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Dokumentenidentifikation DE69919886T2 11.05.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001124777
Titel VORRICHTUNG ZUM DREHEN UND/ODER MISCHEN EINES FLACHBETT KOMPOSTS
Anmelder Biolan Oy, Kauttua, FI
Erfinder HAUKIOJA, Markku, FIN-27130 Eurajoki AS, FI;
MÄLKIÄINEN, Paavo, FIN-27510 Eura, FI;
HAASLAHTI, Osmo, FIN-26840 Kortela, FI;
HAASLAHTI, Mikko, FIN-26840 Kortela, FI
Vertreter Bender, E., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 88400 Biberach
DE-Aktenzeichen 69919886
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 05.10.1999
EP-Aktenzeichen 999474968
WO-Anmeldetag 05.10.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/FI99/00819
WO-Veröffentlichungsnummer 0000021906
WO-Veröffentlichungsdatum 20.04.2000
EP-Offenlegungsdatum 22.08.2001
EP date of grant 01.09.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.05.2006
IPC-Hauptklasse C05F 17/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B01F 13/02(2000.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Drehen und/oder Mischen eines Flachbettkomposts. Die Vorrichtung kann durch ein Fahrzeug ziehbar sein, z.B. einen Traktor.

WO-A-9316017 beschreibt einen Silomischer, der entlang Führungsschienen beweglich ist, die auf dem oberen Teil eines Silos plaziert sind. US 3,982,772 beschreibt eine Vorrichtung, die einen freien, leeren Durchgang verlangt, um zu funktionieren, und daher nicht zum Mischen und Drehen eines ausgedehnten, gleichmäßigen Flachbettkomposts geeignet ist.

Der Ausdruck Flachbettkompost bezieht sich auf ein kontinuierliche "Matratze", die am häufigsten 0,8–2,5 Meter hoch ist und aus kompostierbarem organischem Abfall besteht. Bei der Flachbettkompostierung wird der kompostierbare Abfall nicht zu separaten Stapeln aufgeschichtet wie bei traditionellem Kompost.

Flachbettkompostierung ist ein übliches Verfahren, besonders bei mechanisch belüfteten Kompostiersystemen. Flachbettkompostierung ist ein übliches Kompostierverfahren, das beim Kompostieren in besonderen Gebäuden oder in separaten Silos eingesetzt wird. Daher geschieht das Wenden und Mischen einer Kompostmasse im allgemeinen durch Geräte, die z.B. auf einer separaten Führungsbrücke, Schienen entlang den Brücken oder anderen Stützstrukturen außerhalb der Kompostierungsmasse montiert sind. Solche Wendeanlagen sind nicht geeignet zur Bearbeitung großen kontinuierlichen Flachbettkomposts.

Die Bearbeitung von Flachbettkompost geschieht auch mittels motorbetriebener oder von einem Traktor gezogener Wende- oder Mischanlagen, die sich entlang der Feldoberfläche bewegen und kompostierbare Masse von einer Seite ihrer Bahn hinüber zu der anderen befördern. In diesem Fall geschieht die Kompostentfernung entweder mittels eines separaten Förderwerks oder durch Zentrifugieren.

Ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung vorzusehen, die geeignet für das wirksame und häufig wiederholte Wenden und Mischen insbesondere eines flachen Flachbettkomposts (0,8–1,5 m dick) ist, sowie wirksam und nützlich zum Wenden und Mischen ausgedehnten, z.B. mehrere Hektar großen, Außenflachbettkomposts.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung gekennzeichnet dadurch, dass die Mischerelemente eine gerade Zahl von Mischschnecken umfassen, die um eine senkrechte Welle rotieren um eine senkrechte Welle, und zwar in einander entgegengesetzte Richtungen, so dass die Hälfte der Mischschnecken im Uhrzeigersinn rotieren und die andere Hälfte entgegen dem Uhrzeigersinn, und geeignet sind, um Kompostmasse vom Boden nach oben zu bringen.

Einige Vorzugslösungen der Erfindung werden in den abhängigen Patentansprüchen 2–5 festgelegt.

Die Vorteile einer erfindungsgemäßen Vorrichtung im Vergleich zu Verfahren nach dem Stand der Technik der Bearbeitung eines Flachbettkomposts umfassen z.B. Folgendes:

  • – Da die erfindungsgemäße Vorrichtung sich entlang der Oberfläche einer Kompostierungsmasse bewegt, benötigt sie keinen Freiraum.

    Daher kann die Feldfläche so gründlich wie möglich ausgenutzt werden.

    Da die Arbeit unterbrochen wird, wird außerdem die Kompostierungsmasse nicht mit einer leeren Furche gelassen, die, z.B. bei Starkregen aufgeweicht und zu unhandlichem Schlamm werden kann.
  • – Da die erfindungsgemäße Vorrichtung eine zu behandelnde Kompostierungsmasse nur ein kurzes Stück von ihrer ursprünglichen Stelle wegbewegt, ist das Verhältnis zwischen der Eingabe von besagter Vorrichtung und der Menge von Masse, die pro Zeiteinheit bearbeitbar ist, günstiger als bei den zur Zeit verfügbaren Vorrichtungen.
  • – Besonders bei Kälte ist die erfindungsgemäße Vorrichtung vorteilhaft.

    In erster Linie lüftet und mischt die Vorrichtung die zu behandelnde Masse und bringt Luft in die Masse. Beim Einsatz von bisher für dasselbe Ziel entworfenen Vorrichtungen wird die zu behandelnde Kompostmasse kühler Umgebungsluft wesentlich länger ausgesetzt, wodurch die zu kompostierende Masse bei Kälte zu sehr abkühlen kann.

Die Lüftung einer Kompostmasse durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung kann durch Mischelemente in Form von Hohlwellenmischschnecken verbessert werden, deren Wellen mit Bohrungen ausgestattet sind, um wirksamer Luft in das Bodenteil einer Kompostierungsmasse zu liefern. Da die Mischschnecken eine Kompostierungsmasse nach oben zu bearbeiten, entwickelt der Bodenteil der Mischschnecken artgemäß einen negativen Druck, der dafür sorgt, dass die Luft wirksam in die Masse eindringt. Der Luftstrom kann weiter verbessert werden durch Ausstatten der Vorrichtung mit einem Gebläse zum Blasen von Luft in die Wellen der Mischschnecken.

Die Erfindung wird jetzt im einzelnen mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei

1 zeigt eine Ausführungsform für eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Ansicht von hinten,

2 zeigt die Ausführungsform von 1 in einer Draufsicht, und

3 zeigt die Ausführungsform von 1 in einer Seitenansicht.

Bei der Ausführungsform der 13 wird eine Wende- und Mischvorrichtung zur Bearbeitung eines Flachbettkomposts als traktorbetriebene Vorrichtung beschrieben. Die dargestellte Ausführungsform zeigt eine Vorrichtung 7 mit vier Mischschnecken 1, 2. Die Mischschnecken befinden sich paarweise auf jeder Seite der Mittellinie in Bewegungsrichtung (ein Pfeil A in 2) der Vorrichtung, wodurch die Mischschnecken 1 auf der linken Seite in einer Ansicht des Hinterendes (1) im Uhrzeigersinn rotieren und die rechten Mischschnecken 2 entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Mischschnecken können auch z.B. so konzipiert sein, dass die linken Mischschnecken in zueinander entgegengesetzten Richtungen rotieren und die rechten Mischschnecken in zueinander entgegengesetzten Richtungen. Die im Uhrzeigersinn laufenden Mischschnecken sind mit einem rechten Gewinde versehen und die entgegen dem Uhrzeigersinn laufenden mit einem linken, wodurch beide Mischschneckenpaare Kompostmasse vom Boden nach oben bringen. In der dargestellten Ausführungsform erhält die Vorrichtung ihren Antrieb von der Endwelle eines Traktors über eine Weitwinkelkardanwelle. Der Traktor, der die Vorrichtung betreibt, ist mit einer hydraulischen Schubstange und breiten Rädern ausgestattet. Die Übertragung in der Vorrichtung 7 geschieht über ein Kegelradgetriebe 3 und Ketten 4. Die Mischschnecken 1, 2 umfassen Wellen 5, die hohl sind und Bohrungen zum Ansaugen von Luft durch die Welle 5 in das Bodenteil einer Kompostierungsmasse aufweisen. Die Luft hat Zugang in die Welle über Bohrungen, die auf dem oberen Ende der Welle angebracht sind.

Die Wellen haben am Bodenende ein verschleißfestes Element 6, wodurch bei Benutzung der Vorrichtung z.B. auf einem Beton- oder Asphaltbett die Vorrichtung 7 auf den dauerhaften Elementen 6 entlang dem Bett bewegt werden kann. Auf einem weichen Boden, z.B. einem Sandbett, wird die Vorrichtung am besten ausschließlich von dem Dreipunktgelenkgetriebe eines Traktors getragen. In den Figuren sind mit der Bezugszahl 8 Räder gezeigt, die in einem Innenraum als Stoßdämpfer wirken.

Die Testvorrichtung gemäß der beschriebenen Ausführungsform hat eine Arbeitsbreite von 3500 mm und eine Arbeitstiefe von 1300 mm und ein Gewicht von 1150 kg. Eine solche Vorrichtung ist in der Lage, etwa 1000 bis 2000 Kubikmeter Kompost pro Stunde zu mischen und zu wenden. Diese Ausmaße und Leistungsdaten für die Vorrichtung werden nur gegeben, um eine exemplarische Vorrichtung darzustellen, und es ist keineswegs beabsichtigt, den Schutzbereich für die Erfindung laut den Patentansprüchen einzuschränken.

In der vorhandenen Ausführungsform wird die Vorrichtung als eine ziehbare Vorrichtung beschrieben, die an einem Traktor angebracht ist, mit Mischerelementen, die ihren Antrieb von der Endwelle eines Traktors erhalten, aber es ist auch vorstellbar, sie mit einem separaten Antriebsmotor für die Mischerelemente zu bauen. Die Vorrichtung kann auch mit Eigenantrieb konzipiert werden, die mit eigenem Motor ausgestattet ist.


Anspruch[de]
  1. Ein Traktoranhänger (7) zum Drehen und/oder Mischen eines Flachbettkompost, ausgestattet mit im wesentlichen senkrechten Mischerelementen (1, 2), die sich während des Betriebs der Vorrichtung innerhalb einer Kompostmasse bewegen und die Masse mischen, gekennzeichnet dadurch, dass die Mischelemente eine gerade Zahl von Mischschnecken (1, 2) umfassen, die um eine senkrechte Welle rotieren und geeignet sind, um in einander entgegengesetzte Richtungen derart zu rotieren, dass die Hälfte der Mischschnecken im Uhrzeigersinn rotieren und die andere Hälfte gegen den Uhrzeigersinn, und wobei die Mischschnecken geeignet sind, um Kompostmasse vom Boden nach oben zu bringen.
  2. Vorrichtung wie nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Welle der Mischschnecke (1, 2) eine Hohlwelle (5) umfasst, und dass die Welle (5) in ihrem Boden mindestens ein Loch zur Luftzufuhr in den Boden einer Kompostmasse aufweist.
  3. Vorrichtung wie nach Anspruch 2, gekennzeichnet dadurch, dass die Vorrichtung des weiteren mit mindestens einem Gebläse zur Luftzufuhr in die Welle (5) und durch besagtes Luftloch in eine Kompostmasse ausgestattet ist.
  4. Vorrichtung wie nach jedem der vorangehenden Patentansprüche, gekennzeichnet dadurch, dass die Mischschnecken in ihrem Boden ein austauschbares dauerhaftes Element (6) aufweisen, das sich ggf. entlang der Oberfläche eines Betts bewegen kann, als Flachbettkompostmatte.
  5. Vorrichtung nach jedem der vorangehenden Patentansprüche 1–4, gekennzeichnet dadurch, dass die Vorrichtung (7) geeignet ist, von einem Traktor oder einer ähnlichen Maschine gezogen zu werden, oder an den Hebemechanismen eines Traktors oder einer ähnlichen Maschine angebracht zu werden, und dass die Vorrichtung mit dem Antrieb eines Traktors oder einer ähnlichen Maschine verbindbar ist, um die Mischschnecken anzutreiben.
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