das Polymer kann zusammengesetzt werden mit Antioxidansstabilisierungsmitteln, Ultraviolettstabilisierungsmitteln, Hydrolysestabilisierungsmitteln, mit Farbstoffen oder mit Pigmenten, mit Füllstoffen, mit antimikrobiellen Reagenzien und dergleichen.

Die Verwendung von im Handel erhältlichen hydrophilen Polymeren als Membranen ist im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung möglich, obwohl man es stärker vorzieht, Copolyetheresterelastomere mit einer WVTR von mehr als 400 g/m2/24hr zu verwenden, gemessen an einem Film von einer Dicke von 25 Mikron unter Verwendung von Luft bei 23 °C und 50 % relativer Feuchte bei einer Geschwindigkeit von 3 m/s. Am stärksten bevorzugt ist die Verwendung von Membranen, welche aus im Handel erhältlichen Copolyetheresterelastomeren hergestellt sind mit einer WVTR von mehr als 3500 g/m2/24hr, gemessen an einem Film von einer Dicke von 25 Mikron unter Verwendung von Luft bei 23 °C und 50 % relativer Feuchte bei einer Geschwindigkeit von 3 m/s.

Die hydrophilen Polymere können zu Membranen von irgendeiner gewünschten Dicke durch eine Anzahl von Verfahren hergestellt werden. Ein nützlicher und gut ausgebauter Weg, um Membranen in der Form von Filmen herzustellen, besteht in dem Verfahren einer Schmelzextrusion des Polymers auf einer kommerziellen Extrusionsproduktionslinie. Kurz gesagt, verursacht dies ein Erhitzen des Polymers auf eine Temperatur oberhalb des Schmelzpunktes, ein Extrudieren des Polymers durch eine flache oder ringförmige Extrusionsdüse und dann ein Formen eines Filmes unter Verwendung eines Walzensystems oder ein Blasen eines Filmes aus der Schmelze.

Membranen zur Verwendung im Rahmen der vorliegenden Erfindung konnen eine oder mehrere Schichten von Trägermaterialien mit einschließen. Nützliche Trägermaterialien schließen gewebte, nicht gewebte oder gebundene Papiere, Textilerzeugnisse und für Wasserdampf durchlässige Gitter mit ein, einschließlich jener Trägermaterialien, welche aus Fasern organischer und anorganischer Polymere aufgebaut sind, welche stabil gegenüber Feuchtigkeit sind, etwa Polyethylen, Polypropylen, Fiberglas und dergleichen. Das Trägermaterial bewirkt beides, es erhöht sowohl die Festigkeit als auch schützt es die Membran. Das Trägermaterial kann auf einer Seite der Membran oder auf beiden Seiten der Membran angeordnet sein oder es kann in einer Sandwichbauweise zwischen zwei oder mehr Schichten eingeschoben sein. Wenn es nur auf einer Seite angeordnet ist, dann können die Trägermaterialien in Kontakt mit der Wasserquelle treten oder von dieser entfernt sein. Typischerweise wird das Trägermaterial auf irgendeiner Oberfläche der Membran angeordnet, welche der Umgebung ausgesetzt ist, um die Membran am besten vor einer physikalischen Beschädigung und/oder vor einer Qualitätseinbuße durch Licht zu schützen.

Beim Ausführen des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln ist es notwendig, dass Wasser aus einer ersten Seite der Membran, an welcher die Wurzeln nahe gelegen sind, freigesetzt werden kann, so dass es von dem Wurzelsystem aufgenommen werden kann. Diese Freisetzung von Wasser kann kontinuierlich oder episodisch sein, abhängig von den Wasseranforderungen der Pflanze, welche aufwachsen soll, und von der Natur des Wachstumsmediums, wenn es vorhanden ist. Damit das Wasser freigesetzt wird, ist es für die zweite Seite der Membran notwendig, dass sie in Verbindung mit einer Wasserquelle steht. Diese Wasserquelle kann ein Vorratsbehälter an flüssigem Wasser sein oder sie kann aus einem Material bestehen, in welchem das Wasser getragen und transportiert wird, z.B. feuchter Boden usw. Für die vorliegende Erfindung ist die Qualität des Wassers im Kontakt mit der zweiten Seite der Membran nicht wichtig, weil der Durchtritt durch die Membran bedeuten wird, dass nur Wasser von geeigneter Qualität die Wurzeln versorgt.

Man zieht es beim Ausführen des Verfahrens gemäß der Erfindung zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln vor, dass die Membran die Hauptversorgungsquelle für Wasser während des Wachstums der Wurzeln ist. Stärker bevorzugt man, dass die Membran im Wesentlichen die einzige Wasserquelle während des Wachstums der Wurzeln darstellt. Weiterhin zieht man es vor, dass, wenn ein Wachstumsmedium vorhanden ist, das Wachstumsmedium nicht selbst einen wesentlichen Teil der Feuchtigkeit zurückhält (z.B. wegen der physikalischen Eigenschaften oder weil es mit einem guten Abfluss versehen ist oder ausreichend gut durchlüftet ist, um dadurch zu verursachen, dass es austrocknet), so dass die sich entwickelnden Wurzeln im Wesentlichen alle ihre Feuchtigkeit direkt aus der Membran erhalten und nicht aus der Feuchtigkeit, welche in dem Wachstumsmedium zurückgehalten ist.

Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln kann zum Beispiel ausgeführt werden, indem man einen Behälter herstellt, welcher mindestens teilweise aus einer geeigneten Membran aufgebaut ist und welcher Wasser enthält, welcher Behälter dann auf einer Fläche des Bodens aufgestellt wird, welche nicht wassergefüllt ist und welche nicht häufig Wasser von irgendeiner anderen Quelle empfängt (z.B. Regen, Bewässerungssysteme, feuchter Boden in der Umgebung), und indem man dann in diesen Boden mindestens einen Samen oder eine junge Pflanze derart einpflanzt, dass die Wurzeln, wenn sie wachsen, in die Nähe von mindestens einem Teil des Behälters kommen werden, welcher aus einer geeigneten Membran aufgebaut ist, aus welcher Wasser freigesetzt wird. Der verwendete Boden kann eine Fläche eines natürlichen Bodens sein (Feld, Garten usw.) in einer Fläche, welche nicht häufig Wasser von irgendeiner anderen Quelle empfängt (z.B. weil die Fläche bedeckt ist, der Boden sehr trocken oder porös ist oder weil es wenig Regen gibt); oder es kann eine künstliche Wachstumsfläche sein wie etwa eine "Wachstumstasche" ("Growbag") oder eine Mulde, welche ein nicht flüssiges Wachstumsmedium enthält, welches keine Flüssigkeit aus irgendeiner anderen Quelle aufnimmt.

Alternativ kann das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln ausgeführt werden, indem man das sich entwickelnde Wurzelsystem und wahlweise das unterstützende Wachstumsmedium in einem undurchlässigen Material einschließt, von dem mindestens ein Teil eine geeignete Membran derart umfasst, dass Wasser im Wesentlichen nur die Wurzeln erreichen kann, indem es durch die Membran hindurch tritt. Bei dieser Ausführung kann das Material, welches die Pflanzenwurzeln umgibt, vollständig aus einer geeigneten Membran zusammengesetzt sein oder die geeignete Membran kann einen wesentlichen Teil des Materials bilden. Wie vorher diskutiert, ist es notwendig für mindestens einen Teil der Membran, die dem Wurzelsystem nicht gegenüberliegt, in Verbindung mit der Wasserversorgung zu stehen. Ein Mittel zur Durchführung dieser Ausführung der Erfindung besteht darin, ein Loch in eine Fläche des Bodens zu graben und das Loch mit einer geeigneten Membran auszukleiden. Das Loch kann dann aufgefüllt werden (entweder unter Verwendung des vorher ausgehobenen Materials oder indem man es mit einem geeigneten Wachstumsmedium ersetzt) und mindestens ein Saatkorn oder ein junger Sämling können dann in das wieder aufgefüllte Loch gepflanzt werden. Wasser kann dann zu der Membran durch ein natürliches Durchsickern geliefert werden (wenn die Bodenfläche normal feucht ist) oder durch die künstliche Anwendung von Wasser in den Boden, außerhalb des von der Membran begrenzten Gebietes. Dieses Wasser wird dann durch die Membran in das Wachstumsmedium und zu den Wurzeln hindurch treten. Alternativ kann eine starre Stuktur (z.B. eine poröser Pflanzentopf oder ein nicht poröser Pflanzentopf mit Löchern darin) mit einer Membran ausgekleidet werden und dann mit einem Wachstumsmedium aufgefüllt werden, in welches mindestens ein Saatkorn oder ein junger Sämling eingepflanzt wird. Die Struktur wird dann direkt im Wasser aufgestellt oder in einem feuchtem Medium, welches Wasser liefern wird, so dass Wasser durch die starre Struktur hindurch tritt, durch die Membran, und in das Wachstumsmedium hinein, wo es von den Wurzeln der Pflanze aufgenommen wird, wenn sie wachsen. Alternativ kann die starre Stuktur selbst, zumindest teilweise, aus einer Membran so zusammengesetzt sein, dass der Bedarf für eine getrennte Membran aufgehoben ist.

In den obigen Ausführungen des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln sind die Größe und die Gestalt der Löcher und/oder der starren Behälter nicht relevant mit Ausnahme davon, dass sie in ihren Proportionen der Pflanze insofern angepasst sein müssen, dass die Wurzeln der Pflanzen in der Nähe zu der geeigneten Membran während ihrer Entwicklung sein werden. In ähnlicher Weise ist es im Hinblick auf die Größe der Membran lediglich notwendig, dass sie eine ausreichende Oberfläche aufweist, um ausreichend Wasser für die sich entwickelnden Wurzelsysteme zu liefern. Die bevorzugte Dicke der Membran wird von den Materialien abhängen, welche bei ihrer Herstellung verwendet worden sind, und von der erforderlichen Geschwindigkeit des Wasserdurchtritts; bevorzugte Dicken liegen jedoch im Allgemeinen zwischen 10 Mikron und 500 Mikron, zum Beispiel bei 25 Mikron.

Dadurch dass die sich entwickelnden Wurzeln eng in einer geeigneten Membran gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung eingeschlossen werden, kann die Gestalt der Wurzeln eng gesteuert werden, was von Vorteil sein kann (Optimierung oder Standardisierung von Größe, Gestalt usw.), wenn die Wurzeln selbst ein kommerzielles Produkt sind (z.B. Rettich bzw. Radieschen oder Karotten).

Ein weiteres Mittel zur Ausführung des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln besteht darin, ein oder mehrere Samenkörner direkt auf eine erste Seite einer geeigneten Membran zu verstreuen. Die umgekehrte Seite der Membran wird dann im Kontakt mit einer Wasserquelle aufgestellt (zum Beispiel, indem man der Membran ermöglicht, auf einer Wasseroberfläche zu schwimmen) und den Samen wird es ermöglicht zu keimen, so dass die Wurzeln in enger Nähe zu der Membran wachsen. Wahlweise kann ein Wachstumsmedium bereitgestellt werden (anfänglich oder nach dem Keimen), um die Pflanzen zu unterstützen, wenn sie wachsen.

Unter der Ausdrucksweise, die Wurzeln wachsen in der Nähe zu einer geeigneten Membran, ist gemeint, dass ein großer Anteil der Wurzeln, wenn sie erst einmal gewachsen sind, in einem direkten Kontakt mit der Membran oder sehr nahe bei dieser stehen. Vorzugsweise befinden sich mindestens 25 Gew.-% der gewachsenen Wurzeln in Kontakt mit der Membran oder sie stehen vorzugsweise innerhalb eines Bereiches von 10 mm von der Membran; stärker bevorzugt man, dass sich mindestens 50 Gew.-% der gewachsenen Wurzeln in Kontakt mit der Membran befinden oder innerhalb eines Bereiches von 10 mm von der Membran stehen, und am stärksten bevorzugt man, dass sich mindestens 75 Gew.-% der gewachsenen Wurzeln in Kontakt mit der Membran befinden oder innerhalb eines Bereiches von 10 mm von der Membran stehen.

Es ist ein Wesensmerkmal der vorliegenden Erfindung, dass die Wurzeln so wachsen, um den geeigneten Membranen sehr nahe zu sein oder um sich in Kontakt mit den Membranen zu befinden, aber dass sie die Membranen nicht durchdringen werden, so dass die Wurzeln von den Membranen ohne merkliche Beschädigung entfernt werden können.

Typen von Pflanzen, welche aus dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung zur Abänderung der Wurzeln Vorteile ziehen, schließen mit ein:

  • (a) kommerzielle Massennahrungsfrüchte, einschließlich, aber nicht darauf beschränkt, Erdnüsse, Karotten, Kartoffeln, rote Rüben, Pastinaks, Rettiche bzw. Radieschen und dergleichen;
  • (b) Früchte mit Wurzeln, welche für Geschmacks-/Aromastoffe wachsen und angebaut werden, einschließlich, aber nicht darauf beschränkt, Ginger, Kurkuma, Meerrettich, Lakritze und dergleichen;
  • (c) Früchte mit Wurzeln, welche für die Extraktion von Farbstoffen geerntet werden, einschließlich, aber nicht darauf beschränkt, Kurkuma, Indigo und dergleichen;
  • (d) Früchte mit Wurzeln, welche für die Extraktion von Stoffen mit pharmazeutischen oder homöopathischen Eigenschaften geerntet werden, einschließlich, aber nicht darauf beschränkt, Große Klette, Schwarzwurz, Enzian, Ginseng, Wurzel der Ipecacuanhapflanze, Baldrian und dergleichen (siehe Tabelle 1), und
  • (e) Früchte mit Wurzeln, welche durch Absonderung in den Erdboden nützliche Stoffe produzieren, welche verwendet werden können, um das Wachstum anderer Pflanzen zu steuern oder um das

Entstehen von Unkraut und dergleichen zu verhindern. Diese Substanzen, welche als allelopathische Chemikalien oder als Allelochemikalien bekannt sind, werden von Pflanzen erzeugt, welche mit einschließen, aber nicht darauf beschränkt sind, Roggen, Reis, Sorghum, Senfpflanzen, Manzanitasträucher, schwarze Walnussbäume oder Wolfsmilch (siehe Tabelle 2).

TABELLE 1 EINE AUSWAHL MEDIZINISCHER WURZELN UND IHRER VERWENDUNGEN
TABELLE 2 EINE AUSWAHL VON PFLANZEN, WELCHE ALLELOPATHISCHE CHEMIKALIEN PRODUZIEREN
BEISPIEL 1

Fünf aus Kunststoff hergestellte, nicht poröse Pflanzentöpfe 1 von 8 cm Höhe und mit einem Durchmesser von 8 cm, mit 8 in die Topfböden gebohrten Löchern 2 wurden mit Blumentopferde 3 gefüllt und es wurden zwei Rettichsamen darin gepflanzt, wie dies schematisch in der 1 gezeigt ist. Alle Töpfe wurden regulär mit Leitungswasser bewässert.

Nach zwei Wochen hatten alle Pflanzen gekeimt und jeder Topf enthielt zwei Rettichsämlinge 4. Ein Topf wurde zufällig ausgewählt und der Topf wurde sorgfältig von dem Wurzelballen und von dem Erdboden getrennt. Eine nicht poröse, hydrophile Membran 5 von 50 Mikron Dicke, hergestellt aus einem extrudierten Film eines Polyetheresterelastomers, wurde verwendet, um den Wurzelballen und die Erde einzuwickeln und die Anordnung wurde dann wieder in dem Pflanzentopf 1 aufgestellt, so dass der Erdboden 3 vollständig von dieser Membranauskleidung 5 des Topfes umgeben war. Der Topf wurde dann in einem größeren Kunststoffbehälter 6 derart aufgestellt, dass dieser Behälter 6 den Pflanzentopf 1 umgab. Leitungswasser 7 wurde in die Lücke zwischen dem umgebenden Behälter 6 und dem Pflanzentopf 1 gegossen, so dass die hydrophile Membran 5 das flüssige Wasser daran hinderte, den Erdboden 3 zu erreichen, wie dies in der 2 schematisch gezeigt ist. Die Wasserhöhe in dem umgebenden Behälter wurde soweit oben gehalten, dass die Wasserhöhe gerade eben bis unterhalb der Erde in dem Pflanzentopf reichte, aber kein weiteres Wasser wurde direkt zu dem (Erd-)Boden hinzugefügt. Die anderen vier Pflanzentöpfe 1, welche Rettichsämlinge 4 enthielten, wurden herkömmlich bewässert, d.h. indem man Wasser in den Erdboden 3 in Abständen goss, welche für die Rettichpflanzen geeignet waren, um normal zu wachsen. Alle fünf Pflanzen wurden bei Umgebungstemperatur und Feuchtigkeit gehalten und täglich überwacht.

Nach ungefähr weiteren vier Wochen waren alle fünf Rettichpflanzen gut gewachsen und keine Unterschiede waren erkennbar zwischen den Pflanzen, welche in den (mit einer Membran) ausgekleideten und in den nicht ausgekleideten Töpfen aufwuchsen.

Das die Pflanzen enthaltende, wachsende Medium wurde dann sorgfältig aus einem jeden Topf entfernt, so dass der Zustand der Wurzeln untersucht werden konnte, und man fand heraus, dass es größere Unterschiede zwischen den ausgekleideten und den nicht ausgekleideten Töpfen gab.

In den nicht ausgekleideten Töpfen war das Wachstumsmedium sehr feucht und die Wurzeln der Pflanzen hatten sich in einer herkömmlichen Art und Weise entwickelt, so dass die Gesamtheit des Wachstumsmediums durchdrungen war von einer ineinander verknäuelten, verstrickten Masse haarähnlicher Wurzeln. Eine Trennung dieser Wurzeln von dem Wachstumsmediumn war sehr schwierig und die meisten der feinen Wurzeln wurden beschädigt oder vollständig von den Pflanzen losgelöst.

In den ausgekleideten Töpfen war das Wachstumsmedium viel trockener und die Wurzeln hatten sich in einer merklich unterschiedlichen Weise entwickelt, so dass sie sofort als dünne, scheibenförmige Strukturen sichtbar waren, welche in enger Nähe zu und in einem direkten Kontakt mit der hydrophilen Membran wuchsen. Sehr wenige Wurzeln drangen in den Körper des Wachstumsmediums ein und die Wurzeln waren daher sehr leicht von dem Wachstumsmedium mit einer sehr kleinen Beschädigung zu trennen. Ein weit höherer Anteil der Wurzeln war von dem Wachstumsmedium einsammelbar ohne das intensive Sieben und Trennen, welches im Falle der nicht ausgekleideten Töpfe erforderlich war.

BEISPIEL 2

Unter Bezugnahme auf die 3 und 4 (von denen eine jede einen einzelnen Pflanzentopf 31 darstellt), wurde eine Gesamtheit von 12 Pflanzentöpfen, hergestellt aus Terrakotta oder aus Kunststoff mit einer Länge von 60 cm, einer Breite von 15 cm und einer Höhe von 15 cm, mit Acrylfenstern 32 entlang einer langen Seite passend versehen, was den Wurzeln 30 ermöglichte, gesehen und betrachtet zu werden, wenn die Pflanzen, welche hinter den Fenstern in den Töpfen wuchsen, sich entwickelten. Pflanzentöpfe aus Terrakotta ermöglichten der Feuchtigkeit, durch die Wände der Pflanzentöpfe auf dem schnellsten Wege hindurchzudiffundieren, was die Wirkung eines größeren Volumens von Erde rund um die wachsenden Pflanzen herum simulierte, wobei hingegen Pflanzentöpfe aus Kunststoff die Bodenfeuchtigkeit mehr zurückhielten und so eine günstigere Wachstumsumgebung bereitstellten. Der in diesen Pflanzentöpfen verwendete Erdboden 33 bestand aus sandigem Sassafras Lehm mit 1 % N-P-K Dünger, welcher in Pelletform hinzugefügt worden war, und mit einem Feuchtigkeitsgehalt zwischen 10 % und 15 %. Die Töpfe wurden hergestellt und Mais, Sorghum- und Alfalfasämlinge wurden gepflanzt, wie unten beschrieben. Diese drei Pflanzen wurden verwendet, weil sie sich durch ihre Merkmalseigenschaften weit unterschiedlicher Wirkungsgrade der Wasseraufnahme unterscheiden – wobei Sorghum am wirkungsvollsten ist (d.h. sie verwendet die kleinste Menge an Wasser, um eine Einheit an Biomasse durch ihr Wachstum zu erzeugen) und Alfalfa ist am wenigsten effizient und der Wirkungsgrad der Wasserverwendung von Mais liegt zwischen diesen zweien. Alle Töpfe wurden über die Sommermonate in eine Gewächshaus gestellt. Die gemessenen maximalen Lufttemperaturen in dem Gewächshaus lagen typischerweise über 30 °C.

Unter Bezugnahme auf die 3 wurde in jedem der Experimente, 1, 2, 5, 6, 9 und 10 Erde von etwa 1 cm Tiefe auf dem Boden des Pflanzentopfes angeordnet. Dann wurde eine abgedichtete, zylindrische Membrantasche 34 mit einer Länge von etwa 30 cm und einer Oberfläche von etwa 265 cm2, hergestellt aus einer Folie aus einem Polyetheresterelastomer von einer Dicke von etwa 50 Mikron, so angeordnet, dass sie horizontal auf der Erdbodenschicht ruhte. Jede zylindrische Membrantasche wurde mit einer Länge eines Plastikschlauches 35 ausgestattet, welcher durch ein kleines, an der Topfseite gebohrtes Loch 36 nach außerhalb des Topfes geführt wurde und dort mit einer wasserdichten Dichtung (nicht gezeigt) mit einer Wasserflasche 37 verbunden wurde. Der Pflanzentopf wurde dann mit Erde gefüllt, so dass die Membrantasche in einer Tiefe von etwa 10 cm unter der Erdhöhe begraben wurde. Die Taschen wurden täglich mit entionisiertem Wasser 38 nachgefüllt und dies in einer Weise, dass die einzige Wasserquelle in der Erde in den Töpfen durch die Wand der Meinbrantaschen lief. Drei Pflanzensämlinge 39 wuchsen auf, an den Enden und in der Mitte eines jeden Pflanzentopfes angeordnet, so wie es in der 3 gezeigt ist.

Ein jeder der Töpfe in den Experimenten 3, 4, 7, 8 11 und 12 wurde mit Erde gefüllt und die drei Pflanzensämlinge 41 wuchsen auf, an den Enden und in der Mitte von den Pflanzentöpfen angeordnet, so wie es in der 4 gezeigt ist. Die Wurzeln 40 waren durch die Acrylfenster sichtbar. Die Pflanzen wurden auf eine herkömmliche Art und Weise mit entionisiertem Wasser von oben bewässert.

Das Muster des Wurzelwachstums der zwölf Experimente wurde über die Zeit hinweg beobachtet. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 3 gegeben. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Wurzeln in den Pflanzentöpfen, welche durch eine hydrophile Membrantasche bewässert wurden, grundsätzlich um die Oberfläche dieser Tasche herumwuchsen, unabhängig von der Natur und Art der Pflanze und des verwendeten Topfes. Die Form der Wurzeln in diesen Experimenten 1, 2, 5, 6, 9 und 10 bestand aus einer matten Struktur mit einigen groben und einigen feinen Wurzeln, welche der Oberfläche der Tasche folgen, aber ohne das Material der Tasche zu durchdringen.

Im Gegensatz dazu wuchsen die Wurzeln der Pflanzen, welche auf eine herkömmliche Art und Weise bewässert wurden, in einer Art, welche alle Bereiche des Erdbodens für die Aufnahme von Wasser und von Nährstoffen erforschte.

TABELLE 3 Ausgewählte Experimente, um die Morphologie der Wurzeln auszuwerten (Beispiel 2)

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Abänderung des Wachstums von Pflanzenwurzeln, indem man die Wurzeln in der Nähe einer Membran aufwachsen lässt, aus welcher während des Wachstums der Wurzeln (30) eine Versorgung mit Wasser stattfindet, wobei die Membran aus einer hydrophilen, nicht porösen Membran (5) besteht.
  2. Verfahren gemäß Anspruch 1, bei welchem die Membran (5) die Hauptquelle für Wasser während des Wachstums der Wurzeln (30) darstellt.
  3. Verfahren gemäß Anspruch 2, bei welchem die Membran (5) im Wesentlichen die einzige Wasserquelle während des Wachstums der Wurzeln (30) darstellt.
  4. Verfahren gemäß irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die sich entwickelnde Pflanze in einem Wachstumsmedium gehalten wird.
  5. Verfahren gemäß Anspruch 4, bei welchem das sich entwickelnde Wurzelsystem und das unterstützende Wachstumsmedium in einem undurchlässigen Material eingeschlossen sind, von dem mindestens ein Teil eine hydrophile, nicht poröse Membran (5) derart umfasst, dass Wasser im Wesentlichen nur die Wurzeln (30) erreichen kann, indem es durch die hydrophile, nicht poröse Membran (5) hindurch tritt.
  6. Verfahren gemäß irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die Pflanze und die Membran (5) so angeordnet sind, dass, wenn die Pflanze erst einmal gewachsen ist, mindestens 25 Gew.-% der gewachsenen Wurzeln (30) sich in Kontakt mit der Membran (5) befinden oder innerhalb eines Bereiches von 10 mm von der Membran (5) stehen.
  7. Verfahren gemäß Anspruch 6, bei welchem sich mindestens 50 Gew.-% der gewachsenen Wurzeln (30) in Kontakt mit der Membran (5) befinden oder innerhalb eines Bereiches von 10 mm von der Membran (5) stehen.
  8. Verfahren gemäß Anspruch 7, bei welchem sich mindestens 75 Gew.-% der gewachsenen Wurzeln (30) in Kontakt mit der Membran (5) befinden oder innerhalb eines Bereiches von 10 mm von der Membran (5) stehen.
  9. Verfahren gemäß Anspruch 8, bei welchem die hydrophile Membran (5) ein Polymer umfasst, welches ausgewählt wird unter Copolyetheresterelastomeren, Polyetherblockpolyamiden, Polyetherurethanen, Homopolymeren oder Copolymeren von Polyvinylalkohol oder Mischungen derselben oder eine Mischung aus zwei oder mehr Copolyetheresterelastomeren.
  10. Verfahren gemäß Anspruch 9, bei welchem die hydrophile Membran (5) ein oder mehrere Copolyetheresterelastomere aufweist, die eine Mehrzahl von wiederkehrenden, langkettigen Estereinheiten und kurzkettigen Estereinheiten umfassen, welche Kopf-an-Fuß durch Esterverbindungen miteinander verbunden sind, wobei jene langkettigen Estereinheiten dargestellt sind durch die Formel:
    und jene kurzkettigen Estereinheiten dargestellt sind durch die Formel:
    in denen:

    G ein zweiwertiges Radikal ist, welches übrig bleibt nach der Entfernung der Hydroxylendgruppen aus einem Poly(alkylenoxid)glycol mit einem zahlenmäßigen Durchschnittsmolekulargewicht von etwa 400–4000;

    R ein zweiwertiges Radikal ist, welches übrig bleibt nach der Entfernung von Carboxylgruppen aus einer Dicarboxylsäure mit einem Molekulargewicht von weniger als 300;

    D ein zweiwertiges Radikal ist, welches übrig bleibt nach der Entfernung von Hydroxylgruppen aus einem Diol mit einem Molekulargewicht von weniger als 250;

    das Copolyetherester 0–68 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Copolyetheresters, an Ethylenoxidgruppen enthält, welche in die langkettigen Estereinheiten des Copolyetheresters eingebunden sind; und

    das Copolyetherester etwa 25–80 Gew.-% an kurzkettigen Estereinheiten enthält.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com