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Dokumentenidentifikation DE69732712T2 13.04.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0000944645
Titel INHIBITOREN DES INTERLEUKIN-1beta KONVERTIERENDEN ENZYMS
Anmelder Vertex Pharmaceuticals Inc., Cambridge, Mass., US
Erfinder GOLEC, M., Julian, Swindon, GB;
LAUFFER, J., David, Stow, US;
LIVINGSTON, J., David, Newtonville, US;
MULLICAN, D., Michael, Needham, US;
MURCKO, A., Mark, Holliston, US;
NYCE, L., Philip, Millbury, US;
ROBIDOUX, L., Andrea, Andover, US;
WANNAMAKER, W., Marion, Stow, US
Vertreter Vossius & Partner, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69732712
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 05.12.1997
EP-Aktenzeichen 979545316
WO-Anmeldetag 05.12.1997
PCT-Aktenzeichen PCT/US97/22289
WO-Veröffentlichungsnummer 0098024805
WO-Veröffentlichungsdatum 11.06.1998
EP-Offenlegungsdatum 29.09.1999
EP date of grant 09.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.04.2006
IPC-Hauptklasse C07K 5/023(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A61K 38/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]
TECHNISCHER BEREICH DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung betrifft neue Klassen von Verbindungen, welche Hemmstoffe des Interleukin-1&bgr; konvertierenden Enzyms („ICE") sind. Diese Erfindung betrifft auch Arzneimittel, welche diese Verbindungen umfassen. Die erfindungsgemäßen Verbindungen und Arzneimittel sind besonders gut für die Hemmung von ICE-Aktivität geeignet und können folglich vorteilhafterweise als Mittel gegen Interleukin-1- („IL-1"), durch Apoptose, Interferon-&ggr; induzierendem Faktor- (IGIF), Interferon-&ggr;- („IFN-&ggr;") vermittelte Erkrankungen/Krankheiten, Krankheiten, die auf übermäßigem Alkoholgenuss beruhen, oder Viruserkrankungen, einschließlich Entzündungserkrankungen, Autoimmunkrankheiten, die Knochen angreifende Störungen, proliferative Störungen, Infektionskrankheiten und degenerative Erkrankungen, verwendet werden. Diese Erfindung betrifft auch Verfahren zur Hemmung von ICE-Aktivität und zur Verminderung von IGIF-Produktion und IFN-&ggr;-Produktion und Verfahren zur Behandlung von Interleukin-1-, durch Apoptose und Interferon-&ggr;-vermittelten Erkrankungen/Krankheiten unter Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen und Zusammensetzungen. Diese Erfindung betrifft auch Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Interleukin 1 („IL-1") ist ein Hauptprotein der Förderung von Entzündung und der Immunregulation, welches die Fibroblastdifferenzierung und -proliferation, die Produktion von Prostaglandinen, Kollagenase und Phospholipase durch Synovialzellen und Chondrocyten, die Basophil- und Eosinophil-Degranulation und die Neutrophil-Aktivierung stimuliert. Oppenheim, J. H. et al., Immunology Today, 7, S. 45–56 (1986). Als solches ist es in die Pathogenese von chronischen und akuten Entzündungserkrankungen und Autoimmunkrankheiten einbezogen. Zum Beispiel bei rheumatoider Arthritis ist IL-1 sowohl ein Mediator von Entzündungssymptomen als auch von der Zerstörung des Knorpelproteoglycans bei betroffenen Gelenken. Wood, D. D. et al., Arthritis Rheum., 26, S. 975 (1983); Pettipher, E. J. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A., 71, S. 295 (1986); Arend, W. P. und Dayer, J. M., Arthritis Rheum., 38, S. 151 (1995). IL-1 ist auch ein hoch wirksames Knochenresorptionsmittel. Jandiski, J. J., J. Oral Path; 17, S. 145 (1988); Dewhirst, F. E. et al., J. Immunol., 8, S. 2562 (1985). Es wird alternativ als „Osteoklast aktivierender Faktor" bei die Knochen angreifenden Erkrankungen wie Osteoarthritis und multiples Myelom bezeichnet. Bataille, R. et al., Int. J. Clin. Lab. Res., 21(4), S. 283 (1992). Bei bestimmten proliferativen Störungen wie akuter myeloischer Leukämie und multiplem Myelom kann IL-1 Tumorzellenwachstum und -adhäsion fördern. Bani, M. R., J. Natl. Cancer Inst., 83, S. 123 (1991); Vidal-Vanaclocha, F., Cancer Res., 54, S. 2667 (1994). Bei diesen Störungen stimuliert IL-1 auch die Produktion von anderen Cytokinen wie IL-6, welches die Tumorentwicklung modulieren kann (Tartour et al., Cancer Res., 54, S. 6243 (1994)). IL-1 wird überwiegend durch periphere Blutmonocyten als Teil der Entzündungsantwort hergestellt und kommt in zwei unterschiedlichen Agonistformen, IL-1&agr; und IL-1&bgr;, vor. Mosely, B. S. et al., Proc. Nat. Acad. Sci., 84, S. 4572–4576 (1987); Lonnemann, G. et al., Eur. J. Immunol., 19, S. 1531–1536 (1989).

IL-1&bgr; wird als ein biologisch inaktiver Vorläufer pIL-1&bgr; synthetisiert. pIL-1&bgr; weist keine herkömmliche Leadersequenz auf und wird nicht durch eine Signalpeptidase prozessiert. March, C. J., Nature, 315, S. 641–647 (1985). pIL-1&bgr; wird anstelle durch das Interleukin-1&bgr; konvertierende Enzym („ICE") zwischen Asp-116 und Ala-117 gespalten, um das biologisch aktive C-terminale Fragment herzustellen, das im Serum und in der Synovialflüssigkeit des Menschen gefunden wird. Sleath, P. R. et al., J. Biol. Chem., 265, S. 14526–14528 (1992); Howard, A. D. et al., J. Immunol., 147, S. 2964–2969 (1991). ICE ist eine Cysteinprotease, welche primär in Monocyten lokalisiert ist. Es wandelt das Vorläufer-IL-1&bgr; in die reife Form um. Black, R. A. et al., FEBS Lett., 247, S. 386–390 (1989); Kostura, M. J. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A., 86, S. 5227–5231 (1989). Eine Prozessierung durch ICE ist auch für den Transport des reifen IL-1&bgr; durch die Zellmembran notwendig.

Auch scheint es, dass ICE oder seine Homologen in die Regulation des programmierten Zelltodes oder der Apoptose einbezogen sind. Yuan, J. et al., Cell, 75, S. 641–652 (1993); Miura, M. et al., Cell, 75, S. 653–660 (1993); Nett-Fiordalisi, M. A. et al., J. Cell Biochem., 17B, S. 117 (1993). Man nimmt an, dass insbesondere ICE oder ICE-Homologe mit der Regulation der Apoptose bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer-Krankheit und Parkinson-Krankheit zusammenhängen. Marx, J. und Baringa, M., Science, 259, S. 760–762 (1993); Gagliardini, V. et al., Science, 263, S. 826–828 (1994). Therapeutische Anwendungen zur Hemmung von Apoptose können die Behandlung von Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit, Schlaganfall, Myocardinfarkt, spinaler Atrophie und Altern einschließen.

Es wurde gezeigt, dass ICE in bestimmten Gewebetypen die Apoptose (den programmierten Zelltod) vermittelt. Steller, H., Science, 267, S. 1445 (1995); Whyte, M. und Evan, G., Nature, 376, S. 17 (1995); Martin, S. J. und Green, D. R., Cell, 82, S. 349 (1995); Alnemri, E. S. et al., J. Biol. Chem., 270, S. 4312 (1995); Yuan, J. Curr. Opin. Cell Biol., 7, S. 211 (1995). Einer transgenen Maus mit einem Bruch im ICE-Gen mangelt es an Fas-vermittelter Apoptose (Kuida, K. et al., Science, 267, S. 2000 (1995)). Diese Aktivität von ICE ist verschieden von seiner Rolle als das Prozessierungsenzym für pro-IL-1&bgr;. Es ist vorstellbar, dass bei bestimmten Gewebetypen eine Hemmung von ICE die Sekretion von reifem IL-1&bgr; nicht beeinflussen kann, aber die Apoptose hemmen kann.

Enzymatisch aktives ICE wurde früher als ein Heterodimer beschrieben, welches aus zwei Untereinheiten, p20 und p10 (20 kDa bzw. 10 kDa Molekulargewicht), besteht. Diese Untereinheiten sind von einem 45 kDa Proenzym (p45) über eine p30-Form durch einen Aktivierungsmechanismus, welcher autokatalytisch ist, abgeleitet. Thornberry, N. A. et al., Nature, 356, S. 768–774 (1992). Das ICE-Proenzym wurde in mehrere funktionelle Domänen unterteilt: eine Prodomäne (p14), eine p22/20-Untereinheit, einen Polypeptidlinker und eine p10-Untereinheit. Thornberry et al., vorstehend; Casano et al., Genomics, 20, S. 474–481 (1994).

Das p45 in der gesamten Länge wurde über seine cDNA und Aminosäuresequenzen charakterisiert. PCT-Patentanmeldungen WO 91/15577 und WO 94/00154. Die cDNA und Aminosäuresequenzen von p20 und p10 sind auch bekannt. Thornberry et al., vorstehend. Die ICEs von Maus und Ratte wurden auch sequenziert und cloniert. Sie weisen eine hohe Aminosäure- und Nucleinsäure-Sequenzhomologie zum ICE des Menschen auf. Miller, D. K. et al., Ann. N. Y. Acad. Sci., 696, S. 133–148 (1993); Molineaux, S. M. et al., Proc. Nat. Acad. Sci., 90, S. 1809–1813 (1993). Die dreidimensionale Struktur von ICE wurde über atomare Auflösung durch Röntgenkristallographie bestimmt. Wilson, K. P. et al., Nature, 370, S. 270–275 (1994). Das aktive Enzym existiert als ein Tetramer von zwei p20- und zwei p10-Untereinheiten.

Zusätzlich existieren Homologe des ICE des Menschen mit Sequenzähnlichkeiten in den Bereichen der aktiven Stellen der Enzyme. Solche Homologe schließen TX (oder ICErel-II oder ICH-2) (Faucheu et al., EMBO J., 14, S. 1914 (1995); Kamens J. et al., J. Biol. Chem., 270, S. 15250 (1995); Nicholson et al., J. Biol. Chem., 270, S. 15870 (1995)), TY (oder ICErel-III) (Nicholson et al., J. Biol. Chem., 270, S. 15870 (1995)); ICH-1 (oder Nedd-2) (Wang, L. et al., Cell, 78, S. 739 (1994)), MCH-2, (Fernandes-Alnemri, T. et al., Cancer Res., 55, S. 2737 (1995)), CPP32 (oder YAMA oder Apopain) (Fernandes-Alnemri, T. et al., J. Biol. Chem., 269, S. 30761 (1994); Nicholson, D. W. et al., Nature, 376, S. 37 (1995)) und CMH-1 (oder MCH-3) (Lippke, et al., J. Biol. Chem., (1996); Fernandes-Alnemri, T. et al., Cancer Res., (1995)) ein. Jedes dieser ICE-Homologen sowie ICE selbst sind in der Lage die Apoptose zu induzieren, wenn sie in transfizierten Zelllinien überexprimiert werden. Eine Hemmung von einem oder mehreren dieser Homologen mit dem Peptidyl-ICE-Hemmstoff Tyr-Val-Ala-Asp-Chlormethylketon resultiert in einer Hemmung der Apoptose bei primären Zellen oder Zelllinien. Lazebnik et al., Nature, 371, S. 346 (1994). Die hier beschriebenen Verbindungen sind auch zur Hemmung von einem oder mehreren Homologen von ICE in der Lage. Deshalb können diese Verbindungen zur Hemmung der Apoptose in Gewebetypen verwendet werden, welche ICE-Homologe enthalten.

Der Interferon-gamma induzierende Faktor (IGIF) ist ein Polypeptid mit ungefähr 18 kDa, das die Interferon-gamma (IFN-&ggr;)-Produktion durch T-Zellen stimuliert. IGIF wird durch aktivierte Kupffer-Zellen und Makrophagen in vivo hergestellt und wird aus solchen Zellen über Endotoxinstimulation hinaus befördert. Folglich würde eine Verbindung, welche die IGIF-Produktion vermindert, als ein Hemmstoff einer solchen T-Zellen-Stimulation nützlich sein, was seinerseits die Ausmaße der IFN-&ggr;-Produktion durch jene Zellen verringern würde.

IFN-&ggr; ist ein Cytokin mit Immunmodulatorwirkungen an einer Vielzahl von Immunzellen. Insbesondere ist IFN-&ggr; in die Makrophagenaktivierung und Th1-Zellselektion einbezogen (Belardelli, F. APMIS, 103, S. 161 (1995)). IFN-&ggr; übt seine Wirkungen teilweise durch eine Modulation der Expression von Genen über die STAT- und IRF-Wege aus (Schindler, C. und Darnell, J. E., Ann. Rev. Biochem., 64, S. 621 (1995); Taniguchi, T., J. Cancer Res. Clin. Oncol., 121, S. 516 (1995)).

Mäuse ohne IFN-&ggr; oder seinem Rezeptor weisen multiple Schäden bei der Immunzellfunktion auf und sind gegenüber einem Endotoxinschock resistent (Huang, S. et al., Science, 259, S. 1742 (1993); Dalton, D. et al., Science, 259, S. 1739 (1993); Car, B.D. et al., J. Exp. Med., 179, S. 1437 (1994)). Es scheint, dass IGIF zusammen mit IL-12 ein wirksamer Induktor der IFN-&ggr;-Produktion durch T-Zellen ist (Okamura, H. et al., Infection and Immunity, 63, S. 3966 (1995); Okamura, H. et al., Nature, 378, S. 88 (1995); Ushio, S. et al., J. Immunol., 156, S. 4274 (1996)).

Es zeigte sich, dass IFN-&ggr; zu der Pathologie beiträgt, welche mit einer Vielzahl von Entzündungs-, Infektions- und Autoimmunstörungen und -erkrankungen zusammenhängt. Folglich wären Verbindungen, welche zur Verminderung der IFN-&ggr;-Produktion in der Lage sind, zur Verbesserung der Wirkungen von mit IFN-&ggr; in Beziehung stehenden Pathologien nützlich.

IGIF wird als ein Vorläuferprotein, welches als „pro-IGIF" bezeichnet wird, synthetisiert. Vor kurzem wurden ICE und andere Mitglieder der ICE/CED-3-Familie mit der Umwandlung von pro-IGIF zu IGIF oder zur IFN-&ggr;-Produktion in vivo in Zusammenhang gebracht (siehe PCT-Patentanmeldung WO 97/22619, welche hier durch Bezugnahme aufgenommen ist).

Demgemäß wären Zusammensetzungen und Verfahren, welche zur Regulierung der Umwandlung von pro-IGIF zu IGIF in der Lage sind, für eine Verminderung der IGIF- und IFN-&ggr;-Produktion in vivo nützlich und folglich für eine Verbesserung der nachteiligen Wirkungen dieser Proteine, welche zu Störungen und Erkrankungen beim Menschen beitragen.

ICE-Hemmstoffe stellen eine Klasse von Verbindungen dar, welche für die Kontrolle von Entzündung oder Apoptose oder beidem nützlich sind. Peptid- und Peptidyl-Hemmstoffe von ICE wurden beschrieben. PCT-Patentanmeldungen WO 91/15577; WO 93/05071; WO 93/09135; WO 93/14777 und WO 93/16710; und Europäische Patentanmeldung 0 547 699. Es wurde beobachtet, dass solche Peptidyl-Hemmstoffe von ICE die Produktion von reifem IL-1&bgr; in einem Mäusemodell für Entzündung (siehe nachstehend) blockieren und das Wachstum von Leukämiezellen in vitro unterdrücken (Estrov et al., Blood, 84, S. 380a (1994)). Aufgrund ihrer peptidischen Natur sind solche Hemmstoffe jedoch typischerweise durch unerwünschte pharmakologische Eigenschaften wie schlechte Zellpenetration und Zellaktivität, schlechte orale Absorption, schlechte Stabilität und schneller Metabolismus charakterisiert. Plattner, J. J. und Norbeck, D. W., in Drug Discovery Technologies, Clark, C. R. und Moos, W. H. Herausg. (Ellis Horwood, Chichester, England, 1990), S. 92–126. Dies hat ihre Entwicklung zu wirksamen Arzneistoffen behindert.

Es wurde auch berichtet, dass Nicht-Peptidyl-Verbindungen ICE in vitro hemmen. PCT-Patentanmeldung WO 95/26958; US Patent 5,552,400; Dolle et al., J. Med. Chem., 39, S. 2438–2440 (1996). Jedoch ist nicht klar, ob diese Verbindungen die geeigneten pharmakologischen Profile aufweisen, um therapeutisch nützlich zu sein.

Zusätzlich sind gegenwärtige Verfahren zur Herstellung von solchen Verbindungen nicht vorteilhaft. Diese Verfahren verwenden Tributylzinnhydrid, ein toxisches, feuchtigkeitsempfindliches Reagenz. Folglich sind diese Verfahren zur Durchführung nicht geeignet, stellen ein Gesundheitsrisiko dar und erzeugen Probleme bei der Entsorgung des toxischen Abfalls. Darüber hinaus ist es schwierig, Verbindungen, welche über diese Verfahren hergestellt wurden, zu reinigen. Ein bevorzugtes Verfahren zur Herstellung von Verbindungen wie die erfindungsgemäßen ICE-Hemmstoffe wurde in der PCT-Patentanmeldung WO 97/22619, welche hier durch Bezugnahme aufgenommen ist, beschrieben.

Demgemäß besteht der Bedarf für Verbindungen, welche wirksam die Wirkung von ICE in vivo hemmen können, zur Verwendung als Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von chronischen und akuten Formen von IL-1-vermittelten Krankheiten, von durch Apoptose, IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankungen/Krankheiten sowie von Entzündungs-, Autoimmun-, die Knochen angreifenden, proliferativen, Infektions- oder degenerativen Erkrankungen/Krankheiten. Es besteht auch der Bedarf für Verfahren zur Herstellung von solchen Verbindungen.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung stellt neue Klassen von Verbindungen und pharmazeutisch verträgliche Derivate davon, welche als Hemmstoffe von ICE nützlich sind, bereit. Diese Verbindungen können alleine oder in Kombination mit anderen therapeutischen oder prophylaktischen Mitteln wie Antibiotika, Immunmodulatoren oder anderen entzündungshemmenden Mitteln zur Behandlung oder Prophylaxe von Erkrankungen/Krankheiten, welche über IL-1, durch Apoptose, IGIF oder IFN-&ggr; vermittelt werden, verwendet werden. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die erfindungsgemäßen Verbindungen in der Lage, an die aktive Stelle von ICE zu binden und die Aktivität dieses Enzyms zu hemmen. Zusätzlich weisen sie eine verbesserte zelluläre Wirksamkeit, verbesserte Pharmakokinetiken und/oder verbesserte orale Bioverfügbarkeit verglichen mit Peptidyl-ICE-Hemmstoffen auf.

Es ist eine Grundaufgabe dieser Erfindung, neue Klassen von Verbindungen, welche Hemmstoffe von ICE sind, bereit zu stellen, dargestellt durch die Formel:

wobei die verschiedenen Substituenten hier beschrieben werden.

Es ist eine weitere Aufgabe dieser Erfindung, neue Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen und von verwandten Verbindungen bereit zu stellen.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

Damit die hier beschriebene Erfindung besser verstanden wird, wird die folgende detaillierte Beschreibung dargelegt.

Die folgenden Abkürzungen und Definitionen werden in der Anmeldung verwendet. Abkürzungen Ac2O Essigsäureanhydrid n-Bu normal-Butyl DMF Dimethylformamid DIEA N,N-Diisopropylethylamin EDC 1-(3-Dimethylaminopropyl)-3-ethylcarbodiimid-Hydrochlorid Et2O Diethylether EtOAc Ethylacetat Fmoc 9-Fluorenylmethoxycarbonyl HBTU O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N,N'-tetramethyluroniumhexafluorphosphat HOBT 1-Hydroxybenzotriazol-Hydrat MeOH Methanol TFA Trifluoressigsäure

Die Ausdrücke „HBV", „HCV" und „HGV" betreffen Hepatitis-B-Virus, Hepatitis-C-Virus bzw. Hepatitis-G-Virus.

Der Ausdruck „Ki" betrifft ein numerisches Maß der Wirksamkeit einer Verbindung bei der Hemmung der Aktivität eines Zielenzyms wie ICE. Niedrigere Werte von Ki zeigen eine höhere Wirksamkeit. Der Ki-Wert wird abgeleitet durch Anpassen von experimentell bestimmten Geschwindigkeitsdaten an Standardgleichungen für Enzymkinetik (siehe Segel, I. H., Enzyme Kinetics, Wiley-Interscience, 1975).

Der Ausdruck „Interferon-gamma induzierender Faktor" oder „IGIF" betrifft einen Faktor, welcher zur Stimulierung der endogenen Produktion von IFN-&ggr; in der Lage ist.

Der Ausdruck „ICE-Hemmstoff" betrifft eine Verbindung, welche zur Hemmung von einem oder mehreren Enzymen, ausgewählt aus ICE und ICE-Homologen, in der Lage ist. Die ICE-Hemmung kann unter Verwendung der hier beschriebenen und durch Bezugnahme aufgenommenen Verfahren bestimmt werden. Der Fachmann erkennt, dass ein in vivo-ICE-Hemmstoff nicht notwendigerweise ein in vitro-ICE-Hemmstoff ist. Zum Beispiel zeigt eine Prodrug-Form einer Verbindung typischerweise wenig oder keine Aktivität in in vitro-Tests. Solche Prodrug-Formen können durch metabolische oder andere biochemische Vorgänge im Patienten verändert werden, um einen in vivo-ICE-Hemmstoff bereit zu stellen.

Der Ausdruck „Cytokin" betrifft ein Molekül, welches Wechselwirkungen zwischen Zellen vermittelt.

Der Ausdruck „Zustand" betrifft jedwede Erkrankung/Krankheit, Störung oder Wirkung, welche nachteilige biologische Folgen bei einem Empfänger hervorrufen.

Der Ausdruck „Empfänger" betrifft ein Tier oder eine oder mehrere Zellen, welche sich von einem Tier ableiten. Bevorzugt ist das Tier ein Säuger, am stärksten bevorzugt ein Mensch. Die Zellen können in jedweder Form vorliegen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, in Gewebe verbliebene Zellen, Zellcluster, immortalisierte Zellen, tranfizierte oder transformierte Zellen und von einem Tier abgeleitete Zellen, welche physisch oder phänotypisch verändert wurden.

Der Ausdruck „Patient", wie in dieser Anmeldung verwendet, betrifft jedweden Säuger, bevorzugt Menschen.

Der Ausdruck „Alkyl" betrifft einen geradkettigen oder verzweigten, gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoff, welcher 1 bis 6 Kohlenstoffatome enthält.

Der Ausdruck „Alkenyl" betrifft einen geradkettigen oder verzweigten, ungesättigten Kohlenwasserstoff, welcher 2 bis 6 Kohlenstoffatome enthält.

Der Ausdruck „Cycloalkyl" betrifft ein mono- oder polycyclisches, nicht-aromatisches Kohlenwasserstoff-Ringsystem, welches gegebenenfalls ungesättigte Bindungen in dem Ringsystem enthalten kann. Beispiele schließen Cyclohexyl, Adamantyl oder Norbornyl ein.

Der Ausdruck „Aryl" betrifft ein mono- oder polycyclisches Ringsystem, welches 6, 10, 12 oder 14 Kohlenstoffatome enthält, wobei mindestens ein Ring des Ringsystems aromatisch ist. Die Arylreste dieser Erfindung sind gegebenenfalls einfach oder mehrfach mit R17 substituiert. Beispiele von Aryl-Ringsystemen schließen Phenyl, Naphthyl und Tetrahydronaphthyl ein.

Der Ausdruck „Heteroaryl" betrifft ein mono- oder polycyclisches Ringsystem, welches 1 bis 15 Kohlenstoffatome und 1 bis 4 Heteroatome enthält und wobei mindestens ein Ring des Ringsystems aromatisch ist. Heteroatome sind Schwefel, Stickstoff oder Sauerstoff. Die Heteroarylreste dieser Erfindung sind gegebenenfalls einfach oder mehrfach mit R17 substituiert.

Der Ausdruck „heterocyclisch" betrifft ein mono- oder polycyclisches Ringsystem, welches 1 bis 15 Kohlenstoffatome und 1 bis 4 Heteroatome enthält, wobei das mono- oder polycyclische Ringsystem gegebenenfalls ungesättigte Bindungen enthalten kann, aber nicht aromatisch ist. Heteroatome sind unabhängig Schwefel, Stickstoff oder Sauerstoff.

Der Ausdruck „Alkylaryl" betrifft einen Alkylrest, wobei ein Wasserstoffatom des Alkylrests durch einen Arylrest ersetzt ist.

Der Ausdruck „Alkylheteroaryl" betrifft einen Alkylrest, wobei ein Wasserstoffatom des Alkylrests durch einen Heteroarylrest ersetzt ist.

Der Ausdruck „substituieren" betrifft das Ersetzen eines Wasserstoffatoms in einer Verbindung mit einem Substituentenrest.

Der Ausdruck „geradkettig" betrifft einen fortlaufenden unverzweigten Strang von kovalent gebundenen Atomen. Die gerade Kette kann substituiert sein, aber diese Substituenten sind kein Teil der geraden Kette.

Der Ausdruck „Patient", wie in dieser Anmeldung verwendet, betrifft jedweden Säuger, bevorzugt Menschen.

In chemischen Formeln werden hier Klammern verwendet, um die Konnektivität in Molekülen oder Resten anzuzeigen. Insbesondere werden Klammern verwendet, um anzuzeigen: 1) dass mehr als ein Atom oder Rest an ein besonderes Atom gebunden sind; oder 2) einen Verzweigungspunkt (d.h. das Atom direkt vor der offenen Klammer ist sowohl an das Atom oder den Rest in der Klammer als auch das Atom oder den Rest direkt nach der geschlossenen Klammer gebunden). Ein Beispiel der ersten Verwendung ist „-N(Alkyl)2", welches anzeigt, dass zwei Alkylreste an ein N-Atom gebunden sind. Ein Beispiel der zweiten Verwendung ist „-C(O)NH2", welches anzeigt, dass sowohl eine Carbonylgruppe als auch eine Aminogruppe („NH2") an das angegebene Kohlenstoffatom gebunden sind. Eine Gruppe „-C(O)NH2" kann in anderer Weise dargestellt werden, einschließlich durch die folgende Struktur:

Wo notwendig, werden andere Definitionen in der Beschreibung dargelegt.

Erfindungsgemäße Verbindungen

Die Verbindungen einer erfindungsgemäßen Ausführungsform (A) sind jene der Formel (I):

wobei

Y
ist,

mit der Maßgabe, dass, falls R5 -OH ist, Y dann auch
sein kann;

C eine Benzoeinheit ist, wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an ein beliebiges Ringatom gebunden ist, gegebenenfalls durch -R4 ersetzt ist;

R1 -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

R2 eine Bindung, -C(O)-, -C(O)C(O)-, -S(O)2-, -OC(O)-, -N(H)C(O)-, -N(H)S(O)2-, -N(H)C(O)C(O)-, -CH=CHC(O)-, -OCH2C(O)-, -N(H)CH2C(O)-, -N(R19)C(O)-, -N(R19)S(O)2-, -N(R19)C(O)C(O)- oder -N(R19)CH2C(O)- darstellt, mit der Maßgabe, dass, wenn R2 keine Bindung darstellt, R2 dann an den NH-Rest gebunden ist, welcher durch eine Carbonyl- oder Sulfonylgruppe mit dem 7-gliedrigen Ring verbunden ist;

R3 -Aryl-, -Heteroaryl-, -Cycloalkyl-, -Alkyl, -N(Alkyl)2,
darstellt;

R4 -NH2 oder -N(H)C(O)H darstellt;

R5 -OH, -OR8 oder -N(H)OH darstellt;

R6 -H, -CH2OR9, -CH2SR10, -CH2N(H)R9, -CH2N(R9)R12, -C(H)N2, -CH2F, -CH2Cl, -C(O)N(R11)R12, -R13 oder -R14 darstellt;

R8 -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen -Alkylheterocyclus darstellt;

R9 -H, -C(O)Aryl, -C(O)Heteroaryl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -Aryl, -Heteroaryl oder -P(O)R15R16 darstellt;

R10 -Alkylaryl, -Aryl, -Heteroaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

jeder Rest R11 und R12 unabhängig -H, -Alkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

R13 -Alkylaryl, -Alkenylaryl, -Alkinylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

R14
darstellt,

wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an (i) gebunden ist, gegebenenfalls mit R17 ersetzt ist und jeder beliebige Wasserstoff, der an (ii) gebunden ist, gegebenenfalls mit R17, R18 oder R20 ersetzt ist;

jeder Rest R15 und R16 unabhängig -H, -OH, -Alkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -OAlkyl, -OAryl, -OHeteroaryl, -OAlkylaryl oder -OAlkylheteroaryl darstellt;

R17 -OH, -F, -Cl, -Br, -I, NO2, -CN, -NH2, -CO2H, -C(O)NH2, -N(H)C(O)H, -N(H)C(O)NH2, -SO2NH2, -C(O)H, -Alkyl, -Cycloalkyl, -Perfluoralkyl, -O-Alkyl, -N(H)Alkyl, -N(Alkyl)2, -CO2Alkyl, -C(O)N(H)Alkyl, -C(O)N(Alkyl)2, -N(H)C(O)Alkyl, -N(H)C(O)N(H)Alkyl, -N(H)C(O)N(Alkyl)2, -S(O2)N(H)Alkyl, -S(O2)N(Alkyl)2, -S-Alkyl, -S(O2)Alkyl oder -C(O)Alkyl darstellt;

R18 -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -O-Aryl, -O-Heteroaryl, -O-Alkylaryl, -O-Alkylheteroaryl, -N(H)Aryl, -N(Aryl)2, -N(H)Heteroaryl, -N(Heteroaryl)2, -N(H)Alkylaryl, -N(Alkylaryl)2, -N(H)Alkylheteroaryl, -N(Alkylheteroaryl)2, -S-Aryl, -S-Heteroaryl, -S-Alkylaryl, -S-Alkylheteroaryl, -C(O)Aryl, -C(O)Heteroaryl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, -CO2Aryl, -CO2Heteroaryl, -CO2Alkylaryl, -CO2Alkylheteroaryl, -C(O)N(H)Aryl, -C(O)N(Aryl)2, -C(O)N(H)Heteroaryl, -C(O)N(Heteroaryl)2, -C(O)N(H)Alkylaryl, -C(O)N(Alkylaryl)2, -C(O)N(H)Alkylheteroaryl, -C(O)N(Alkylheteroaryl)2, -S(O)2Aryl, -S(O)2Heteroaryl, -S(O)2Alkylaryl, -S(O)2Alkylheteroaryl, -S(O)2N(H)Aryl, -S(O)2N(H)Heteroaryl, -S(O)2N(H)Alkylaryl, -S(O)2N(H)Alkylheteroaryl, -S(O)2N(Aryl)2, -S(O)2N(Heteroaryl)2, -S(O)2N(Alkylaryl)2, -S(O)2N(Alkylheteroaryl)2, -N(H)C(O)N(H)Aryl, -N(H)C(O)N(H)Heteroaryl, -N(H)C(O)N(H)Alkylaryl, -N(H)C(O)N(H)Alkylheteroaryl, -N(H)C(O)N(Aryl)2, -N(H)C(O)N(Heteroaryl)2, -N(H)C(O)N(Alkylaryl)2, -N(H)C(O)N(Alkylheteroaryl)2 darstellt;

R19 -H, -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen -Alkylheterocyclus darstellt;

R20 -Alkyl-R18 darstellt;

m gleich 0 oder 1 ist; und

X ein Sauerstoff- oder Schwefelatom darstellt.

Die Verbindungen einer anderen erfindungsgemäßen Ausführungsform (B) sind jene der Formel (II):

wobei Y gleich
ist;

R7 -C(O)Alkyl, -C(O)Cycloalkyl, -C(O)Alkenyl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, einen -C(O)Heterocyclus oder -C(O)Alkylheterocyclus darstellt; und die anderen Substituenten wie vorstehend beschrieben sind.

Bevorzugte Verbindungen der Ausführungsformen (A) und (B) sind jene, wobei:

C eine Benzoeinheit ist, wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an ein beliebiges Ringatom gebunden ist, gegebenenfalls durch R4 ersetzt ist.

Stärker bevorzugte Verbindungen der Ausführungsformen (A) und (B) sind jene, wobei:

Y

darstellt;

C eine Benzoeinheit darstellt;

R1 -Phenyl, Naphthyl oder -Isochinolinyl darstellt, wobei R17 -OH, -NH2, -Cl, -F, -OAlkyl oder -N(Alkyl)2 darstellt;

R2 -C(O)-, -S(O)2-, -C(O)C(O)- oder -CH2C(O)- darstellt;

R3 -Methyl, -Ethyl, -n-Propyl, -Isopropyl, -Phenyl, -2-Pyridinyl, -3-Pyridinyl, -4-Pyridinyl oder -Thiazolyl darstellt;

R5 -OH darstellt;

R6 -H oder -R14 darstellt, wobei X ein Sauerstoffatom bedeutet; mit der Maßgabe, dass, wenn -R14 (i) bedeutet, R17 -OAlkyl, -F oder -Cl darstellt, und mit der Maßgabe, dass, wenn -R14 (ii) bedeutet, R18 -Aryl darstellt, wobei Aryl Phenyl ist;

R7 -C(O)Alkyl darstellt;

R8 -Methyl, -Ethyl, -n-Propyl, -Isopropyl, -Cyclopentyl, -Phenethyl oder -Benzyl darstellt;

X ein Sauerstoffatom bedeutet; oder

m gleich 0 ist.

Bevorzugte Verbindungen der erfindungsgemäßen Ausführungsform (A) schließen die folgenden ein, sind aber nicht darauf beschränkt:

Wir bevorzugen nun Verbindungen der Ausführungsformen (C) und (D). Die Verbindungen der erfindungsgemäßen Ausführungsform (C) sind jene der Formel (III):

wobei

Y
ist,

mit der Maßgabe, dass, falls R5 -OH ist, Y dann auch
sein kann;

C eine Benzoeinheit ist, wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an ein beliebiges Ringatom gebunden ist, gegebenenfalls durch -R4 ersetzt ist;

R1 -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

R2 eine Bindung, -C(O)-, -C(O)C(O)-, -S(O)2-, -OC(O)-, -N(H)C(O)-, -N(H)S(O)2-, -N(H)C(O)C(O)-, -CH=CHC(O)-, -OCH2C(O)-, -N(H)CH2C(O)-, -N(R19)C(O)-, -N(R19)S(O)2-, -N(R19)C(O)C(O)-, -N(R19)CH2C(O)- oder -C(O)C(=NOR11)- darstellt, mit der Maßgabe, dass, wenn R2 keine Bindung darstellt, R2 an den NH-Rest des 7-gliedrigen Rings durch eine Carbonyl- oder Sulfonylgruppe gebunden ist;

R3 -Aryl-, -Heteroaryl-, -Cycloalkyl-, -Alkyl, -N(Alkyl)2,
darstellt;

R4 NH2 oder -N(H)C(O)H darstellt;

R5 -OH, -OR8 oder -N(H)OH darstellt;

R6 -H, -CH2OR9, -CH2SR10, -CH2NHR9, -CH2N(R9)R12, -CHN2, -CH2F, -CH2Cl, -C(O)N(R11)R12, -R13 oder -R14 darstellt;

R8 -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen -Alkylheterocyclus darstellt;

R9 -H, -C(O)Aryl, -C(O)Heteroaryl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -Aryl, -Heteroaryl oder -P(O)R15R16 darstellt;

R10 -Alkylaryl, -Aryl, -Heteroaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

jeder Rest R11 und R12 unabhängig -H, -Alkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

R13 -Alkylaryl, -Alkenylaryl, -Alkinylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

R14
darstellt,

wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an (i) gebunden ist, gegebenenfalls mit R17 ersetzt ist und jeder beliebige Wasserstoff, der an (ii) gebunden ist, gegebenenfalls mit R17, R18 oder R20 ersetzt ist;

jeder Rest R15 und R16 unabhängig -H, -OH, -Alkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -OAlkyl, -OAryl, -OHeteroaryl, -OAlkylaryl oder -OAlkylheteroaryl darstellt;

R17 -OH, -F, -Cl, -Br, -I, -NO2, -CN, NH2, -CO2H, -C(O)NH2, -N(H)C(O)H, -N(H)C(O)NH2, -S(O)2NH2, -C(O)H, -Alkyl, -Cycloalkyl, -Perfluoralkyl, -O-Alkyl, -N(H)Alkyl, -N(Alkyl)2, -CO2Alkyl, -C(O)N(H)Alkyl, -C(O)N(Alkyl)2, -N(H)C(O)Alkyl, -N(H)C(O)N(H)Alkyl, -N(H)C(O)N(Alkyl)2, -SO2N(H)Alkyl, -S(O)2N(Alkyl)2, -S-Alkyl, -S(O)2Alkyl oder -C(O)Alkyl darstellt;

R18 -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -O-Aryl, -O-Heteroaryl, -O-Alkylaryl, -O-Alkylheteroaryl, -N(H)Aryl, -N(Aryl)2, -N(H)Heteroaryl, -N(Heteroaryl)2, -N(H)Alkylaryl, -N(Alkylaryl)2, -N(H)Alkylheteroaryl, -N(Alkylheteroaryl)2, -S-Aryl, -S-Heteroaryl, -S-Alkylaryl, -S-Alkylheteroaryl, -C(O)Aryl, -C(O)Heteroaryl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, -CO2Aryl, -CO2Heteroaryl, -CO2Alkylaryl, -CO2Alkylheteroaryl, -C(O)N(H)Aryl, -C(O)N(Aryl)2, -C(O)N(H)Heteroaryl, -C(O)N(Heteroaryl)2, -C(O)N(H)Alkylaryl, -C(O)N(Alkylaryl)2, -C(O)N(H)Alkylheteroaryl, -C(O)N(Alkylheteroaryl)2, -S(O)2-Aryl, -S(O)2-Heteroaryl, -S(O)2-Alkylaryl, -S(O)2Alkylheteroaryl, -S(O)2N(H)-Aryl, -S(O)2N(H)-Heteroaryl, -S(O)2N(H)Alkylaryl, -S(O)2N(H)Alkylheteroaryl, -S(O)2N(Aryl)2, S(O)2N(H)(Heteroaryl)2, -SO2N(Alkylaryl)2, -SO2N(Alkylheteroaryl)2, -N(H)C(O)N(H)Aryl, -N(H)C(O)N(H)Heteroaryl, -N(H)C(O)N(H)Alkylaryl, -N(H)C(O)N(H)Alkylheteroaryl, -N(H)C(O)N(Aryl)2, -N(H)C(O)N(H)(Heteroaryl)2, N(H)C(O)N(Alkylaryl)2, -N(H)C(O)N(Alkylheteroaryl)2 darstellt;

R19 -H, -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen -Alkylheterocyclus darstellt;

R20 -Alkyl-R18 darstellt;

m gleich 0 oder 1 ist; und

X ein Sauerstoff- oder Schwefelatom darstellt.

Die Verbindungen der erfindungsgemäßen Ausführungsform (D) sind jene der Formel (IV):

wobei Y gleich
ist;

R7 -C(O)Alkyl, -C(O)Cycloalkyl, -C(O)Alkenyl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, einen -C(O)Heterocyclus oder -C(O)Alkylheterocyclus darstellt; und die anderen Substituenten wie vorstehend definiert sind.

In den vorstehenden Ausführungsformen sind R8 und R19 auch unabhängig aus Heterocyclyl oder Alkylcycloalkyl ausgewählt.

In den Ausführungsformen (B) und (D) ist Y auch ausgewählt aus:

Bevorzugte Verbindungen der Ausführungsformen (C) und (D) sind jene, wobei:

C eine Benzoeinheit ist, wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an ein beliebiges Ringatom gebunden ist, gegebenenfalls durch R4 ersetzt ist;

Stärker bevorzugte Verbindungen der Ausführungsform (C) und (D) sind jene, wobei:

Y

darstellt;

C eine Benzoeinheit darstellt;

R1 -Phenyl, Naphthyl oder -Isochinolinyl darstellt, wobei R17 -OH, -NH2, -Cl, -F, -OAlkyl oder -N(Alkyl)2 ist;

R2 -C(O)-, -S(O)2-, -C(O)C(O)- oder -CH2C(O)- darstellt;

R3 -Methyl, -Ethyl, -n-Propyl, -Isopropyl, -Phenyl, -2-Pyridinyl, -3-Pyridinyl, -4-Pyridinyl oder -Thiazolyl darstellt;

R5 -OH darstellt;

R6 -H oder -R14 darstellt, wobei X ein Sauerstoffatom bedeutet; mit der Maßgabe, dass, wenn -R14 (i) bedeutet, R17 -OAlkyl, -F oder -Cl darstellt, und mit der Maßgabe, dass, wenn -R14 (ii) bedeutet, R18 -Aryl darstellt, wobei Aryl Phenyl ist;

R7 -C(O)Alkyl darstellt;

R8 -Methyl, -Ethyl, -n-Propyl, -Isopropyl, -Cyclopentyl, -Phenethyl oder -Benzyl darstellt;

X ein Sauerstoffatom bedeutet; oder

m gleich 0 ist.

Andere stärker bevorzugte Verbindungen der Ausführungsformen (B) und (D) sind jene, wobei

Y

bedeutet und die anderen Substituenten wie vorstehend definiert sind.

Bevorzugte erfindungsgemäße Verbindungen schließen folgende ein, sind aber nicht darauf beschränkt:

Eine andere bevorzugte erfindungsgemäße Verbindung schließt folgende ein, ist aber nicht darauf beschränkt:

Die erfindungsgemäßen ICE-Hemmstoffe können ein oder mehrere „asymmetrische" Kohlenstoffatome enthalten und können folglich als Racemate und racemische Gemische, einzelne Enantiomere, Diastereomerengemische und einzelne Diastereomere auftreten. Alle solchen isomeren Formen dieser Verbindungen sind ausdrücklich in der vorliegenden Erfindung eingeschlossen. Jedes stereogene Kohlenstoffatom kann in der R- oder S-Konfiguration vorliegen. Obwohl spezielle Verbindungen und Gerüststrukturen, welche in dieser Anmeldung beispielhaft angegeben werden, in einer besonderen stereochemischen Konfiguration gezeigt sein können, sind auch Verbindungen und Gerüststrukturen mit entweder der gegenteiligen Stereochemie an jedwedem gegebenem chiralen Zentrum oder Gemische davon beabsichtigt.

Die ICE-Hemmstoffe können gegebenenfalls an Kohlenstoff-, Stickstoff- oder anderen Atomen mit verschiedenen Substituenten substituiert sein. Wenn mehrfach substituiert, kann jeder Substituent unabhängig von jedwedem anderen Substituenten gewählt werden, solange die Kombination der Substituenten in der Bildung einer stabilen Verbindung resultiert.

Kombinationen von Substituenten und Variablen, welche durch diese Erfindung beabsichtigt sind, sind nur jene, welche in der Bildung von stabilen Verbindungen resultieren. Der Ausdruck „stabil", wie hier verwendet, betrifft Verbindungen, welche eine ausreichende Stabilität besitzen, um eine Herstellung und Verabreichung an einen Säuger über auf dem Fachgebiet bekannte Verfahren zu ermöglichen. Typischerweise sind solche Verbindungen bei einer Temperatur von 40°C oder niedriger in Abwesenheit von Feuchtigkeit oder anderen chemisch reaktiven Bedingungen für mindestens eine Woche stabil.

Substituenten können in verschiedenen Formen dargestellt werden. Diese verschiedenen Formen sind dem Fachmann bekannt und können austauschbar verwendet werden. Zum Beispiel kann ein Methylsubstituent an einem Phenylring in jedweder der folgenden Formen dargestellt werden:

Verschiedene Formen von Substituenten wie Methyl werden hier austauschbar verwendet.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen weisen ein Molekulargewicht von weniger oder gleich etwa 700 Dalton und stärker bevorzugt zwischen etwa 400 und 600 Dalton auf. Diese bevorzugten Verbindungen können einfach durch den Blutkreislauf von Patienten über orale Verabreichung absorbiert werden. Diese orale Verfügbarkeit macht solche Verbindungen zu ausgezeichneten Mitteln für Behandlungs- und Vorbeugungsschemata mit oraler Verabreichung gegen IL-1-, durch Apoptose, IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelte Erkrankungen/Krankheiten.

Es soll als selbstverständlich angesehen werden, dass die erfindungsgemäßen Verbindungen in verschiedenen Gleichgewichtsformen vorliegen können, abhängig von Bedingungen, einschließend die Wahl des Lösungsmittels, des pH-Werts und anderer Bedingungen, welche dem Fachmann bekannt sind. Alle solche Formen dieser Verbindungen sind ausdrücklich in der vorliegenden Erfindung eingeschlossen. Insbesondere können viele der erfindungsgemäßen Verbindungen, insbesondere jene, welche Aldehyd- oder Ketongruppen in R3 und Carbonsäuregruppen in Y enthalten, Hemiketal- (oder Hemiacetal-) oder hydratisierte Formen annehmen. Zum Beispiel nehmen Verbindungen der Ausführungsform (A) eine Hemiacetal- oder Hemiketal-Form an, wenn Y

bedeutet.

Abhängig von der Wahl des Lösungsmittels und anderer Bedingungen, welche dem Fachmann bekannt sind, können erfindungsgemäße Verbindungen auch hydratisierte, Acyloxyketal-, Acyloxyacetal-, Ketal-, Acetal- oder Enol-Formen annehmen. Zum Beispiel nehmen in Ausführungsform (B) erfindungsgemäße Verbindungen hydratisierte Formen, wenn Y

bedeutet und R8 H bedeutet;

Acyloxyketal- oder Acyloxyacetal-Formen, wenn Y
bedeutet,

Ketal- oder Acetal-Formen, wenn Y
bedeutet,

und Enol-Formen, wenn Y
bedeutet, an.

Zusätzlich soll es als selbstverständlich angesehen werden, dass die Gleichgewichtsformen der erfindungsgemäßen Verbindungen tautomere Formen einschließen können. Alle solche Formen dieser Verbindungen sind ausdrücklich in der vorliegenden Erfindung eingeschlossen.

Es soll als selbstverständlich angesehen werden, dass die erfindungsgemäßen Verbindungen über geeignete Funktionen modifiziert sein können, um selektive biologische Eigenschaften zu verbessern. Solche Modifizierungen sind auf dem Fachgebiet bekannt und schließen jene ein, welche die biologische Penetration in ein gegebenes biologisches System (z.B. Blut, lymphatisches System, zentrales Nervensystem) erhöhen, die orale Verfügbarkeit erhöhen, die Löslichkeit erhöhen, um eine Verabreichung über Injektion zu ermöglichen, den Metabolismus verändern und die Ausscheidungsrate verändern. Zusätzlich können die Verbindungen zu einer Prodrug-Form verändert werden, so dass die gewünschte Verbindung im Körper des Patienten als das Ergebnis der Wirkung von metabolischen oder anderen biochemischen Vorgängen auf das Prodrug geschaffen wird. Solche Prodrug-Formen zeigen typischerweise geringe oder keine Aktivität in in vitro-Tests. Einige Beispiele von Prodrug-Formen schließen Ketal-, Acetal-, Oxim-, Imin- und Hydrazon-Formen von Verbindungen ein, welche Keton- oder Aldehydgruppen enthalten, insbesondere wo sie im Rest R3 der erfindungsgemäßen Verbindungen auftreten. Andere Beispiele der Prodrug-Formen schließen Hemiketal-, Hemiacetal-, Acyloxyketal-, Acyloxyacetal-, Ketal-, Acetal- und Enol-Formen, welche hier beschrieben sind, ein.

Zusammensetzungen und Verfahren

Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind ausgezeichnete Liganden für ICE. Demgemäß sind diese Verbindungen in der Lage auf Ereignisse bei IL-1-, durch Apoptose, IGIF- und IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankungen/Krankheiten und folglich auf die letztendliche Aktivität dieses Proteins bei Entzündungserkrankungen, Autoimmunkrankheiten, die Knochen angreifenden Störungen, proliferativen Störungen, Infektionskrankheiten und degenerativen Erkrankungen abzuzielen und diese zu hemmen. Zum Beispiel hemmen die erfindungsgemäßen Verbindungen die Umwandlung von Vorläufer-IL-1&bgr; zu reifem IL-1&bgr; durch Hemmung von ICE. Da ICE für die Produktion von reifem IL-1 wesentlich ist, blockiert eine Hemmung dieses Enzyms die Initiierung von IL-1-vermittelten physiologischen Wirkungen und Symptomen wie Entzündung wirksam durch eine Hemmung der Produktion von reifem IL-1. Folglich fungieren die erfindungsgemäßen Verbindungen durch Hemmung der IL-1&bgr;-Vorläuferaktivität als IL-1-Hemmstoffe.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen hemmen auch die Umwandlung von pro-IGIF zu aktivem, reifem IGIF durch Hemmung von ICE. Da ICE für die Produktion von reifem IGIF wesentlich ist, blockiert eine Hemmung von ICE die Initiierung von IGIF-vermittelten physiologischen Wirkungen und Symptomen durch eine Hemmung der Produktion von reifem IGIF wirksam. IGIF seinerseits ist für die Produktion von IFN-&ggr; wesentlich. Deshalb blockiert ICE die Initiierung von IFN-&ggr;-vermittelten physiologischen Wirkungen und Symptomen wirksam durch eine Hemmung der Produktion von reifem IGIF und folglich der Produktion von IFN-&ggr;.

Die erfindungsgemäßen Arzneimittel und Verfahren werden deshalb zur Kontrolle der ICE-Aktivität in vivo nützlich sein. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen und Verfahren werden folglich für die Kontrolle von IL-1-, IGIF- oder IFN-&ggr;-Spiegel in vivo oder für die Behandlung oder die Verringerung des Fortschreitens, der Ernsthaftigkeit oder der Wirkungen von IL-1-, durch Apoptose, IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelten Zuständen, einschließlich Erkrankungen/Krankheiten, Störungen oder Wirkungen, nützlich sein.

Demgemäß stellt eine erfindungsgemäße Ausführungsform ein Verfahren zur Verminderung der IGIF-Produktion in einem Empfänger bereit, welches den Schritt der Verabreichung eines Arzneimittels, das eine therapeutisch wirksame Menge eines ICE-Hemmstoffes und einen pharmazeutisch verträglichen Träger umfasst, an den Empfänger umfasst.

Eine andere erfindungsgemäße Ausführungsform stellt ein Verfahren zur Verminderung der IFN-&ggr;-Produktion in einem Empfänger bereit, welches den Schritt der Verabreichung eines Arzneimittels, das eine therapeutisch wirksame Menge eines ICE-Hemmstoffes und einen pharmazeutisch verträglichen Träger umfasst, an den Empfänger umfasst.

In einer anderen Ausführungsform umfassen die erfindungsgemäßen Verfahren den Schritt der Verabreichung eines Arzneimittels, welches einen Hemmstoff einer mit ICE in Beziehung stehenden Protease, die zur Spaltung von pro-IGIF zu aktivem IGIF in der Lage ist, und einen pharmazeutisch verträglichen Träger umfasst, an einen Empfänger. Eine solche mit ICE in Beziehung stehende Protease ist TX, wie vorstehend beschrieben. Folglich stellt diese Erfindung Verfahren und Arzneimittel zur Kontrolle von IGIF- und IFN-&ggr;-Spiegel durch Verabreichung eines TX-Hemmstoffes bereit.

Andere mit ICE in Beziehung stehende Proteasen, welche zur Prozessierung von pro-IGIF in eine aktive IGIF-Form in der Lage sind, können auch gefunden werden. Folglich ist es beabsichtigt, dass Hemmstoffe von jenen Enzymen vom Fachmann identifiziert werden können und auch in den Umfang dieser Erfindung fallen.

Erfindungsgemäße Arzneimittel umfassen einen ICE-Hemmstoff oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon und einen) pharmazeutisch verträglichen/verträgliches Träger, Zusatzstoff oder Vehikel. Solche Zusammensetzungen können gegebenenfalls ein zusätzliches therapeutisches Mittel umfassen. Solche Mittel schließen ein entzündungshemmendes Mittel, einen Matrixmetallproteasehemmstoff, einen Lipoxygenasehemmstoff, einen Cytokinantagonisten, ein Immunsuppressivum, ein Antikrebsmittel, ein antivirales Mittel, ein Cytokin, einen Wachstumsfaktor, einen Immunmodulator, ein Prostaglandin oder eine antivaskuläre Hyperproliferationsverbindung ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

Wenn das Arzneimittel nur den ICE-Hemmstoff als die Wirkstoffkomponente umfasst, können solche Verfahren zusätzlich den Schritt von Verabreichen eines zusätzlichen Mittels an den Empfänger umfassen. Solche Mittel schließen ein entzündungshemmendes Mittel, einen Matrixmetallproteasehemmstoff, einen Lipoxygenasehemmstoff einen Cytokinantagonisten, ein Immunsuppressivum, ein Antikrebsmittel, ein antivirales Mittel, ein Cytokin, einen Wachstumsfaktor, einen Immunmodulator, ein Prostaglandin oder eine antivaskuläre Hyperproliferationsverbindung ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

Der Ausdruck „pharmazeutisch wirksame Menge" betrifft eine Menge, welche bei der Behandlung oder Verbesserung einer IL-1-, durch Apoptose, IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankung/Krankheit bei einem Patienten wirksam ist. Der Ausdruck „prophylaktisch wirksame Menge" betrifft eine Menge, welche bei der Vorbeugung oder wesentlichen Verringerung von IL-1-, durch Apoptose, IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankungen/Krankheiten bei einem Patienten wirksam ist.

Der Ausdruck „pharmazeutisch verträglicher Träger oder Zusatzstoff betrifft einen nicht-toxischen Träger oder Zusatzstoff, welche an einen Patienten verabreicht werden können, zusammen mit einer erfindungsgemäßen Verbindung, und welche nicht die pharmakologische Aktivität davon zerstören.

Der Ausdruck „pharmazeutisch verträgliches Derivat" bedeutet jedwedes/jedweden pharmazeutisch verträgliche(n) Salz, Ester oder Salz eines solchen Esters einer erfindungsgemäßen Verbindung oder jedwede andere Verbindung, welche über Verabreichung an einen Empfänger zur Bereitstellung (direkt oder indirekt) einer erfindungsgemäßen Verbindung oder eines anti-ICE-aktiven Metaboliten oder Rests davon in der Lage ist.

Pharmazeutisch verträgliche Salze der erfindungsgemäßen Verbindungen schließen zum Beispiel jene ein, welche von pharmazeutisch verträglichen anorganischen und organischen Säuren und Basen abgeleitet sind. Beispiele von geeigneten Säuren schließen Salz-, Bromwasserstoff-, Schwefel-, Salpeter-, Perchlor-, Fumar-, Malein-, Phosphor-, Glycol-, Milch-, Salicyl-, Bernstein-, Toluol-p-sulfon-, Wein-, Essig-, Zitronen-, Methansulfon-, Ameisen-, Benzoe-, Malon-, Naphthalin-2-sulfon- und Benzolsulfonsäuren ein. Andere Säuren wie Oxalsäure können, obwohl sie selbst pharmazeutisch nicht verträglich sind, bei der Herstellung von Salzen, welche als Zwischenstufen zur Erlangung der erfindungsgemäßen Verbindungen und ihrer pharmazeutisch verträglichen Säureadditionssalze nützlich sind, verwendet werden. Von geeigneten Basen abgeleitete Salze schließen Alkalimetall- (z.B. Natrium), Erdalkalimetall- (z.B. Magnesium), Ammonium- und N-(C1-4-Alkyl)4+-Salze ein.

Diese Erfindung beabsichtigt auch die „Quaternisierung" von jedweden basischen Stickstoff enthaltenden Resten der hier offenbarten Verbindungen. Der basische Stickstoff kann mit jedweden Mitteln, welche dem Fachmann bekannt sind, quaternisiert werden, einschließlich zum Beispiel mit Niederalkylhalogeniden wie Methyl-, Ethyl-, Propyl- und Butylchlorid, -bromiden und -iodiden; Dialkylsulfaten, einschließlich Dimethyl-, Diethyl-, Dibutyl- und Diamylsulfaten; langkettigen Halogeniden wie Decyl-, Lauryl-, Myristyl- und Stearylchloriden, -bromiden und -iodiden; und Aralkylhalogeniden, einschließlich Benzyl- und Phenethylbromiden. Wasser- oder öllösliche oder -dispergierbare Produkte können durch solches Quaternisieren erhalten werden.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können in einer herkömmlichen Weise zur Kontrolle von IGIF- und IFN-&ggr;-Spiegeln in vivo und zur Behandlung von Erkrankungen/Krankheiten oder zur Verringerung des Fortschreitens oder der Ernsthaftigkeit von Wirkungen, welche von IL-1, durch Apoptose, von IGIF oder IFN-&ggr; vermittelt werden, verwendet werden. Solche Behandlungsverfahren, ihre Dosierungslevels und -anforderungen können vom Fachmann aus verfügbaren Verfahren und Techniken ausgewählt werden.

Zum Beispiel kann eine erfindungsgemäße Verbindung mit einem pharmazeutisch verträglichen Zusatzstoff zur Verabreichung an einen Patienten, welcher an einer Il-1-, durch Apoptose, IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankung/Krankheit leidet, in einer pharmazeutisch verträglichen Weise und in einer Menge, welche zur Verringerung der Ernsthaftigkeit dieser Erkrankung/Krankheit wirksam ist, kombiniert werden.

Alternativ können die erfindungsgemäßen Verbindungen in Zusammensetzungen und Verfahren zur Behandlung oder zum Schutz von Individuen gegen IL-1-, durch Apoptose, IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankungen/Krankheiten über ausgedehnte Zeiträume verwendet werden. Die Verbindungen können in solchen Zusammensetzungen entweder alleine oder zusammen mit anderen erfindungsgemäßen Verbindungen in einer Weise verwendet werden, welche mit der herkömmlichen Verwendung von ICE-Hemmstoffen in Arzneimitteln im Einklang steht. Zum Beispiel kann eine erfindungsgemäße Verbindung mit pharmazeutisch verträglichen Zusatzstoffen, welche herkömmlich bei Impfstoffen verwendet werden, kombiniert werden und in prophylaktisch wirksamen Mengen zum Schutz von Individuen über einen ausgedehnten Zeitraum gegen IL-1-, durch Apoptose, IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelte Erkrankungen/Krankheiten verabreicht werden.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können auch mit anderen ICE-Hemmstoffen zusammen verabreicht werden, um die Wirkung der Therapie oder der Prophylaxe gegen verschiedene IL-1-, durch Apoptose, IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelte Erkrankungen/Krankheiten zu erhöhen.

Zusätzlich können die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombination mit entweder herkömmlichen entzündungshemmenden Mitteln oder Matrixmetallproteasehemmstoffen, Lipoxygenasehemmstoffen oder Antagonisten von Cytokinen, verschieden von IL-1&bgr;, verwendet werden.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können auch in Kombination mit Immunmodulatoren (z.B. Bropirimin, anti-menschliches alpha-Interferon-Antikörper, IL-2, GM-CSF, Methioninenkephalin, Interferon-alpha, Diethyldithiocarbamat, Tumornekrosefaktor, Naltrexon und EPO), mit Prostaglandinen oder mit antiviralen Mitteln (z.B. 3TC, polysulfatierten Polysacchariden, Ganiclovir, Ribavirin, Acyclovir, alpha-Interferon, Trimethotrexat und Fancyclovir) oder Prodrugs dieser oder verwandter Verbindungen verwendet werden, um IL-1-vermittelten Erkrankungs-/Krankheitssymptomen wie Entzündung vorzubeugen oder um dagegen anzukämpfen.

Wenn die erfindungsgemäßen Verbindungen in Kombinationstherapien mit anderen Mitteln verabreicht werden, können sie aufeinanderfolgend oder gleichzeitig an den Patienten verabreicht werden. Alternativ umfassen erfindungsgemäße Arzneimittel oder prophylaktische Zusammensetzungen eine Kombination eines erfindungsgemäßen ICE-Hemmstoffes und eines anderen therapeutischen oder prophylaktischen Mittels.

Pharmazeutisch verträgliche Träger, Zusatzstoffe und Vehikel, welche in den erfindungsgemäßen Arzneimitteln verwendet werden können, schließen Ionenaustauscher, Aluminiumoxid, Aluminiumstearat, Lecithin, Serumproteine wie Serumalbumin des Menschen, Puffersubstanzen wie Phosphate, Glycin, Sorbinsäure, Kaliumsorbat, partielle Glyceridgemische von gesättigten pflanzlichen Fettsäuren, Wasser, Salze oder Elektrolyte wie Protaminsulfat, Dinatriumhydrogenphosphat, Kaliumhydrogenphosphat, Natriumchlorid, Zinksalze, kolloidales Siliciumdioxid, Magnesiumtrisilicat, Polyvinylpyrrolidon, auf Cellulose basierende Substanzen, Polyethylenglycol, Natriumcarboxymethylcellulose, Polyacrylate, Wachse, Polyethylen-Polyoxypropylen-Blockpolymere, Wollfett und selbstemulgierende Arzneimitteldarreichungssysteme (SEDDS) wie &agr;-Tocopherol, Polyethylenglycol 1000-Succinat oder andere ähnliche Polymerdarreichungsmatrizes ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können oral, parenteral, durch Inhalationsspray, topisch, rektal, nasal, bukkal, vaginal oder über ein implantiertes Reservoir verabreicht werden. Wir bevorzugen orale Verabreichung. Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können jedwede herkömmlichen nicht-toxischen pharmazeutisch verträglichen Träger, Zusatzstoffe oder Vehikel enthalten. In manchen Fällen kann der pH-Wert der Formulierung mit pharmazeutisch verträglichen Säuren, Basen oder Puffern eingestellt werden, um die Stabilität der formulierten Verbindung oder ihrer Darreichungsform zu erhöhen. Der Ausdruck parenteral, wie hier verwendet, schließt subkutane, intrakutane, intravenöse, intramuskuläre, intraartikuläre, intrasynoviale, intrasternale, intrathekale, intraläsionale und intrakraniale Injektions- oder Infusionstechniken ein.

Die Arzneimittel können in der Form einer sterilen injizierbaren Zubereitung vorliegen, zum Beispiel als eine sterile injizierbare wässrige oder ölartige Suspension. Diese Suspension kann gemäß auf dem Fachgebiet bekannten Techniken unter Verwendung von geeigneten Disperiger- oder Netzmitteln (wie zum Beispiel Tween 80) und Suspendiermitteln formuliert werden. Die sterile injizierbare Zubereitung kann auch eine sterile injizierbare Lösung oder Suspension in einem nicht-toxischen parenteral verträglichen Verdünnungsmittel oder Lösungsmittel sein, zum Beispiel als eine Lösung in 1,3-Butandiol. Unter den verträglichen Vehikeln und Lösungsmitteln, welche verwendet werden können, befinden sich Mannit, Wasser, Ringer-Lösung und isotonische Natriumchlorid-Lösung. Zusätzlich werden sterile, fette Öle herkömmlich als ein Lösungsmittel oder Suspendiermedium verwendet. Für diesen Zweck kann jedwedes milde, fette Öl verwendet werden, einschließlich synthetische Mono- oder Diglyceride. Fettsäuren wie Ölsäure und ihre Glyceridderivate sind bei der Herstellung von injizierbaren Zubereitungen nützlich, so wie es natürliche pharmazeutisch verträgliche Öle wie Olivenöl oder Castoröl, insbesondere in ihren polyoxyethylierten Versionen, sind. Diese Öllösungen oder -suspensionen können auch ein langkettiger Alkohol-Verdünnungsmittel oder -Dispergiermittel enthalten, wie jene, welche in Pharmacopeia Helvetica, Ph. Helv. beschrieben sind, oder einen ähnlichen Alkohol.

Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können oral in jedweder oral verträglichen Dosierungsform verabreicht werden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Kapseln, Tabletten und wässrige Suspensionen und Lösungen. Im Falle von Tabletten für orale Verwendung schließen Träger, welche herkömmlich verwendet werden, Laktose und Maisstärke ein. Gleitmittel wie Magnesiumstearat werden auch typischerweise zugegeben. Für orale Verabreichung in einer Kapselform schließen nützliche Verdünnungsmittel Lactose und getrocknete Maisstärke ein. Wenn wässrige Suspensionen oral verabreicht werden, wird der Wirkstoffbestandteil mit Emulgier- und Suspendiermitteln kombiniert. Wenn gewünscht, können bestimmte Süßstoffe und/oder Geschmackstoffe und/oder Farbmittel zugegeben werden.

Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können auch in der Form von Zäpfchen für rektale Verabreichung verabreicht werden. Diese Zusammensetzungen können durch Mischen einer erfindungsgemäßen Verbindung mit einem geeigneten nicht-irritierenden Exzipienten, welcher bei Raumtemperatur fest ist, aber bei der rektalen Temperatur flüssig ist und deshalb im Rektum zur Freisetzung der Wirkstoffkomponenten schmelzen wird, hergestellt werden. Solche Materialien schließen Kakaobutter, Bienenwachs und Polyethylenglycole ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

Topische Verabreichung der erfindungsgemäßen Arzneimittel ist insbesondere nützlich, wenn die gewünschte Behandlung Flächen oder Organe einbezieht, welche einfach durch topische Auftragung zugänglich sind. Für eine topische Auftragung auf die Haut sollte das Arzneimittel mit einer geeigneten Salbe formuliert werden, welche die Wirkstoffkomponenten suspendiert oder gelöst in einem Träger enthält. Träger für eine topische Verabreichung der erfindungsgemäßen Verbindungen schließen Mineralöl, Leichtöl, Weißöl, Propylenglycol, eine Polyoxyethylenpolyoxypropylen-Verbindung, Emulgierwachs und Wasser ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Alternativ kann das Arzneimittel mit einer geeigneten Lotion oder Creme formuliert werden, welche die Wirkstoffverbindung suspendiert oder gelöst in einem Träger enthält. Geeignete Träger schließen Mineralöl, Sorbitanmonostearat, Polysorbat 60, Cetylester-Wachs, Cetearylalkohol, 2-Octyldodecanol, Benzylalkohol und Wasser ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können auch topisch auf den unteren Intestinaltrakt durch eine rektale Zäpfchenformulierung oder in einer geeigneten Einlaufformulierung aufgetragen werden. Topisch verabreichte transdermale Pflaster sind auch in dieser Erfindung eingeschlossen.

Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können durch ein Nasalaerosol oder Inhalation verabreicht werden. Solche Zusammensetzungen werden gemäß auf dem Fachgebiet der pharmazeutischen Formulierung gut bekannten Techniken hergestellt und können als Lösungen in Salzlösung, unter Verwendung von Benzylalkohol oder anderen geeigneten Konservierungsstoffen, Absorptionsförderungsmitteln zur Erhöhung der Bioverfügbarkeit, Fluorkohlenstoffen und/oder anderen auf dem Fachgebiet bekannten löslichmachenden oder dispergierenden Mitteln hergestellt werden.

Dosierungslevels von zwischen etwa 0,01 und etwa 100 mg/kg Körpergewicht pro Tag, bevorzugt zwischen 0,5 und etwa 75 mg/kg Körpergewicht pro Tag und am stärksten bevorzugt zwischen etwa 1 und 50 mg/kg Körpergewicht pro Tag, der vorhandenen Wirkstoffverbindung sind bei einer Monotherapie zur Vorbeugung und Behandlung von IL-1-, durch Apoptose, IGIF- und IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankungen/Krankheiten, einschließlich Entzündungserkrankungen, Autoimmunkrankheiten, die Knochen angreifenden Störungen, proliferativen Störungen, Infektionskrankheiten, degenerativen Erkrankungen, nekrotischen Erkrankungen, Osteoarthritis, akuter Pankreatitis, chronischer Pankreatitis, Asthma, Schocklunge, Glomerulonephritis, rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes, Sklerodermie, chronischer Schilddrüsenentzündung, Graves-Krankheit, Autoimmun-Gastritis, Insulin-abhängigem Diabetes mellitus (Typ I), autoimmuner hämolytischer Anämie, autoimmuner Neutropenie, Thrombocytopenie, chronischer aktiver Hepatitis, Myasthenia gravis, entzündlicher Darmerkrankung, Morbus Crohn, Psoriasis, Transplantat-Wirt-Reaktion, Osteoporosis, Knochenstörung in Verbindung mit multiplem Myelom, akuter myeloischer Leukämie, chronischer myeloischer Leukämie, metastatischem Melanom, Kaposi-Saxkom, multiplem Myelom, Sepsis, septischem Schock, Bakterienruhr, Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit, zerebraler Ischämie, myokardialer Ischämie, spinaler muskulärer Atrophie, multipler Sklerose, mit AIDS in Beziehung stehender Enzephalitis, mit HIV in Beziehung stehender Enzephalitis, Altern, Alopecia, neurologischen Schäden, verursacht durch einen Schlaganfall, Colitis ulcerosa, infektiöser Hepatitis, Insulinmangeldiabetes, Lichenplanus, akuter Dermatomyositis, Ekzem, primärer Zirrhose, Uveitis, Behcet-Krankheit, atopischer Hauterkrankung, chronischer kongenitaler aregenerativer Anämie, aplastischer Anämie, amyotropher Lateralsklerose, nephrotischem Syndrom und systemischen Erkrankungen oder Erkrankungen mit in der Leber oder anderen Organen lokalisierten Wirkungen mit einer entzündlichen oder apoptotischen Komponente, welche durch übermäßigen Alkoholgenuss oder Viren wie HBV, HCV, HGV, Gelbfieber-Virus, Dengue-Fieber-Virus und japanisches B-Enzephalitis-Virus verursacht werden, nützlich.

Typischerweise werden die erfindungsgemäßen Arzneimittel etwa 1- bis 5-mal pro Tag oder alternativ als eine kontinuierliche Infusion verabreicht. Eine solche Verabreichung kann als eine chronische oder akute Therapie verwendet werden. Die Menge an Wirkstoffliestandteil, welche mit den Trägermaterialien kombiniert werden kann, um eine einzelne Dosierungsform herzustellen, wird abhängig von dem behandeltem Wirt und der besonderen Weise der Verabreichung variieren. Eine typische Zubereitung wird etwa 5% bis etwa 95% Wirkstoffverbindung (w/w) enthalten. Bevorzugt enthalten solche Zubereitungen etwa 20% bis etwa 80% Wirkstoffverbindung.

Wenn die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen eine Kombination eines ICE-Hemmstoffes und eines oder mehrerer zusätzlicher therapeutischer oder prophylaktischer Mittel umfassen, sollte sowohl der ICE-Hemmstoff als auch das zusätzliche Mittel in Dosierungslevels zwischen etwa 10% bis 80% der Dosierung, welche normalerweise bei einem Monotherapieschema verabreicht wird, vorhanden sein.

Auf die Verbesserung eines Zustandes eines Patienten kann eine Erhaltungsdosis einer erfindungsgemäßen Verbindung, Zusammensetzung oder Kombination verabreicht werden, wenn notwendig. Darauffolgend kann die Dosierung oder die Häufigkeit der Verabreichung oder beides als eine Funktion der Symptome auf ein Level verringert werden, auf welchem der verbesserte Zustand gehalten wird; wenn sich die Symptome auf das gewünschte Level verbessert haben, sollte die Behandlung enden. Patienten können jedoch auf lange Sicht eine diskontinuierliche Behandlung bei jedweden Rückfall- oder Erkrankungs-/Krankheitssymptomen verlangen.

Wie der Fachmann erkennen wird, können niedrigere oder höhere Dosen als jene, welche vorstehend aufgeführt sind, erforderlich sein. Spezielle Dosierungs- und Behandlungsschemata für einen bestimmten Patienten werden von einer Vielzahl an Faktoren abhängen, einschließlich der Aktivität der speziellen verwendeten Verbindung, dem Alter, dem Körpergewicht, dem allgemeinen Gesundheitszustand, dem Geschlecht, der Ernährung, der Zeit der Verabreichung, der Ausscheidungsrate, der Arzneistoffkombination, der Ernsthaftigkeit und dem Verlauf der Erkrankung/Krankheit und der Veranlagung des Patienten für die Erkrankung/Krankheit und dem Urteil des behandelnden Arztes.

Die IL-1-vermittelten Krankheiten, welche(n) durch die erfindungsgemäßen Verbindungen behandelt oder vorgebeugt werden/wird, schließen Entzündungserkrankungen, Autoimmunkrankheiten, proliferative Störungen, Infektionskrankheiten und degenerative Erkrankungen ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Die durch Apoptose vermittelten Krankheiten, welche(n) durch die erfindungsgemäßen Verbindungen behandelt oder vorgebeugt werden wird, schließen degenerative Erkrankungen ein.

IL-1-vermittelte Entzündungserkrankungen, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können kann, schließen Osteoarthritis, akute Pankreatitis, chronische Pankreatitis, Asthma und Schocklunge ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Bevorzugt ist die Entzündungserkrankung Osteoarthritis oder akute Pankreatitis.

IL-1-vermittelte Autoimmunkrankheiten, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können/kann, schließen Glomerulonephritis, rheumatoide Arthritis, systemischen Lupus erythematodes, Sklerodermie, chronische Schilddrüsenentzündung, Graves-Krankheit, Autoimmun-Gastritis, Insulin-abhängigen Diabetes mellitus (Typ I), autoimmune hämolytische Anämie, autoimmune Neutropenie, Thrombocytopenie, chronische aktive Hepatitis, Myasthenia gravis, multiple Sklerose, entzündliche Darmerkrankung, Morbus Crohn, Psoriasis und Transplantat-Wirt-Reaktion ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Bevorzugt ist die Autoimmunkrankheit rheumatoide Arthritis, entzündliche Darmerkrankung, Morbus Crohn oder Psoriasis.

IL-1-vermittelte, die Knochen angreifende Störungen, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können/kann, schließen Osteoporosis und Knochenstörung in Verbindung mit multiplem Myelom ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

IL-1-vermittelte proliferative Störungen, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können/kann, schließen akute myeloische Leukämie, chronische myeloische Leukämie, metastatisches Melanom, Kaposi-Sarkom und multiples Myelom ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

IL-1-vermittelte Infektionskrankheiten, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können kann, schließen Sepsis, septischen Schock und Bakterienruhr ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

Die IL-1-vermittelten degenerativen oder nekrotischen Erkrankungen, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können/kann durch die erfindungsgemäßen Verbindungen, schließen Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit, zerebrale Ischämie und myokardiale Ischämie ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Bevorzugt ist die degenerative Erkrankung Alzheimer-Krankheit.

Die durch Apoptose vermittelten degenerativen Krankheiten, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können/kann durch die erfindungsgemäßen Verbindungen, schließen Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit, zerebrale Ischämie, myokardiale Ischämie, spinale muskuläre Atrophie, multiple Sklerose, mit AIDS in Beziehung stehende Enzephalitis, mit HIV in Beziehung stehende Enzephalitis, Altern, Alopecia und neurologische Schäden verursacht durch einen Schlaganfall ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

Andere(n) Erkrankungen/Krankheiten mit einer entzündlichen oder apoptotischen Komponente können/kann durch die erfindungsgemäßen Verbindungen behandelt werden oder vorgebeugt werden. Solche Erkrankungen/Krankheiten können systemische Erkrankungen oder Erkrankungen mit in der Leber oder anderen Organen lokalisierten Wirkungen sein und können zum Beispiel durch übermäßigen Alkoholgenuss oder Viren wie HBV, HCV, HGV, Gelbfieber-Virus, Dengue-Fieber-Virus und japanisches B-Enzephalitis-Virus verursacht werden.

Die IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankungen/Krankheiten, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können/kann durch die erfindungsgemäßen Verbindungen, schließen Entzündungs-, Infektions-, Autoimmun-, proliferative, neurodegenerative und nekrotische Zustände ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelte Entzündungserkrankungen, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können/kann, schließen Osteoarthritis, akute Pankreatitis, chronische Pankreatitis, Asthma, rheumatoide Arthritis, entzündliche Darmerkrankung, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, zerebrale Ischämie, myokardiale Ischämie und Schocklunge ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Bevorzugt ist die Entzündungserkrankung rheumatoide Arthritis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Hepatitis oder Schocklunge.

IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelte Infektionskrankheiten, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können/kann, schließen infektiöse Hepatitis, Sepsis, septischen Schock und Bakterienruhr ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

IGIF- oder IFN-&ggr;-vermittelte Autoimmunkrankheiten, welche(n) behandelt oder vorgebeugt werden können/kann, schließen Glomerulonephritis, systemischen Lupus erythematodes, Sklerodermie, chronische Schilddrüsenentzündung, Graves-Krankheit, Autoimmun-Gastritis, Insulin-abhängigen Diabetes mellitus (Typ I), Insulinmangeldiabetes, autoimmune hämolytische Anämie, autoimmune Neutropenie, Thrombocytopenie, Myasthenia gravis, multiple Sklerose, Psoriasis, Lichenplanus, Transplantat-Wirt-Reaktion, akute Dermatomyositis, Ekzem, primäre Zirrhose, Hepatitis, Uveitis, Behcet-Krankheit, atopische Hauterkrankung, chronische kongenitale aregenerative Anämie, aplastische Anämie, amyotrophe Lateralsklerose und nephrotisches Syndrom ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Bevorzugt ist die Autoimmunkrankheit Glomerulonephritis, Insulin-abhängiger Diabetes mellitus (Typ I), Insulinmangeldiabetes, Psoriasis, Transplantat-Wirt-Reaktion oder Hepatitis.

Obwohl diese Erfindung auf die Verwendung der hier offenbarten Verbindungen zur Vorbeugung und Behandlung von IL-1-, durch Apoptose, IGIF-, IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankungen/Krankheiten ausgerichtet ist, können die erfindungsgemäßen Verbindungen auch als Hemmstoffe für andere Cysteinproteasen verwendet werden.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind auch als kommerzielle Reagenzien nützlich, welche wirksam an ICE oder andere Cysteinproteasen binden. Als kommerzielle Reagenzien können die erfindungsgemäßen Verbindungen und ihre Derivate zur Blockierung der Proteolyse eines Zielpeptids in biochemischen oder zellulären Tests für ICE und ICE-Homologe verwendet werden oder können zur Bindung an ein stabiles Harz als ein angebundenes Substrat für Affinitätschromatographieanwendungen derivatisiert werden. Diese und andere Verwendungen, welche kommerzielle Cysteinproteasehemmstoffe charakterisieren, werden für den Fachmann offensichtlich sein.

Verfahren zur Herstellung von N-Acylamino-Verbindungen

Die erfindungsgemäßen ICE-Hemmstoffe können unter Verwendung von herkömmlichen Techniken synthetisiert werden. Vorteilhafterweise werden diese Verbindungen einfach aus leicht verfügbaren Ausgangsmaterialien synthetisiert.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind unter den am einfachsten zu synthetisierenden bekannten ICE-Hemmstoffen. Viele der früher beschriebenen ICE-Hemmstoffe enthalten vier oder mehr chirale Zentren und zahlreiche Peptidverknüpfungen. Die relative Einfachheit, mit welcher die erfindungsgemäßen Verbindungen synthetisiert werden können, stellt einen Vorteil bei der Herstellung dieser Verbindungen im Großmaßstab dar.

Zum Beispiel können erfindungsgemäße Verbindungen unter Verwendung der hier beschriebenen Verfahren hergestellt werden. Wie der Fachmann erkennen kann, sind diese Verfahren nicht die einzigen Mittel, durch welche die in dieser Anmeldung beschriebenen und beanspruchten Verbindungen synthetisiert werden können. Weitere Verfahren werden für den Fachmann offensichtlich sein. Zusätzlich können die verschiedenen hier beschriebenen synthetischen Schritte in einer alternativen Sequenz oder Reihenfolge durchgeführt werden, um die gewünschten Verbindungen zu ergeben.

Ein bevorzugtes Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen N-Acylamino-Verbindungen umfasst die Schritte:

  • a) Mischen einer Carbonsäure mit einem N-alloc-geschütztem Amin in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels, von Triphenylphosphin, eines nucleophilen Radikalfängers und von Tetrakis-Triphenylphosphin-Palladium(0) bei Raumtemperatur unter einer inerten Atmosphäre; und
  • b) Zugeben zum Gemisch von Schritt a) HOBT und EDC; und gegebenenfalls umfasst es den weiteren Schritt:
  • c) Hydrolysieren des Gemisches von Schritt b) in Gegenwart einer Lösung, welche eine Säure und H2O umfasst, wobei das Gemisch von Schritt b) gegebenenfalls vor dem Hydrolysieren konzentriert wird.

Bevorzugt ist das inerte Lösungsmittel CH2Cl2, DMF oder ein Gemisch von CH2Cl2 und DMF.

Bevorzugt ist der nucleophile Radikalfänger Dimedon, Morpholin, Trimethylsilyldimethylamin oder Dimethylbarbitursäure. Stärker bevorzugt ist der nucleophile Radikalfänger Trimethylsilyldimethylamin oder Dimethylbarbitursäure.

Bevorzugt umfasst die Lösung Trifluoressigsäure in etwa 1 bis 90 Gew.-%. Stärker bevorzugt umfasst die Lösung Trifluoressigsäure in etwa 20 bis 50 Gew.-%.

Alternativ umfasst die Lösung Salzsäure in etwa 0,1 bis 30 Gew.-%. Stärker bevorzugt umfasst die Lösung Salzsäure in etwa 5 bis 15 Gew.-%.

Stärker bevorzugt ist in dem vorstehenden Verfahren das inerte Lösungsmittel CH2Cl2, DMF oder ein Gemisch von CH2Cl2 und DMF und der nucleophile Radikalfänger ist Dimedon, Morpholin, Trimethylsilyldimethylamin oder Dimethylbarbitursäure.

Am stärksten bevorzugt ist in dem vorstehenden Verfahren das inerte Lösungsmittel CH2Cl2, DMF oder ein Gemisch von CH2Cl2 und DMF und der nucleophile Radikalfänger ist Trimethylsilyldimethylamin oder Dimethylbarbitursäure.

In einem Beispiel eines bevorzugten Verfahrens wird die N-Acylamino-Verbindung durch die Formel (V) dargestellt:

wobei:

R21
ist;

R22
ist;

m gleich 1 ist; und

R23 -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen Alkylheterocyclus darstellt und die anderen Substituenten wie vorstehend beschrieben sind.

Bevorzugt ist die Carbonsäure R22 -OH und das N-Alloc-geschützte Amin ist:

wobei R23 und m wie vorstehend definiert sind.

Damit diese Erfindung vollständiger verstanden wird, werden die folgenden Beispiele dargelegt. Diese Beispiele sind nur für den Zweck der Veranschaulichung und sollen nicht so ausgelegt werden, dass sie den Bereich der Erfindung in irgendeiner Weise beschränken.

Beispiel 1
(3S)-3-[3-(R,S)-1,3-Dihydro-2-oxo-5-phenyl((benzyloxycarbonyl)amino)-2H-1,4-benzodiazepin-1-acetylamino]-4-oxobuttersäure

Schritt 1. Eine THF-Lösung mit 0°C (30 ml) von 1 (2,4 g, 6,22 mMol; hergestellt wie in Sherrill und Sugg, J. Org. Chem., 60. S. 730–4 (1995) beschrieben) wurde mit NaH (240 mg, 6,00 mMol einer 60%igen Öldispersion) behandelt. Nachdem die Umsetzung für 1 Std. bei 0°C gerührt worden war, wurde Methylbromacetat (0,6 ml, 6,32 mMol) zu der Umsetzung gegeben und man ließ auf Raumtemperatur erwärmen. Die Umsetzung wurde mit Wasser (10 ml) und wässriger 10%iger NaHSO4 (1 ml) abgestoppt und mit Ethylacetat extrahiert (2 ×). Die kombinierten organischen Schichten wurden über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet und im Vakuum konzentriert. Chromatographie (SiO2, 10 bis 3% Methylenchlorid/Ethylacetat-Eluent) ergab 2,15 g (76%) von 2.

Schritt 2. Wässrige 1 N NaOH (3,5 ml, 3,5 mMol) wurde zu einer Lösung von 2 (340 mg, 0,74 mMol) in Methanol und THF (6 ml von 1:1) gegeben. Die Umsetzung wurde bei Raumtemperatur für 18 Std. gerührt. Die Umsetzung wurde eingedampft, in Wasser gelöst und mit wässriger 10%iger NaHSO4 auf einen pH-Wert von 3 angesäuert. Die wässrige Schicht wurde mit Ethylacetat extrahiert (3 ×) und die kombinierten organischen Schichten wurden über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet und im Vakuum konzentriert, wobei 210 mg (64%) von 3 erhalten wurden.

Schritt 3. (3S)-3-(1-Fluorenylmethoxycarbonylamino)-4-oxobuttersäure-tert-butylestersemicarbazon (4; 226 mg, 0,5 mMol; hergestellt in einer ähnlichen Weise wie das Benzyloxycarbonyl-Analogon, welches in Graybill et al., Int. J. Protein Res., 44, S. 173–82 (1994) beschrieben wird) wurde in 10 ml Acetonitril (20 ml) gelöst und Diethylamin (2 ml) wurde zu der Lösung gegeben. Die Umsetzung wurde für zwei Stunden gerührt, im Vakuum konzentriert, das resultierende Produkt wurde in Acetonitril gelöst und im Vakuum wieder konzentriert, wobei (3S)-3-Amino-4-oxobuttersäure-tert-butylestersemicarbazon erhalten wurde. Eine Lösung mit 5°C des Semicarbazons und 3 (188 mg, 0,424 mMol) in Methylenchlorid/DMF (6 ml von 1:1) wurde mit 1-Hydroxybenzotriazol (HOBt; 57 mg, 0,424 mMol) und 1-(3-Dimethylaminopropyl)-3-ethylcarbodiimid-Hydrochlorid (EDC; 115 mg, 0,6 mMol) behandelt und die Umsetzung wurde bei Raumtemperatur für 16 Std. gerührt. Die Umsetzung wurde mit Ethylacetat (100 ml) verdünnt und mit Wasser, wässriger gesättigter NaHCO3 und wässriger gesättigter NaCl gewaschen, über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet und im Vakuum konzentriert. Chromatographie (SiO2, 5% Ammoniumhydroxid/5% Methanol/Methylenchlorid-Eluent) ergab 250 mg von 5.

Schritt 4. Semicarbazon 5 (250 mg) wurde in 25% TFA/Methylenchlorid (10 ml) gelöst und bei Raumtemperatur für 5 Std. gerührt, wobei ein gelber Schaum erhalten wurde, der in 5 ml MeOH, 1 ml Essigsäure und 1 ml 37%igem wässrigem Formaldehyd gelöst wurde, welches bei Raumtemperatur für 18 Std. gerührt wurde. Die Umsetzung wurde im Vakuum konzentriert und der resultierende Gummi wurde über Chromatographie (SiO2, 1% Ameisensäure/2% Methanol/Methylenchlorid-Eluent) gereinigt, wobei 69 mg (30%) von Verbindung 3 von Beispiel 1 erhalten wurden. 1H-NMR (CD3OD) &dgr; 2,42–2,54 (m, 1H); 2,60–2,76 (m, 1H); 4,22–4,38 (m, 1H); 4,39–4,48 (m, 0,5H); 4,5–4,75 (m, 2,5H); 5,15 (s, 2H); 5,32 (br. s, 1H); 7,2–7,86 (m, 14H).

Beispiel 2

Weitere Daten für Beispiel 2 werden in Tabelle 1 gefunden.

(3S)-3-[3-(R,S)-1,3-Dihydro-2-oxo-5-phenyl-((3,5-dichlor-4-methoxybenzoyl)amino)-2H-1,4-benzodiazepin-1-acetylamino]-4-oxobuttersäure

Schritt 1. MBHA-Harz (0,63 mMol/g, 4,14 g, 2,61 mMol) wurde in Dimethylacetamid (20 ml) suspendiert, gefolgt von der Zugabe von 6 (2,37 g, 4,0 mMol, hergestellt aus (3S)-3-(Fluorenylmethyloxycarbonyl)-4-oxobuttersäure-t-butylester gemäß A. M. Murphy et al., J. Am. Chem. Soc., 114, 3156–3157 (1992)), O-Benzotriazol-N,N,N',N'-tetramethyluroniumhexafluorphosphat (HBTU; 1,53 g, 4,04 mMol) und DIEA (1,75 ml, 10,0 mMol). Das Reaktionsgemisch wurde 3 Std. bei Raumtemperatur unter Verwendung einer Gelenkarmschüttelvorrichtung gerührt. Das Harz wurde durch Saugfiltration auf einem Sinterglastrichter isoliert und mit Dimethylacetamid (6 × 20 ml) gewaschen. Nicht umgesetzte Amingruppen wurden dann durch Umsetzung des Harzes mit 20% (v/v) Essigsäureanhydrid/Dimethylformamid (2 × 25 ml) direkt in dem Trichter terminal abgeschlossen (Waschen für 10 Min.). Das Harz wurde mit Dimethylformamid (3 × 50 ml), Dichlormethan (3 × 50 ml) und Methanol (3 × 20 ml) vor dem Trocknen über Nacht im Vakuum gewaschen, wobei 7 (5,33 g, 0,35 mMol/g, 1,86 mMol, 71%) erhalten wurde.

Schritt 2. Harz 7 (4,0 g, 0,35 mMol/g, 1,4 mMol) wurde in einem Sinterglastrichter durch Waschen mit Dimethylformamid (3 × 25 ml) gequollen. Die Fmoc-Schutzgruppe wurde dann mit 25% (v/v) Piperidin/Dimethylformamid (25 ml) für 10 Min. (diskontinuierliches Rühren) und dann für 20 Min. mit frischem Piperidin-Reagenz (25 ml) abgespalten. Das Harz wurde dann mit Dimethylformamid (3 × 25 ml) gewaschen, gefolgt von N-Methylpyrrolidon (2 × 25 ml). Nach dem Überführen des Harzes in einen Kolben mit 100 ml wurde N-Methylpyrrolidon zugegeben, wobei eine Aufschlämmung erhalten wurde, gefolgt von 8 (0,958 g, 2,1 mMol), HOBT·H2O (0,321 g, 2,1 mMol), HBTU (0,796 g, 2,1 mMol) und DIEA (0,732 ml, 4,2 mMol). Das Reaktionsgemisch wurde über Nacht bei Raumtemperatur unter Verwendung einer Gelenkarmschüttelvorrichtung gerührt. Die Aufarbeitung des Harzes wurde wie für 7 beschrieben durchgeführt, wobei 9 (4,17 g, 0,27 mMol/g, 1,12 mMol, 80%) erhalten wurde.

Schritt 3. Diese Verbindung wurde aus Harz 9 (0,17 g, 0,047 mMol) unter Verwendung einer Advanced ChemTech 396 Multiple Peptide-Synthetisiervorrichtung hergestellt. Die automatisierten Zyklen bestanden aus einer Waschung des Harzes mit Dimethylformamid (3 × 1 ml), einer Entschützung mit 25% (v/v) Piperidin in Dimethylformamid (1 ml) für 3 Min., gefolgt von frischem Reagenz (1 ml) für 10 Min. Das Harz 10 wurde mit Dimethylformamid (3 × 1 ml) und N-Methylpyrrolidon (3 × 1 ml) gewaschen.

Schritt 4. Harz 10 wurde mit einer Lösung von 0,4 M 3,5-Dichlor-4-methoxybenzoesäure und 0,4 M HOBT in N-Methylpyrrolidon (0,5 ml), einer Lösung von 0,4 M HBTU in N-Methylpyrrolidon (0,5 ml) und einer Lösung von 1,6 M DIEA in N-Methylpyrrolidon (0,25 ml) acyliert und die Umsetzung wurde für 2 Std. bei Raumtemperatur geschüttelt. Der Acylierungsschritt wurde wiederholt. Schließlich wurde das Harz mit Dimethylformamid (3 × 1 ml), Dichlormethan (3 × 1 ml) gewaschen und im Vakuum getrocknet, wobei Harz 11 erhalten wurde.

Schritt 5. Der Aldehyd wurde vom Harz 11 abgespalten und global durch Behandlung mit 95% TFA/5% H2O (v/v, 1,5 ml) für 30 Min. bei Raumtemperatur entschützt. Nach dem Waschen des Harzes mit Spaltungsreagenz (1 ml) wurden die kombinierten Filtrate in einer Savant AES2000 SpeedVac zur Trockene konzentriert. Die resultierenden Pellets wurden in 50% Acetonitril/50% H2O/0,1% TFA (5 ml) gelöst und gefriergetrocknet, wobei das Rohprodukt als ein gebrochen-weißer Feststoff erhalten wurde. Die Verbindung wurde durch halbpräparative RP-HPLC mit einer Waters DeltaPak C8 300A Säule (15 &mgr;, 30 × 300 mm) unter Elution mit einem linearen Acetonitril-Gradienten (20% bis 70%), welcher 0,1% TFA (v/v) enthielt, über 45 Min. bei 22 ml/Min. gereinigt. Die Fraktionen, welche das gewünschte Produkt enthielten, wurden vereinigt und gefriergetrocknet, wobei Beispiel 2 (14,1 mg, 23,1 &mgr;Mol, 49%) bereitgestellt wurde.

Beispiel 3

Weitere Daten für Beispiel 3 werden in Tabelle 1 gefunden.

(3S)-3-[3-(R,S)-1,3-Dihydro-2-oxo-5-phenyl(benzoylamino)-2H-1,4-benzodiazepin-1-acetylamino]-4-oxobuttersäure

Schritt 4. Folgend einem ähnlichen Verfahren wie Verfahren 1 wurde Harz 5 mit 0,5 M Benzoylchlorid in N-Methylpyrrolidon (1 ml) und 1,6 M DIEA in N-Methylpyrrolidon (0,35 ml) für 3 Std. bei Raumtemperatur acyliert. Der Acylierungsschritt wurde wiederholt, wobei Harz 12 erhalten wurde. Diese gleiche Methodik wurde auch bei der Herstellung von Sulfonylamino-Verbindungen durch Ersetzen von Benzoylchlorid mit Sulfonylchloriden angewandt. Diese gleiche Methodik wurde auch bei der Herstellung von Harnstoff-Verbindungen durch Ersetzen von Benzoylchlorid mit dem geeigneten Isocyanat angewandt.

Schritt 5. Abspaltung des Aldehyds von dem Harz 12 und Aufarbeitung ergab Beispiel 3 (31,6 mg).

Beispiele 4 bis 27

Die Beispiele 4 bis 27 wurden durch Verfahren hergestellt, welche ähnlich zu den Verfahren sind, die zur Herstellung der Beispiele 2 oder 3 verwendet wurden (siehe Tabelle 1).

Beispiel 28 ICE-Hemmung

Wir erhielten Hemmkonstanten (Ki-Werte) und IC50-Werte für die erfindungsgemäßen Verbindungen unter Verwendung der drei nachstehend beschriebenen Verfahren (Beispiele 28 und 31). In Tabelle 2 sind die Daten für die Beispiele 1 bis 20 und 21 bis 27 aufgeführt.

Tabelle 2
1. Enzymtest mit UV-sichtbarem Substrat

Dieser Test wird unter Verwendung des Substrats Succinyl-Tyr-Val-Ala-Asp-p-Nitroanilid durchgeführt. Die Synthese von analogen Substraten wird von Reiter, L. A., Int. J. Peptide Protein Res., 43, S. 87–96 (1994) beschrieben. Das Testgemisch enthält:

65 &mgr;l Puffer (10 mM Tris, 1 mM DTT, 0,1% CHAPS @pH-Wert 8,1)

10 &mgr;l ICE (50 nM Endkonzentration, wobei eine Geschwindigkeit von ~1 mOD/Min. erhalten wird)

5 &mgr;l DMSO/Hemmstoff-Gemisch

20 &mgr;l 400 &mgr;M Substrat (80 &mgr;M Endkonzentration)

100 &mgr;l Gesamtreaktionsvolumen

Der ICE-Test im sichtbaren Bereich wird in einer Mikrotiterplatte mit 96 Vertiefungen durchgeführt. Puffer, ICE und DMSO (wenn ein Hemmstoff vorhanden ist) werden in die Vertiefungen in der aufgeführten Reihenfolge gegeben. Die Komponenten werden belassen, um bei Raumtemperatur für 15 Minuten zu inkubieren, beginnend mit dem Zeitpunkt, bei welchem alle Komponenten in allen Vertiefungen vorhanden sind. Das Mikrotiterplattenlesegerät wird zum Inkubieren auf 37°C eingestellt. Nach der Inkubation für 15 Minuten wird das Substrat direkt in die Vertiefungen gegeben und die Umsetzung wird durch Verfolgen der Freisetzung des Chromophors (pNA) bei 405 bis 603 nm bei 37°C für 20 Minuten beobachtet. Eine lineare Anpassung der Daten wird durchgeführt und die Geschwindigkeit wird in mOD/Min. berechnet. DMSO ist nur während der Experimente vorhanden, welche Hemmstoffe einbeziehen, Puffer wird in den anderen Experimenten zur Auffüllung des Volumens auf 100 &mgr;l verwendet.

2. Enzymtest mit fluoreszierendem Substrat

Dieser Test wird im Wesentlichen gemäß Thornberry et al., Nature 356, S. 768–774 (1992) unter Verwendung von Substrat 17, auf welches in diesem Artikel Bezug genommen wird, durchgeführt. Das Substrat ist: Acetyl-Tyr-Val-Ala-Asp-amino-4-methylcoumarin (AMC). Die folgenden Komponenten werden gemischt:

65 &mgr;l Puffer (10 mM Tris, 1 mM DTT, 0,1% CHAPS @pH-Wert 8,1)

10 &mgr;l ICE (2 bis 10 nM Endkonzentration)

5 &mgr;l DMSO/Hemmstoff-Lösung

20 &mgr;l 150 &mgr;M Substrat (30 &mgr;M Endkonzentration)

100 &mgr;l Gesamtreaktionsvolumen

Der Test wird in einer Mikrotiterplatte mit 96 Vertiefungen durchgeführt. Puffer und ICE werden in die Vertiefungen gegeben. Die Komponenten werden belassen, um bei 37°C für 15 Minuten in einer Platte mit Vertiefungen, bei welcher die Temperatur kontrolliert wird, zu inkubieren. Nach der Inkubation für 15 Minuten wird die Umsetzung durch Geben des Substrats direkt in die Vertiefungen gestartet und die Umsetzung wird bei 37°C für 30 Minuten durch Verfolgen der Freisetzung des AMC-Fluorophors unter Verwendung einer Anregungswellenlänge von 380 nm und einer Emissionswellenlänge von 460 nm beobachtet. Eine lineare Anpassung der Daten von jeder Vertiefung wird durchgeführt und eine Geschwindigkeit wird in Fluoreszenzeinheiten pro Sekunde bestimmt.

Zur Bestimmung der Enzymhemmkonstanten (Ki-Werte) oder der Art der Hemmung (kompetitiv, unkompetitiv oder nicht-kompetitiv) werden die Geschwindigkeitsdaten, welche in den Enzymtests bei variierenden Hemmstoffkonzentrationen bestimmt wurden, mit einem Computer auf Gleichungen von Standardenzymkinetiken angepasst (siehe I. H. Segel, Enzyme Kinetics, Wiley-Interscience, 1975).

Die Bestimmung von Geschwindigkeitskonstanten zweiter Ordnung für irreversible Hemmstoffe wurde durch Anpassen der Daten von Fluoreszenz gegen Zeit an die Fortschrittsgleichungen von Morrison durchgeführt. Morrison, J. F., Mol. Cell. Biophys., 2, S. 347–368 (1985). Thornberry et al. veröffentlichten eine Beschreibung dieser Verfahren zur Messung der Geschwindigkeitskonstanten von irreversiblen Hemmstoffen von ICE. Thornberry, N. A., et al.

Biochemistry, 33, S. 3923–3940 (1994). Für Verbindungen, bei denen keine vorherige Komplexbildung kinetisch beobachtet werden kann, werden die Geschwindigkeitskonstanten zweiter Ordnung (kinact) direkt aus der Steigung der linearen Auftragungen von kobs gegen Hemmstoffkonzentration [I] abgeleitet. Für Verbindungen, bei denen eine vorherige Komplexbildung mit dem Enzym nachgewiesen werden kann, werden die hyperbolischen Auftragungen von kobs gegen [I] der Gleichung für Sättigungskinetiken angepasst, um zuerst Ki und k' zu bestimmen. Die Geschwindigkeitskonstante zweiter Ordnung kinact ist dann durch k'/Ki gegeben.

3. PBMC-Zelltest

IL-1&bgr;-Test mit einem Populationsgemisch von Peripheren Mononukleären Blutzellen (PBMC) des Menschen oder angereicherten mononukleären adhärenten Zellen

Eine Prozessierung von pro-IL-1&bgr; durch ICE kann in Zellkultur unter Verwendung einer Vielzahl von Zellquellen gemessen werden. PBMC des Menschen, welche von gesunden Spendern erhalten werden, stellen ein Populationsgemisch von Lymphocytensubtypen und mononukleären Zellen bereit, welches ein Spektrum von Interleukinen und Cytokinen als Antwort auf viele Klassen von physiologischen Stimulatoren produziert. Mononukleäre adhärente Zellen von PBMC stellen eine angereicherte Quelle von normalen Monocyten für selektive Studien der Cytokin-Produktion durch aktivierte Zellen bereit.

Experimentelles Verfahren:

Eine Anfangsverdünnungsreihe der Testverbindung in DMSO oder Ethanol wird hergestellt, mit einer darauffolgenden Verdünnung in RPMI-10% FBS-Medien (welche 2 mM L-Glutamin, 10 mM HEPES, 50 U und 50 &mgr;g/ml Pen/Strep enthalten), um Arzneistoffe mit 4 × der Testendkonzentration, enthaltend 0,4% DMSO oder 0,4% Ethanol, zu erhalten. Die Endkonzentration von DMSO beträgt 0,1% für alle Arzneistoffverdünnungen. Eine Konzentrationstitration, welche den anscheinenden Ki-Wert für eine Testverbindung, bestimmt in einem ICE-Hemmtest, eingrenzt, wird im Allgemeinen für die primäre Verbindungsdurchmusterung verwendet.

Im Allgemeinen werden 5 bis 6 Verbindungsverdünnungen getestet und die zelluläre Komponente des Tests wird doppelt durchgeführt, mit doppelten ELISA-Bestimmungen in jedem Zellkulturüberstand.

PBMC-Isolierung und IL-1-Test:

Leukocytenmanschetten-Zellen, welche aus einem Pint menschlichem Blut isoliert werden (was zu 40 bis 45 ml Endvolumen an Plasma plus Zellen führt), werden mit Medien auf 80 ml verdünnt und LeukoPREP-Trennröhrchen (Becton Dickinson) werden jeweils mit 10 ml Zellsuspension beschichtet. Nach Zentrifugation für 15 Min. bei 1.500 bis 1.800 × g wird die Plasma/Medien-Schicht abgesaugt und dann wird die mononukleäre Zellschicht mit einer Pasteur-Pipette gesammelt und in ein konisches Zentrifugenröhrchen mit 15 ml (Corning) überführt. Medien werden zugegeben, um das Volumen auf 15 ml aufzufüllen, die Zellen werden sanft durch Umdrehen gemischt und bei 300 × g für 15 Min. zentrifugiert. Das PBMC-Pellet wird in einem kleinen Volumen an Medien wieder suspendiert, die Zellen werden gezählt und auf 6 × 106 Zellen/ml eingestellt.

Für den zellulären Test werden 1,0 ml der Zellsuspension, 0,5 ml Testverbindungs-Verdünnung und 0,5 ml LPS-Lösung (Sigma Nr. L-3012; 20 ng/ml Lösung, hergestellt in vollständigen RPMI-Medien; LPS-Endkonzentration 5 ng/ml) in jede Vertiefung einer Gewebekulturplatte mit 24 Vertiefungen und geradem Boden (Corning) gegeben. Die 0,5 ml-Zugaben von Testverbindung und LPS sind normalerweise ausreichend, um die Inhalte der Vertiefungen zu mischen. Man führt drei Kontrollgemische pro Experiment durch, mit entweder LPS alleine, Lösungsmittelvehikelkontrolle und/oder zusätzlichen Medien, um das Endvolumen der Kultur auf 2,0 ml einzustellen. Die Zellkulturen werden für 16 bis 18 Std. bei 37°C in Gegenwart von 5% CO2 inkubiert.

Am Ende des Inkubationszeitraums werden die Zellen geerntet und in konische Zentrifugenröhrchen mit 15 ml überführt. Nach einer Zentrifugation für 10 Min. bei 200 × g werden die Überstände geerntet und in Eppendorf-Röhrchen mit 1,5 ml überführt. Es kann angemerkt werden, dass das Zellpellet für eine biochemische Bewertung des Gehalts von prä-IL-1&bgr; und/oder reifem IL-1&bgr; in Cytosolextrakten durch Western-Blotting oder ELISA mit prä-IL-1&bgr; spezifischen Antiseren verwendet werden kann.

Isolierung von mononukleären adhärenten Zellen:

PBMC werden, wie vorstehend beschrieben, isoliert und vorbereitet. Medien (1,0 ml) werden zuerst in die Vertiefungen gegeben, gefolgt von 0,5 ml der PBMC-Suspension. Nach einer Inkubation von einer Stunde werden die Platten sanft geschüttelt und nicht-adhärente Zellen werden von jeder Vertiefung abgesaugt. Die Vertiefungen werden dann sanft dreimal mit 1,0 ml Medien gewaschen und schließlich wird wieder in 1,0 ml Medien suspendiert. Die Anreicherung von adhärenten Zellen erreicht im Allgemeinen 2,5 bis 3,0 × 105 Zellen pro Vertiefung. Die Zugabe der Testverbindungen, von LPS, die Zellinkubationsbedingungen und das Verarbeiten der Überstände erfolgt, wie vorstehend beschrieben.

ELISA:

Wir haben zur Messung von reifem IL-1&bgr; Quantikine-Kits (R & D Systems) verwendet. Die Tests wurden gemäß den Anweisungen des Herstellers durchgeführt. Mengen von reifem IL-1&bgr; von etwa 1 bis 3 ng/ml wurden in Positivkontrollen von sowohl PBMC als auch mononukleären adhärenten Zellen beobachtet. ELISA-Tests wurden mit Verdünnungen von 1:5, 1:10 und 1:20 der Überstände von LPS-Positivkontrollen durchgefürt, um die optimale Verdünnung für Überstände in der Testanordnung auszuwählen.

Die Hemmwirksamkeit der Verbindungen kann durch einen IC50-Wert dargestellt werden, welcher die Konzentration an Hemmstoff ist, bei der 50% reifes IL-1&bgr; in dem Überstand verglichen mit den Positivkontrollen nachgewiesen wird.

Der Fachmann erkennt, dass Werte, welche in Zelltests erhalten werden, wie jene, welche hier beschrieben werden, von mehreren Faktoren abhängen können. Die Werte müssen nicht notwendigerweise genaue quantitative Ergebnisse darstellen.

Beispiel 29 Pharmakokinetische Studien in der Maus

Peptidyl-ICE-Hemmstoffe werden schnell mit Clearance-Raten von größer als 100 ml/Min./kg ausgeschieden. Verbindungen mit niedrigeren Clearance-Raten weisen verbesserte pharmakokinetische Eigenschaften relativ zu Peptidyl-ICE-Hemmstoffen auf.

Clearance-Raten für erfindungsgemäße Verbindungen (ml/Min./kg) können unter Verwendung des nachstehend beschriebenen Verfahrens erhalten werden:

Probenvorbereitung und Dosierung

Verbindungen werden in steriler TRIS-Lösung (0,02 M oder 0,05 M) bei einer Konzentration von 2,5 mg/ml gelöst. Wo zur Sicherstellung einer vollständigen Lösung notwendig, wird die Probe zuerst in einem Minimum an Dimethylacetamid gelöst (maximal 5% des Lösungsgesamtvolumens), dann mit der TRIS-Lösung verdünnt.

Die Arzneistoff-Lösung wird an CD-1-Mäuse (Charles River Laboratories – 26 bis 31 g) über die Schwanzvene mit einem Dosisvolumen von 10 ml/kg verabreicht, wobei zum Beispiel eine Arzneistoffdosis von 25 mg/kg erreicht wird.

Den Mäusen kann zu jedem Zeitpunkt (im Allgemeinen von 2 Minuten bis 2 Stunden) in Gruppen (von zum Beispiel 5) eine Dosis verabreicht werden und dann werden die Tiere zur geeigneten Zeit mit Halothan narkotisiert und das Blut wird in einzelnen, mit Heparin versehenen Röhrchen über Durchtrennen der Jugularvenen gesammelt. Die Blutproben werden auf 0°C gekühlt, dann wird das Plasma abgetrennt und bis zur Testung bei –20°C gelagert.

Biotest

Die Arzneistoffkonzentration in den Plasmaproben wird über HPLC-Analyse mit UV- oder MS (ESP)-Nachweis bestimmt. Umkehrphasenchromatographie wird unter Verwendung einer Vielzahl von gebundenen Phasen von C1 bis C18 mit Eluenten, welche aus Gemischen von wässrigem Puffer/Acetonitril zusammengesetzt sind, verwendet, wobei man unter isokratischen Bedingungen laufen lässt.

Eine Quantifizierung wird durch externe Standardverfahren mit Kalibrierungskurven, welche durch Versetzen von Plasma mit Arzneistoff-Lösungen dargestellt werden, um Konzentrationen im Bereich von 0,5 bis 50 &mgr;g/ml zu ergeben, durchgeführt.

Vor der Analyse werden die Plasmaproben durch die Zugabe von Acetonitril, Methanol, Trichloressigsäure oder Perchlorsäure, gefolgt von Zentrifugation bei 10.000 g für 10 Minuten, deproteiniert. Probenvolumina von 20 &mgr;l bis 50 &mgr;l werden für die Analyse eingespritzt.

Repräsentatives Dosierungs- und Probenahmeverfahren

Der Arzneistoff wird in sterilem 0,02 M Tris gelöst, um eine Lösung mit 2,5 mg/ml zu ergeben, welche 11 Gruppen von 5 männlichen CD-1-Mäusen über die Schwanzvene in einer Dosis von 25 mg/kg verabreicht wird. Zu jedem der folgenden Zeitpunkte: 2, 5, 10, 15, 20, 30, 45, 60, 90 und 120 Minuten wird eine Gruppe von Tieren narkotisiert und das Blut wird in mit Heparin versehenen Röhrchen gesammelt. Nach dem Abtrennen wird das Plasma bei –20°C bis zum Testen gelagert.

Repräsentativer Test

Aliquote von Plasma (150 &mgr;l) werden mit 5%iger Perchlorsäure (5 &mgr;l) behandelt, dann auf dem Vortexgerät gemischt und für 90 Minuten vor dem Zentrifugieren stehen gelassen. Der resultierende Überstand wird abgetrennt und 20 &mgr;l wird für eine HPLC-Analyse eingespritzt.

Repräsentative HPLC-Bedingungen
Beispiel 30

Peptidyl-ICE-Hemmstoffe werden schnell mit Clearance-Raten von größer als 80 ml/Min./kg ausgeschieden. Verbindungen mit niedrigeren Clearance-Raten weisen verbesserte pharmakokinetische Eigenschaften relativ zu Peptidyl-ICE-Hemmstoffen auf.

Die Clearance-Rate in der Ratte (ml/Min./kg) für erfindungsgemäße Verbindungen kann unter Verwendung des nachstehend beschriebenen Verfahrens erhalten werden:

In vivo Clearance-Test bei der Ratte Repräsentatives Verfahren

Kanüleneinführungen in die jugularen und Karotisgefäße von Ratten werden einen Tag vor der pharmakokinetischen Studie unter Narkose durchgeführt. Free, M. J. und Jaffee, R. A.; "Cannulation techniques for the collection blood and other bodily fluids"; in: Animal Models; S. 480–495; Alexander, N. J., Herausg.; Academic Press; (1978). Der Arzneistoff (10 mg/ml) wird über die Jugularvene in einem Vehikel verabreicht, welches normalerweise aus Propylenglycol/Salzlösung, enthaltend 100 mM Natriumbicarbonat, in einem Verhältnis von 1:1 besteht. Den Tieren wird eine Dosis von 10 bis 20 mg Arzneistoff/kg verabreicht und Blutproben werden über einen Dauerkatheter in den Karotisgefäßen bei 0, 2, 5, 7, 10, 15, 20, 30, 60 und 90 Minuten genommen. Das Blut wird zu Plasma zentrifugiert und bis zur Analyse bei –20°C gelagert. Eine pharmakokinetische Analyse der Daten wird durch nicht-lineare Regression unter Verwendung von Standardsoftware wie RStrip (MicroMath Software, UT) und/oder Pcnonlin (SCI Software, NC), durchgeführt, um Clearance-Werte zu erhalten.

Repräsentative Analytik:

Das Rattenplasma wird mit einem gleichen Volumen an Acetonitril (das 0,1% TFA enthält) extrahiert. Die Proben werden dann mit ungefähr 1.000 × g zentrifugiert und der Überstand wird über Gradienten-HPLC analysiert. Ein typisches Testverfahren ist nachstehend beschrieben.

200 &mgr;l Plasma werden mit 200 &mgr;l 0,1% Trifluoressigsäure (TFA) in Acetonitril und 10 &mgr;l einer 50%igen wässrigen Zinkchlorid-Lösung gefällt, auf dem Vortexgerät vermischt, dann bei 1.000 × g zentrifugiert und der Überstand wird gesammelt und durch HPLC analysiert. HPLC-Verfahren: Säule: Zorbax SB-CN (4,6 × 150 mm)

(5 &mgr;m Teilchengröße)
Säulentemperatur: 50°C Fließgeschwindigkeit: 1,0 ml/Min. Einspritzvolumen: 75 &mgr;l Mobile Phase: A = 0,1% TFA in Wasser und B = 100% Acetonitril Verwendeter Gradient: 100% A auf 30% A in 15,5 Min.

0% A bei 16 Min.

100% A bei 19,2 Min.
Wellenlänge: 214 nm

Eine Standardkurve wird bei Konzentrationen von 20, 10, 5, 2 und 1 &mgr;g/ml bestimmt.

Beispiel 31 Vollblut-Test für die IL-1&bgr;-Produktion

IC50-Werte eines Vollblut-Tests für erfindungsgemäße Verbindungen werden unter Verwendung des nachstehend beschriebenen Verfahrens erhalten:

Zweck:

Der Vollblut-Test ist ein einfaches Verfahren zur Messung der Produktion von IL-1&bgr; (oder anderer Cytokine) und der Aktivität von möglichen Hemmstoffen. Die Komplexität dieses Testsystems mit seinem vollständigen Komplement an Lymphoid- und Entzündungszelltypen, dem Spektrum der Plasmaproteine und den roten Blutkörperchen ist eine ideale in vitro-Darstellung von physiologischen in vivo-Bedingungen des Menschen.

Materialien:
  • Pyrogenfreie Spritzen (~30 cm3)
  • Pyrogenfreie sterile Vakuumröhrchen, welche gefriergetrocknetes Na2EDTA (4,5 mg/10 ml Röhrchen) enthalten
  • Menschliche Vollblutprobe (~30 bis 50 cm3)
  • Eppendorf-Röhrchen mit 1,5 ml
  • Stammlösungen der Testverbindung (~25 mM in DMSO oder einem anderen Lösungsmittel)
  • Endotoxinfreie Natriumchlorid-Lösung (0,9%) und HBSS-Lipopolysaccharid-Stammlösung (Sigma; Katalognr. L-3012) mit 1 mg/ml in HBSS
  • IL-1&bgr;-ELISA Kit (R & D Systems; Katalognr. DLB50)
  • TNF&agr;-ELISA Kit (R & D Systems; Katalognr. DTA50)
  • Wasserbad oder Inkubator
Experimentelles Verfahren des Vollbluttests:

Stelle den Inkubator oder das Wasserbad auf 30°C ein. Gebe Aliquote von 0,25 ml Blut in Eppendorf-Röhrchen mit 1,5 ml, wobei nach jeweils 2 Aliquoten sichergestellt wird, dass die Vollblutprobenröhrchen umgedreht werden. Unterschiede bei Mehrfachbestimmungen können resultieren, wenn die Zellen sedimentieren und nicht einheitlich suspendiert werden. Die Verwendung einer Verdrängungspipette wird auch die Unterschiede zwischen Aliquoten von Mehrfachbestimmungen minimieren.

Stelle Arzneistoff-Verdünnungen in steriler, pyrogenfreier Salzlösung durch Reihenverdünnung her. Eine Verdünnungsreihe, welche den anscheinenden Ki-Wert für eine Testverbindung, bestimmt in einem ICE-Hemmtest, eingrenzt, wird im Allgemeinen für die primäre Verbindungsdurchmusterung verwendet. Für äußerst hydrophobe Verbindungen werden Verbindungsverdünnungen in frischem Plasma, welches von dem selben Blutspender erhalten wurde, oder in PBS, das zur Erhöhung der Löslichkeit 5% DMSO enthält, hergestellt.

Gebe 25 &mgr;l Testverbindungs-Verdünnung oder Vehikelkontrolle zu und mische die Probe sanft. Gebe dann 5,0 &mgr;l LPS-Lösung (250 ng/ml Stammlösung, frisch hergestellt: 5,0 ng/ml Endkonzentration an LPS) zu und mische erneut. Inkubiere die Röhrchen bei 30°C in einem Wasserbad für 16 bis 18 Std. mit gelegentlichem Mischen. Alternativ können die Röhrchen in eine Rotationsvorrichtung, welche auf 4 UpM eingestellt ist, für die gleiche Inkubationszeit gegeben werden. Dieser Test sollte in zweifacher oder dreifacher Ausführung mit den folgenden Kontrollen durchgeführt werden: Negativkontrolle – kein LPS; Positivkontrolle – kein Testhemmstoff; Vehikelkontrolle – die höchste Konzentration an DMSO oder Verbindungslösungsmittel, welche im Experiment verwendet wird. Zusätzliche Salzlösung wird zu allen Kontrollröhrchen gegeben, um die Volumina für die Vollbluttestproben von sowohl der Kontrolle als auch des Experiments zu normalisieren.

Nach der Inkubationszeit werden die Vollblutproben für 10 Minuten bei ~2.000 UpM in der Mikrofuge zentrifugiert, Plasma wird in ein frisches Mikrofugeröhrchen überführt und bei 1.000 × g zentrifugiert, um restliche Blutplättchen zu einem Pellet zu formen, wenn notwendig. Die Plasmaproben können vor dem Testen der Cytokinspiegel durch ELISA bei –70°C gefroren gelagert werden.

ELISA:

R & D Systems (614 McKinley Place N. E. Minneapolis, MN 55413)-Quantikine-Kits können zur Messung von IL-1&bgr; und TNF-&agr; verwendet werden. Die Tests werden gemäß den Anweisungen des Herstellers durchgeführt. Es können IL-1&bgr;-Spiegel von ~1 bis 5 ng/ml in Positivkontrollen bei einer Auswahl an Individuen beobachtet werden. Eine Verdünnung des Plasmas von 1:200 bei allen Proben ist normalerweise für die Experimente ausreichend, damit die ELISA-Ergebnisse in den linearen Bereich der ELISA-Standardkurven fallen. Es kann notwendig sein, die Standardverdünnungen zu optimieren, wenn Unterschiede in den Vollbluttests beobachtet werden. Nerad, J. L. et al., J. Leukocyte Biol., 52, S. 687–692 (1992).

Beispiel 32 Hemmung von ICE-Homologen 1. Isolierung von ICE-Homologen Expression von TX in Insektenzellen unter Verwendung eines Baculovirus-Expressionssystems.

TX-cDNA (C. Faucheu et al., EMBO, 14, S. 1914 (1995)) wird in einen modifizierten pVL1393-Transfervektor subcloniert, das resultierende Plasmid (pVL1393/TX) wird in Insektenzellen mit viraler DNA cotransfiziert und der rekombinante Baculovirus wird identifiziert. Nach der Erzeugung eines rekombinanten Virusstammes mit hohem Titer wird das Medium unter Verwendung des ICE-Tests für den sichtbaren Bereich auf TX-Aktivität untersucht. Typischerweise resultiert eine Infektion von Spodoptera frugiperda (Sf9)-Insektenzellen mit einer rekombinanten Virusstammlösung bei einer MOI von 5 in einer maximalen Expression von 4,7 &mgr;g/ml nach 48 Stunden. ICE wird in dem Test als ein Standard verwendet.

Die aminoterminal mit T7 markierten Versionen von ICE oder TX werden auch exprimiert. Ursprünglich gestaltet, um bei der Identifizierung und Reinigung der rekombinanten Proteine zu helfen, ermöglichen die verschiedenen Konstrukte auch eine Untersuchung der unterschiedlichen Expressionslevels und der relativen Apoptoselevels, welche von den unterschiedlichen Homologen gezeigt werden. Die Apoptose bei den infizierten Sf9-Zellen (untersucht unter Verwendung eines Trypan Blue-Ausschlusstests) wird in den Linien erhöht, welche ICE oder TX exprimieren, relativ zu Zellen, welche mit der viralen DNA alleine infiziert sind.

Expression und Reinigung von N-terminal, mit (His)6 markiertem CPP32 in E. coli.

Eine cDNA, welche ein CPP32 (Fernandes-Alnemri et al., vorstehend, 1994)-Polypeptid codiert, das mit Ser (29) beginnt, wird mit PCR mit Primern amplifiziert, welche XhoI-Stellen an sowohl das 5'- als auch das 3'-Ende der cDNA im Leserahmen anfügen, und das resultierende XhoI-Fragment wird in einen Xho I-geschnittenen pET-15b-Expressionsvektor ligiert, um eine Fusion im Leserahmen mit der (His)6-Markierung am N-Terminus des Fusionsproteins zu erzeugen. Das vorausgesagte rekombinante Protein beginnt mit der Aminosäuresequenz MGSSHHHHHHSSGLVPRGSHMLE, wobei LVPRGS eine Thrombin-Spaltungsstelle darstellt, gefolgt von CPP32, welches bei Ser (29) beginnt. E. coli BL21 (DE3), welche das Plasmid tragen, lässt man bis zur log-Phase bei 30°C wachsen und sie werden dann mit 0,8 mM IPTG induziert. Die Zellen werden zwei Stunden nach der IPTG-Zugabe geerntet. Lysate werden hergestellt und lösliche Proteine werden durch Ni-Agarose-Chromatographie gereinigt. Das gesamte exprimierte CPP32-Protein wäre in der prozessierten Form. Eine N-terminale Sequenzierungsanalyse soll zeigen, dass die Prozessierung an der authentischen Stelle zwischen Asp (175) und Ser (176) stattfand. Ungefähr 50 &mgr;g CPP32-Protein können aus 200 ml Kultur erhalten werden. Wie über Titration der aktiven Stelle bestätigt, sind die gereinigten Proteine vollständig aktiv. Die Protease-Zubereitungen sind in vitro bei der Spaltung sowohl von PARP als auch des synthetischen DEVD-AMC-Substrats (Nicholson et al., 1995) ebenfalls sehr aktiv.

2. Hemmung von ICE-Homologen

Die Selektivität einer Reihe von reversiblen Hemmstoffen für ICE-Homologe kann erhalten werden. ICE-Enzymtests werden gemäß Wilson et al. (1994) unter Verwendung eines YVAD-AMC Substrats (Thornberry et al., 1992) durchgeführt. Ein Test auf TX-Aktivität wird unter Verwendung des ICE-Substrats unter identischen Bedingungen wie bei ICE durchgeführt. Ein Test auf CPP32 wird unter Verwendung eines DEVD-AMC Substrats (Nicholson et al., 1995) durchgeführt.

Geschwindigkeitskonstanten zweiter Ordnung für die Inaktivierung von ICE und ICE-Homologen mit irreversiblen Hemmstoffen werden erhalten.

Beispiel 33 Hemmung von Apoptose Fas-induzierte Apoptose in U937-Zellen.

Verbindungen können auf ihre Fähigkeit zur Blockierung von anti-Fas-induzierter Apoptose bewertet werden. Unter Verwendung von RT-PCR kann in nicht stimulierten U937-Zellen mRNA nachgewiesen werden, welche ICE, TX, ICH-1, CPP32 und CMH-1 codiert. Diese Zelllinie kann für Apoptosestudien verwendet werden. Zum Beispiel werden U937-Zellen in Kultur mit 1 × 105 Zellen/ml ausgesät und man lässt bis ~5 × 106 Zellen/ml wachsen. Für Apoptoseexperimente werden 2 × 106 Zellen in Gewebekulturplatten mit 24 Vertiefungen in 1 ml RPMI-1640-10% FBS verteilt und mit 100 ng/ml anti-Fas-Antigen-Antikörper (Medical and Biological Laboratories, Ltd.) stimuliert. Nach einer Inkubation von 24 Std. bei 37°C wird der Prozentsatz der Apoptosezellen durch FACS-Analyse unter Verwendung von ApoTag-Reagenzien bestimmt.

Alle Verbindungen werden anfangs bei 20 &mgr;M getestet und Titrationen werden mit Wirkstoffverbindungen durchgeführt, um IC50-Werte zu bestimmen.

Beispiel 34 In vivo-Akuttest auf die Wirksamkeit als entzündungshemmendes Mittel LPS-induzierte IL-1&bgr;-Produktion.

Die Wirksamkeit wird in CD-1-Mäusen (zum Beispiel n = 6 pro Bedingung) bewertet, bei welchen mit LPS (20 mg/kg IP) gereizt wird. Die Testverbindungen werden in Olivenöl:DMSO:Ethanol (90:5:5) vorbereitet und durch IP Injektion eine Stunde nach LPS verabreicht. Blut wird sieben Stunden nach der Reizung mit LPS gesammelt. IL-1&bgr;-Serumspiegel werden über ELISA gemessen.

Die Verbindungen können auch durch orale Zwangsernährung verabreicht werden, um die Absorption abzuschätzen. Oral verabreichte Verbindungen, welche die IL-1&bgr;-Sekretion hemmen, weisen auf die mögliche orale Wirksamkeit von jenen Verbindungen als ICE-Hemmstoffe und folglich als entzündungshemmende Mittel hin.

Beispiel 35 Messung der Blutspiegel von Prodrugs

Mäusen wird eine p.o. (orale) Dosis der Verbindungen (zum Beispiel 50 mg/kg), welche in 0,5% Carboxymethylcellulose vorbereitet wird, verabreicht. Blutproben werden 1 und 7 Stunden nach der Dosisverabreichung gesammelt. Das Serum wird durch Fällung mit einem gleichen Volumen an Acetonitril, welches 2% Ameisensäure enthält, gefolgt von Zentrifugation extrahiert. Der Überstand wird durch Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie (ESI-MS) mit einem Nachweislevel von 0,03 bis 3 &mgr;g/ml analysiert. Nachweisbare Blutspiegel werden so bestimmt.

Beispiel 36 ICE-Hemmtests - IGIF

IL-1 kann in den ICE-Hemmtests, welche in Beispiel 28 beschrieben sind, mit IGIF ersetzt werden. So kann die Fähigkeit der ICE-Hemmstoffe die IGIF-Produktion zu vermindern bestimmt werden.

Um zum Beispiel den Test mit menschlichen PBMC durchzuführen, können Leukocytenmanschetten-Zellen von Blutspendern erhalten und periphere mononukleäre Blutzellen (PBMC) durch Zentrifugation in LeukoPrep-Röhrchen (Becton-Dickinson, Lincoln Park, NJ) isoliert werden. PBMC werden in Corning-Gewebekulturplatten mit 24 Vertiefungen gegeben (3 × 106/Vertiefung) und nach einer Std. Inkubation bei 37°C werden nicht-adhärente Zellen durch sanftes Waschen entfernt. Adhärente mononukleäre Zellen werden mit LPS (1 &mgr;g/ml) mit oder ohne ICE-Hemmstoff in 2 ml RPMI-1640-10% FBS stimuliert. Nach einer Inkubation für 16 bis 18 Std. bei 37°C werden IGIF und IFN – in Kulturüberständen über ELISA quantifiziert.

Beispiel 37

Die antivirale Wirksamkeit der Verbindungen kann in verschiedenen in vitro- und in vivo-Tests bewertet werden. Zum Beispiel können Verbindungen in viralen in vitro-Replikationstests getestet werden. In vitro-Tests können ganze Zellen oder isolierte Zellkomponenten verwenden. In vivo-Tests schließen Tiermodelle für virale Erkrankungen/Krankheiten ein. Beispiele von solchen Tiermodellen schließen Nagermodelle für HBV- oder HCV-Infektion, das Woodchuck-Modell für HBV-Infektion und das Schimpansenmodell für HCV-Infektion ein, sind aber nicht darauf beschränkt.

ICE-Hemmstoffe können auch in Tiermodellen für eine Krankheit, die auf Alkoholgenuss beruht, bewertet werden.

Beispiele 38 bis 59

Die Beispiele 38 bis 56 (Tabelle 3) wurden durch Verfahren hergestellt, welche ähnlich zu den Verfahren waren, die zur Herstellung der Beispiele 2 oder 3 verwendet wurden. Die Beispiele 57 bis 59 (Tabelle 3) wurden durch Verfahren hergestellt, welche ähnlich zu den Verfahren waren, die zur Herstellung von Beispiel 1 verwendet wurden.

Tabelle 3
Beispiel 60 ICE-Hemmung

Wir erhielten Hemmkonstanten (Ki-Werte) und IC50-Werte für die erfindungsgemäßen Verbindungen unter Verwendung der hier beschriebenen Verfahren (siehe Beispiele 28 und 31). Tabelle 4 listet diese Daten für die Beispiele 11, 38 bis 56 und 58 bis 59 auf.

Tabelle 4
Beispiel 61 Peritoneale Entzündung durch Carrageen bei der Maus Repräsentatives Verfahren

Eine Entzündung wird in Mäusen mit einer intraperitonealen (IP) Injektion von 10 mg Carrageen in 0,5 ml Salzlösung hervorgerufen (Griswold et al., Inflammation, 13, S. 727–739 (1989)). Arzneistoffe werden durch orale Zwangsernährung in Ethanol/PEG/Wasser-, &bgr;-Cyclodextrin-, Labrosol/Wasser- oder Cremophor/Wasser-Vehikel verabreicht. Die Mäuse werden 4 Stunden nach der Verabreichung von Carrageen getötet, dann werden 2 ml Salzlösung, welche 5 U/ml Heparin enthalten, IP injiziert. Nach einer sanften Massage des Peritoneums wird ein kleiner Schnitt gemacht, die Inhalte werden gesammelt und das Volumen wird aufgezeichnet. Die Proben werden bis zum Zentrifugieren (130 × g, 8 Min. bei 4°C), um Zellmaterial zu entfernen, auf Eis gehalten und der resultierende Überstand wird bei –20°C gelagert. Die IL-1&bgr;-Spiegel in der peritonealen Flüssigkeit werden über ELISA bestimmt.

Beispiel 62 Arthritis, welche durch Kollagen Typ II hervorgerufen wird Repräsentatives Verfahren

Arthritis, welche durch Kollagen Typ II hervorgerufen wird, wird in männlichen DBA/1J-Mäusen etabliert, wie von Wooley und Geiger (Wooley, P. H., Methods in Enzymology, 162, S. 361–373 (1988) und Geiger, T., Clinical and Experimental Rheumatology, 11, S. 515–522 (1993)) beschrieben. Kükensternum-Kollagen Typ II (4 mg/kg in 10 mM Essigsäure) wird in einem gleichen Volumen an vollständigem Freundschem Adjuvans (FCA) durch wiederholende Passagen (400) zwischen zwei Glasspritzen mit 10 ml mit einer 16 Gauge-Doppelsenk(„double hub")nadel emulgiert. Die Mäuse werden durch eine intradermale Injektion (50 l; 100 l CII pro Maus) der Kollagenemulsion 21 Tage später an der kontralateralen Seite des Schwanzansatzes immunisiert. Die Arzneistoffe werden zweimal pro Tag (10, 25 und 50 mg/kg) durch orale Zwangsernährung ungefähr 7 Stunden voneinander getrennt verabreicht. Vehikel, welche verwendet werden können, schließen Ethanol/PEG/Wasser, &bgr;-Cyclodextrin, Labrosol/Wasser oder Cremophor/Wasser ein. Die Arzneistoffbehandlungen werden innerhalb 2 Std. der CII-Auffrischungs-Immunisierung begonnen. Die Entzündung wird an einer Skala von 1 bis 4 mit steigender Ernsthaftigkeit an den zwei Vorderpfoten eingestuft und die Einstufungen werden addiert, um die Endeinstufung zu ergeben.

Beispiel 63 Bestimmung der in vivo-Bioverfügbarkeit Repräsentatives Verfahren

Die Arzneistoffe (10 bis 100 mg/kg) werden oral an Ratten (10 ml/kg) in Ethanol/PEG/Wasser, &bgr;-Cyclodextrin, Labrosol/Wasser oder Cremophor/Wasser verabreicht. Blutproben werden aus der Karotisarterie 0,25, 0,50, 1, 1,5, 2, 3, 4, 6 und 8 Stunden nach der Dosisverabreichung entnommen, zu Plasma zentrifugiert und bis zur Analyse bei –70°C gelagert. Die Aldehyd-Konzentrationen werden unter Verwendung eines enzymatischen Tests bestimmt. Eine pharmakokinetische Analyse der Daten wird durch nicht-lineare Regression unter Verwendung von RStrip (MicroMath Software, UT) durchgeführt. Die Verfügbarkeitswerte der Arzneistoffe werden wie folgt bestimmt: (AUC des Arzneistoffes nach der oralen Dosisverabreichung des Prodrugs/AUC des Arzneistoffes nach i.v. Verabreichung des Arzneistoffes) × (Dosis i.v./Dosis p.o.) × 100%.

Die Daten der vorstehenden Beispiele zeigen, dass die erfindungsgemäßen Verbindungen Hemmaktivität gegenüber dem IL-1&bgr; Konvertierenden Enzym zeigen und dass ICE die IGIF- und IFN-&ggr;-Spiegel kontrolliert.

Da die erfindungsgemäßen Verbindungen in der Lage sind, ICE in vitro zu hemmen, und zudem oral an Säuger verabreicht werden können, besitzen sie insoweit einen offensichtlichen klinischen Nutzen bei der Behandlung von IL-1-, durch Apoptose, IGIF- und IFN-&ggr;-vermittelten Erkrankungen/Krankheiten. Diese Tests haben für die Fähigkeit der Verbindungen ICE in vivo zu hemmen voraussagenden Charakter.

Obwohl wir eine Anzahl von erfindungsgemäßen Ausführungsformen beschrieben haben, ist es offensichtlich, dass unser grundlegender Aufbau verändert werden kann, um andere Ausführungsformen bereit zu stellen, welche die erfindungsgemäßen Produkte und Verfahren verwenden.


Anspruch[de]
  1. Verbindung dargestellt durch Formel (III):
    wobei

    Y
    ist,

    mit der Maßgabe, dass, falls R5 -OH ist, Y dann auch
    sein kann;

    C eine Benzoeinheit ist, wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an ein beliebiges Ringatom gebunden ist, gegebenenfalls durch -R4 ersetzt wird;

    R1 -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt, wobei jedes Aryl oder Heteroaryl gegebenenfalls einfach oder mehrfach mit R17 substituiert ist;

    R2 eine Bindung, -C(O)-, -C(O)C(O)-, -S(O)2-, -OC(O)-, N(H)C(O)-, -N(H)S(O)2-, -N(H)C(O)C(O)-, -CH=CHC(O)-, -OCH2C(O)-, -N(H)CH2C(O)-, -N(R19)C(O)-, -N(R19)S(O)2-, -N(R19)C(O)C(O)-, -N(R19)CH2C(O)- oder -C(O)C(=NOR11)- darstellt, mit der Maßgabe, dass, wenn R2 keine Bindung darstellt, R2 an den NH-Rest gebunden ist, welcher durch eine Carbonyl- oder Sulfonylgruppe mit dem 7-gliedrigen Ring verbunden ist;

    R3 -Aryl-, -Heteroaryl-, -Cycloalkyl-, -Alkyl, N(Alkyl)2,
    darstellt;

    R4 -NH2 oder -N(H)C(O)H darstellt;

    R5 -OH, -OR8 oder -N(H)OH darstellt;

    R6 -H, -CH2OR9, -CH2SR10, -CH2NHR9, -CH2N(R9)R12, -CHN2, -CH2F, -CH2Cl, -C(O)N(R11)R12, -R13 oder -R14 darstellt;

    R8 -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen Alkylheterocyclus darstellt;

    R9 -H, -C(O)Aryl, -C(O)Heteroaryl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -Aryl, -Heteroaryl oder -P(O)R15R16 darstellt;

    R10 -Alkylaryl, -Aryl, -Heteroaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

    jeder Rest R11 und R12 unabhängig -H, -Alkyl, Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

    R13 -Alkylaryl, -Alkenylaryl, -Alkinylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

    R14
    darstellt,

    wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an (i) gebunden ist, gegebenenfalls mit R17 ersetzt ist und jeder beliebige Wasserstoff, der an (ii) gebunden ist, gegebenenfalls mit R17, R18 oder R20 ersetzt ist;

    jeder Rest R15 und R16 unabhängig -H, -OH, -Alkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -OAlkyl, -OAryl, -OHeteroaryl, -OAlkylaryl oder -OAlkylheteroaryl darstellt;

    R17 -OH, -F, -Cl, -Br, -I, -NO2, -CN, -NH2, -CO2H, -C(O)NH2, -N(H)C(O)H, -N(H)C(O)NH2, -S(O)2NH2, -C(O)H, -Alkyl, -Cycloalkyl, -Perfluoralkyl, -O-Alkyl, -N(H)Alkyl, -N(Alkyl)2, -CO2Alkyl, -C(O)N(H)Alkyl, -C(O)N(Alkyl)2, -N(H)C(O)Alkyl, -N(H)C(O)N(H)Alkyl, -N(H)C(O)N(Alkyl)2, -S(O)2N(H)Alkyl, -S(O)2N(Alkyl)2, -S-Alkyl, -S(O2)Alkyl oder -C(O)Alkyl darstellt;

    R18 -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -O-Aryl, -O-Heteroaryl, -O-Alkylaryl, -O-Alkylheteroaryl, -N(H)Aryl, N(Aryl)2, -N(H)Heteroaryl, -N(Heteroaryl)2, -N(H)Alkylaryl, -N(Alkylaryl)2, -N(H)Alkylheteroaryl, -N(Alkylheteroaryl)2, -S-Aryl, -S-Heteroaryl, -S-Alkylaryl, -S-Alkylheteroaryl, -C(O)Aryl, -C(O)Heteroaryl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, -CO2Aryl, -CO2Heteroaryl, -CO2Alkylaryl, -CO2Alkylheteroaryl, -C(O)N(H)Aryl, -C(O)N(Aryl)2, -C(O)N(H)Heteroaryl, -C(O)N(Heteroaryl)2, -C(O)N(H)Alkylaryl, -C(O)N(Alkylaryl)2, -C(O)N(H)Alkylheteroaryl, -C(O)N(Alkylheteroaryl)2, -S(O)2-Aryl, -S(O)2-Heteroaryl, -S(O)2Alkylaryl, -S(O)2Alkylheteroaryl, -S(O)2N(H)Aryl, -S(O2)N(H)Heteroaryl, -S(O2)N(H)Alkylaryl, -S(O)2N(H)Alkylheteroaryl, -S(O)2N(Aryl)2, S(O)2N(H)(Heteroaryl)2, -S(O)2N(Alkylaryl)2, -S(O)2N(Alkylheteroaryl)2, -N(H)C(O)N(H)Aryl, -N(H)C(O)N(H)Heteroaryl, -N(H)C(O)N(H)Alkylaryl, -N(H)C(O)N(H)-Alkylheteroaryl, -N(H)C(O)N(Aryl)2, -N(H)C(O)N(Heteroaryl)2, -N(H)C(O)N(Alkylaryl)2, -N(H)C(O)N(Alkylheteroaryl)2 darstellt;

    R19 -H, -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen -Alkylheterocyclus darstellt;

    R20 -Alkyl-R18 darstellt;

    m gleich 0 oder 1 ist; und

    X ein Sauerstoff- oder Schwefelatom darstellt.
  2. Verbindung dargestellt durch Formel (IV),
    wobei Y gleich
    ist;

    C eine Benzoeinheit ist, wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an ein beliebiges Ringatom gebunden ist, gegebenenfalls durch -R4 ersetzt ist;

    R1-Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt, wobei jedes Aryl oder Heteroaryl gegebenenfalls einfach oder mehrfach mit R17 substituiert ist;

    R2 eine Bindung, -C(O)-, -C(O)C(O)-, -S(O)2-, -OC(O)-, -N(H)C(O)-, -N(H)S(O)2-, -N(H)C(O)C(O)-, -CH=CHC(O)-, -OCH2C(O)-, -N(H)CH2C(O)-, -N(R19)C(O)-, -N(R19)S(O)2-, -N(R19)C(O)C(O)-, -N(R19)CH2C(O)- oder -C(O)C(=NOR11)- darstellt, mit der Maßgabe, dass, wenn R2 keine Bindung darstellt, R2 an den NH-Rest gebunden ist, welcher durch eine Carbonyl- oder Sulfonylgruppe mit dem 7-gliedrigen Ring verbunden ist;

    R3 -Aryl-, -Heteroaryl-, -Cycloalkyl-, -Alkyl, -N(Alkyl)2,
    darstellt;

    R4 -NH2 oder -N(H)C(O)H darstellt;

    R6 -H, -CH2OR9, -CH2SR10, -CH2N(H)R9, -CH2N(R9)R12, -CHN2, -CH2F, -CH2Cl, -C(O)N(R11)R12, -R13 oder -R14 darstellt;

    R7 -C(O)Alkyl, -C(O)Cycloalkyl, -C(O)Alkenyl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, einen -C(O)Heterocyclus oder -C(O)Alkylheterocyclus darstellt;

    R8 -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen Alkylheterocyclus darstellt;

    R9 -H, -C(O)Aryl, -C(O)Heteroaryl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder -P(O)R15R16 darstellt;

    R10 -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

    jeder Rest R11 und R12 unabhängig -H, -Alkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

    R13 -Alkylaryl, -Alkenylaryl, -Alkinylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

    R14
    darstellt,

    wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an (i) gebunden ist, gegebenenfalls mit R17 ersetzt ist und jeder beliebige Wasserstoff, der an (ii) gebunden ist, gegebenenfalls mit R17, R18 oder R20 ersetzt ist;

    jeder Rest R15 und R16 unabhängig -H, -OH, -Alkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -OAlkyl, -OAryl, -OHeteroaryl, -OAlkylaryl oder -OAlkylheteroaryl darstellt;

    R17 -OH, -F, -Cl, -Br, -I, -NO2, -CN, -NH2, -CO2H, -C(O)NH2, -N(H)C(O)H, -N(H)C(O)NH2, -S(O)2NH2, -C(O)H, -Alkyl, -Cycloalkyl, -Perfluoralkyl, -O-Alkyl, -N(H)alkyl, -N(Alkyl)2, -CO2Alkyl, -C(O)N(H)Alkyl, -C(O)N(Alkyl)2, -N(H)C(O)Alkyl, -N(H)C(O)N(H)Alkyl, -N(H)C(O)N(Alkyl)2, -S(O)2N(H)Alkyl, -S(O)2N(Alkyl)2, -S-Alkyl, -S(O2)Alkyl oder -C(O)Alkyl darstellt;

    R18 -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl, -O-Aryl, -O-Heteroaryl, -O-Alkylaryl, -O-Alkylheteroaryl, -N(H)Aryl, -N(Aryl)2, -N(H)Heteroaryl, -N(Heteroaryl)2, -N(H)Alkylaryl, -N(Alkylaryl)2, -N(H)Alkylheteroaryl, -N(Alkylheteroaryl)2, -S-Aryl, -S-Heteroaryl, -S-Alkylaryl, -S-Alkylheteroaryl, -C(O)Aryl, -C(O)Heteroaryl, -C(O)Alkylaryl, -C(O)Alkylheteroaryl, -CO2Aryl, -CO2Heteroaryl, -CO2Alkylaryl, -CO2Alkylheteroaryl, -C(O)N(H)Aryl, -C(O)N(Aryl)2, -C(O)N(H)Heteroaryl, -C(O)N(Heteroaryl)2, -C(O)N(H)Alkylaryl, -C(O)N(Alkylaryl)2, -C(O)N(H)Alkylheteroaryl, -C(O)N(Alkylheteroaryl)2, -S(O)2Aryl, -S(O)2Heteroaryl, -S(O)2Alkylaryl, -S(O)2Alkylheteroaryl, -S(O)2N(H)Aryl, -S(O2)N(H)Heteroaryl, -S(O)2N(H)Alkylaryl, -S(O2)N(H)Alkylheteroaryl, -S(O)2N(Aryl)2, S(O2)N(Heteroaryl)2, -S(O)2N(Alkylaryl)2, -S(O)2N(Alkylheteroaryl)2, -N(H)C(O)N(H)Aryl, -N(H)C(O)N(H)Heteroaryl, -N(H)C(O)N(H)Alkylaryl, -N(H)C(O)N(H)Alkylheteroaryl, -N(H)C(O)N(Aryl)2, -N(H)C(O)N(Heteroaryl)2, -N(H)C(O)N(Alkylaryl)2, -N(H)C(O)N(Alkylheteroaryl)2 darstellt;

    R19 -H, -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen Alkylheterocyclus darstellt;

    R20 -Alkyl-R18 darstellt;

    m gleich 0 oder 1 ist; und

    X ein Sauerstoff- oder Schwefelatom darstellt.
  3. Verbindung gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei:

    C eine Benzoeinheit darstellt.
  4. Verbindung gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei

    Y
    darstellt;

    C eine Benzoeinheit darstellt;

    R1 -Phenyl, -Naphthyl oder -Isochinolinyl darstellt, wobei jedes gegebenenfalls einfach oder mehrfach mit R17 substituiert ist, wobei R17 -OH, -NH2, -Cl, -F, -Oalkyl oder -N(Alkyl)2 ist;

    R2 -C(O), -S(O)2-, -C(O)C(O)- oder -CH2C(O)- darstellt;

    R3 -Methyl, -Ethyl, -n-Propyl, -Isopropyl, -Phenyl, -2-Pyridinyl, -3-Pyridinyl, -4-Pyridinyl oder -Thiazolyl darstellt;

    R5 -OH darstellt; und

    R6 -H oder -R14 darstellt, wobei X ein Sauerstoffatom bedeutet; mit der Maßgabe, dass, wenn -R14 (i) bedeutet, R17 -OAlkyl, -F oder -Cl darstellt, und mit der Maßgabe, dass, wenn -R14 (ii) bedeutet, R18 -Aryl darstellt, wobei Aryl Phenyl ist;

    R7 -C(O)Alkyl darstellt;

    R8 -Methyl, -Ethyl, -n-Propyl, -Isopropyl, -Cyclopentyl, -Phenethyl oder -Benzyl darstellt; und

    m gleich 0 ist.
  5. Verbindung gemäß Anspruch 4 ausgewählt aus:
  6. Verbindung, dargestellt durch die Struktur von Verbindung 14:
  7. Arzneimittel, umfassend eine Verbindung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6.
  8. Verwendung einer Verbindung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 für die Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung oder Vorbeugung einer IL-1-vermittelten Erkrankung.
  9. Verfahren zur Herstellung einer Verbindung, dargestellt durch Formel (V):
    wobei:

    R21

    oder
    ist;

    C eine Benzoeinheit darstellt, wobei jeder beliebige Wasserstoff, der an ein beliebiges Ringatom gebunden ist, gegebenenfalls durch R4 ersetzt ist;

    R22
    darstellt;

    jeder Rest R23 unabhängig -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen -Alkylheterocyclus darstellt;

    R1 -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt, wobei jedes Aryl oder Heteroaryl gegebenenfalls mit R17 substituiert ist;

    R2 eine Bindung, -C(O)-, -C(O)C(O)-, -S(O)2-, -OC(O)-, -N(H)C(O)-, -N(H)S(O)2-, -N(H)C(O)C(O)-, -CH=CHC(O)-, -OCH2C(O)-, -N(H)CH2C(O)-, -N(R19)C(O)-, -N(R19)S(O)2-, -N(R19)C(O)C(O)-, -N(R19)CH2C(O)- oder -C(O)C(=NOR11)- darstellt, mit der Maßgabe, dass, wenn R2 keine Bindung darstellt, R2 an den NH-Rest gebunden ist, welcher durch eine Carbonyl- oder Sulfonylgruppe mit dem 7-gliedrigen Ring verbunden ist;

    R3 -Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkyl, -N(Alkyl)2,
    darstellt;

    R4 NH2 oder -N(H)C(O)H darstellt;

    R11 -H, -Alkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Cycloalkyl, -Alkylaryl oder -Alkylheteroaryl darstellt;

    R19 -H, -Alkyl, -Cycloalkyl, -Aryl, -Heteroaryl, -Alkylaryl, -Alkylheteroaryl oder einen Alkylheterocyclus darstellt; und

    m gleich 1 oder 2 ist;

    umfassend die Schritte:

    a) Umsetzen einer Verbindung der Formel (VI): R21 -OH, wobei R21 wie vorstehend definiert ist, mit einer Verbindung dargestellt durch Formel (VII):
    wobei R23 wie vorstehend definiert ist, in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels, von Triphenylphosphin, eines nukleophilen Radikalfängers, und von Tetrakis-Triphenylphospin-Palladium(0) bei Raumtemperatur in einer inerten Atmosphäre; und

    b) Zugabe von HOBT und EDC zu dem Gemisch, welches in Schritt a) gebildet wurde.
  10. Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei:

    C eine Benzoeinheit darstellt.
  11. Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei:

    C eine Benzoeinheit darstellt,

    R1 Phenyl, Naphthyl oder Isochinolinyl darstellt, wobei jedes davon gegebenenfalls einfach oder mehrfach mit R17 substituiert ist, wobei R17 -OH, -NH2, -Cl, -F, -OAlkyl,

    oder -N(Alkyl)2 darstellt;

    R2 -C(O)-, -S(O)2-, -C(O)C(O)- oder -CH2C(O)- darstellt;

    R3 Methyl, Ethyl, n-Propyl, Isopropyl, Phenyl oder Thiazolyl darstellt; und

    m gleich 1 ist.
  12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei das inerte Lösungsmittel CH2Cl2, DMF oder ein Gemisch aus CH2Cl2 und DMF ist.
  13. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei der nukleophile Radikalfänger Dimedon, Morpholin oder Dimethylbarbitursäure ist.
  14. Verfahren gemäß Anspruch 13, wobei der nukleophile Radikalfänger Dimethylbarbitursäure ist.
  15. Verfahren gemäß Anspruch 13, wobei das inerte Lösungsmittel CH2Cl2, DMF oder ein Gemisch aus CH2Cl2 und DMF ist.
  16. Verfahren gemäß Anspruch 15, wobei der nukleophile Radikalfänger Dimethylbarbitursäure ist.
  17. Verwendung einer Verbindung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 für die Herstellung eines Medikaments zur Verwendung bei der Behandlung oder Vorbeugung einer Krankheit ausgewählt aus einer IL-1-vermittelten Krankheit, einer durch Apoptose vermittelten Krankheit, einer Entzündungserkrankung, einer Autoimmunkrankheit, einer die Knochen angreifenden Störung, einer proliferativen Störung, einer Infektionskrankheit, einer degenerativen Erkrankung, einer nekrotischen Erkrankung, einer Krankheit, die auf übermäßigem Alkoholgenuss beruht, einer Viruserkrankung, Osteoarthritis, Pankreatitis, Asthma, Schocklunge, Glomerulonephritis, rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes, Sklerodermie, chronischer Schilddrüsenentzündung, Graves-Krankheit, Autoimmun-Gastritis, Insulin-abhängigem Diabetes mellitus (Typ I), autoimmuner hämolytischer Anämie, autoimmuner Neutropenie, Thrombocytopenie, chronischer aktiver Hepatitis, Myasthenia gravis, entzündlicher Darmerkrankung, Morbus Crohn, Psoriasis, Transplantat-Wirt-Reaktion, Osteoporosis, Knochenstörung in Verbindung mit multiplem Myelom, akuter myeloischer Leukämie, chronischer myeloischer Leukämie, metastatischem Melanom, Kaposi-Sarkom, multiplem Myelom, Sepsis, septischem Schock, Bakterienruhr, Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit, zerebraler Ischämie, myokardialer Ischämie, spinaler muskulärer Atrophie, multipler Sklerose, mit AIDS in Beziehung stehende Enzephalitis, mit HIV in Beziehung stehende Enzephalitis, Altern, Alopecia, neurologischen Schäden verursacht durch einen Schlaganfall, Hepatitis-B, Hepatitis-C, Hepatitis-G, Gelbfieber, Dengue-Fieber oder B-Enzephalitis.
  18. Verwendung gemäß Anspruch 17, wobei die Krankheit Osteoarthritis, akute Pankreatitis, rheumatoide Arthritis, entzündliche Darmerkrankung, Morbus Crohn, Psoriasis oder Alzheimer-Krankheit ist.
  19. Verwendung einer Verbindung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 für die Herstellung eines Medikaments zur Hemmung einer ICE-vermittelten Funktion bei einem Patienten.
  20. Verwendung einer Verbindung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 für die Herstellung eines Medikaments zur Verminderung von IGIF- oder IFN-&ggr; Produktion bei einem Patienten.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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