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Dokumentenidentifikation DE102004055495A1 24.05.2006
Titel Personaldokument in Heftform
Anmelder Bundesdruckerei GmbH, 10969 Berlin, DE
Erfinder Beyer-Mecklenburg, Günter, 16816 Neuruppin, DE;
Knebel, Michael, 10405 Berlin, DE;
Klepsch, Detlef, 15366 Dahlwitz-Hoppegarten, DE
Vertreter FROHWITTER Patent- und Rechtsanwälte, 81679 München
DE-Anmeldedatum 17.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004055495
Offenlegungstag 24.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.05.2006
IPC-Hauptklasse B42D 15/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B42D 1/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B32B 27/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Personaldokument in Heftform mit einem Einband, einer mehrschichtigen Personalisierungsseite, welche Personalisierungsdaten enthält, sowie mit Innenseiten, wobei die Personalisierungsseite und die Innenseiten mittels einer Naht im Einband befestigt sind. Die mehrschichtige Personalisierungsseite weist eine aus einer textilen Schicht bestehende Kernlage auf, die beidseitig mit einer thermoplastischen Kunststoffschicht verbunden ist, welche die Kernlage bis auf einen Überstand abdeckt. Die Personalisierungsseite ist im Bereich des Überstands mittels der Naht vernäht.

Beschreibung[de]

Gegenstand der Erfindung ist ein Personaldokument in Heftform, beispielsweise ein Reisepass mit einer Personalisierungsseite, die zusammen mit den anderen Seiten des Personaldokumentes mittels einer Naht verbunden und im Einband befestigt ist.

Die Personalisierungsseite eines Personaldokumentes besteht üblicherweise aus mehreren Lagen. Insbesondere bei der Integration eines RFID-Elementes zur Erfüllung des ISO 9303 Standards für maschinenlesbare Reisedokumente und zum Einschreiben personenbezogener Daten und des Passbildes sind langlebige und temperaturstabile und fälschungssichere sandwichartige Schichtaufbauten erforderlich. Derartige thermoplastische Folien und Folienkombinationen bieten im allgemeinen keine guten Gelenkeigenschaften im Bereich der Naht. Bei Verwendung von Polycarbonat-(PC)-Folien oder Polyethylentherephtalat-(PET)-Folien ist die Biegewechselfestigkeit im allgemeinen begrenzt. Insbesondere die Integration eines RFID-Elementes in die Personalisierungsseite erfordert sehr dicke sandwichartige Aufbauten. Bei Verwendung von transparenten laserfähigen Polycarbonatfolien (PC) oder transparenten laserfähigen PET/PE-HD-Folien kann die grafische und elektronische Personalisation in einem fertigen Reisepassdokument vorgenommen werden. Bestehende Passbuchlösungen weisen dabei das Problem des schlechten Öffnens und des schlechten Geschlossenseins auf, denn die Steifigkeit der Personalisierungsseite führt dazu, dass der Reisepass ohne Krafteinwirkung weder geschlossen noch offen liegen bleibt.

In DE 198 14 420 A1 ist ein Identifikationsdokument, wie ein Reisepass oder dergleichen, genannt, das aus mehreren Blättern besteht, die an einer Nahtstelle zu einem Buch gebunden sind. Dabei bildet mindestens eines der Blätter ein Datenblatt, das mit Informationen versehen ist und aus zumindest zwei Schichten besteht, wobei mindestens eine der Schichten transparent ausgeführt ist. Das Format der Schichten ist so gewählt, dass sie über den Bereich der Nahtstelle hinausragen und damit im Bereich der Nahtstelle eine Verbindung des Datenblattes mit den übrigen Blättern des Identifikationsdokumentes gewährleisten. Die Schichten sind im Bereich der Informationen zu einem untrennbaren Laminat verbunden, im Bereich der Nahtstelle allerdings haften sie nicht aneinander.

Damit soll die Anzahl der Biegezyklen erhöht und die Steifigkeit der Laminatseite durch die flexibleren Einzelfolien im Bereich der Nahtstelle stark verringert werden. Des Weiteren springt das Passbuch im Bereich des Datenblattes weniger auf als bei den Passbüchern, in welche ein vollflächig laminiertes Datenblatt eingebunden ist. Für die entsprechenden Folien werden dabei bevorzugt Kunststofffolien aus PC, PETG oder HDT-PETG verwendet.

In EP 1 008 459 B1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Büchleins, wie zum Beispiel eines Ausweises, genannt. Dabei wird ein Band in derselben Weise befestigt wie die anderen Blätter des Büchleins, und das Band wird über eine spezielle Weise mit einer Platte befestigt, wobei die Platte zumindest teilweise aus einem Kunststoffmaterial hergestellt ist und eine Vorder- und eine Rückseite aufweist, wobei jede Seite eine Schriftseite umfasst. Das genannte Band wird beispielsweise aus einem synthetischen Material gewählt, das für das Einnähen und für häufiges Biegen geeignet und bevorzugt aus Polypropylen hergestellt ist.

In EP 0 936 976 B1 ist ein Pass mit einer Angabenseite genannt, die Erkennungsangaben zum Passbesitzer und sein Lichtbild enthält, wobei die Angabenseite aus einem heißhärtenden Kunststoff, wie z.B. aus Polycarbonat, besteht und mit Laser-Eintragungen individualisiert ist, und wobei diese Seite mehrere Schichten hat, die miteinander unter Verwendung von Wärme und Druck laminiert sind. Die Ausgabeseite weist im Bereich der Biegung eine Trennschicht zwischen den außenliegenden Schichten auf, sodass keine Lamination dieser Schichten miteinander erfolgt und derart eine biegeweiche und langlebige Biegestelle der Angabenseite im Pass gegeben ist.

EP 1 245 407 A2 beschreibt eine mehrschichtige Personalisierungsseite in einem Reisepass, die eine Kunststoffschicht besitzt, in die mit dem Laser Daten eingeschrieben werden können. Diese laserfähige Schicht aus Polycarbonat ist mittels PE-Schaum auf einen flexiblen Träger aus HDPE auflaminiert und wird im Bereich eines Überstandes des Trägermaterials vernäht.

Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist, ein verbessertes Personaldokument in Heftform mit langer Lebensdauer und hoher Fälschungssicherheit bereitzustellen.

Das Ziel wird erfindungsgemäß mit einem Personaldokument in Heftform und den Merkmalen gemäß Anspruch 1 erreicht. Demnach besitzt das Personaldokument einen Einband, eine mehrschichtige Personalisierungsseite, welche Personalisierungsdaten enthält, sowie Innenseiten, wobei die Personalisierungsseite und die Innenseiten mittels einer Naht im Einband befestigt sind. Die mehrschichtige Personalisierungsseite weist eine aus einer textilen Schicht bestehende Kernlage auf, die beidseitig jeweils mit zumindest einer thermoplastischen Kunststoffschicht verbunden ist, welche die Kernlage bis auf einen Überstand abdecken. Die Personalisierungsseite ist im Bereich des Überstands mit den anderen Seiten und dem Einband mittels der Naht vernäht.

Weitere Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die textile Schicht des Personaldokuments ist bevorzugt ein Gewebe, insbesondere ein Polyester-Gewebe und/oder ein Polyester-Satin-Gewebe. Damit ergibt sich eine besonders biegeweiches und langlebiges Gelenk im bereich der Naht des Personaldokuments.

Eine andere vorteilhafte Ausbildung ergibt sich, wenn die textile Schicht ein Baumwoll-Gewebe und/oder ein Baumwoll-Mischgewebe oder ein Mikrofasergewebe aus thermoplastischen Fasern ist. Es ist jedoch auch möglich, dass die textile Schicht ein Vlies ist.

Besondere Vorteile ergeben sich dadurch, dass die textile Schicht maschinenlesbare Sicherheitselemente enthalten kann, wodurch die Fälschungssicherheit erhöht wird. Solche Sicherheitselemente umfassen dabei eingebrachte Sicherheitspigmente und/oder Sicherheitsdrucke, die bei Echtheitsprüfung des Personaldokuments herangezogen werden.

Die textile Schicht nach der Erfindung ist auf mindestens einer Seite mit einer Haftvermittlerschicht versehen, die beispielsweise in Form einer Folie, insbesondere einer perforierten Folie, in Form eines Wirrgewebes, einer Beschichtung oder Bedruckung aufgebracht sein kann.

Vorzugsweise besteht die Haftvermittlerschicht aus einem thermoplastischen Kleber, insbesondere einem Heißkleber (hotmelt), der mit der textilen Schicht und der die Kernlage abdeckenden Kunststoffschicht eine Verbindung ergibt, die ohne sichtbare Beschädigung der Schichten nicht lösbar ist. Besonders vorteilhaft wird ein reaktives Harz oder eine teilreaktive Harzmischung verwendet, mit der die textile Schicht und die die Kernlage abdeckenden Kunststoffschicht eine unlösbare Verbindung eingehen. Bevorzugt werden die Kunststoffschichten auf der Vorderseite und auf der Rückseite der Personalisierungsseite durch Laminieren miteinander verbunden. Vorzugsweise weist die Kernlage dabei Aussparungen auf, durch die hindurch die Kunststoffschichten der Vorderseite (4) und der Rückseite (5) einen Schmelzverbund miteinander eingehen. Damit wird es einem Fälscher praktisch unmöglich gemacht, die Schichten später wieder aufzutrennen.

Erfindungsgemäß umfassen die die Kernlage abdeckenden Kunststoffschichten eine erste opake, beispielsweise weiße thermoplastische Folie und zumindest eine transparente laserfähige Folie, in die mit Laserbelichtung personenbezogene Daten, insbesondere das Passbild, eingeschrieben werden. Diese Schichten bestehen vorzugsweise aus Polycarbonat (PC) und/oder Polyethylentherephtalat (PET) und/oder Polyehtylen hoher Dichte (HDPE) oder einem Blend dieser Materialien. Die transparente laserfähige Folie ist dabei mit einer Schutzschicht abgedeckt, die in gleicher Weise auflaminiert ist und sich nicht zerstörungsfrei ablösen lässt.

Das Personaldokument nach der Erfindung weist ein in die Personalisierungsseite, insbesondere in deren Kernlage, integriertes RFID-Element mit einem IC-Element und einer Spule zum kontaktlosen Auslesen biometrischer Daten des Personaldokument-Inhabers auf, wobei das IC-Element in die Kunststoffschicht der Vorderseite oder der Rückseite der Personalisierungsseite integriert sein kann.

Mit Vorteil lassen sich dabei zwischen die Schichten der mehrschichtigen Personalisierungsseite diffraktive Elemente mit einlaminieren. Weiterhin kann dort eine Photopolymerschicht angeordnet werden, in die ein Schattenbild des Fotos des Personaldokument-Inhabers einbelichtet ist. Außerdem kann als weitere Sicherheitsmaßname bei der Laserbearbeitung der Personalisierungsseite eine gelaserte Loch-Nummerierung angebracht und so die Fälschungssicherheit zusätzlich erhöht werden.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind aus der nachfolgenden Beschreibung der Figuren ersichtlich.

Es zeigen:

1: eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Personaldokuments in teilaufgeklappter Form,

2: die Draufsicht auf die Personalisierungsseite,

3: einen Schnitt durch die Personalisierungsseite mit einem RFID-Element in der Schicht, und

4: einen Schnitt durch die Personalisierungsseite mit einem RFID-Element in den Schichten in einer weiteren Ausführungsform.

In 1 ist eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Personaldokuments 1 in teilaufgeklappter Form dargestellt.

Der Reisepass-Einband 2, 2' wird dabei mittels Naht 15 mit der Personalisierungsseite 3, 4, 5, 19 und den anderen Innenlagen 12, 12', 13, 13', 14, 14' zu einem Heft verbunden, so dass sich eine Art Gelenk 15 ergibt. Die Anzahl der Innenlagen kann dabei nach der gewünschten Ausführung gewählt werden. Der Einfachheit halber sind nur sechs Innenlagen eingezeichnet.

Die Personalisierungsseite besteht aus einem Laminat mit einer Kernlage 3 zwischen Kunststoffschichten auf der Vorderseite 4 und der Rückseite 5. Der Überstand 19 der Personalisierungsseite 3, 4, 5 im Bereich der Naht 19 besteht dabei aus lediglich der Kernlage 3, die aus textilem Material derart biegeweich ausgeführt ist, dass ein derartig hergestelltes Personaldokument einfach geöffnet und geschlossen werden kann, ohne dass eine hohe Rückstellkraft gegeben ist, und dass eine hohe Biegeanzahl möglich ist.

Der Reisepass-Einband 2, 2' weist vorne einen Vorsatz 6 auf und kann in gebundener Ausführung oder in einer an drei Seiten bestanzten Ausführung verwendet werden.

2 zeigt die Draufsicht auf die Personalisierungsseite 3, 4, 5. Erfindungsgemäß erstreckt sich die Kernlage 3 über die gesamte Personalisierungsseite inklusive dem Überstand 19. Die Kunststoffschichten der Personalisierungsseiten-Vorderseite 4 und die Personalisierungsseiten-Rückseite 5 reichen nicht über die volle Breite der Kernlage 3 sondern enden an der Kante 20 und werden außen durch die gemeinsame Kontur 29 berandet. Derart ist an der Naht – beziehungsweise Biegestelle 15 nur die flexible Kernlage 3 zu vernähen, während im übrigen die Personalisierungsseite durch die auflaminierten Polykarbonatschichten wesentlich höhere Steifigkeit besitzt. Die äußere Kontur 29 wird bevorzugt durch eine Bestanzung des gebundenen Reisepasses 1 realisiert.

Ein RFID-Element 16 mit einem IC-Element 17 und einer Spule 18 ist in die Personalisierungsseite 3, 4, 5 integriert, wobei die Position willkürlich eingezeichnet ist. Auch kann das RFID-Element 16 im Hinblick auf die gewünschte Spezifikation sowohl kleiner als auch größer ausgeführt sein. Das IC-Element 17 wird bevorzugt in der Nähe der Naht 15 positioniert, da hier mit geringeren mechanischen Belastungen zu rechnen ist.

Die personenbezogenen Daten wie die ICAO-Zeile 7, die Personalisierungsdaten 8 und das Foto 9 sind im fertigen Pass 1 mittels Laserbelichtung hergestellt, wobei im gleichen Arbeitsgang auch noch die elektronische Programmierung des IC-Elementes 17 mit den korrespondierenden personenbezogenen Daten beziehungsweise den biometrischen Daten erfolgen kann.

Oftmals wird zur Erhöhung der Fälschungssicherheit ein diffraktives Sicherheitselement 10 gefordert. Es ist im vorliegenden Beispiel in die Lagen 24, 25 integriert. Da dieses diffraktive Element 10 weitgehend transparent ist, kann es so angeordnet werden, dass es in Teilen das Foto 9 überdeckt.

Da der Personalisierungsseiten-Aufbau 3, 4, 5 derart mittel Laserbelichtung erfolgt, kann auch noch beispielsweise im Bereich der Nummerierung 11 die Passnummer in Form einer Mikroperforation eingebrannt werden und/oder das Foto als sogenanntes Schattenbild mittels Mikrolöchern neben beziehungsweise benachbart zum eigentlichen Foto 9 eingebracht werden.

In 3 wird ein Schnitt durch die Personalisierungsseite 3, 4, 5 mit einem RFID-Element 16 in der Schicht 24 aufgezeigt. Die Schichten 24 und 26 sind als opake, weiße Polykarbonatschichten ausgeführt. Sie sind auf der Vorder- und Rückseite jeweils mit einer laserfähigen Polykarbonatschicht 25, 27 untrennbar verbunden.

In dieser Schnittdarstellung wird die Kernlage 3 aus drei Lagen gebildet, wobei in speziellen Fällen auch weitere Lagen beziehungsweise Schichten sinnvoll und notwendig sein können. Die textile Schicht 21 besteht aus einem Polyester-Gewebe und/oder einem Polyester-Satin-Gewebe und/oder einem Baumwoll-Gewebe und/oder einem Baumwollmischgewebe und/oder einem Mikrofasergewebe und/oder einem Vlies aus thermoplastischen Fasern. Die Dicke des Gewebes 21 beträgt dabei 50 bis 300 &mgr;m, bevorzugt 100 bis 200 &mgr;m. Das Gewebe weist eingewebte Sicherheitsfäden auf oder ist aus Sicherheitsgarnen gewebt oder kann bedruckt ausgeführt sein. Dabei werden bevorzugt maschinenlesbare Merkmalsstoffe verwendet. Insbesondere können dabei im nahen Infrarotbereich aktivierbare Merkmalsstoffe eingebaut werden, die durch darüber angeordnete Schichten auslesbar sind, da beispielsweise übliche Druckfarben und opake thermoplastische Folien von NIR-Strahlung im messtechnisch interessanten Bereich von 800 bis 1.100 nm durchdrungen werden. Die Anregung erfolgt dabei bevorzugt durch LED- oder Laser-Strahlungsquellen mit entsprechenden Optiken, und das Auslesen erfolgt bevorzugt ebenfalls im NIR Bereich, wobei übliche Silizium-Fotodioden verwendet können, da diese bis etwa 1.000 nm und geringfügig darüber eine hohe Sensitivität aufweisen. Die Auswertung beziehungsweise Verifikation des Antwortsignals kann dabei frequenzmäßig und/oder zeitmäßig, also zeitaufgelöst, erfolgen. Insbesondere sind dabei sogenannte Up-conversion-Pigmente, wie ein feinkörniges anorganisches Gadoliniumoxisulfid und dergleichen geeignet. Dabei werden bei Integration derartiger maschinenlesbarer Merkmale im Inneren des Laminataufbaus 21, 22, 23 vorzugsweise Antwortsignale im NIR Bereich ausgewertet.

Das Gewebe 21 ist mit einer oder zwei Haftvermittlerschichten 22, 23 versehen. Diese Schichten können thermoplastischer Natur sein und müssen in diesem Fall eine entsprechende Wärmestandsfestigkeit aufweisen oder können teilreaktiv oder reaktiv ausgeführt werden. In jedem Falle wird eine Verbindung erreicht, die es unmöglich macht, die Schichten 21, 22, 23, 24, 25, 26 und 27 ohne sichtbare Beschädigung oder Zerstörung zu trennen.

Die Haftvermittlerschichten 22, 23 können dabei herstelltechnisch die gesamte Fläche des Gewebes 21, also auch den Überstand 19 bedecken. Je nach Art und Dicke des Gewebes kann jedoch der Überstand 19 von einer oder beiden Haftvermittlerschichten 22, 23 freigehalten werden.

Die Verwendung des Gewebes 21 bei der Herstellung des Gelenkes 15 im Bereich der Naht der Personalisierungsseite 3, 4, 5 kann in einer ersten Herstellvariante derart erfolgen, dass das Gewebe 21 in Rollenform mit einer oder beiden Haftvermittlerschichten 22, 23 versehen wird und anschließend in einem Einzelnutzen, in Streifenform oder in einem Mehrfachnutzen mit den anderen Schichten 24, 25, 26, 27 zu einer Personalisierungsseite 3, 4, 5 zusammenlaminiert werden. Die Lamination wird üblicherweise in einer Heiz-Kühl-Transferpresse erfolgen. Dabei werden Laminiertemperaturen von etwa 150°C bis über 200°C verwendet und insbesondere bei Hochsicherheitslaminatverbunden auf Basis Polcarbonat 190°C bis etwa 205°C. Die Flächenpressungen in der Heizpresse betragen üblicherweise 200 bis 400 N/cm2, und die Flächenpressungen in der Kühlpresse betragen üblicherweise 400 bis 600 N/cm2. Eine Vakuumunterstützung des Laminiervorganges kann störende Lufteinschlüsse verhindern.

Der Einbau des RFID-Elementes (16) in die opake Personalisierungs-Vorderseite 24 kann in Form eines „Pre-Lams" nach dem Stand der Technik erfolgen. Bei Wahl des IC-Elementes 17 in Form eines IC-Moduls werden Moduldicken von etwa 300 &mgr;m erforderlich sein. Daher wird die opake Folie 24 entsprechend dicker, also im Bereich 400 bis 500 &mgr;m, ausgeführt. Bei der Wahl von ungehausten IC-Elementen 17 werden diese mit einer Dicke von typisch 185 &mgr;m mittels Flip-Chip-Technologie auf Antennenspulen-Folien kontaktiert, wobei sich eine typische Dicke von 250 bis 350 &mgr;m ergibt. Falls die IC-Elemente 17 in gedünnter Ausführung bis zu etwa 20 bis 50 &mgr;m verwendet werden, können entsprechend dünnere Folien 24 im Dickenbereich von 80 &mgr;m bis etwa 200 &mgr;m erreicht werden. Je nach Art des IC-Elementes 17 und der möglichen Kontaktierungsart können die RFID-Spulen 18 mittels Ätztechnik in Kupfer oder Aluminium oder mittels Silberpastendrucktechnik oder mittels Kupfertdrahtwickel- beziehungsweise Legetechnik hergestellt werden.

Die Herstellung der Personalisierungsseite 3, 4, 5 erfolgt wie bereits genannt im Einzelnutzen, in Streifenform oder in einem Mehrfachnutzen. Die Kontur 29 wird dabei mittels Stanzwerkzeug beziehungsweise Schnittwerkzeug hergestellt. Es kann dabei von Vorteil sein, dass die Folien 24, 25, 26, 27 oder allfällige zusätzliche Folien derart ausgeführt werden, dass diese auch über den Überstand 19 größenmäßig ausgeführt werden, jedoch im Überstand 19 – Bereich zur Haftvermittlerseite 22, 23 mit einer Trennbeschichtung, zum Beispiel mittels Siebdruck, versehen sind. Die Konturstanze kann dann die gesamte Kontur 29 bestanzen und gleichzeitig die Personalisierungsseiten-Kante 20 derart herstellen, dass nur die Folien 24, 25, 26, 27 berandend gestanzt werden und die Kernlagen 21, 22, 23 nicht gestanzt werden.

Ganz wesentlich bei allen Stanztechnologien ist dabei die Stanzkante 29, da als Kernschicht ein Gewebe 21 eingebaut ist und diese Gewebe 21 fransenfrei berandet werden muss.

In 4 wird ein Schnitt durch die Personalisierungsseite 3, 4, 5 mit einem RFID-Element 16 in den Schichten 3, 4, 5 aufgezeigt.

In dieser Darstellung sind die transparenten Folien 25, 27 über die Kante der opaken Kunststoffschichten 24, 26 geführt, enden gleichwohl aber vor dem Überstand 19, in dem die Naht 15 vorgesehen ist. Außerdem wird in dieser Darstellung ein relativ dickes RFID-Element 16 schematisch aufgezeigt, das in die Lagen 21, 22, 23, 24, 26 integriert ist. Diese Variante ist herstelltechnisch etwas aufwändiger als die Variante in 3, ermöglicht jedoch eine insgesamt dünnere Personalisierungsseite 3, 4, 5 als es bei relativ dicken RFID-Elementen 16 ansonsten erforderlich wäre.

Zusätzlich wird in dieser Darstellung eine Aussparung 28 in der Kernlage 3 dargestellt. Mit einer oder mehreren solcher Aussparungen 28 in der Kernlage 21, 22, 23 wird ein Schmelzverbund zwischen den die Kernlage 3 umgebenden Schichten möglich. Die Löcher 28 können dabei gelasert oder gestanzt sein. Sie haben eine vorbestimmte kreisrunde, ovale oder eckige Form und können derart auch noch als zusätzliches Sicherheitsmerkmal bei der Echtheitsüberprüfung herangezogen werden.

1Personaldokument 2Einband 2'Einbandrückseite 3Kernlage 4Kunststoffschicht der Vorderseite der Personalisierungsseite 5Kunststoffschicht der Rückseite der Personalisierungsseite 6Einband-Innenseite (Vorsatz-vorne) 7ICAO-Zeile 8Personalisierungsdaten 9Pass-Foto 10Diffraktive Struktur 11Nummer gelocht 12Innenseite; 12' Innenseitenrückseite 13Innenseite; 13' Innenseitenrückseite 14Innenseite; 14' Innenseitenrückseite 15Naht (Gelenk des Personaldokuments) 16RFID-Element 17IC-Element (Chip-Modul, Interposer) 18Spule 19Überstand der Personalisierungsseite 20Rand der Personalisierungsseite 21textile Schicht 22Haftvermittler Personalisierungsseiten-Vorderseite 23Haftvermittler Personalisierungsseiten-Rückseite 24opake Personalisierungsseite-Vorderseite 25transparente laserfähige Personalisierungsseite-Vorderseite 26opake Personalisierungsseite-Rückseite 27transparente laserfähige Personalisierungsseite-Rückseite 28Ausnehmung in der Kernlage 29Kontur/Stanzkante

Anspruch[de]
  1. Personaldokument in Heftform mit einem Einband (2), einer mehrschichtigen Personalisierungsseite (3, 4, 5), welche Personalisierungsdaten (8) enthält, sowie mit Innenseiten (12, 13, 14), wobei die Personalisierungsseite (3, 4, 5) und die Innenseiten (12, 13, 14) mittels einer Naht (15) im Einband (2) befestigt sind, wobei die mehrschichtige Personalisierungsseite eine aus einer textilen Schicht (21) bestehende Kernlage (3) aufweist, die beidseitig mit einer thermoplastischen Kunststoffschicht verbunden ist, welche die Kernlage (3) bis auf einen Überstand (19) abdecken, wobei die Personalisierungsseite im Bereich des Überstands (19) mittels der Naht (15) vernäht ist.
  2. Personaldokument nach Anspruch 1, wobei die textile Schicht (21) ein Gewebe (21), insbesondere ein Polyester-Gewebe und/oder ein Polyester-Satin-Gewebe ist.
  3. Personaldokument nach Anspruch 1, wobei die textile Schicht (21) ein Baumwoll-Gewebe und/oder ein Baumwoll-Mischgewebe ist.
  4. Personaldokument nach Anspruch 1, wobei die textile Schicht (21) ein Mikrofasergewebe aus thermoplastischen Fasern ist.
  5. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei die textile Schicht (21) mindestens ein maschinenlesbares Sicherheitselement enthält.
  6. Personaldokument nach Anspruch 5, wobei das Sicherheitselement Sicherheitspigmente und/oder einen Sicherheitsdruck umfasst.
  7. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei die textile Schicht (21) auf mindestens einer Seite mit einer Haftvermittlerschicht (22, 23) versehen ist.
  8. Personaldokument nach Anspruch 8, wobei die Haftvermittlerschicht (22, 23) in Form einer Folie, insbesondere einer perforierten Folie, aufgebracht ist.
  9. Personaldokument nach Anspruch 8, wobei die Haftvermittlerschicht (22, 23) in Form eines Wirrgewebes aufgebracht ist.
  10. Personaldokument nach Anspruch 8, wobei die Haftvermittlerschicht (22, 23) in Form einer Beschichtung oder Bedruckung aufgebracht ist.
  11. Personaldokument nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei die Haftvermittlerschicht (22, 23) aus einer thermoplastischen Schicht besteht, die mit der textilen Schicht (21) und der die Kernlage (3) abdeckenden Kunststoffschicht (4, 5) eine Verbindung ergibt, die ohne sichtbare Beschädigung der Schichten nicht lösbar ist.
  12. Personaldokument nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei die Haftvermittlerschicht (22, 23) ein reaktives Harz oder eine teilreaktive Harzmischung aufweist, die mit der textilen Schicht (21) und der die Kernlage (3) abdeckenden Kunststoffschicht (4, 5) eine nicht-lösbare Verbindung ergibt.
  13. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei die Kernlage (3) mit den Kunststoffschichten auf der Vorderseite (4) und auf der Rückseite (5) mittels Lamination verbunden sind.
  14. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei die Kernlage (3) mindestens eine Aussparung (28) aufweist, durch die hindurch die Kunststoffschichten der Vorderseite (4) und der Rückseite (5) einen Schmelzverbund miteinander aufweisen.
  15. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei die die Kernlage (3) abdeckenden Kunststoffschichten zumindest eine erste opake thermoplastische Folie (24, 26) und zumindest eine transparente laserfähige Folie aufweisen.
  16. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei die die Kernlage (3) abdeckenden Kunststoffschichten aus Polycarbonat und/oder Polyethylentherephtalat und/oder Polyehtylen hoher Dichte oder einem Blend dieser Materialien bestehen.
  17. Personaldokument nach Anspruch 15 oder 16, wobei die laserfähige Folie personenbezogene Daten und das Bild des Personaldokument-Inhabers enthält.
  18. Personaldokument nach einem der Ansprüche 15 bis 17, wobei die transparente laserfähige Folie mit einer Schutzschicht abgedeckt ist.
  19. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei in die Personalisierungsseite (3, 4, 5), insbesondere in deren Kernlage (3), ein RFID-Element (16) mit einem IC-Element (17) und einer Spule (18) zur kontaktlosen Übermittlung biometrischer Daten des Personaldokument-Inhabers integriert ist.
  20. Personaldokument nach Anspruch 19, wobei das IC-Element in die Kunststoffschicht der Vorderseite (4) der Personalisierungsseite integriert ist.
  21. Personaldokument nach Anspruch 19, wobei das IC-Element in die Kunststoffschicht der Rückseite (5) der Personalisierungsseite integriert ist.
  22. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei zwischen die Schichten der mehrschichtigen Personalisierungsseite ein diffraktives Element einlaminiert ist.
  23. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei zwischen den Schichten der mehrschichtigen Personalisierungsseite eine Photopolymerschicht angeordnet ist, in die ein Schattenbild des Fotos des Personaldokument-Inhabers einbelichtet ist.
  24. Personaldokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei Personalisierungsseite gelaserte Loch-Nummerierung aufweist.
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