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Dokumentenidentifikation DE102004054961A1 18.05.2006
Titel Vorrichtung zum Aufschäumen von metallischen Halbzeugen mit zumindest einer aufschäumbaren Lage
Anmelder Wilhelm Karmann GmbH, 49084 Osnabrück, DE
Erfinder Kissing, Kristian, 49170 Hagen, DE;
Beichelt, Christoph, 49074 Osnabrück, DE
DE-Anmeldedatum 13.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004054961
Offenlegungstag 18.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.05.2006
IPC-Hauptklasse C22C 1/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B22F 7/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B22F 3/11(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einer Vorrichtung (1) zum Aufschäumen zumindest einer aufschäumbaren, metallisches Pulver und Treibmittel enthaltenden Lage eines metallischen Halbzeugs (2), das gegebenenfalls eine oder mehrere massivmetallische Lagen ober- und/oder unterhalb einer jeweiligen aufschäumbaren Lage umfaßt, wird ein Raster (3) von hinter- und nebeneinander angeordneten Energiequellen (4; 4a) zur Erwärmung der aufschäumbaren Lage vorgesehen, die zumindest in Gruppen individuell steuer- und/oder regelbar sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufschäumen zumindest einer aufschäumbaren Lage eines metallischen Halbzeugs nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Um aus einem solchen Halbzeug ein Bauteil herzustellen, das in seiner Endausbildung zumindest eine aufgeschäumte Lage, die mit einer oder mehreren Sorten von Treibmittel und mit einer oder mehreren Sorten von Metallpulver gebildet ist, und ggf. zumindest eine massivmetallische Lage umfaßt, ist es im Lauf des Verfahrens erforderlich, das Aufschäumen der Lage(n) durch Temperatureinwirkung bis in den Zersetzungsbereich des oder der Treibmittel zu erreichen. Dabei ist für eine Serienfertigung eine gleichbleibende Qualität mit durchgängig kontrollierter Schichtdicke und Porengröße innerhalb der aufgeschäumten Lage unerläßlich.

Derartige Bauteile sind aufgrund des Schaumanteils besonders leicht und gleichzeitig sehr steif, so daß sie etwa in mobilen Einheiten, wie Kraftfahrzeugen, sehr vorteilhaft als Karosserieteile, auch zum Abbau von eingeleiteter Energie bei einem Unfall, einsetzbar sind.

Für den Aufschäumprozeß der Treibmittel enthaltenden Lage(n) zeigt die DE 199 54 755 A1 einen Ofen, bei dem außen liegende Strahlungsquellen ihre abgestrahlte Energie durch eine Quarzglasauskleidung in den Ofeninnenraum, in den das Halbzeug einlegbar ist, einkoppeln. Die Energieübertragung ist insofern nicht optimal, als ein hoher Anteil in die Ofenwandungen geleitet wird und zudem die Quarzglasauskleidung kostentreibend und bruchempfindlich ist. Eine Anpassung an die Geometrie des eingelegten Halbzeugs ist nur durch Verlagerung von Wandungselementen zur Veränderung der Geometrie des Ofeninnenraums möglich, was jedoch nur die Einkopplungsrandbedingungen für die Energie verändert und daher nur einen geringen Effekt hat.

Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Verbesserung des Ofens zu erreichen.

Die Erfindung löst dieses Problem durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 9, die einzeln oder insbesondere in Kombination miteinander verwirklicht werden können. Hinsichtlich vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die weiteren Ansprüche 2 bis 8 und 10 bis 11 verwiesen.

Erfindungsgemäß ist durch das Muster von Energiequellen eine individuelle Einstellung unterschiedlicher Abstrahlungen zur Optimierung der gleichmäßigen Aufheizung der aufzuschäumenden Lage möglich. So kann beispielsweise ein äußerer, über dem Rand eines einzulegenden Halbzeugs befindlicher Ring von Energiequellen mit einer gröberen Leistung abstrahlen, um somit die Randverluste im Halbzeug mit Wärmeabgabe an die Umgebung durch höhere Einstrahlung zu kompensieren.

Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn die Energiequellen jeweils einzeln steuer- und/oder regelbar sind, weil dadurch auch Besonderheiten in der Form des Halbzeugs, etwa auch Auswölbungen in einem dreidimensionalen Halbzeug mit näher an den Energiequellen gelegenen Bereichen durch eine dort verringerte Einstrahlung berücksichtigt werden können.

Die Energiequellen können als Infrarotstrahler mit jeweils recht geringen Abmessungen, zum Beispiel quadratisch mit Kantenlängen von einhundert Millimetern, ausgebildet sein, um einerseits einen guten Energieübertrag in das Halbzeug und andererseits auch schon bei kleinen Halbzeugabmessungen von unter einem Meter Kantenlänge eine gute individuelle Anpassung der Strahlungsquellen über den Verlauf des Halbzeugs zu ermöglichen.

Eine Steuerung der Energiequellen kann etwa über eine Simulation von individuellen Aufheizkurven vorher festgelegt werden.

Eine Regelung wird ermöglicht, wenn während der Aufheizung im Ofen Temperaturen gemessen werden, zum Beispiel innerhalb eines Tisches zur Aufnahme des Halbzeugs, wobei dieser auf seiner das Halbzeug abstützenden Fläche mit einer Mehrzahl von Temperaturmeßfühlern versehen sein kann. Diese können in einer robusten Ausbildung etwa als Thermoelemente ausgebildet sein.

Eine Anordnung der Thermoelemente in Anpassung an das Raster der Energiequellen ermöglicht eine gute Rückmeldung für eine höhere oder niedrigere Leistungsregelung der jeweiligen Energiequelle(n).

Für eine individuelle Regelung jeder Energiequelle ist optimalerweise jeder Energiequelle ein Temperaturfühler zugeordnet, zum Beispiel senkrecht unterhalb von dieser im Aufnahmetisch angeordnet.

Sofern in dem Raster der Energiequellen zumindest ein weiterer Temperaturfühler vorgesehen ist, ist deren Voreinstellung erleichtert.

Eine schnelle Änderung des Wärmeeintrags in das Halbzeug, und damit auch insbesondere eine schnell getaktete Serienfertigung, läßt sich erfindungsgemäß erreichen, wenn Energiequellen oberhalb eines aufzuschäumenden Halbzeugs in einer nach unten strahlenden Orientierung gehalten sind und darin einzeln oder insgesamt höhenverlagerbar, zum Beispiel über Schrittmotoren, aufgehängt sind.

Insbesondere kann ein schneller Halbzeugwechsel ohne Auskühlung des gesamten Ofens erreicht werden, wenn ein oberer, die Energiequellen umfassender Ofenhalbraum insgesamt höhenverlagerbar und an seiner Unterseite durch zumindest eine bewegliche Abschottung zumindest bereichsweise verschließbar ist.

Vor allem kann zum Halbzeugwechsel der Ofenhalbraum bei geöffneter Abschottung derart weit anhebbar sein, daß ein das Halbzeug aufnehmender Tisch unterhalb des Ofenhalbraums horizontal ein- oder ausfahrbar ist. Auch können mehrere Aufnahmetische, etwa in einer Kreiszuführung, vorgesehen sein.

In angehobener Stellung ist dann das Auskühlen des Ofens dadurch minimierbar, daß der Ofenhalbraum durch die unterseitige Abschottung oberhalb des Tisches und seines Verfahrmechanismus' verschließbar ist.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus einem in der Zeichnung dargestellten und nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung.

In der Zeichnung zeigt:

1 eine schematische perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit angehobenem oberem Ofenhalbraum und zum Wechsel des Halbzeugs horizontal ausgefahrenem Aufnahmetisch

2 eine ähnliche Ansicht wie 1 bei jedoch eingefahrenem Aufnahmetisch und abgesenktem oberem Ofenhalbraum,

3 eine Ansicht des oberen, Energiequellen umfassenden Ofenhalbraums von schräg unten bei geschlossener Abschottung,

4 eine ähnliche Ansicht wie 3 bei teilweise geöffneter Abschottung,

5 eine ähnliche Ansicht wie 4 bei vollständig geöffneter Abschottung,

6 eine beispielhafte Einstellung der Leistungsabgabe eines Musters von acht nebeneinander und vier hintereinander angeordneten Energiequellen, verdeutlicht an einem Kontrollmonitor,

7 eine perspektivische Ansicht auf einen Aufnahmetisch von schräg oben mit einer Mehrzahl von Temperaturfühlern,

8 eine Ansicht von unten auf ein der Einstellung nach 6 entsprechendes Muster von Energiequellen.

Um metallische Bauteile mit zumindest einer aufgeschäumten Lage zu schaffen, wird zunächst eine Pulvermischung aus einem oder mehreren metallischen Pulvern, beispielsweise einer Aluminium-Silizium-Legierung, etwa AlSi7 oder AlSi12, oder einer Aluminium-Silizium-Kupfer-Legierung, etwa AlSi6Cu4, einerseits, und einem oder mehreren gasabspaltenden Treibmitteln andererseits, beispielsweise Titanhydrid, hergestellt. Das Vermischen der Pulverbestandteile kann in einem mechanischen Mischer erfolgen.

Die so gebildete Pulverlage kann etwa über ein Strangpreßverfahren zwischen zwei Walzen oder über ein Impulsverdichten oder anderes eindimensionales Verdichten lotrecht zur Erstreckung der Pulverlage allein oder insbesondere mit einer oder mehreren massivmetallischen Deckschichten zu einem aufschäumbaren Rohling verdichtet werden. Bei Verwendung von massivmetallischen Deckschichten entstehen dabei metallische Bindungen zwischen der oder den Deckschicht(en) und der Pulverlage. Etwa bei Verwendung als Crashelement in Fahrzeugen kann das Halbzeug auch ohne Deckschichten gebildet werden. Ansonsten ist bei Verwendung von Blechen, die von beiden Seiten her sichtbare Oberflächen bilden, zum Beispiel bei Außenblechen von Autos, Schiffen oder Flugzeugen, ein Aufbau mit außenseitigen massivmetallischen Deckschichten erstrebenswert.

Ein solcher Rohling kann zurechtgeschnitten und dann entweder einer ersten Umformung unterzogen werden, etwa mit Ausprägungen versehen werden, wie in der DE 196 12 781 C1 beschrieben. Dieses Umformen kann durch bekannte übliche einseitige oder zweiseitige Umformverfahren, wie beispielsweise durch ein Tiefziehverfahren, wobei eine Seite bereits ihre Endkontur erhält, erfolgen. Das von dem Rohling gebildete Halbzeug kann jedoch häufig bei gewünschten großflächigen und nur relativ gering verformten Bauteilen bis zum Aufschäumen auch in seiner in der Regel planebenen Form verbleiben.

Das ggf. umgeformte Halbzeug wird unterseitig vollflächig unterstützt in eine Aufheizvorrichtung 1 eingebracht, so daß beim nachfolgenden Aufschäumen eine Expansion nur noch nach oben hin stattfindet. Das Schäumen erfolgt bei einer Temperatur oberhalb der Zersetzungstemperatur des Treibmittels, bei der dieses Gas abspaltet, und kann je nach Anforderung begrenzt sein oder frei erfolgen. Dadurch wird ein weiter zu verarbeitendes Halbzeug 2 mit zumindest einer dann aufgeschäumten Lage gebildet, das nachfolgend auch noch bearbeitet, zum Beispiel umgeformt werden kann.

In 1 liegt nach dem Aufschäumen ein planebenes Halbzeug 2 vor. Dieses hat typisch eine Dicke von etwa zehn Millimetern. Die Decklagen haben jeweils eine Dicke von etwa einem Millimeter. Die Dicke der Decklagen sollte für viele Anforderungen hinreichend gering sein, um deren Verformung nach dem Aufschäumen des Halbzeugs 2 zu ermöglichen und um hinterher im Bauteil ein geringes Gewicht zu gewährleisten. Eine Decklage sollte daher weniger als etwa 15% der Dicke des aufgeschäumten Halbzeugs 2 einnehmen. Die entstehenden Bauteile sind beispielsweise für die Gestaltung von Schiffsrümpfen, Flugzeugaußenblechen, Seezeichen, Behältern wie Tanks und viele weitere Anwendungen gewünscht.

Zum Aufschäumen der Pulver und Treibmittel enthaltenden Lage(n) des Halbzeugs dient hier eine Vorrichtung 1, die ein Muster oder Raster 3 von hinter- und nebeneinander angeordneten Energiequellen 4 umfaßt. Diese sind zumindest in Gruppen, beispielsweise in Clustern von je vier Stück, individuell steuer- und/oder regelbar. Im Ausführungsbeispiel ist jede Energiequelle 4 einzeln steuer- und/oder regelbar, was eine besonders gute Anpassung der Leistungsabgabe an ein aufzuschäumendes Halbzeug ermöglicht und daher einen signifikanten Vorteil darstellt. Dies gilt auch für zweidimensionale Halbzeuge, bei denen etwa die Randverluste durch entsprechende individuelle Leistungsanpassung (6) minimierbar sind, wie unten noch näher beschrieben ist.

Im Ausführungsbeispiel (8) sind die Energiequellen 4 als im wesentlichen im Infrarotbereich strahlende Keramikelemente in einem Muster mit acht Energiequellen 4 nebeneinander und vier hintereinander angeordnet. Für größere Vorrichtungen 1 kann auch ein größeres Raster 3 mit zum Beispiel 24 Strahlern nebeneinander und 24 Strahlern hintereinander verwendet werden. Die Keramikelemente 4 können eine quadratische Grundform mit einer Kantenlänge von typisch zehn bis fünfzehn Zentimetern und einer jeweiligen Leistung von typisch 1200 Watt aufweisen. Die hier beschriebene Vorrichtung 1 mit 32 Strahlern 4 ist daher für Halbzeuge 2 bis etwa knapp einem halben Quadratmeter geeignet.

Für eine Steuerbarkeit der Energiequellen 4 kann eine vorab gewonnene Simulation oder Erfahrungskurve einer Aufheizung eines jeweiligen Halbzeugs verwendet werden, aus deren Daten dann die individuelle Leistungsabgabe und/oder eine individuelle Höheneinstellung der Energiequellen 4 einstellbar sein kann. 6 zeigt eine solche Voreinstellung der Leistungsabgabe der Strahler 4 an einem Kontrollmonitor 5 für einen in Draufsicht rechteckigen Plattenkörper als Halbzeug. Dabei zeigt sich, daß aufgrund der Randverluste durch insbesondere Konvektion der Außenring der Strahler 4 eine höhere Leistung abgeben sollte als im Zentrum angeordnete Strahler 4, 4a, um eine gleichmäßige Aufheizung des Halbzeugs zu erreichen. Damit kann bei planebenen Halbzeugen von einigen zehn Zentimetern Kantenlänge die Temperatur im Halbzeug 2 während der gesamten Aufheizung bis auf weniger als 10 Kelvin Abweichung gebracht werden, wohingegen bei üblichen Ofensystemen Abweichungen bis etwa 40 Kelvin auftreten.

Mit der Steuerung oder weiter unten noch beschriebenen Regelung wird es auch möglich, dreidimensional geformte Halbzeuge gleichmäßig zu erwärmen, wobei dann oberhalb von nach oben, näher an den Strahlern 4, 4a gelegenen Ausformungen des Halbzeugs die jeweilige Strahlerleistung gegenüber umliegenden Strahlern 4 zurückgenommen werden kann. Auch hierfür ist eine individuelle Ansteuermöglichkeit jedes einzelnen Strahlers 4, 4a optimal.

Für eine Regelung der Strahler 4, 4a während des laufenden Aufwärmprozesses ist es vorteilhaft, wenn innerhalb eines Aufnahmetisches 6 eine vorteilhaft regelmäßig angeordnete Mehrzahl von Temperaturmeßfühlern 7 vorgesehen ist, wie beispielsweise in 7 angedeutet ist. Die Temperaturmeßfühler 7 können als Thermoelemente ausgebildet und von unten durch eine feuerfeste Auflage 8 des Tisches 6 hindurch verkabelt sein. Eine besonders exakte Regelungsmöglichkeit ergibt sich, wenn das Muster von Temperaturmeßfühlern 7 dem der Energiequellen 4 angepaßt ist. Optimal ist dabei im Betrieb vertikal unterhalb jedes Strahlers 4, 4a ein Temperaturmeßfühler 7 angeordnet, wodurch eine individuelle Nachstellung des jeweiligen Strahlers 4, 4a durch ein Meßsignal des zugeordneten Temperaturfühlers 7 ermöglicht ist. Die Abfrage der Temperaturfühler 7 und Nachregelung kann beispielsweise zeitlich getaktet in kurzen Abständen verlaufen, so daß die Regelung praktisch ohne Zeitverzug nahezu kontinuierlich erfolgt.

Anstelle der Verwendung von Thermoelementen ist beispielsweise auch eine pyrometrische Messung in situ möglich. Für eine erste Hüllkurve des Aufheizens kann auch nach Entnahme des aufgeschäumten Halbzeugs 2 aus der Vorrichtung 1 mit einer Wärmebildkamera dessen Temperaturverteilung ermittelt werden und anhand dieser Daten eine verbesserte Aufheizsteuerkurve der Strahler 4 errechnet werden.

Zusätzlich zur Temperaturmessung an dem Halbzeug kann dem Raster 3 der Energiequellen 4 ein weiterer Temperaturfühler 9 zugeordnet sein, zum Beispiel ein NiCr-Ni-Thermoelement zur Messung der Strahleroberflächentemperatur. Ein solches Thermoelement 9 kann als Grenztemperaturwächter für eine Sicherheitsabschaltung der Vorrichtung 1 bei Überschreiten einer Grenztemperatur dienen. Ein weiteres Thermoelement 9 kann als Referenzgeber für einen Pilotstrahler 4a dienen, von dem aus für die weiteren Strahler 4 ihre jeweils erforderliche relative Leistung (Prozentwert) berechnet und im Betrieb eingeregelt oder vorab über einen Bildschirm (6), eine Folientastatur oder dergleichen eingestellt wird.

Zusätzlich oder alternativ zur individuellen Leistungseinstellung der Strahler 4 können diese auch an Stellmotoren auf- und abwärts verfahrbar sein, um einen Abstand zur Oberfläche insbesondere eines dreidimensionalen Halbzeugs einstellen zu können. Auch diese Einstellung kann über Vorabkurven eingestellt und/oder während des Betriebs über verteilte Temperaturmeßfühler 7, 9 einregelbar sein.

Auch kann das Muster 3 aus Strahlern 4 insgesamt höhenverlagerbar sein, wodurch sich das Verhältnis zwischen Strahlungs- und Konvektionswärmebeaufschlagung variieren läßt. Das Muster 3 ist hier insgesamt horizontal mit einer nach unten offenen Strahlungsrichtung angeordnet. Auch in Seitenwandungen 10 der Vorrichtung 1 können zusätzliche, zum Beispiel seitlich oder schräg nach unten strahlende Energiequellen, insbesondere für dreidimensionale Halbzeuge, vorgesehen sein.

Die Energiequellen 4. 4a sind insgesamt in einem komplett zwischen Betriebsstellung (2) und Freigabestellung (1) höhenverlagerbaren Ofenhalbraum 11 gehalten, der an seiner Unterseite durch eine Abschottung 12 zumindest bereichsweise verschließbar ist. Im Ausführungsbeispiel umfaßt die Abschottung 12 zwei Schwenkklappen 13, 14, die in den Stirnseiten des Halbraums 11 gelagert sind. In Offenstellung der Abschottung 12 (5) kann der Halbraum 11 über Linearmotoren auf- und abwärts verlagert werden. Dadurch wird ein schneller Halbzeugwechsel möglich. Dieser kann innerhalb einer laufenden Serie wie folgt ablaufen:

Der aufzuschäumende Rohling wird bei geschlossener Abschottung 12 auf den Tisch 6 neben dem Ofen aufgelegt, wobei durch die Abschottung 12 die Hitzebelastung für das Bedienpersonal gering ist und das gebildete Halbzeug 2 schnell abkühlt und von dem Tisch 6 entnommen werden kann. Alternativ können auch mehrere Tische 6, beispielsweise auf einem getaktet weiterdrehenden Gestell, vorgesehen sein. Der aufzuschäumende Rohling wird auf dem Tisch 6 liegend aus seiner Bestückungsstellung (1) unter den angehobenen Halbraum 11 horizontal gefahren, bis er unterhalb des Halbraums 11 in Aufheizposition liegt. Anschließend wird bei sich öffnenden Schwenkklappen 13, 14 (6) der Halbraum 11 abgesenkt, wodurch sich die in 2 gezeigte Betriebsstellung ergibt, in der die Strahler 4 für eine effektiven Energieausnutzung relativ dicht über dem Rohling und daraus zu bildenden Halbzeug 2 liegen können. Nach dessen Aufschäumen wird der Halbraum 11 wieder angehoben und vorteilhaft gleichzeitig geschlossen, so daß zwischen den Strahlern 4 und der Abschottung 12 die Wärme erhalten bleibt, was energetisch günstig ist und die Aufheizzeit für den nächsten Rohling verkürzt. Der Tisch 6 kann seitlich ausgefahren und das aufgeschäumte Halbzeug 2 ohne weitere Wärmebelastung durch die Strahler 4 entnommen werden.

Das aufgeschäumte Halbzeug 2 kann in verschiedenen Weisen weiterverarbeitet werden, beispielsweise an den Rändern zur Bildung von Flanschen eingedrückt, gebohrt sowie an den Flächen poliert und lackiert oder insgesamt oder teilweise umgeformt werden. Ein Verschweißen mehrerer Bauteile 9 miteinander ist möglich.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung (1) zum Aufschäumen zumindest einer aufschäumbaren, metallisches Pulver und Treibmittel enthaltenden Lage eines metallischen Halbzeugs (2), das gegebenenfalls eine oder mehrere massivmetallische Lagen ober- und/oder unterhalb einer jeweiligen aufschäumbaren Lage umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (1) ein Raster (3) von hinter- und nebeneinander angeordneten Energiequellen (4; 4a) zur Erwärmung der aufschäumbaren Lage umfaßt, die zumindest in Gruppen individuell steuer- und/oder regelbar sind.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Energiequelle (4; 4a) einzeln steuer- und/oder regelbar ist.
  3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß diese einen Tisch (6) zur Aufnahme des Halbzeugs (2) umfaßt, der auf seiner das Halbzeug (2) abstützenden Fläche (8) mit einer Mehrzahl von Temperaturmeßfühlern (7) versehen ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung der Temperaturmeßfühler (7) an das Raster (3) der Energiequellen (4; 4a) angepaßt ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Energiequelle (4; 4a) ein Temperaturfühler (7) zugeordnet ist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Raster (3) der Energiequellen (4; 4a) zumindest ein weiterer Temperaturfühler (9) vorgesehen ist.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Energiequellen (4; 4a) oberhalb eines aufzuschäumenden Halbzeugs (2) in einer nach unten strahlenden Orientierung gehalten sind.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß Energiequellen (4; 4a) höhenverlagerbar in der Vorrichtung (1) aufgehängt sind.
  9. Vorrichtung (1) zum Aufschäumen zumindest einer aufschäumbaren, metallisches Pulver und Treibmittel enthaltenden Lage eines metallischen Halbzeugs (2), das gegebenenfalls eine oder mehrere massivmetallische Lagen ober- und/oder unterhalb einer jeweiligen aufschäumbaren Lage umfaßt, insbesondere Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein oberer, Energiequellen (4; 4a) umfassender Ofenhalbraum (11) insgesamt höhenverlagerbar und an seiner Unterseite durch zumindest eine bewegliche Abschottung (12) zumindest bereichsweise verschließbar ist.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Ofenhalbraum (11) bei geöffneter Abschottung (12) derart weit anhebbar ist, daß ein das Halbzeug (2) aufnehmender Tisch (6) unterhalb des Ofenhalbraums (11) zumindest nahezu horizontal ein- oder ausfahrbar ist.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Ofenhalbraum (11) in angehobener Stellung durch die unterseitige Abschottung (12) verschließbar ist.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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