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Dokumentenidentifikation DE60204974T2 18.05.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001439957
Titel NICHT AUSGERICHTETE POLYPROPYLENFOLIE
Anmelder Borealis Technology Oy, Porvoo, FI
Erfinder KIRCHBERGER, Manfred, A-4731 Prambachkirchen, AT;
JÄÄSKELÄINEN, Pirjo, FIN-06150 Porvoo, FI;
GAHLEITNER, Markus, A-4501 Neuhofen/Krems, AT
Vertreter Wablat und Kollegen, 14129 Berlin
DE-Aktenzeichen 60204974
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 02.10.2002
EP-Aktenzeichen 028005924
WO-Anmeldetag 02.10.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/EP02/11050
WO-Veröffentlichungsnummer 0003031174
WO-Veröffentlichungsdatum 17.04.2003
EP-Offenlegungsdatum 28.07.2004
EP date of grant 06.07.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.05.2006
IPC-Hauptklasse B32B 27/32(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse C08J 5/18(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   B65D 65/40(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine nichtorientierte Polypropylenfolie mit verringerter Wasserdampfdurchlässigkeit aus einer Polypropylenzusammensetzung.

Polypropylenfolien werden bei zahlreichen kommerziellen Anwendungen verwendet. Eine besonders wichtige Anwendung ist die Verpackung von Lebensmittelprodukten. In der Lebensmittelverpackungsindustrie eingesetzte Folien werden so gewählt und/oder konzipiert, daß sie für einen ordentlichen Einschluß von Lebensmitteln notwendige Eigenschaften liefern. Hierzu gehören Wasserdampfbarriereeigenschaftem, Sauerstoff- und Gasbarriereeigenschaften und Geschmacks- und Aromabarriereeigenschaften. Diese verbesserten Barriereeigenschaften sind auch bei Nichtlebensmittelanwendungen vorteilhaft, beispielsweise für die Herstellung von pharmazeutische Produkte, Wasch- oder Reinigungsmittel oder andere feuchtigkeitsempfindliche Artikel enthaltenden Durchdrückpackungen.

Ein Polymer, das bei der Herstellung von in der Lebensmittelindustrie verwendeten Folien weithin verwendet wird, ist Polypropylen. Im Fall von Mehrschichtfolien wird Polypropylen in der Regel in der Basis- oder Kernschicht verwendet. Häufig wird die Polypropylenschicht zur Erzielung gewünschter Eigenschaften, die dem unmodifizierten Polypropylen nicht zu eigen sind, modifiziert. So kann man beispielsweise Harzmodifikatoren und/oder Additive mit dem Polypropylen vermischen.

Gemäß der US 5,667,902 wird durch Zusatz von bis zu 8 bis 9 Gew.-% Kohlenwasserstoffharz zum Polymergrundmaterial eine erhebliche Verbesserung der Wasserdampfbarriereeigenschaften erreicht. Bei Zusatz von mehr als 9 Gew.-% Kohlenwasserstoffharz sind weitere Verbesserungen der Wasserdampfbarriereeigenschaften nur gering.

In der WO 96/02388 werden biaxial orientierte Polypropylenfolien (BOPP-Folien) aus hochkristallinem Polypropylen und einer die Feuchtigkeitsbarriere verbessernden Menge eines Polyterpenharzes beschrieben. Der Zusatz von die Feuchtigkeitsbarriere verbessernden Verbindungen ist jedoch mit dem Nachteil behaftet, daß er ziemlich teuer ist und den Rohstoffpreis stark in die Höhe treibt. Er führt außerdem zu einer verringerten Zähigkeit der hergestellten Folie.

Monoaxial orientierte PP-Folie (MOPP) Auf der Basis einer Gießfolie wird vor dem Aufwickeln ein Festphasenorientierungsschritt unterhalb der Schmelztemperatur angewandt. Die erhaltenen Folien (die z.B. für Klebebänder oder Verpackungsbänder verwendet werden) haben im Vergleich zu Gieß- oder Glättwerkfolien eine höhere Kristallinität und Steifigkeit sowie eine verringerte WVTR. Nachteilig ist bei diesen Folien die starke Anisotropie mechanischer Eigenschaften, die durch die orientierten Kristalle verursachte begrenzte Transparenz und eine starke Reißneigung in Verarbeitungsrichtung. Außerdem sind die Kosten für eine Anordnung zur MOPP-Produktion bereits wesentlich höher als für eine standardmäßige Gießfolieneinheit.

Biaxial orientierte PP-Folie (BOPP) Für dieses Verfahren kommen zwei Haupttechnologien zur Anwendung, die in A. Aiji & M.M. Dumoulin, Biaxially oriented polypropylene (BOPP) process, in: J. Karger-Kocsis (Hrsg.) Polypropylene: An A–Z Reference, Kluwer, Dordrecht 1999, 60–67, ausführlich beschrieben werden. Die Orientierung und die Eigenschaften werden durch das Streckverhältnis und die Einzelheiten des Verfahrens bestimmt; die Folien haben im allgemeinen die höchste erreichbare Kristallinität und Steifigkeit. Die Hauptnachteile des BOPP-Verfahrens sind die hohen Anforderungen an die dafür verwendeten Polymere (ziemlich hohes Molekulargewicht und breite Molekulargewichtsverteilung in Kombination mit begrenzter Isotaktizität) und die Abmessungen und Kosten der notwendigen Maschinen, die über denjenigen für jede andere Technologie zur Herstellung von PP-Folie liegen.

Während orientierte Polypropylenfolien (OPP) für die ihnen innewohnenden Feuchtigkeitsbarriereeigenschaften bekannt sind, haben nichtorientierte Polypropylenfolien nur eine begrenzte Barrierefunktion gegenüber Wasserdampf und noch weniger gegenüber Sauerstoff oder Kohlendioxid. Im Fall von orientierten Folien sind diese Eigenschaften stark verbessert – allerdings um den Preis beträchtlich höherer Produktionskosten und einer bestimmten Sprödigkeit sowie stark anisotroper mechanischer Eigenschaften und stark anisotropem Schrumpf. Wegen dieser Nachteile gewinnen nichtorientierte Polypropylenfolien aufgrund ihrer geringeren Maschinen- und Umwandlungskosten gegenüber OPP allmählich an Bedeutung.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Bereitstellung einer nichtorientierten Polypropylenfolie aus einer Polypropylenzusammensetzung mit guten mechanischen Eigenschaften, guter Verarbeitbarkeit und verbesserten Wasserdampfbarriereeigenschaften.

Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Polypropylenzusammensetzung, die aus einem Propylenhomopolymer und/oder einem statistischen Propylencopolymer mit bis zu 1,5 Gew.-% eines oder mehrerer C4-C8-&agr;-Olefine und/oder Ethylen besteht und

eine Isotaktizität ≥ 0,96,

eine Kristallisationstemperatur Tc ≥ 120°C (bestimmt mittels DSC gemäß ISO 3146)

und einen Scherverdünnungsindex SHI (0/50) ≥ 10 (berechnet aus der Fließkurve bei 200°C) aufweist.

Definition von Begriffen und Meßmethoden Isotaktizität

Die Isotaktizität wird mittels FTIR-Messung bestimmt und als A998/A973-Signalverhältnis berechnet (beschrieben in T. Sundell, H. Fagerholm & H. Crozier, Isotacticity determination of polypropylene using FT-Raman spectroscopy, Polymer 37, 1996, 3227–31).

Kristallisationstemperatur Tc

Die Bestimmung der Kristallisationstemperaturen erfolgt mittels DSC-Messung gemäß ISO 3146 bei einer Abkühlungsrate von 10 K/min nach erstem Erhitzen auf 200°C.

Scherverdünnungsindex (0/50)

Der Scherverdünnungsindex SHI wird aus der Fließkurve &eegr;(&sgr;) bei 200°C berechnet, welche mit einem Kapillarrheometer gemäß ISO 11443 bestimmt oder aus der mit einem Platte-Platte-Rheometer gemäß ISO 6271-10 nach der gut bekannten „Cox-Merz-Regel", die die Scherviskosität mit der dynamischen Viskosität in Bezieung setzt, gemäß W.P. Cox & E.H. Merz, J. Polym. Sci. 28 (1958) 619–623, berechnet werden. Der SHI (0/50) ist definiert als das Verhältnis zwischen der Nullscherviskosität (&eegr;0) und der Viskosität bei einer Spannung (&sgr;) von 50.000 Pa definiert ist.

Im allgemeinen ist der Scherverdünnungsindex proportional zur Breite der Molekulargewichtsverteilung (MWD) des Polymers.

Bei sehr hohen Werten kann er die Bimodalität der Molekulargewichtsverteilung reflektieren (d.h. die MWD-Kurve zeigt zwei Maxima oder ein Maximum und eine ausgeprägte Schulter). Aus Gründen der Verarbeitbarkeit und Homogenität wird der höhermolekulare Schweif in der Praxis begrenzt.

MFR

Die Schmelzflußraten wurden bei einer Belastung von 2,16 kg bei 230°C gemessen. Die Schmelzflußrate (MFR) ist diejenige Polymermenge in Gramm, die innerhalb von 10 Minuten bei einer Temperatur von 230°C unter einem Gewicht von 2,16 kg aus der nach DIN 53 735 genormten Prüfvorrichtung ausgepreßt wird.

Comonomerengehalte

Die Comonomerengehalte wurden aus Polymerisationsparametern, d.h. dem Monomerenverbrauch, berechnet.

Folieneigenschaften

Alle Folieneigenschaften wurden an Folienproben mit einer Dicke von 50 &mgr;m nach 4 Tagen Lagerung bei 23°C bestimmt.

Wasserdampfdurchlässigkeit WVTR (water vapour transmission rate)

Die Wasserdampfdurchlässigkeiten werden unter tropischen Bedingungen (38°C, 90% rel. Feuchtigkeit) gemäß SIN 53122/1 bestimmt.

Die Wasserdampfdurchlässigkeiten werden an einer 50 &mgr;m dicken Gießfolie bestimmt.

Trübung

Die Trübung wurde gemäß ASTM D 1003-92 bestimmt.

Zugmodul

Der Zugmodul wurde gemäß DIN 53 457 bestimmt.

Erfindungsgemäß hat die Propylenzusammensetzung eine Isotaktizität ≥ 0,96, vorzugsweise Z 0,97, besonders bevorzugt ≥ 0,98.

Je höher die Isotaktizität, desto höher die Kristallinität der Propylenzusammensetzung. Mit zunehmender Kristallinität der Propylenzusammensetzung nimmt auch die Steifigkeit der Folie zu.

Im allgemeinen bedeutet eine höhere Kristallinität eine höhere Dichte und folglich eine geringere Wasserdampfdurchlässigkeit. Bei Gießfolien wird das Kristallinitätspotential eines speziellen Materials jedoch aufgrund der hohen Abkühlungsraten bei dem Verfahren nur zum Teil ausgenutzt. Außerdem kann eine zu hohe Kristallinität zu Sprödigkeit der Folie und Problemen mit Transparenz und Glanz der Folie führen.

Erfindungsgemäß hat die Polypropylenzusammensetzung eine Kristallisationstemperatur Tc ≥ 120°C, vorzugsweise ≥ 123°C, besonders bevorzugt ≥ 125°C.

Für nichtnukleierte Polypropylene kann die Kristallisationstemperatur sowohl mit der Molekulargewichtsverteilung des Polymers als auch mit der erreichten Endkristallinität korreliert werden. Durch einen erhöhten Gehalt an hochmolekularen Molekülen wird die Kristallisationstemperatur in der Regel erhöht, was auch zu einer erhöhten Kristallinität führen wird. Das Ausmaß dieser Effekte hängt jedoch von den Einzelheiten der Molekulargewichtsverteilung und der Molekularstruktur sowie – für die Endkristallinität – der Art und den Bedingungen der Verarbeitung ab. Ferner führt eine erhöhte Kristallinität im Fall von Folien im allgemeinen zu verringerter WVTR und erhöhter Steifigkeit. Wenn diese Kristallinitätserhöhung jedoch mit einer Vergröberung oder Anisotropie der gebildeten Kristallmorpholigie einhergeht, führt sie zu Sprödigkeit der Folie und schränkt somit die Anwendbarkeit ein.

Erfindungsgemäß hat die Polypropylenzusammensetzung einen Scherverdünnungsindex SHI (0/50) ≥ 10, vorzugsweise ≥ 12, besonders bevorzugt ≥ 15.

Der SHI ist ein Maß für das Verarbeitungsverhalten eines Polymers, wobei höhere Werte auf eine breite bis bimodale Molekulargewichtsverteilung schließen lassen. Es wurde überraschenderweise gefunden, daß ein höherer Scherverdünnungsindex mit einer Verringerung der Wasserdampfdurchlässigkeiten einhergeht.

Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht die Polypropylenzusammensetzung aus einem statistischen Propylencopolymer, das 99,7 Gew.-% Propylen und 0,3 Gew.-% Ethylen enthält.

Statistische Copolymere von Propylen und Ethylen haben den zusätzlichen Vorteil guter optischer Eigenschaften, z.B. verringerte Trübung und erhöhter Oberflächenglanz.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die Polypropylenzusammensetzung einen Scherverdünnungsindex SHI (0/50) ≥ 14 und die Folie eine Wasserdampfdurchlässigkeit < 2,00 g·m–2·Tag–1 (bestimmt gemäß DIN 53122/1 an einer 50 &mgr;m dicken Gießfolie) auf.

Nichtorientierte Polypropylenfolien mit den obigen Eigenschaften sind besonders bevorzugt, da sie in bezug auf die Wasserbarriereeigenschaften den am besten geeigneten Ersatz für BOPP-Folien darstellen.

Erfindungsgemäße Folien können nach einem beliebigen zur Herstellung nichtorientierter Folien geeigneten Verfahren hergestellt werden. Besonders bevorzugt sind Gießfolientechnologie, Glättwerktechnologie und Schnellabkühlungstechnologien, z.B. Wasserbad- oder Stahlbandtechnologie.

Gießfolientechnologie

Bei dieser einfachsten Technologie zur Herstellung von Polymerfolien wird das schmelzflüssige Polymer durch eine von einem Extruder (normalerweise Einschneckenextruder) gespeiste Schlitzdüse auf eine erste gekühlte Walze, die sogenannte Chill-Roll, extrudiert. Von dieser Walze wird die bereits fest gewordene Folie von einer zweiten Walze (Quetschwalze oder Aufnahmewalze) aufgenommen und nach Zuschneiden der Kanten einer Aufwickelvorrichtung zugeführt. In der Folie wird nur eine sehr begrenzte Orientierung erzeugt, die durch das Verhältnis zwischen Düsendicke und Foliendicke bzw. Extrusionsgeschwindigkeit und Aufnahmegeschwindigkeit bestimmt wird. Aufgrund ihrer technischen Einfachheit ist die Gießfolientechnologie sehr ökonomisch und leicht zu handhaben. Die mit dieser Technologie erhaltenen Folien haben in der Regel eine Dicke von 30 bis 500 &mgr;m und sind-durch gute Transparenz und ziemlich isotrope mechanische Eigenschaften (begrenzte Steifigkeit, hohe Zähigkeit) gekennzeichnet.

Glättwerktechnologie

Dies ist im Grunde genommen eine Erweiterung der Gießfolientechnologie zwecks Ermöglichung höherer Schichtdicken, hauptsächlich für Thermoformanwendungen. Von der Chill-Roll wird die noch teilweise schmelzflüssige Folie auf einen einer Kalandrieranordnung ähnelnden Walzenstapel übertragen, in dem die Folienenddicke und -orientierung bestimmt werden. Die Folienenddicke kann im Bereich von 300 bis 2000 &mgr;m liegen; die Orientierung und Anisotropie der mechanischen Eigenschaften sind gering.

Wasserbad- oder Stahlbandtechnologie

Diese Verfahren zielen auf die Erreichung sehr hoher Abkühlraten beim Filmbildungsprozeß ab, wodurch unter Verringerung der Folienkristallinität und -steifigkeit die Thermoformeigenschaften und die Transparenz optimiert werden. Der aus einer Flachdüse kommende schmelzflüssige Film wird sofort zwischen polierten, rückseitig gekühlten Stahlbändern oder in einem Kaltwasserbad abgeschreckt und dann der Aufwickelvorrichtung zugeführt. Auf diese Art und Weise hergestellte Folien haben die kleinstmögliche Kristallinität und Steifigkeit.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält die Polypropylenzusammensetzung ein Nukleierungsmittel.

Die mechanischen Eigenschaften von Polymeren können bekanntlich durch Nukleierung weiter verbessert werden.

Für die vorliegende Erfindung ist &agr;-Nukleierung bevorzugt. Zur Erzielung des gewünschten Grads an &agr;-Nukleierung eignet sich eine breite Palette von Nukleierungsmitteln.

Von den möglichen &agr;-Nukleierungsmitteln sind die folgenden besonders bevorzugt:

Bei einer weiteren Nukleierungsmethode, die in den Beispielen als „CCPP" bezeichnet wird, handelt es sich um eine spezielle Reaktortechnik, bei der der Katalysator mit Monomeren wie Vinylcyclohexan (VCH) vorpolymerisiert wird. Diese Methode wird z.B. in der EP 0 316 187 A2 näher beschrieben.

Neben den oben aufgeführten Nukleierungsmitteln kann auch langkettenverzweigtes Polypropylen mit hoher Schmelzefestigkeit für Nukleierungszwecke verwendet werden, wie z.B. in der US 6,077,907 ausgeführt. Wie bei der CCPP-Methode entfällt bei dieser Methode die Zugabe zusätzlicher chemischer Substanzen, die zu Geschmacks- oder Geruchsproblemen führen könnte.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung eines neuen Weges zur Herstellung von nichtorientierten Polypropylenfolien mit verringerter Wasserdampfdurchlässigkeit.

Diese Aufgabe wird gelöst durch Verwendung einer aus einem Propylenhomopolymer und/oder einem statistischen Propylencopolymer mit bis zu 1,5 Gew.-% eines oder mehrerer C4-C8-&agr;-Olefine und/oder Ethylen bestehende Polypropylenzusammensetzung mit

einer Isotaktizität ≥ 0,96,

einer Kristallisationstemperatur Tc ≥ 120°C (bestimmt mittels DSC gemäß ISO 3146)

und einem Scherverdünnungsindex SHI (0/50) ≥ 10 (berechnet aus der Fließkurve bei 200°C)

zur Herstellung einer nichtorientierten Polypropylenfolie mit verringerter Wasserdampfdurchlässigkeit.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die Polypropylenfolie eine Wasserdampfdurchlässigkeit < 3,00 g·m–2·Tag–1 (bestimmt gemäß DIN 53122/1 an einer 50 &mgr;m dicken Gießfolie) auf.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird eine Polypropylenzusammensetzung mit einem Scherverdünnungsindex SHI (0/50) ≥ 14 verwendet, und die Folie weist eine Wasserdampfdurchlässigkeit < 2,00 g·m–2·Tag–1 (bestimmt gemäß DIN 53122/1 an einer 50 &mgr;m dicken Gießfolie) auf.

Gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird eine Polypropylenzusammensetzung verwendet, die aus einem Propylenhomopolymer mit einer Isotaktizität ≥ 0,96 besteht.

Gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird die Polypropylenzusammensetzung zu einer der Schichten einer zwei- oder mehrschichtigen Folie coextrudiert.

Die erfindungsgemäßen Folien können bei einer breiten Palette von Anwendungen eingesetzt werden, insbesondere bei der Lebensmittel- und Nichtlebensmittelverpackung.

Experimenteller Teil

Alle Folien wurden aus Propylenhomo- oder -copolymeren hergestellt, welche durch die analytischen Daten in Tabelle 1 gekennzeichnet sind. Die Folien wurden mit der Gießfolientechnologie auf einem Einschneckenextruder mit einem Zylinderdurchmesser von 52 mm und einer Schlitzdüse mit den Abmessungen 800 × 0,5 mm in Kombination mit einer Chill-Roll und einer Aufnahmewalze hergestellt. Die Schmelzetemperatur in der Düse betrug 240°C, die Chill-Roll wurde bei 15°C gehalten und die Aufnahmewalze bei 20°C. Mit Hilfe des Verhältnisses zwischen Extruderausstoß und Abnahmegeschwindigkeit wurde eine Foliendicke von 50 &mgr;m eingestellt.

Die Prüfung und Analyse der Folien wurde gemäß den obigen Ausführungen durchgeführt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgeführt.

Die Beispiele 1, 2 und 3 sind erfindungsgemäß; bei den Beispielen V1 und V2 handelt es sich um Vergleichsbeispiele.

Tabelle 1

Alle erfindungsgemäßen Folien zeigen bemerkenswert verbesserte Wasserbarriereeigenschaften. Die optischen Eigenschaften bleiben in einem akzeptablen Bereich.


Anspruch[de]
  1. Nichtorientierte Polypropylenfolie mit verringerter Wasserdampfdurchlässigkeit aus einer Polypropylenzusammensetzung, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenzusammensetzung aus einem Propylenhomopolymer und/oder einem statistischen Propylencopolymer mit bis zu 1,5 Gew.-% eines oder mehrerer C4-C8-&agr;-Olefine und/oder Ethylen besteht

    und

    eine Isotaktizität ≥ 0,96,

    eine Kristallisationstemperatur Tc ≥ 120°C (bestimmt mittels DSC gemäß ISO 3146)

    und einen Scherverdünnungsindex SHI (0/50) ≥ 10 (berechnet aus der Fließkurve bei 200°C) aufweist.
  2. Nichtorientierte Polypropylenfolie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenzusammensetzung aus einem statistischen Propylencopolymer, das 99,7 Gew.-% Propylen und 0,3 Gew.-% Ethylen enthält, besteht.
  3. Nichtorientierte Polypropylenfolie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenzusammensetzung einen Scherverdünnungsindex SHI (0/50) ≥ 14 aufweist und die Folie eine Wasserdampfdurchlässigkeit < 2,00 g·m–2·Tag–1 (bestimmt gemäß DIN 53122/1 an einer 50 &mgr;m dicken Gießfolie) aufweist.
  4. Nichtorientierte Polypropylenfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie nach der Gießfolientechnologie erhalten wird.
  5. Nichtorientierte Polypropylenfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie nach der Glättwerktechnologie erhalten wird.
  6. Nichtorientierte Polypropylenfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie nach Schnellabkühlungstechnologien, vorzugsweise Wasserbad- oder Stahlbandtechnologie, erhalten wird.
  7. Nichtorientierte Polypropylenfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenzusammensetzung ein Nukleierungsmittel enthält.
  8. Nichtorientierte Polypropylenfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß sie mindestens eine der Schichten einer zwei- oder mehrschichtigen Folie bildet.
  9. Verwendung einer aus einem Propylenhomopolymer und/oder einem statistischen Propylencopolymer mit bis zu 1,5 Gew.-% eines oder mehrerer C4-C8-&agr;-Olefine und/oder Ethylen bestehende Polypropylenzusammensetzung mit

    einer Isotaktizität ≥ 0,96,

    einer Kristallisationstemperatur Tc ≥ 120°C (bestimmt mittels DSC gemäß ISO 3146)

    und einem Scherverdünnungsindex SHI (0/50) ≥ 10 (berechnet aus der Fließkurve bei 200°C)

    zur Herstellung einer nichtorientierten Polypropylenfolie mit verringerter Wasserdampfdurchlässigkeit.
  10. Verwendung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenfolie eine Wasserdampfdurchlässigkeit < 3,00 g·m–2·Tag–1 (bestimmt gemäß DIN 53122/1 an einer 50 &mgr;m dicken Gießfolie) aufweist.
  11. Verwendung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenzusammensetzung einen Scherverdünnungsindex SHI (0/50) ≥ 14 aufweist und die Folie eine Wasserdampfdurchlässigkeit < 2,00 g·m–2·Tag–1 (bestimmt gemäß DIN 53122/1 an einer 50 &mgr;m dicken Gießfolie) aufweist.
  12. Verwendung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenzusammensetzung aus einem Propylenhomopolymer mit einer Isotaktizität ≥ 0,96 besteht.
  13. Verwendung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Polypropylenzusammensetzung zu mindestens einer der Schichten einer zwei- oder mehrschichtigen Folie coextrudiert wird.
  14. Verwendung einer Polypropylenfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 8 bei der Lebensmittel- und Nichtlebensmittelverpackung.
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