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Dokumentenidentifikation DE102005021477A1 04.05.2006
Titel Verfahren zum Herstellen eines Laminats für ein Pass-Inlay und Ausweisdokument
Anmelder PAV Card GmbH, 22952 Lütjensee, DE
Erfinder Kistenmacher, Dirk, 21493 Fuhlenhagen, DE;
Früchtenicht, Dierk, 22929 Schönberg, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner GbR, 80538 München
DE-Anmeldedatum 10.05.2005
DE-Aktenzeichen 102005021477
Offenlegungstag 04.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.05.2006
IPC-Hauptklasse B42D 15/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B42D 1/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Laminats für ein Pass-Inlay in einem Ausweisdokument. Das Verfahren ist gekennzeichnet durch ein Fertigen eines Zwischenprodukts durch ein während des Laminatprozesses ausgeführtes Kaschieren mindestens eines Vorlaminats mit einer faserigen und/oder Gewebe-Beschichtung.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Ausweisdokument mit einem Pass-Inlay aus einem mit einer faserigen und/oder gewebigen Kaschierung überdeckten, eine Antenneneinrichtung in Verbindung mit einem Datenträger mindestens abschnittsweise enthaltenden Laminatkörper.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Laminats für ein Pass-Inlay nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein hierdurch hergestelltes Ausweisdokument.

Fälschungssichere und insbesondere maschinenlesbare Ausweisdokumente sind vor allem in Hinblick auf Sicherheitsaspekte sehr vorteilhaft. Zum Auslesen der Daten wird bei den nach dem Stand der Technik bekannten Dokumenten auf eine optisch lesbare Schrift mit den Daten des Ausweisinhabers zurückgegriffen, die anschließend in einer Sicherheitsdatenbank mit den dort gespeicherten Daten abgeglichen werden.

Derartige Ausweisdokumente lassen aber nur ein Lesen von Daten von dem Dokument, aber kein Schreiben oder Verändern der Daten auf dem Dokument zu, so dass jeder Lesevorgang an jedem einschlägigen Terminal mit einem Datenabgleich auf einem mitunter sehr entfernt lokalisierten zentralen Server verbunden ist. Dies ist beispielsweise bei der Überprüfung von Straf- oder Vergehensregistern, beispielsweise bei der Nachfrage zum gegenwärtigen Punktestand eines Verkehrsteilnehmers sehr nachteilig, denn das Dokument des Verkehrsteilnehmers selbst weist keine derartigen Daten auf, weil das Dokument nicht für eine Datenspeicherung ausgelegt ist.

Zur Speicherung von Daten bzw. zur Identifikation eines Benutzers sind insbesondere Chip- oder Magnetkarten bekannt. Diese bestehen z.B. aus einem Laminatverbund, bei dem im wesentlichen zwei Kunststoffscheiben ein Chipmodul und/oder eine Antenneneinrichtung sandwichartig einschließen, wobei insbesondere das Chipmodul fest und unlösbar in den so gebildeten Kartenkörper integriert wird.

Derartige Chipkarten können jedoch für Ausweisdokumente, beispielsweise Pässe, nicht so ohne weiteres verwendet werden, sofern die Herstellungsvorrichtungen, beispielsweise Druck- bzw. Bindemaschinen, auf die Verarbeitung von Papier bzw. Geweben ausgelegt sind, oder die Verwendung von Papier bzw. Gewebe für das Ausweisdokument vorgeschrieben ist.

Es ergibt sich somit die Aufgabe, ein Verfahren zum Herstellen eines Laminats für ein Pass-Inlay in einem Ausweisdokument anzugeben, mit dessen Hilfe es möglich ist, Pass-Inlays auch in papier- bzw. gewebeverarbeitenden Produktionslinien zum Herstellen der Ausweisdokumente einzusetzen.

Weiterhin ergibt sich die Aufgabe, ein Ausweisdokument anzugeben, das eine einfache und kostengünstige Datenspeicherung in Verbindung mit einer einfachen Möglichkeit der Datenübertragung und einer größtmöglichen Fälschungssicherheit des Dokumentes vereint und welches ein derartiges Pass-Inlay enthält

Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren zur Herstellung eines Laminats für ein Pass-Inlay nach den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, wobei die Unteransprüche zweckmäßige Erweiterungen und Ausgestaltungen enthalten. Hinsichtlich des Vorrichtungsaspektes wird die Aufgabe durch ein Ausweisdokument mit den Merkmalen des Anspruchs 4 gelöst, wobei die Unteransprüche hierzu zweckmäßige Erweiterungen und Ausgestaltungen umfassen.

Das Verfahren zur Herstellung eines papiertechnologisch verarbeitbaren Laminats für ein Pass-Inlay ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass ein Zwischenprodukt gefertigt wird, wobei ein Kaschieren eines flächigen Vorlaminats während des Laminierprozesses mit einem faserigen und/oder Gewebe-Material ausgeführt wird.

Es werden somit die Vorlaminate vorzugsweise beidseitig sandwichartig kaschiert, wobei diese ein Chipmodul bzw. die Antenneneinrichtung zwischen sich einschließen. Das Zwischenprodukt weist somit eine faserige bzw. Gewebe-Oberfläche auf, sodass das Laminat nachfolgend in entsprechend ausgelegten Produktionsanlagen verarbeitet, z.B. bedruckt oder gebunden werden kann.

Bei einer ersten Ausführungsform des Verfahrens wird als faserige Beschichtung ein Papiermaterial aufkaschiert. Dadurch kann das fertige Laminat in papierverarbeitenden Vorrichtungen weiter bearbeitet werden.

Bei einer weiteren Ausführungsform wird ein Gewebematerial als gewebige Beschichtung aufkaschiert. Das Laminat erhält damit die Beschaffenheit eines sehr festen Stoffgewebes, das prinzipiell wie eine plan liegende bzw. geführte Stoffbahn behandelt werden kann.

Ein darauf basierendes Ausweisdokument ist erfindungsgemäß durch ein Pass-Inlay aus einem mit einer faserigen und/oder gewebigen Kaschierung überdeckten, eine Antenneneinrichtung in Verbindung mit einem Datenträger mindestens abschnittsweise enthaltenden Zwischenprodukt-Laminatkörper gekennzeichnet.

Das Ausweisdokument ist einerseits aus einem Faser- oder Gewebematerial ausgeführt und weist demnach alle diesbezüglichen Eigenschaften auf und enthält andererseits innerhalb des Laminatkörpers eine entsprechende Speicher- und/oder Antenneneinrichtung üblicher Speicherkarten.

Das Ausweisdokument kann bei einer Ausführungsform in Buchform ausgeführt sein, wobei der Laminatkörper in den Bereich des Deckels und/oder Rückens des Ausweisdokuments integriert ist.

Die Kaschierung ermöglicht es somit, den Laminatkörper in das Ausweisdokument wie ein Bestandteil aus Papier, Pappe oder Gewebe einzuformen. Dadurch können der Rücken bzw. der Deckel wie bei einem konventionellen Ausweisdokument gefertigt werden.

Der Laminatkörper kann insbesondere in den Rücken und/oder den Deckel des Ausweisdokuments unlösbar oder nur durch Zerstörung lösbar eingebracht, insbesondere eingenäht und/oder eingeklebt sein. Es kann also auf die allgemein üblichen Fügeverfahren zum Fertigen des Ausweisdokuments zurückgegriffen werden.

Besonders günstig ist eine Ausführungsform des Ausweisdokuments, bei der die Kaschierung des Laminatkörpers als ein Abschnitt der Kaschierung des Ausweisdokuments, insbesondere der Deckel- und/oder Rückenkaschierung ausgebildet ist. In diesem Fall kann entweder auf eine eigene Kaschierung des Laminatkörpers verzichtet werden, oder die Kaschierung des Laminatkörpers selbst dient zum Einfügen in den Deckel bzw. Rücken des Ausweisdokuments.

Das erfindungsgemäße Verfahren bzw. das erfindungsgemäße Ausweisdokument sollen nun nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert werden. Zur Verdeutlichung dienen die angefügten Figuren. Es werden für gleiche oder gleich wirkende Teile die selben Bezugszeichen verwendet.

Es zeigen:

1 ein beispielhaftes Ausweisdokument in einer ersten Ausführungsform,

2 ein beispielhaftes Ausweisdokument in einer zweiten Ausführungsform,

3 eine beispielhafte Antenneneinrichtung in Verbindung mit einem Speichermodul für einen Laminatkörper,

4a eine Schnittdarstellung des Ausweisdokuments entlang der Linie A-A aus 2,

4b eine Schnittdarstellung des Ausweisdokuments entlang der Linie B-B aus 2

Nachfolgend werden beispielhafte Ausführungsformen eines Ausweisdokuments bzw. eines Halbfabrikats zur Herstellung eines Ausweisdokuments beschrieben.

Dabei wird vor allem von zwei grundlegenden Varianten ausgegangen. Bei dem ersten Ausführungsbeispiel ist der Laminatkörper in einen Deckelgrundkörper des Ausweisdokuments integriert. Diese Ausführungsform wird insbesondere in 1 beschrieben. Bei der zweiten Ausführungsform bildet der Laminatkörper selbst den Deckelgrundkörper. Diese Ausführungsform ist insbesondere in 2 dargestellt.

Der Laminatkörper kann bei beiden Ausführungsformen mit einer Papier- oder Gewebeschicht kaschiert und demnach als ein kaschiertes Zwischenprodukt ausgebildet sein. Dabei überdeckt entweder die Kaschierung des Deckels die Kaschierung des Laminatkörpers oder die Kaschierung des Laminatkörpers bildet gleichzeitig die Kaschierung des Deckels des Ausweisdokuments.

Das in 1 dargestellte beispielhafte Ausweisdokument weist eine in den Bereich des Rückens und/oder Deckels des Ausweisdokuments integrierte Anordnung aus einem elektronischen Datenträger in Verbindung mit einer Antenneneinrichtung für eine kontaktlose Datenübertragung auf. Sowohl die Antenneneinrichtung, als auch der elektronische Datenträger sind in einen Laminatkörper eingebracht. Alternativ dazu ist es natürlich auch möglich, lediglich ein leitfähiges Gewebe oder Gewirk als quasi "elektronisches Gelenk" im Bereich des Rückens auszubilden

Durch den Laminatkörper ist somit in das Ausweisdokument ein Datenspeicher, insbesondere ein Speicherchip, und eine Antenneneinrichtung eingefügt, die mit dem Körper des Dokumentes, eine unlösbare Einheit bilden. Diese kann nur durch eine Zerstörung des Ausweisdokuments voneinander getrennt werden und ist somit weitgehend fälschungssicher.

Bei der in 1 dargestellten Ausführungsform ist der elektronische Datenträger und/oder die Antenneneinrichtung als ein in den Rücken und/oder Deckel unlösbar eingebrachter, insbesondere eingenähter, Laminatkörper mit einlaminiertem Speicherchip und/oder einlaminierter Wicklung 30 ausgebildet. Der Speicherchip und/oder die Spuleneinrichtung sind somit von außen unzugänglich in dem Laminatkörper verborgen.

Der elektronische Datenträger und/oder die Antenneneinrichtung können auch als Bestandteile eines in den Ausweisrücken integrierten, mit dem Ausweisdokument unlösbar verbundenen, insbesondere vernähten, Vlieses oder Gewebes ausgebildet sein. Das Vlies oder das Gewebe enthält somit einerseits den Datenträger und/oder Antenneneinrichtung als einen integralen Bestandteil und dient andererseits zum Zusammenhalt des Ausweisdokuments.

Das Vlies oder Gewebe kann gegebenenfalls abschnittsweise in den Laminatkörper eingebracht sein und im Bereich des Rückens des Ausweisdokuments ein flexibles Gelenkelement ausbilden. Damit ist es möglich, die Antenneneinrichtung über den Rücken des Ausweisdokuments herum zu führen, wobei diese gleichzeitig eine flexible Gelenkverbindung zwischen den Deckeln bzw. zwischen dem Laminatkörper bildet.

Das Vlies oder Gewebe besteht in diesem Fall aus einem metallischen oder Kunststoffwerkstoff, insbesondere einem Faserwerkstoff.

In der 1 ist das Ausweisdokument mit einem teilweise aufgeschnittenen Rücken 5 bzw. Deckel 10 gezeigt. Der Deckel weist einen in diesem Ausführungsbeispiel als Speicherchip ausgebildeten Datenträger 20 auf, der mit einer Antenneneinrichtung 30 für einen kontakt- bzw. berührungslosen Datenaustausch mit externen Leseeinrichtungen verbunden ist. Die Antenneneinrichtung ist in diesem Ausführungsbeispiel als eine spulenartige Anordnung oder Wicklung ausgeführt.

In dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel überdeckt die Anordnung aus Antenneneinrichtung und Datenspeicher sowohl einen Teil des rückseitigen und vorderseitigen Deckels als auch des Rückens des Ausweisdokuments. Innerhalb des Deckels 10 sind die Leiterbahnen der Antenneneinrichtung 30 bzw. der Datenspeicher 20 in einen Laminatkörper 40 eingebettet und bildet mit diesem einen unlösbaren kompakten Körper aus. Dieser Verbund ist in den Deckel 10 des Ausweisdokuments unlösbar eingearbeitet und kann nur durch Zerstörung des Deckels 10 bzw. des Laminatkörpers entfernt werden. Dazu ist beispielsweise der Laminatkörper 40 mit einem aus Pappe oder Kunststoff bestehenden Grundkörper 41 des Deckels 10 verklebt oder vernäht und mit einer Deckelkaschierung 42 des Deckels 10 überdeckt und somit unlösbar so verbunden, sodass die Deckelkaschierung nur durch eine irreversible Beschädigung des Ausweisdokuments vom Bereich des Laminats entfernt werden kann.

Im Bereich des Rückens 5 des Ausweisdokuments geht der Laminatkörper in ein Vlies oder Gewebe 50 über, das als flexibles Material einen Teil des Rückens 5 bildet. Das Vlies bzw. das Gewebe bestehen hierbei vorzugsweise aus Kunststofffasern, die innerhalb des Gewebes die Leiterbahnen der Antenneneinrichtung 30 enthalten. Vorteilhafterweise ist das Vlies bzw. das Gewebe 50 in den erwähnten Laminatkörper eingebracht, d.h. zwischen die Oberflächen der Vorlaminate sandwichartig einlaminiert und innerhalb des Laminatkörpers mit dem Datenträger 20 verbunden.

Weiterhin ist das Vlies bzw. das Gewebe mit dem Grundkörper des Deckels bzw. den weiteren Komponenten des Rückens unlösbar so verbunden, insbesondere verklebt oder vernäht, dass ein Heraustrennen des Vlieses bzw. Gewebes zu dessen irreversibler Zerstörung führt.

Dabei bilden die Abschnitte des auf den Deckeln 10 des Ausweisdokuments angeordneten Laminatkörpers 40 in Verbindung mit dem innerhalb des Rückens 5 angeordneten Vlies oder Gewebe 50 eine Gelenkverbindung aus, die ein Aufklappen bzw. Schließen der Deckel 10 gestattet und gleichzeitig eine kontaktlose Datenübertragung zwischen der Antenneneinrichtung 30 und externen Lesegeräten ermöglicht.

Natürlich ist eine Reihe von abgewandelten Ausführungsformen möglich, bei denen die gesamte Anordnung aus Laminatkörper 40 bzw. Vlies oder Gewebe 50 in den Deckel 10 des Ausweisdokuments integriert sind. Zum Beispiel kann das Vlies bzw. Gewebe aus Sicherheitsgründen mehrfach mit der Deckelkaschierung 42 verbunden, beispielsweise versteppt sein.

2 zeigt eine weitere beispielhafte Ausführungsform eines Ausweisdokuments, hier dargestellt als ein beispielhaftes Halbfabrikat. In die mit einem in Form eines Gewebematerial ausgeführten Rücken 5 verbundenen Deckel 10 sind in diesem Beispiel zwei Laminatkörper 40 eingefügt. Diese enthalten eine Antenneneinrichtung oder Wicklung 30 und einen Speicherchip 20 als Datenträger. In 3 ist der Laminatkörper 40 in einer vergrößerten Darstellung gezeigt. Das Ausweisdokument ist im Bereich der Deckel 10 mit einer Papierschicht kaschiert, sodass beide Laminatkörper unter der Papierschicht verborgen sind. Der Deckelgrundkörper 41 kann hierbei entweder aus dem gleichen Material wie der eingefügte Laminatkörper 40 oder aus einem von diesem verschiedenen Material ausgeführt sein. Bei der in 2 gezeigten Ausführungsform bildet der Deckelgrundkörper gleichzeitig den Laminatkörper 40 und ist mit der Papierschicht oder einer anderen Kaschierung überdeckt. Weiterhin ist ein Gewebematerial 50 bei dem in der Figur gezeigten Beispiel in den Laminatkörper im Bereich des Rückens einlaminiert.

Die in 2 gezeigte Anordnung kann bei einer Papierkaschierung in Vorrichtungen weiter bearbeitet werden, die für die Verarbeitung von Papiermaterialien ausgelegt sind. Bei dem in der Figur dargestellten Beispiel handelt es sich um ein beispielhaftes Halbfabrikat aus zwei miteinander zusammenhängenden Einheiten C und D, die jeweils aus den Deckeln 10 bzw. dem Rücken 5 mit den entsprechenden Laminatkörpern 40 bestehen. Die Einheiten C und D des Halbfabrikats können in der für Papierflächen üblichen Weise bedruckt und anschließend entlang der Schnittkante S getrennt, insbesondere auseinander geschnitten werden.

Die 4a und 4b zeigen zwei verschiedene Schnittdarstellungen der in 2 dargestellten Ausführungsform. Die Schnittdarstellung aus 4a zeigt einen Schnitt im Bereich des Rückens der Ausführungsform aus 2 entlang der Schnittlinie A-A, die Schnittdarstellung aus 4b zeigt einen Schnitt im Bereich der Antenneneinrichtung bzw. Wicklung 30 und des Datenträgers bzw. Speicherchips 20 entlang der Schnittlinie B-B aus 2.

Die Schnittdarstellung aus 4a zeigt einen aus zwei Vorlaminaten 40a und 40b bestehenden Laminatkörper 40. Zwischen die Vorlaminate ist das Gewebematerial 50 einlaminiert und bildet eine feste Verbindung aus. Auf die nach außen weisenden Oberflächen des so gebildeten Verbundes aus Laminatkörper und Gewebe ist eine Papierkaschierung 57 mittels einer Klebeschicht 40c aufgeklebt, die den so gebildeten Rücken des Ausweisdokuments bzw. des in 2 gezeigten Halbfabirkates vollständig überdeckt.

Die Schnittdarstellung aus 4b zeigt einen Laminatkörper 40, der aus einem Vorlaminat 40a mit einer Kavität besteht, die zur Aufnahme eines Datenträgers 20 in Form eines Speicher- bzw. Chipmoduls dient. Die Antenneneinrichtung bzw. Wicklung 30 ist zusammen mit dem Datenträger mittels einer Trägerfolie 55 auf das Vorlaminat 40a auflaminiert, wobei der Datenträger in die entsprechende Kavität des Vorlaminats 40a eingedrückt worden ist. Wie vorhergehend erwähnt, bildet der dabei entstehende Laminatkörper 40 den Deckelgrundkörper 41 aus, der ebenfalls beidseitig mit einer aufgeklebten Papierkaschierung 57 überdeckt ist.

Für die Gestaltung des Laminatkörpers sind verschiedene Ausführungsformen möglich. Bei einer ersten beispielhafte Ausführungsform besteht das Vorlaminat aus je einer Schicht Pretex, zwischen die die Transpontereinrichtung bzw. der Speicherchip sandwichartig einlaminiert ist. Das Gelenkelement besteht aus einem zwischen die Pretex-Vorlaminate einlaminierten PET-Gewebe, das in den Rücken des Ausweisdokumentes integriert werden kann.

Weiterhin ist eine Verwendung von PVC-Vorlaminaten mit einem im Gelenkbereich einlaminierten PET-Gewebe und einer auf die PVC-Vorlaminate aufgebrachten beschreib- bzw. bedruckbaren Papierkaschierung möglich. Hierbei lässt sich der so gebildete Laminatkörper wie ein Papierwerkstoff weiterverarbeiten.

Das Vorlaminat kann ebenfalls aus einem Polycarbonat-Werkstoff mit einem einlaminierten PET-Gewebe im Gelenkbereich bzw. der einlaminierten Transpondereinrichtung mit Speicherchip bestehen.

Darüber hinaus ist auch eine Ausführungsform möglich, bei der auf einem Vorlaminat aus einem Teslin-Kunststoff der Speicherchip mit Transponder aufgebracht und auf diese Anordnung eine Gewebeschicht, beispielsweise ein PET-Gewebe auflaminiert ist. Anstelle des Teslin-Kunststoffes kann ebenfalls Pretex verwendet werden. Ebenso kann Heftgaze oder ein anderweitiges Baumwollgewebe verwendet werden.

Vor der Laminierung der Schichten kann es aus Sicherheitsgründen zweckmäßig sein, die Vorlaminate bzw. die sandwichartig dazwischen befindlichen Transponder- bzw. Gewebeschicht mittels eines eingenähten Sicherheitsfadens zu vernähen. Die Sicherheitsnaht verhindert auf eine mechanische Weise ein späteres unbeabsichtigtes oder im Rahmen eines Fälschungsversuchs vorgenommenes Ablösen der laminierten Schichten. Die Sicherheitsnaht wird zweckmäßigerweise als eine Steppnaht ausgeführt, die in einer beliebige geformten Bahn beispielsweise ein X, ein O oder eine Lissajous-Figur, aufgebracht wird und die Bestandteile des Laminats fest verbindet. Als Nahtform können insbesondere Kettnähte oder Flachnähte verwendet werden. Die Naht kann mit einer üblichen Nähvorrichtung ausgeführt werden.

Anschließend wird diese vernähte Struktur laminiert, d.h. miteinander verpresst. Beim Verpressen werden die vernähten Komponenten auf das Niveau der Sicherheitsnaht aufeinander gedrückt. Dabei entsteht eine ebene und sehr glatte Laminatoberfläche.

Die Sicherheitsnaht kann sowohl die Papierkaschierung in sich einschließen oder durch die Papierkaschierung überdeckt sein.

Die 5a und 5b zeigen beispielhafte Ausführungsformen eines Nahtverlaufs innerhalb des Schnittaufbaus aus 4a bzw. 4b. Bei der Ausführungsform aus 5a ist ein Nähfaden 60 durch den gesamten Schichtaufbau aus Papierkaschierung 57, Trägerfolie 55 sowie dem Laminatverbund aus den Vorlaminaten 40a und 40b bzw. dem Gewebe 50 hindurchgeführt und ist außen auf der Papierkaschierung sichtbar. Damit kann auch die Papierkaschierung nicht zerstörungsfrei entfernt werden.

Bei der Ausführungsform aus 5b ist der Nähfaden 60 unter der Kaschierung 57 verborgen und nur durch die Bestandteile 40a, 40b, 50 und 55 geführt. Eine derartige Ausführungsform bietet sich dann an, wenn der Verbund aus den Vorlaminaten 40a und 40b bzw. dem Gewebe 50 und der Trägerfolie 55 zuerst vernäht und anschließend verpresst wird, wobei für die Papierkaschierung eine einheitliche glatte und bedruckbare Oberfläche gefordert ist.

Einen beispielhaften Nahtverlauf auf einem beispielhaften Halbfabrikat nach 2 zeigt 6. Bei dieser Ausführungsform ist auf jedem Laminatkörper 40 eine die Kontur des Laminatkörpers umreißende und diagonal über das umrissene Gebiet geführte Naht 61 vorgesehen. Die Naht 61 kann gemäß den vorherigen Ausführungen sowohl über als auch unter der Kaschierung angeordnet sein. Als Nahtform können beliebige Stiche verwendet werden.

Vorteilhafterweise wird insbesondere ein beidseitiger Kettstich oder eine gezackte Nahtform verwendet. Zweckmäßigerweise wird die Bahn der Naht so geführt, dass diese nicht das Chipmodul 20 berührt.

Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen bzw. durch Erweiterungen bzw. Kombinationen der hier offenbarten Merkmale im Rahmen fachmännischen Handelns.

5Rücken 10Deckel 20Datenträger, Chipmodul 30Antenneneinrichtung, Wicklung 40Laminatkörper 40a, 40bVorlaminate 40cKlebeschicht 41Deckelgrundkörper 42Kaschierung 50Gewebematerial 55Trägerfolie 57Papierkaschierung 60Faden 61Naht

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Herstellen eines Laminates für ein Pass-Inlay in einem Ausweisdokument, gekennzeichnet durch Fertigen eines papiertechnologisch verarbeitbaren Zwischenprodukts durch ein während des Laminierprozesses ausgeführtes Kaschieren mindestens eines Vorlaminats (40a, 40b) mit einer faserigen und/oder Gewebe-Beschichtung (57), wobei das Vorlaminat aus Kunststoff besteht und einen Chipmodul enthält.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Papiermaterial aufkaschiert wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Gewebematerial aufkaschiert wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorlaminat (40a, 40b) und/oder die Gewebebeschichtung (57) in Verbindung mit dem Laminierprozess vernäht wird.
  5. Ausweisdokument hergestellt nach einem Verfahren gemäß den Merkmalen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch ein Pass-Inlay aus einem mit einer faserigen und/oder Gewebe-Kaschierung überdeckten, eine Antenneneinrichtung und ein Chipmodul enthaltenden Laminatkörper (40).
  6. Ausweisdokument nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dassdas Ausweisdokument eine Buchform aufweist, wobei der Laminatkörper (40) in den Bereich des Rückens (5) und/oder Deckels (10) des Ausweisdokuments integriert ist.
  7. Ausweisdokument nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Laminatkörper in den Rücken (5) und/oder Deckel (10) des Ausweisdokumentes unlösbar oder nur zerstörbar eingebracht, insbesondere eingenäht und/oder eingeklebt, ist.
  8. Ausweisdokument nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kaschierung des Laminatkörpers (40) als ein integraler Bestandteil der Kaschierung des Ausweisdokumentes, insbesondere der Deckel- und/oder Rückenkaschierung ausgebildet ist.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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