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Dokumentenidentifikation DE102004051516A1 27.04.2006
Titel Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre
Anmelder Brakeler Thermo-Glas GmbH, 33034 Brakel, DE
Erfinder Egg, Horst, 33034 Brakel, DE
Vertreter Eikel & Partner GbR, 32760 Detmold
DE-Anmeldedatum 21.10.2004
DE-Aktenzeichen 102004051516
Offenlegungstag 27.04.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.04.2006
IPC-Hauptklasse E06B 3/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E06B 5/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E06B 5/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   C03C 27/12(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei der Herstellung einer Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre 1 werden wenigstens zwei Flachglasscheiben 2, 3 mit den Abmessungen der Türe 1 und mit Durchbrechungen 7 und/oder Ausnehmungen 5, 6 für anzubringende Beschläge versehen, wonach durch ein Erhitzen der bearbeiteten Flachglasscheiben 2, 3 diese teilvorgespannt werden und anschließend die teilvorgespannten Flachglasscheiben 2, 3 jeweils passgenau unter Einbau einer Kunststofffolie 4 zu einem Verbundglas verklebt werden und anschließend die Beschläge in die Durchbrechung 7 und/oder die Ausnehmungen 5, 6 ein- oder angesetzt werden können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre und ein Verfahren für ihre Herstellung.

Rauchschutz-Ganzglastüren nach der DIN 18095 und Schallschutz-Ganzglastüren nach der DIN 4109 sind in vielfältigen Ausführungsformen bekannt und bewährt. Hierbei beachtlich ist, dass regelmäßig eine Bewertung betriebsfertiger Elemente erfolgt, nämlich der Gesamtheit von Türblatt, Zarge, Dichtungen und Beschläge im betrieblichen Zusammenspiel.

Um die von der DIN 4109 geforderten Schallschutzklassen 1 bis 3 zu erfüllen, in denen Schalldämmmaße RW von jeweils mehr als 32 dB, 37 dB und 42 dB gefordert werden, finden entsprechend dicke Einscheiben-Sicherheitsgläser bei der Herstellung von Schallschutztüren nach DIN-Norm Verwendung. Die Türblattstärken solcher Schallschutztüren betragen über 40 mm bis hin zu 70 mm. Die hierbei auftretenden, hohen Gewichte sind von der Zarge sicher auch abzufangen, womit an die Zarge, Zargendichtungen und Bodendichtungen hohe Anforderungen zu stellen sind und regelmäßig Sonderanfertigung auch nötig werden.

Vor diesem technischen Hintergrund macht die Erfindung es sich zur Aufgabe, eine Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre sowie ein Verfahren für deren Herstellung zur Verfügung zu stellen, durch das vorzugsweise eine Ganzglastüre in hohem Maß Schallschutz bietet, die darüber hinaus auch als Rauchschutz-Ganzglastür Verwendung finden kann und die insbesondere unter Erfüllung der DIN-Normen 4109 und/oder 18095 von geringer Materialstärke und damit von geringem Gewicht ist.

Gelöst wird diese technische Problematik bei der Fertigung der Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach der Erfindung durch die Verwendung eines Verbundglases, bei dessen Herstellung in einem ersten Verfahrensschritt wenigstens zwei Flachglasscheiben mit den Abmessungen der Türe und mit Durchbrechungen und/oder Ausnehmungen für anzubringende Beschläge versehen werden, wonach durch ein Erhitzen die bearbeiteten Flachglasscheiben teilvorgespannt werden, anschließend die teilvorgespannten Flachglasscheiben jeweils passgenau unter Einbau einer Kunststofffolie zu einem Laminat verklebt werden und letztlich die Beschläge in die Durchbrechungen und/oder die Ausnehmungen ein- oder angesetzt werden.

Das Erhitzen, bei dem keine Maßänderungen in der Fläche der bearbeiteten Flachglasscheiben erfolgen darf, erfolgt bei einer Temperatur zwischen 700°C und 800°C, bevorzugt bei einer Temperatur von 760°C.

Eine insbesondere nach einem derartigem Verfahren hergestellte Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre, bei der das Glas durch ein Laminat aus wenigstens zwei Flachglasscheiben unter Einbau einer Kunststofffolie ausgebildet ist, hat sich als überraschend schallisolierend, von hoher Schlagfestigkeit und auch resistent gegenüber hohen Temperaturen herausgestellt.

So können solche Verbundgläser bei einer Kugelfallprüfung gemäß EN356 in die Klassen P1A bishin zu P4A fallen oder bei einer Pendelschlagprüfung nach prEN12600 bzw. EN12600 in die Klassen 7B oder 1(B)1. Typische Dicken solcher Verbundgläser liegen zwischen 7 mm und 20 mm. Für die erfindungsgemäße Türe sind jedoch Stärken des Verbundglases zwischen 8 mm und 20 mm von Interesse, insbesondere auch aus Gründen der Gewichtsreduzierung gegenüber den sonst verwendeten Einscheiben-Sicherheitsgläsern. Unter der Verwendung zweier 4 mm starker Flachglasscheiben und einer Kunststofffolie einer Dicke von 0,5 mm kann bei einer Gesamtstärke des Verbundglases von ca. 8 mm ein Schalldämmmaß von Rw = 38 dB sicher erreicht werden. Wird die Glasstärke auf 8 mm und die Foliedicke auf 0,76 mm erhöht, beträgt dann bei einer Gesamtdicke des Verbundglases von 17 mm das Schalldämmmaß RW = 42 dB.

Bei den verwendeten Kunststofffolien handelt es sich bevorzugt um PVB-Folien, Polyvenyl-Butyral-Folie, insbesondere sogenannte SC-Folien, Sound-Controll-PVB-Folien, oder SLA-Folien, Akustik-PVB-Folien, wobei insbesondere letztere in einem hohen Maß schallisolierend in der Gesamtkombination wirken. Die Stärke der Folien liegt regelmäßig zwischen 0,5 mm und 2 mm, wobei zwei Typen, eine SLA-Folie von einer Stärke von 0,5 mm und eine SC-Folie einer Stärke von 0,76 mm, bevorzugt werden.

Insbesondere die Kunststofffolie bestimmt das akustische Verhalten der Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach der Erfindung, während die Glasstärke sowie die Teilvorspannung deren mechanische Eigenschaften im Wesentlichen bestimmen. Durch die Kombination der beiden Merkmale bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Türe können Ganzglastüren außerordentlich geringer Materialstärke, jedoch von hohem Schallschutz bei gleichzeitig großer mechanischer Stabilität ausgebildet werden, die darüber hinaus in im Wesentlichen herkömmlichen Holz- oder Stahlzargen gehalten sein können.

Dem Grunde nach übliche Maßnahmen, beispielsweise die Türe mit einer in der Geschlossenstellung gegen einen Boden abdichteten Bodendichtung zu versehen, sowie ein rauchdichtes und schalldämmendes Zargendichtungsprofil vorherzusehen, vervollständigen die Maßnahmen für einen guten Schallschutz bei einer eingebauten Türe nach der Erfindung.

Dabei kann insbesondere daran gedacht sein, die Türe mit Beschlägen zu versehen, bspw. mit zwei Schließern, durch die die DIN-Norm 18095 erfüllt wird, mithin eine Rauchschutz-Ganzglastüre vorliegt. Regelmäßig wird durch eine Rauchschutz-Ganzglastüre nach der Erfindung auch die DIN-Norm 4109 einer Schallschutz-Ganzglastüre erfüllt.

Üblicherweise ist die Folie klarsichtig. Farbeffekte können allerdings durch die Verwendung farbiger Flachglasscheiben hervorgerufen werden. Auch eine Oberflächenbehandlung der Flachglasscheiben bspw. durch Bedrucken, Sandstrahlen, Satinierung oder dergleichen künstlerische Bearbeitung ist völlig unproblematisch möglich.

Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert, in der lediglich ein Ausführungsbeispiel dargestellt ist. In der Zeichnung zeigt:

1: eine isometrische, nicht maßstabsgetreue Darstellung einer erfindungsgemäßen Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre und

2: einen nicht maßstabsgetreuen Schnitt durch ein vorzugsweise verwendetes Verbundglas.

1 zeigt beispielhaft ein Ganzglas-Türblatt 1 aus einem Laminat von zwei Flachglasscheiben 2, 3 unter Einfassung einer Kunststofffolie 4, vergleich auch den Schnitt durch das verwendete Glas-Laminat 8 gemäß 2.

Es hat sich bei der Herstellung des Verbundglases 8 als zweckmäßig erwiesen, in einem ersten Verfahrensschritt die beiden Flachglasscheiben 2, 3 auf Maß zuzuschneiden und mit Ausnehmungen 5, 6 für bspw. Scharniere, und Bohrungen 7 für einen Schließzylinder oder für dergleichen weitere, anzubringende Beschläge zu versehen. Darauf erfolgt weiter ein Erhitzen auf Temperaturen zwischen 700°C und 800°C, insbesondere auf 760°C, durch den dass bearbeitete Flachglas teilvorgespannt wird und als ein sogenanntes TVG vorliegt. Erst dann werden die einzelnen Lagen der Flachglasscheiben 2, 3 unter Einbau der Kunststofffolie 4 passgenau aufeinander verklebt.

Infolgedessen kommt es, da keine Kantenbearbeitung des fertigen Türblatts 1 bspw. durch Schleifen mehr von Nöten ist, zu keiner Schlierenbildung oder zu anderen Beschädigungen aufgrund der bei einer solchen Bearbeitung stattfindenden Temperaturerhöhung und einem dann möglichen Aufschmelzen der Kunststofffolie 4.

Werden zwei Flachglasscheiben 2, 3 einer Stärke von 4 mm unter Einbau einer SLA-PVB-Folie 4 einer Stärke von 0,5 mm verwendet, wird ein Schalldämmmaß RW von 38 dB erreicht bei einer Gesamtstärke des Verbundglases 8 von ca. 8 mm. Bei zwei Flachglasscheiben 2, 3 einer Stärke von 6 mm unter Einbau einer SC-PVB-Folie 4 einer Stärke von 0,76 mm und einer Gesamtstärke des Verbundglases 8 von 13 mm beträgt das Schalldämmmaß RW = 40 dB. Das in der höchsten Schallschutzklasse 3 geforderte Schalldämmmaß von RW = 42 dB erfüllt eine Türe, deren zwei Flachglasscheiben 2, 3 einer Stärke von 8 mm eine SC-PVB-Folie 3 einer Stärke von 0,76 mm einfassen, womit das Verbundglas 8 eine Stärke von 17 mm etwa aufweist.

Der zur Folie 3 symmetrische Aufbau der erläuterten Ausführungsbeispiele ist nicht zwingend. Darüber hinaus können auch mehr als zwei Flachglasscheiben und mehr als eine Folie Verwendung finden, bspw, können drei Flachglasscheiben zwei Folien einfassen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren der Herstellung einer Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre, dadurch gekennzeichnet,

    – dass wenigstens zwei Flachglasscheiben (2, 3) mit den Abmessungen der Türe (1) und mit Durchbrechungen (7) und/oder Ausnehmungen (5, 6) für anzubringende Beschläge versehen werden,

    – dass durch ein Erhitzen die bearbeiteten Flachglasscheiben (2, 3) teilvorgespannt werden,

    – dass die teilvorgespannten Flachglasscheiben (2, 3) jeweils passgenau unter Einbau einer Kunststofffolie (4) zu einem Verbundglas verklebt werden und

    – dass die Beschläge in die Durchbrechungen (7) und/oder die Ausnehmungen (5, 6) ein- oder angesetzt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Erhitzen der bearbeiteten Flachglasscheiben (2, 3) bei einer Temperatur zwischen 700°C und 800°C erfolgt.
  3. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre, insbesondere hergestellt nach einem Verfahren gemäß der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Glas durch ein Laminat (8) aus wenigstens zwei Flachglasscheiben (2, 3) unter Einbau einer Kunststofffolie (4) ausgebildet ist.
  4. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Flachglasscheibe (2, 3) vorgespannt ist.
  5. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Flachglasscheibe (2, 3) eine Stärke zwischen 4 mm und 10 mm aufweist.
  6. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (4) eine Polyvenyl-Butyral-Folie ist.
  7. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (4) eine Stärke zwischen 0,5 mm und 2 mm aufweist.
  8. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbundglas (8) eine Stärke zwischen 8 mm und 20 mm aufweist.
  9. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Türe (1) als Ganzglastüre ausgebildet ist.
  10. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Türe (1) in einer Holzzarge oder einer Stahlzarge gehalten ist.
  11. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein rauchdichtes und/oder schalldämmendes Zargendichtungsprofil.
  12. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Beschläge einer Schallschutz-Ganzglastür.
  13. Schallschutz-Verbundsicherheitsglastüre nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Beschläge einer Rauchschutz-Ganzglastür.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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